Nr. 70450
Konjunkturumfrage Frühsommer 2024

Baden-Württemberg: Die Wirtschaft im Kriechgang

Die Aussicht auf eine wirtschaftliche Erholung für die Unternehmen in Baden-Württemberg scheint noch weit entfernt zu sein. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat die Konjunktur einen unsteten Verlauf genommen und zeigt nun einen deutlichen Abwärtstrend. Den Unternehmen fehlen zurzeit die erforderlichen Impulse, um den Aufschwung einzuleiten. Strukturelle Schwächen, die das Produktionspotenzial von Baden-Württemberg beeinträchtigen, zeigen sich immer deutlicher: Die Strompreise sind dank der Abschaffung der EEG-Umlage zwar wieder auf dem Niveau vor der Krise, bleiben jedoch im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig. Aufgrund des demographischen Wandels nimmt das erforderliche Arbeitsvolumen stetig ab. Übermäßige Bürokratie und eine unsichere Wirtschaftspolitik hemmen die Investitionsentscheidungen der Unternehmen. Inzwischen haben auch führende Wirtschaftsinstitute ihre Wachstumsprognose für Deutschland nach unten korrigiert. Das Bruttoinlandsprodukt von Baden-Württemberg lag Ende 2023 (preisbereinigtes BIP: 108) nach einer Reihe aufeinanderfolgender Krisen auf dem gleichen Niveau wie Ende 2017(preisbereinigtes BIP: 107,9). Die baden-württembergische Wirtschaft hatte damit kein nennenswertes Wachstum in den letzten 6 Jahren verzeichnen können.  
IHK-Konjunkturumfrage für Baden-Württemberg: Diese Analyse basiert auf der Konjunkturumfrage im Frühsommer 2024 der 12 IHKs in Baden-Württemberg, an der landesweit 3.327 Unternehmen zwischen dem 9. April 2024 und 29. April 2024 teilgenommen haben.
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Bei der Konjunkturumfrage im Frühsommer 2024 beurteilen 31 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, was etwa 3 Prozentpunkte weniger sind als noch zu Jahresbeginn. 18 Prozent der Unternehmen befinden sich in einer schlechten wirtschaftlichen Lage. Der Saldo seit Jahresbeginn um 5 Punkte auf 13 Punkte gesunken.  
Trotz des deutlichen Rückgangs der Inflation kommen aus dem In- und Ausland nur schwache Nachfrageimpulse. Der Indikator für den Auftragseingang steigt zwar leicht um 5 Punkte, liegt aber mit 16 Punkten im negativen Bereich.  35 Prozent der Unternehmen melden weiterhin einen abnehmenden Trend im Auftragseingang.  
Die Geschäftserwartungen bleiben pessimistisch, doch scheint der Tiefpunkt erreicht zu sein. Der Indikator steigt im Vergleich zum Jahresbeginn um 4 Punkte und liegt bei –7 Punkten. Jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) rechnet weiterhin mit einer Verschlechterung der Geschäfte in den nächsten 12 Monaten. Eine Verbesserung erwarten immerhin 19 Prozent, zu Jahresbeginn waren es nur 18 Prozent.
Die düsteren Zukunftsaussichten und die fehlenden wirtschaftlichen Impulse wirken sich negativ auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen aus. Der Indikator für geplante Inlandsinvestitionen bleibt unverändert bei -5 Punkten. Aufgrund hoher Standortkosten (Arbeitskosten, Energiekosten und bürokratische Belastungen) wird Baden-Württemberg für viele Industrieunternehmen zunehmend unattraktiv. In der Konjunkturumfrage im Frühsommer wurden die Industriebetriebe gefragt, ob sie in den letzten drei Jahren Inlandsinvestitionen zugunsten von Auslandsinvestitionen zurückgestellt haben. Etwa 14 Prozent der Unternehmen beantworten die Frage mit ”Ja”. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass im Gesamtaggregat (alle Antworten einschließlich ”Nein”) auch Unternehmen geantwortet haben, die aufgrund der Betriebsgröße oder der Branchenspezifik nicht im Ausland investieren können.  
Die Beschäftigungspläne sind eher zurückhaltend. Jedes vierte Unternehmen erwartet einen Rückgang der Beschäftigung in den nächsten 12 Monaten. Circa 16 Prozent rechnen mit steigenden Zahlen. Der Indikator bleibt wie zu Jahresbeginn bei 9 Punkten.

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Die schwache Inlandsnachfrage bleibt das Toprisiko  

Das am häufigsten genannte Risiko für Unternehmen in Baden-Württemberg bleibt die schwache Inlandsnachfrage. Trotz einer allmählichen Stabilisierung der Inflation, die in Baden-Württemberg derzeit bei 2,1 Prozent liegt, besteht bei den privaten Haushalten weiterhin eine Zurückhaltung in Bezug auf die Kaufkraft. Der GfK-Konsumklimaindex bleibt im April 2024 mit –24 Punkten niedrig und konnte sich im Vergleich zum Vormonat nur leicht um 3 Punkte verbessern. Auch auf Unternehmensseite bleibt die Nachfrage niedrig.
Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten und zurückhaltender Beschäftigungspläne betrachten Unternehmen den Mangel an Arbeits- und Fachkräften mittel- und langfristig als Risiko für wirtschaftliche Entwicklung. In Phasen des konjunkturellen Abschwungs würde man aus volkswirtschaftlicher Sicht auch einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen erwarten. Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg bleibt jedoch stabil bei 4,2 Prozent und liegt im Vergleich zum Vorjahresmonat nur 0,3 Prozentpunkte höher. Viele Unternehmen halten trotz schwieriger Zeiten an ihren Mitarbeitern fest, um den drohenden Engpässen im Arbeitsangebot in den kommenden Jahren entgegenzuwirken. 
Die Anhebung des Mindestlohns, die Inflation und der Mangel an Fachkräfte üben Druck auf Löhne und Gehälter aus. Mehr als jedes zweite Unternehmen sieht hierin ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.  
Das Risiko hoher Energiekosten ist im Vergleich zu früheren Konjunkturumfragen in den Hintergrund gerückt. Einerseits liegen die Energiepreise aufgrund der Beruhigung an den Strommärkten und dem Wegfall der EEG-Umlage für Industrieunternehmen wieder auf dem Niveau vor der Krise. Andererseits wird aufgrund der geringen Nachfrage auch weniger produziert, was zumindest die variablen Energiekosten reduziert. In einigen Branchen, wie dem Gastgewerbe oder dem Verkehrsgewerbe, bleibt die Nennung hoher Energiekosten als Geschäftsrisiko jedoch hoch.  
Wie schon zu Jahresbeginn wurde das Risiko “politische Rahmenbedingungen” mit 37 Prozent der Nennungen im Vergleich zu den Vorjahren relativ häufig genannt. In den Freitextantworten werden häufig Themen wie “Bürokratie” oder “unsichere Wirtschaftspolitik” genannt.  
O-Ton eines Unternehmens: “Unstetes Verhalten insbesondere der Bundesregierung hat Vertrauenskrise geschaffen. Allgemeine Verantwortungs- und Handlungsaversion lähmt überall - wir müssen wieder vom Land der Schwätzer zum Land der Macher zurückkommen!” 

Industrie nahe an der Rezession, Dienstleister mit noch guter Stimmung 

Die wirtschaftliche Situation der Industrieunternehmen in Baden-Württemberg hat sich seit der letzten Konjunkturumfrage deutlich verschlechtert. Nur noch 24 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, das sind 5 Prozentpunkte weniger als im Januar. Rund 22 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als schlecht. Grund dafür ist die anhaltend schlechte Inlands- und Auslandsnachfrage. Etwa drei Viertel der Unternehmen betrachten die Inlandsnachfrage als Geschäftsrisiko. Auch aus dem Ausland, das in der Vergangenheit für den wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt hat, kommen nur schwache Nachfrageimpulse, mit ein paar Ausnahmen aus den Vereinigten Staaten und Asien. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) sieht im Auslandsabsatz ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Die wirtschaftliche Situation der Industrieunternehmen in Baden-Württemberg hat sich seit der letzten Konjunkturumfrage deutlich verschlechtert. Nur noch 24 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, das sind 5 Prozentpunkte weniger als im Januar. Rund 22 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als schlecht. Grund dafür ist die anhaltend schlechte Inlands- und Auslandsnachfrage. Etwa drei Viertel der Unternehmen betrachten die Inlandsnachfrage als Geschäftsrisiko. Auch aus dem Ausland, das in der Vergangenheit für den wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt hat, kommen nur schwache Nachfrageimpulse, mit ein paar Ausnahmen aus den Vereinigten Staaten und Asien. Fast jedes zweite Unternehmen (47 Prozent) sieht im Auslandsabsatz ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung.
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Der Tiefpunkt der Krise in der Bauwirtschaft scheint im Januar erreicht worden zu sein. Aufgrund des hohen Zinsniveau ist das Neugeschäft im privaten Wohnungsbau im vergangenen Jahr stark zurückgegangen. Jedoch gibt es positive Impulse aus dem Tief- und Straßenbau, wodurch der Lageindikator von 6 Punkten zu Jahresbeginn auf 13 Punkte im Frühsommer gestiegen ist. Ungefähr 28 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als gut, das sind 5 Prozentpunkte mehr als noch im Januar. Nur noch 15 Prozent der Bauunternehmen beurteilen Ihre Geschäftslage als schlecht.  
Trotz der Stabilisierung der Inflation in den letzten Monaten bleibt das Kaufverhalten der privaten Haushalte verhalten. 61 Prozent der Einzelhändler bewerten das Kaufverhalten als zurückhaltend. Die schwache Inlandsnachfrage wird von 67 Prozent der Einzelhändler als Geschäftsrisiko angesehen. Bei den Großhändlern ist der Anteil der Nennungen mit 80 Prozent sogar noch deutlich höher. Insbesondere der produktionsverbundene Großhandel spürt die konjunkturelle Schwäche der Industrie.  
Die Unternehmen im Hotel- und Gaststättengewerbe sehen sich nach wie vor mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert: Der Mangel an Fachkräften, ein erhöhter Mindestlohn, die Anhebung der Mehrwertsteuer und hohe Energiekosten belasten die Betriebe und mindern die Gewinnspanne. Aktuell bewerten nur noch 28 Prozent ihre wirtschaftliche Situation als gut. Im Vergleich zum Jahresbeginn berichten 6 Prozentpunkte mehr Unternehmen, insgesamt 21 Prozent, von einer schlechten Geschäftslage. 
Die schwache Konjunktur der Industrie hat sowohl vor- als auch nachgelagert negative Auswirkungen auf die Unternehmen des Transport- und Verkehrsgewerbes. 42 Prozent der Betriebe berichten von einer abnehmenden Tendenz bei den Auftragseingängen. Etwa 62 Prozent sehen in der geringen Inlandsnachfrage ein Geschäftsrisiko. Im Vergleich zum Jahresbeginn ist der Lageindikator um 1 Punkt auf 6 Punkte gesunken. Mit 72 Prozent der Nennungen bleibt der Fachkräftemangel das am häufigsten genannte Risiko, dicht gefolgt von den Energiepreisen, die von 70 Prozent der Befragten als Risiko angeführt werden. 
Die Unternehmen der Dienstleistungsbranche befinden sich auf einem relativ guten Niveau. Obwohl der Nachfrageindikator mit –3Punkten im negativen Bereich liegt, berichten etwa 36 Prozent der Dienstleister von einer guten Ertragslage, etwa 47 Prozent von einer befriedigenden und nur 17 Prozent von einer schlechten Ertragslage. Die erwartete Geschäftsentwicklung ist optimistischer als zu Jahresbeginn. Der Indikator für die Geschäftserwartungen ist von –1 Punkt auf 4 Punkte gestiegen.  
Recht und Steuern

Folgen des Data Act für Onlinehändler

Ab dem 12. September 2025 ist der Data Act (das europäische Datengesetz) anwendbar.
Das Ziel ist kurz gesagt, dass der Nutzer eines vernetzen Produkts oder eines verbundenen Dienstes die generierten Daten selbst aus dem Produkt auslesen kann, und die Daten gegebenenfalls gegen Entgelt mit Dritten (zum Beispiel anderen Unternehmen) geteilt werden können. Auf diese Weise soll sich im B2B-Bereich ein monetarisierter Datenbinnenmarkt entwickeln.
Die neuen Regelungen richten sich an Hersteller vernetzter Produkte und Anbieter verbundener Dienste.
Vernetzte Produkte sind zum Beispiel sind z.B. Smart Home-Geräte wie steuerbare Fensterläden, Staubsauger Kühlschrank, Heizung, industrielle Maschine mit Sensoren, Connected Cars.  
Verbundene Dienste sind solche, ohne die ein vernetztes Gerät seine Funktionen nicht ausführen könnte, zum Beispiel die  Betriebssoftware auf einem Smartphone oder einer Fitnessuhr, oder dazugehörige Bedienungs-Apps. Hersteller müssen ihre Produkte und Dienstleistungen so gestalten, dass ein Datenzugang möglich ist. Näheres hierzu finden Sie in unserem Artikel Das neue Datengesetz - Data Act.
Der Data Act gilt allerdings auch für Händler (der Händler muss nicht gleichzeitig Hersteller sein), die vernetze Produkte in ihrem Webshop oder auf ihrer Plattform anbieten. In diesem Zusammenhang sind Händler zur Information über die Daten verpflichtet, die bei einem vernetzten Produkt bzw. einem verbundenen Dienst (in Echtzeit) generiert werden und wie der Nutzer auf diese Daten zugreifen kann.
Die Kundschaft ist vor Abschluss eines Kauf-, Miet- oder Leasingvertrags bzw. vor Abschluss eines Vertrags für die Erbringung eines verbundenen Dienstes zu informieren, wie sie auf generierte Produktdaten Zugang bekommen kann.
Gegenstand der Informationspflicht bei vernetzen Produkten sind gemäß Artikel 3 des Data Act produktbezogene Angaben:
  • Art, Format, geschätztes Volumen der Produktdaten
  • ob das vernetzte Produkt in der Lage ist, Daten kontinuierlich und in Echtzeit zu generieren
  • Speicherung auf dem Gerät oder einem entfernten Server, einschließlich der Speicherungsdauer
  • die Möglichkeit auf die Daten zugreifen, sie abrufen oder gegebenenfalls zu löschen einschließlich der technischen Mittel hierfür sowie die betreffenden Nutzungsbedingungen und die betreffende Dienstqualität.
Bei verbundenen Diensten ist zusätzlich zu informieren:
  • über die Identität des Dateninhabers, z. B. sein Handelsname und die Anschrift der Niederlassung
  • über die Kontaktdaten des Dateninhabers
  • wie der Nutzer darum ersuchen kann, dass die Daten an einen Dritten weitergegeben werden, und wie er die Datenweitergabe gegebenenfalls beenden kann
  • über das Beschwerderecht
  • ob der Dateninhaber Inhaber von Geschäftsgeheimnissen ist, die in den Daten enthalten sind und, wenn der Dateninhaber nicht Inhaber von Geschäftsgeheimnissen ist, die Identität des Inhabers des Geschäftsgeheimnisses
  • die Vertragsdauer zwischen Nutzer und Dateninhaber und Modalitäten für die Beendigung des Vertrags
Händler sind nicht in der Lage diese Informationen selbst zu erheben. Daher müssen sie den Hersteller zur Mitwirkung verpflichten. Der Hersteller sollte in den Lieferverträgen/den Einkaufs-AGB verpflichtet werden, diese Informationen zur Verfügung zu stellen.
Die Informationen sind zum Beispiel auf der Produktdetailseite des angebotenen Produktes/Dienstes vorzuhalten. Dabei dürfte es ausreichen, wenn die Informationen sich nicht direkt auf der Webseite des Händlers befinden, sondern via Link auf eine Webseite des Herstellers dauerhaft abrufbar sind (stabile URL ist notwendig) .
Der Vollständigkeit halber stellt sich auch die Frage, wie im stationären Händler die Informationen erteilt werden können. Im Ladengeschäft dürfte mit Aushang bzw. QR-Ständer bei den jeweiligen Produkten, oder seitens des Herstellers mit QR-Code auf der Verpackung, gearbeitet werden können.
Nach außen gegenüber dem Nutzer bleibt der Händler verantwortlich, wenn die Informationen fehlerhaft oder unvollständig sind. Für diesen Fall sollten Händler gegenüber Herstellern in den Lieferverträgen/Einkaufs-AGB Freistellungs- und Regressansprüche vereinbaren.
Zusammengefasst besteht folgener Handlungsbedarf: Händler sollten sich auf den Data Act vorbereiten, indem Sie
  • für sich eine Bestandsaufnahme der von ihnen angebotenen vernetzten Produkte und verbundenen Dienste machen
  • Ihre Lieferantenverträge/Einkaufs-AGB anpassen (Bereitstellung der Informationen durch den Hersteller, Freistellungsvereinbarung, Regressansprüche regeln)
  • einplanen, die Informationspflichten auf Ihre Webseite/in ihrem Onlineshop zu integrieren und sich Gedanken über die Umsetzung im stationären Handel machen (zum Beispiel Aushang, QR-Code-Schilder).


Nächstes Webinar am 21.05.2024

Webinar-Reihe #Fördermittel

In der Veranstaltungsreihe informieren wir Sie über die wichtigsten Förderprogramme in ausgewählten Themenbereichen. Neben einem Kurzüberblick über Fördervoraussetzungen und Förderhöhe erhalten Sie wertvolle Tipps zur Antragstellung, damit Sie im Idealfall gleich loslegen können. Die Webinare (Microsoft Teams) finden dienstags statt, immer von 08:30 bis 09:00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich – die Teilnahmelinks finden Sie gleich unten bei den Terminen.

1. Digitalisierung

Nächste Termine – eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
Referent: Roman Leonov, Berater Digitale Wirtschaft

2. Fachkräfte & Qualifizierung

Nächste Termine – eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
Referent: Claudius Audick, Referatsleiter Berufliche Fortbildung

3. Forschung & Entwicklung

Nächste Termine – eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
Referent: Jan Herrmann, Technologietransfermanager

4. Startup & Gründung

Nächste Termine – eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
Referent: Cristi Kieltsch, Berater Gründung und Finanzierung

5. Internationalisierung

Nächste Termine – eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
Referenten: Dorothee Minne und Thomas Bittner, Berater Branchen International

6. Energie & Ressourcen

Nächste Termine – eine Anmeldung ist nicht erforderlich:
Referent: Dennis Seiler, KEFF+-Effizienzmoderator

Weitere Informationen

Hilfestellung bei technischen Problemen finden Sie hier: Technische Hinweise für virtuelle Veranstaltungen

Die Webinar-Reihe ist eine Initiative des Projekts „Cluster Automotive Region Stuttgart 2.0 – Transformationsnetzwerk für den Fahrzeug- und Maschinenbau (CARS 2.0)“. CARS 2.0 wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.
Veranstaltung am 06.06.2024 in Waiblingen

Rechtliche Fallstricke im Onlinehandel

Online-Shop Betreiber aufgepasst: Abmahnfallen im Internet!
Wer sich im eCommerce bewegt und einen Online-Shop betreibt, setzt sich permanent der Gefahr von Abmahnungen aus. Halten Sie ihren Shop nicht nur im Design sondern auch was die rechtlichen Anforderungen anbelangt immer auf dem neuesten Stand.
Von der Widerrufsbelehrung bis zum Bestellvorgang und den Preisangaben, vom Impressum bis zu den AGB und zu Urheber- und Nutzungsrechten an fremden Bildern und Texten. Die Liste der Informations- und Aufklärungspflichten ist lang.
Das Seminar soll über Neuigkeiten und abmahnträchtige Gefahrenstellen informieren und Struktur in das Dickicht der gesetzlichen Anforderungen bringen. Ferner werden Handlungsalternativen aufgezeigt, für den Fall, dass es doch einmal zu Abmahnung oder zum Gerichtsverfahren kommt – denn wer sich richtig verhält, spart Zeit und Nerven.

Veranstaltungsdetails

Ort
IHK Bezirkskammer Rems-Murr, Kappelbergstraße 1, 71332 Waiblingen
Termin
6. Juni 2024, 16:00 – 18:30 Uhr
Anmeldung & Programm
über diesen Link
Teilnahmeentgelt
35,00 EUR pro Person
Anmeldeschluss
4. Juni 2024
Internationaler Tag der Familie am 15.05.2024

Mit Familienorientierung punkten

Die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben spielt für immer mehr Fach- und Führungskräfte eine zentrale Rolle und ist daher zu einem Kernbestandteil des Arbeitgebermarketings avanciert. Folgende Übersicht zeigt auf, wie Sie Ihr Unternehmen familienbewusst aufstellen und sich damit als attraktiver Arbeitgeber positionieren können.

Familienbewusste Personalpolitik

Vorteile

  • einfachere Rekrutierung
  • geringere Fluktuation = geringere Wiederbeschaffungskosten
  • geringere Kosten der Elternzeit (Überbrückung, Wiedereingliederung)
  • besseres Betriebsklima, höhere Motivation und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten
  • weniger Fehlzeiten (geringerer Krankenstand, kürzere Elternzeiten)
  • erhöhte Produktivität

Handlungsfelder

  • Flexible Arbeitszeitregelungen (Teilzeit, Gleitzeit, Jahres-/Lebens-Arbeitszeitkonten, Sabbaticals)
  • Familienbewusste Arbeitsorganisation (flexible Gestaltung und Verteilung von Arbeitsaufträgen, multifunktionaler Personaleinsatz, Mitarbeiterbeteiligung)
  • Familienfreundlicher Arbeitsort (Telearbeit, Heimarbeit)
  • Informations- und Kommunikationspolitik (kontinuierliche Information über den Nutzen familienfreundlicher Maßnahmen)
  • Führungskompetenz (familienbewusstes Verhalten von Führungskräften)
  • Personalentwicklung (Berücksichtigung familiärer Belange bei Einstellung und Karriereplanung)
  • Angebote für den Wiedereinstieg nach der Elternzeit (Weiterbildung, Kontakthalteprogramme)
  • Entgeltbestandteile (finanzielle Unterstützung von Beschäftigten mit Familie)
  • Geldwerte Leistungen für Familien (Serviceangebote für Haushalt, Freizeit oder Gesundheit)
  • Service für Familien (Vermittlung von Betreuungsplätzen und Beratung zu Betreuungsangeboten für Kinder und pflegebedürftige Angehörige, betrieblich unterstützte Kinderbetreuung)

Erfolgsfaktoren für die Umsetzung

  1. Die angebotenen Maßnahmen müssen passgenau sein, das heißt den Wünschen und Bedürfnissen der Beschäftigten entsprechen.
  2. Die Führungskräfte sollten Vorbilder sein und mit ihrem Verhalten und ihren Einstellungen dazu beitragen, dass die Vereinbarkeit im Unternehmen gelebt wird.
  3. Ein verbindliches Regelwerk gibt den Beschäftigten Sicherheit, ob und wie sie die angebotenen Maßnahmen nutzen können.
  4. Mit einer zielgruppengerechten Ansprache der Beschäftigten und einer guten Kommunikation nach innen und nach außen schaffen Sie Transparenz.
(Quelle: Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“)

Zielgruppen und deren Bedürfnisse identifizieren

Es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten der familienbewussten Arbeitsgestaltung. Um geeignete Maßnahmen auszuwählen, sollte zunächst der konkrete Bedarf der Zielgruppen identifiziert werden. Daher bietet es sich an, sowohl die Belegschaft als auch Bewerber in Jobinterviews oder auf Karrieremessen nach deren Wünschen zu befragen. Je nach Lebensphase ergeben sich unterschiedliche Ansprüche an ein familienbewusstes Arbeitsumfeld. Helfen kann der Fortschrittsindex Vereinbarkeit von „Erfolgsfaktor Familie“, mit dem Unternehmen herausfinden und zeigen können, wie familienfreundlich sie sind.

Eigene Stärken erkennen

Als nächster Schritt folgt die Analyse der Employer Branding-Strategien der wichtigsten Mitbewerber auf familienorientierte Maßnahmen. Kopieren Sie nicht einfach das Angebot der Konkurrenz, sondern grenzen Sie sich von diesen ab. Welche Merkmale unterscheidet Ihr Betrieb von Ihren Mitbewerbern? Was bietet nur Ihr Unternehmen?
Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen brauchen sich nicht vor dem Vergleich mit großen Unternehmen zu scheuen. Stattdessen können kleinere Unternehmen offensiv mit ihren Organisationsvorteilen werben. Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege ermöglichen individuelle Lösungen, etwa bei der Realisierung einer Homeoffice-Lösung.
Die IHK gibt Ihnen praktische Tipps und Hilfestellung bei den Themen:

Praktische Tipps zur Kommunikation nach innen und außen

  • Authentische Botschaft: Die Familienorientierung als Komponente der Arbeitgebermarke sollte mit der Kultur und den Werten des Unternehmens übereinstimmen. Kommunizieren Sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nur dann, wenn diese den Tatsachen entspricht und auch durch die Belegschaft so wahrgenommen wird. Im schlimmsten Fall führt die fehlende Übereinstimmung zwischen einer inszenierten Unternehmensdarstellung auf der Webseite und negativen Berichten auf Bewertungsportalen wie kununu.com zu einer Schädigung des gesamten Unternehmensimages.
  • Konkrete Botschaft: Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollte so konkret wie möglich kommuniziert werden. Statt allgemeinen Floskeln sollten positive Beispiele herausgestellt werden.
  • Ausgewogene Bildsprache: Verzichten Sie auf nichtssagende Standardfotos oder Models und bedienen Sie sich stattdessen nur eigener Mitarbeiter/-innen.
  • Mitarbeiter als Markenbotschafter: Angestellte, die ihre Arbeitsbedingungen selbst mitgestalten können, sind zufrieden und fühlen sich im Unternehmen wohl. Sie können zugleich als glaubwürdige Botschafter der Arbeitgebermarke agieren, welche mit Erfahrungsberichten, kurzen Videos oder einem Blog einen emotionalen Einblick in die Unternehmenskultur bieten und diese so für Außenstehende erst erlebbar machen.
  • Kommunikationskanäle: Wichtigster Kommunikationskanal ist die Unternehmenswebseite, auf der verschiedene Medien eingebunden werden können. Ebenso bieten Karrieremessen und Vorträge eine Gelegenheit, die familienbewussten Vorzüge des eigenen Unternehmens zu bewerben.
  • Pressearbeit und Wettbewerbe: Auch kann eine effiziente Pressearbeit oder eine Teilnahme an regionalen Wettbewerben für besonders familienbewusste Arbeitgeber der Kommunikation nutzen.
  • Angestellte als Werbekanal: Nicht zuletzt können auch die eigenen Mitarbeiter über Mund-zu-Mund-Propaganda zum eigenen Marketingkanal werden. Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollten idealerweise in jeder Stellenanzeige und in jedem Bewerbungsgespräch vorgestellt werden.
  • Zertifikate und Gütesiegel: Eine weitere Möglichkeit sind Zertifikate oder Gütesiegel, die die Familienorientierung bestätigen. Diese schaffen bei Außenstehenden Vertrauen und können auf der Homepage, in Stellenanzeigen, in Brief- und E-Mail-Signaturen oder etwa auf Firmenwagen Verwendung finden.

Weiterführende Informationen

Tipps zum Thema gibt es auch in den folgenden Leitfäden von „Erfolgsfaktor Familie“:
IHK-Fachkräftegipfel am 28.06.2024

Gemeinsam für Fachkräfte und eine starke Wirtschaft

Wie sehen die Fachkräfte von morgen aus und wer macht zukünftig die Arbeit? Wie können vorhandene Potenziale ausgeschöpft und passende Fachkräfte gewonnen, gehalten und gefördert werden? Stehen auch Sie vor diesen Herausforderungen, dann sind Sie beim IHK-Fachkräftegipfel am Freitag, 28. Juni, genau richtig.
Der IHK-Fachkräftegipfel nimmt unter dem Motto „Gemeinsam für Fachkräfte und eine starke Wirtschaft“ folgende Themenschwerpunkte unter die Lupe:
  • New Work, Chancen der Digitalisierung und KI
  • Perspektive Internationale Fachkräfte
  • Zukunftskompetenzen und Qualifizierung
Die Veranstaltung richtet sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen sowie politisch und gesellschaftlich relevante Akteure im Bereich der Fachkräftesicherung. Sie findet statt mit Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.
Unsere Gipfelstürmerinnen und Gipfelstürmer erwarten u. a. Impulse von Prof. Dr. Jutta Rump, Daniel Terzenbach, Ministerialdirektor Michael Kleiner und vielen mehr.
Moderation der Veranstaltung: Julia Raizner
Termin: Freitag, 28. Juni 2024, 09:30 Uhr bis 15:45 Uhr
Ort: IHK Region Stuttgart, Jägerstr. 30, 70174 Stuttgart
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Kontakt für Rückfragen: Ulrike Weber, Telefon 0711 2005-1416, ulrike.weber@stuttgart.ihk.de

Anmeldung und weitere Infos zum Programm finden Sie auf der Veranstaltungsseite

Aus dem Programm

Keynotes

  • Strategien zur Fachkräftesicherung: was Betriebe heute für morgen wissen sollten
    Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability, IBE, Ludwigshafen
  • Job-Turbo: für die Fachkräftesicherung von morgen?!
    Daniel Terzenbach, Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit

Panel

  • Zu den Themenschwerpunkten diskutieren die Keynote Speaker mit Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen und Fachleuten aus der Wissenschaft

Unter der Lupe

  • Die Fachkräfteinitiative „FachkräfteLÄND“ der Landesregierung
    Dr. Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart, im Gespräch mit Michael Kleiner, Ministerialdirektor im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg

Foren

  • Drei parallele Foren zu den Themen New Work/Digitalisierung/KI, internationale Fachkräfte und Zukunftskompetenzen mit Fachleuten aus Unternehmen und zentralen Akteuren im Bereich der Fachkräftesicherung zu konkreten Lösungsansätzen für Betriebe und politische Handlungsbedarfen
Veranstaltungstermine für 2024

Digitalisierung und Verkaufen im Handel

Präsenzveranstaltungen

Seminar: Influencer-Marketing rechtssicher gestalten

Influencer-Marketing wird als Marketinginstrument immer beliebter. Viele Unternehmen nutzen die zahlreichen Social-Media-Plattformen, um effektiv und kostengünstig bekannter zu werden und die eigenen Produkte oder Dienstleistungen zu bewerben. Dazu setzen immer mehr Unternehmen auch Influencer und Influencerinnen ein. Damit gehen viele rechtliche Fragestellungen einher, die es zu beachten gilt. 
Die Veranstaltung bietet einen Überblick über die rechtlichen Fallstricke für Unternehmen beim Einsatz von Influencern und Influencerinnen von den gesetzlichen Vor-gaben bis zu Fragen der Vertragsgestaltung. Auch die allgemeinen Risiken und nachvertraglichen Pflichten beim Einsatz von Influencern werden besprochen. 

Referentin: Rechtsanwältin Dr. Susanne Grimm, Rödl und Partner
Dienstag, 4. Juni 2024 
von 09:00 bis 13:00 Uhr
Teilnehmerentgelt: 35,00 €
Veranstaltungsort: IHK Bezirkskammer Böblingen, Steinbeisstr. 11 in 71034 Böblingen
Die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie in der Veranstaltungsdatenbank der IHK.

Workshop für den Großhandel  
Geschäftsmodellentwicklung im Handel – Wie schaffe ich den Wandel? 

Im Zuge der Digitalisierung wird es immer schwieriger durch Produktinnovationen bestehende Zielgruppen zufriedenzustellen oder neue Zielgruppen zu gewinnen. Händlerinnen und Händler müssen sich zukünftig neu aufstellen, veraltete Prozesse innovieren, Kundenansprache modernisieren und digitale sowie analoge Vertriebskanäle orchestrieren.
In dem interaktiven Workshop lernen Sie gemeinsam mit weiteren Händlerin-nen und Händlern das Business Model Canvas kennen, ein einfaches Tool, um sein aktuelles Geschäftsmodell visuell darzustellen und zukunftsweisend weiterzuentwickeln.
Nach dem Workshop sollten Sie folgende Dinge gelernt haben:
  • Was ist das Business Model Canvas und was sind die neun Dimensionen eines Geschäftsmodells?
  • Wie kann ich bestehende Handels-Geschäftsmodelle im Business Model Canvas abbilden?
  • Wie kann ich mein Geschäftsmodell anhand des Business Model Canvas theoretisch weiterentwickeln?  
Der Workshop dauert ca. 120 Minuten inklusive Einführung ins Business Model Canvas und 
interaktiver Beteiligung der Teilnehmenden. Die Teilnehmeranzahl ist beschränkt. 

Referenten: Ines Gabler und Dr. Stefan Houweling, Mittelstand-Digital Zentrum Handel 
26. September 2024
von 12:00 bis ca. 14:00 Uhr
kostenfreier Workshop
Veranstaltungsort: IHK Region Stuttga
rt, Jägerstraße 30 in 70174 Stuttgart
Die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie demnächst in der Veranstaltungsdatenbank der IHK.

Handelsfrühstück:
Die E-Rechnung kommt! Alles, was Sie jetzt wissen müssen

Spätestens seit Sommer 2023 ist die E-Rechnung in den Schlagzeilen. Und auch davor war sie für Lieferanten öffentlicher Auftraggeber bereits nicht mehr wegzudenken. Die nächste Stufe der digitalen Rechnungslegung ist die E-Rechnungspflicht zwischen Unternehmen (B2B). Ab dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen in Deutschland in der Lage sein, elektronische Rechnungen empfangen und bearbeiten zu können. Die Pflicht zur Ausstellung von E-Rechnungen an unternehmerische Geschäftspartner wird, mit verschiedenen Übergangsfristen, bis 31.12.2027 eingeführt. 
Mit dem Erlass des Wachstumschancengesetzes und der geplanten Einführung des elektronischen Meldesystems ab 2028 zur Bekämpfung des Umsatzsteuer-Betrugs wird die E-Rechnung in absehbarer Zeit unabdingbar im B2B-Bereich. Die Papierrechnung hat somit in wenigen Jahren ausgedient! 
Seien Sie vorbereitet und erfahren Sie in unserem kompakten, praxisnahen Vortrag alles, was Sie zur Umsetzung der E-Rechnung in Ihrem Unternehmen wissen müssen. Wir informieren Sie über die aktuellen gesetzlichen Hintergründe und Vorgaben, erläutern die geltenden Übergangsfristen und zeigen Ihnen, wie die gängigen Rechnungsformate ZUGFeRD und XRechnung verwendet werden.
Inhalte:
  • Gesetzliche Grundlagen
  • Übergangsfristen und Ausblick auf das elektronische Meldesystem für Rechnungen
  • Abgrenzung der Begriffe digitale Rechnung und E-Rechnung
  • Übersicht über verschiedene E-Rechnungsformate und deren Einsatzszenarien
  • Praktischer Einsatz und Mehrwert für die Buchführung und weitere Unternehmensbereiche
  • Ihr Weg zur E-Rechnung mit der Steuerkanzlei und DATEV
Referentin: Karin Sterz
Associations & Events Unternehmen, DATEV eG, Stuttgart
Donnerstag, 27. Juni 2024
08:30 bis 10:00 Uhr
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Veranstaltungsort: IHK Region Stuttgart, Jägerstraße 30 in 70174 Stuttgart
Anmeldungen sind über die Veranstaltungsbank der IHK möglich. 

Webinar-Reihe Handel: stationär – digital – erfolgreich

Mit der kostenlosen Webinar-Reihe “Handel: stationär – digital – erfolgreich” möchte die IHK Region Stuttgart insbesondere kleine und mittlere stationäre Händler und Großhändler bei der Digitalisierung unterstützen und die damit verbundenen Chancen aufzeigen. Digitale Präsenz und Kommunikation gewinnen auch für stationäre Händler zunehmend an Bedeutung.

Sichtbar auf den ersten Klick! Google Unternehmensprofile für Händler

Retail Analytics sind für Händler ein wichtiger Baustein für ein zeitgemäßes Geschäftsmodell, sei es, um ihre Kunden besser zu verstehen oder um interne Prozesse zu optimieren. Entscheidend ist dabei, nicht nur genügend Daten zu sammeln, sondern diese auch richtig zu nutzen und entsprechende Maßnahmen in der Praxis umzusetzen. Die Veranstaltung zeigt, welche Kundendaten auch fernab von Onlineshops nützlich sind und wie Händler diese Potenziale in ihre Geschäftsstrategie einbinden können.  
Referent: Dr. Stefan Houweling
Dienstag, 4. Juni 2024 
11:30 Uhr bis 12:30 Uhr
kostenfreies Webinar
Anmeldungen sind über die Veranstaltungsdatenbank der IHK möglich. 

Wenn der Prüfer mit dem Laptop kommt: Power BI gibt tiefe Einblicke in Unternehmensdaten

Mit moderner Software erhalten Betriebsprüfer einen tiefen Einblick in Ihre Daten. Wir zeigen Ihnen, wie die Prüfer prüfen und wie Sie sich auf die Prüfung vorbereiten.
Die Prüfer der Finanzverwaltung setzen bei Betriebsprüfungen neuerdings auf das mächtige Tool „Power BI“ und erhalten so einen sehr tiefen Einblick in alle Daten, die von Ihnen als Unternehmerin oder Unternehmer bereitgestellt werden müssen. Wir blicken gemeinsam durch die Brille des Betriebsprüfers und zeigen Ihnen, worauf es ankommt und mit welchem Vorgehen Sie in der Prüfung rechnen müssen.
Inhalte
  • Was ist eine Außenprüfung und wie läuft sie ab?
  • Welches Bild ergeben meine digitalen Daten?
  • Worauf achtet der Betriebsprüfer?
  • Wie geht der Betriebsprüfer vor?
  • Wie können Sie sich vorbereiten?
  • Wie unterstützt Ihr Steuerberater Sie dabei?
Zielgruppe: Kleinere und mittelgroße Händler, die in den verschiedenen Geschäftsbereichen auf EDV-Lösungen (Rechnungsschreibung, Finanzbuchführung, Cloud-Anwendungen etc.) setzen.
Referent: Guido Badjura, Datev eG
Dienstag, 17. September 2024
von 09:00 bis 10:30 Uhr
kostenfreies Webinar
Anmeldungen sind demnächst möglich.
Weitere interessante Webinare speziell zu E-Commerce-Themen


Potenziale Erneuerbarer Energien in der Region

Stromstudie Region Stuttgart

Die „Stromstudie für Baden-Württemberg“ wurde vom Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) beauftragt und vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme von Dezember 2023 bis März 2024 durchgeführt um die Potenziale der Klimaneutralen Stromversorgung in Baden-Württemberg zu ermitteln.
Das Land Baden-Württemberg hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu werden. Um diese ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, sind umfassende Umstellungen von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien erforderlich. Dies wird hauptsächlich durch die Elektrifizierung von Prozessen und die verstärkte Nutzung von Grünstrom realisiert. Der gesteigerte Bedarf an Strom erhöht gleichzeitig die Notwendigkeit des Ausbaus erneuerbarer Energien. Durch den geplanten Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung. muss zudem nicht nur der aktuelle Strombedarf durch grüne Erzeugungskapazitäten ersetzt werden, sondern es müssen zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, um den ansteigenden Bedarf zu decken.
Das Fraunhofer ISE hat in diesem Kontext die Stromversorgungssituation in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2040 untersucht. Demnach steigt der Strombedarf in Baden-Württemberg von 64 TWh (2021) auf 108 bis 161 TWh im Jahr 2040. Dies entspricht einer Steigerung von rund 73 % bis 156 %. Allein für den Sektor Industrie wird eine Steigerung des Industriestrombedarfs, je nach Szenario, von bis zu 65% im Zieljahr  2040 erwartet.
Um den steigenden Strombedarf klimaneutral und mit verbrauchsnaher Stromerzeugung zu decken, ist somit der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg unerlässlich. Die Analyse zeigt, dass es zwar gut verfügbares Potenzial mit rund 300 TWh gibt, dies aber stark von der Bereitschaft abhängt die entsprechenden Flächen zu nutzen und natürlich auch unter der Vorraussetzung, dass der Stromnetzausausbau ebenfalls entsprechend vorangetrieben wird.
Diese theoretisch erzeugbare Strommenge ist zwar möglich, wird aber durch die fluktuierende Eigenschaften von Sonne und Wind nicht ausreichen, um den steigenden Strombedarf jahresbilanziell zu decken .
Regionalauswertung für die Region Stuttgart
Auf Basis der Gesamtstudie wurde eine Regionalauswertung für die Region Stuttgart (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 880 KB) erstellt, die in diesem Kontext einen detaillierten Blick auf die Region gibt. Es werden die Ergebnisse speziell für die Region Stuttgart mit den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis und dem Stadtkreis Stuttgart dargestellt. Dabei werden jeweils  die Strombedarfe und die Potenziale der Erneuerbaren Energien gegenübergestellt.
Stand April 2024

Die vollständige Studie für Baden-Württemberg  finden Sie auf der Webseite des BWIHK
 

Magazin Wirtschaft

"Einmalige Chance, sich als weltoffene Stadt zu zeigen"

Mit etwas Fantasie betrachtet, sieht Stuttgart eigentlich aus wie ein Fußballstadion. Die Tribünen reichen rundherum vom Killesberg über den Kräherwald, Birkenkopf und Karlshöhe, weiter über die Weinsteige und den Bopser bis zum Heidehof. Unten der Kessel als Spielfeld und Ort des Geschehens. Und genau dort sollen im Juni und Juli die Emotionen hochkochen.
Denn Stadt und Stuttgart Marketing GmbH haben die Innenstadt während der Fußball EM zur Fanmeile ausgerufen – mit dem Schlossplatz als zentraler Public-Viewing-Arena, dem Markt-, Karls- und dem Schillerplatz als weitere Veranstaltungsorte. Wenn Fans aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Schottland, Ungarn, Slowenien und Dänemark ihre Mannschaften feiern, wird es dort also hoch her gehen.

In der Nacht nach der Auslosung ausgebucht

Und sie sind nicht die Einzigen, die dem sportlichen Großereignis entgegenfiebern. Hohe  Erwartungen haben auch Gastwirtinnen und Hoteliers. Zum Beispiel Hartmut Korthäuer, Direktor des Maritim-Hotels in der Stuttgarter Seidenstraße. „Für das Spiel Schottland gegen Ungarn waren wir schon in der Nacht nach der Auslosung ausgebucht!“, freut sich der Hotelchef. Fans aus ganz Europa hätten frühzeitig reserviert, „darunter auch zahlreiche Niederländer, deren Mannschaft ja gar nicht in Stuttgart spielt.“
Korthäuer erklärt das mit dem guten Ruf, den Stuttgart seit dem „Sommermärchen“ vor mittlerweile 18 Jahren hat – bei den holländischen Nachbarn und vielen anderen Gästen. „Damals, aber auch bei anderen Sportereignissen wie der Tanz-WM hat sich die Stadt als guter Gastgeber gezeigt und positive Emotionen geweckt“, so der Hotelier. „Hinzu kommt: Stuttgart bietet auch jenseits des Sports etwas, hat viel Grün und ist vergleichsweise sicher.“  Auch vor dem Hintergrund fremdenfeindlicher Tendenzen ist für Korthäuer klar: „Wir haben hier die einmalige Chance, uns als friedliche, weltoffene Stadt zu präsentieren.“

Bis zu 30.000 Fans auf dem Schlossplatz

Eine Sichtweise ganz nach dem Geschmack von Andrea Gehrlach, die bei der Stuttgart Marketing GmbH für die Aktivitäten zur EM verantwortlich ist. „So ein großes Ereignis wird weltweit wahrgenommen, man muss es einfach nutzen, um Stuttgart ins Rampenlicht zu stellen!“, so die Marketing-Expertin. Dies wollen Gehrlach und ihre Mitstreiter nach Kräften tun. Nicht nur an den Spieltagen, sondern über die gesamten vier Wochen wird die Fanmeile in der Innenstadt mit Veranstaltungen bespielt, auf dem Schlossplatz können bis zu 30.000 Fans auf zwei riesigen Bildleinwänden die Partien verfolgen.
Uns war erst gar nicht klar, warum es diesen Andrang gab
Kurz nach der Auslosung ausgebucht waren auch beide Hotels von Heike Kauderer. „Uns war zuerst gar nicht klar, warum es plötzlich diesen Andrang gab“, schmunzelt die Inhaberin der Hirsch Hotelbetriebs GmbH in Ostfildern und Präsidentin der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen. Grundsätzlich seien alle Sport- und Kulturveranstaltungen gut fürs Geschäft, die relative Entfernung zur Stuttgarter City spiele da keine Rolle. „Viele Fans dehnen ihren Aufenthalt aus und hängen noch ein paar Tage Urlaub dran“, weiß die Hotel- und Restaurantchefin. Dass die EM ein Strohfeuer werden könnte, glaubt sie aufgrund ihrer Erfahrungen nicht. „Häufig haben unsere Gäste gesagt: Wir kommen auf jeden Fall wieder.“

Im Mannschaftsbus von 1954 umherfahren

Einen „Kick“ für die Stimmung in der City versprechen sich die Gastronomen rings um den Schlossplatz von der EM. „Für unsere Terrasse ist die Laufkundschaft extrem wichtig“, sagt Pia Nowotny, Inhaberin des Slow-Food-Imbisses „Martha’s“ im Königsbau. Das Public Viewing im Herzen Stuttgarts werde nicht nur für mehr Gäste sorgen, sondern auch die Aufenthaltsqualität nachhaltig steigern, glaubt die Gastronomin. Diese habe zuletzt merklich gelitten. „Corona, die vielen Baustellen und die samstäglichen Demos haben den Leuten den Spaß am Flanieren in der Innenstadt zeitweilig doch sehr verleidet.“
Dennis Shipley
„Wir werden beide Terrassen maximal aufstuhlen“, freut sich Dennis Shipley von der „Alten Kanzlei“ auf der Westseite des Schlossplatzes. Bei insgesamt zehn sportlich interessanten Tagen erwartet er einen Zuwachs um 30 Prozent an Besuchern und Umsatz, „vorausgesetzt natürlich, das Wetter spielt mit.“ Allein aus Schottland würden 90.000 Besucher erwartet – „das ist ein Fünftel der Stadtbevölkerung!“ Auch Shipley sieht das Sportereignis als ein „Gegengift“ gegen das durchwachsene Sicherheitsempfinden in Stuttgarts guter Stube. „Wir können die Stimmung drehen, schließlich ist uns das 2006 schon einmal gelungen“, sagt der Gastronom. Für das geschichtsträchtige Spiel Deutschland-Ungarn am 19. Juni hat er etwas Besonderes vorbereitet: Gäste der Alten Kanzlei können sich dann mit dem Bus der deutschen Mannschaft von der Weltmeisterschaft 1954 durch die Stadt fahren lassen. Ob das Spiel dann auch 3:2 für die Deutschen ausgeht wie das „Wunder von Bern“, wird sich zeigen.

IHK sammelt Einwände

Anhörung zur geplanten Novelle der Gewerbeabfallverordnung

Das Bundesumweltministerium hat seinen Entwurf für Änderungen in der Gewerbeabfallverordnung vorgelegt, zu dem leider nur bis 10. Mai 2024 Stellung genommen werden kann. Geplant sind etliche Verschärfungen:
  • Wegfall der Option, die Erfüllung der Pflichten über eine Getrenntsammlungsquote von mindestens 90 % nachzuweisen
  • Verpflichtung zur Nutzung neu eingeführter Formblätter, mit denen die Einhaltung der Getrenntsammlungspflichten bzw. Abweichungen davon künftig dokumentiert werden sollen
  • De-facto-Einführung einer 5-Kg-pro-Woche-Grenze, oberhalb derer Getrenntsammlung zumutbar sein soll
  • Neue Pflicht zur Kennzeichnung der verwendeten Abfall-Sammel-Container
  • Erweiterte Behörden-Rechte, um ggf. einen externen Sachverständigen mit Überprüfungen zu beauftragen
  • Beschränkung der Kaskaden-Vorbehandlung auf maximal zwei Behandlungsanlagen
  • Verpflichtung zur Nutzung der Nahinfrarot-Technik bei Vorbehandlungsanlagen
  • Schaffung eines bundesweiten Registers von Vorhandlungsanlagen, in dem auch deren Sortier- und Verwertungsquoten öffentlich einsehbar sein sollen
  • Neue Kontrollpflichten für Betreiber von thermischen Behandlungsanlagen
  • Ausweitung der Getrennthaltungspflichten bei Bau- und Abbruchabfällen
Der Entwurf mit offizieller Begründung sowie eine Lesefassung des geplanten künftigen Verordnungstextes wurden uns freundlicherweise von der IHK Südlicher Oberrhein zur Verfügung gestellt.
Die IHK Region Stuttgart sammelt Einwände und Gegenargumente bis 10. Mai 2024.
Ideen für den Handel:

Stadtluft macht erfolgreich

Märchen gehören zu einem ­Kinderleben einfach dazu. Darum gehen Familien so gern in den Märchenpark im Blühenden ­Barock, liebevoll Blüba genannt. Als Erinnerung hat man dann schöne Fotos für sich – aber für die Kinder? Bislang gab es für sie kaum Souvenirs.
Das hat sich zur neuen Saison geändert. Neuerdings gibt es einen Merchandising-Stand mit Dingen, die Kinderherzen ­höherschlagen lassen, zum Beispiel Plüschkronen, Froschprinzessinkissen oder Capes für Rotkäppchen – alles genäht aus nachhaltigen Stoffen. Möglich ist das dank der neuen Kooperation zwischen dem Blüba und der Priebes GmbH.
Priebes, das sind Jens und Joanna. Joanna stammt aus Polen, wo ihre Eltern eine Lohnnäherei betreiben, spezialisiert auf Orthopädieartikel und Baby- und Kinderausstattung. 2010 fingen sie an, sich Gedanken über die Zukunft ihrer Firma zu machen. Tochter und Schwiegersohn beschlossen daraufhin, einen Großhandel für die dort genähten Kinderartikel zu gründen.
Jobs gekündigt und als Selbständige durchgestartet
Joanna Priebe leitete damals das Bild- und Theater Zentrum an der PH Ludwigsburg, ihr Mann stattete als Mediengestalter zum Beispiel Festivals mit Merchandising-Produkten aus. Die beiden Ludwigsburger kündigten ihre Jobs und mieteten eine ­Lagerhalle in Neckarweihingen. Von dort aus besuchten sie Messen und Fach­geschäfte in der ge­samten DACH-Region.
„Wir ­haben bei null angefangen und ­unsere Kunden durch Kaltakquise gefunden“, erzählt Jens Priebe stolz. Seine Frau entwickelte parallel dazu die Produkte weiter, entwarf Kleidungsstücke und zeichnete die Schnitte dafür. Star-Produkt waren Sitzauflagen für ­Kinderwagen. „Damals waren wir die einzigen, die die im Sortiment hatten“, er­innert sich Joanna Priebe.
„Die Endkunden müssen uns direkt ­kennenlernen“
Doch der Strukturwandel im Einzel­handel ging an den Fachgeschäften nicht vorbei. „Eins nach dem anderen schloss, und wir mussten uns überlegen, wie es weitergeht“, erinnert sich Jens Priebe. Und dann war da ja auch noch das Internet....
„Die Endkunden müssen uns direkt ­kennenlernen“, erkannten Priebes.  Als Glücksfall erwies sich der Popup-Store, für den sie sich 2022 erfolgreich bei Luis, dem Ludwigsburger Innenstadtverein beworben hatten. „Es hat uns so gut in der Stadt gefallen, dass wir sofort nach einem dauerhaften Ladenlokal gesucht haben“, erzählt das Ehepaar.
Schnell wurde klar, dass das Sortiment nicht nur aus praktischen Produkten wie den Sitzauflagen bestehen darf, sondern dass es auch Waren geben muss, die ein ­Einkaufserlebnis vermitteln. Nach und nach kamen darum Plüschtiere, Spielzeuge und insbesondere Bekleidung ins Sortiment – ­alles weiterhin aus der Produktion in Polen.
Polen ist inzwischen auch ein Hochlohnland
„Weil Polen inzwischen auch ein Hochlohnland ist, können wir die Höschen und Jäckchen vorher nicht an den Einzelhandel weiterverkaufen, aber im Direktverkauf sind die Preise konkurrenzfähig“, erklärt die Gründerin.
Das Konzept kommt an: Die ­Kunden schätzen, dass sie etwas Individuelles bekommen, das es sonst nirgends gibt. Toll finden viele auch, dass sie mit den Herstellern persönlich reden ­können. Besonders Großeltern oder Verwandte, die ein Geschenk ­suchen, schätzen den Laden.
Die Miete ist unsere Investition in die Zukunft.
Auch für Priebes ist der direkte Kundenkontakt ein Gewinn: „Das bringt uns auf immer neue Ideen, die wir direkt um­setzen können, weil wir nicht immer gleich einen ganzen Container bestellen müssen, sondern erst einmal kleine Mengen“, freut sich Joanna Priebe. Eine Kuschel-­Brezel zum Beispiel oder die „Wetbags“ sind so entstanden. Das sind Beutel, in denen Kindergartenkinder nach einem Malheur nasse Höschen ­heimtragen können. Priebes haben aber auch ­Regale eingerichtet, wo kleine regionale Firmen ­thematisch passende Produkte verkaufen können, zum Beispiel Babyschühchen.
Der Laden in der City eröffnet vielfältige Kooperationsmöglichkeiten
Die Lage in der Innenstadt hat nicht nur den Vorteil, dass „Liebes von Priebes“ nun für Endkunden sichtbar und erreichbar ist, sondern eröffnet auch vielfältigen ­Kooperationsmöglichkeiten: „so viel ­Connection dank Luis! Schon allein deshalb hat sich der Umzug gelohnt“, meint Jens Priebe. So kam auch die Zusammenarbeit mit dem Blüba zustande.
Den Großhandel, der Fachhändler in der DACH-Region beliefert, gibt es weiterhin. Aber der Laden in der Seestraße macht Priebes glücklich: „Eigentlich ­hätten wir das schon drei, vier Jahre ­früher machen ­sollen. Die Märkte sind so in Be­wegung, das hatten wir unterschätzt“, ­resumiert der Gründer. Allerdings müsse „man jetzt viel mehr Gas geben“. Und die Miete in der ­Innenstadlage? Die ist natürlich viel teurer als die Lagerhalle, aber „das ist unsere ­Investition in die ­Zukunft“, ist Jens Priebe überzeugt.
 Dr. Annja Maga, Redaktion Magazin Wirtschaft für Rubrik Menschen&Ideen
 

Firmennachrichten

Neues aus den Firmen der Region Stuttgart

Messe goes India

Die Erstveranstaltung der Logimat India der Messe Stuttgart GmbH konnte sich auf Anhieb in der indischen Logistikbranche etablieren. Mehr als 100 Aussteller und rund 5.800 Fachbesucher kamen zur Premiere in Greater Noida/Delhi. ­Gezeigt wurden Technologien aus den Bereichen Robotik, Regalsysteme, künstliche Intelligenz und Digitalisierungs­werk­zeuge. Die nächste Ausgabe der ­Logimat India wird 2025 im Bombay ­Ex­hibition Centre in Mumbai stattfinden.

Lapp: Spatenstich für Verzehnfachung des Logistizentrums

Mit dem traditionellen ersten Spatenstich startete die U.I. Lapp GmbH die größte Einzelinvestition in ihrer Geschichte. Unmittelbar an der A 81 entsteht für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag ein Neubau, der die Kapazität des Ludwigsburger Logistik- und Dienstleistungszentrums verzehnfachen wird. Ziel ist es, noch schneller liefern zu können, da die Verfügbarkeit in der Branche von entscheidender Bedeutung sei. Gerade bei veredelten Produkten wie individuelles Ablängen der Kabel und individuelles Labeling steige die Nachfrage, wie es in der Festrede des Vorstandsvorsitzenden Matthias Lapp hieß.
Das vollautomatische Lager wird elf Meter in die Tiefe gebaut, um an das bestehende Logistikgebäude übergangslos anzuschließen. Im Sommer wird es dank Photovoltaik autark sein. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant. Ab 2027 sollen 50 Prozent der weltweiten Aufträge von dort ausgeliefert werden.  Firma und Familie Lapp sehen die Standortentscheidung ausdrücklich als Bekenntnis zur Region, warnen aber davor, dass sie nicht den Anschluss verlieren dürfe.   

Stihl: Ein Viertel sind schon Akku-Geräte

Der Umsatz der STIHL Holding AG & Co. KG erreichte 2023 5,3 Milliarden Euro. Das waren zwar 4,1 (währungsbereinigt 1,1) Prozent weniger als 2022 aber immer noch mehr als 2021 mit 5.058,3 Milliarden Euro. Besondere Probleme bereiten dem führenden Hersteller von Motorsägen und motorbetriebenen Gartengeräten einerseits der Klimawandel, der beispielsweise im Hauptmarkt Nordamerika auf Grund von Bränden, Trockenheit und Überschwemmungen das wichtige Frühjahrsgeschäft beeinträchtigt hatte, andererseits aber auch das „Bürokratiemonster“, wie Vorstandschef Michael Traub es bei der Jahrespressekonferenz formulierte. Trotzdem planen die Waiblinger keine Investitionen in der Schweiz, auch wenn die Produktion dort dank höherer Jahresarbeitszeit inzwischen günstiger sei als „der mit Abstand teuerste Standort“ Deutschland sei.  „Stihl ist ein deutsches Unternehmen und wird ein deutsches Unternehmen bleiben.“ Größtes Zukunftsziel von Stihl ist die schrittweise Umstellung des Portfolios auf Akku-Geräte, die heute 24 und bis 2035 80 Prozent ausmachen sollen. Dazu soll der Profimarkt verstärkt ins Visier genommen werden. Erster großer Schritt dahin war die Eröffnung des neuen Werkes rumänischen Oradea, wo auf 47.000 Quadratmetern ausschließlich Akku-Geräte gefertigt werden.  Dank einer Eigenkapitalquote von 66 Prozent, knapp 20000 Mitarbeitern und 30 neuen Akku-Produkten in der Pipeline fühlt sich Stihl gut aufgestellt für die Zukunft.

Karl Köhler: Hauptpreis für Projekt-Kompetenz

Die Karl Köhler GmbH hat den Deutschen Baupreis 2024 gewonnen. In der Kategorie bis 150 Mitarbeiter erhielten die Besigheimer den Hauptpreis und belegten überdies den zweiten Platz beim ­Sonderpreis Digitalisierung. Ausschlaggebend waren vor allem die Bereiche Projektakquise und Projektabwicklung. Das Ziel des Wettbewerbs unter Schirmherrschaft des Bundesbauministeriums ist es, die leistungsfähigsten und innovativsten Unternehmen der Branche auszuzeichnen. Dazu werden organisatorische Abläufe, Arbeitsverfahren und Prozesse auf den Prüfstand gestellt.

Mommies Kitchen Gang: eine leckere Geschäftsidee

Mommies Kitchen Gang von Gründerin Dilan Kurucu aus Stuttgart hat sich im Rahmen des 6. Dehoga Cups für das Landes­finale des Startup BW Elevator Pitch 2024 qualifiziert. Auf der Bühne der Intergastra bei der Landesmesse in Stuttgart durften die Teams drei Minuten vor Fachjury und Publikum ihre ­Geschäftsidee vorstellen. „Mommies Kitchen Gang“ konnte mit dem Geschäftsmodell modern-mediterraner und orientalischer Küche von Müttern und auf dem Arbeitsmarkt benachteiligter Frauen punkten. Das Team erreichte den zweiten Platz und qualifizierte sich als höchstplatziertes baden-württembergisches Team gleichzeitig für das Landesfinale des Startup BW Elevator Pitches.
Beim Dehoga Cup treten deutsche Unternehmen aus den Branchen Hotellerie und Gastronomie gegeneinander an, die nicht länger als fünf Jahre auf dem Markt aktiv sind. Mit Bewerbungen von 29 Teams war das Interesse dieses Jahr höher als je zuvor.

Kleemann: bester Ausbildungsbetrieb

Die Kleemann GmbH aus Göppingen ist Deutschlands bester Ausbildungsbetrieb 2024 in der Rubrik „LKW- und Nutzfahrzeugproduzenten“.  Das ergab eine Studie von Focus Money, die Arbeitgeberperfomance und Ausbildungsqualität bewertete.  Kleemann erreichte 100 von 100 möglichen Punkten und ließ dabei auch weit größere Unternehmen hinter sich. 13.000 Unternehmen gingen in die Wertung ein.

Knapp erhält ministerielle Anerkennung

Die Knapp Wälzlagertechnik GmbH freut sich, dass sie nun offiziell das BSFZ-Siegel trägt, eine prestigeträchtige Anerkennung, die von der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ) im Auftrag des Bundes­ministeriums für Bildung und Forschung vergeben wird. Es bestätigt, dass die Arbeit der Waiblinger nicht nur innovativ ist, sondern auch die strengen Kriterien der Forschungszulage erfüllt. Knapp hat schon mehrere Produkte für die Mars-Mission hergestellt, und besetzt mit Spezialentwicklungen für den Maschinen- und Apparatebau sowie für die Fahrzeugtechnik erfolgreich eine Nische.

GFT: Umsatzplus von 23 Prozent in Europa

Der Umsatz der GFT Technologies SE (GFT) wuchs 2023 um zehn Prozent auf 801,74 Millionen Euro. Besonders positiv entwickelte sich die Absatzregion Europa mit einem Umsatzplus von 23 Prozent. Dazu trug vor allem der im April abgeschlossene Zukauf der Targens GmbH mit rund 30 Millionen Euro Umsatz bei. ­Zudem vollzog der größte GFT-Markt Brasilien in der zweiten Jahreshälfte die Trendwende hin zu einer positiven Entwicklung. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) der Stuttgarter stieg um neun Prozent auf 73 Millionen Euro; ohne Währungseffekte sogar um 14 Prozent. Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte der Konzern insgesamt 9.134 Vollzeitmitarbeiter (plus drei Prozent). Für 2024 erwarten die Stuttgarter ein Umsatzwachstum von 15 Prozent auf circa 920 Millionen Euro. Das bereinigte Ebit soll laut Prognose um 16 Prozent auf rund 85 Mio. Euro steigen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) erwartet der Konzern bei etwa 72 Millionen Euro, was einem Wachstum von rund sechs Prozent entspräche.

Wörwag: Erfolg statt Engpass

Die Wörwag Pharma GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2023 mit einem organischen Umsatzplus von 7,6 Prozent und einem Nettoumsatz von 302,8 Millionen Euro abgeschlossen. Die Böblinger trotzten damit der angespannten Lage innerhalb der Pharmabranche, die auf Probleme wie immer komplizierter und teurer werdende Zulassungen oder Lieferengpässen zurückgehen. Weil Wörwag auf einen starken Außendienst setzt und die eigene Produktion immer weiter ausbaut, übertraf das Wachstum den Branchendurchschnitt von sechs Prozent spürbar.
2023 wurden circa zwölf Millionen Euro investiert. Beispielsweise wurde im bayerischen Pöcking eine Firma zugekauft, die zuvor schon für Wörwag produzierte. 170 neue Mitarbeiter wurden eingestellt, sodass nun 1400 Personen international für die Böblinger arbeiten. 2024 sollen weitere 100 Mit­arbeiter hinzukommen und die Eigenproduktion auf 40 Prozent gesteigert werden. Der Netto­umsatz soll dann auf 333 Millionen Euro steigen.

Bilekjaeger als Zukunfts-Arbeitgeber ausgezeichnet

Die Bilekjaeger GmbH & Co. KG wurde mit dem Siegel „Arbeitgeber der Zukunft 2024“ ausgezeichnet. Die Stuttgarter Agentur erhielt die Auszeichnung für ihre Innovationskraft. In einem zweistufigen Prüfverfahren vom Deutschen Innovationsinstitut für Nachhaltigkeit und Digitalisierung (DIIND) in Zusammenarbeit mit dem Magazin DUP Unternehmer war dies ermittelt worden.

Kärcher spart Verpackungsmüll

Die Alfred Kärcher SE & Co. KG setzt auf eine ­doppelte Strategie für mehr Nachhaltigkeit: Sie verringert die Verpackungsmenge und erhöht die Recyclingfähigkeit der unvermeidlichen Verpackung. Ein besonderes ­Augenmerk liegt dabei auf dem Ersatz von Styropor durch Karton, Pappe oder Pulp. Das spart jährlich mehr als 59 Tonnen Styropor ein. Zusätzlich werden Geräte noch robuster gebaut, als es für den eigent­lichen Einsatz nötig wäre, damit sie sich mit weniger Verpackung transportieren lassen. Dadurch werden jährlich 1.000 Tonnen Papier und Wellpappe gespart.

Aumovis und B&B: LED-Wände fahren nach Spanien

Die b&b eventtechnik GmbH aus Filderstadt hat den Stand des Stuttgarter Startups
Aumovis GmbH auf der Messe ISE in Barcelona in Szene gesetzt (Foto). Aumovis präsentierte sich zum ersten Mal auf dieser international führenden Fachmesse für audiovisuelle Systemintegration. Das Produkt ist die erste KI-gestützte, autonom fahrende und frei positionierbare LED-Wand für hochpräzise Fahrten in Studios und Showrooms sowie auf Eventbühnen. Das Team von B&B übernahm für den Messeauftritt sowohl die Planung als auch die Betreuung in Barcelona inklusive Auf- und Abbau. Die Production Company aus Filderstadt kombinierte dafür Medientechnik mit Setbau und sorgte für die Ausstattung.

E-Systems: coole Wallbox entwickelt

Die e-Systems MTG GmbH aus Wendlingen hat für ihre Wallbox „GhostONE“ den „iF Design Award“ in der Sparte „Automotive/Product Design“ erhalten. Die Wallbox kann verschlüsselt mit dem E-Auto kommunizieren, Eigen-PV-Strom laden und dynamische Tarife nutzen – das alles ohne Ladeunterbrechung.
Als Whitelabel-Wallbox lässt sie sich vollständig auf das  Markendesign des Anbieters ausrichten und ist kompatibel mit nahezu allen Elek­tro- und Hybridmodellen.

Komet: Machine als Farbtupfer

Die Komet Maschinenfabrik GmbH aus Plochingen bietet ab sofort ausgewählte Vakuum-Tisch­maschinen in Wunschfarbe, beispielsweise in der Firmenfarbe. Die Farbpalette ist dabei nahezu unbegrenzt. Komet ist seit 70 Jahren als Entwickler und Hersteller von ­Maschinen zum Vakuumieren und Thermalisieren von Lebensmitteln auf dem Markt.

Staufen: Auszeichnung für Beratungsunternehmen

Die Staufen AG zählt zum elften Mal in Folge zu den besten Beratungsunternehmen Deutschlands. In der Rangliste von Brand eins und Statista landete das Unternehmen aus Köngen in den Bereichen Automotive, Industrial Goods und Luftfahrt ganz vorne. Auch im Beratungsfeld Operations ­Management sicherte sich das Consultinghaus die ­Spitzenposition. Kunden und Experten lobten die Umsetzungsstärke sowie den auf ganzheitliche Performanceverbesserung ausgerichteten Beratungsansatz. Rund 6.900 Experten und Berater sowie mehr als 1.500 Führungskräfte aus Unternehmen aller Größenklassen waren um ihre Einschätzung gebeten worden.

Kooperation und Zusammenarbeit

Die Mosolf SE & Co. KG, Systemdienstleister der europä­ischen Automobilindustrie aus Kirchheim unter Teck, und der europaweit tätige Parkraumbetreiber ­Apcoa GmbH aus Stuttgart sind eine strategische Partnerschaft eingegangen, um die Logistik- und Auslieferungsdienste in urbanen Gebieten zu stärken. Mosolf wird für seine Kunden sogenannte Hand-over-Zonen in den ­Urban-Hubs-Standorten von Apcoa einrichten und so sein Agenturmodell, den Direktvertrieb sowie die Endkundenschnittstelle und das Flottenmanagement optimieren.
Die Stuttgarter DI Wirtschaftsberatung GmbH hat die Mehrheit an der bundesweit bekannten Lern- und Beratungsplattform Finance, baby! GmbH übernommen. Finance, baby! ist im August 2020 an den Start gegangen und richtet sich vor allem an Frauen, um sie vor Altersarmut besser zu schützen.
Das Leonberger IT-Systemhaus Erik Sterck GmbH und die Plusserver GmbH, Kölner Spezialisten für ­sichere und skalierbare Cloud- und KI-Plattformen, ­gehen eine vertiefte Partnerschaft ein. Die Erik Sterck GmbH erweitert ihr Portfolio damit um einen leistungsfähigen Cloudanbieter made in Germany.
Die Endress+Hauser Deutschland GmbH & Co. KG, Spezialistin für Messgeräten und Dienstleistungen für die industrielle Prozessautomation, setzt bei ihrer ­Pressearbeit auf die Stuttgarter PR-Agentur echolot public relations GmbH.
Ein Konsortium der Zeitungsverlage Waiblingen (ZVW) und Röhm-Medien aus Sindelfingen sowie der BWPost Böblingen und BWPost Rems-Murr hat die Mehrheit der BWPOST GmbH & Co. KG in Stuttgart inklusive deren Töchter BWPOST Ludwigsburg GmbH und BWPOST Esslingen GmbH & Co. KG übernommen. Im Zuge der Übernahme wird eine engere Verbindung innerhalb der BWPost-Gruppe und damit ein noch stärkeres Angebot für alle Post- und Versandkunden im Großraum Stuttgart erreicht. Die BWPost-Gruppe verarbeitet kumuliert über 90 Millionen Postsendungen im Jahr.
Die Georg Thieme Verlag KG, marktführender Anbieter medizinischer Fachinformationen und digitaler Gesundheitsdienstleister, beteiligt sich am Wiener ­Healthtech Scale-up Xund. Gemeinsam wollen beide Mediziner bei Diagnose und der Therapiewahl unterstützen und die Kommunikation mit den Patienten ­dabei verbessern. Basis hierfür sind die AI-basierte Technologie von Xund und die Fachinformationen von Thieme. Beides soll in Medical Large Language ­Models (MedLLM) zusammengeführt werden, um so personalisierte medizinische Inhalte dynamisch bereitzustellen.

Ensinger: Plastik bekommt neues Leben

Der Kunststoffverarbeiter Ensinger GmbH aus Nufringen hat ein nachhaltiges Produktportfolio aus biobasierten und wiederaufbereiteten Halbzeugen vorgestellt. Die Maßnahmen zur Wiederverwendung von Kunststoffen beziehen auch die Geschäftspartner des Unternehmens mit ein.
Die biobasierten Kunststoffe werden aus Rohstoffen aus der holzverarbeitenden Industrie und aus anderen organischen Abfällen gefertigt. Die Herstellung der Kunststoffplatten, -stäbe und -rohre erfolgt analog zu konventionellen Produktionsverfahren, wodurch ähnliche Eigenschaften bei nur minimalen Farbabweichungen gewährleistet werden. Die ebenfalls neuen wiederaufbereiteten Kunststoffe werden durch mechanische Aufbereitungsverfahren aus zurückgegebenen Materialien und Produktionsabfällen hergestellt.  Die Materialeigenschaften können hier zwar geringfügig von denen herkömmlicher Werkstoffe abweichen, die Umweltvorteile überwiegen jedoch deutlich.

Minol: Spitzenplatz bei Innovationen

Mit dem Prädikat „Höchste Innovationskraft“ führt die Minol Messtechnik. W. Lehmann GmbH & Co. KG zum vierten Mal das Ranking der Energiedienstleister in einer von „Welt TV“ beauftragten Studie zur Innovationskraft deutscher Unternehmen an. Das Umfrageinstitut ­ServiceValue hatte dafür über 200.000 Führungskräfte befragt, die 2.350 Unternehmen aus 175 Branchen bewerteten. Das dritte Jahr in Folge verteidigte Minol seine Führungsposition. Das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen steht als Digitalisierungslotse der Immobilienbranche zur Seite und unterstützt deren Weg hin zur Klima­neutralität mit Lösungen wie der digitalen Verbrauchs­erfassung, Photovoltaik, Mieterstromkonzepten und Elektromobilität.

Di-Soric hilft, präzise zu Labeln

Die Di-soric GmbH & Co. KG aus Urbach präsentiert neue kapazitiven Etikettensensoren für dünne, transparente ­Etiketten. Zwei unterschied­liche Bauformen decken ein breites Einsatzfeld in der Verpackungsbranche ab: Weil sie transparente ­Etiketten mit hoher Genauigkeit erkennen und positionieren, lassen sich Produkte in der Pharma- und Kosmetikbranche im No-Label-Look kontrollieren und etikettieren. Das Einlernen des Sensors auf neue Etikettenmaterialien ist dabei auf drei Wegen möglich: über eine ­Teach-Taste direkt am Sensor, über eine Teach-Leitung oder rein digital mit Para­metrierung und Diagnose über IO-Link.

Leasec: Elf Prozent Wachstum mit Fabrikservice

Die Leadec Management Central ­Europe BV & Co. KG  aus Stuttgart hat ihren Umsatz 2023 um elf Prozent auf 1,24 Milliarden Euro gesteigert. Der Servicespezialist aus Stuttgart ist in 16 Ländern weltweit aktiv – in Europa, Nordamerika, Lateinamerika und Asien – wobei alle ­Regionen mit steigenden Umsätzen zu der guten Entwicklung beitrugen. Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich auf über 23.000.
Traditionell ist Leadec stark in der Automobilindustrie vertreten. Mehr als 40 Prozent des Auftragsvolumens stammen inzwischen jedoch von Kunden anderer Branchen. Multi-­Technologieunternehmen gehören ebenso zu den neuen Kunden wie die Luft- und Raumfahrtindustrie und Konsumgüterproduzenten. Sowohl regional als auch in den Branchen ist ­Leadec breiter aufgestellt als noch vor ­einigen Jahren.
So wurden beispielsweise das Angebot an digitalen Services für die Fabrik aus­gebaut, die Services für Batterie- und Zellhersteller erweitert oder spezielle Green Factory Solutions umgesetzt.

Dürr: Automatisierungstrend steigert Umsatz

Die Dürr Aktiengesellschaft hat das Jahr 2023 mit einem Wachstum von 7,3 Prozent und einem Umsatzrekord von 4.627,3 Millionen Euro abgeschlossen.  Das EBIT vor Sondereffekten stieg sogar um 20,8 Prozent auf 280,4 Millionen Euro. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten verbesserte sich von 5,4 auf 6,1 Prozent. Der Auftragseingang nahm zwar um 7,8 Prozent ab, erreichte aber mit 4.615,5 Millionen Euro die obere Hälfte der Zielspanne. Im Geschäft mit der Automobilindustrie konnte der ­Maschinen- und Anlagenbauer das hohe Bestellniveau von 2022 wiederholen; dazu trugen die Trends zu ­klimafreundlichen Produktionstechnologien und zur E-Mobilität bei. Wichtige Wachstumstreiber in der Automatisierungstechnik sind immer höhere Stückzahlen- und Qualitätsanforderungen, der Fachkräftemangel und die Rückverlagerung von Produktionsumfängen in Hochlohnländer. Vor diesem Hintergrund hat Dürr stark in den Ausbau seines Automatisierungsgeschäfts investiert. Wenn die Weltlage sich nicht weiter verschlechtert, erwartet das Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen für 2024 bis zu acht ­Prozent höhere Aufträge. Das Umsatzziel beträgt 4.700 bis 5.000 Millionen Euro.

Küchen effizienter verkaufen

Die Plana Küchenland Lizenz und Marketing GmbH aus Böblingen steigerte im Geschäftsjahr 2023 den Umsatz ihrer 48 Partnerstudios um 2,4 Prozent auf knapp 135 Millionen Euro. Der Verbund erzielte damit einen erneuten Umsatzrekord in seiner über 35-jährigen ­Firmenhistorie. Allerdings war die Anzahl an ausgelieferten Küchen bereits rückläufig. Wegen der sich abzeichnenden Branchenflaute startet das Franchise-Unternehmen ein Effizienzprogramm zur Verbesserung der Strukturen, Prozesse und Kostenpositionen. Ein Meilenstein ist die Implementierung des „Product Guides“ in allen Plana-Studios. Damit verfügen die Franchisepartner über eine interaktive Plattform mit den Daten aller relevanten Hersteller von Küchentechnik. Das Tool erhöht die Kompetenz der Küchen-Fachverkäufer und verspricht eine erhebliche Zeitersparnis.
 Dr. Annja Maga für Magazin Wirtschaft  Rubrik Firmenreport
IHK-Netzwerkveranstaltung

Young Business Network

Mit einer Kombination aus Fachvortrag, Elevator-Pitch und gemütlichem Beisammensein richtet sich die Veranstaltungsreihe „Young Business Network“ von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und Wirtschaftsjunioren Stuttgart e. V. an ExistenzgründerInnen, Gründungsinteressierte und JungunternehmerInnen.
Das Thema für den 08.07.2024 befindet sich aktuell in Planung und wird zeitnah hier veröffentlicht.
Im Anschluss an den Vortrag wird es wie immer die Möglichkeit geben, seinen eigenen Pitch vorzutragen. Nutzen Sie auch den „Ich suche/Ich biete-Marktplatz“, um erste Geschäftskontakte zu knüpfen und diese beim anschließenden gemütlichen Ausklang zu vertiefen.
Wie immer ganz im Zeichen von Erfahrungsaustausch und dem persönlichen Networking freuen wir uns auf einen spannenden und ergebnisreichen Abend mit Ihnen.
18:00 Uhr
Come Together
18:15 Uhr
Begrüßung
Cristi Kieltsch, IHK Region Stuttgart   
18:20 Uhr
Vorstellung der Wirtschaftsjunioren Stuttgart e.V.
18:30 Uhr
Thema in Planung
19:15 Uhr
Elevator Pitches 
Nutze die Chance, dein Unternehmen in gerade einmal 2 Minuten vorzustellen! *
* Du bist immer bestens vorbereitet? Dann schick uns in Vorbereitung auf den Termin dein Pitch-Deck bis zum 07.07.2024, per Mail an scs@stuttgart.ihk.de.
19:45 Uhr
 Gemütlicher Ausklang
mit „Ich suche / Ich biete-Marktplatz“
Ende der Veranstaltung gegen 21:00 Uhr



Veranstaltung am 16.05.2024

Nachfolge im Familienunternehmen

Das Unternehmen innerhalb der Familie zu übergeben, steht für Unternehmerinnen und Unternehmer an erster Stelle. Die Führungsnachfolge ist jedoch kein Selbstläufer.
Insbesondere die Abstimmung von Lebensplänen und Unternehmensbelange, wie auch der Erhalt des Familienfriedens, sind langfristige Herausforderungen. Die Übergabe selbst erfordert einen klaren Zeitplan, sorgfältige Vorbereitung und eine präzise vertragliche Umsetzung.
Der Vortrag zeigt, wie Fehler vermieden und die Nachfolge in der Familie steuerlich und rechtlich korrekt umgesetzt werden kann. Hinweise auf Auswirkungen des aktuellen Erbschaftsteuerrechts runden die Veranstaltung ab. Die Referierenden stehen für Fragen gerne zur Verfügung.
Über unsere Veranstaltungsdatenbank können Sie sich für die Termine anmelden:
- 16. Mai 2024
- 24. Oktober 2024
Programm
17:00 Uhr
Begrüßung
IHK Region Stuttgart
17:05 Uhr
Chancen und Risiken einer familieninternen Nachfolge
Dr. Bettina Daser
Beratung für Unternehmerfamilien, Stuttgart
18:00 Uhr
Pause
18:15 Uhr
Unternehmensnachfolge sichern und optimieren
Dr. Oliver Kanzler
Rechtsanwalt
Hennerkes, Kirchdörfer & Lorz, Stuttgart
19:00 Uhr
Abschluss
Sie wollen keine Veranstaltungstermine mehr verpassen? Ob Veranstaltungshinweise, Gesetzesänderungen oder Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung; über unseren IHK-Newsletter werden Sie automatisch über alle relevanten Themen informiert.
Magazin Wirtschaft

ChatGPT - mein neuer Mitarbeiter

ChatGPT war für viele die Entdeckung des letzten Jahres. Doch wer die Software einfach mal ausprobiert hat, war nicht selten zunächst enttäuscht. Fast als ob man einem neuen Mitarbeiter am ­ersten Tag eine Aufgabe gibt und dann feststellen muss, dass man mit dem Ergebnis wenig bis nichts anfangen kann. Und genau das ist das Problem: Wie der neue Juniormitarbeiter, so braucht auch Chat-GPT ganz präzise Informationen, was erwartet wird.

Tipps für den beruflichen Alltag

Für ein gutes Ergebnis ist es wichtig, die Anfragen an ChatGPT (sogenannte Prompts) gut zu strukturieren und den Kontext und das gewünschte Ergebnis möglichst präzise zu beschreiben. Allgemeine Fachbegriffe, die in der Literatur gut vertreten sind, helfen die richtigen Trigger zu setzen.
Vier Tipps für erfolgversprechende Prompts:
  1. Vergeben Sie ChatGPT zunächst eine Rolle: Mit wem möchten Sie sich unterhalten?
  2. Beschreiben Sie die Aufgabe, die Sie Ihrem Gegenüber stellen. Diese sollte kurz und präzise, aber ausführlich genug sein, um Ihr Anliegen zu verstehen.
  3. Beschreiben Sie, wofür oder in welchem Format Sie das Ergebnis benötigen. Beschreiben Sie die Zielgruppen.
  4. Geben Sie Details und weitere Informationen in Ihrer Anfrage mit. Dies können zum Beispiel allgemeingültige Fachbegriffe, Aufzählungen oder Vorlagen von Texten sein, die Sie bereits haben.
Konkret kann das dann so aussehen: „Du bist Werbetexter in einer kleinen ­Agentur. Wir sind ein Schuhgeschäft und bieten Schuhe jenseits des Mainstreams an. Wir sind originell, gut sortiert und bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.
Erstelle eine kurze und einprägsame Werbeanzeige für die lokale Zeitung als Fließtext.“

ChatGPT schärft nach

In der Praxis kann es eine große Herausforderung sein, diese Anfrage umfassend zu formulieren, bevor man einen Prompt in das System eingibt. Zum Glück müssen Sie nicht alle Informationen vollständig in einen möglichst kurzen Satz pressen. Sie können das Ergebnis nach dem ­ersten Entwurf durch das System auch verfeinern und überarbeiten lassen:
„Schreibe die Werbeanzeige um: Mache sie ausgefallener. Wir wollen als frisches junges und dynamisches Unternehmen wahrgenommen werden.“
Solche individuellen Vorschläge sind nicht die einzige Sache, bei denen ChatGPT oder vergleichbare Programme Ihnen helfen können. Sie können die Software auch als Experten befragen und sich Aufgaben vorstrukturieren lassen.
Fragen Sie den Experten

ChatGPT kennt alle gängigen Fachbegriffe

Da ChatGPT mit einer unglaublichen Menge an Informationen trainiert wurde, sind in der Regel die gängigen Fachbegriffe auf ­Abruf verfügbar. Deshalb können Sie das System einfach fragen, falls Sie einmal nicht weiterwissen oder Ihnen der richtige Ansatz fehlt:
„Du bist erfahrener Projektleiter in der Softwarebranche und musst einen Abgabetermin mit dem Kunden vorbereiten. Wie würdest Du diesen ­Termin nach gängigen Projektstandards vorbereiten und umsetzen.“
Hat man nun eine Beschreibung, für den groben Ablauf, mit dem man zufrieden ist, kann man einfach darauf aufbauen:
„Erstelle mir eine mögliche Agenda und einen Entwurf der Präsentation, die ich als Projektleiter an diesem Termin zeigen werde.“
Aller Erfahrung nach werden die Er­gebnisse auf keinen Fall vollständig übernommen werden können, aber sie bieten einen Startpunkt, von dem aus Sie weiter an Ihrem Thema arbeiten können.

Bleiben Sie kritisch

Ein KI-Modell arbeitet nicht mit „­echtem“ Wissen. Zusammenhänge und Tatsachen der realen Welt sind Stand heute nicht Teil seiner Fähigkeit - auch wenn ein Text perfekt formuliert ist und plausibel klingt. Dadurch kann es zu inhaltlich falschen Aussagen oder irreführenden Texten kommen. Verständnis für die fachlichen Hintergründe der Inhalte ist für die Arbeit mit KI daher auch in Zukunft unerlässlich.

Definieren Sie, wie und wo ChatGPT eingesetzt werden darf

Wenn Sie im Unternehmen ChatGPT professionell einsetzen möchten, sollten die Rahmen­bedingungen klar gesteckt werden. Hierzu gehört die Festlegung, in ­welchen Bereichen des Unternehmens KI eingesetzt werden soll oder nicht. Auch rechtliche Aspekte sind zu betrachten, um mögliche Probleme beim Datenschutz und bei der Sicherheit zu erkennen. Mitarbeiter sollten auf ­keinen Fall eigenständig und ohne ­vorherige Absprache mit dem Unternehmen interne, sicherheitsrelevante oder personenbezogene Daten in ChatGPT eingeben.
Sind die Rahmenbedingungen definiert, bietet es sich an, die Mitarbeiter einzubeziehen: Schaffen Sie Möglichkeiten für Experimente, bündeln Sie die gemachten Erfahrungen, investieren Sie in Schulungen und externe Beratung. So gelingt es Ihnen, KI effektiv und nachhaltig im Unternehmen zu nutzen.

Michael Messer, Projektberatung Stuttgart GmbH, Gärtringen, für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
Magazin Wirtschaft

Cyber WUP für Cybersicherheit

Die Bedrohung selbst kleiner Unternehmen durch Cyberkriminelle wird immer größer. Allein in Deutschland betrug der durch IT- und Cybervorfälle verursachten Schaden 2022 mehr als 200 Milliarden Euro. Nicht nur die großen Unternehmen und Konzerne sind davon betroffen, ­sondern vermehrt auch Kleinst- und Kleinunternehmen.

IHK bietet kostenloseSicherheitsüberprüfung

Deswegen bietet die IHK Region Stuttgart ihren Mitgliedern einen neuen ­Service an: Unsere IHK-IT- und Cyber­sicherheitsberater ermitteln mit Ihnen den Status quo Ihrer IT-Sicherheit und geben Ihnen bei Bedarf erste Impulse zur Verbesserung.
„Cyber WuP“ heißt das Projekt, wobei das Kürzel für Cyber-Wirtschaftschutz und Prävention steht. Gefördert wird es vom  Innenministerium des Landes.
Diese IT-Sicherheits-Checks sind kostenfrei. Die zertifizierten Berater kommen zu Ihnen in Ihre Firma. Mittels ­systematischer  Befragung stellen sie fest, wo Sie eventuell ­Sicherheitslücken haben. Acht Angriffsvektoren werden dabei ermittelt.

Service stärkt die Sicherheit von KMUs

Diese Beratung richtet sich an Geschäftsführer kleiner Betriebe mit bis zu 50 Mit­arbeitern, die keine eigenen IT- oder ­Cybersicherheitsexperten haben und ­daher diese Rolle selbst übernehmen müssen.
Und so funktioniert es: Per Mail oder Telefon (siehe Info-Box) vereinbaren Sie einen Vor-Ort-Termin in Ihrem Unternehmen. Unter Moderation und Erklärung unsere Sicherheitsberater füllen Sie den Fragenkatalog aus, um herauszufinden, wo es in Ihrem Unternehmen Sicherheitslücken und damit verbundenen Handlungsbedarf gibt.

IT-Schutzniveau verbessern

Anschließend erhalten Sie einen Katalog mit Basis-Maßnahmen, weiterführenden Informationen und Best Practices, die ­Ihnen helfen sollen, Ihr IT-Schutz-­Niveau zu verbessern und das Bewusstsein für die Cyberbedrohungen bei Ihren Mitarbeitern zu steigern.
Außerdem erfahren Sie von unseren ­Beratern, an welchen Stellen Sie im Fall eines IT- oder Cybervorfalls Hilfe suchen können und welche Fördermittel Ihnen zur Verfügung stehen.
Ziel des Projektes ist es, Führungskräfte für das Thema IT- und Cybersicherheit zu sensibilisieren und erste Ansätze zur ­Sicherung Ihrer IT-Landschaft aufzu­zeigen.
Roman Leonov, IHK Region STuttgart,  für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
Gewinner gesucht!

Energy Efficiency Award 2024

Private und öffentliche Unternehmen können sich ab sofort auf den Energy Efficiency Award 2024 bewerben. Prämiert werden innovative Projekte und Konzepte, die aufzeigen, wie Unternehmen erfolgreich den Energieverbrauch und den Ausstoß von Treibhausgasen senken.
Im Fokus stehen innovative und wirkungsvolle Ansätze der umgesetzten Energiewende, die gut auf weitere Unternehmen übertragen werden können. Die Unternehmen können sich in vier Wettbewerbskategorien bewerben. Zusätzlich wird ein Sonderpreis für das Klimaschutz-Engagement eines kleinen bis mittleren Unternehmens vergeben.
Für die Kategorie Moving forward! Konzepte für eine klimaneutrale Zukunft werden Unternehmen gesucht, die Konzepte einreichen, die aufzeigen, wie der Weg in die Klimaneutralität und die Transformation der Industrie gelingen kann.
Alle Gewinner und Nominierten erhalten eine Urkunde und ein Siegel für ihre Öffentlichkeitsarbeit und werden auf dem im Rahmen des dena Energiewende-Kongresses am 11. November 2024 in Berlin ausgezeichnet.
Der Award wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert und steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz.
Bewerbungsschluss ist der 7. Juni 2024. Alle Informationen und die Möglichkeit zur Bewerbung finden Sie auf der Homepage der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena).
Quelle: DIHK (April 2024)
Neues von den Registergerichten

Aktuelle Handelsregistereinträge

Hier finden Sie einen Überblick über die Handelsregistereinträge vom  Februar (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 170 KB), März (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 166 KB) und April (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 7735 KB), wie sie der IHK gemeldet wurden.
Das Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, das Eintragungen über die angemeldeten Kaufleute im Bezirk des zuständigen Registergerichts führt und das über die dort hinterlegten Dokumente Auskunft erteilt. Alle Änderungen, die sich für dort eingetragene Unternehmen ergeben, werden veröffentlicht, seien es Neueintragungen, Änderungen zum Beispiel in der Geschäftsführung oder Löschungen.
Typischerweise enthält das Handelsregister unter anderem Informationen über Firma, Sitz, Niederlassung und Zweigniederlassungen, den Gegenstand des Unternehmens, vertretungsberechtigte Personen, die Rechtsform des Unternehmens sowie das Grund- oder Stammkapital und den Namen des Geschäftsinhabers.
Infoveranstaltung am 26.04.2024

Investieren im Kosovo: Geschäftschancen und Markteinstieg für Unternehmen

Bei der Suche nach Investitionsmöglichkeiten auf dem Westbalkan scheint der Kosovo für viele Unternehmen bisher nicht an erster Stelle zu stehen.
Dabei besticht der jüngste Staat Europas, nicht nur durch seine geografische Lage, sondern auch durch seine demografische Zusammensetzung: Mit rund 70 Prozent seiner Bevölkerung unter 35 Jahren präsentiert sich das Land als regelrechtes Potenzial für eine zukunftsfähige Wirtschaft. Mit dem schnellsten Wirtschaftswachstum auf dem westlichen Balkan zieht Kosovo zunehmend die Aufmerksamkeit ausländischer Investoren auf sich, insbesondere von deutschen Unternehmen, die auf der Suche nach neuen Wachstumsmärkten sind, ihre Lieferketten optimieren oder ihre Produktion innerhalb Europas auslagern wollen.
Einer der Hauptgründe ist das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der Europäischen Union. Dieses Abkommen ermöglicht es Kosovo, freien Zugang zum EU-Markt zu genießen und von den damit verbundenen Vorteilen zu profitieren. Unsere Experten von der Kosovarisch-Deutsche Wirtschaftsvereinigung aus Prishtinë geben einen Überblick über die aktuellen wirtschaftlichen Chancen sowie die rechtlichen und steuerlichen Aspekte. Anschließend wird der Bürgermeister von Gjakova per Videoschalte über die Investitionsmöglichkeiten in seiner Gemeinde berichten. Den Abschluss bilden zwei Erfahrungsberichte von Unternehmen, die im Kosovo bereits investiert haben und geschäftlich tätig sind.
Info-Event in Göppingen-Investieren in Kosovo 04042024

Workshop am 07.05.2024 in Waiblingen

Nachhaltigkeitsberichtserstattung im Mittelstand

Was Unternehmen für das Reporting wissen müssen!
Die Europäische Union hat die Anforderungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen tiefgreifend verändert. Auf Grundlage der im November 2022 vom EU-Parlament verabschiedeten Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) werden Unternehmen künftig zur detaillierten Berichterstattung über alle im Betrieb relevanten Nachhaltigkeitsthemen verpflichtet. Dabei sind gleichermaßen ökologische, soziale und ökonomische Kriterien zu berücksichtigen.
Da bereits Anfang 2025 der erste Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD veröffentlicht werden muss, ergibt sich für alle betroffenen Unternehmen ein unmittelbarer Handlungsdruck, da dieser Bericht das Geschäftsjahr 2024 zum Inhalt haben muss und entsprechende Berichtsstrukturen somit schon in diesem Jahr installiert werden müssen.
In unserem Tagesworkshop zeigen Ihnen unsere Experten den Weg zur Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts. Gemeinsam mit Ihnen erarbeiten wir, welche Themen für Ihr Unternehmen wesentlich sind und im Bericht erscheinen müssen. Ziel des Workshops ist die Erstellung einer fertigen Struktur für Ihren Nachhaltigkeitsbericht, sowie eines genauen Fahrplans, um Ihr Unternehmen berichtsfähig aufzustellen.
Der Workshop richtet sich an von der Richtlinie betroffene Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern, einer Bilanzsumme von 25 Mio. € sowie einem Nettoumsatz von 50 Mio. € (bei Erfüllung von zwei der Kriterien) aber auch an kleine und mittlere Unternehmen, die von Kunden oder Kreditgebern dazu aufgefordert werden, unternehmerische Anstrengungen zum Thema Nachhaltigkeit darzulegen.
Ort
IHK Bezirkskammer Rems-Murr, Kappelbergstraße 1, 71332 Waiblingen
Termin
7. Mai 2024, 9:00 Uhr – 17:00 Uhr
Anmeldung und Programm
über diesen Link
Teilnahmeentgelt
150,00 EUR pro Person
Anmeldeschluss
3. Mai 2024
Webinar am 26. April 2024

Heizungstausch gemäß neuem Gebäudeenergiegesetz

Das Gebäudeenergiegesetz wurde zum Jahreswechsel erneuert. Im praxisnahen Webinar erklären wir, was beim Heizungstausch auf Sie zukommt und welche Schritte in der Planungsphase zu beachten sind. Sie erfahren, wie Sie die richtige Heizung für sich auswählen und wie ein Heizungswechsel praktisch abläuft. Außerdem informieren wir über verfügbare Fördergelder und Zuschüsse.
Die Veranstaltung wird veranstaltet im Rahmen des Projekts KEFF+.
Die „Kompetenzstelle für Ressourceneffizienz der Region Stuttgart“ (KEFF+) ist Ihre regionale Anlaufstelle für den Bereich Ressourceneffizienz, also für Material- und Energieeffizienz. Insbesondere KMU geben wir einen Überblick über Material- und Energieeinsparmöglichkeiten, Bioökonomie, sekundäre Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft, wir unterstützen Sie bei der Identifikation von Optimierungsmaßnahmen. Ebenso wie bei der Suche nach Förderprogrammen.
Neue landesweite Online-Veranstaltungsreihe für Unternehmen

CSRD-Reihe 2024 als Wegweiser für die Nachhaltigkeitserklärung

Die Ende 2022 in Kraft getretene Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) markiert einen bedeutenden Wendepunkt im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Durch diese Richtlinie wird der Kreis der zur Berichterstattung verpflichteten Unternehmen erheblich ausgeweitet.
Obwohl weder die CSRD noch die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) spezifische Vorgaben zum Erreichen von Nachhaltigkeitszielen stellen, zwingen die Anforderungen an die Nachhaltigkeitserklärung im Lagebericht die Unternehmen dazu, sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen. Die verpflichtende Analyse der Wertschöpfungskette bewirkt, dass auch Unternehmen, die nicht direkt unter die Berichtspflicht fallen, vermehrt mit Kundenanfragen konfrontiert werden. Für diese Unternehmen wird die EU-Kommission einen freiwilligen Standard für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) einführen.
Um der wachsenden Nachfrage nach Fachwissen im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung gerecht zu werden, haben die Industrie- und Handelskammern Baden-Württembergs, unter unter Regie der Federführung Umwelt, eine zehnteilige Informationsreihe konzipiert. Diese Reihe entsteht in Kooperation mit Kirchhoff Consult und zielt darauf ab, Unternehmen während des gesamten Jahres 2024 zu begleiten. Sie bietet sowohl Einführungsseminare in das Thema als auch vertiefende Seminare zu spezifischen Aspekten wie der Abgrenzung der Wertschöpfungskette oder dem Datenmanagement für den Nachhaltigkeitsbericht. Für Unternehmen, die indirekt über Ihre Wertschöpfungskette betroffen sind, empfehlen wir am Seminar zum VSME-Standard teilzunehmen.
Datum/Uhrzeit
Thema
Dauer
17.04.2024
10:00 Uhr
Wesentlichkeitsanalyse und Allgemeine Informationen für die Nachhaltigkeitserklärung
  • Kurze Einführung in die neuen Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD/ESRS)
  • Stellenwert und Funktionsweise der Wesentlichkeitsanalyse
  • Allgemeine Anforderungen an die Erstellung einer Nachhaltigkeitserklärung
120 min
15.05.2024
10:00 Uhr
Umweltinformationen für die Nachhaltigkeitserklärung
  • Aufbau und Schlüsselkonzepte der Umweltstandards
  • Funktionsweise der Berichterstattung zu Policies, Actions und Targets
  • Umweltthemen und ihre Metriken
120 min
12.06.2024
10:00 Uhr
Sozial- und Governanceinformationen für die Nachhaltigkeitserklärung
  • Aufbau und Schlüsselkonzepte der Sozial- und Governancestandards
  • Funktionsweise der Berichterstattung über Stakeholdereinbindung und -abhilfemaßnahmen
  • Abgrenzung und Unterscheidung der wesentlichen (sozialen) Stakeholder
120 min
10.07.2024
10:00 Uhr
Sprechstunde I Nachhaltigkeitsberichterstattung
60 min
25.09.2024
10:00 Uhr
Einführung in die EU-Taxonomie
  • Einführung in die EU-Taxonomie
  • Quantitative und qualitative Offenlegungspflichten
  • Praktische Umsetzung der EU-Taxonomie-Prüfung
90 min
09.10.2024
10:00 Uhr
Bedeutung der Wertschöpfungskette in der CSRD
  • Rolle der Wertschöpfungskette in der Wesentlichkeitsanalyse
  • Bedeutung der Wertschöpfungskette für die Erfüllung von Datenanforderungen
30.10.2024
10:00 Uhr
CSRD für KMU: Vergleich zwischen den ESRS und den speziellen KMU-Standards (LSME und VSME)
  • Wesentliche Unterschiede in der Berichterstattung für börsennotierte kleine und mittelständische Unternehmen
  • Schlüsselkonzepte des Rahmenwerks
60 min
20.11.2024
10:00 Uhr
Datenmanagement und -anforderungen im Kontext der CSRD
  • Unterscheidung qualitativer und quantitativer Datenanforderungen
  • Unterschiede einzelner Rahmenwerke (v.a. GRI und ESRS)
  • Möglichkeiten zur strukturierten Datenerhebung
90 min
04.12.2024
10:00 Uhr
Sprechstunde II Nachhaltigkeitsberichterstattung
60 min
18.12.2024
10:00 Uhr
CSRD-Umsetzung: Erfahrungen aus der Praxis
  • Erste Erkenntnisse aus der ersten CSRD-Berichtssaison
  • Praktische Erfahrungen mit der Erstellung erster Nachhaltigkeitserklärungen
90 min
In jedem Seminar wird ausreichend Zeit für Fragen der Teilnehmenden eingeräumt. Zusätzlich werden zwei Online-Sprechstunden angeboten, in denen Teilnehmende Unterstützung bei der praktischen Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategien erhalten können. Interessierte werden gebeten, sich anzumelden, um von diesem umfassenden Angebot profitieren zu können.

Magazin Wirtschaft

Der Vertragshändlervertrag

Unternehmen, die ihre Ware nicht direkt beim Endkunden vertreiben, können dies über Vertragshändler (auch „Eigenhändler“ oder „Zwischenhändler“) im Rahmen einer so genannten „Lieferkette“ machen. Vertragshändler verkaufen die Waren im eigenen Namen und für eigene Rechnung. Durch einen Rahmenvertrag sind sie in die Absatzorganisation des Herstellers eingebunden.

Zwischen Vertragshändlern und  Handels­vertretern ist deutlich zu unterscheiden

Zwischen Vertragshändlern und  Handels­vertretern ist deutlich zu unterscheiden.  Handelsvertreter vermitteln den Abschluss zwischen Unternehmen und Endabnehmer nur. Vertragshändler hingegen  gehen zwei Vertragsbeziehungen ein: die zwischen ­Unternehmen und Vertragshändler und die zwischen Vertragshändler und Endabnehmer.
Dabei stellt nicht jede Lieferkette gleich ein Vertragshändlerverhältnis dar. Entscheidend ist, dass der Vertragshändler tatsächlich so in die Absatzorganisation des Herstellers eingebunden ist, dass er Auf­gaben zu erfüllen hat, die einem Handelsvertreter wirtschaftlich in erheblichem Umfang vergleichbar sind. So wird man im Lebensmitteleinzelhandel nicht von einem Vertragshändlerverhältnis zwischen den ­Lebensmittelproduzenten und den großen Discountern ausgehen können. Anders sieht es zum Beispiel im Kfz-Handel aus. Dort wird der Vertragshändler im Geschäftsverkehr das Herstellerzeichen neben der eigenen Firma besonders herausstellen.

Keine Provision für den Vertragshändler

Anders als der Handelsvertreter erhält der Vertragshändler keine Provision. Er lebt von der Marge zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis, insbesondere von ihm eingeräumten Einkaufsrabatten.Der Vertragshändler ist daher kein Franchisenehmer. Er wird normaler­weise keine Einstands- oder Franchise­gebühren bezahlen.
Der Vertragshändler ist im Handelsgesetzbuch nicht (ausdrücklich) geregelt. Eine Reihe von Vorschriften über den ­Handelsvertreter wird aber auch auf ihn angewandt. So kann es zum Beispiel sein, dass der Zwischenhändler nach Beendigung seiner Tätigkeit einen Ausgleichs­anspruch hält.

Keine gesetzliche Regelung

Da es an einer gesetzlichen Regelung fehlt, empfiehlt sich für Unternehmen, die einen Vertragshändler zum Vertrieb ihrer Produkte einschalten wollen, mit diesem einen schriftlichen Vertrag zu schließen. Darin sollte festgehalten werden, was für die Beteiligten gelten soll, welche Pflichten und Rechte der Vertragshändler im Verhältnis zum Hersteller hat und besonders, welche Regelungen des Handelsvertreterrechts analog angewendet werden sollen.

Folgende vier Punkte sollten unbedingt schriftlich geregelt werden:

  1.  Liefer- und Zahlungsbedingungen: ­Vereinbarungen über Lieferkonditionen, Zahlungsmodalitäten, Preisgestaltung und etwaige Rabatte.
  2.  Marketing und Werbung: Festlegung von Zuständigkeiten, Kostenverteilung und Verantwortlichkeiten für Marketingaktivitäten sowie Markenwerbung  gemäß den gesetz­lichen Vorgaben.
  3.  Rechte und Pflichten der Vertrags­parteien: Klarstellung von Verantwortlichkeiten bezüglich Produktqualität, Garantie, Haftung und Supportleistungen   entsprechend den gesetzlichen Anforderungen.
  4. Zu beachten sind allgemein geltende rechtliche Grenzen. Der Vertragshändlervertrag darf nicht sittenwidrig sein. Da er grundsätzlich geeignet ist, den Wettbewerb einzuschränken, sind Regelungen wie die Gruppenfreistellungsverordnung Nr. 330/10 der EU zu beachten.

Vertragsprodukte und Vertragsgebiet gehören in den Anhang

Vertragsprodukte und Vertragsgebiet können sich im Laufe der Geschäftsbeziehung ändern und sollten daher im Anhang zum eigentlichen Vertrag untergebracht werden. Die Anlagen sind leichter auszu­tauschen oder zu ergänzen.

Das muss man über die Beendigung des  Vertrages wissen

  • Die Laufzeit kann befristet oder ohne Enddatum geregelt werden. Fehlt es an ­einer Befristung, sollten Kündigungsfristen bestimmt werden. Achtung: Die Kündigungsfristen für Handelsvertreter können bei einem Vertragshändler zu kurz sein.
  • Die Möglichkeit der fristlosen ­Kündigung des Vertragshändlervertrags aus wichtigem Grund steht angesichts der Ähnlichkeit zum Handelsvertretervertrag, der auch auf die dauernde Geschäftsbesorgung abstellt, beiden Vertragsparteien zu.
  • Oft unterhält der Vertragshändler ein ­Lager oder Ersatzteillager und führt ­Wartungsleistungen durch. Dann sind auch Rücknahmeverpflichtungen des Herstellers nach Ende der Vertragslaufzeit zu regeln.
  • Der Vertragshändler kann nicht im Voraus auf gesetzliche Zurückbehaltungsrechte verzichten. Die Bestimmung des § 88 a Abs. 1 HGB wird analog auf den Vertragshändler angewendet, zumindest, wenn er ­einem Handelsvertreter vergleichbare Aufgaben übernommen hat. Er ist dann schutzbedürftig.
  • Ein Vertragshändler kann unter Umständen Ansprüche gegen das Unternehmen auf Prämien oder Boni haben. Wegen ­solcher Ansprüche kann dem Vertragshändler ein Zurückbehaltungsrecht zu­stehen.
  • Ausgeschlossen werden kann der Ausgleichsanspruch des Vertragshändlers nicht. Entscheidend ist, ob der Vertragshändler dem Unternehmer die Kundenliste überlassen muss. So kann für den Hersteller, der keine direkte vertragliche Beziehung zum Endabnehmer hat, die Pflicht zur Überlassung einer Kundenliste interessant sein.

IHK-Tipp:Diese Punkte sollten in jedem Vertragshändlervertrag geregelt sein:

  1. Die rechtliche Stellung des Vertrags­händlers, die Produktpalette, das Vertragsgebiet, der Kundenkreis und analoge Anwendung von Vorschriften des Handels­vertreterrechts im HGB, §§ 84 ff HGB
  2. Die Pflichten des Vertragshändlers, also Kaufverpflichtung, Mindestabnahme, Absatzförderung, Interessenwahrung und Werbung
  3. Die Pflichten des Unternehmens wie Lieferpflicht, Herstellergarantie, Gewährleistung, Rückvergütung, ­Interessenwahrung
  4. Die Preisgestaltung, also Nachlässe, ­Rabatte, Absatzziele
  5. Wettbewerbsabreden
  6. Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse
  7. Vertragsdauer  inklusive Kündigungsfristen und Vertragsabwicklung nach einer Kündigung
  8. Verjährung von Ansprüchen
  9. Sonstige Bestimmungen wie anwend­bares Recht, Gerichtsstand, gegebenenfalls Schiedsgerichtsvereinbarung, salvatorische Klausel
Alexander Rilling, Rechtsanwälte Dr. Gaupp & Coll, Stuttgart,  für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
Veranstaltung am 15.10.2024

Unternehmensverkauf

In den nächsten Jahren steht bei vielen kleinen und mittelständischen Betrieben die Übergabe des Unternehmens an. Wo sich innerhalb der Familie keine geeigneten Nachfolgeinteressierte finden lassen, bietet sich häufig eine externe Lösung an, insbesondere in Form eines Unternehmensverkaufs.
Die Veranstaltung zeigt, wie der Unternehmensverkauf strategisch vorbereitet und gestaltet, wie Unternehmenswert und -preis gefunden und wie rechtliche und steuerliche Gestaltungsspielräume genutzt werden können.
Im Anschluss an ihre Vorträge stehen die Referenten für Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung.
Über unsere Veranstaltungsdatenbank können Sie sich für folgenden Termin anmelden:
- 15. Oktober 2024
Programm
17:00 Uhr
Begrüßung
IHK Region Stuttgart
17:05 Uhr
Vorgehensweise beim Unternehmensverkauf
Wolfgang Stumpp
Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
Stumpp Unternehmerberatung GmbH, Weinstadt         
18:00 Uhr
Rechtsfragen beim Unternehmensverkauf
Dr. Tobias Hamm
Rechtsanwalt, Partner
SEQOR Wendler Hamm Rechtsanwälte Partner-schaft mbB, Stuttgart
18:45 Uhr
Pause
19:00 Uhr
Steuerfragen beim Unternehmensverkauf
Stefanie Schrötter
Steuerberaterin, Senior Managerin
Ebner Stolz, Stuttgart
19:45 Uhr
Abschluss
Sie wollen keine Veranstaltungstermine mehr verpassen? Ob Veranstaltungshinweise, Gesetzesänderungen oder Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung; über unseren IHK-Newsletter werden Sie automatisch über alle relevanten Themen informiert.
E-Rechnungen ab 2025

Obligatorische eRechnungen für inländische B2B-Umsätze ab 2025

Mit dem am 22. März 2024 beschlossenen Wachstumschancengesetz (WtcG) hat der Bundesrat den Weg frei gemacht für die stufenweise Einführung einer verpflichtenden elektronischen Rechnung (eRechnung) im B2B- Bereich. 
Stand: 25. März 2024

Hintergrund

Nach aktueller Rechtslage können Rechnungen als Papierrechnungen ausgestellt werden. Willigt der Rechnungsempfänger ein, darf der Leistende die Rechnung auch elektronisch versenden. Verpflichtend ist die elektronische Ausstellung von Rechnungen derzeit nur für öffentliche Aufträge. Im Rahmen der sog. ViDA-Initiative der EU-Kommission ist ab 2028 (oder später) die Einführung einer transaktionsbasierten elektronischen Meldung von B2B-Umsätzen (Meldesystem) geplant. Voraussetzung hierfür ist die ab 1. Januar 2025 obligatorische eRechnungspflicht, die nunmehr mit dem WtcG eingeführt wird. Eine digitales Meldesystem ist dagegen noch nicht Teil des Gesetzes.

Kernpunkte der Neuregelung

  • Die obligatorische Ausstellung von eRechnungen betrifft inländische B2B-Umsätze, die zwischen im Inland ansässigen Unternehmern ausgetauscht werden, § 14 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 UStG-neu.
  • Als ansässig gelten Unternehmer, die ihren Sitz, ihren Ort der Geschäftsleitung, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben oder eine inländische umsatzsteuerliche Betriebsstätte unterhalten (die am Umsatz beteiligt ist).
  • Anpassung der Definition der eRechnung in § 14 Abs. 1 Satz 3 UStG-neu:
    • Als eRechnung gilt künftig nur noch eine Rechnung, die in einem strukturierten elektronischen Format ausgestellt, übermittelt und empfangen wird, die ihre elektronische Verarbeitung ermöglicht und die den Vorgaben der Richtlinie 2014/55/EU – und somit der CEN-Norm 19631 – entspricht.
    • Daneben können Rechnungsaussteller und – empfänger eine Vereinbarung über das genutzte eRechnungsformat schließen (das genutzte Format muss aber die Extraktion der erforderlichen Angaben gem. Richtlinie 2014/55/EU ermöglichen).
  • Papierrechnungen und elektronische Rechnungen, die nicht die o.g. Anforderungen erfüllen, werden unter den neuen Begriff „sonstige Rechnung“ fallen. Eine per E-Mail versandte pdf-Rechnung gilt ab 2025 nicht mehr als eRechnung, sondern als sonstige Rechnung. 
Das BMF hat mit Verbändeschreiben vom 2.Oktober 2023 erste Hinweise veröffentlicht, ob die bereits bekannten Formate XRechnung und ZUGFeRD die Anforderung an die neue eRechnung erfüllen. Auch zum weiterem Einsatz des EDI-Verfahrens äußert sich das BMF. Das vollständige Schreiben ist auf der Seite des Deutschen Steuerberaterverbands e.V. (DStBV) veröffentlicht. Mit weiteren Verlautbarungen der Finanzverwaltung wird im Laufe des Jahres 2025 gerechnet.

Übergangsregelungen

Alle (umsatzsteuerlichen) Unternehmer müssen ab dem 1. Januar 2025 eRechnungen ausstellen und empfangen können. Aufgrund des Umstellungsaufwandes wird es für Rechnungsaussteller folgende Übergangsregelungen in den Jahren 2025 bis 2027 geben: 
  • In den Jahren 2025 und 2026 sind neben eRechnungen auch Papierrechnungen und -vorbehaltlich der Zustimmung des Empfängers- sonstige elektronische Rechnungen zulässig; dies gilt in 2027 nur noch für inländische Unternehmen mit einem Gesamtumsatz (iSd. § 19 Abs. 3 UStG) im vorangegangenen Kalenderjahr (2026) bis zu 800.000 Euro.
  • In 2027 dürfen auch EDI-Rechnungen mit Zustimmung des Rechnungsempfängers ausgestellt werden.
Ab 2028 sind die neuen Anforderungen an die eRechnung und ihre Übermittlung dann zwingend umzusetzen.
Hinweis für Rechnungsempfänger: Die Übergangsregelungen gelten nur für Rechnungsaussteller. Alle inländischen Unternehmer sind ab 2025 zum Empfang von eRechnungen verpflichtet, soweit sie Leistungen von anderen inländischen Unternehmen erhalten. Wenn ein Rechnungsaussteller die o.g. Übergangsregelungen nicht in Anspruch nimmt, müssen inländische Empfänger ab 2025 also in der Lage sein, eRechnungen zu empfangen und verarbeiten zu können.

Ausnahmen

Nicht unter die eRechnungspflicht fallen Rechnungen über nach § 4 Nr. 8 bis 29 UStG steuerfreie Umsätze, Kleinbetragsrechnungen (§ 33 UStDV) und Rechnungen über Fahrausweise (§ 34 UStDV).

Fazit

Betroffen sind alle (umsatzsteuerlichen) Unternehmer unabhängig von ihrer Größe. Wegen der anvisierten Einführung zum 1. Januar 2025 sollten sich alle mit dem Thema eRechnung befassen. Denn es gilt, rechtzeitig eRechnungssysteme und Software gegebenenfalls aufzurüsten bzw. umzustellen. Soweit bekannt möchte die Finanzverwaltung die Unternehmen mit einem kostenlosen Angebot zum Erstellen und zur Visualisierung von eRechnungen unterstützen. Hier bleiben die weiteren Umsetzungsarbeiten abzuwarten.


Magazin Wirtschaft

Tatort gibt es nicht nur im TV

Diebstahl, sexuelle Übergriffe, ­Unterschlagung, Sabotage, Bedrohung, Spionage, Arbeitszeitbetrug, Untreue – Unternehmen können von vielen kriminellen Zwischenfällen betroffen sein. Täter sind zu fünf bis zehn Prozent eigene Mitarbeiter. Bei Wirtschaftskrimi­nalität sind es sogar ­57 Prozent, die Dreiviertel aller Schäden verur­sachen. Täter können aber auch Dienstleister, Partner, (auslän­dische) Behörden oder ganz gewöhnliche Kriminelle sein.

Plausibler Verdacht oder Zufall?

Stellen Sie Verdächtiges fest oder wird es Ihnen gemeldet, sollten Sie zuerst prüfen, ob die Anhaltspunkte plausibel sind. Vielleicht handelt es sich um einen Zufall?
In offensichtlichen Fällen, also wenn die Tat klar belegt ist, empfiehlt es sich, den Beschuldigten ­direkt anzusprechen. Das gilt bei Ermittlungen als mildestes Mittel. Wenn sich der Fall jedoch als komplexer erweist, sollten Sie der Sache erst einmal auf den Grund gehen. Tun Sie das aber zunächst möglichst unauffällig: Sichten Sie Unterlagen, schauen Sie sich Abläufe genau an und überprüfen Sie die Personen diskret, die involviert sein könnten.

Drei Punkte klären die Verhältnismäßigkeit

Ganz wichtig: Egal, welche Maßnahme Sie ergreifen, prüfen Sie zuerst, ob Sie verhältnismäßig ist. Drei Prüfpunkte helfen dabei:
  1. Legitimer Zweck: Liegt ein legitimer Grund für Ermittlungshandlungen vor, wurde also ein Gesetz oder eine andere Norm, zum Beispiel eine interne Sicherheitsregel, verletzt ?
  2. Geeignetheit: Kann die gewählte Methode (z.B. Videoüberwachung) Erkenntnisse liefern ?
  3. Angemessenheit: Die mildeste Methode ist zu wählen. Die Maßnahmen  sollten immer im Verhältnis zum vermuteten Schaden stehen. Wenn „Gefahr in Verzug“ ist und größere Schäden drohen, ­können aber auch schon zu Beginn umfangreichere Ermittlungsmethoden angewandt werden.
Dazu gehören alle Methoden, die die Allgemeinen Persönlichkeitsrechte (APR) der Beschäftigten tangieren wie der Einsatz technischer Mittel. Bei Observationen ist die Grenze zum Privaten, also zum Beispiel Privatgrund­stücke, zu wahren.

Als Beweis gilt nur, was im öffent­lichen Raum mit bloßem Auge ­erkennbar ist

Als Beweis gilt nur, was im öffent­lichen Raum mit bloßem Auge ­erkennbar ist. Zoomen mit der ­Kamera in private Räume oder Ver­- größerungen von Bildausschnitten werden vor Gericht als Beweis nicht zugelassen. Interne Ermittler ­dürfen jedoch Privaträumen durchsuchen, wenn der Beschuldigte dem zustimmt. Versuchen Sie, Täter mit ­Taschenkontrollen zu überführen, so sollten alle Mitarbeiter einer ­Gruppe kontrolliert werden, sonst verstoßen Sie gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG.

Erhärtet sich der Verdacht, kann offen ermittelt werden

Erhärtet sich der anfängliche Verdacht, kann auch offen im Unternehmen ermittelt werden. Dabei werden unter anderem Interviews mit Zeugen und Beschuldigten geführt und die Ergebnisse dokumentiert. Das „Kräfteverhältnis“ muss ausgewogen sein. Konkret heißt das, wenn Juristen des Unternehmens beim Interview anwesend sind, sollte dem Beschuldigten ebenfalls ermöglicht werden, einen Anwalt hinzuzuziehen. Ein Recht auf Begleitung durch Anwalt oder Betriebsrat besteht jedoch nicht grundsätzlich.

Gute Vorbereitung ist das A und O

Das ist aber nur einer der ­Fallstricke, die bei den Ermittlungen lauern. So passiert es häufig, dass die Interviews nicht gut genug vorbereitet sind und die Möglichkeiten der verdeckten (Vor-)Ermittlung nicht ausgeschöpft wurden. Außerdem fehlt es oft an einer Kosten-Nutzen-Rechnung und an einer Strategie. Außerdem können die Persönlichkeitsrechte des Beschuldigten schnell verletzt sein, was ihm wiederum Klagemöglichkeiten eröffnet.

So erkennen Sie Lügen

Ein Interview kann der Tatverdächtige nicht verweigern. Ob er aber die Wahrheit sagt? Achten Sie auf markante Anzeichen für Lügen: Verdächtig ist es zum Beispiel, wenn die Abläufe um die Tatzeit herum kurz geschildert werden, der Rest umso ausführlicher, oder wenn sich die Aussagen verschiedener Zeugen zu sehr gleichen. Gut zu wissen: ­Lügen kosten geistige Kapazität. Die meisten Menschen gestikulieren darum weniger, während sie lügen
Bezüglich der Gesprächsführung kann es taktisch nützlich sein, die Beweise und Indizien erst nach und nach gegenüber dem Beschuldigten zu konkretisieren, sodass er nicht beurteilen kann, was Sie alles gegen ihn in der Hand haben. Äußert sich der Beschuldigte, lassen Sie ihn das Gesagte später in umgekehrter Reihenfolge wiederholen. Dies kann ohne Abweichungen meist nur, wer die Wahrheit sagt.

Vor Gericht trägt der Arbeitgeber die Beweislast

Dokumentieren Sie alles sorgfältig, denn vor dem Arbeitsgericht trägt der Arbeitgeber die Beweislast. Das Gericht selbst führt keine weiteren Ermittlungen durch. Deshalb sollten Sie mindestens folgendes schriftlich festhalten:
  • Anhaltspunkt der zur Einleitung der Ermittlungen geführt hat
  • Hinweisbewertung, Abwägungen und Entscheidungen
  • Maßnahmen samt Rechtfertigung
  • Interview-­Protokolle
  • Beweise (durchnummeriert) mit Datum, Quelle und ab­geleiteter Erkenntnis
  • Entlastende Beweise
  • Beobachtungen
  • Urkunden (Auszüge Personalakte, Zeugenaus­sagen)

Hinweisgeberschutzgesetz und AGG beachten

Das Hinweisgeberschutzgesetz verlangt, dass Sie eingegangenen Hinweisen systematisch nachgehen. Das AGG verpflichtet Arbeitgeber Ungleichheiten unter Beschäftigten aktiv zu unterbinden. Um beidem nachzukommen, sind interne Ermittlungen die richtige Wahl. Doch das ist alles sehr aufwändig. Deshalb lohnt es sich häufig, externe Ermittler einzuschalten oder sich von ihnen beraten zu lassen.

Externe oder interne Ermittlung oder gar die Polizei?

Externe Berater haben neben der Kenntnis der Rechtslage auch den Vorteil, dass sie neutral auftreten und durch sie keine Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Außerdem verfügen sie über Erfahrung und ein Netzwerk an Spezialisten. Dies ist insbesondere relevant, wenn Führungskräften in den Fall verwickelt sind. Zusätzlich lassen sich Aufwand, Kosten und Risiken im Vorfeld klar kalkulieren.
Für die Beschäftigung eigener interne ­Ermittler spricht, dass sie Betriebsabläufe und Prozessschwachstellen besser kennen.
Und die Polizei? Arbeitgeber sind nur in sehr wenigen Fällen zur Anzeige verpflichtet. Wenn interne Ermittler mit ­ihren Befugnissen an Grenzen stoßen oder eine Strafverfolgung erfolgen soll, kann es aber sinnvoll sein, die Polizei einzuschalten. In diesem Fall gibt man jedoch die Kontrolle über die Ermittlungsabläufe und -dauer weitestgehend ab.

Verschiedene Reaktionsmöglichkeiten nach einem Geständnis

Und was tun, wenn der Beschuldigte überführt wird oder gesteht? Bevor arbeitsrechtliche Schritte ergriffen werden, ist auch eine Ermahnung denkbar. Liegt ein Normenverstoß vor, ist eine Abmahnung und in größeren Firmen eine Versetzung denkbar. Ordentliche oder außer­ordentliche Kündigungen sind neben Aufhebungsverträgen weitere Möglichkeiten sich von Mitarbeitern zu trennen.  
Wie auch immer Sie entscheiden: Lassen Sie sich auf keinen Fall von Ärger oder Enttäuschung leiten, sondern schauen Sie, was angemessen ist und was im Falle eines Falles vor Gericht standhält.

Evaluieren Sie den gesamten Prozess

Und natürlich sollten Sie Konsequenzen aus dem Fall ziehen, indem Sie Sicherheitslücken schließen und Schwachstellen auf­decken, die die Tat begünstigt oder möglich gemacht haben. Evaluieren Sie auch den ganzen Aufklärungsprozess, um sich nachhaltig zu verbessern.
Franziska Englert, Corsecon  Agentur für Sicherheitsmanagement, Esslingen, für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
Magazin Wirtschaft

GEG für Gewerbeimmobilien

Über das Gebäudeenergiegesetzes (GEG 2024) - umgangssprachlich Heizungs­gesetz -  wird in allen Bevölkerungsschichten heftig diskutiert. Meist drehen sich die Gespräche um Heizungen und Heizungstausch, obwohl es dafür meist noch ­längere Übergangsfristen gibt. Dabei geht oft unter, dass eine wesentliche Bestimmung noch bis Ende 2024 zu erfüllen ist.

Betroffen sind Nichtwohngebäude

Der jüngst verabschiedete Paragraf 71a des GEG gibt nämlich vor, dass Nicht-Wohngebäude mit einer Nennleistung der Heizungs-, Klima-, oder kombinierten Raumheizungs- und Lüftungsanlage von mehr als 290 kW bis
31. Dezember 2024 mit einem System für Gebäudeautomation ausgerüstet werden müssen. Die gesetzlichen Bestimmungen greifen übrigens sowohl für Neubauten als auch für Bestandsgebäude.

Der Effizienzstandard muss schnellstens verbessert werden

Erstmals wird damit ein höherer Effizienzstandard in Bezug auf die Regelung, den ­Betrieb und das Energiemanagement von Nichtwohngebäuden verlangt.
Überschreiten Ihre Hallen und Büros die oben genannte 290-kW-Grenze für Heizung, Lüftung oder Klimaanlagen, sollten Sie deshalb schnellstens notwendige Schritte einleiten. Gerade wenn Sie bisher noch keinerlei Mess- und Regeltechnik installiert haben oder Ihr Gebäudeautomatisierungsgrad gering ist, ist die Herausforderung groß. Dies gerade in Anbetracht des Fachkräftemangels und begrenzter Budgets.

Technologieoffenheit: Wie Sie optimieren, ist Ihnen überlassen

Die gute Nachricht: Im Gegensatz zu anderen Abschnitten im Gebäude­energiegesetz gibt es keine Vorgaben für Steuerungstechnik, Feldgeräte oder Bussysteme (Kommunikations- standards).

Digitale Energieüberwachungstechnik ist verpflichtend

Ein Nichtwohngebäude muss mit digitaler Energieüberwachungstechnik ausgestattet werden, so dass der Verbrauch aller Hauptenergieträger sowie aller ge­bäudetechnischen Systeme überwacht, protokolliert und analysiert werden kann. Ziel ist es, mit einer hardwareunabhängigen Software eine Auswertung zu erhalten, mit der sich letztendlich auch die Energieeffizienz des Gebäudes verbessern lässt. Deshalb müssen Sie zusätzlich eine interne oder externe Person beauftragen, die jederzeit Zugriff auf diese Daten hat. Sie soll einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess für das Gebäude ermöglichen.
Marvin Ringhofer, KEFF+ Experten der IHK Region Stuttgart, für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
IHK Region Stuttgart

Verstoß gegen das VerpackG

Mit einem neuen Fallbericht von einem Onlineshop zeigt die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) in einer Pressemitteilung, was passiert, wenn Unternehmen ihre verpackungsrechtlichen Pflichten missachten.

Onlineshop verstößt gegen Pfandpflicht – Bußgeld in fünfstelliger Höhe

Ein Onlineshop, der unter anderem Getränke in pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen verkauft, hat gegen die Pfandpflicht verstoßen. Die Konsequenz für den Onlieshop ist nun ein Bußgeld in fünfstelliger Höhe. 
Pfand ist für fast alle Getränkeverpackungen Pflicht. Dafür hat der Gesetzgeber mit verschiedenen Novellen gesorgt und bestehende Ausnahmen abgebaut. So sind seit Januar 2024 auch Einweggetränkeverpackungen von Milch- und Milchmischgetränken nicht mehr ausgenommen. Unternehmen müssen pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen kennzeichnen und am bundesweiten Deutschen Pfandsystem (DPG) beteiligen. Zudem sind sie verpflichtet, sich im Verpackungsregister LUCID der Zentralen Stelle Verpackungsregister (ZSVR) zu registrieren. Dort müssen sie angeben, dass sie Produkte in pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen auf den deutschen Markt bringen.

Verletzung der Pfandpflicht

Dass Verstöße gegen die gesetzlichen Pflichten nicht folgenlos bleiben, zeigt der Fall eines auffällig gewordenen Onlineshops. Dieser bringt zahlreiche Getränke wie Limonaden und Energy Drinks auf den Markt, die er aus dem Ausland importiert.
Am Anfang stand der Verdacht: Eine Vollzugsbehörde erhielt den Hinweis, das Unternehmen verletze die Pfandpflicht. Der Vorwurf erhärtete sich, als die Behörde den Shop und dessen Lager kontrollierte. Es zeigte sich, dass der Onlineshop zu diesem Zeitpunkt mehr als 30 verschiedene pfandpflichtige Getränke in Dosen und Einwegkunststoffgetränkeflaschen verkaufte. Doch das Unternehmen hatte diese weder entsprechend gekennzeichnet noch Pfand erhoben. 

Unvollständige Registrierung im Verpackungsregister LUCID

Anschließend erkundigte sich die Vollzugsbehörde bei der ZSVR, welche Verpackungen das Unternehmen bei der Registrierung im Verpackungsregister LUCID angegeben hatte. Dabei stellte sich heraus, dass dieses nur die Registrierungspflicht für seine Versandverpackungen erfüllt hatte. Bei der Registrierung fehlte die Angabe, dass der Shop auch Getränke in pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen vertreibt.

Vollzugsbehörde leitete Verfahren ein

Die Vollzugsbehörde leitete ein Verfahren gegen den Onlineshop ein und verhängte am Ende das Bußgeld. Laut Verpackungsgesetz sind bei Verstößen gegen die Pfandpflicht Geldbußen bis zu 100.000 Euro pro Fall möglich. Das Gleiche gilt für eine fehlerhafte oder unvollständige Registrierung im Verpackungsregister LUCID.

Wechselseitige Vorbereitung des Vollzugs

Grundsätzlich gilt: Hat die ZSVR Anhaltspunkte dafür, dass ein Unternehmen seine Pflichten nach dem Verpackungsgesetz verletzt, meldet es jeden Verdachtsfall bei der zuständigen Landesvollzugsbehörde. Seit 2019 hat sie mehr als 20.000 Fälle von Ordnungswidrigkeiten übergeben – digital und automatisiert über das LUCID-Behördenportal. 
ZSVR-Vorstand Gunda Rachut: „Trittbrettfahrer bewegen sich auf dünnem Eis. Dieser Fall zeigt deutlich, wie wachsam auch die Vollzugsbehörden sind. Hier haben Sie den Stein selbst ins Rollen gebracht. Die Vorbereitung des Vollzugs ist keine Einbahnstraße, sondern braucht den wechselseitigen Austausch.“
Den kompletten Fallbericht finden Sie auf der Webseite der ZSVR

Quelle: geänderte Pressemitteilung der ZSVR

Veranstaltung am 06.06.2024

Erfolgreich gründen im Nebenerwerb

Sie wollen Ihre Geschäftsidee testen, ohne gleich volles Risiko zu gehen? Möchten Sie sich zusätzliche Einkommensquellen erschließen? Oder haben Sie eine Geschäftsidee, jedoch aktuell nicht die Möglichkeiten, sich dieser in Vollzeit zu widmen? Egal aus welcher Situation heraus Sie Ihre Selbstständigkeit starten wollen – in vielen Fällen ist eine Gründung im Nebenerwerb sinnvoll.
Mit unserer Veranstaltung möchten wir Ihnen Hilfestellungen geben, wie Sie Ihren Start erfolgreich meistern. Dabei gehen wir auch auf steuer- und versicherungsrechtliche Aspekte der Gründung im Nebenerwerb ein.

Programm
17:00 Uhr            Begrüßung
Cristi Kieltsch, IHK Region Stuttgart
17:10 Uhr
Anmeldung einer Gründung im Nebenerwerb                                       
IHK Region Stuttgart
17:35 Uhr
Klein starten – mit System
BeFF e. V., Stuttgart
18:00 Uhr
Steuerrecht für Selbstständige
18:30 Uhr
Getränkepause, Netzwerken
19:00 Uhr
Rentenversicherung für Selbstständige
Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg, Stuttgart
19:25 Uhr
Krankenversicherung für Selbstständige
IKK classic
19:45 Uhr
Öffentliche Förderung
IHK Region Stuttgart

Ideen für den Handel

Ideen für den Handel

Viele stationäre Einzelhändler sind in den letzten Jahren ins Online-Geschäft ein­gestiegen, um ihre Kundenbasis zu verbreitern und an sich zu binden. Dass es auch umgekehrt geht, zeigt das Beispiel der Baslerbeauty, einer Tochter des ­Familenunternehmens Haicare Group GmbH aus Bietigheim-Bissingen.
Gegründet wurde der Spezialist für Haar- und Hautpflege 1973 als ­reiner Versandhandel. Angeboten werden seither aber nicht nur bekannte Marken, sondern auch die Eigenmarke „Basler“.  Mittlerweile betreibt das Unternehmen in neun Ländern einen Onlineshop. Unter 35.000 Produkten von 450 Marken kann man dort wählen.

22 Standorte in der Dach-Region

2016 stieg das Unternehmen zusätzlich in den stationären Einzelhandel ein. Seither wurden 22 Standorte in Deutschland und Österreich eröffnet, darunter drei in und um Stuttgart. Warum? Schließlich wird die Kundschaft traditionell über den Katalog erreicht, der in einer sechs­stelligen Auflage erscheint, außerdem über Sonderkataloge und über den Newsletter mit stolzen 350.000 Abonnenten.

Kein Filialnetz geplant

„Wir wollten näher am Kunden sein als das digital oder per Telefon möglich ist“, erklärt Geschäftsführer Timo Allert die Entscheidung. Deswegen sind die Standorte sorgfältig ausgewählt. Der Aufbau eines Filialnetzes ist hingegen nicht geplant. Eher erinnert das Konzept an Flagship-Stores. Laut Oxford Dictionary sind das „repräsentative Geschäfte, die durch Produkte, Design und Service die hinter der Marke stehende Philosophie vermitteln sollen“. Und in denen umgekehrt die Marke erfährt, was die Kunden wünschen.
Gelockt wird die Kundschaft mit viel­­­­fäl­tigen Dienstleistungen. Und im ­Rahmen dieser Dienstleistungen lernen die Spezialisten die Probleme und Herausforderungen bestens kennen, die ihre Kundschaft bewegen. Umgekehrt können sie den ­Kundinnen wiederum das für sie optimale Produkt näherbringen.
Ohne unseren Katalog würden wir in der Masse der vielen Marken untergehen.
Um diesem doppelten Anspruch gerecht zu werden, arbeiten allein in den drei Stuttgarter Stores 40 Personen, darunter Kosmetikerinnen, Friseure und ein Arzt Es gibt aber auch einen ­Friseursalon, eine Schmink- und eine Haarstylingschule – übrigens gern gebucht für Junggesellinnen­abschiede. Man kann sich aber auch sein Make-up auffrischen oder die Nägel maniküren lassen.

Das Angebot ist sorgfältig kuratiert

Trotzdem ist es natürlich nicht ganz einfach, im Wettbewerb mit den traditionellen Parfümerien zu bestehen. Deswegen werden die am ­jeweiligen Standort angebotenen Produkte sorgfältig „kuratiert“, sodass sie weniger dem Preisdruck ausgesetzt sind, weil sie bei der Konkurrenz nicht  im Regal stehen.
Kuratiert – ein Begriff, den man ­eigentlich von Galerien und Museen kennt. Was er meint, erklärt Allert anhand des Parfumsortiments: „Wir haben hauptsächlich Nischendüfte“, also Parfüms ohne riesigen Werbeaufwand und prominente Namen dahinter. Damit die Kundschaft sie entdeckt, wurden mehrere Mitarbeiter zum Maître de Parfum weitergebildet. Zusammen mit den Kunden ermitteln sie den individuell am besten passenden Duft - ein Parfum, zu dem sie von allein nie gegriffen hätten und das anderswo auch nur schwer zu bekommen ist.

Eine besondere Rolle spielt die Eigen­marke

Eine besondere Rolle spielt die Eigen­marke Basler. Seit mehr als 50 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen sie in Bietigheim-Bissingen. Weil es sie sonst nirgends gibt, ist sie der Trumpf bei der Kundenbindung. Trotzdem ist Allert überzeugt: „Die reinen Produkte sind auf Dauer nicht das Differenzierungsmerkmal, sondern die Mit­arbeiter machen den Unterschied.“
Kunden, die nicht im Umkreis einer der Standorte wohnen, können deshalb viele der Beratungsangebote durch die Storeteams auch digital nutzen. Umgekehrt füllen diese Online-Termine Zeiten, in denen im Laden weniger los ist.

Verkaufsautomat an gut frequentierter Tankstelle

Die neueste Idee kommt aber dann doch ganz ohne Personal aus: Ein Verkaufsautomat, der seit kurzem an einer gut frequentierten Tankstelle steht. Gedacht ist er für Menschen, die am Wochenende schnell noch ein schönes Geschenk suchen. Für Allert ist es aber auch eine Reputations­frage, denn in der Branche ist er der erste, der diese Idee umsetzt. Und auch hier erhofft er sich Antworten auf die Frage, was die Kunden wünschen.

Verzahnung vieler Handelsformen

Baslerbeauty setzt also auf die Verzahnung möglichst vieler Handelsformen. Wird Print dabei wirklich noch gebraucht? Zwar wurde der Umfang des ­Katalogs ­in­zwischen von 600 auf 200 Seiten ­reduziert, aber Druck und Porto sind ein großer Kostenblock. Ganz einstellen? „Nein! Unsere Zielgruppe blättert nun mal gern darin und außerdem bestellt man damit auch noch im März, obwohl der ­Katalog schon im Januar ankam“, weiß Allert aus Erfahrung. Und überhaupt: gerade für die Eigenmarke sei Print ein unverzichtbares Werbemittel: „Ohne unseren ­Katalog würden wir in der Masse der vielen Marken untergehen“, ist er überzeugt.
Dr. Annja Maga für Magazin Wirtschaft , Rubrik Menschen& Ideen

Änderungen seit 01.03.2024

Neue Regelungen zur Fachkräfteeinwanderung

Ein Baustein zur Sicherung des Fachkräftebedarfs ist die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland. Die neuen gesetzlichen Regelungen bieten erweiterte Möglichkeiten der Zuwanderung aus Drittstaaten (Nicht-EU-Staaten), aber auch deutlich mehr Komplexität.
Das Gesetz und die Verordnung zur Weiterentwicklung der Fachkräfteeinwanderung sind beschlossen. Die meisten Regelungen sind am 1. März 2024 in Kraft getreten, die Regelungen zu den Fachkräftetiteln der §§ 18a und 18b AufenthG sowie zur Blauen Karte EU gelten seit 18. November 2023 und die neue Chancenkarte wird zum 1. Juni 2024 eingeführt.
Diese Zusammenstellung umfasst wichtige Änderungen, kann aber keinen vollständigen Überblick über das Regelwerk geben. Für die verschiedenen Zuwanderungsmöglichkeiten müssen immer bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehört u. a. die Sicherung des Lebensunterhalts.

Veranstaltungstipp

IHK-Seminarreihe Fachkräfteeinwanderung 2.0

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz 2.0 öffnet neue Türen für die Ausbildung und Beschäftigung internationaler Fachkräfte. Für verschiedene Branchen und Berufsgruppen gibt es spezielle Regelungen. Die Intensivseminare sind auf die einzelnen Bereiche zugeschnitten und zeigen im Überblick und anhand praktischer Beispiele, welche Formalitäten es zu beachten gilt und welche Verfahrensmöglichkeiten zur Einreise von Drittstaatsangehörigen bestehen. Melden Sie sich gerne an!

Die wichtigsten Neuerungen

  • Bisher: Beschäftigung von Fachkräften nur in verwandten Berufen möglich
    Künftig: Beschäftigung in allen qualifizierten nicht-reglementierten Berufen (nur Fachkräfte mit in Deutschland anerkanntem Abschluss)
  • Bisher: Einreise von Fachkräften mit in Deutschland anerkanntem Berufs- bzw. Hochschulabschluss möglich
    Künftig: zusätzliche Möglichkeit der Einreise von Fachkräften mit ausländischem Berufs-/Hochschulabschluss und Berufserfahrung; kein förmliches Anerkennungsverfahren notwendig (nur bei nicht-reglementierten Berufen)
  • Bisher: Niederlassungserlaubnis für Fachkräfte aus dem Ausland nach 4 Jahren möglich
    Künftig: nach 3 Jahren möglich
  • Bisher: Aufenthaltsmöglichkeit für Fachkräfte mit Teilanerkennung zur Qualifizierung im Rahmen des Anerkennungsverfahrens
    Künftig: Anerkennungspartnerschaft als neue zusätzliche Möglichkeit: gesamtes Anerkennungsverfahren kann in Deutschland eingeleitet und durchgeführt werden
  • Bisher: bei Fachkräften keine Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit
    Künftig: Wegfall der Vorrangprüfung auch bei Auszubildenden
  • Bisher: Einreise zur Arbeitsplatzsuche für Fachkräfte mit Möglichkeit der Probearbeit von max. 10 Stunden/Woche und zur Ausbildungsplatzsuche ohne Möglichkeit der Probearbeit
    Künftig: Neuer Suchtitel: Chancenkarte auf Basis eines Punktesystems mit Möglichkeit einer Nebenbeschäftigung von bis zu 20 Stunden/Woche und jeweils 14-tägigen Probebeschäftigungen
  • Weitere Erleichterungen des Zugangs für IKT-Fachkräfte mit Berufserfahrung, aber ohne Berufs-/Hochschulabschluss (IKT = Informations- und Kommunikationstechnologie)
  • Mehr Möglichkeiten für Personen ohne Nachweis einer Qualifikation durch die Verstetigung der Westbalkanregelung mit Erhöhung des Kontingents und die neue kontingentierte kurzzeitige Beschäftigung

3-Säulen-Modell der Fachkräfteeinwanderung – Was gilt seit 1. März?

Im neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz spricht die Bundesregierung von den 3 Säulen der Fachkräfteeinwanderung. Wir zeigen, was sich dahinter verbirgt und was seit 1. März 2024 gilt.
I.
Fachkräfte-
säule
II.
Erfahrungs-
säule
III.
Potenzial-
säule

I. Fachkräftesäule

Die Fachkräftesäule soll die zentrale Säule der Fachkräfteeinwanderung sein. Hier sind internationale Fachkräfte gemeint, die
  • im Ausland ein Hochschulstudium abgeschlossen haben, das in Deutschland anerkannt ist, oder
  • im Ausland eine Berufsqualifikation erworben haben und im Berufsanerkennungsverfahren einen Bescheid über die volle Gleichwertigkeit mit einem deutschen Berufsabschluss erhalten haben oder
  • in Deutschland ein Studium oder eine qualifizierte Berufsausbildung absolviert haben

Diese Neuerungen für die Fachkräftesäule gelten seit 18. November 2023:
1. Änderungen bei den Fachkrafttiteln §§ 18a und 18b AufenthG
  • Anerkannte Fachkräfte (s. o.) dürfen jetzt in allen qualifizierten Berufen arbeiten (mit Ausnahme von reglementierten Berufen wie Heil-, Pflege- und Lehrberufen). Für diese Aufenthaltstitel sind im Wesentlichen ein Arbeitsplatzangebot bzw. -vertrag und die Anerkennungsnachweise erforderlich.
  • Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, gibt es einen Anspruch auf diese Titel.

2. Anpassung der Bestimmungen für die Blaue Karte EU im Zuge der Umsetzung der EU-Hochqualifiziertenrichtlinie
  • Ausweitung des Geltungsbereichs der Blauen Karte EU von Hochschulabschlüssen auf äquivalente Abschlüsse wie Meister, Techniker, Fachwirte, Erzieher etc. sowie auf berufserfahrene Personen aus dem IKT-Bereich (mit mind. 3 Jahren einschlägiger Berufserfahrung innerhalb der letzten 7 Jahre)
  • Inhaber einer Blauen Karte EU müssen eine ihrer Qualifikation angemessene Beschäftigung ausüben
  • Absenkung der Mindestgehaltsgrenze auf 45.300 Euro (50 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allg. Rentenversicherung) bzw. für Engpassberufe und Berufsanfänger auf 41.041,80 Euro (45,3 Prozent) (statt vorher 58.400 Euro bzw. 45.552 Euro)
  • Erleichterungen u. a. bei Familiennachzug, Arbeitgeberwechsel, Mobilität innerhalb der EU sowie Erlangung eines Daueraufenthalts EU

3. Änderungen bei den Regelungen für Berufskraftfahrer/-innen
  • Bei Berufskraftfahrern entfällt die Vorrangprüfung sowie die Prüfung der Berufsausübungsvoraussetzungen (EU-/EWR-Fahrerlaubnis, Berufskraftfahrerqualifikation) durch die Bundesagentur für Arbeit. Das Vorliegen der erforderlichen Papiere ist jetzt durch den Arbeitgeber zu prüfen, ebenso das erforderliche Sprachniveau für Nachqualifizierungen.
    Wichtig: An den allgemeinen Berufszugangsvoraussetzungen für Berufskraftfahrer ändert sich nichts. Diese werden seit 18. November 2023 lediglich nicht mehr im Rahmen des Aufenthaltsverfahrens von den Behörden geprüft, sondern müssen vom Arbeitgeber im Formular Erklärung zum Beschäftigungsverhältnis – Zusatzblatt C bestätigt werden.
  • Neu ist ebenfalls, dass für die Zuwanderung von Berufskraftfahrern generell das beschleunigte Fachkräfteverfahren zur Anwendung kommen kann und nicht nur wie bisher in den Fällen mit vorliegender EU-/EWR-Fahrerlaubnis und Berufskraftfahrerqualifikation.
Die IHK stellt umfassende Infos zur Berufskraftfahrerqualifikation und zu den ausländischen Fahrerdokumenten zur Verfügung.
 
NEU seit 1. März 2024: Keine Vorrangprüfung bei der Einreise zur Ausbildung
Wie bisher können Personen einreisen, die in Deutschland eine Ausbildung absolvieren möchten und bereits einen Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen haben. Hier wurde – wie es bereits für Fachkräfte gilt – die Vorrangprüfung durch die Bundesagentur für Arbeit abgeschafft.

II. Erfahrungssäule

NEU seit 1. März 2024: Beschäftigung von Fachkräften auch ohne förmliches Anerkennungsverfahren in nicht-reglementierten Berufen
Es können jetzt auch Fachkräfte ohne förmliches Anerkennungsverfahren in Deutschland eine qualifizierte Beschäftigung ausüben. Für diese gilt folgendes:
  • Vorausgesetzt wird ein/e im Erwerbsland staatlich anerkannte/r Hochschulabschluss oder mind. 2-jährige Berufsqualifikation und
    mind. 2 Jahre Berufserfahrung auf Fachkraft-Niveau (innerhalb der letzten 5 Jahre), die in einem berufsfachlichen Zusammenhang mit der in Deutschland angestrebten Tätigkeit steht
  • Verzicht auf Anerkennung in Deutschland bei nicht-reglementierten Berufen
  • berufserfahrene IKT-Spezialisten müssen nur die einschlägige Berufserfahrung, aber keinen Abschluss nachweisen
  • Weitere Voraussetzungen:
    • Mindestgehalt von 40.770 Euro (45 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allg. Rentenversicherung) – tarifgebundene Unternehmen dürfen im Rahmen des Tarifvertrags nach unten abweichen
    • Tätigkeit in einem in Bezug auf die Berufserfahrung verwandten Beruf
    • vorliegendes/r Arbeitsplatzangebot/-vertrag
NEU seit 1. März 2024: Anerkennungspartnerschaft
In die Erfahrungssäule wurde daneben die so genannte Anerkennungspartnerschaft aufgenommen:
  • Das Anerkennungsverfahren kann vollständig in Deutschland durchgeführt werden, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich verpflichten, es unverzüglich nach der Einreise zu starten und eine ggf. erforderliche Anpassungsqualifizierung durchzuführen.
  • Währenddessen kann der Arbeitnehmer dort eine qualifizierte Beschäftigung, die im Zusammenhang mit seiner Qualifikation und der angestrebten Tätigkeit steht, ausüben.
  • Auch für die Anerkennungspartnerschaft müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

III. Potenzialsäule

Bei der neuen Chancenkarte, die am 1. Juni 2024 in Kraft tritt, handelt es sich um einen Suchtitel. Personen können ohne Arbeitsplatzangebot oder Vertrag zur Suche einer Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung im Rahmen des Anerkennungsverfahrens für max. 12 Monate einreisen. Dafür müssen sie folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:
  • gesicherter Lebensunterhalt und
  • im Erwerbsland staatlich anerkannte/r Hochschulabschluss oder mind. 2-jährige Berufsqualifikation und
  • mindestens Deutschkenntnisse Niveau A1 oder Englischkenntnisse Niveau B2
Zusätzlich müssen sie entweder eine volle Anerkennung ihres Berufs- oder Hochschulabschlusses oder mindestens 6 Punkte gemäß der so genannten Chancenkarte vorweisen. Kriterien für die Punktevergabe sind dabei Qualifikation, Berufserfahrung, Engpassberuf, weitere Sprachkenntnisse, Alter, Deutschlandbezug sowie das Potenzial des/der mitziehenden Ehe-/Lebenspartners/in.
Erhalten die Suchenden ein/en Arbeitsplatzangebot/-vertrag, erfüllen aber noch nicht alle Voraussetzungen für eine Aufenthaltserlaubnis zur Beschäftigung, kann die Chancenkarte einmalig um bis zu 2 Jahre verlängert werden (Folge-Chancenkarte). Damit kann die erforderliche Berufserfahrung erlangt werden.
 
Für Ausbildungsplatzsuchende (§ 17 AufenthG) werden die bisherigen Voraussetzungen erleichtert und die Suchdauer von 6 auf 9 Monate verlängert.

Die Suchtitel ermöglichen:
  • Probebeschäftigungen von jeweils 2 Wochen (Vollzeit); bei der Ausbildungsplatzsuche von insgesamt 2 Wochen
  • Nebenbeschäftigung von max. 20 Stunden pro Woche (auch zur Unterhaltssicherung)

Möglichkeiten für Personen ohne Nachweis einer Qualifikation

Westbalkan-Regelung
Im Rahmen der Westbalkan-Regelung können Personen aus den 6 Westbalkan-Staaten Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Republik Nordmazedonien sowie Serbien auch ohne Nachweis einer Qualifikation in Deutschland arbeiten. Es gibt folgende Änderungen:
  • Regelung wurde entfristet
  • Kontingent wird von 25.000 auf 50.000 Personen/Jahr verdoppelt (tritt am 1. Juni 2024 in Kraft)
NEU seit 1. März 2024: Kontingentierte kurzzeitige Beschäftigung
Im Rahmen von Kontingenten, die die Bundesagentur für Arbeit (BA) für bestimmte Wirtschaftszweige bzw. Berufsgruppen festlegen kann, können Personen unabhängig von ihrer Qualifikation unter bestimmten Voraussetzungen befristet beschäftigt werden:
  • regelmäßige Wochenarbeitszeit mind. 30 Stunden
  • Befristung der Beschäftigung auf max. 8 Monate innerhalb von 12 Monaten
  • Arbeitgeber muss der Tarifbindung unterliegen und zu tariflichen Bedingungen beschäftigen
  • Arbeitgeber muss Reisekosten tragen
  • Sozialversicherungsfreiheit ist ausgeschlossen
  • Insgesamt kann ein Unternehmen nur 10 Monate von 12 Monaten Ausländer/-innen nach dieser Regelung beschäftigen
  • bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen kann die Person in jeden Aufenthaltstitel zu Beschäftigungs- oder Ausbildungszwecken wechseln, ohne das Visumverfahren durchlaufen zu müssen
Weiteres finden Sie in folgenden Unterlagen der BA:

Änderungen im Zusammenhang mit der Asylmigration

Spurwechsel für Asylbewerber/-innen
Asylbewerber können eine Aufenthaltserlaubnis zur qualifizierten Beschäftigung in Deutschland beantragen, wenn sie ein/en Arbeitsplatzangebot bzw. -vertrag haben und ihren Asylantrag zurücknehmen. Diese Regelung gilt seit 23. Dezember 2023 und betrifft Personen, die
  • bis zum 29. März 2023 eingereist sind und
  • die Voraussetzungen für eine Aufenthaltserlaubnis als Fachkraft nach §§ 18a (mit anerkanntem Berufsabschluss), 18b (mit anerkanntem Hochschulabschluss oder äquivalentem Abschluss) oder 19c Abs. 2 AufenthG i. V. mit § 6 BeschV (mit ausgeprägter berufspraktischer Erfahrung) erfüllen.
NEU seit 1. März 2024: Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung für ausreisepflichtige Ausländer/-innen
  • Parallel zur bestehenden Ausbildungsduldung (§ 60c AufenthG) wurde eine neue Aufenthaltserlaubnis zur Berufsausbildung für ausreisepflichtige Ausländer (§ 16g AufenthG) geschaffen.
  • Voraussetzungen für die neue Aufenthaltserlaubnis sind analog derer für die Ausbildungsduldung.
  • Bei gesichertem Lebensunterhalt kann aus der Ausbildungsduldung in diese neue Aufenthaltserlaubnis gewechselt werden.
NEU seit 1. März 2024: Erleichterungen bei der Beschäftigungsduldung
Zudem wurden im Rückführungsverbesserungsgesetz die Voraussetzungen für die bereits entfristete Beschäftigungsduldung (§ 60d AufenthG) erleichtert. Diese können Geduldete für 30 Monate erhalten, die bereits länger einer Beschäftigung nachgehen und damit ihren Lebensunterhalt eigenständig sichern können. Neuerungen:
  • Verlegung des bisherigen Stichtags für die Einreise vom 1. August 2018 auf 31. Dezember 2022
  • Verkürzung der geforderten Vorbeschäftigungszeit von 18 auf 12 Monate
  • Reduzierung des wöchentlichen Mindestmaßes der Beschäftigung von 35 auf 20 Stunden

Weitere Infos

Einladung und Anmeldeformular für Unternehmen

Jobmesse für ausländische Fachkräfte und Auszubildende

Unsere Jobmesse am 17. April soll Sie beim Finden von Fach- und Arbeitskräften sowie Auszubildenden mit Flucht- und Migrationshintergrund unterstützen. Zielgruppe sind Unternehmen mit Personalbedarf in den Bereichen Hotel und Gaststätten, Verkauf im Einzelhandel und Handwerk, Lager sowie Reinigungsgewerbe – möglichst im Stadtgebiet Stuttgart oder Umgebung.

Informationen zur Jobmesse

Die Region Stuttgart ist mit ihrer starken Wirtschaft ein attraktives Ziel für Fachkräfte aus dem Ausland. Viele der zugewanderten Menschen bringen Qualifikationen mit, die von den Unternehmen gesucht werden. Agentur für Arbeit Stuttgart, Handwerkskammer Region Stuttgart, IHK Region Stuttgart, Jobcenter Stuttgart und Welcome Service Region Stuttgart veranstalten daher eine Jobmesse für die Vermittlung von Fachkräften, Arbeitskräften und Ausbildungsinteressierten mit Zuwanderungs-, Flucht- und Migrationshintergrund. Die Messe fokussiert sich auf kleine und mittlere Unternehmen aus den Bereichen Hotel und Gaststätten, Verkauf im Einzelhandel und Handwerk, Lager sowie Reinigungsgewerbe.
Die kostenfreie Jobmesse findet statt am
17. April 2024, 13:00 bis 17:00 Uhr (Aufbau ab 12:00 Uhr)
im Berufsinformationszentrum BIZ, Nordbahnhofstr. 30-34, 70191 Stuttgart
Anmeldung bitte nur mit diesem Formular
Anmeldeschluss: 12. April 2024

Bitte beachten Sie: Die Plätze sind begrenzt.
Sie haben dort die Möglichkeit, sich zahlreichen potenziellen Bewerbern und Bewerberinnen als Arbeitgeber auf einem kleinen Infostand zu präsentieren, können erste Kontakte herstellen und Kennenlerngespräche mit interessierten Kandidaten/-innen führen.
Vor Beginn der eigentlichen Messe erhalten Sie zudem einen exklusiven Input zu arbeitsmarktpolitischen Instrumenten, Fördermöglichkeiten und Weiterbildungsangeboten für Beschäftigte von Agentur für Arbeit und Jobcenter Stuttgart. Wir informieren Sie insbesondere auch zu Möglichkeiten der Deutschsprachförderung, um noch bestehende Defizite auszugleichen. Anhand konkreter Fälle aus der Praxis veranschaulichen wir Ihnen den Nutzen geförderter Weiterbildung.

Programm

  • 12:00 Uhr: Einlass der Arbeitgeber
  • 12:00 bis 13:00 Uhr: Einrichtung der Stände
  • 13:00 bis 13:45 Uhr: Informationsveranstaltung zu Förderinstrumenten der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Stuttgart
  • 14:00 bis 17:00 Uhr: Jobmesse
Dies ist eine Veranstaltung im Rahmen der Fachkräfteallianz Region Stuttgart. Kooperationspartner sind Agentur für Arbeit Stuttgart, Handwerkskammer Region Stuttgart, IHK Region Stuttgart, Jobcenter Stuttgart und Welcome Service Region Stuttgart. Die Teilnahme ist für Unternehmen und Bewerber/-innen kostenfrei.
Logo der Fachkräfteallianz Region Stuttgart

Anmeldung für Unternehmen

Bitte melden Sie sich mit diesem Formular bis spätestens 12. April 2024 an und teilen uns Ihre Stellenanforderungen mit. Bitte beachten Sie: Die Plätze sind begrenzt.
Die Angaben zum Unternehmen und zu den Anforderungen stellen wir den Bewerber/-innen zur Verfügung. Ausgenommen sind die Kontaktdaten der Ansprechpersonen, die wir für die Organisation der Jobmesse benötigen.
 
Bürokratie-Tool startet durch

IHK unterstützt Land mit KI-Tool beim Bürokratieabbau

Die überbordende Bürokratie ist eines der Topthemen, welches die Unternehmen im Land beschäftigt und behindert.
Jetzt geht es mit vereinten Kräften der lästigen Bürokratie an den Kragen. Die Partner der Entlastungsallianz für Baden-Württemberg, zu denen auch die IHK Region Stuttgart gehört, rufen Unternehmen und Verbände auf, lästige Bürokratie, inbesondere Dokumentations- oder Berichtspflichten aus dem Landesrecht zu melden – und nutzen dafür unser Rückmeldetool buerokratieabbau@stuttgart.ihk.de.
„Im Interesse unserer Mitgliedunternehmen und der regionalen Wirtschaft haben wir das Ziel ‚Bürokratieabbau‘ schon länger und sehr präsent auf der Agenda,“ sagt Claus Paal, Präsident der IHK Region Stuttgart. „Die immer größer werdende Regulierungsdichte und die dadurch entstehenden Bürokratieausgaben sind Kostentreiber für unsere Unternehmen, und damit ein Wettbewerbsnachteil. Um konkret zu handeln, haben wir bei der IHK Region Stuttgart technische Tools entwickelt, die jetzt auch künstliche Intelligenz nutzen, um konkrete Beispiele unter die Lupe zu nehmen und daraus systematische Lösungsansätze zu entwickeln. Gerne unterstützen wir das Land mit unseren Programmen. Je mehr Rückmeldungen aus den Betrieben in unsere Tools fließen, desto schneller und besser können wir Lösungsansätze erarbeiten.“
Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Artikel IHK-Bürokratiecheck.
Jetzt sind die Unternehmen gefragt: Also nicht zögern und überflüssige Bürokratie direkt melden: buerokratieabbau@stuttgart.ihk.de
Online-Terminvereinbarung: Digitale Wirtschaft

Digitale Wirtschaft: Service- und Beratungsangebot Ihrer IHK

Die IHK Region Stuttgart bietet bereits seit vielen Jahren kleinen und mittleren Unternehmen umfangreiche Informationen und Beratung zu Anforderungen und Belangen der Unternehmen im digitalen Wandel.
Unabhängig davon, ob Sie noch ganz am Anfang Ihrer digitalen Transformation stehen, oder bereits ein tiefes Knowhow besitzen, finden Sie bei uns ein passendes Angebot. Angefangen bei grundlegenden Basisveranstaltungen bis hin zu fachspezifischen Vorträgen renommierter Referenten aus Industrie und Forschung, geben wir Ihnen Einblicke in Themen wie Geschäftsmodellentwicklung, Förderprogramme, E-Commerce, Industrie 4.0, Blockchain, Cloud Computing, Smart Data und Big Data sowie der Informations- und Datensicherheit. 
Zusätzlich zu unserem Veranstaltungsangebot stehen wir unseren Mitgliedsunternehmen und Gründern mit persönlichen Beratungen zur Seite. In einem 45-minütigen persönlichen Gespräch gehen wir gemeinsam Ihre individuellen Fragen und Anforderungen an und helfen Ihnen die ersten Schritte Ihres Digitalisierungsvorhabens zu planen. Außerdem informieren wir Sie gerne über die aktuellen Förderprograme auf Landes- und Bundesebene. Helfen Sie unseren Beratern sich optimal auf ein Beratungsgespräch vorzubereiten, indem Sie bei der Anmeldung die Fragen möglichst vollständig und präzise beantworten. Haben Sie Interesse an einem Beratungstermin? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an die unten angegebenen Kontaktdaten.
Die IHK Region Stuttgart bietet Ihnen eine neutrale und vertrauliche Anlaufstelle, um Sie bei der digitalen Transformation in Ihrem Unternehmen zu unterstützen. Nutzen Sie unsere Angebote wie Veranstaltungen und Newsletter, oder die Möglichkeit einer persönlichen Beratung, um bestens informiert zu sein.
Ihre Anfragen für die Einzelberatungen senden Sie gerne an unseren Berater für Digitale Wirtschaft Herrn Roman Leonov per E-Mail zu. 
 

Das neue Datengesetz - Data Act

Der Data Act, eine europäische Verordnung, ist am 11. Januar 2024 in Kraft getreten und ist nach einer zwanzigmonatigen Umsetzungsfrist ab dem 12. September 2025 unmittelbar in allen EU-Mitgliedsaaten anwendbar.

I. Was ist das Ziel?

Der Data Act verfolgt das Ziel, dass mehr nicht-personenbezogene Daten (Maschinendaten, Industriedaten) vielen Akteuren für eine innovative Nutzung zur Verfügung stehen sollen und nicht einzelne, große Unternehmen die alleinige Kontrolle über diese Daten ausüben. Das Potential bislang weitgehend ungenutzter industrieller Daten soll besser ausgeschöpft werden, damit auch kleinere Unternehmen und Start-Ups ihre Geschäftsmodelle verbessern oder neue Geschäftsmodelle entwickeln können.
Ein Beispiel im B2B-Bereich sind Maschinendaten. Daten von Maschinen und Sensoren werden in der Industrie in großen Mengen generiert. Unterschiedliche Beteiligte haben ein Interesse an der Nutzung dieser Daten. Der Hersteller einer Automationskomponente möchte zum Beispiel Zugang zu Betriebsdaten seines Produktes erhalten, das in einer von einem Dritten betriebenen Maschine verbaut ist. Bislang können die Akteure dies vertraglich weitgehend frei regeln. Problematisch kann dabei die ungleiche Marktmacht der Vertragsparteien sein, die sich in einseitigen Vertragsbedingungen ausdrückt – etwa im Ausschluss von Nutzungsrechten. Um dem entgegenzuwirken, soll der Data Act es den Nutzern ermöglichen, über ihre Daten und deren Nutzung zu verfügen und unter bestimmten Bedingungen an Dritte weiterzugeben.

II. Wer ist betroffen?

Der Data Act gilt für europäische Unternehmen, und auch für alle nicht-europäischen Unternehmen, die in der EU tätig sind. Betroffen sind insbesondere Hersteller und Anbieter (die Dateninhaber) und Nutzer von vernetzen Internet of Things (IoT)-Produkten, zum Beispiel smarte Haushaltsgeräten (wie Kühlschrank, Heizung, Saugroboter), Maschinen oder Autos. Die damit verbundenen digitalen Dienste, ohne die ein Gerät seine Funktionen nicht ausführen könnte, zum Beispiel die Software einer Fitnessuhr, und die zu IoT-Produkten dazugehörigen Bedienungs-Apps fallen auch darunter.

III. Welche Rechte und Pflichten gelten für Hersteller und Anbieter?

Konkret sieht der Data Act vor, dass künftig der Nutzer (wie der Eigentümer, Mieter oder Leasingnehmer eines digitalen oder vernetzten Produkts) darüber entscheiden kann, wie mit Daten umgegangen werden soll, an deren Entstehung er mitgewirkt hat. Nutzer könne dabei Unternehmer oder Verbraucher sein.

1. Anspruch auf Datenzugang

Die wesentliche Neuerung durch den Data Act ist, dass der Nutzer einen Anspruch auf Datenzugang bekommt. Hierfür hat ihm der Dateninhaber kostenlos und gegebenenfalls kontinuierlich und in Echtzeit einen direkten Zugang zu den Daten bereitzustellen. Damit der Zugang und die Weitergabe von Daten auch technisch möglich sind, müssen Hersteller ihre Produkte und Dienstleistungen so gestalten, dass ein Datenzugang stattfinden kann. Dabei wird keine Datenübermittlung an den Nutzer verlangt. Es genügt, wenn der Nutzer die Daten beim Dateninhaber ansehen und allenfalls auf den Servern des Dateninhabers verarbeiten kann. Die Nutzer sind vor Abschluss eines Vertrags zu informieren, insbesondere über die Identität des Dateninhabers, Art und Umfang erzeugter Daten, Zugriffsmöglichkeiten auf die Daten, Möglichkeit zur Weitergabe der Nutzungsdaten, Auskunft über die Art und den Umfang der Daten, die bei der Nutzung entstehen. Die Dateninhaber müssen sich künftig die Nutzungsrechte an den durch ihre vertriebenen vernetzten Produkte generieren Daten einräumen lassen. Notwendig ist also eine vertragliche Nutzungsvereinbarung zwischen Dateninhaber und Nutzer. Auch können sie die anfallenden Daten ihrer Produkte nicht mehr ausschließlich allein nutzen, sondern haben diese gegebenenfalls auch anderen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. So können die Nutzer der Geräte und Apps die Herausgabe ihrer Nutzungsdaten kostenfrei verlangen und an Dritte weitergeben.
Ausnahme: Datenzugangsansprüche können nicht gegen Dateninhaber geltend gemacht werden, die als Kleinst- oder Kleinunternehmen im Sinne des Art. 2 Anhangs der Empfehlung 2003/361/EG Hersteller sind. Diese sind Unternehmen, die weniger als 50 Personen beschäftigen und weniger als 10 Millionen EUR Jahresumsatz erzielen. Die Ausnahme greift allerdings nur dann, wenn die Kleinunternehmen keine Partnerunternehmen oder verbundene Unternehmen haben, die nicht als Kleinunternehmen eingestuft werden. Die Daten dürfen nicht an Unternehmen weitergegeben werden, die das Gesetz über digitale Märkte (Data Markets Act) als sog. „Gatekeeper“ einstuft. Hiermit sind vor allem große Konzerne, wie Google und Meta gemeint.

2. Anspruch auf Datenteilung mit Dritten

Die Nutzer können auch verlangen, dass der Dateninhaber einem Dritten, mitunter auch einem Wettbewerber, die nutzergenerierten Daten bereitstellt. Damit sollen insbesondere Folge- und Nebendienstleistungen gefördert werden, zum Beispiel Versicherungen oder externe/ selbstständige Reparaturleistungen.
Der Dateninhaber hat mit dem benannten Dritten, dem Datenempfänger, einen Datenlizenzvertrag abschließen. Für die Bereitstellung der Daten darf der Dateninhaber eine Gegenleistung mit angemessener Marge verlangen (Achtung: eine Marge darf nicht von datenempfangenden Kleinstunternehmen und von kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) verlangt werden). Für die Berechnung der angemessenen Gegenleistung plant die Kommissionen Leitlinien zu erlassen. Der Datenempfänger wiederum darf die bereitgestellten Daten nur für die Zwecke und unter den Bedingungen verarbeiten, die er mit dem Nutzer vereinbart hat, und hat die Daten zu löschen, sobald sie für den vereinbarten Zweck nicht mehr benötigt werden. Im Übrigen ist es auch denkbar, dass an den Daten interessierte Unternehmen den Nutzer auffordern werden, die Daten mit ihnen zu teilen. Die Daten dürfen nicht dazu verwendet werden, um Konkurrenzprodukte zum datengenerierten Produkt zu entwickeln, wobei hier noch ungeklärt ist, in welchem Umfang das Konkurrenzverbot gilt (muss das Produkt exakt gleich sein? Reicht es, wenn das Produkt dem anderen nur ähnlich ist und bis zu welchem Grad der Ähnlichkeit?). Damit ist allerdings kein “Ideenschutz” gemeint. Konkurrierende Leistungen dürfen, wie bisher auch, angeboten werden.

IV. Wann ist eine Vertragsklausel als „missbräuchlich“ anzusehen?

Verträge über die Datennutzung müssen „fair, angemessen und nicht diskriminierend“ sein. Es dürfen keine „missbräuchlichen“ Klauseln verwendet werden, also dann, wenn sie „erheblich von der guten Geschäftspraxis abweichen und gegen Treu und Glauben und den redlichen Geschäftsverkehr verstoßen“. Missbräuchliche Klauseln sind nicht bindend. Im Zweifel muss der Dateninhaber nachzuweisen, dass eine Vertragsbedingung nicht missbräuchlich ist. Der Data Act regelt Fälle, wann Vertragsklauseln in Datenaustauschverträgen missbräuchlich sind. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen von der EU-Kommission Mustervertragsklauseln bereitgestellt werden, damit missbräuchliche Klauseln vermieden werden können.
Missbräuchliche Klauseln nach dem Data Act
1. Allgemeine Abwägungskriterien (Art. 13 Abs. 2 Data Act)
Grobe Abweichung von „guter Geschäftspraxis“ hinsichtlich Datenzugang und Datennutzung.
Verstoß gegen Treu und Glauben.
2. Vertragsklausel „ist“ imissbräuchlich (Art. 13 Abs. 3 Data Act), wenn sie Folgendes bezweckt oder bewirkt:
Einseitiger Haftungsausschluss oder Haftungsbeschränkung für vorsätzliche oder grob fahrlässige Handlungen.
Einseitiger Ausschluss der Rechtsbehelfe bei Nichterfüllung von Vertragspflichten oder Ausschluss der Haftung bei Verletzung von Vertragspflichten.
Einseitiger Vorbehalt des ausschließlichen Rechts zu bestimmen, ob die gelieferten Daten vertragsgemäß sind oder eine Vertragsklausel auszulegen.
3. Vertragsklausel „gilt“ als missbräuchlich (Art. 13 Abs. 4 Data Act), wenn sie Folgendes bezweckt oder bewirkt:
Unangemessene Beschränkung der Rechtsmittel bei Nichterfüllung von Vertragspflichten oder der Haftung bei Verletzung solcher Pflichten oder Haftungserweiterung für das
Unternehmen, dem die Klausel einseitig auferlegt wird.
Zugang zu Daten und deren Nutzung, die der einen Partei, der die Klausel auferlegt wurde, erheblich schadet; insb. Zugang zu sensiblen Geschäftsdaten.
Hinderung der Partei, der die Klausel auferlegt wurde, die bereitgestellten Daten während der Vertragslaufzeit selbst zu nutzen bzw. Beschränkung dieser Nutzung.
Hinderung für die Partei, der die Klausel einseitig auferlegt wurde, eine Kopie der von ihr erzeugten/bereitgestellten Daten während der Vertragslaufzeit bzw. nach Kündigung
zu erhalten. 
Unangemessen kurze Kündigungsfrist für die Partei, die die Klausel einseitig auferlegt hat.
Möglichkeit der die Klausel einseitig auferlegenden Partei den vertraglich vereinbarten Preis oder eine andere wesentliche datenbezogene Bedingung (Art, Format, Qualität)
ohne stichhaltige Begründung zu ändern, ohne dass die andere Partei ein Kündigungsrecht hat.

V. Was passiert mit Geschäftsgeheimnissen?

Wenn die angeforderten Daten Geschäftsgeheimnisse enthalten, sind die Dateninhaber dennoch zum Datenzugang gegenüber dem Nutzerbzw. zur Bereitsstellung an Dritte verpflichtet. Gleichwohl soll unter dem Data Act der Schutz von Geschäftsgeheimnissen gewahrt bleiben. Die Daten müssen daher gegenüber Nutzern und Datenempfängern nur offengelegt werden, wenn vorher alle erforderlichen Maßnahmen getroffen wurden, um die Vertraulichkeit von Geschäftsgeheimnissen zu wahren. Darunter fallen vor allem technische und organisatorische Maßnahmen, sowie Geheimhaltunsgvereinbarungen, die mit dem Nutzer bzw. dem Dritten abzuschließen sind. Eine Geheimhaltungsvereinbarung sollte daher wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung über Datenzugang und Datennutzung sein. Der Dateninhaber bestimmt grundsätzlich die Daten, die als Geschäftsgeheimnisse geschützt werden.

VI. Was gilt bei personenbezogenen Daten?

In den bereitgestellten Daten können mitunter auch personenbezogene Daten enthalten sein, die dem Datenschutz unterliegen. Durch den Data Act wird das durch die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), geschaffene Datenschutzniveau nicht abgesenkt. Die DSGVO bleibt anwendbar. Eine Rechtsgrundlage aus der DSGVO (bspw. Art. 6 und Art. 20 DSGVO) bei der Verarbeitung personenbezogener Daten bleibt also erforderlich. Handelt es sich um personenbezogene Nutzungsdaten, dürfen diese nur an die betroffene Person und an Dritte nur bei Bestehen einer datenschutzrechtlichen Rechtsgrundlage aus der DSGVO bereitgestellt werden. Der Data Act selbst bildet keine Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung. Beim Offenlegen der Daten gegenüber Nutzern und Dritten sollten technische und organisatorische Schutzmaßnahmen, z.B. die Anonymisierung personenbezogener Daten, eingesetzt werden.

Neben den Rechten auf Datenzugang und Datenteilung, regelt der Data Act noch zwei andere Bereiche:
1. Rechte und Pflichten für Cloudanbieter
Vom Data Act sind auch Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten, vor allem Cloudanbieter, betroffen. Der Wechsel zu anderen Anbietern soll einfacher gemacht werden. Nutzer können ihre bestehenden Verträge künftig innerhalb von 30 Tagen kündigen. Kunden haben künftig das Recht kostenlos zwischen verschiedenen Datenverarbeitungsdiensten wechseln zu dürfen. Dabei müssen die Daten zu einem anderen Dienst ohne Hindernisse zu migrieren sein. Der Data Act sieht in Artikel 23 bis 26 vertragliche, technische und organisatorische Vorgaben vor, die Datenverarbeitungsdienste künftig einzuhalten haben, damit eine weitreichende Datenportabilität möglich ist.
Die Wechselentgelte werden schrittweise abgeschafft. Bis zum 12. Januar 2027 dürfen von den Kunden für einen Anbieterwechsel ermäßigte Entgelte verlangt werden. Danach dürfen keine Wechselentgelte mehr verlangt werden.
2. Rechte für öffentliche Stellen
Neben privaten Akteuren werden auch öffentlichen Einrichtungen erweiterte Zugangsrechte eingeräumt. So muss ein Dateninhaber einer öffentlichen Einrichtung auf Antrag Daten zur Verfügung stellen, wenn ein "außergewöhnlichen Bedarf" an der Nutzung der Daten besteht. Eine Ausnahme besteht für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Im Fall einer Notlage, beispielsweise einer Naturkatastrophe, kann eine öffentliche Stelle Unternehmen dazu auffordern, unentgeltlich Daten zur Verfügung zu stellen. Möchte der Staat dagegen nur seinen gesetzlichen Verpflichtungen nachkommen und kann er die Daten nicht anderweitig beschaffen, so kann der Dateninhaber eine Aufwandsentschädigung für die Herausgabe verlangen.

VII. Was passiert bei Verstößen gegen den Data Act?

Verstöße gegen den Data Act, also wenn ein Unternehmen den Informations-, Auskunfts-, Herausgabe- und Weiterleitungspflichten nicht oder nicht in vollem Umfang nachkommt, können mit einem Bußgeld geahndet werden. Hierbei gelten – wie bei der DSGVO – Höchstgrenzen von bis zu 20 Millionen EUR oder bis zu 4 Prozent des weltweiten Umsatzes des vorangegangenen Geschäftsjahres.

VIII. Was ist jetzt zu tun?

Unternehmen, die vom Data Act betroffen sind, haben die mit dem Data Act verbundenen Anforderungen bis September 2025 umzusetzen. Hersteller und Anbieter sollten frühzeitig
  • Art und Umfang der Daten bestimmen, die bei Nutzung eines digitalen oder vernetzten Produkts oder einer damit verbundenen Dienstleistung anfallen,
  • Informationen über Datenzugang und Datenweitergabe bereitstellen,
  • überprüfen, wie sie den Datenzugang technisch (in Echtzeit) gewähren können,
  • sicherstellen, dass personenbezogene Daten nur an die betroffenen Personen weitergegeben werden bzw. das für die Weitergabe an Dritte eine Rechtsgrundlage nach der DSGVO besteht,
  • vertragliche Regelungen treffen, um bei der Produktnutzung erzeugte Daten weiterhin nutzen zu dürfen, und
  • wie sie bei Bereitstellung der Daten ihre Geschäftsgeheimnisse schützen (mittels technisch-organisatorischen Maßnahmen und per Geheimhaltungsvereinbarung).

Infos zum Sportevent

UEFA EURO 2024: Beste Chancen für Innenstadt und Tourismus

Stuttgart wird vom 14. Juni bis 14. Juli zum Schauplatz der UEFA EURO 2024. Neben mitreißendem Fußball eröffnen sich vor allem für Gastronomie, Handel und touristische Betriebe Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung.
Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen im Kontext der Europameisterschaft vermarkten möchten, sollten dabei aber unbedingt die Spielregeln beachten. Unser Merkblatt gibt Tipps, was zu beachten und was zu vermeiden ist.

1. Wer ist Veranstalter dieser Fußball-EM?

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 (nachfolgend „EM“) ist eine Veranstaltung der UEFA (Union of European Football Associations), dem europäischen Fußballdachverband mit Sitz in Nyon in der Schweiz. Die offizielle Internetplattform der Europameisterschaft wird unter folgender Adresse betrieben: https://de.uefa.com/euro2024/

2. Die UEFA und ihre Schutzrechte

Die Fußballeuropameisterschaft ist ein Markenprodukt der UEFA. Sie ist ausschließliche Inhaberin aller Schutz- und Urheberrechte an UEFA-Namen, -Logos, -Marken, -Musik, -Medaillen, -Plakaten und -Trophäen, die im Zusammenhang mit der EM verwendet werden. Die Vermarktung der kommerziellen Rechte, das heißt Medien-, Marketing-, Lizenzierungs- und Ticketing-Rechte, liegen ausschließlich in ihren Händen. Sie ist Inhaberin etlicher Schutzrechte, die im Zusammenhang mit der UEFA EURO 2024™ verwendet werden.
Neben dem offiziellen Emblem der UEFA EURO 2024™, dem Pokal der UEFA EURO 2024™ und auch dem offiziellen Maskottchen der UEFA EURO 2024™ („Albärt“) genießen eine Vielzahl von Einzelbegriffen oder Begriffskombinationen, wie beispielsweise EURO 2024™, UEFA EURO 2024 GERMANY™, UEFA EURO 2024™ sowie die Logos und thematisch gestaltete Grafiken der Städte, in denen die Fußballspiele stattfinden werden, kennzeichenrechtlichen Schutz.
Nähere Informationen zu geschützten Inhalten im Zusammenhang mit der Fußballeuropameisterschaft finden Sie hier.
Es ist ausschließlich den offiziellen UEFA-Partnern, Sponsoren und regionalen Förderern gestattet, mit den geschützten Begriffen und Symbolen zu werben.
Unternehmen, die weder Partner noch Sponsor sind und mit den geschützten Logos und Marken werben wollen, benötigen eine Erlaubnis der UEFA bzw. müssen bei der UEFA hierfür eine Lizenz erwerben.
Achtung: Wer ohne eine solche Lizenz den Absatz seiner Produkte und Dienstleistungen mit Begriffen rund um die UEFA EURO 2024™ bewerben möchte, sollte vor jeder Verwendung derartiger Begriffe rechtlichen Rat einholen. Andernfalls besteht die Gefahr, von der UEFA auf Unterlassung, Auskunft, Beseitigung und ggf. Schadensersatz in Anspruch genommen zu werden. Insbesondere drohen Abmahnungen, einstweilige Verfügungen und Klagen, die nicht unerhebliche Anwalts- und Gerichtskosten verursachen können. Unserer Erfahrung nach verfolgt die UEFA die Verletzung ihrer Rechte sehr genau!

3. Darf ich überhaupt nicht mit Hinweisen auf die Europameisterschaft werben?

Das kommt darauf an: Eine Werbung unter Bezugnahme auf die EM kann zulässig sein, wenn die Angabe rein beschreibend ist und nicht gegen die guten Sitten verstößt. Rein beschreibende Angaben sind solche, die zur Beschreibung von Merkmalen und Eigenschaften der darunter vertriebenen und beworbenen Waren und Dienstleistungen dienen können, zum Beispiel ihre Art, Beschaffenheit, Bestimmung, ihren Wert, ihre geografische Herkunft oder die Zeit ihrer Herstellung oder Erbringung. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Werbung auch sonst keine unlautere Rufausnutzung oder Rufbeeinträchtigung, keine gezielte Behinderung oder Herkunftstäuschung oder sonstige Verwechslungsgefahr beziehungsweise Verknüpfung mit der UEFA hervorruft sowie keine Irreführung über eine tatsächlich nicht bestehende Partnerschaft / Sponsoreneigenschaft oder sonstige Verbindung mit der UEFA oder sonstigen Rechteinhabern darstellt.

3.1. Beispiele für zulässige Werbung

Es dürfen allgemeine Werbeaussagen getroffen werden wie zum Beispiel:
  • Das Fußballfieber steigt, die Preise fallen: 20 Prozent auf alles während der EM
  • Fußball in ganz Europa
  • Für den Zeitraum der Europameisterschaft senken wir die Preise für alle Sportartikel um 20 Prozent
  • Für jedes geschossene Tor der deutschen Nationalelf erhalten Sie 1 Prozent Rabatt auf unser gesamtes Sortiment
  • Fan-Wurst für 2,50 Euro
  • Großes Fan-Sortiment
  • 10 Prozent Fan-Rabatt auf Geschirr
Dekorationen mit Fahnen der Austragungsländer, Bällen und Toren ohne die offiziellen UEFA-Symbole dürfen verwendet werden.

3.2. Beispiele für unzulässige Werbung

Nicht empfehlenswert ist es, Marken oder bildliche Logos und Embleme der UEFA beziehungsweise Dritter ohne entsprechende Lizenz zu verwenden wie beispielsweise:
  • Geschützte Markennamen der UEFA als Teil eines Produktnamens zum Beispiel „Euro 2024-Semmeln“, „Munich 2024-Fernseher“. Zulässig kann dagegen die Werbung mit „Während der EM gibt es bei dem Kauf von 10 Semmeln eines umsonst“ sein. (Siehe 2. Die UEFA und ihre Schutzrechte)
  • Ein Hinweis, der den Eindruck erweckt, man sei offizieller Sponsor, Förderer oder sonstiger Partner der UEFA (näheres dazu vergleiche weiter unten). Gleiches gilt, wenn der Verbraucher davon ausgehen könnte, es handle sich um offizielle UEFA-Waren beziehungsweise spezielle Europameisterschaft-Produkte.
  • Ein Hinweis, wonach die eigenen Produkte mit UEFA-Produkten vergleichbar seien.
  • Nachahmungen von Produkten der UEFA und ihrer Sponsoren, Förderer und sonstigen Partner.
Alles in allem ist die Zulässigkeit der jeweiligen Werbung eine Frage des Einzelfalls. Es ist deshalb ratsam, vor Veröffentlichung eine eingehende juristische Überprüfung der Zulässigkeit der geplanten Werbung vorzunehmen.

4. Darf ich eigene EURO 2024 Logos entwerfen und verwenden?

Wer selbst EURO 2024 Logos entwerfen und verwenden möchte, muss darauf achten, dass diese keine gedankliche Verbindung zum offiziellen Emblem oder allgemein zur EM als Veranstaltung der UEFA herstellen. Oder einfach gesagt, ihr Logo darf den offiziellen Logos nicht ähneln.

5. Was muss ich bei der Verwendung der Farben Schwarz-Rot-Gold beachten?

Die Bundesfarben stellen als solche, also ohne Gestaltung als Fahne oder Flagge, kein Hoheitszeichen dar und dürfen daher grundsätzlich verwendet werden (zum Beispiel Herstellung von schwarz-rot-goldenen Flipflops.)

6. Darf ich Sammelbilder/Porträts von Fußballspielern geschäftlich/werblich verwenden?

Ohne entsprechende und nachweisbare Zustimmung des Fußballspielers beziehungsweise Urhebers des Bildes ist dies nicht zu empfehlen.

7. Darf ich Merchandising-Produkte/Fan-Artikel mit offiziellen UEFA-Marken oder Symbolen vertreiben?

Offizielle Merchandising-Produkte dürfen nur vertrieben werden, wenn man einen entsprechenden Lizenzvertrag mit der UEFA abgeschlossen hat. Auf diese Weise sollen die Kennzeichen (Logos und Markennamen) der UEFA geschützt werden. Mit diesem Vertrag erwerben Sie als Lizenznehmer die Rechte für die Verwendung dieser Kennzeichen der UEFA für die EM auf bestimmte Produkte. Es wird dabei vorab festgelegt, um welches Produkt es sich handelt und in welcher Region es vertrieben werden darf.
Gut zu wissen: Auf den Seiten von Stuttgart Marketing GmbH finden Sie kostenlose Marketingunterstützung wie Webbanner, Plakate, Thekenaufsteller etc. aber auch kostenpflichtige Werbematerialien wie z. B. Fußmatten oder Bierdeckel-Sets.

8. Wer sind die offiziellen Sponsoren?

Die offiziellen Sponsoren der EM sind Adidas, Alipay+, Atos, Betano, Booking.com, BYD, Coca-Cola, Hisense, Lidl, Engelbert Strauss, Visit Qatar, Vivo und die offiziellen lokalen Sponsoren sind Bitburger, Deutsche Bahn, Deutsche Telekom, Ergo und Wiesenhof. Die Sponsoren haben das Recht, sich selbst und ihre Produkte oder Dienstleistungen mit der EM in Verbindung zu bringen.

9. Sind Sonderaktionen anlässlich der EM zulässig?

Sonderpreise anlässlich der EM sind grundsätzlich zulässig. Zu beachten sind die allgemeinen wettbewerbsrechtlichen Regeln und die Markenrechte der UEFA und sonstiger Dritter (siehe 2. Die UEFA und ihre Schutzrechte).

10. Darf ich ein Gewinnspiel veranstalten, bei dem es EM-Eintrittskarten zu gewinnen gibt?

Gewinnspiele mit Eintrittskarten dürfen nur von den offiziellen Sponsoren der EM ausgerichtet werden. Allgemein gilt: Jede Nutzung der Eintrittskarten für gewerbliche Zwecke – einschließlich des Verkaufs – ist unzulässig.

11. Sportwetten während der EM

Sportwetten sind nach höchstrichterlicher Rechtsprechung Glücksspiele. Sportwetten dürfen daher nur mit der erforderlichen Erlaubnis der zuständigen Behörde angeboten werden. Hier finden Sie nähere Informationen zu Erlaubnisvoraussetzungen und Zuständigkeiten.
Achtung! Wer ohne die erforderliche Erlaubnis Sportwetten und andere Glücksspiele ausrichtet, muss nicht nur mit wettbewerbsrechtlichen Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen rechnen, sondern macht sich auch strafbar!

12. Was passiert bei Verstößen?

Hier drohen dem betroffenen Unternehmen Unterlassungs-, Beseitigung-, Auskunfts- und Schadensersatz-Ansprüche. Unter Umständen können auch die mit dem unlauteren Verhalten erzielten Gewinne „abgeschöpft“ werden. Instrumente für die Durchsetzung der Ansprüche sind die Abmahnung oder das gerichtliche einstweilige Verfügungs- und/oder Hauptsacheverfahren (Klagen).

13. Public Viewing

Public Viewing kann viele Zuschauer anlocken und sich wirtschaftlich lohnen. In diesem Kapitel geben wir Ihnen einen Überblick, was Sie dabei beachten müssen.
Wichtig: Bitte nutzen Sie die Expertinnen und Experten der Host Cities! Detaillierte Informationen und auch Kontaktdaten für die Host City Stuttgart, finden Sie auf der offiziellen Host City Seite über in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft.

13.1. Wann benötige ich eine Lizenz für die öffentliche Übertragung von EM-Spielen im TV oder auf Großleinwand?

Alle Vorführungen von Spielen der EM außerhalb von häuslichen Umgebungen werden als Public Viewing eingestuft. Gastronomen und Veranstalter, die ein Public Viewing veranstalten möchten, müssen Folgendes beachten:

Zu unterscheiden sind:
1. sogenannte “kleine Veranstaltung“: KEINE Lizenz erforderlich;
2. kommerzielle und nicht-kommerzielle öffentliche Übertragung: (kostenfreie beziehungsweise kostenpflichtige) LIZENZ erforderlich.

Zu 1.
Handelt es sich um eine sogenannte “kleine Veranstaltungen“, wird KEINE Lizenz benötigt. Eine solche “kleine Veranstaltung“, die ohne Lizenz durchgeführt werden kann, ist laut Definition der UEFA gegeben, wenn
  • an der Veranstaltung nur bis zu 300 Menschen teilnehmen und
  • kein Sponsoring erfolgt und
  • kein Eintrittsgeld erhoben wird.
Die Organisatoren einer “kleinen Veranstaltung” dürfen Speisen und Getränke verkaufen, wenn sie keine anderen kommerziellen Aktivitäten (wie zum Beispiel ein Sponsoring) verfolgen. Es ist jedoch nicht zu empfehlen, erhöhte Preise für Speisen und Getränke oder Mindestverzehranforderungen zu erheben, da dies ebenfalls als eine Art Eintrittsgeld gewertet werden kann.
Die Organisatoren einer solchen “kleinen Veranstaltung” dürfen jedoch nicht:
  • die Logos/Marken der UEFA oder der UEFA EURO 2024 verwenden;
  • ihre eigene Veranstaltung als offizielle Veranstaltung der UEFA EURO 2024 ausgeben;
  • das TV-Signal verändern oder modifizieren, etwa indem zusätzliche Grafiken hinzugefügt werden.
Die Organisatoren solcher kleinen Veranstaltungen (zum Beispiel die öffentliche Übertragung in Bars/Hotels/Restaurants und anderen kommerziellen Betrieben) müssen neben den zuvor genannten Bestimmungen sicherstellen, dass die relevanten TV-Abonnements für den kommerziellen Bereich und die notwendigen örtlichen Genehmigungen vorliegen sowie dass sie die allgemeinen Bedingungen der UEFA für öffentliche Übertragungen einhalten. Zu beachten sind hierbei die allgemeinen Geschäftsbedingungen der UEFA. Die UEFA behält sich das Recht vor, die automatische Zustimmung zur Durchführung solcher öffentlichen kleinen Übertragungen zu entziehen, bei denen sich der Veranstalter nicht an die genannten Bedingungen hält.
Zu 2.
Für die Durchführung einer kommerziellen öffentlichen Übertragung wird eine kostenpflichtige Lizenz der UEFA benötigt. Für die Durchführung einer nicht-kommerziellen öffentlichen Übertragung wird ebenfalls eine Lizenz der UEFA benötigt, die allerdings kostenfrei ist (zu den Definitionen siehe unten).

13.2. Wann ist eine Veranstaltung kommerziell?

Laut der UEFA haben öffentliche Übertragungen kommerziellen Charakter (und unterliegen damit einer Lizenzgebühr), wenn sie
  • direkten Gewinn durch den Verkauf von Produkten, Gütern und Dienstleistungen (auch Essen und Getränke) erzielen und/oder
  • dritten Parteien Werbemöglichkeiten einräumen (Sponsoring), unabhängig davon, ob dies kostenlos oder kostenpflichtig geschieht und/oder
  • Eintrittsgelder erheben (ACHTUNG: Auch ähnliche Maßnahmen können hierunter fallen, zum Beispiel Unkostenbeiträge, Mindestverzehranforderungen, erhöhte Speise- und Getränkepreise).

13.3. Was kostet die Lizenz und wo bekommt man sie?

Eine Lizenz für Public Viewing kann nur online beantragt werden. Das Antragsportal der UEFA-Webseite ist gleich hier zu finden. Die Lizenz für nicht-kommerzielle Public Viewings ist kostenfrei. Dagegen werden für kommerzielle Public Viewings Lizenzgebühren verlangt. Die Höhe der Lizenzgebühr wird dabei auf Basis der „Zuschauerkapazität" erhoben. Die Gebühren starten dabei bei 500 Euro für Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Zuschauern und steigen mit zunehmender Zuschauerzahl an. Nähere Informationen finden Sie in der UEFA-Tarifliste.

13.4. Benötige ich für jedes Spiel eine einzelne Lizenz?

Eine von der UEFA genehmigte Lizenz gilt für alle 51 Spiele der Europameisterschaft. Wenn ein Gastgeber ein Public Viewing an mehreren Standorten veranstalten möchte, muss für jeden Übertragungsort eine einzelne Lizenz erworben werden.

13.5. Was muss ich bei der Organisation eines Public Viewing beachten?

Alle Public Viewings müssen mit Einklang mit den entsprechenden Gesetzen organisiert und durchgeführt werden. Beispielsweise müssen Vorgaben des Lärmschutzes beachtet werden. Des Weiteren muss dieses Jahr besonders auf die Einhaltung der aktuellen Hygienevorgaben geachtet werden.
Je nach Art des Spiels muss zudem beachtet werden, dass das Public-Viewing zu einem bestimmten Zeitpunkt starten muss, beziehungsweise ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Inhalte der offiziellen Sponsoren gezeigt werden dürfen.
Eröffnungsspiel/ Finale:
Wer ein Public-Viewing für das Eröffnungsspiel veranstalten möchte, muss beachten, dass die Liveübertragung des Rundfunkanbieters mit den Übertragungsrechten (siehe unten) 15 Minuten vor Beginn der Eröffnungszeremonie bis zum Ende des Spiels unterbrechungsfrei gezeigt werden muss. Bei einer Übertragung des Endspiels muss das Livesignal ab 15 Minuten vor Beginn der Finalfeier bis 10 Minuten nach Ende der Siegerehrung gezeigt werden.
Alle anderen Spiele:
Bei allen anderen Spielen gilt, dass ab 25 Minuten vor Spielbeginn kein anderer Inhalt als der des Rundfunkanbieters mit den Übertragungsrechten beziehungsweise der offiziellen Sponsoren gezeigt werden darf (sogenanntes „geschütztes Zeitfenster“). Ab 10 Minuten vor Spielbeginn bis 5 Minuten nach Abpfiff muss das Liveübertragungssignal des Rundfunkanbieters mit den Übertragungsrechten ohne Unterbrechungen gezeigt werden. Bei mehreren Spielen an einem Spieltag muss beachtet werden, dass sich das „geschützte Zeitfenster“ auf die Zeit zwischen dem ersten und dem letzten Spiel des Tages erstreckt.
Für alle Spiele:
Darüber hinaus darf sich 3 Meter rund um den Übertragungsbildschirm beziehungsweise um die -leinwand keinerlei Inhalt/ Werbung kommerziellen Charakters befinden. Offizielle Sponsoren beziehungsweise die Rundfunkanbieter mit Übertragungsrechten sind hiervon ausgenommen.

13.6. Dürfen Sponsoren bei meiner kommerziellen Public Viewing-Veranstaltung auftreten?

Der Veranstalter des Public Viewings muss den offiziellen Sponsoren Erstverhandlungsrechte einräumen. Liegt eine Lizenz seitens der UEFA vor, sollten zur Vermeidung von Konflikten und Auseinandersetzungen mit der UEFA die von ihr aufgestellten Bedingungen für die Hinzuziehung von Sponsoren und der Veranstaltungs-/Sponsoren-Werbung beachtet werden.
Erst wenn keiner der offiziellen Sponsoren und auch keiner der Rundfunkanbieter interessiert sind, dürfen andere Sponsoren herangezogen werden. Diese Sponsoren wiederum dürfen keine Wettbewerber der oben genannten offiziellen Sponsoren oder den Rundfunkanbietern mit Übertragungsrechten sein (siehe 13.9. Wer hat die Übertragungsrechte?).

13.7. Wie darf ich für mein Public Viewing-Event werben?

Es darf nicht der Eindruck geweckt werden, dass die Veranstaltung mit der UEFA in Verbindung steht.
Was sie daher als Veranstalter nicht dürfen:
  • die Logos/Marken der UEFA oder der UEFA EURO 2024 verwenden;
  • ihre eigene Veranstaltung als offizielle Veranstaltung der UEFA EURO 2024 ausgeben;
  • das ausgestrahlte Bild verändern oder modifizieren, etwa indem zusätzliche Grafiken hinzugefügt werden.
  • Zudem darf die Veranstaltung nicht mit einem eventuellen Sponsor (außer den offiziellen Sponsoren) beworben werden.

13.8. Wie beantrage und – soweit erforderlich – bezahle ich eine Lizenz?

Anträge für Public Viewing-Lizenzen können nur online über das Antragsportal eingesendet werden. Das Portal öffnet im Januar 2024.
Wenn Lizenzgebühren an die UEFA zu entrichten sind, können Zahlungen nur per Kreditkarte erfolgen und müssen vor der Ausstellung der Lizenz bei der UEFA eingehen. Die gezahlten Gebühren können unabhängig von der tatsächlichen Durchführung der Public Viewing-Veranstaltung nicht zurückerstattet werden. Die Gebühren verstehen sich netto und enthalten keine Mehrwertsteuer.
Zeitlicher Ablauf
  • Januar 2024: Das Antragsportal öffnet
  • 10. Mai 2024: Ende der Antragsfrist
  • 14. Juni 2024: Eröffnungsspiel der UEFA EURO 2024
  • 14. Juli 2024: Endspiel der UEFA EURO 2024

13.9. Wer hat die Übertragungsrechte?

Die Telekom hält für Deutschland die Übertragungsrechte der Europameisterschaft 2024 und hat sich mit den Partnern ARD, ZDF und RTL auf Sublizenzen geeinigt. Fünf Spiele verbleiben exklusiv bei MagentaTV, der TV-Plattform der Telekom. MagentaTV zeigt als einziger deutscher Anbieter alle Spiele der UEFA EURO 2024.

13.10. GEMA-, Rundfunk-, Bezahlfernsehgebühren. Was muss ich zahlen?

Zu beachten ist, dass beim Public Viewing zusätzliche Gebühren der GEMA und gegebenenfalls für eine Lizenz bei der Deutschen Telekom wegen der öffentlichen Ausstrahlung von Fernsehprogrammen anfallen können. Die GEMA bietet in der Regel Sondertarife für Sportereignisse wie die Fußball-EM an. Darüber hinaus ist der Rundfunkbeitrag zu entrichten.

Quelle:
Die Informationen in diesem Artikel stammen überwiegend von der IHK Nord Westfalen. Obwohl wir sorgfältig recherchiert haben, übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Inhalte.
Stand: April 2024












Fachkräfte

Neun Tipps, wie Sie Ihre Recruiting optimieren

Gerade kleinere und auch mittelstän­dische Unternehmen tun sich gegenüber großen und bekannten Arbeitgebern in der Region sehr schwer, passende Fach- oder Führungskräfte zu finden. Sie erhalten entweder keine oder sehr wenige passende Bewerbungen auf offene Stellen. Da dürfen keine zusätzlichen, hausgemachten Fehler den Besetzungserfolg gefährden! Doch leider wird oft  gegen Grundregeln des Recruitings verstoßen, aus Unkenntnis.

Hier neun Tipps, wie Sie Ihre Recruiting optimieren:

1. Definieren Sie das Jobprofil

Verzichten Sie auf Eigenkreationen und verwenden Sie gängige Positionsbezeichnungen!
Formulieren Sie glasklare Aufgaben, ­Ziele, Zuständigkeiten sowie Schnittstellen und vermeiden Sie wachsweiche Formulierungen. Die Personalabteilung und die Personen beziehungsweise der Bereich,  für den die Stelle besetzt werden soll, müssen sich frühzeitig abstimmen.

2. Punkten Sie als attraktiver Arbeitgeber

Arbeiten Sie heraus, was Ihre Firma als Arbeitgeber besonders auszeichnet. ­Binden Sie Ihre Mitarbeiter ein und befragen Sie diese nach der Unternehmenskultur und dem Betriebsklima. Ergreifen Sie zielgerichtete Maßnahmen, um Ihre Firma auf der Unternehmensbühne im besten Licht zu präsentieren - online wie offline. Bleiben Sie dabei aber ehrlich.

3. Sagen Sie, was Sie wollen und was Sie dafür bieten

Ein professionelles Briefing ist das Fundament für eine erfolgreiche Stellen­besetzung. Mitarbeiter möchten Klarheit über ihre Verantwortung und ihren Beitrag zum Unternehmensziel! Sie wollen aber auch wissen, wie ihr Einsatz anerkannt und belohnt wird.

4. Seien Sie ansprechbar für Interessenten

Machen Sie die Kontaktaufnahme einfach und persönlich. Geben Sie auch Vorabinformationen, wenn noch keine offizielle Bewerbung vorliegt. Werden Sie deutlich und bringen Sie Aufgaben, Anforderungen und Benefits auch ins optische Gleichgewicht in Ihrer Stellenanzeige!

5. Gestalten Sie den gesamten Prozess so, dass alle Bewerber gern bei Ihnen arbeiten würden

Begegnen Sie Interessenten, Kandidaten und Bewerbern auf Augenhöhe! Sorgen Sie für einen positiven Eindruck im gesamten Bewerbungsprozess und schaffen Sie eine positive Gesprächsatmosphäre.

6. Lassen Sie niemanden unnötig warten

Reagieren Sie schnell und reservieren Sie sich schon im Vorfeld Zeitfenster für die Bewerbungsgespräche. Halten Sie ­permanenten Kontakt zu den im Prozess befindlichen Bewerbern. Führen Sie alle Gespräche im verdichteten Zeitraum von 14 Tagen. Das schafft Ihnen maximale Handlungs- und Entscheidungsoptionen.

7. Sprechen Sie mögliche Kandidaten ­direkt an

75 Prozent der Berufstätigen möchten mittlerweile aktiv angesprochen werden. ­Suchen Sie deshalb in den einschlägigen Netzwerken und Datenbanken gezielt nach passenden Profilen. Sprechen Sie Ihre Wunschkandidaten aktiv und wertschätzend an.

8. Ist die Entscheidung gefallen, wird  ­unterschrieben

Gefährden Sie Ihren Abschluss nicht durch administrative Verzögerungen oder Gehaltspoker. Wenn Sie den passenden Bewerber gefunden haben und Sie sich einig sind, stellen Sie ihn ein. Warten Sie nicht auf die eierlegende Wollmilchsau. Beachten Sie auch Postlaufzeiten und Kündigungsfristen: Bewerber möchten nicht am letzten Tag bei ihrem aktuellen Arbeitgeber kündigen.

9. Willkommenskultur beim Onboarding

Bereiten Sie den Arbeitsplatz Ihres neuen Mitarbeiters für den ersten Tag vor. ­Erstellen Sie in jedem Falle einen klaren Fahrplan für die erste Zeit im neuen Job. Nehmen Sie sich Zeit und vereinbaren Sie gleich zu Beginn Feedbackgespräche in der Probezeit.

Ralph Dannhäuser, on-connect GmbH, Filderstadt, für Magazin Wirtschaft Rubrik Rat&Tat
Magazin Wirtschaft

Cyberdiebe im Homeoffice

Immer öfter gelingt es Cyberkriminellen, durch kleinste Lücken oder Unachtsamkeiten erheblichen bis existenzbedrohenden Schaden bei Unternehmen anzurichten. Die Arbeit im Homeoffice hat die Problematik noch verschärft.
Die weit verbreitete Auffassung, nicht groß oder interessant genug für einen Cyberangriff zu sein, ist übrigens ein gefährlicher Irrtum: Alle Unternehmen vom Kleinunternehmer bis zum Großkonzern sind gleichermaßen von Cyberattacken betroffen. Doch gibt es Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Schadensrisiko zu minimieren.

VPN-Tunnel und Multifaktor-Authentifizierung einrichten

Um auch aus dem Homeoffice auf das Firmennetzwerk zugreifen zu können, ist eine Datenverbindung notwendig. Diese ist gleichzeitig eine der größten Schwachstellen für Angriffe. Im Idealfall wird eine geschützte Verbindung via VPN-Tunnel bereitgestellt, die zumindest passwortgeschützt, am besten aber mit einer Multifaktor-Authentifizierung ausgestattet ist. Hier wird nach der Anmeldung noch ein Code zur einmaligen Verwendung zum Beispiel per SMS geschickt, der dann zusätzlich bestätigt oder am Rechner eingegeben werden muss.

Virenscanner installieren

Zudem sollte auf allen Geräten, mit denen im Homeoffice gearbeitet wird, Anti­virus-Software installiert sein. Dieser Faktor ist insbesondere zu beachten, wenn die Möglichkeit besteht, sich mit privaten Endgeräten via VPN im Firmennetzwerk anzumelden. Dass alle verwendeten Geräte passwortgeschützt sein müssen, versteht sich von selbst.

Speichern nur auf dem Firmennetzwerk

Von Anfang an sollte geregelt werden, wie die Mitarbeiter im Homeoffice die Verwaltung der Daten angehen sollen. Werden sie lokal auf dem Homeoffice-Rechner oder direkt im Firmennetzwerk gespeichert? Es bietet sich auf jeden Fall letzteres Vorgehen in Kombination mit einer vernünftigen und regelmäßigen Datensicherung an. Einzelne Geräte als Speicher bergen nicht nur aus Gründen der Cybersicherheit ein hohes Risiko: Was passiert, wenn das Gerät verloren geht oder ein technischer Defekt auftritt? Deshalb sollten die Daten immer zentral gespeichert, verwaltet und gesichert werden.

Nicht ein Passwort für alles

Eine klassische Schwachstelle sind Passwörter. Oft nach dem Motto „Eins für alles“ verwendet, kann es – einmal entschlüsselt – Tür und Tor für Angreifer öffnen. Damit man sich nicht so viel merken muss, bietet sich die Verwendung von Passwort-Managern an. Diese generieren sichere Passwörter, erkennen doppelte Verwendung und ­ zu schwache Exemplare. Niemals dürfen die­selben Passwörter im beruflichen und privaten Kontext oder aber doppelt verwendet werden. Was lapidar klingt ist leider immer noch ein häufiger Grund, warum Kriminelle Zugriff auf Geräte, Server und Co. erlangen.

Die Angreifer-Maschen kennen

Wer im Homeoffice arbeitet, ist durch seine vergleichsweise isolierte Situation besonders anfällig für Angriffe, wie sie zum Beispiel durch Phishing-Mails oder sogenannte „CEO-Frauds“ durchgeführt werden. Die Täter sind meist sehr gut über das Unternehmen informiert und üben enormen psychischen Druck aus.Ganz typisch wird dazu aufgerufen, einen Link anzuklicken, der auf verseuchte Seiten führt. Auch kompromittierte E-Mail-Anhänge sind ein beliebter Weg, um Viren in das Firmennetz zu schleusen. Informieren Sie sich daher fortlaufend über die gängigen Methoden von Cyberkriminellen und klären Sie Ihr Team darüber auf. Legen Sie Verhaltensstandards fest, an denen sich alle orientieren können.

Versicherung abschließen

Auch die gewissenhafteste Vorbereitung kann leider nicht immer verhindern, dass ein Cyberangriff erfolgreich ist. Es lohnt sich auf jeden Fall, eine umfassende Versicherung abzuschließen, die auch Mit­arbeiter im Homeoffice einschließt. Diese Investition kann sich auszahlen, denn eine Cyberattacke kann teuer werden: Oftmals ist ein Austausch der kompletten Hardware notwendig. Neben den Anschaffungskosten kann dies je nach Komplexität der IT-Infrastruktur Betriebsabläufe über Monate hinweg lahmlegen.

Erik Sterck, Erik Sterck GmbH, Leonberg, für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
IHK Region Stuttgart

Stromversorgungssicherheit

Derzeit wird unter anderem Szenariorahmenentwurf für den Netzentwicklungsplan 2025 diskutiert. Eine stabile Stromversorgung ist von entscheidender Bedeutung für unternehmerische Aktivitäten und wird mit einer zunehmenden Elektrifizierung immer bedeutender. Unvorhergesehene Ausfälle bereits im Millisekundenbereich haben teilweise erhebliche Auswirkungen auf betriebliche Abläufe und können der Produktivität massiv schaden.
Vor dem Hintergrund der Klimaziele und der (Strom-)Versorgungssicherheit möchten wir über unsere Dachgesellschaft DIHK von Ihnen in dieser 3-minütigen Umfrage erfahren, wie Ihr Unternehmen mit möglichen Stromausfällen im Jahr 2023 umgegangen ist. Ihre Einschätzungen und Erfahrungen sind für uns von großem Wert, um zukünftige Strategien zur Verbesserung der Versorgungssicherheit zu entwickeln und entsprechend Politik und Verwaltung zu beraten.
Zudem wird derzeit in Brüssel und Berlin zudem über die Nutzung der Technologie der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) debattiert. Vor diesem Hintergrund ist es für unsere politische Arbeit wichtig, zu wissen, in welchem Umfang diese Technologie zum Einsatz kommen sollte.
Wir bitten Sie um Ihre Beteiligung bis zum 23. Februar, um die Ergebnisse entsprechend in die EU- und Bundespolitik zu spielen.
Sie finden die anonym durchgeführte Umfrage hier.
Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2024

Region Stuttgart, Jahresbeginn 2024: Es bleibt zäh.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der Region Stuttgart verläuft zäh. Seit der Konjunkturumfrage im Herbst 2021 erlebt die Wirtschaft in der Region mehrere Auf und Abs, jedoch mit einem klaren negativen Trend. Hohe Energiekosten, Inflation, schwacher Konsum, eine rückläufige Auftragslage und Fachkräftemangel belasten zunehmend die Unternehmen in der Region. Aktuell fehlt es der Wirtschaft an den nötigen Impulsen, um wieder in Schwung zu kommen. Seit der Herbstumfrage im September 2023 hat sich der Indikator der aktuellen Geschäftslage kaum verbessert und liegt zum Jahresbeginn 2024 bei circa 15 Punkten. In einer guten Geschäftslage befindet sich derzeit jedes dritte Unternehmen. Eine schlechte Geschäftslage melden 18 Prozent der Unternehmen.
IHK-Konjunkturumfrage für die Region Stuttgart: Diese Analyse basiert auf der IHK-Umfrage zum Jahresbeginn 2024, an der 741 Unternehmen zwischen dem 02. Januar 2024 und 22. Januar 2024 teilgenommen haben.
Ihr Unternehmen möchte auch an der IHK-Konjunkturumfrage teilnehmen? Sie können sich gerne mit einer formlosen E-Mail an konjunktur@stuttgart.ihk.de anmelden. 
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Im Vergleich zum Herbst 2023 hat sich die Reihenfolge der Risiken für die kommenden 12 Monate leicht verändert. Wegen der schwachen Konjunktur ist das Toprisiko der Region Stuttgart die Inlandsnachfrage mit circa 71 Prozent der Nennungen. Auf Platz 2 wurde der Fachkräftemangel (56 Prozent) durch die steigenden Arbeitskosten (57 Prozent) abgelöst. Die hohe Inflation, die auch zeitverzögert Löhne und Gehälter steigen lässt und der Fachkräftemangel üben Druck auf Arbeitskosten aus. Zum 1. Januar 2024 stieg zudem der Mindestlohn von 12 Euro auf 12,41 Euro an, was vor allem Branchen mit vielen Aushilfskräften, wie beispielsweise die Gastronomie, betrifft.  
Obwohl die Energiepreise im Vergleich zu den Krisenmonaten im Sommer 2022 wieder deutlich gesunken sind, sehen circa 47 Prozent der Unternehmen bei den Energiekosten ein Geschäftsrisiko. Vor allem bei Unternehmen der Industrie, der Bauwirtschaft und bei den Logistikern bleibt es eines der Toprisiken. Viele Unternehmen sehen die deutschen Energiepreise im internationalen Vergleich als nicht wettbewerbsfähig an, das zeigen die Ergebnisse des IHK-Energiewendebarometers
Häufiger wurde das Risiko “Wirtschaftspolitik / politische Rahmenbedingungen” genannt. Überlastende Bürokratie, unzuverlässige politische Entscheidungen wie etwa der abrupte Wegfall von Förderprogrammen wurden bei den Freitextantworten häufig genannt. Derzeit sehen 36 Prozent der Unternehmen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung – im Herbst waren es noch 34 Prozent. Mit Hinblick auf die Konflikte im Nahen Osten und dem Krieg in der Ukraine wurde im Vergleich zum Herbst 2023 auch “geopolitische Spannungen” als Risiko mit 32 Prozent der Nennungen öfter genannt. 
Die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate in der Region Stuttgart bleiben getrübt. Zwar steigt der Indikator von -15 Punkten auf -8 Punkte an, bleibt damit aber im Saldo negativ. Jedes fünfte Unternehmen erwartet bessere Geschäfte, circa 28 Prozent schlechtere Geschäfte. Gleichbleibend (schlechte) Geschäfte erwarten 53 Prozent der Unternehmen.  
Einen kleinen Lichtblick gibt es in der Exportwirtschaft: Jedes dritte Unternehmen erwartet einen besseren Export (im Herbst war es nur jedes vierte). Vor allem der Export in die Vereinigten Staaten wird von vielen Industrieunternehmen als steigend erwartet. Hintergrund dafür sind die milliardenschweren Konjunkturprogramme der amerikanischen Regierung, von denen auch der regionale Export profitiert. Des Weiteren werden steigende Exporte nach Süd- und Mittelamerika, sowie Asien erwartet. 
Die unsichere politische und wirtschaftliche Lage wirkt jedoch hemmend auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Der Indikator der Inlandsinvestitionen verbessert sich im Vergleich zum Herbst von -10 Punkten auf -3 Punkte und bleibt im Schnitt trotzdem negativ. Falls investiert wird, sind die Hauptmotive: Ersatzbedarf (65 Prozent) und Digitalisierung (57 Prozent). Investitionen in Umweltschutz und Energieeffizienz haben im Vergleich zu den vorherigen Umfragen etwas abgenommen – zum Jahresbeginn 2024 investiert jedes dritte Unternehmen in den Umweltschutz.  
Die schwache Konjunktur der letzten vier Monate geht nicht ganz spurlos am Arbeitsmarkt vorbei. Die Arbeitslosenquote in der Region Stuttgart liegt im Dezember 2023 bei 4,2 Prozent, das ist 0,5 Prozentpunkte höher im Vergleich zu Dezember 2022. Auch der Indikator der Beschäftigungspläne zeigt einen negativen Trend und liegt seit Herbst 2023 weiterhin bei -9 Punkten. Jedes vierte Unternehmen erwartet eine fallende Beschäftigtenzahl. 
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Der schwache Auftragseingang aus dem In- und Ausland ist bei den Industrieunternehmen in der Region weiterhin ein Problem. 43 Prozent der Unternehmen melden eine fallende Tendenz im Auftragseingang. Nur jedes zehnte Unternehmen hat eine steigende Tendenz. Die noch vorhandenen Aufträge werden nach und nach abgearbeitet, das spiegelt sich auch in der gemeldeten Kapazitätsauslastung wider – durchschnittlich sind die Kapazitäten bei den Industrieunternehmen zu 78 Prozent ausgelastet, das sind 5 Prozentpunkte unter dem 10-Jahresdurchschnitt. Der Lageindikator in der Industrie steigt leicht von 1 Punkt im Herbst 2023 auf 6 Punkte zum Jahresbeginn 2024 an.
Fallender Auftragseingang, schwierige Finanzierungsbedingungen und der Fachkräftemangel drücken die Stimmung in der Bauwirtschaft weiterhin. Eine Normalisierung ist noch nicht in Sicht. Der Lageindikator bricht von 27 Punkten im Herbst 2023 auf 0 Punkte zum Jahresbeginn 2024 nochmal deutlich ein. 19 Prozent der Bauunternehmen haben gute Geschäfte, die gleiche an Anzahl Unternehmen meldet aber auch eine schlechte Geschäftslage.
Die hohe Inflation führt bei den Haushalten zur Konsumzurückhaltung, das bekommen derzeit die Händler zu spüren. Sowohl im Einzel- als auch im Großhandel sinkt die Geschäftslage noch einmal deutlich ab. Wobei der Großhandel auch die schwache Nachfrage aus der Industrie erfährt. Der Umsatz ist bei mehr als 68 Prozent der Händler zurückgegangen. Die Ertragslage wird von 35 Prozent als schlecht eingeschätzt.
Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es bei den Dienstleistern. Vor allem Beratungsunternehmen melden eine Verbesserung ihrer Geschäftslage. Aber auch ITK-Dienstleister profitieren vom Voranschreiten der Digitalisierung. Für die Unternehmen der Finanzdienstleistungen bedeutet die Zinswende auch eine Ertragswende: Spareinlagen sind endlich wieder rentabel.  
Das Hotel- und Gastgewerbe sieht sich nach Jahren der Corona-Pandemie mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Zum Jahresbeginn 2024 müssen Unternehmen mit höheren Kosten zurechtkommen: Mindestlohn- und Mehrwertsteuererhöhung. Zusammen mit den hohen Energiekosten führt das zu einer geschmälerten Ertragslage.  
Auch das Transport- und Verkehrsgewerbe hat eine deutliche Lageverschlechterung. Die Verschärfung der LKW-Maut und die CO2-Steuer auf fossile Kraftstoffe belasten die Logistiker. Zudem ist wegen der schwachen Konjunktur in der Industrie die Auftragslage stark zurückgegangen.
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Magazin Wirtschaft

Werben mit YouTube und TikTok

Warum nutzen Unternehmen YouTube und andere Video-Plattformen? Die Antwort liegt in einem simplen, aber ­effektiven Konzept: Inbound-Marketing. Bei dieser Methode müssen Firmen nicht um die Gunst der Konsumenten buhlen oder tief in die Tasche greifen für Werbeanzeigen. Vielmehr geht es darum, nützliche Inhalte zu generieren, die genau auf die Interessen und Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sind.

Die drei Phasen der Inbound-Methodik

Die Inbound-Methodik setzt sich aus drei Phasen zusammen. Stellen Sie sich vor, Sie führen einen Blumenladen. In der ersten Phase „werben“ veröffentlichen Sie ein nützliches ­Pflegetipp-Video, wodurch Kunden denken: „Dieser Laden weiß, wovon er spricht!“ In der „Interagieren“-Phase fühlt sich ein nach Rat fragender ­Zuschauer durch Ihre Empfehlung gut beraten. Schließlich, in der Phase ­„begeistern“, bieten Sie nach dem ­Pflanzenkauf weitere Tipps. Der Kunde ist begeistert und empfiehlt Sie weiter.
Die geignete Plattform für solche Videos ist YouTube. Durch die ­Veröffentlichung von Videos erhöhen Sie Ihre Sichtbarkeit und sprechen potenzielle Kunden an. Weil der Content im Gegensatz zu kurzfristigen, bezahlten Anzeigen (sogenannten Ads) online bleibt, generieren die ­Videos sogar kontinuierlich neue Kontakte. Das spart langfristig Kosten. Zudem positionieren Sie sich mit  ­informativem und ansprechendem Content als Branchenexperte.

Die Videos lassen sich unkompliziert teilen

Die ­Videos lassen sich zudem ­unkompliziert auf verschiedenen Plattformen teilen und auf Websites einbinden. Die Plattform agiert sozusagen als virtueller Vertriebsmitarbeiter, der rund um die Uhr und das ganze Jahr über im Einsatz ist, der neue Kunden automatisch anspricht und so zur nachhaltigen Positionierung des Unternehmens beiträgt.

Ideen für Youtube-Content:  

  • Tutorials/How-to-Videos: Ein Bio-Pflegeprodukte-Unternehmen könnte ein „Schritt-für-Schritt-Video zur optimalen Hautpflege“ erstellen, das zeigt, wie man die Produkte für die besten ­Ergebnisse anwendet.
  • Kunden-Testimonials und Erfahrungsberichte: Ein Fahrradgeschäft könnte Videos veröffentlichen, in denen Kunden ihre positiven Erfahrungen und Lieblingsstrecken teilen.
  • FAQs: Ein Online-Buchhandel könnte eine ­Serie mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zu Versand, Rückgaberecht oder Buchauswahl erstellen.
Inzwischen veröffentlichen viele Unternehmen ihre Videos auf TikTok. Doch ist das tatsächlich der neue Stern am Marketing-Himmel? Nur wenn die Plattform richtig genutzt wird! Der Schlüssel liegt in der Anpassung des Contents an die Zielgruppe, wobei Fragen beantwortet werden müssen wie: „In welche Nische möchten Sie gehen?“ und „werden dort ein spezieller Jargon oder spezifische Wörter verwendet“? Aber auch Emotionales spielt eine große Rolle, zum Beispiel welche schmerzhaften Alltagssituationen nennen Ihre Wunschkunden, wovor haben sie Angst oder was und wer macht sie wütend. Ist die Ausrichtung klar, ist eine regelmäßige Recherche unabdingbar. So findet man Videos und Trends, die gerade viral gehen und macht sie für sein eigenes ­Unternehmen nutzbar.

Ideen für den TikTok-Content:


  • Kurze Tipps und Tricks: Schnelle und hilfreiche Ratschläge oder Ideen rund um die Nutzung von Produkten oder Dienstleistungen.
  • Lip-Sync-Videos: Unterhaltsame und kreative Videos, die zu viralem Content werden können und die Marke in einem lockeren Licht zeigen.
  • Reaktionsvideos: Reaktionen auf Trends, Memes oder andere Videos, um auf humorvolle Weise mit der Community zu interagieren.

Nutzen Sie die Synergieeffekte beider Plattformen

Die Kombination von YouTube und TikTok ermöglicht es Unternehmen, unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und vielfältige Content-Formate zu nutzen. Während YouTube über klassische Videos (länger als eine Minute, im Querformat) den Aufbau von Expertise und Vertrauen fördert, ermöglichen YouTube-Shorts und TikTok eine große Reichweite, spontane, kreative Interaktionen und den Zugang zu jüngeren Zielgruppen. Was passt für wen am besten?

Ein kleine Quiz zur Entscheidungsfindung

Zielgruppe:
a) Unter 35, sehr aktiv auf Social Media
b) Gemischtes Alter, sucht gezielt nach Informationen oder Produkten
c) Beides
Art des Contents:
a) Kurze, kreative und unterhaltsame Inhalte
b) Informativ, detailliert, professionell
c) Eine Mischung aus beidem
Budget:
a) Klein, ideal für kurze und knackige Inhalte
b) Größer, auch für aufwendigere Produktionen geeignet
c) Flexibel, variiert je nach Content
Marketingziel:
a) Markenbekanntheit steigern, virale Inhalte
b) Vertrauensbildung, Expertenstatus aufbauen, Conversion Rate optimieren
c) Beides
Interaktion:
a) Hohe Interaktion, schnelle Reaktionszeit
b) Qualitative Interaktion, Aufbau von Langzeitbeziehungen
c) Beides
Auswertung:
  • Mehrheitlich a): TikTok scheint die ideale Plattform für Sie zu sein. Hier können Sie vor allem jüngere Zielgruppen erreichen und durch kreative Inhalte punkten.
  • Mehrheitlich b): YouTube ist wahrscheinlich die bessere Wahl für Ihr Unternehmen. Mit informativen Videos bauen Sie Vertrauen auf und zeigen Ihre Expertise.
  • Mehrheitlich c) oder eine Mischung aus a) und b): Die Kombination von YouTube und TikTok könnte für Ihr Unternehmen am ­vorteilhaftesten sein. Sie profitieren von beiden Welten und erreichen ein breiteres Publikum.
Sebastian Rentschler, Berger & Rentschler GmbH & Co. KG, Urbach für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
 
Workshop am 01.02.2024

Wie Sie qualifizierte Fachkräfte für Ihr Unternehmen gewinnen

Laut IHK-Konjunkturumfrage Herbst 2023 gehört der Fachkräftemangel unverändert zu den meistgenannten Geschäftsrisiken. Das muss nicht sein: Im Workshop entwickeln Sie gemeinsam mit unseren Referenten neue Ideen, um qualifizierte Fachkräfte für Ihr Unternehmen zu gewinnen!
Wann: Donnerstag, 01.02.2024, 13:00-17:00 Uhr; anschließend gemütlicher Ausklang mit der Möglichkeit zum Netzwerken
Wo: IHK-Haus, Jägerstr. 30, Stuttgart
Preis: kostenfrei
Inhalte des Workshops (13:00-17:00 Uhr):
  • Erfolgreiches Recruiting: Grundlagen der digitalen Personalsuche
  • Praxisübung: Auf dem Weg zur perfekten Stellenanzeige
  • Hands-on: Entwicklung Ihrer digitalen Suchstrategie
  • Insider-Tipps: Wie Sie die Kandidaten für sich gewinnen
Referent: Marcus Wagner, TeamSpirit Personal GmbH, Stuttgart
Im Anschluss an den Workshop laden wir ein zu einem gemütlichen Ausklang mit der Möglichkeit zu Erfahrungsaustausch und persönlichem Networking.
Der Workshop richtet sich an Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie Personalverantwortliche aus Industrie und Handwerk.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um den Austausch zu fördern und individuelle Fragen beantworten zu können.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projekts „Cluster Automotive Region Stuttgart 2.0 – Transformationsnetzwerk für den Fahrzeug- und Maschinenbau (CARS 2.0)“. CARS 2.0 wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.
Magazin Wirtschaft

Recht und Steuern: die IHK hilft

Wer ein Unternehmen gründet oder führt, hat es mit zahlreichen Gesetzen, Vorschriften und Rechtsprechungen zu tun. Da den Überblick zu behalten und immer auf dem neusten Stand zu sein, ist eine Herausforderung. Unser IHK-­Service unterstützt Sie dabei!
Als IHK-Mitgliedsunternehmen erhalten Sie in zahlreichen wirtschafts- und steuerrechtlichen Fragen Hilfe im Rahmen einer Erstberatung durch unser Juristen-Team. Schwerpunkte bilden dabei Themen wie Arbeitsrecht, Datenschutz, Handels- und Gesellschaftsrecht sowie Steuer- und Vertragsrecht. Auch bei ­Fragen zur ­Beschäftigung ausländischer Fachkräfte, zur rechtskonformen ­Werbung, zum ­Lebensmittelrecht, zur Zulässigkeit eines Firmennamens, zu Compliance, IT-Recht und vielem mehr beraten Sie unsere Fachleute aus dem IHK-Haus in Stuttgart und aus unseren Bezirkskammern.

Oder schildern Sie uns Ihr Anliegen über unser digitales Kontaktformular. Wir garantieren Ihnen eine fundierte Rückmeldung – in der Regel innerhalb von zwei Tagen. Unser IHK-Team zeigt Ihnen gern Handlungsmöglichkeiten unter den rechtlichen Rahmenbedingungen auf.  
Der juristische Service beschränkt sich dabei nicht nur auf die Beratung. Unsere Mitgliedsunternehmen werden auch fortlaufend über Neues aus dem ­Themenkreis Recht und Steuern informiert. Am besten abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter „Recht“ und „Steuern“.

In diesem Internetauftritt finden Sie zudem das umfassende juristische Ratgeber­angebot der IHK mit zahlreichen Merkblättern, Musterklauseln und Checklisten zu vielen Rechts- und Steuerthemen.
Abgerundet werden die juristischen ­Informationsangebote der IHK durch Schulungen, Seminare und Vorträge, die Sie in der Veranstaltungsdatenbank finden –  damit Sie die komplexe Rechtslage besser durchschauen können!
Auf politischer Ebene sind unsere Rechts- und Steuerexperten ebenfalls für Sie im Einsatz: Wir bringen die Interessen der gewerblichen Wirtschaft der Region bei Gesetzgebungsverfahren ein und positionieren uns gegenüber politischen Entscheidungsträgern, um ­bessere Rahmenbedingungen für unsere Mit­glieder zu erreichen und Bürokratie abzubauen.
Unser Anspruch: eine effiziente, kompetente und serviceorientierte Dienstleistung für unsere Mitgliedsunternehmen – im Sinne der regionalen Wirtschaft. Auf Ihre Kontaktaufnahme freuen wir uns!  
Liana Meyer-Vogt, Dr. Andreas Kiontke, IHK Region Stuttgart für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat

Digital Services Act

Die europäische Verordnung „Digital Service Act“ (DSA), zu Deutsch „Gesetz über digitale Dienste“ soll mehr Sicherheit und Verantwortung im Online-Umfeld herbeiführen. Mit dem DSA soll konsequenter gegen illegale Online-Inhalte wie Hassrede, Marken- und Produktpiraterie oder unsichere Produkte vorgegangen werden. Zudem soll mehr Transparenz über die Moderation und Darstellung von Inhalten gewährleistet sein. Der DSA ist am 16. November 2022 in Form einer Verordnung in Kraft getreten.
Ab dem 17. Februar 2024 müssen die Regeln von Online-Vermittlungsdiensten verbindlich angewendet werden. Bis dahin sind die im Folgenden dargestellten Pflichten, sofern noch nicht erfolgt, umzusetzen. Für die sogenannten sehr großen Online-Plattformen und Online-Suchmaschinen mit mehr als 45 Millionen Nutzern in der EU gelten diese Vorschriften bereits seit Ende August 2023.
Die in der DSA festgelegten Regeln richten sich an entgeltlich erbrachte Online-Vermittlungsdienste, die ihre Dienste im europäischen Binnenmarkt anbieten, unabhängig davon, ob sie in der Europäischen Union oder außerhalb niedergelassen sind. Die im DSA festgelegten Regeln betreffen in erster Linie Online-Vermittler und Online-Plattformen. Erfasst sind alle elektronischen Dienste, die Verbrauchern einen Zugang zu Dienstleistungen, Inhalten und Waren gestatten, wie Internetzugangsdienste, Online-Marktplätze, Web-Hosting-Dienste, Content-Sharing-Plattformen, App-Stores und Online-Reise- und Unterkunftsplattformen., aber auch soziale Netzwerke, Betreiber von Cloud- und Messaging-Diensten und Online-Suchmaschinen.

Allgemeine Verpflichtungen für alle Online-Vermittlungsdienste

Der DSA ist für alle Online-Branchen relevant, allerdings bestehen verschiedene Sorgfaltspflichten, die nach Unternehmensgröße abgestuft sind. Einige Regeln des DSA gelten für alle Vermittlungsdienste, inklusive kleiner und sehr kleiner Anbieter, die in der Europäischen Union (EU) angeboten werden, unabhängig vom Niederlassungsort des Anbieters (z. B. der Anbieter hat seinen Sitz in einem Drittstaat).
Zusätzlich gelten bestimmte Verpflichtungen nur für Online-Plattformen, wiederum andere Regeln betreffen nur sehr große Online-Plattformen und -Suchmaschinen mit mindestens 45 Millionen durchschnittlich monatlich aktiven Nutzern in der EU. Diese sehr großen Anbieter werden am stärksten reguliert. Für kleine Unternehmen und Kleinstunternehmen (mit weniger als 50 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von weniger als 10 Millionen Euro) bestehen Ausnahmen von der Einhaltung einiger DSA-Verpflichtungen.
Zu den Regelungen denen alle Vermittlungsdienste unterliegen, gehören Transparenz- Informationspflichten, Kooperationspflichten gegenüber Behörden, sowie gegebenenfalls die Haftung für illegale Inhalte auf den Online-Diensten.
Für alle Vermittlungsdienste besteht eine Haftungsprivilegierung. Sie haften grundsätzlich nicht für die Verbreitung illegaler Inhalte durch ihre Nutzer. Es besteht keine allgemeine Überwachungs- und Nachforschungspflicht. Eine Haftung besteht erst bei tatsächlicher Kenntnis von rechtswidrigen Inhalten oder Umständen. Ab Kenntniserlangung müssen Diensteanbieter illegale Inhalte zügig sperren oder entfernen (eine bestimmte Frist für die Entfernung besteht aber nicht).

Meldeverfahren für Hostingdienstanbieter

Darüber hinaus haben Hostingdiensteanbieter leicht zugängliche und benutzerfreundliche Verfahren einzurichten mit denen Personen oder Einrichtungen ihnen das Vorhandensein rechtswidriger Inhalte elektronisch melden können (Notice and takedown- Verfahren). Die Meldung muss so deutlich beschaffen sein, dass der Anbieter, ohne eingehende rechtliche Prüfung feststellen kann, dass die betreffende Tätigkeit oder Information rechtswidrig ist. Außerdem müssen Hostingdiensteanbieter Beschränkungen gegenüber dem Nutzer begründen, die mit der Begründung getätigt werden, dass es sich bei den vom Nutzer bereitgestellten Informationen um rechtswidrige Inhalte handelt oder diese nicht mit ihren Nutzungsbedingungen vereinbar sind. Dies betrifft zum Beispiel die Kündigung des Nutzerkontos, Entfernung oder Herabstufung von Inhalten, Sperrung des Zugangs zu Inhalten, die Aussetzung, Beendigung oder sonstige Beschränkung von Geldzahlungen oder der gesamten oder teilweisen Bereitstellung des Dienstes. Hostingdiensteanbieter sind auch verpflichtet den Strafverfolgungsbehörden den Verdacht von Straftaten zu melden.
Alle Anbieter von Vermittlungsdiensten – ausgenommen Klein- und Kleinstunternehmen – haben jährlich Transparenzberichte über ihr Lösch- und Sperrverhalten zu veröffentlichen. Einzelheiten sind in Artikel 15 Absatz 1 DSA geregelt.
Jeder Vermittlungsdienst hat eine Kontaktstelle für die Kommunikation mit den Behörden der EU-Mitgliedstaaten, der Europäischen Kommission und dem Gremium für digitale Dienste zu benennen. Daneben ist eine Kontaktstelle für die Nutzer bereitzustellen. Die Kommunikation hat auf elektronischem Weg zu erfolgen. Anbieter mit Sitz außerhalb der EU, die aber Dienstleistungen in der EU anbieten, müssen einen gesetzlichen Vertreter innerhalb der EU benennen.
Alle Vermittlungsdienste müssen in ihren AGB künftig Angaben zur Moderation von Inhalten machen. Dies sind Angaben zu Leitlinien, Verfahren, Maßnahmen und Werkzeuge zur Beschränkung von durch Nutzer bereitgestellte Inhalte, einschließlich Verfahrensregeln für das interne Beschwerdemanagementsystem des Vermittlungsdienstes.

Zusätzliche Pflichten nur für Online-Plattformen

Nur Online-Plattformen (Hostingdienste, die im Auftrag des Nutzers Informationen speichern und öffentlich verbreiten), insbesondere Social-Media-Plattformen und Online-Marktplätze, haben zusätzlich zu den Transparenzberichtspflichten ein Beschwerdeverfahren für Nutzer einzurichten. Das Beschwerderecht besteht unter anderem, wenn das Nutzerkonto ausgesetzt oder geschlossen wird, bei Löschungen und Sperrungen von Inhalten, sowie bei Inhalten deren Reichweite beschränkt wird.
Anbieter von Online-Plattformen müssen ihre Online-Schnittstellen (z. B. Webseiten oder Apps) so konzipieren, dass Nutzer nicht zu unerwünschten Verhaltensweisen oder ungewollten Entscheidungen veranlasst werden (Verbot von sogenannten „Dark Patterns“). Beispielhafte verbotene Praktiken sind wiederholt aufzufordern eine bereits getroffene Wahl erneut zu treffen, das Beenden (z .B. Kündigung) eines Dienstes schwieriger als dessen Anmeldung auszugestalten, bestimmte Auswahlmöglichkeiten stärker hervorzuheben (vergleiche auch Erwägungsgrund 67 des DSA). Zum Beispiel wäre die Option Cookies abzulehnen genauso deutlich dazustellen, wie die Möglichkeit in Cookies einzuwilligen.
Anbieter von B2C-Online-Marktplätzen müssen die Kontakt- und Zahlungsdaten sowie einen Identitätsnachweis von Unternehmern einholen, die ihre Produkte oder Dienstleistungen auf der Plattform bewerben. Werbung auf Online-Plattformen ist zu kennzeichnen, und zwar mit Angabe für wen die Anzeige geschaltet wird und wer dafür bezahlt, sowie nachvollziehbare Parameter für den Nutzer, wieso ihm diese Werbung angezeigt wird.

Risikoanalyse für sehr große Plattformen und sehr große Suchmaschinen

Sehr große Plattformen und sehr große Suchmaschinen haben mindestens einmal jährlich eine Analyse auf die systemischen Risiken ihrer Dienste durchzuführen, unter anderem etwa hinsichtlich der Verbreitung rechtswidriger Inhalte und müssen risikomindernde Maßnahmen treffen, die auf die ermittelten systemischen Risiken zugeschnitten sind. Näheres regelt der Katalog des Artikel 34 DSA. Die Risikobeurteilung ist jährlich durch einen unabhängigen Auditor zu prüfen. Soweit Anbieter sehr großer Online-Plattformen oder sehr großer Online-Suchmaschinen Empfehlungssysteme einsetzen, müssen sie den Nutzer transparent über die wichtigsten Parameter ihres Empfehlungssystems informieren und wie er diese ändern oder beeinflussen kann. Wiederum gelten die vorgenannten Punkte nicht für Online-Plattform-Anbieter, bei denen es sich um Kleinst- oder Kleinunternehmen handelt.

Folgen bei Verstößen gegen den DSA

Für die Einhaltung des DSA wird es nationale als auch auf europäische Überwachungsbehörden geben. Die Mitgliedstaaten sollen eine Behörde (sog. Koordinator für digitale Dienste) benennen, die im Zusammenhang mit der Überwachung und Durchsetzung des DSA in diesem Mitgliedstaat zuständig sind. Bei Verstößen oder fehlender Kooperation kann die Europäische Kommission gegen Anbieter einer sehr großen Online-Plattform oder einer sehr großen Online-Suchmaschine Geldbußen bis zu 6 Prozent des im vorangegangenen Geschäftsjahr weltweit erzielten Gesamtjahresumsatzes verhängen. Nutzer können Anspruch auf Schadenersatz für etwaige Schäden oder Verluste geltend machen, die aufgrund eines Verstoßes gegen den DSA entstanden sind.
Der vollständige Verordnungstext des DSA ist im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Europäischen Kommission.
Magazin Wirtschaft

Erfolg hat einen Namen

Mancher Unternehmer, der von seiner Firma spricht, hat gar keine - denn nur wer im Handelsregister eingetragen ist, kann mit einer Firma im Rechtsverkehr auftreten. Auf Kleingewerbetreibende, dazu zählt auch die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), trifft das nicht zu. Als Identifikationsmerkmal müssen diese Gewerbetreibenden den Vor- und Nachnamen angeben, nur ergänzend ist die Verwendung einer Geschäftsbezeichnung im Geschäftsverkehr zulässig.

Neu: GbRs können unter ihrem Namen am Geschäftsleben teilnehmen

Für die GbR gilt seit dem 1. Januar 2024 eine weitere Besonderheit, wenn von der Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, diese in das neue Gesellschaftsregister einzutragen. Die eingetragene GbR (eGbR) kann unter ihrem registrierten Namen im Geschäftsverkehr auftreten. Dieser hat dieselbe Funktion wie eine Firma.
Die Firma bietet im Geschäftsleben einige Vorteile. Der gute Ruf eines erfolgreichen Unternehmens ist mit dessen Namen verknüpft, der ihn von anderen abhebt. Ein etablierter Firmenname ist deshalb bares Geld wert, wenn er zusammen mit dem Unternehmen verkauft wird. Zudem genießt die Firma ­Namensschutz: Das unberechtigte Verwenden durch Konkurrenten begründet einen Unterlassungsanspruch.

Unterscheidbarkeit ist Pflicht

Für die Bildung einer Firma und den ­Namen einer eGbR gilt, sie muss Namensqualität besitzen, um das Unternehmen zu kennzeichnen und von anderen zu unterscheiden. Dazu eignen sich Personen­namen, Fantasiebezeichnungen oder Buchstabenkürzel. Rein beschreibende Formulierungen, wie „Immobilien Consulting“, reichen jedoch nicht, da diese nur die Geschäftstätigkeit wiedergeben und kein konkretes Unternehmen innerhalb der Branche benennen. Erst die Kombination mit einem unterscheidungskräftigen Zusatz verleiht der Firma die notwendige Unterscheidungskraft. Dies hat auch praktische Bedeutung für die Auffindbarkeit im Internet.

Zeichen gehen nur, wenn sie aussprechbar sind

Zeichen, die nicht aussprechbar sind, ­können nicht als Firmenbestandteil im Handelsregister eingetragen werden, wie etwa „®“ oder ein Emoji. Der Kreativität setzt auch das firmenrechtliche Irreführungsverbot Grenzen. Das Registergericht prüft, ob Angaben zur Unternehmens­größe, Produktionsweise, Unternehmenshistorie, einer besonderen Expertise oder sonstigen Vertrauensmerkmalen ­zutreffen. Besondere Erwartungen werden beispielsweise mit Begriffen wie Gruppe/Group, Zentrum, Deutsche, Bio/Öko, Institut oder akademischen Titeln verbunden.

Der Rechtsformzusatz muss immer enthalten sein

Daneben muss die Firma immer einen Rechtsformzusatz enthalten. Wichtig ist die Recherche, ob die Wunschfirma noch frei ist. Das Registergericht prüft zwar, ob sich Unternehmen mit demselben Sitz namentlich deutlich voneinander unterscheiden. Die Prüfung berücksichtigt jedoch keine marken- und wettbewerbsrecht­lichen Gesichtspunkte und erfasst nicht das gesamte Bundesgebiet.

Welche Namen gibt es schon?

Bei der Kollision mit einem älteren Namensrecht besteht das Risiko, dass die Firma geändert werden muss. Das kann nicht nur teuer werden: Mit der Aufgabe der Firma geht deren Reputation verloren, der Außenauftritt wird verändert, ob in der Werbung oder im Internet. Kunden und Lieferanten wird das irritieren.
Bestehende Namensrechte können einfach und kostenlos auf den Seiten des Patent- und Markenamts (www.dpma.de) und des Registergerichts (www.handelsregister.de) recherchiert werden. Außerdem bieten private Anbieter dies an.

Die IHK hilft kostenlos

Auch die IHK bietet eine firmenrechtliche Prüfung an, die kostenlos ist. Der Vorteil: Die IHK bestätigt ihre recht­liche Bewertung schriftlich. Reicht der ­Notar diese Stellungnahme mit den übrigen Unterlagen bei Gericht ein, kann die Eintragung im Handelsregister beschleunigt werden. Denn das Registergericht ­bittet die IHKn regelmäßig um ein firmenrechtliches Gutachten, wenn dort Zweifel aufkommen.

Robert Kiessel, IHK Region Stuttgart, für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
Online-Test

Wie fit ist Ihr Unternehmen?

Wie gut Ihre Firma beim Thema Gesundheitsförderung aufgestellt ist, erfahren Sie ganz einfach mit unserem kurzen Gesundheitscheck.
Der kostenlose Onlinetest „Gesundheitsbewusster Betrieb“ liefert Ihnen als Ergebnis eine individuelle Analyse der Ist-Situation Ihres Unternehmens im Vergleich zu anderen Betrieben. Darüber hinaus erhalten Sie Vorschläge wie Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in puncto Gesundheit noch unterstützen können.
Die Checkliste wurde von den IHKs in Baden-Württemberg in Kooperation mit der Universität Freiburg entwickelt und richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Betriebe – unabhängig davon, ob diese bereits Gesundheitsfördermaßnahmen getroffen haben oder sich dem Thema neu widmen möchten.
Die Website zum Onlinecheck bietet außerdem Informationen zum betrieblichen Nutzen und zur strategischen Planung beziehungsweise Konzeption der Gesundheitsförderung. Außerdem gibt es Vorschläge für konkrete Maßnahmen und Tipps zu Fördermöglichkeiten.
Sie haben Fragen rund um das Thema Betriebliche Gesundheit?
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wir helfen Ihnen gerne weiter.

5 Tage, 5 Berufe, 5 Unternehmen

Praktikumswochen BW - Infos für Betriebe

Nachdem die landesweiten Praktikumswochen in den letzten beiden Jahren auf große Resonanz gestoßen sind, haben Sie auch 2024 erneut die Möglichkeit junge Talente kennenzulernen! Nutzen Sie die Praktikumswochen in Baden-Württemberg, um ohne großen Zusatzaufwand interessierte Schülerinnen und Schüler als Fachkräfte von morgen zu gewinnen.

Was sind die Praktikumswochen?

Während der Praktikumswochen Baden-Württemberg können Sie als Unternehmen an ausgewählten Tagen Schülerinnen und Schüler in Tagespraktika kennenlernen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, an selbst ausgewählten Tagen jeweils in ein anderes Unternehmen hineinzuschnuppern.
Sie als Unternehmen geben an, wann und für welche Berufsfelder Sie Tagespraktika anbieten. Danach bekommen Sie von der Vermittlungsplattform Praktikantinnen und Praktikanten vorgeschlagen, die sich für Ihre Berufsfelder zu den von Ihnen festgelegten Terminen interessieren. Mit einem Klick ist der Praktikumsvorschlag angenommen und die Praktikantin bzw. der Praktikant erhält automatisch alle wichtigen Informationen zum Praktikumstag. Ihr Unternehmen – egal ob groß oder klein –  profitiert vom geringen Verwaltungsaufwand und der guten Planbarkeit der Praktikumstage.

Wann finden die Praktikumswochen statt?

Die Praktikumswochen Baden-Württemberg finden 2024 in den folgenden Zeiträumen statt:
  • Osterferien + 2 Wochen davor (11.03. – 05.04.2024)
  • Herbstferien + 2 Wochen davor (14.10. – 31.10.2024)

Anmeldung und Ablauf

Auf der Aktionswebseite können Sie ab sofort Ihre Praktikumsangebote für 2024 eintragen.
Mehr Informationen zum Ablauf sowie ein Erklärvideo finden Sie auf der Webseite der Praktikumswoche
In folgenden Branchen fehlen Praktikumsangebote:
  • Maschinen und KFZ
  • Medien und Marketing
  • IT
  • Logistik
  • Gastronomie und Hotellerie
  • Verkauf und Handel

Was kostet die Teilnahme?

Die Teilnahme ist für Schülerinnen und Schüler und für Unternehmen kostenfrei. Das Angebot richtet sich an alle Unternehmen und an Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse.

Unternehmenssprechstunden via Zoom

Um Ihnen das Konzept sowie die Abläufe der Praktikumswoche vorzustellen, werden an mehreren Terminen “Unternehmenssprechstunden” angeboten. Hier haben Sie die Möglichkeit all Ihre Fragen zu stellen und Best Practice Beispiele kennenzulernen.

Ansprechpartner

Bei Fragen und Anliegen können Sie sich gerne an Ihre IHK vor Ort oder an support@praktikumswoche.de wenden.

Das bereits erfolgreich laufende Angebot “erlebe Berufe” im Landkreis Ludwigsburg bleibt bestehen und ist über eine direkte Verlinkung auch von der neuen landesweiten Plattform zu erreichen, so dass hier keine Doppelstrukturen geschaffen werden.

Magazin Wirtschaft

Jahresgespräch: Management bei Talking

Jahresgespräche dienen der Mitarbeiterbindung, denn die Menschen wollen heute gesehen und ernst ­genommen. Außerdem wollen sie wissen, welche Karriere- beziehungsweise Entwicklungsmöglichkeiten der Chef für sie plant. Und natürlich ist es für sie auch eine gute Gelegenheit, ihre Wünsche und ­Einschätzungen zu äußern.
In Unternehmen, in denen viel im Homeoffice gearbeitet wird, ist die persönliche Abgleichung von Erwartungen und Zielen besonders wichtig. Trotzdem sind solche Gespräche keine Selbstverständlichkeit: Studien zeigen, dass rund 25 Prozent der Mitarbeiter in deutschen KMUs nie zu einem Jahres- gespräch eingeladen wird.

1. Warum der Jahreswechsel ein guter Termin ist

Mitarbeiter­gespräche sollte man mindestens einmal jährlich führen. Der Januar eignet sich perfekt, denn dann beginnt etwas Neues, nicht nur in den Büchern und Bilanzen, sondern auch in den Köpfen. In vielen Unternehmen ist es zudem zwischen den Jahren ruhiger, so dass sich eher Zeit für ein ausführliches Gespräch findet.

2. Wen Sie einladen sollten

Führen Sie unbedingt mit jedem ­Ihrer Mitarbeiter ein persönliches Gespräch, nicht nur mit der Ebene unter Ihnen. Führen Sie es unter vier Augen.

3. Mit der Einladung Respekt zeigen

Leistungsbeurteilung muss fair, zeitgemäß und zur neuen Arbeitswelt passend sein. Respekt zeigen Sie schon dadurch, dass Sie mit dem Mitarbeiter einen Termin vereinbaren. So sieht er, dass Sie seine Arbeit aber auch sein privates Zeitmanagement ernst nehmen. Sorgen Sie für mindestens eine Woche Vorlauf, damit sich beide Seiten vorbereiten können.
Behandeln Sie den Termin wie einen Kundentermin, blockieren Sie also genügend Zeit, verschieben Sie ihn nicht und sorgen Sie dafür, dass Sie nicht gestört werden. Verabreden Sie sich im Besprechungsraum, nicht in Ihrem Büro. Auf jeden Fall muss es ruhig sein und die Tür zu.  

4. Bereiten Sie sich individuell auf jeden Gesprächspartner vor

Überlegen Sie, was Sie von der Person wissen, von ihren Bedürfnissen: Sucht er in erster Linie Sicherheit oder eher Zugehörigkeit? Will er Anerkennung aus seiner Arbeit ziehen oder sich selbst verwirklichen? Bedenken Sie dabei, dass es seit Corona einen Wertewandel gegeben hat: Der Wunsch nach Freizeit für Familie, Hobbys und für die persönliche Entfaltung steht Studien zufolge jetzt bei über 70 Prozent der Beschäftigten ganz oben auf der Wunschliste.  
Zudem erwarten viel mehr Menschen als früher von ihrem Arbeitgeber, dass er für ihr Wohlergehen sorgt und ihnen das Gefühl gibt, ihre Arbeit sei sinnvoll. Überlegen Sie darum, wie Sie die kurz- und mittelfristigen Ziele Ihres Unternehmens so kommunizieren, dass der Mitarbeiter sie als sinnstiftend empfindet und machen Sie deutlich, wie er  dazu beitragen kann.
Machen Sie sich aber auch Gedanken, wie Sie auf den Mitarbeiter wirken: Hat er Angst vor Ihnen oder, im Gegenteil, denkt er „der hat doch keine Ahnung!“ Tun Sie alles, damit Sympathie und Vertrauen das Gespräch prägen, denn das ist die Basis einer guten Kommunikation.

5. Machen Sie sich klar, was Sie erreichen wollen

Was erwarten Sie von dem Mitarbeiter im nächsten Jahr ? Welche Förderung braucht er dafür und wie überzeugen Sie ihn. Unnötig zu sagen, dass das Jägerprinzip ausgedient hat, wonach der Chef angewiesen und später kontrolliert hat.
Längst ist an diese Stelle das Hirtenprinzip getreten: Die Mitarbeiter erwarten Empathie und Wertschätzung. Weil Motivation über positives Feedback erfolgt, loben Sie viel! Das überzeugt allerdings nur, wenn Sie ganz konkrete Dinge loben, zum Beispiel: „Wie Sie das Problem X gelöst haben, das war große Klasse!“ Sammeln Sie also konkrete Beispiele für alles was Sie loben wollen (aber auch für alles was Sie kritisieren wollen).

6. Das Gespräch besteht nicht nur aus Worten

­Machen Sie sich unbedingt klar, dass 80 Prozent dessen, was der Mitarbeiter aus dem Gespräch mitnimmt, auf nonverbalem oder paraverbalem Weg transportiert wird. Paraverbal ist zum Beispiel, wenn Sie mit einem tiefen Seufzer auf den Stuhl sinken. Auch Lautstärke, Tonlagen, Pausen oder Lachen sind solche Signale, die zu Missverständnissen führen.
Das liegt auch daran, dass jede Aussage neben der Sachinfo noch drei weitere Informationen non-verbal transportiert, nämlich „wie ist meine eigene Stimmung“, „wie sympathisch ist mir mein Gesprächspartner“ und „was will ich von ihm“.
Konflikte entstehen, wenn diese Botschaften vom Gegenüber falsch gedeutet werden. Statt, „der Chef hat Stress“ kommt also an, „das Gespräch mit mir ist ihm lästig“. Deshalb ist auch das schönste Lob nichts wert, wenn Sie dabei (auch nur mal ganz kurz) aufs Handy schauen oder den Kaffee einschenken, statt dem Mitarbeiter in die ­Augen zu sehen.
Der Schlüssel zu gelungenen und wertschätzenden Gesprächen ist, den Mitarbeiter als Mensch wahrzunehmen und nicht nur als ­Arbeitskraft. Augenhöhe ist dabei das A und O, und dazu gehört auch, dass Sie ­einen Dialog führen, keinen Monolog. Kommunizieren Sie klar und fragen Sie nach, wenn sie das Gefühl haben, der andere habe etwas nicht verstanden.

7. So bauen Sie das Gespräch auf

Das ­eigentliche Gespräch ist zweigeteilt: ­Beginnen Sie mit dem Rückblick. Machen Sie deutlich, wie sehr Sie die Leistung ­registrieren und schätzen und machen Sie das an konkreten Beispielen fest. Gleichen Sie die Ergebnisse mit den Vereinbarungen des Vorjahres ab. Negatives sollten Sie ­belegen, aber nicht bewerten, sondern nur darstellen. Geben Sie dem Mitarbeiter auch Gelegenheit, seine Leistung und seine Entwicklung selber einzuschätzen.
Im zweiten Schritt geht es um den Ausblick: Welche Ziele sollen erreicht ­werden. Ordnen Sie sie in die übergeordneten ­Unternehmensziele ein, damit der Mit­arbeiter weiß, warum Sie das erwarten. Die Ziele sollten spezifisch, messbar, anspruchsvoll aber realistisch sein. ­Fragen Sie nach, welche Förderung zu ihrer Er­reichung nötig ist und setzen Sie feste Termine. Halten Sie alles schriftlich fest. Und: Lassen Sie Ihrem Mitarbeiter das letzte Wort.
Übrigens: Gehaltsverhandlungen gehören nicht in das Jahresgespräch

8. So sichern Sie die Ergebnisse

Halten Sie alle Ergebnisse schriftlich fest. Beide Seiten sollten sie unterschreiben. Behalten Sie das Besprochene im Blick und gleichen Sie es regelmäßig mit dem Ist-Zustand ab. Vergessen Sie nicht, unter dem Jahr zu ­loben, wenn Sie positive Entwicklungen registrieren.

Thomas Lung, Ulmer Potentialschmiede GmbH, für Magazin Wirtschaft 1-2.2024
Webinare und Präsenzveranstaltungen

Entdecken Sie unsere Veranstaltungen im Vergaberecht

Die IHK-Auftragsberatungsstelle unterstützt mit verschiedenen Veranstaltungen Unternehmen dabei, fit im Vergaberecht zu werden, sich über Neuerungen zu informieren und sich untereinander auszutauschen. Hier finden Sie die Übersicht aller Termine.
Sobald Sie sich zu den einzelnen Veranstaltungen anmelden können, finden Sie den Link zu Anmeldung direkt hier bei der Veranstaltung. Abonnieren Sie den kostenlosen IHK-Newsletter „Öffentliche Ausschreibungen“ – hier werden Sie über die Veranstaltungen regelmäßig informiert.
Veranstaltungen
Webinar: 10 Aspekte für eine erfolgreiche Bewerbung als Bieterunternehmen um öffentliche Aufträge
08. April 2024: 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Online-Anmeldung in der Veranstaltungsdatenbank
Präsenzveranstaltung: Die öffentliche Hand als Kunden gewinnen - Praktische Tipps und Tricks für Bieter
06. Mai 2024; 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Online-Anmeldung in der Veranstaltungsdatenbank
Präsenzveranstaltung: Wie nehmen Sie erfolgreich an öffentlichen Ausschreibungen teil?
18. Juni 2024; 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Online-Anmeldung in der Veranstaltungsdatenbank
Präsenzveranstaltung: 10 Aspekte für eine erfolgreiche Bewerbung als Bieterunternehmen um öffentliche Aufträge
07. Oktober 2024: 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Online-Anmeldung in der Veranstaltungsdatenbank
Präsenzveranstaltung: Wie setzen Sie Bieterfragen zielführend und strategisch ein?
5. November 2024; 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Online-Anmeldung in der Veranstaltungsdatenbank

Magazin Wirtschaft

Im Tandem zur Übergabe

„Wie siehts aus? Möchten Sie nicht bald in Rente gehen? Und was wird dann aus Ihrem Fahrrad­geschäft?“ Solche Fragen haben das ­Potenzial zu schwerer Kränkung. In unserem Fall stehen sie aber am Beginn eines gelungenen Nachfolgeprozesses.
Gestellt hat sie Massimiliano Mastrosimone. Der 49-Jährige ist quasi auf dem Zweirad aufgewachsen. Schon als Kind cruiste er damit durch das Filstal und später fuhr er Radrennen. Wenn etwas defekt war, ging er zu Hans-Georg Köder in dessen kleinen Fahrradladen mitten in Süßen. Eben jenem Hans-Georg Köder, dem er später die obige Frage stellte.

Nach drei Jahren soll der Wechsel kommen

Köder, heute 65 Jahre alt, hatte sich tatsächlich schon Gedanken über ­seinen Ruhe­stand gemacht. Mastrosimone schlug ihm vor, „drei Jahre arbeite ich für Sie, dann kommt der Wechsel.“ Das überzeugte ­Köder, denn schließlich hatte sein zukünftiger Kompagnon 20 Jahre lang eine Handelsvertretung für Fahrräder geführt und bis 2016 ein eigenes Radgeschäft mit Werkstatt in Salach betrieben. 2022 gründeten sie darum zusammen die KM Sports GmbH in Süßen, wobei KM für ihre Initialen steht.
Möchten Sie nicht bald in Rente gehen? Und was wird dann aus Ihrem Geschäft?
Warum hat Mastrosimone nicht einfach wieder ein eigenes Geschäft eröffnet? „Ich wollte gern die Marke Cube ­verkaufen. Die arbeitet aber nur mit Händlern zusammen, die schon einen gewachsenen Kundenstamm haben, so wie Herr Köder“, erklärt er. Außerdem verlangt das Unternehmen aus dem bayerischen Waldershof eine Verkaufsfläche von mindestens 650 Quadratmetern.

Mit IHK-Hilfe zum Businessplan

Weil auch noch eine Vororder für 2000 Fahrräder abgegeben werden musste, war der Finanzbedarf beträchtlich. Ein entsprechender Bankkredit wurde auch relativ schnell bewilligt. Das verdankt das Startup der IHK in Göppingen.
Mit ihrem ersten Businessplan war die Bank nämlich gar nicht zufrieden und schickte die beiden darum zur Bezirkskammer in die Jahnstraße. „Viele Gründer tragen zwar alle wichtigen Informationen zusammen, sie denken aber nicht daran, diese explizit und an der richtigen Stelle aufzuführen“, stellt Gründungsberater Kai Bartsch immer wieder fest.  Bei KM Sports kam zum Beispiel der etablierte Kundenstamm gar nicht vor und auch nicht die verkehrsgünstige Lage des neuen Geschäfts in der Tobelstraße.
Zudem wurde bemängelt, dass die Ren­tabilitätsvorschau und die Wettbewerbssituation fehlten. Aber auch da konnte die IHK helfen, wie Bartschs Kollegin Stefanie Suppan erzählt: „Die IHK erstellt regelmäßig Kaufkraftanalysen. Damit konnten wir belegen, dass im Landkreis tatsächlich ein Markt für den Cube-Store vorhanden ist.“ Auch bei der Firmierung habe die IHK beraten.

Ein Jahr verging, bevor das längst bewilligte Geld da war

Trotz der schnellen Zusage dauerte es jedoch ein Jahr, bis das Geld auf dem Konto war. „Ohne das Kapital, das Herr Köder eingebracht hat, hätten wir die Zeit nie überstanden!“, seufzt Mastrosimone und legt allen Gründern dringend nahe, solche Zeitspannen auf dem Schirm zu haben.
Köder hat 90 Prozent des Kapitals eingebracht, Mastrosimone zehn. Beide sind geschäftsführende Gesellschafter und zahlen sich das gleiche Gehalt aus. Die Arbeit haben sie sich aufgeteilt: Köder ist hauptsächlich für die Buchführung zuständig, Mastrosimone für die elf Mitarbeiter, die Werkstatt und den Laden. Alle halbe Jahre kauft er Köder Anteile ab, bis Ende 2024 das Verhältnis 50:50 betragen wird. Dann will Köder sich zur Ruhe setzen und sein Kompagnon ganz übernehmen.  
Und wie sieht der das Gründungs-Abenteuer? „Man ist schon sehr stolz, was wir hier alles geschaffen haben“, erzählt er, „aber wenn die Bürokratie wieder zuschlägt, denkt man schon, musste das jetzt noch mal sein?“

Dr. Annja Maga, Redaktion Magazin Wirtschaft, für Ausgabe 1-2.2024
Abfallwirtschaft

Elektronikschrottentsorgung in Europa

Seit über einem Jahrzehnt legt die EU-Richtlinie zur Entsorgung von Elektronikschrott (Waste of Electrical and Electronic Equipment, WEEE) Mindestanforderungen für die Behandlung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten in der Europäischen Union fest. Zwischenzeitlich gab es bei den nationalen Regelungen immer wieder Anpassungen.
Gibt es eine nationale Registrierungsstelle? Müssen Endverkäufer Geräte zurücknehmen? Sind Entsorgungsbeiträge zu zahlen? Meldepflichten zu erfüllen? Auf nunmehr 81 Seiten finden die Leserinnen und Leser Antworten auf diese und ähnliche Fragen. Der Leitfaden listet für 34 europäische Länder, wer den Regelungen zur Elektronikschrottbestimmungen unterliegt und welche Pflichten für Hersteller, Importeure und den Handel bestehen.
Die DIHK hat mit Stand November 2023 hier eine aktuelle Übersicht über die wichtigsten Regelungen erstellt.
Der Leitfaden wird auf der Webseite der DIHK  zum Download angeboten.
Quelle: DIHK
Abfallwirtschaft

Elektronikschrottentsorgung in Europa

Seit über einem Jahrzehnt legt die EU-Richtlinie zur Entsorgung von Elektronikschrott (Waste of Electrical and Electronic Equipment, WEEE) Mindestanforderungen für die Behandlung von Elektro- und Elektronik-Altgeräten in der Europäischen Union fest. Zwischenzeitlich gab es bei den nationalen Regelungen immer wieder Anpassungen.
Gibt es eine nationale Registrierungsstelle? Müssen Endverkäufer Geräte zurücknehmen? Sind Entsorgungsbeiträge zu zahlen? Meldepflichten zu erfüllen? Auf nunmehr 81 Seiten finden die Leserinnen und Leser Antworten auf diese und ähnliche Fragen. Der Leitfaden listet für 34 europäische Länder, wer den Regelungen zur Elektronikschrottbestimmungen unterliegt und welche Pflichten für Hersteller, Importeure und den Handel bestehen.
Die DIHK hat mit Stand November 2023 hier eine aktuelle Übersicht über die wichtigsten Regelungen erstellt.
Der Leitfaden wird auf der Webseite der DIHK  zum Download angeboten.
Quelle: DIHK
Gasversorgung

Vorbereitung Gasmangellage

Achtung: Fragen zur Abschaltung können nur mit dem Gasversorgungsnetzbetreiber und BNetzA geklärt werden.

Sicherheitsplattform Gas

Die Bundesnetzagentur hat sich als Bundeslastverteiler mit der Sicherheitsplattform Gas für eine Gasmangellage vorbereitet. Bei der Plattform handelt sich um eine digitale Informationsplattform auf der relevante Akteure am Gasmarkt ihre Daten zur Verfügung stellen.Die Plattform bietet somit der Bundesnetzagentur die Möglichkeit, mit den Marktteilnehmern ( > 10MWh/h) in Kontakt zu treten und Entscheidungen über erforderliche Versorgungsreduktionen im Krisenfall zu treffen. Neben Stammdaten werden von den Großverbrauchern, Versorgern, Händlern, Netzbetreibern sowie Bilanzkreisverantwortlichen auch aktuelle und geplante Informationen zu Gasverbräuchen abgefragt und analysiert.

Registrierungspflicht von Speicherbetreibern und Speichernutzern

Seit dem 8. Dezember 2023 ist für Betreiber von Gasspeicheranlagen nach §3 Nr. 6 EnWG sowie für Nutzer von Gasspeicheranlagen die Möglichkeit eröffnet, sich auf der Sicherheitsplattform Gas zu registrieren. Gemäß § 1a Abs. 2 der Gassicherungsverordnung (GasSV) sind diese Plattformteilnehmer verpflichtet, sich innerhalb eines Monats nach der Bereitstellung der Sicherheitsplattform Gas auf dieser zu registrieren. Unverzüglich nach Registrierung sind nach § 1a Abs. 6 GasSV zudem sämtliche auf der Plattform abgefragten Informationen, wie zum Beispiel Unternehmensdaten und Identifikationsparameter, auf dieser anzugeben.
Weitere Details finden Sie im folgenden Informationsschreiben zur Registrierung von Speicherbetreibern und Speichernutzern und Pflege der Daten (pdf / 545 KB)
  • Durch die Plattform können Gasmengen der größten Letztverbraucher, die zur Behebung einer Engpasssituation herangezogen werden können, zügig identifiziert werden.
  • Sie liefert aktuelle Informationen über die Verbrauchslage sowie Empfehlungen der Netzbetreiber, in welchen Regionen Lastreduzierungen die Behebung einer Engpasssituation bewirken würden.
  • Die Plattform dient als Kommunikationstool zwischen den beteiligten Akteuren.
  • Im Krisenfall erhalten die Gasverbraucher und Bilanzkreisverantwortlichen Verfügungen vom Bundeslastverteiler zur Reduktion des Gasbezugs.

Ausrufen der Notfallstufe

Nach Ausrufung der Notfallstufe durch die Bundesregierung nimmt die Bundesnetzagentur die Rolle als Bundeslastverteiler ein. Zur Bewältigung einer Gasmangellage kann der Bundeslastverteiler als eine von mehreren Optionen eine ratierliche Kürzung von Gasmengen bei Letztverbrauchern anordnen.
Das Ziel einer ratierlichen Kürzung des Gasbezuges ist es, die Nachfrage an Gas zu reduzieren und dadurch den bestehenden Gas-Engpass zu beheben. 
Adressiert werden von einer ratierlichen Kürzung mittels einer ratierlichen Allgemeinverfügung nur die ca. 40 000 Letztverbraucher mit registrierender Leistungsmessung (RLM-Kunden) mit einem jährlichen Gasverbrauch von < 1,5 Mio. kWh und einer Ausspeiseleistung von < 500kW. Die größeren industriellen Gasverbraucher werden über die Sicherheitsplattform Gas individuell adressiert.
Die ratierliche Allgemeinverfügung ordnet an, dass RLM-Kunden ihren Gasverbrauch im Vergleich zum bisherigen Verbrauch um einen bestimmten Prozentwert reduzieren müssen. Dieser Grundsatz wird durch einige Ausnahmeregelungen flankiert, es gibt z.B. Ausnahmen für nach §53a EnWG geschützte Kunden und RLM-Kunden, deren Gasverbrauch vollständig in einem der besonders schützenswerten Produktionsbereiche liegt. Diese RLM-Kunden sind nach Abgabe einer ausgefüllten Selbsterklärung an ihren Anschlussnetzbetreiber von einer Gasbezugsreduktion ausgenommen. 
Sollte eine ratierliche Allgemeinverfügung erlassen werden, wird diese auf der Webseite der Bundesnetzagentur bekannt gegeben und durch Presseveröffentlichungen begleitet.

Näheres zur Wirkungsweise und wie Sie als Unternehmen die ratierliche Allgemeinverfügung umsetzen müssen, können Sie der Aufzeichnung unserer Webinare oder dem Informationsmaterial auf den Webseiten der Bundesnetzagentur entnehmen, die hier verlinkt sind.
(4) Weitere Links zu zusätzlichen Informationen:
Weitere Fragen per E-Mail an: anfragen-krisenorganisation@bnetza.de oder über das Kontaktformular.

Quelle: Die Bundesnetzagentur

Was können Unternehmen tun?

  • Treten Sie in den Austausch mit ihrem Gasversorgungsnetzbetreiber, um Abschaltszenarien zu besprechen.
  • Sparen Sie jetzt Gas und Strom ein. Schauen Sie sich dazu Ihre Prozesse an und optimieren Sie diese. Kostenfreie und neutrale Unterstützung erhalten Sie von den KEFF und TTM Kollegeninnen und Kollegen oder nutzen Sie unsere Checkliste.
  • Mit der Energiesparkampagne CleverLänd  zeigt das Land Baden- Württemberg, wie jede und jeder im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten einen Beitrag dazu leisten kann. Viele kleine clevere Maßnahmen haben in der Masse ein großes Einsparpotential.  Ziel ist es, über Tipps zum Energiesparen aufzuklären sowie Sparmaßnahmen zu identifizieren.
  • Prüfen Sie, ob ein Energieträgerwechsel (weg vom Gas „Fuel Switch“) möglich ist. Ist ein Wechsel möglich, muss dieser mit den zuständigen Behörden für Immissionsschutz besprochen werden. Ob es hier zu gesetzlichen Erleichterungen bei den Genehmigungen kommt, ist noch offen.
  • Fuel Switch: Laut BW-Umweltministerium sind die Behörden informiert, pragmatisch vorzugehen. Sollte es trotzdem Problemfälle geben, steht das UM direkt zur Verfügung. (Vergleichbar hatte sich auch laut DIHK-Bericht das BMWK geäußert.) Sofern Ihnen Fälle bekannt sind, bei denen genehmigungsrechtliche Hürden einen schnellen Fuel Switch behindern, können diese also auch dem hiesigen UM gemeldet werden. 
  • Bereiten Sie das Abschalten vor. Prüfen Sie eigene und fremde Prozesse und Ihre vorgelagerte Lieferketten (Gegebenenfalls gibt es auch Unterbrechungen Ihrer Lieferkette, durch Wegfall von Vorlieferanten).
Änderungen 2024

Gesetzliche Regelungen in 2024

Zahlreiche neue Gesetze, Gesetzesänderungen und Regelungen treten zum 1. Januar 2024 in Kraft. Welche Regelungen müssen Unternehmen ab 2024 beachten?

Die DIHK hat die wichtigsten Änderungen, nach Themenfeldern zusammengestellt und wird dies zudem fortlaufend ergänzen.
Die Themenbereiche reichen von Arbeitswelt, Digitales,  Finanzen, Steuern, Gesellschafts- und Bilanzrecht, Handel, Gastgewerbe, Internationales, bis hin zu Energie, Umwelt und Verkehr. Sie finden dort beispielsweise Informationen zu Einwegkunststoffen, Pfandregelungen, CO2, CBAM, Fachkräfteeinwanderung, Maut und vieles mehr….
Auf der Webseite des DIHK sind diese zusammengestellt und werden fortlaufend ergänzt.


Magazin Wirtschaft

Mit 66 ist noch lange nicht Schluss

Der aktuelle Fachkräftemangel führt in vielen Branchen zu erheblichen Engpässen. Immer mehr Unternehmen greifen deshalb auf Arbeitnehmer zurück, die bereits die Regelaltersgrenze überschritten haben.
Davon profitieren dann beide Seiten: der ältere Kollege kann sein Knowhow weiter gewinnbringend einsetzen und der Arbeitgeber muss nicht auf die erfahrene Fachkraft verzichten. Aber welche Regeln gelten für solche Arbeitsverhältnisse?

Rentenalter beendet das Arbeitwsverhältnis nicht automatisch

Grundsätzlich führt das Erreichen der Regelaltersgrenze nicht zur ­Beendigung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses. Es müsste ­daher entweder durch eine Auf­hebungsvereinbarung oder durch eine ­Kündigung beendet werden.
Allerdings kann gemäß § 41 SGB VI eine Kündigung durch den Arbeitgeber nicht mit dem (Renten-)Alter gerechtfertigt werden. In aller Regel bestehen daher arbeitsvertragliche oder tarifliche Regelungen, die dafür sorgen, dass mit dem ­Erreichen der Regelaltersgrenze das Arbeitsverhältnis automatisch beendet wird.

So schiebt man den Renteneintritt hinaus

Doch wie oben gesehen, kann genau diese Folge unerwünscht sein. Es besteht daher gemäß § 41 S. 3 SGB VI die Möglichkeit, den Beendigungszeitpunkt einvernehmlich zeitlich hinauszuschieben. Dabei ist allerdings unbedingt - sofern vorhanden - der Betriebsrat zu beteiligen, denn das Bundesarbeitsgericht sieht hierin eine mitbestimmungspflichtige Einstellung.  Die gefundene Regelung sollte unbedingt schriftlich festgehalten werden.
Die Verlängerung des Arbeitsverhältnisses ist sogar mehrfach möglich. Dann ist jedoch Vorsicht ge­boten, denn dies darf nicht rechtsmissbräuchlich genutzt werden.

So stellt man seine Rentner wieder ein

Wenn das bereits beendete Arbeitsverhältnis wieder aufleben soll, stellt dies eine Neueinstellung dar. Damit gelten die allgemeinen arbeitsrechtlichen Vorgaben, insbesondere hinsichtlich der Befristung. Gemäß § 14 Abs. 3 TzBfG ist eine sachgrundlose Befristung nur unter engen Voraussetzungen möglich. Wichtig ist auch hier, dass die Befristung der Schriftform bedarf.
Wird ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vereinbart, so ist zu beachten, dass es nicht ohne Weiteres beendet werden kann. Das Alter ­allein stellt - wie oben gesehen - keinen Kündigungsgrund dar. ­Anders stellt sich die Situation nur für Klein­betriebe dar. Dort ist in ­aller Regel kein Kündigungsgrund erforderlich.

Individueller Eintritt in das ­Rentenalter

Einige Alt-Arbeitsverträge enthalten noch eine Regelung, die eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres vorsieht. Dies wird jedoch seit 2012 bis 2029 schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Auch für Alt-Arbeits­verträge verschiebt sich die Regel­altersgrenze deshalb entsprechend dem Geburtsjahrgang.

Sozialversicherungspflicht besteht fort

Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze besteht auch bei Rentnern eine Arbeits­losen- und Rentenversicherungspflicht. Danach fällt lediglich der Arbeitgeberanteil sowohl für die Renten- als auch für die Arbeitslosenversicherung an. Der Arbeitnehmer kann jedoch freiwillig weiterhin zusätzlich den Arbeitnehmeranteil an die  gesetzlichen Rentenversicherung leisten.
Die Krankenversicherungsbeiträge sind paritätisch aus dem ermäßigten Beitragssatz von 14,0 Prozent sowie gegebenenfalls einem Zusatz­beitragssatz zu leisten. ­Arbeitnehmer, die eine Vollrente beziehen haben keinen Anspruch auf Krankengeld.

Dr. Kerstin Knipp, Petermann & Knipp Rechts­anwälte Partnerschaft mbB PR AG, Böblingen, für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
Netzwerk Assistenz

Ein Austausch, der Türen öffnet

Austauschen, netzwerken, die Kommunikation auf unserer Ebene voranbringen“, Katharina Stotz, Assistentin von Xenia Troniarsky, Chefin der XTServices GmbH & Co. KG in Erdmannshausen, ist begeistert von den Möglichkeiten, die ihr das „Netzwerk Assistenz“ bietet. Gemeint ist die Plattform, die die IHK Region Stuttgart 2022 für Assistenzen der Geschäftsführung, des Vorstands oder der Abteilungsleitung ihrer Mitgliedsunternehmen ins Leben gerufen hat.
Gedacht ist es als Plattform für alle, die sich rund um die täglichen Herausforderungen im Assistenz-Job austauschen möchten. Ausdrücklich ist von „Assistenzen“ die Rede, denn eingeladen sind selbstverständlich auch Männer.

Ein Zeichen des Respektes und der Anerkennung

Zum dritten Treffen am 30. November sind allerdings nur Frauen gekommen – viele davon „Wiederholungstäterinnen“, wie Severine Wöstmann von der Karlshöhe Ludwigsburg, Anette Braun von der AHC GmbH und Anette Dietz von der Trumpf SE+Co.KG lachend erzählen. Im Gespräch wird schnell spürbar, dass die Frauen den Termin auch deshalb so schätzen, weil er für sie ein Zeichen des Respekts für ihre wichtige aber nicht immer sichtbare Rolle im Wirtschaftsgeschehen ist.

Zwei Präsenz-Treffen im Jahr

Kannten sie einige der mittlerweile fast 200 Mitglieder des Netzwerkes vorher schon? „Höchsten vom Telefon. Es gibt kein anderes Forum, wo wir Assistenzen uns treffen“, erzählt Anette Braun. Sie findet auch die Frequenz von zwei jährlichen Präsenz-Meetings gut: „Mehr könne ich schwer in meinen Terminkalender bekommen und weniger wäre schade, denn wenn man einmal verpasst, kann man sich noch auf das zweite Mal freuen.“ Öfter – da sind sich die Teilnehmerinnen einig - wäre ihren Vorgesetzten zu viel, schließlich dauert die Veranstaltung einen ganzen Arbeitstag.
Mehr könne ich schwer in meinen Terminkalender bekommen und weniger wäre schade, denn wenn man einmal verpasst, kann man sich noch auf das zweite Mal freuen
A propos Chefs oder Chefin – wie finden die das Netzwerk Assistenz? Für Katharina Stotz ein Selbstläufer: „Meine Chefin engagiert sich auch stark in der IHK“. Aber auch die anderen berichten von großer Unterstützung. Vernetzte Assistenzen können schließlich helfen, so manche Tür leichter zu öffnen. 

Austausch und Vorträge stehen auf der Agenda

Was passiert eigentlich auf den Treffen, außer dass man sich austauscht? „Im Mittelpunkt stehen Vorträge beziehungsweise Workshops. Beim Treffen Ende November beispielsweise zeigten die Referenten Martin Ritter und Susann Blankenhagel, wie man selbstbewusst präsentiert und Stärke zeigt“, erzählt Patricia Delavault-Krauter. Zusammen mit Birgit Steinle hat sie die Plattform entwickelt.
Beide wissen, wovon sie sprechen, denn sie sind selber Assistenzen von IHK-(Haupt)Geschäftsführer(inne)n. Trotzdem geben sie die Themen nicht vor. Die Mitglieder bestimmen selbst, was im Netzwerk läuft, da ihre Interessen im Mittelpunkt stehen. Die IHK Region Stuttgart bietet nur die Plattform und den Treffpunkt für die Präsenz- und die Teams-Termine.

Jeden Monat gibt es einen Brunch-Talk via Teams

Zusätzlich sind nämlich alle Mitglieder zu den monatlich stattfindenden Brunch-Talks via Teams eingeladen. Sie finden immer von 11:00 Uhr bis 11:45 Uhr via Teams statt – das nächste Mal am 13. Dezember.

Die Mitgliedschaft ist kostenlos

Die Mitgliedschaft und die virtuellen Termine sind übrigens kostenlos. Wer bei den Präsenzterminen dabei ist, zahlt einen kleinen Beitrag, der aber auch das leckere Essen abdeckt: „Ein Preis, der einfach unschlagbar ist“, freut sich jedenfalls Severine Wöstmann.
Dr. Annja Maga für Magazin Wirtschaft
Entscheidungshilfe für Mieter und Vermieter

Mietpreisumfragen für Gewerbeflächen

Ist die Gewerbemiete, die Sie zahlen, angemessen? Vermieten Sie Ihr Gewerbeobjekt zu einem zu hohen oder zu niedrigen Mietpreis?
Damit Sie sich im Markt besser orientieren können, führt die IHK Region Stuttgart Mietpreisumfragen zu gewerblichen Mieten durch. Unsere Umfragen sollen Markttransparenz schaffen und dienen sowohl Mietern als auch Vermietern als praktische Entscheidungshilfe.
Die aktuelle Mietpreisumfrage zu Büroflächen ist da!

Erfahren Sie Details zu Mietpreisen, Standortfaktoren und neuesten Entwicklungen, wie z. B. Auswirkungen einer veränderten Arbeitswelt auf den Büromietmarkt der Region Stuttgart.

Unsere neue Mietpreisumfrage zu Büroflächen 2023 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1147 KB) ist jetzt als Download verfügbar!
Zum Vergleich kann es sich lohnen auch nochmal in die Vorgängerumfragen aus dem Jahr 2017 zu schauen.
Die Ergebnisse können zwar nicht direkt auf die individuelle Bewertung von gewerblichen Mietobjekten übertragen werden, dennoch bieten die ermittelten Werte Anhaltspunkte für eine Einstufung in ein bestimmtes Mietniveau. Die Publikationen bieten darüber hinaus zahlreiche weitere Informationen, wie eine Übersicht an Faktoren, die den Mietpreis von Immobilien beeinflussen können.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen an auch an die jeweiligen Ansprechpartner in den Bezirkskammern!
Darüber hinaus bietet auch der Gewerbeimmobilien-Marktbericht 2021 der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) einen guten Überblick. Bitte beachten Sie auch die weiteren Publikationen zum Thema Immobilien der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart.
Stand: November 2023
Zeitsprung

Vetter hat einfach alles

Zeitsprung: Ein Leichtathlet mit Warenwirtschaftssystem im Kopf
Geschäftsführer Friedemann Vetter über die Geschichte der Eisen Vetter GmbH in Urbach
Mein Großvater Eugen Vetter hat das Geschäft 1948 gegründet. Damals war die Not groß, so viel war zerstört, und die Menschen brauchten dringend Material, um ihre Häuser und Höfe in Stand zu setzen und zu halten. Als Urbächer eröffnete er das Geschäft hier am Ort in der Gartenstraße, wo wir noch heute zu Hause sind.

Mit 80 noch täglich im Geschäft

1961 ist mein Vater Hans Vetter ins Geschäft eingestiegen. Obwohl er heute 80 Jahre alt ist, kommt er noch jeden Tag in den Laden und arbeitet mit. Meine Mutter, mit der er seit 56 Jahren verheiratet ist, ist auch täglich hier.

Wir drei Kinder sind im Laden groß geworden

Ich habe eigentlich BWL studiert. Doch dann starb mein Bruder Ralf, der eigentlich die Nachfolge übernehmen wollte. So bin ich 1991 eingestiegen. Eine große Umstellung war das nicht, denn wir drei Kinder sind ja quasi im Laden groß geworden. Das ist auch gut so, denn anders wäre es echt schwer, den Überblick über unser riesiges Sortiment zu behalten.
Wir bieten viele Hundert unterschiedliche Eisenwaren an – von winzig bis ganz groß
Wir bieten schließlich viele Hundert unterschiedliche Eisenwaren an – von winzig bis ganz groß und für alle nur denkbaren Verwendungszwecke. Wenn Sie mich nachts wecken und nach einer bestimmten Schraube fragen würden, ich wüsste sofort, wo die zu finden ist. Ein Warenwirtschaftssystem haben wir nicht und brauchen es auch nicht: das ist alles in unseren Köpfen.

Lösungen für knifflige Probleme und hängende Blauregen

Wir verkaufen aber nicht nur Eisen­waren, sondern wir produzieren auch auf Kundenwunsch. Wir schneiden und biegen zum Beispiel Profile und Bleche. Oder gerade war jemand hier, der seinen Blauregen an einem dick mit Styropor ­isolierten Haus neu befestigen möchte. Mein Vater hat extra eine Vorrichtung für ihn ausgetüftelt und hergestellt, ein Einzel­stück. Überhaupt bekommen Sie bei uns alles ab Stückzahl 1.
Unsere Kundschaft ist zweigeteilt. Die ­einen wissen seit Jahrzehnten, dass es bei uns einfach alles gibt, was man in Haus, Garten oder Werkstatt braucht. Viele sind Handwerker. Deswegen öffnen wir morgens schon um 8 Uhr, auch samstags. Da kommen natürlich eher die Heimwerker. Die sind es alle gewöhnt, dass wir wirklich sehr ins Detail gehen und dabei beste Qualität anbieten. Wenn irgend möglich,  „made in Germany“.

Die wöchentliche Zeitungsanzeige lockt Neugierige

Die andere Hälfte ist neugierig, einfach auch, weil wir jeden Montag in den Schorndorfer Nachrichten eine Anzeige schalten mit dem Satz „Vetter hat`s“. Die wollen dann gucken, ob das stimmt und sind oft überwältigt, wenn sie unser Angebot sehen. Zumal sie bei uns alles sofort bekommen.
Unser Laden ist wirklich groß. Sogar eine zweite Etage gibt es. Trotzdem könnten wir locker die doppelte Fläche füllen. Das ist bis zum Obi durchgedrungen. Der hat uns mal angeboten, unter seine Marke zu schlüpfen. Wir wollten das nicht. Dann wären wir nur noch Befehlsempfänger gewesen. So aber sind wir selbständig. Funktionieren tut das allerdings nur, weil die ganze Familie mithilft. Neben meinen Eltern auch noch meine Schwester und eine Cousine.
Mein Vater sagt immer, wir haben Waren für Damen und für Herren.
Mein Vater sagt immer, wir haben Waren für Damen und für Herren. Natürlich ist das schon lange nicht mehr so getrennt. Er meint damit, dass wir auch alles anbieten, was den Haushalt schöner und einfacher macht. Und nicht zu vergessen mein ­Steckenpferd, die Schlüsselwerkstatt.

Als Leichtathlet ist man schnell und zäh

In meiner Jugend war ich deutscher Meister im Stabhochsprung. Als Leichtathlet ist man schnell und zäh. Das hilft mir, das hohe Tempo hier durchzuhalten, denn ständig läutet das Telefon oder neue Kunden stehen Schlange. 80 Prozent von ihnen wollen beraten werden. Viele sind dann sehr dankbar, gerade die, die vorher von A nach B gefahren waren, um etwas zu finden, was nicht mehr so gängig ist oder sehr ausgefallen.
Tatsächlich denke ich manchmal: wir sind ein Naturdenkmal
Ein Vertreter meinte mal, man müsse hunderte von Kilometern fahren, um einen Laden wie unseren zu finden. Entsprechend kommen unsere Kunden von weit her. Gerade Jüngere staunen dann, weil sie so etwas eigentlich nur aus Filmen kennen. Tatsächlich denke ich manchmal: wir sind ein Naturdenkmal.
aufgezeichnet von Dr. Annja Maga für Magazin Wirtschaft, Rubrik Menschen&Ideen
Unternehmensbörse

Nachfolgebörse nexxt-change

Die Plattform nexxt-change ist die größte deutsche Unternehmensnachfolgebörse mit rund 800 Regionalpartnern. Sie wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, der KfW Bankengruppe, Kammern und Banken betrieben.

Über die Börse nexxt-change

Unternehmensnachfolge ist eine strategische Herausforderung, die eine langfristige Orientierung und eine frühzeitige Vorbereitung erfordert. Insbesondere wenn es keinen Nachfolger aus der Familie oder unter den Mitarbeitern gibt, stellt die Suche nach einem geeigneten Nachfolger viele selbstständige Unternehmer vor eine große Herausforderung. Gleichzeitig gibt es zahlreiche engagierte Unternehmer und Existenzgründer, die eine bestehende Firma übernehmen wollen.
Die bundesweit größte und unabhängige Unternehmensnachfolgebörse www.nexxt-change.org bietet für beide Gruppen die optimale Lösung. Unsere aktuellsten Inserate finden Sie auch auf unserer Website.
Die kostenfreie Internetplattform bietet:
  • ein umfangreiches Angebot zu vermittelnder Unternehmen und nachfolgeinteressierter Menschen
  • einfache Eintragung von Angeboten und Gesuchen
  • anonymisierte Veröffentlichung mit Chiffre-Nummer
  • qualifizierte Betreuung durch kompetente Regionalpartner
  • automatische E-Mail-Benachrichtigung bei passenden Neuinseraten
Gerne übernehmen wir die Anzeigenschaltung (Angebot / Gesuch) und deren redaktionelle Aufbereitung für Sie und leiten eingehende Interessenbekundungen an Sie weiter. Sprechen Sie uns an!

Tipps für Übergebende

Sorgfältig vorbereiten

Bevor Sie Ihr Unternehmen zum Kauf anbieten, sollte Ihre Nachfolgeplanung bereits weitestgehend abgeschlossen sein, um kurzfristig Gespräche mit potenziellen Interessenten aufnehmen zu können. Möglicherweise wird Sie Ihr potenzieller Nachfolger bereits in einem ersten Gespräch mit vielen Fragen konfrontieren. Oftmals ist es hilfreich bei der Planung der eigenen Nachfolge auf die Expertise eines Beraters zurückzugreifen. Er kann beispielsweise helfen, die eigenen Vorstellungen und Ziele zu definieren, einen genauen Zeitplan festzulegen und auch eine realistische Einschätzung zum Wert des Unternehmens abzugeben.

Anforderungsprofil erarbeiten

Verlassen Sie sich bei Ihrer Suche nicht allein auf Ihren unternehmerischen Instinkt. Erstellen Sie zusätzlich ein Anforderungsprofil für Ihren potenziellen Nachfolger. Überlegen Sie, welche fachlichen, menschlichen und kaufmännische Qualifikationen erforderlich sind, um Ihr Unternehmen erfolgreich fortzuführen.

Aussagekräftiges Inserat verfassen

Durch eine hohe Qualität und Aussagekraft sowie Seriosität Ihres Inseratstextes kann das Interesse an Ihrer Anzeige gefördert werden. Knapp gehaltene Formulierungen (beispielsweise "GmbH zu verkaufen") ohne nähere Informationen können zwar zu hoher Resonanz führen, jedoch werden die Interessensbekundungen regelmäßig nicht zu Ihren Anforderungen an den Nachfolger passen. Wägen Sie jedoch immer ab, wie viele Informationen das Inserat enthalten kann, ohne dabei die Anonymität Ihres Unternehmens zu gefährden.
1. Titel: Dem potentiellen Interessenten muss sofort klar sein, um welche Art Unternehmen es sich handelt! Was ist das Kerngeschäft?
2. Kurzbeschreibung: Was? Spezialisierung / Besonderheit? Motiv für den Verkauf? (1 bis max. 2 Sätze)
3. Beschreibung: Stellen Sie sich selbst die Frage, welche Informationen für einen potentiellen Käufer interessant sind. Was macht den Wert Ihres Unternehmens aus? Nennen Sie konkrete Eckdaten Ihres Unternehmens und nutzen Sie Schlagworte, um die Suche zu optimieren:
  • Branche
  • Beschreibung des Kerngeschäftes
  • Alleinstellungsmerkmale
  • Kunden und Kundenstruktur
  • Wettbewerb
  • Eckdaten Zahlen und Personal (gerundet)
  • Grund des Verkaufs (eventuell auch Bedingungen die der Verkäufer erfüllen muss)
  • Sitz (Gebiet) und Rechtsform des Unternehmens
Tipp: Diskretion ist für viele Unternehmer ein wichtiges Thema bei der Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger. Bitte bedenken Sie dabei: Anonymität hat ihren Preis. Je weniger Informationen Sie hinterlegen, desto geringer wird Ihre Sichtbarkeit in der Suche der Unternehmensbörse sein. Eine Möglichkeit kann es daher sein, sehr detaillierte Angaben zum Unternehmen zu machen, dafür aber den Standort / Region nicht anzugeben.

Recherche in den Kaufgesuchen

Zusätzlich oder alternativ zum eigenen Inserat  können Sie selbst aktiv werden und in der Unternehmensbörse nach Kaufgesuchen möglicher Interessenten recherchieren. Potenzielle Unternehmensnachfolger, die selbst ein Inserat in der Unternehmensbörse einstellen, haben häufig ein besonders ernsthaftes Interesse an einer Übernahme. Sprechen Sie diesen Personenkreis direkt an.

Geeigneten Nachfolgeinteressierte auswählen

Bringen Sie in Erfahrung, ob potenzielle Nachfolgeinteressierte bereits in anderen Unternehmen gearbeitet hat. Fragen Sie nach Zeugnissen oder Zertifikaten, um die Qualifikationen des möglichen Übernehmers besser einschätzen zu können. Ihr potenzieller Nachfolger sollte Ihnen ein klares Konzept vorlegen können, in welchem er darstellt, wie er sich die Zukunft des Unternehmens vorstellt. Versuchen Sie bei der Wahl Ihres Nachfolgers so objektiv wie möglich zu sein und ziehen Sie gegebenenfalls eine Vertrauensperson zur Beurteilung hinzu.
Hat sich trotz mehrerer Gespräche kein geeigneter Nachfolger herauskristallisiert, sollten Sie Ihr Bewerberprofil dahingehend prüfen, ob Ihre Anforderungen eventuell zu hoch sind. Prüfen Sie, an welchen Punkten Sie von Ihren Idealvorstellungen abrücken könnten.

Tipps für Nachfolgeinteressierte

Vorüberlegungen

Egal, ob Sie als externer oder interner Nachfolger in die Fußstapfen des Unternehmers treten, für Sie ist es in der Regel eine Existenzgründung. Sie sollten sich daher vorab die Frage stellen, ob Ihre persönlichen Ziele mit den Anforderungen eines Unternehmeralltags zu verbinden sind?
  • Sind Sie bereit, vor allem in den ersten Jahren überdurchschnittlich viel zu arbeiten?
  • Erhalten Sie Unterstützung durch Partner, Familie und Freunde?
  • Kennen Sie Ihre persönlichen Grenzen und Ihre Leistungsfähigkeit?
  • Kennen Sie Ihre fachlichen und kaufmännischen Starken und Schwächen? Wie begegnen Sie diesen?
  • Verfügen Sie über die notwendigen finanziellen Mittel?
  • Verfügen Sie über finanzielle Reserven, um eine eventuelle Durststrecke zu überstehen?
Ein klares Anforderungsprofil erleichtert die gezielte Suche nach einem Unternehmen. Als potenzieller Übernehmer sollten Sie sich über Folgendes im Klaren sein:
  • In welcher Branche suche ich ein Unternehmen?
  • Wie groß sollte es sein?
  • Wo sollte sich der Standort befinden?
  • Will ich das Unternehmen kaufen, pachten oder als Teilhaber einsteigen?
  • Welchen Kaufpreis kann ich finanzieren?
  • Wie hoch ist mein Eigenkapital?
  • Was muss ich über das Unternehmen wissen?

Ein bestehendes Unternehmen übernehmen

Es ist keineswegs leichter, ein bereits bestehendes Unternehmen fortzuführen als ein neues zu gründen. Bedenken Sie, dass Sie in ein funktionierendes Unternehmen „einsteigen“. Sind Sie in der Lage, das Unternehmen am Markt zu halten und bestehende Arbeitsplätze zu sichern? Sie sollten neben fundiertem kaufmännischem Know-how und Branchenkenntnissen auch über die persönliche Eignung verfügen und dies dem Seniorunternehmer vermitteln können.
Erschwert werden kann die Übernahme nämlich unter anderem dadurch, dass mittelständische Unternehmen in vielen Fällen sehr stark durch die Persönlichkeit des Übergebers geprägt sind. Langjährige Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten haben  sich auf diese Persönlichkeit eingestellt und eine mögliche Unternehmensübergabe ist sowohl für die Mitarbeiter als auch den Unternehmer oftmals mit sehr vielen Emotionen verbunden. Für Sie als Nachfolger bedeutet das: Sie sollten vor allem auch Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen aufweisen.

Aussagekräftiges Inserat verfassen

In jedem Fall macht es Sinn, bestimmte (für Sie sehr wichtige) Punkte Ihres Anforderungsprofils an das potenziell zu übernehmende Unternehmen, bereits in der Anzeige darzustellen. Jedoch sollten Sie die eigene Suche auch nicht durch allzu konkrete Forderungen einschränken.
1. Titel: Dem potentiellen Übergeber muss sofort klar sein, in welchem Bereich Sie suchen!
2. Kurzbeschreibung: Spezialisierung / besondere Kenntnisse? Bevorzugter Standort? Eventuell Motivation für den Kauf? (1 bis maximal 2 Sätze)
3. Beschreibung: Stellen Sie sich selbst die Frage, welche Informationen für einen Senior-Unternehmer interessant sind. Was genau suchen Sie? Wo liegen Ihre Stärken? Was können Sie besonders gut? Entsprechend Ihres Anforderungsprofils sollte Ihre Suche zum Beispiel die folgenden Punkte enthalten:
  • In welcher Branche soll das Unternehmen tätig sein?
  • Welche Produkte / Dienstleistungen sollen angeboten werden?
  • In welcher Region suchen Sie?
  • Spielt nationale / internationale Tätigkeit eine Rolle für Sie?
  • Wie groß soll das Unternehmen sein (Umsatz, Mitarbeiter)?
  • Kurzbeschreibung der eigenen Person: Was zeichnet Sie aus? Wie ist ihr beruflicher Werdegang?
  • Eventuell: Welchen Kaufpreis können Sie finanzieren?

Recherche in den Verkaufsangeboten

Zusätzlich oder alternativ zum eigenen Inserat können Sie selbst aktiv werden und in der Nachfolgebörse nexxt-change nach Verkaufsangeboten von Seniorunternehmern recherchieren. Sprechen Sie den potenziellen Übergeber direkt an und überzeugen Sie ihn von der ersten Kontaktaufnahme an von ihrem Interesse. Standardisierte oder allzu allgemein gehaltene Kontaktaufnahmen sind an dieser Stelle oftmals nicht zielführend. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Beweggründe und Ihren Lebenslauf dem Seniorunternehmer in Kürze darzustellen.
Tipp: Der Kauf eines bereits bestehenden Geschäfts ist oft mit schwierigen rechtlichen Fragen verbunden, welche sich letztlich vor allem auch auf den Wert des Unternehmens und somit auf den Kaufpreis auswirken. Sie sollten sich daher auf jeden Fall von einem Rechtsanwalt, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer beraten lassen. Hinweise zum Unternehmenskauf finden Sie auch auf unserer IHK-Website.

Veranstaltungsangebot

Um Ihnen den Einstieg in die Onlinebörse zu erleichtern, bieten wir eine Onlineveranstaltung an. Das Webinar zeigt, für wen die Plattform in Frage kommt und wie Sie selbständig eine Verkaufs- oder Suchanzeige erstellen können. Anhand konkreter Praxisbeispiele erhalten Sie auch Einblicke in den Kommunikationsablauf der Börse. Die Teilnahme ist kostenfrei und findet in digitaler Form statt. Über unsere Veranstaltungsdatenbank können Sie sich hierfür anmelden.

IHK Region Stuttgart

Energieeffizienzgesetz

Am 21.09. hat der Bundestag das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) beschlossen. Mit dem EnEfG werden erstmalig verbindliche Energieeffizienz- bzw. Energieeinsparziele gesetzlich normiert.
Das Gesetz beinhaltet außerdem konkrete Effizienzmaßnahmen für die öffentliche Hand, für Unternehmen und es definiert Effizienzstandards für Rechenzentren. Mit dem Effizienzgesetz sollen die Vorgaben der überarbeiteten EU-Energieeffizienzrichtlinie umgesetzt werden, dabei geht es aber zum Teil deutlich über die EU-Vorgaben hinaus. Der Bundesrat hat dem Gesetzentwurf ebenfalls schon zugestimmt.Vorraussichtlich wird es somit Ende Oktober, Anfang November dann veröffentlicht und  zeitnah in Kraft treten. 
Aufzeichnung eines DIHK Webinars zum EnEfG vom 13.10.2023

Die wichtigsten Regelungen des EnEfG:

Energieeffizienzziele

Das EnEfG normiert erstmalig verbindliche End- und Primärenergieeinsparziele. Bis 2030 soll der Endenergieverbrauch der BRD um 26,5 % ggü. 2008 gesenkt werden (2030 maximal 1.867 TWh Endenergieverbrauch), der Primärenergieverbrauch um 39,3 % (2030 maximal 2.252 TWh Primärenergieverbrauch). Darüber hinaus wird bis 2045 eine Senkung des Endenergieverbrauchs um 45 % ggü. 2008 angestrebt. Die beschlossene Fassung stellt klar, dass damit keine Begrenzung des individuellen Verbrauchs einhergehen soll und die Ziele bei „außergewöhnlichen und unerwarteten“ konjunkturellen und Bevölkerungs-Entwicklungen angepasst werden können.

Einsparverpflichtungen von Bund, Ländern und öffentlichen Stellen

Bund und Länder werden verpflichtet, ab 2024 Energieeinsparmaßnahmen zu ergreifen, die bis 2030 jährliche Endenergieeinsparungen von 45 TWh (Bund) und 3 TWh (Länder) erbringen. Öffentliche Stellen (dazu zählen auch juristische Personen des öffentlichen oder privaten Rechts, die mehrheitlich durch institutionelle Zuwendung von Bund/Land finanziert werden) mit einem jährlichen Gesamtendenergieverbrauch größer 1 GWh sind bis zum Jahr 2045 zu jährlichen Endenergieeinsparungen von 2 % verpflichtet und müssen bis Juni 2026 ein vereinfachtes Energiemanagementsystem (EMS) bzw. ab 3 GWh ein umfassendes EMS (50001) oder UMS (EMAS) einführen.

Managementpflichten für Unternehmen

Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh müssen binnen 20 Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes (bzw. nach Erreichen des Verbrauchsstatus) ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder eine Umweltmanagementsystem nach der Verordnung (EG) Nr. 1221/2009 (EMAS) eingeführt haben, inkl. zusätzlicher Anforderungen hinsichtlich Energie- und Abwärmeströmen, technisch realisierbarer Einspar- und Abwärmemaßnahmen sowie Wirtschaftlichkeitsbewertungen der identifizierten Maßnahmen nach DIN EN 17463 (VALERI). Zudem werden alle Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 2,5 GWh verpflichtet, binnen 3 Jahren für alle als wirtschaftlich identifizierten Maßnahmen konkrete Umsetzungspläne zu entwickeln und zu veröffentlichen und sich die Vollständigkeit und Richtigkeit der Pläne durch Zertifizierer, Umweltgutachter oder Energieauditoren bestätigen zu lassen. Als wirtschaftlich deklariert der Gesetzgeber dabei Maßnahmen, bei denen sich nach maximal 50 % der Nutzungsdauer (AfA-Tabellen des BMF) ein positiver Kapitalwert ergibt, jedoch begrenzt auf Maßnahmen mit einer Nutzungsdauer von max. 15 Jahren. Ausgenommen von der Veröffentlichungspflicht sind Informationen, die nationalen oder europäischen Vorschriften zum Schutz von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen oder der Vertraulichkeit unterliegen.

Anforderungen für Rechenzentren (auch unternehmensintern)

Für externe als auch interne Rechenzentren, mit einer nicht redundanten Nennanschlussleistung ab 300 kW, gelten umfangreiche und zeitlich gestaffelte Anforderungen zur Energieverbrauchseffektivität, für Rechenzentren, die ab Juli 2026 ihren Betrieb aufnehmen, zudem zum Anteil wiederverwendeter Energie. Außerdem müssen Rechenzentren ab 1. Januar 2024 50 % ihres Stromverbrauchs bilanziell durch Strom aus erneuerbaren Energien decken, ab 2027 100 %. Rechenzentren (sowie „Betreiber von Informationstechnik“ mit einer nicht redundanten Nennanschlussleistung ab 50 kW in Rechenzentren) müssen ab 1. Juli 2025 ein EMS/UMS betreiben, in Abhängigkeit von Leistungsklasse und/oder Nutzer besteht zudem die Pflicht zur Zertifizierung bzw. Validierung des EMS/UMS ab 1. Januar 2026. Betreiber von Rechenzentren müssen außerdem bis März eines jeden Jahres Informationen nach Anlage 3 veröffentlichen und an den Bund übermitteln, der diese in eine europäische Datenbank über Rechenzentren überträgt. 

Abwärme-Verpflichtungen

Unternehmen mit einem Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 2,5 GWh haben Abwärme nach dem Stand der Technik zu vermeiden, auf den Anteil technisch unvermeidbarer Abwärme zu reduzieren und nach Möglichkeit durch Abwärmenutzung – auch durch Dritte – kaskadenförmig wiederzuverwenden, soweit dies möglich und zumutbar ist. Im Rahmen der Zumutbarkeit sind technische, wirtschaftliche und betriebliche Belange zu berücksichtigen. Auf Verlangen von Wärmenetzbetreibern, Fernwärmeversorgern oder sonstigen potenziellen Wärmeabnehmern müssen zudem umfangreiche Informationen zur Abwärme zur Verfügung gestellt werden. Diese Informationen sind außerdem bis zum 31. März eines jeden Jahres an die Bundesstelle für Energieeffizienz (Bafa) zu übermitteln und aktuell zu halten, die diese Infos – unter Wahrung von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen – auf einer öffentlichen Plattform zur Verfügung stellt. Die notwendigen Informationen umfassen u.a. Unternehmensdaten, jährliche Wärmemenge und thermische Leistung, Leistungsprofile, Regelungsmöglichkeiten und durchschnittliches Temperaturniveau.

Sonstiges

Das EnEfG enthält eine Verordnungsermächtigung zur Definition „klimaneutraler Unternehmen“, an das zukünftig Ausnahmen und Befreiungen der gesetzlichen Pflichten geknüpft werden können. Zudem sieht das EnEfG bei Verstößen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro vor. Nachlaufend zum EnEfG wird außerdem das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) überarbeitet. Mit der Novelle soll die Auslösepflicht für Energieaudits von der europäischen KMU-Definition auf einen jährlichen Energieverbrauch von mindestens 2,5 GWh umgestellt werden. Damit findet auch die Verknüpfung zum EnEfG statt – alle Unternehmen mit einem jährlichen Energieverbrauch größer 2,5 GWh unterliegen dann der Auditpflicht nach EDL-G (bzw. ab 7,5 GWh erweiterten Pflichten für EMS/UMS nach EnEfG) und den anknüpfenden Umsetzungsplan- und Abwärmepflichten nach EnEfG.

DIHK-Kurzbewertung

Auch wenn die Regierungskoalition nun klargestellt hat, dass mit den allgemeinen Einsparzielen keine Begrenzung des individuellen Verbrauchs einhergehen soll und die Ziele bei „außergewöhnlichen und unerwarteten“ konjunkturellen und Bevölkerungs-Entwicklungen angepasst werden können, führt das zu erheblicher Rechtsunsicherheit: Werden Gerichte der Bundesregierung eine etwaige Zielverfehlung einfach durchgehen lassen? Und wenn nicht, drohen dann doch Limitierungen der Energieverbraucher durch die Hintertür? Denn obwohl die deutsche Volkswirtschaft bei der Entkopplung von Energieverbrauch und Wirtschaftsleistung schon weit gekommen ist, steht zu befürchten, dass die einseitige Fokussierung auf eine massive Senkung des Verbrauchs (ohne Berücksichtigung der Wirtschaftsleistung) letztlich nicht ohne eine Begrenzung des betrieblichen Verbrauchs erreicht werden kann. Zudem steht das Dogma einer absoluten Endenergieeinsparung auch den künftig geforderten Flexibilitäten in einem immer volatileren, erneuerbaren Energiesystem entgegen. Auch das Primärenergieeinsparziel ist kritisch: Muss doch viel Energie für die Umwandlung von Strom in Wasserstoff (und Derivate) aufgebracht werden, mit den entsprechenden Wirkungsgradverlusten. Mit den umfangreichen betrieblichen Verpflichtungen erhebt sich das EnEfG zudem über die betriebliche Praxis – legt fest, welche Investitionsmaßnahmen als wirtschaftlich zu bewerten sind, welche Abwärme zu vermeiden und wiederzuverwenden ist oder welche Art von Strom einzusetzen ist. Dass das Gesetz dabei nicht auf Motivation und Freiräume für die Erschließung weiterer Effizienzpotenziale in den Unternehmen setzt, sondern die begrenzten Kapazitäten bei Auditoren oder betrieblichem Energiepersonal prioritär in zusätzlichen Bürokratie- und Berichtspflichten bindet, macht die Sache umso misslicher. 
Quelle: DIHK
Gesetzesentwurf der Bundesregierung: https://dserver.bundestag.de/btd/20/068/2006872.pdf und beschlossene Ausschussfassung: https://dserver.bundestag.de/btd/20/076/2007632.pdf
Compliance

Geldwäscheprävention: Pflicht zur Registrierung bei der FIU

Alle Unternehmen, die als sog. Verpflichtete unter den Anwendungsbereich des Geldwäschegesetzes (GwG) fallen, haben sich bis zum 1. Januar 2024 im elektronischen Meldeportal “goAML Web” der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) zu registrieren. Diese Pflicht besteht unabhängig von der Abgabe einer Verdachtsmeldung.
Stand: Dezember 2023
Zur Geldwäscheprävention verpflichtete Unternehmen, u.a. Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen und -vermittler, Immobilienmakler und Güterhändler, müssen Sorgfaltspflichten bezüglich ihrer Kunden beachten, ein Risikomanagement betreiben und bei einem Verdacht auf Geldwäsche bei der FIU über das elektronische Meldeportal “goAML WEB” eine Meldung abgeben. Eine solche Verdachtsmeldung kann nur nach der vorherigen Registrierung bei der FIU erfolgen. 
Bis zum 1. Januar 2024 verlangt der Gesetzgeber von allen zur Geldwäscheprävention Verpflichteten die Registrierung im Meldeportal. Für Güterhändler, die nicht mit Kunst, Schmuck, Uhren, Edelmetall, Edelsteinen, Kraftfahrzeugen, Schiffen, Motorbooten oder Luftfahrzeugen handeln, besteht die Pflicht zur Registrierung erst ab dem 1. Januar 2027.
Die Registrierung erfolgt elektronisch über die Webseite der FIU im Portal “goAML WEB” . Dort sind weitere Publikationen , u.a. zum Registrierungsprozess zu finden. Auch das Regierungspräsidium Stuttgart als Aufsichtsbehörde hat eine Kurzinformation zu Verdachtsmeldungen herausgegeben
Eine unterbliebene Registrierung ist derzeit noch folgenlos, allerdings ist die Einführung eines Bußgeldes in neuen Gesetzesvorhaben zur Geldwäschebekämpfung vorgesehen (frühestens ab dem 1. Januar 2025). Die gesetzliche Umsetzung bleibt abzuwarten. Eine Registrierung ist dennoch notwendig, um für den Fall einer Verdachtsmeldung vorbereitet zu sein. Zudem haben registrierte Nutzer im goAML Web Zugriff auf “Typologiepapiere", die für verschiedene Branchen – etwa im Immobilien-, Kfz-, Glücksspielsektor – hilfreich sein können, um verdächtige Geschäftsvorfälle zu erkennen.
Halbtagesveranstaltung

11. Stuttgarter Nachfolgetag

Mit dem Stuttgarter Nachfolgetag möchte die IHK Region Stuttgart für das Thema Unternehmensnachfolge sensibilisieren und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.
Das Angebot richtet sich sowohl an Übergabeinteressierte, die ihre Nachfolge regeln möchten, als auch an potenzielle Nachfolgeinteressierte auf der Suche nach einem geeigneten Unternehmen. Über die jährlich stattfindende Halbtagesveranstaltung sollen die Interessierten für die unterschiedlichsten Themen der Unternehmensnachfolge sensibilisiert werden. Gleichzeitig bietet die Veranstaltung eine ideal Möglichkeit zum Vernetzen und Austauschen.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Folgende Angebote sind geplant:
  • Theorie: parallele Fachforen rund um das Thema Unternehmensnachfolge
  • Praxis: Podiumsteilnehmende berichten von ihren Übergabe- und Nachfolgeerfahrungen
  • Pitches: Nachfolgeinteressierte und Übergabeprojekte werden vorgestellt
  • Unterstützungsangebote: externe Partner stehen Ihnen auf der Infolandschaft zur Verfügung
  • Netzwerk & Austausch: profitieren Sie vom Austausch untereinander
Der 11. Stuttgarter Nachfolgetag findet am 27. September 2024 statt. Programm, Ablauf und Anmeldemöglichkeit finden Sie hier.
Veranstaltung am 24.10.2023

25. Stuttgarter Gefahrguttag

Wir freuen uns, Sie herzlich zum tradionellen 25. Stuttgarter Gefahrguttag 2023 einzuladen, einer wichtigen Plattform in der Region Stuttgart für Unternehmen und ihre Mitarbeiter zum fachlichen Austausch und zur Diskussion über aktuelle Entwicklungen im Gefahrgutmanagement.
Unter dem diesjährigen Motto "Sicherheit im Umgang mit Gefahrgut: Praxisnahe Umsetzung und aktuelle Erkenntnisse" werden wir mit Hilfe von informativen Fachvorträgen gemeinsam Einblicke in die Neuerungen erhalten und lösungsorientierte Verfahren kennenlernen. Begleitet werden die Vorträge von einer Fachausstellung.
Datum und Uhrzeit: 24. Oktober 2023, 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Ort: IHK Region Stuttgart
Programm und Anmeldung: Nähere Informationen erhalten Sie über die Veranstaltungsseite.
Wir bieten darüber hinaus ausreichende Bereiche für das Netzwerken und zur Diskussion mit Experten aus der Gefahrgutbranche.




  
Compliance

Eintragungspflicht für (fast) alle Unternehmen im Transparenzregister

Stand: Januar 2024
Alle transparenzpflichtigen Rechtseinheiten, und damit (fast) alle Unternehmen, sind seit dem 1. August 2021 eintragungs- und meldepflichtig gegenüber dem Transparenzregister. Sofern Eintragungen noch nicht erfolgt sind, sollten diese dringend nachgeholt werden. Ansonsten drohen Bußgelder. 
Betroffen sind gem. § 20 GwG alle juristischen Personen des Privatrechts (z.B. AG, GmbH und Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)) und eingetragenen Personengesellschaften (z.B. OHG, KG, PartG) sowie gem. §  21 GwG auch nichtrechtsfähige Stiftungen, Trusts und vergleichbare Vereinigungen. Grundsätzlich nicht betroffen sind Einzelunternehmen, eingetragene Kaufleute (e.K.) und Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR), wobei letztere durch die Reform des Personengesellschaftsrechts (MoPeG) seit dem 1. Januar 2024 eintragungspflichtig werden können. Mit dem MoPeG können sich GbRs in ein neu zu schaffendes Gesellschaftsregister eintragen. Damit wird die GbR in der Form der sog. „eGbR“ zu den eingetragenen Personengesellschaften gehören und als solche ebenfalls in das Transparenzregister einzutragen sein.  
Die Pflicht gilt auch für ausländische Vereinigungen, wenn sie sich verpflichten, Eigentum an einer im Inland gelegenen Immobilie zu erwerben oder sie aufgrund eines Rechtsvorgangs eine wirtschaftliche Beteiligung innehaben.
Die ursprünglich eingeführte Mitteilungsfiktion des § 20 Abs. 2 GwG a.F. gilt seit dem Inkraftreteten des Transparenzregister- und Finanzinformationsgesetzes (TraFinG Gw) nicht mehr, Übergangsfristen sind mittlerweile abgelaufen, d.h. alle Betroffenen müssen aktiv werden, unabhängig davon, ob sich die Angaben bereits aus anderen öffentlichen Registern (z. B. Handels-, Genossenschafts-, Partnerschaftsregister) ergeben. 
Die transparenzpflichtigen Einheiten sind verpflichtet, ihren wirtschaftlich Berechtigten zu ermitteln und dem Transparenzregister  aktiv mitzuteilen. Darüber hinaus sind sie verpflichtet, die Angaben aktuell zu halten und Änderungen ebenfalls an das Transparenzregister zu melden. Wirtschaftlich Berechtigte können nur natürliche Personen sein, in deren Eigentum oder unter deren Kontrolle die betreffende Vereinigung letztendlich steht. Mitteilungspflichtig sind folgende Angaben der wirtschaftlich Berechtigten: Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Wohnort, Wohnsitzland, Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses sowie die Staatsangehörigkeiten. Kann nach umfassender Prüfung kein wirtschaftlich Berechtigter ermittelt werden, gilt bei juristischen Personen des privaten Rechts und eingetragenen Personengesellschaften als wirtschaftlich Berechtigter der gesetzliche Vertreter, der geschäftsführende Gesellschafter oder der Partner des Vertragspartners.
Auf der Website des Transparenzregisters finden Sie weitere Informationen. Registerführende Stelle des Transparenzregisters ist die Bundesanzeiger Verlag GmbH. Ferner hat das Bundesverwaltungsamt  als Aufsichtsbehörde Merkblätter und einen ausführlichen FAQ-Katalog veröffentlicht. Für Fragen zur Registrierung und zum Eintragungsprozess kann die registerführende Stelle unter den dort genannten Servicenummern kontaktiert werden. 
Startup

Backe, Backe, Patent

Angefangen hat alles mit einer missglückten Seminaraufgabe und dem Kopfkissen von Lisa Scherers Vater. Daraus wurde die Proservation GmbH mit acht Mitarbeitern und einem europäischen Patentantrag. Ziel des Startups: Verpackungen sollen nachhaltiger werden.
Genau genommen, die innere Polsterung für empfindliche Ware. „Es ist schließlich ein Unding, dass dem ganz kurzen Einsatz lebenslanger Müll gegenübersteht“, sagt Henning Tschunt. Der 28-jährige Mitgründer steht im Produktionsraum von Proservation in der Cannstatter Schwaben- Bräu-Passage und zeigt, wie ihr Produkt mit Namen „Recou“ funktioniert.

Getreidespelzen werden zum Versandpolster

Es basiert auf Getreidespelzen, die mit ­einem ökologischen Bindemittel zu einer Art Teig verbunden werden, der dann geformt und getrocknet wird. So entsteht ein passgenaues Produkt, mit dem die Ware transportsicher „abgepolstert“ wird.
Kreativer Kopf und Erfinderin von Recou ist Lisa Scherer. Während ihres Studiums an der Stuttgarter HdM, Fachrichtungen Verpackungsmanagement und Industriedesign, sollte sie Zelluloseschäume für Verpackungsmaterial herstellen. Doch die Prozedur war aufwändig und sehr energieintensiv. „Gibt es keine natürlich gewachsenen Hohlräume in der Natur, die man nutzen kann?“ fragte sie sich. Da fiel ihr das Dinkelkissen ein, auf dem ihr Vater so gut schlief. Gefüllt ist es mit den Spelzen des Getreides. Weil sie hohl aber elastisch sind, gibt das Kissen nach, bleibt aber formstabil.

Das Material brauchte bisher eigentlich niemand

Das Tolle: außer für solche Kissen und vielleicht noch als Beifutter für Kühe oder zur Produktion von Biogas braucht das Material eigentlich niemand. Selbst Mäuse meiden es, weil es keinerlei Nährwert hat. Dabei steht es in großen Mengen zur Verfügung: „Eine Tonne pro Tag fällt in den kleinen Familienmühlen an, mit denen wir zusammenarbeiten“, erzählt Tschunt. Das ist noch mehr als es ohnehin schon klingt, nämlich zehn Kubikmeter.
Scherer erzählte ihrer Schwester ­Sophia von ihrer Idee und die ihrem Schulfreund Henning Tschunt und der wiederum seinem ­Studienfreund Nils Bachmann. „Wir vier sind werteverwandt aber sehr divers von Background und Charakter“ sagt Tschunt. Ideal wie er findet, denn so konnten sie die Firma sozusagen aus Bordmitteln entwickeln und mussten kein Wissen und ­keine Dienstleistung zukaufen.
Es ist schließlich ein Unding, dass dem ganz kurzen Einsatz lebenslanger Müll ­gegenübersteht
Als sie im November 2022 die Proservation GmbH gründeten, waren sie sich zudem einig, es sollte keine gewöhnliche GmbH sein. „Wir setzen auf Verantwortungseigentum. Das bedeutet, dass Stimmrecht und Gewinnrecht niemals in einer Hand liegen dürfen“, erklärt Tschunt, der nachhaltiges Management an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde studiert hat. „Steward Ownership“ wird das Modell auch genannt, bei dem die Geld­geber nicht über die Geschicke des Unternehmens bestimmen dürfen.

Für nachhaltige Küchengeräte im Einsatz

Apropos Geld: Die Gründer profitieren noch von diversen Förderprogrammen, ­haben aber auch schon erste Kunden ­gewonnen: so verpackt ein Hersteller nachhaltiger Küchengeräte seine Ware in Recou. Außerdem bestellen Unternehmen Prototypen, denn die kann Proservation ­innerhalb einer Woche liefern. Das ­Material hat nämlich den Vorteil, dass es in Formen aus dem 3-D-Drucker produziert werden kann. Das spart Zeit und Geld für die Herstellung aufwendiger Werkzeuge

Fast wie in der Bäckerei

Wenn man in dem überschaubaren Produktionsraum steht, wähnt man sich eher in einer Bäckerei als in einem Industrieunternehmen: Es gibt Öfen zum Trocknen, Mixer und Mehltrichter. Tatsächlich muss noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werden, bis die Prozesse so automatisiert und industrialisiert sind, dass sie überall einsetzbar sind. Proservation möchte dann das Herstellungsverfahren lizenzieren, am liebsten weltweit. Spelzen fallen schließlich auch bei Reis, Hirse, Buchweizen oder Hafer an. Dann kann überall auf der Welt dezentral damit gearbeitet werden.
Das spart Transportwege. Und das Schönste: Recou ist eigentlich nur eine Zwischennutzung. Danach können die Spelzen immer noch von Kühen gefressen oder zu Biogas verarbeitet werden. Oder zu gemütlichen Kissen.

Dr. Annja Maga, Redaktion Magazin Wirtschaft für Rubrik “Menschen  und Ideen”
 
Energiewendebarometer 2023 (DIHK)

Risiken überlagern Chancen

Auswertung des IHK-Energiewendebarometers – BW-Ergebnisse

Stuttgart, 04. September 2023 – Unternehmen im Land bewerten die Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit so negativ wie nie seit Beginn dieser Umfragereihe im Jahr 2012. Das ergab die Baden-Württemberg-spezifische Auswertung (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 267 KB) des bundesweiten DIHK-Energiewendebarometers 2023. Auf der dieser Auswertung zu Grunde gelegten Skala von -100 bis +100 bewerten die am heimischen Standort befragten Betriebe die Auswirkungen auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit insgesamt über alle Branchen mit
-26; für Deutschland liegt dieser Wert noch unwesentlich niedriger bei -27. Beides sind die schlechtesten je ermittelten Umfragewerte. Die Industrie kommt dabei mit -34 zu einer noch pessimistischeren Chancen-Risiken-Bewertung. Deutschlandweit ist die Bewertung mit -38 ebenfalls noch schlechter. Auch dies sind historische Tiefstände der Bewertung.
Mit dem explosiven Anstieg der Energiepreise Mitte letzten Jahres, dem andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und einer sich weiter eintrübenden weltpolitischen Lage, dem Fachkräftemangel, einer kleinteiligen Regulierung und nur langsamen Fortschritten beim Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur kommen gleichzeitig eine Vielzahl von Faktoren zusammen, die die ehemals optimistischere Sicht der Wirtschaft nachhaltig eintrüben. So betreffen aus den Top-Fünf-Forderungen an die Politik mit jeweils über zwei Drittel der Zustimmungen gleich drei die wesentlichen Baustellen der Energieinfrastruktur: Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Eigenversorgung und Direktlieferverträge (88 Prozent Zustimmung), Zugang zu Wasserstoff (71 Prozent Zustimmung) sowie Überwindung der Engpässe bei Übertragungs- und Verteilnetzen (69 Prozent Zustimmung).
 
Nach wie vor stellen die hohen Energie- und insbesondere Strompreise eine große Belastung für die Südwestwirtschaft dar. Neben der Ausweitung des Strom-Erzeugungsangebots (und der Direktlieferverträge) zur Preisstabilisierung stimmt auch die überwiegende Mehrheit der BW-Unternehmen der Forderung zu, Steuern und Abgaben auf den Strompreis weiter zu senken. Besonders in Baden-Württemberg werden zudem Nachteile durch eine mögliche Teilung der einheitlichen Deutschen Stromgebotszone befürchtet. So spricht sich der überwiegende Anteil der mit dem Thema befassenden Unternehmen im Land für den Erhalt der einheitlichen Strompreiszone aus (51 Prozent Zustimmung bei 16 Prozent Ablehnung). Dabei ist zu berücksichtigen: Selbst im Norden Deutschlands plädieren mit 36 Prozent mehr Unternehmen für die einheitliche Strompreiszone als dagegen (lediglich 32 Prozent). „Eine hohe Zustimmung von 73 Prozent der Unternehmen zur Forderung nach Entlastung bei den Strompreisen zeigt aus unserer Sicht deutlich auf, dass die aktuelle Diskussion um einen Industriestrompreis nicht die notwendige schnelle Entlastung für die Breite der Unternehmen bringen kann“, betont Wolfgang Grenke, Präsident der IHK Karlsruhe, die im Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag in Energiefragen federführend ist.
 
Die Veränderungen durch die Energiewende bewirken bei den BW-Betrieben und noch stärker in der heimischen Industrie eine Ausrichtung auf klimaschonende Produkte und auch die Umstellung der eigenen Lieferkette auf klimaschonende Vorprodukte. Aktivitätsverlagerungen ins Ausland sind bei fast einem Drittel (31 Prozent) der Industriebetriebe umgesetzt oder in Betracht – und damit deutlich mehr als im Vorjahr mit lediglich 24 Prozent.
 
Die Befragung zeigt aber auch: Die hiesige Wirtschaft zeigt sich aktiv und anpassungsbereit. Energieeffizienz ist und bleibt die Top-Maßnahme der Betriebe in Baden-Württemberg – 84 Prozent der Betriebe engagieren sich hier (91 Prozent in der Industrie). Am häufigsten werden Investitionen in effiziente Technik als Maßnahme genannt. „Dies zeigt, dass die Wirtschaft in Baden-Württemberg die Herausforderungen der Energiewende und des Klimaschutzes gleichermaßen angenommen hat und entsprechend handelt, insbesondere die hiesige Industrie“, ergänzt Wolfgang Grenke. „Bei den Effizienzmaßnahmen sollten deshalb Wirtschaftlichkeit, Freiwilligkeit und Technologieoffenheit die Leitprinzipien sein.“
Unsere aktuelle Umfrage 2023 zu Energiewende und Klimaschutz zeigt den schlechtestens Wert seit 2012. denn die Energieprobleme belasten die Produktion in Deutschland und somit bewerten die Betriebe den Standort immer kritischer.
Insgesamt erwarten die Betriebe in Deutschland deutlich mehr Risiken als Chancen für die eigene Wettbewerbsfähigkeit: Für 52 Prozent der Unternehmen wirkt sich die Energiewende sehr negativ oder negativ auf das eigene Geschäft aus, für nur 13 Prozent sehr positiv oder positiv. Im Saldo ergibt sich auf einer Skala von minus 100 ("sehr negativ") bis plus 100 ("sehr positiv") ein Barometerwert von minus 27. In den letzten beiden Jahren lag der Wert nur bei minus 7, der bisherige Tiefstand von minus 13 im Jahr 2014 war die Folge von zusätzlichen Energie-Umlagen und Abgaben.
In der energieintensiven Industrie sehen sich sogar drei Viertel der Betriebe negativ oder sehr negativ betroffen.

Energiepolitik wird zum Transformationshemmnis

Ein zentraler Auslöser für die negativen Einschätzungen der Unternehmen sind die energiepolitischen Folgen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Die Energiepreise blieben auf einem hohen Niveau, und es mangle an Perspektiven für die Wirtschaft in Deutschland, so das Resümee des stellvertretenden DIHK-Hauptgeschäftsführers Achim Dercks. "Die zentralen Fragen sind nicht beantwortet."
Fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit in der Energiepolitik rücken aus Sicht der Betriebe an die erste Stelle der Transformationshemmnisse. Knapp 60 Prozent der Unternehmen fühlen sich hierdurch ausgebremst. "Die Unternehmen sehen sich zunehmend mit Vorgaben konfrontiert, die in der Praxis kaum umsetzbar sind", kritisierte Dercks. "Hinzu kommen Einsparziele aus dem Energieeffizienzgesetz, von denen niemand sagen kann, wie sie ohne ein Herunterfahren der Produktion erreicht werden können."
Das schlägt sich im Barometer nieder: Drei Viertel der Unternehmen fahren ihre Investitionstätigkeiten zurück. In der energieintensiven Industrie schränkt fast die Hälfte der Firmen ihre Investitionen sogar in den Kernbereichen ein. "Das ist das Gegenteil von dem Investitionsaufschwung, den wir zur Bewältigung der aktuellen Krisen und zur Beschleunigung der Transformation in Richtung Klimaneutralität brauchen", so Dercks.

Energiewende verstärkt Abwanderung

In der Gesamtheit der Unternehmen überwiegen noch die Stimmen, die in Deutschland die Herausforderungen der Energiepolitik annehmen wollen. Die Standorttreue ist bei vielen Betrieben weiterhin stark ausgeprägt.
In der Industrie und hier besonders bei den großen Unternehmen nehmen jedoch die Pläne deutlich zu, dem Standort Deutschland den Rücken zu kehren. Fast ein Drittel der Industriebetriebe (32 Prozent) plant oder realisiert die Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland beziehungsweise die Einschränkung ihrer Produktion im Inland – ein Zuwachs von 16 Prozentpunkten, also eine Verdopplung, gegenüber dem Vorjahr.

Einschätzung

"Die Politik muss hier schnellstmöglich gegensteuern, um der Wirtschaft eine Perspektive in Deutschland zu erhalten", mahnte Achim Dercks. "Die DIHK hat fünf Punkte erarbeitet, die die Energieversorgung der Unternehmen sichern. Die schnelle Umsetzung ist wichtig für den Standort Deutschland."."
Den fünf Punkte Vorschlag und weitere Informationens zum Energiewendebarometer 2023 sind auf der Webseite des DIHK zu finden. 

Download Energiewendebarometer 2023

Die kompletten Umfrageergebnisse 2023 gibt es ebenfalls auf der Webseite von die DIHK zum Download:
Quelle: DIHK  Beitrag gekürzt im August 2023
Im jährlichen „Energiewende-Barometer der IHK-Organisation“ sind die Ergebnisse einer Online-Unternehmensbefragung zusammengefasst, an der sich in den IHK-Gremien ehrenamtlich engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer sowie weitere Mitgliedsunternehmen der IHK-Organisation beteiligt haben. Ziel des Energiewende-Barometers ist es, eine umfassende Bewertung der Unternehmen bzgl. der Fortschritte der Energiewende und der aktuellen Klima- und Energiewendepolitik zu erhalten.
Save the Date - 14. Stuttgarter Sicherheitskongress

14. Stuttgarter Sicherheitskongress

Baden-Württemberg gehört zu den bedeutendsten Industriestandorten nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Das Land beherbergt zahlreiche Weltmarktführer, verfügt über hervorragende Forschungseinrichtungen und ist ein stetiger Innovationstreiber. Doch mit zunehmender technischer Entwicklung, aber auch gesetzlicher Regularien stellen sich neue Herausforderungen an das unternehmerische Risikomanagement. 
Seit 2009 informiert der Stuttgarter Sicherheitskongress mittelständische Unternehmen, die sich über aktuelle Themen im Bereich Wirtschaftsschutz informieren möchten. Mit einer Mischung aus Fachvorträgen und Erfahrungsberichten unterstützt der 14. Stuttgarter Sicherheitskongress Unternehmen darin, sich praxisnah den aktuellen Risiken und Herausforderungen zu stellen und das individuelle Risikomanagementsystem entsprechend anzupassen und weiterzuentwickeln. Neben den Expertenvorträgen und Diskussionsrunden besteht auch die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern zu vernetzen und wertvolle Kontakte zu knüpfen. Erfahren Sie aus erster Hand, wie sich Unternehmen und Organisationen den Herausforderungen einer zunehmend technologiegetriebenen Welt stellen und welche Strategien sie implementieren, um ihren Schutz zu gewährleisten.
Die Veranstaltung findet mit Unterstützung des UBW – Unternehmer Baden-Württemberg e.V. und der RMA Risk Management & Rating Association e.V. statt.
Termin: 7. November 2024
Uhrzeit: 10:00 bis ca. 16:00 Uhr
Ort: IHK-Haus in Stuttgart

Aktuell arbeiten wir an einem spannenden Programm für Sie! Melden Sie sich bereits heute hier an!

Magazin Wirtschaft

Sonderheft Ausbildung

Duale Ausbildung, digitaler Ausbildungsvertrag, wie Miss Germany von ihrer Ausbildung profitiert, was die Generation Z erwartet und wie man als Ausbildungsbetrieb damit umgeht, Azubi-Guide in Social Media und neue Ausbildungsberufe - das alles finden Sie in unserem neuen IHK-Sonderheft Ausbildung (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 8178 KB)

Sommer 2023

DIHK-Report Gesundheitswirtschaft

Die Stimmung in der Gesundheitswirtschaft ist laut Sommerabfrage des DIHK-Gesundheitsreports gedämpft. Rund 68 Prozent der 600 befragten Betriebe sehen den Fachkräftemangel als größtes Risiko!
Unternehmen in Gesundheits- und sozialen Diensten sind am stärksten betroffen dort bewerten 81 Prozent nach 79 Prozent in der Vorumfrage den Fachkräftemangel als das bestimmende Risiko der nächsten zwölf Monate. Doppelt schwer wiegt hier der demografische Wandel - zum einen durch eine schwierigere Nachwuchsgewinnung und zum anderen durch höheren Pflegebedarf aufgrund einer zunehmenden Zahl älterer und pflegebedürftiger Menschen.
Mehr als die Hälfte aller Betriebe (58 Prozent) nennen außerdem die hohen Arbeitskosten als Folge der hohen Kerninflationsrate als weiteres Risiko (52 Prozent in der Vorumfrage).
Die Geschäftserwartungen haben sich zwar leicht verbessert, aber die Stimmung ist je nach Sektor unterschiedlich. Eine Reduzierung der Bürokratie und stabile Lieferketten könnten einen echten Aufschwung bringen, auch die Exporterwartungen. Aber die Investitionsbereitschaft der Unternehmen hängt letztlich von den Geschäftserwartungen ab.
Den kompletten Report mit weiteren Details, etwa zu Preisentwicklung und Exporterwartungen, finden Sie zum Download direkt auf den Seiten der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).
An der Umfrage haben sich rund 600 Unternehmen beteiligt.
Quelle: DIHK, Juli 2023
Für unsere Mitgliedsunternehmen

Warnung vor falschen Zahlungsaufforderungen durch EU-Kommission

Angeblich im Namen der Europäischen Kommission/Europäisches Justizportal/Generaldirektion Justiz und Verbraucher werden Unternehmen angeschrieben und aufgefordert, eine Verwaltungskostenpauschale gemäß Richtlinie 2012/17/EU auf ein belgisches Konto zu zahlen. Weder die EU-Kommission noch das ejusticePortal oder das Europäische System zur Verknüpfung von Unternehmensregistern (sog. Business Register Interconnection System (BRIS)) versenden Bescheide mit Zahlungsaufforderungen zur „Einrichtung und Verknüpfung des Unternehmensdatensatzes“. Dies wurde der IHK-Organisation von der EU-Kommission auch bestätigt.
Sollte Ihr Untermehmen gefälschte Rechnungen erhalten, zahlen Sie hierauf nicht.
Allgemeine Informationen zu gefälschten Zahlungsaufforderungen finden Sie in unseren Hinweisen zur Formularfalle.
Hinweis für Mitgliedsunternehmen

Warnmeldung für Wirtschaftsunternehmen im Handel

Betrügerische E-Mail-Bestellung: Zwischenhändler
Der beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg eingerichteten Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) ist eine Betrugsvariante im E-Mail-Verkehr bekannt geworden. Dabei täuschen Betrugstäter die Identität tatsächlich existierender und namhafter Firmen vor und kontaktieren in Baden-Württemberg ansässige Unternehmen.
Abwesenheitsnotiz auf Deutsch und Englisch

Ferien für das E-Mail-Konto

Ein Urlaub bringt eigentlich nur dann echte Erholung, wenn man nicht ständig  sein Postfach öffnet, um E-Mails zu lesen. Das muss für die meisten auch nicht sein. Allerdings sollten Sie nicht vergessen ­Ihren Abwesenheitsagenten „scharf zu schalten“.  Mit der richtigen Formulierung können Sie dann sogar mit Ihrem Urlaub Sympathiepunkte sammeln.
Eine gut gestaltete, automatisierte Abwesenheitsnotiz zeigt Professionalität und Respekt gegenüber den Mailpartnern. Sie informiert über das Datum der Rückkehr und was so lange mit der Anfrage passiert.

Struktur für Ihre automatisierte Abwesenheitsnotiz:

Betreff: Es sollte sofort erkennbar sein, dass es sich um eine automatisierte Antwort handelt.
Dank für die Anfrage
Bis wann gilt die Abwesenheit? Mit ­dieser Angabe kann der Empfänger entscheiden, ob er wartet. Das Startdatum der Abwesenheit rate ich weg zu lassen. Auch die Begründung kann weggelassen werden. Je nach Anlass kann damit allerdings auch um Verständnis gebeten werden.
Was passiert jetzt mit der Nachricht, wird sie weitergeleitet? Abhängig von Ihren betrieblichen Abläufen kann aus Vertraulichkeitsgründen eine Weiterleitung ausgeschlossen sein.
Unter welchen Kontaktdaten gibt es eine Vertretung?
Grußformel
Die Basics sind also auf jeden Fall gesetzt. Doch je nach Branche, Zielgruppe oder persönlichen Vorlieben lässt sich das alles sehr unterschiedlich ausformulieren. 

Standard ist meist etwas Ähnliches wie:

„Ich bin bis 16.08. nicht im Büro. Ihre E-Mail wird nicht weitergeleitet oder gelesen. In dringenden Fällen wenden Sie sich an meine Kollegin Berta Blümchen unter muster@musteradresse.de
Herzliche Grüße“
Nüchtern, klar, verständlich - aber die Sinne werden nicht angesprochen. Das erreichen Sie eher, indem Sie Fragen stellen - diesen Sommer etwa „Haben Sie auch unter dem grauen Wetter in diesem Frühjahr gelitten?“. Gut machen sich auch Ausrufezeichen: „Hoffentlich können Sie auch diesen Sommer einen schönen Urlaub genießen!“

Sie- statt Ich-Stil

Bei der Wahl der Worte hilft es, den Sie-(oder Du-)Stil statt den Ich-Stil zu verwenden. Dann fühlt sich Ihr Empfänger wirklich angesprochen.
Nutzen Sie die Musterformulierungen im IHK-Tipp für Ihre eigene, ganz individuelle  Abwesenheitsmail. Setzen Sie einfach alles so zusammen, dass es für Ihre Branche und Sie gut passt.
Hinterlassen Sie mit Ihren Texten einen Sympathie-Bonus. Beeinflussen Sie das Leseklima durch positives Formulieren, gute Aufteilung und Optik sowie lebendigen Sprachstil.
Einige Hilfen stecken in der Microsoft Word Funktion Thesaurus. Diese Funktion löst sich leicht über die Tastenkombination „Shift F7“ auf einem Wort aus. Sie erhalten damit Synonyme, vermeiden Wiederholungen und erweitern Ihren Wortschatz. Übrigens sollten Sie auf das Datum des Beginns Ihrer Abwesenheit verzichten.

IHK-Tipp: Musterformulierungen für den Abwesenheitsagenten

  • Wir machen Urlaub und wünsche Ihnen von Herzen einen erfüllten, genußreichen und erholsamen August. Falls auch Sie verreisen, genießen Sie die Zeit und kommen Sie gesund und erholt wieder zurück. Ab tt.mm.jjjj sind wir wieder persönlich erreichbar.
  • Wir freuen uns darauf, ab XX.XX. wieder gut erholt und voller kreativer Ideen für Sie da zu sein. Es eilt? Dann wenden Sie sich bitte an meinen Kollegen Max Mustermann. Sie erreichen ihn per E-Mail unter name@beispiel.de.
  • Guten Tag, Ihre E-Mail ist bei uns eingetroffen. Wie schön, dass Sie an uns gedacht haben! Sie ahnen es vielleicht schon: Sie lesen gerade einen automatisch verschickten Text. Im Moment kann es mit unserer Antwort etwas ­länger dauern als üblich. In ein paar ­Tagen antworten wir Ihnen ausführlich. Versprochen! Viele Grüße …
  • Vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bin am tt.mm.jjjj wieder erreichbar. Ihr Anliegen ist dringend und kann nicht warten? Dann hilft Ihnen meine Kollegin Martina Musterfrau gerne weiter. Sie erreichen sie unter (Vorwahl) Telefon oder E-Mail-Adresse. Ihre Nachricht bleibt gespeichert. Ich werde Ihnen antworten, sobald ich zurück bin.
  • Leider war das Frühjahr kalt und nass. Dem setze ich Urlaub bei Sonne und Wärme für neue Energie entgegen. Ganz in Ihrem Sinne, damit ich gut erholt, voller Ideen und Inspirationen ab dem tt. Monat wieder für Sie da bin. Eine gute Zeit wünscht Ihnen …
Rositta Beck, Zeit für Erfolg, Remseck, für Magazin Wirtschaft Rubrik Rat&Tat

Tipps für englische Abwesenheitsanzeigen

Wie man seine Abwesenheitsmail am besten auf Englisch formuliert, erklärt unsere Business-English-Spezialisitin Joy Zeller.
In a nutshell: don`t give too much information;  avoid humour, although it may seem funny to you, you do not know what mood the reader is in – if he/she is in some way stressed, he/she may not find it funny at all and avoid spelling mistakes – take the time to proof-read the message. After all, this is your business card.
Here some examples
  •     Dear Sender, Thank you for your email. I will be out of the office from (…) till (….). If you need assistance while I am away, please contact (….) , otherwise I will respond to your email on my return. Best regards
  •     Out-of-office message:  XX.XX. 200 – XX.XX.2020. My emails are not being re-directed, so I will respond on my return. Should you require immediate assistance, please contact my colleague (..)
  •     Dear Sender, Unfortunately, I am not in the office to deal with your email personally. From XX.XX. – XX.XX.XXXX my emails are being automatically re-directed, so please expect a response from one of my colleagues. Regards
  •     Hello, Unfortunately, I am not in the office to deal with your email personally. From XX.XX. – XX.XX.XXXX my colleague (…) is standing in for me during my absence, so please feel free to contact him/her on (…). Regards
  •     Hello, I will be out of the office from XX.XX – XX.XX.XXXX. During this time I have no, or limited, access to my emails. Please be aware that there may be a slight delay in response. Thank you for your understanding. Best regards
Joy Zeller, Business Englisch, Weissach im Tal, für Magazin Wirtschaft, Rubrik Rat&Tat
Hinweis für Mitgliedsunternehmen

Warnung vor Fake-Rechnungen der Zentralen Zahlstelle Justiz

In letzter Zeit kommt es zu Massenaussendungen von täuschend echt aussehenden Zahlungsaufforderungen einer Zentralen Zahlstelle Justiz, angeblich von einem Amtsgericht mit offiziellem Wappen. Der angebliche Sitz ist unterschiedlich: mal Frankfurt, mal Berlin, mal Leipzig, mal Hamburg. Bei dem Frankfurter Formular ist auffallend, dass das Amtsgerichts-Wappen des Landes NRW abgedruckt ist.
Auffallend ist außerdem, dass die Kontoverbindung ins Ausland führt (italienische BAN) und das sehr kurzfristige Zahlungsziel (innerhalb weniger Tage).
Die ausführliche Meldung entnehmen Sie bitte der Webseite des Deutschen Schutzverband für Wirtschaftskriminalität (DSW).
Vertrieb über Vertreter

Handelsvertreter: Das muss im Vertrag stehen

Viele kleinere Unternehmen haben keinen eigenen Vertrieb, sondern beauftragen selbständige Handelsvertreter, um für sie Geschäftsabschlüsse zu vermitteln. Viele geben den Handelsvertretern zusätzlich eine Abschlussvollmacht, damit sie gleich einen Vertrag abschließen können. Damit alles geregelt ist, muss man einen Handelsvertretervertrag abschließen. Lesen Sie hier, wie die rechtliche Lage ist.

Handelsvertreter unterliegen einem gesetzlichen Wettbewerbsverbot

Der Handelsvertreter muss die ­Interessen des Unternehmens wahren, das er vertritt. Deswegen unterliegt er während der Vertragslaufzeit grundsätzlich einem ­gesetzlichen Wettbewerbsverbot. Allerdings sollte man vertraglich konkretisieren, dass er keine Produkte von Konkurrenzunternehmen vermitteln darf.
Des Weiteren besteht eine Berichtspflicht. So muss der Handelsvertreter beispielsweise über den Stand seiner Vertriebsbemühungen und über seine Werbemethoden informieren. Außerdem hat er die Pflicht, sich um die Vermittlung beziehungsweise den Abschluss von Geschäften zu bemühen und dafür auch Marktbeobachtung zu betreiben.

Die Selbständigkeit darf nicht angetastet werden

Der Auftraggeber darf zwar Weisungen bezüglich der Kundenwerbung und -betreuung geben, die auch beachtet werden müssen. Das darf aber nicht so weit gehen, dass die Selbstständigkeit des Handelsvertreters „im Kern“ angetastet ist. Dann droht nämlich das Risiko ­einer Scheinselbständigkeit.
Die Hauptpflicht des Auftrag­gebers besteht darin, eine erfolgsabhängige Provision für Geschäfte zu zahlen, die der Handelsvertreter vermittelt oder abgeschlossen hat. Wie mit Folgegeschäften umgegangen wird, ist vertraglich zu regeln. Steht nichts anderes im Handelsvertretervertrag, gilt die Provisions-­pflicht auch für Folgegeschäfte, selbst wenn der Handelsvertreter diese nicht vermittelt hat.

„Wann” und „wieviel“ muss vertraglich geregelt werden

Vertraglich zu regeln sind auch der Zeitpunkt, die Fälligkeit, die Höhe und die Abrechnungsmodalitäten, kurz „wann und wieviel“. Andernfalls fällt die Provision in der branchenüblichen Höhe an.
Der Unternehmer ist nicht verpflichtet, das vermittelte Geschäft abzuschließen. Kommt es aber zustande, reicht für den Provisionsanspruch des Handelsvertreters aus, dass seine Tätigkeit für den Geschäftsabschluss mitursächlich war.
Eine Besonderheit ist die Bezirks- beziehungsweise Kundenkreisprovision: Ist dem Handelsvertreter ein bestimmter Bezirk oder Kundenkreis zugewiesen, so hat er auch ohne sein Zutun Anspruch auf Provision für Geschäfte, die mit Personen seines Bezirks oder seines Kundenkreises direkt vom Unternehmer oder durch andere Vertriebler abgeschlossen werden. Ist dies vom Unternehmer nicht gewollt, muss er dies vertraglich in Zusammenhang mit der Gebiets- oder Kunden­zuweisung ausschließen.

Kündigungsfristen dürfen für die Firma nicht kürzer als für den Vertreter sein

für beide Irgendwann stellt sich die Frage nach der Beendigung der Handelsvertreterbeziehung, sei es durch Zeitablauf, Befristung, Vertragsaufhebung oder Kündigung. Bei der ordentlichen Kündigung sind die gesetzlichen Fristen zu beachten, die an die Anzahl der Vertragsjahre gekoppelt sind. Sie reichen von ­einem bis zu sechs Monaten. Es ist auch möglich, längere Fristen zu vereinbaren. Sie dürfen aber für den Unternehmer nicht kürzer sein als für den Handelsvertreter. Fristlos kann der Vertrag nur aus wichtigem Grund gekündigt werden. Das können ein vertragswidriger Wettbewerb oder eine nicht abgesprochene Bezirksverkleinerung sein. In der Regel muss vorher erfolglos abgemahnt worden sein.

Ausgleichsanspruch darf nicht im Vertrag beschränkt werden

Nach Beendigung hat der Handelsvertreter einen Ausgleichsanspruch gegen das vertretene Unternehmen, der vertraglich nicht ausgeschlossen oder beschränkt werden kann. Ausnahme: der Handelsvertreter kündigt von sich aus oder ihm wurde wegen schuldhaften Verhaltens gekündigt. Dies gilt auch beim Aufhebungsvertrag, wenn der Zeitpunkt des Vertragsendes noch in der Zukunft liegt, selbst dann, wenn es sich dabei nur um wenige Tage handelt.
Kurz gesagt dient der Ausgleich als angemessene Gegenleistung für den vom Handelsvertreter geworbenen Kundenstamm. Der Anspruch kann nur innerhalb eines Jahres nach Beendigung des ­Handelsvertretervertrags geltend gemacht werden. Zusätzlich ist die Verjährungsfrist von drei Jahren zu beachten.
Der Ausgleich beträgt höchstens eine durchschnittliche Jahresprovision der vergangenen fünf Jahre. Bei kürzerer Vertragsdauer ist es der Durchschnitt der gesamten Vertragsdauer. Das kann komplexer sein als es klingt

Rainer Simshäuser, IHK Region Stuttgart für Magazin Wirtschaft 5-6.2023

Magazin Wirtschaft

Unternehmensnachfolge: Damit es weitergeht

Zu den einschneidendsten Ereignissen im Leben der meisten Menschen gehört sicher der Start ins Berufsleben und der Eintritt in den Ruhestand. Das ist schon für normale Arbeitnehmer so. Um wieviel mehr für Selbstständige! Denn wer ein Unternehmen abgibt oder eines übernimmt, für den ändert sich das Leben auf der ganzen Linie: das eigene Selbstverständnis, die Rolle in der Familie, die finanziellen Gegebenheiten, vielleicht sogar der Wohnort und natürlich die beruflichen Herausforderungen. Entsprechend emotional ist das Thema besetzt. Wir haben uns in der Region umgeschaut, wie Unternehmer damit umgehen.

Nachfolgefähige Strukturen frühzeitig entwickeln

Zum Beispiel Andreas Urbez und Wolfgang Schwenger. Die beiden sind Geschäftsführer der Carl Stahl GmbH in Süßen. Das Familienunternehmen in fünfter Generation ist ein weltweit tätiger Spezialist für das Heben von Lasten nebst dazugehörigen Dienstleistungen. Vor drei Jahren haben die beiden Schwager mit der Gestaltung des Nachfolgeprozesses begonnen. Damals waren sie erst 50 beziehungsweise 54 Jahre alt. „Wir wollten nicht in die Falle tappen wie so viele und unkoordiniert übergeben“, erklärt Urbez. Die Initialzündung gab der Werbeflyer einer Unternehmensberatung, die ein Seminar zum Thema „Nachfolgefähige ­Strukturen“ anbot. „Die Eltern leben noch, in unserer Generation sind wir drei Gesellschafter, in der nächsten sogar zehn“, begründet Schwenger, warum genau dieser Ansatz ins Schwarze traf.
Wir wollten nicht in die Falle tappen wie so viele und unkoordiniert übergeben

Andreas Urbez, Geschäftsführer der Carl Stahl GmbH in Süßen

Können die Jungen nicht einfach in die Fußstapfen ihrer Väter treten? „Theoretisch schon, aber wir wissen nicht, ob wir das wollen“, meint Urbez. Sie beide seien in das Unternehmen hineingewachsen, das mittlerweile 66 Standorte in neun Beteiligungen hat. „So easy“ sei es heute nicht mehr, einzusteigen, ergänzt Schwenger. Die Aufgaben seien nicht so leicht zu definieren. Und überhaupt: Wo sollte der Einstieg erfolgen? An der Werkbank oder gleich ganz oben? Die operative Nachfolge steht allerdings aktuell auch gar nicht auf der Agenda. Schließlich haben beide noch an die zehn Jahre bis zum Ruhestand. „Jetzt geht es erst einmal um die Struktur als Familienunternehmen. Und da sollen sich alle gleichberechtigt engagieren, alle an einem Strang ziehen“, erklärt Urbez.
Die mittlere Generation hat den Prozess initiiert. Dazu gab es in sechswöchigem Abstand eineinhalbtägige Treffen. Dabei habe es auch immer mal wieder geknallt. „Ohne Moderator hätte das auch schwierig ausgehen können“, ist Urbez überzeugt. Auf einem Familientag wurden schließlich die Eltern und deren Enkel mit ins Boot geholt. „Vorher haben wir uns nur zu Festen gesehen, und einige von uns wohnen auch gar nicht in der Region“, sagt Schwenger. Nun sei man in ganz anderen Rollen zusammengekommen.

Eine Familienverfassung legt die Regeln fest

Am Ende dieses Prozesses steht eine Familienverfassung, die jeder Einzelne unterschreiben muss. „Die enthält nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten“, erzählt Schwenger und nennt es ein „geliehenes Erbe“. Eine der Pflichten ist die Fortbildung in betriebswirtschaftlichen Fragen, damit die Gesellschafter sich qualifiziert einbringen können. Auch zu den Unternehmenswerten muss man sich ausdrücklich bekennen, also zu Leistung, Toleranz, Bodenständigkeit, Verantwortung und Zusammenhalt. Verlangt wird zudem, dass alle finanziell auf eigenen Beinen stehen und nicht auf eventuelle Ausschüttung angewiesen sind.
Auch strukturell hat die Unternehmerfamilie Hand angelegt. Eine neue Dachgesellschaft sichert den Inhabern weiterhin ausreichend Einfluss zu, ohne jedoch den Spielraum des operativen Managements einzuschränken. Als verbindende Schnittstelle wird bei der Carl Stahl Holding GmbH, der Dachgesellschaft aller unternehmerischen Beteiligungen, ein Beirat etabliert, in dem die Expertise familienfremder Dritter aus strategisch wichtigen Disziplinen hinzugezogen wird.
Wie die beiden Schwager vom Übergabeprozess erzählen, so ­ruhig und relaxed, aber auch so sicher und entschieden – das überrascht auf den ersten Blick. Tut es denn gar nicht weh, nach 24 beziehungsweise 30 Jahren als Entscheider Macht abzugeben? Schwenger knabbert noch etwas. Für Urbez hingegen ist es „Luxus pur“, das Thema rechtzeitig und damit ohne jeglichen Zeitdruck angegangen zu sein.

Spätestens mit 60 sollte alles in trockenen Tüchern sein

Carl Stahl hat 1700 Mitarbeiter, Mize 15. Aber auch Mize-­Gründer Joachim Kurrle wollte noch eine „5“ vorn haben, wenn er seine Nachfolge in trockene Tücher bringt. Und auch er stammt aus einer Unternehmerfamilie: Kurrle Senior betrieb im Fellbacher Altort das größte Bürofachgeschäft weit und breit. Sohn Joachim lernte dort ­Büromaschinenmechaniker und war eigentlich für die Nachfolge vorgesehen.
Doch ausgerechnet eine Idee des Vaters brachte den Sohn auf eine ganz andere Schiene. „1994 ­fragte Vater mich, ob ich während des Fellbacher Herbstes mit meinem Bruder den Kuchenverkauf vorm Geschäft übernehmen könnte.“ Daraus wurde „s‘Höfle bei Jo und Stefan“. Das machte so viel Spaß, dass die Brüder daraus ein blühendes Catering machten – neben­beruflich. „Doch Vater wollte, dass ich die „Tässlesvermietung“ aufgab. So nannte er das, weil ich auch Geschirr vermietete, das die ­Kunden samstags im Laden abholten“, erinnert sich Joachim Kurrle. Er entschied sich für sein eigenes Geschäft. „Stinksauer“ sei der ­Vater damals gewesen.

Regel Nummer Eins: Respekt für  die Lebensplanungen des Nachwuchses

Das Bürogeschäft gibt es heute nicht mehr. Aus Mize hingegen, wie Kurrle seine Vermietung von Veranstaltungszelten inklusive Komplettzubehör nannte, ist ein Unternehmen geworden, dessen Logo an fast keinem Event in der Region fehlt. Kurrle ist Jahrgang 1964. Wie sein Vater hat er vier Kinder. Wenn er eines davon als Nachfolger gewinnen will, das war ihm klar, ist Respekt für die Interessen und die Lebensplanungen des Nachwuchses Regel Nummer Eins. Also das Gegenteil von Sprüchen wie von der „Tässlesvermietung“.
Zu seiner Freude signalisierte Sohn Jacques Interesse an Mize. Nachdem der heute 27-Jährige einige Zeit mit großen Kähnen um die Welt gefahren war, schloss er eine zweite Lehre im elterlichen Betrieb an und arbeitet seither Hand in Hand mit dem Vater und dessen Frau Birthe. Als alles reibungslos lief, beschloss Joachim Kurrle, ein paar Wochen auf seinem Boot auf der Ostsee zu verbringen und die beiden „zu Hause mal allein wurschteln“ zu lassen. Erfreut stellte er fest, „die können das ohne mich“. Das war der Startschuss für den Übergabeprozess. Beraten von der IHK und einer Unternehmensberaterin wurde geklärt, wie die Zukunft von Mize aussehen wird.
Die beiden volljährigen Kinder, die längst gute Berufe haben, und die Ehefrau mussten eine Verzichtserklärung beim Notar unterschreiben. Auch für Jacques gibt es feste Regeln, zum Beispiel dass er nicht ohne Ehevertrag heiraten darf. „Das war für alle eine knallharte Entscheidung, aber nur wenn alles Geld in der Firma bleibt, hat sie eine Zukunft“, ist Kurrle überzeugt. Den härtesten Brocken musste er ohnehin selbst schlucken: Aus der Mize e.K. wurde eine oHG, an der er nur noch die Hälfte besitzt. „Mit Ende 50 sitze ich nun nicht mehr sozu­sagen auf dem Thron und kann alles ansagen. Ich wollte aber unbedingt, dass wir Partner auf Augenhöhe sind und kann das nur jedem Kollegen in ähnlicher Situation empfehlen“, sagt er.
Mit Ende 50 sitze ich nun nicht mehr sozu­sagen auf dem Thron

Mize-Gründer Joachim Kurrle über die Teilung der Geschäftsführung mit seinem Sohn

Die Unternehmensberaterin, die Kurrles beriet, heißt ­Bettina Daser. Die promovierte Sozioökonomin aus Kernen begleitet Unternehmens­familien bei der Übergabe. Dazu hat sie einen strukturierten Prozess entwickelt, der zunächst die Motivlagen der einzelnen Beteiligten klärt. Die Fragen, die sie dazu stellt, haben es in sich. Zum Beispiel „Können Sie noch schlafen, wenn Sie wissen, dass Sie gerade einen Millionenkredit aufgenommen haben?“ oder „Wollen Sie wirklich den Rest Ihres Berufslebens an Ihrem Kindheitsort wohnen?“ Kurz: Alle Fragen, die illusionslos klären, was Unternehmertum für das eigene Leben, für Partner und Kinder bedeutet. Schließlich sei nicht nur die Eignung wichtig, sondern auch die Mentalität.
Um die bestmögliche Lösung zu finden, geht Daser mit jedem einzelnen Shareholder konkret durch, was die möglichen Entscheidungen für sein Leben bedeuten. „Da gibt es bittere Pillen zu schlucken und Enttäuschungen zu verkraften, denn mancher Traum findet ein jähes Ende“, hat sie festgestellt. Es werde aber auch Respekt geweckt: für die Lebensleistung der vorangehenden Generation und für die Verantwortung, die mit der Übernahme einhergeht. Damit eine dauerhaft tragfähige Lösung herauskommt, die sowohl für das Unternehmen gut ist als auch für den Familienfrieden, holt Daser alle Beteiligten an einen Tisch, wenn möglich einschließlich ­ihrer Partner: „Wenn nur ein Gesellschafter die Nachfolgelösung nicht mitträgt, dann ist Sand im Getriebe, egal wie groß dessen Anteil ist“, weiß sie aus Erfahrung.
Wenn nur ein Gesellschafter die Nachfolgelösung nicht mitträgt, dann ist Sand im Getriebe, egal wie groß dessen Anteil ist

Nachfolgeberaterin ­Bettina Daser

Nicht selten sind die Fronten verhärtet, wenn Dasers Vermittlungsarbeit beginnt. „Bei uns ist der Hass grenzenlos“, raunte ihr einmal ein Familienmitglied zu. Gerade darum sei es wichtig, dass im Plenum erörtert werde, wie die Werte, aber auch die Zukunftspläne des Unternehmens sind und wie die der Familie. „Dabei dürfen alle mitreden, und alle sind gefragt, wenn es darum geht, die beste Lösung zu finden.“  Von jedem dieser Treffen gibt es ein Arbeitsprotokoll, das alle freigeben müssen. „Damit committen sie sich“, weiß Daser. Am Ende des Prozesses steht idealerweise die Klärung der Gesellschafterverhältnisse und eine Familie, die sich noch gern zum Sonntagskaffee einlädt.
Daser, die selbst Gesellschafterin im elterlichen Betrieb ist, hat schon mehr als 70 Unternehmensübergaben begleitet. In der Zeit hat sich einiges geändert: „Seit circa zehn Jahren beobachte ich, dass nicht mehr die Alten den Jungen Bedingungen stellen, sondern umgekehrt.“ Und früher sei sie meist von verzweifelten Müttern beauftragt worden, denen der Familienzwist an die Nieren ging. Heute riefen eher die Chefs oder die potenziellen Nachfolger an.
Und wie sieht die Unternehmensübergabe aus Sicht der jungen Generation aus? Geht man mit Ann-Cathrin Keller durch die Werkshallen der Keller Lufttechnik in Kirchheim/Teck, hat das Grüßen gar kein Ende. Man merkt gleich, die junge Frau ist hier zu Hause. Tatsächlich ist sie auf dem Firmengelände aufgewachsen. Schon als kleines Mädchen wollte sie in die Fußstapfen ihres Vaters Horst Keller treten, der das über 120 Jahre alte Unternehmen in der vierten Generation zusammen mit seinem Bruder Frank leitet.
Papa kam abends immer so zufrieden nach Hause. Das habe ich bei den Eltern meiner Freunde nie erlebt

Ann-Cathrin Keller über ihre Entscheidung, in die Familienfirma einzusteigen

Woher der Wunsch kam, daran erinnert sie sich noch ganz genau: „Papa kam abends immer so zufrieden nach Hause. Das habe ich bei den Eltern meiner Freunde nie erlebt“, erzählt die 33-Jährige. Freilich habe sie damals noch nicht gewusst, was genau der Vater tagsüber so macht. Das verstand sie erst, als sie in der Oberstufe Wirtschaft als Pilotfach wählte. Ab da war klar, wie es weitergehen würde: Duales Studium, dann International Business in München und Australien. Seit sechs Jahren ist sie nun in dem Unternehmen tätig, das ihr Ururgroßvater gründete: zunächst als Assistentin des kaufmännischen Leiters, heute als Direktorin kaufmännische Dienste, After-Sales-Service und Marketing. 2025 wird sie den CEO-Posten von ihrem Vater übernehmen.
Das sind fast zehn Jahre „Überlappung“. „Ideal“ findet Ann-Cathrin Keller das. Weil sie so in die Aufgabe hineinwachsen konnte. Rumpelt es nicht öfter mal, wenn man sozusagen Mitarbeiterin des eigenen Vaters ist? „Man muss klar trennen: die private Beziehung in der Familie und die auf geschäftlicher Ebene als Kollegen“, erzählt sie, „vor allem in Konfliktsituationen“. Dazu müsse man authentisch kommunizieren, sowie Feedback und Kritik annehmen. Das helfe zu vermeiden, dass das Private belastet werde. Wichtig ist das auch deshalb, weil die Brüder Keller je zwei Kinder haben. Ann-Cathrin Keller hat eine Schwester, eine Cousine und einen Cousin. Alle vier sind zusammen mit der Vätergeneration Gesellschafter. Allerdings gehen Schwester und Cousin eigene berufliche Wege. Nur die zehn Jahre jüngere Cousine könnte sich eine Zukunft im Unternehmen vorstellen.

Ein Beirat sorgt für das Zusammenspiel zwischen den Gesellschaftern

Damit das Zusammenspiel zwischen geschäftsführenden und stillen Gesellschaftern klappt, gibt es einen Beirat und einen externen Coach, mit dem sich alle zusammen mehrmals jährlich austauschen. Hilfreich sei auch, dass beide Familien auf dem Firmengelände wohnen, quasi Haustür an Haustür. „Wir sind eine richtige Familie. Wir feiern Geburtstage, dazu Weihnachten und Ostern zusammen und überhaupt führen wir alle Traditionen gemeinsam fort“, erzählt die junge Frau.
Keller hat ihre Masterarbeit über die „Entwicklung eines strategischen Konzepts zur Steigerung der Innovationsfähigkeit eines mittelständischen Familienunternehmens“ geschrieben, also wie Tradition und Innovation zusammenpassen. Ergebnis: die strukturellen Prozesse müssen neu sortiert werden, ohne dass die Werte, für die ein Familienunternehmen steht, aufgegeben werden. Konkret bedeutet das, dass ein bisschen ­Start­up-Mentalität ins Haus kommt, dass beispielsweise alle Mitarbeiter und nicht nur die Forschungsabteilung Ideen einbringen. Das erste Produkt gibt es schon: eine Luftreinigungswand, die statt Stellfläche weg­zunehmen, als beweglicher Raumteiler dient.

Übernahme von jetzt auf gleich

Die Möglichkeit, Startup und Familienbetrieb zusammenzubringen, das hat Lisa und Moritz Bittner geholfen, den elterlichen Betrieb dauerhaft zu übernehmen. Anders als bei Kellers gab es aber kein Hineinwachsen, sondern eine Übernahme Hals über Kopf. Vater Roland Bittner erkrankte nämlich 2016 schwer. Damals war er noch keine 60, und die Nachfolge in dem kleinen Unternehmen für Thermoforming und Verpackungstechnik in Backnang war noch völlig ungeregelt. „Ein bisschen war das auch unsere Schuld, denn wir wollten uns noch nicht festlegen“, räumt Lisa Bittner ein. Wie ihr Bruder Moritz hatte sie BWL studiert. Er startete danach als Investmentbanker ins Berufsleben, Lisa in verschiedenen Startups. Sie arbeiteten in angesagten Städten, mit „High Performern“ ihres Alters in bunten Teams – und das gefiel ihnen sehr.
Als nun die Hiobsbotschaft kam, eilten sie den Eltern zu Hilfe. „Erst einmal stand die Gesundheit unseres ­Vaters im Fokus und der Gedanke, alles am Laufen zu halten, bis er zurückkehrt“, erinnert sich die Tochter. Doch 2017 starb Roland Bittner. Mitten in der Trauer mussten sie nun eine Entscheidung fällen, die den Rest ihres Lebens prägen würde. Schließlich siegte die Loyalität zu Eltern und Mitarbeitern und der unbedingte Wille, „nicht das Handtuch zu schmeißen“.
Tatsächlich mussten wir erst einmal so eine Art Maschinenbaustudium light absolvieren

Moritz Bittner über seinen Start nach der Erkrankung des Vaters

Einen Notfallplan gab es nicht, keine Prozessbeschreibungen, nichts, was ­ihnen die Einarbeitung erleichtert ­hätte. Schließlich waren die Eltern nach der ­Firmengründung Mitte der 80er in ihre Aufgaben hineingewachsen, kannten ­Kunden und Lieferanten. Bei ihnen ­liefen alle Fäden zusammen. „Das kann man nicht delegieren“, waren sie überzeugt. Von jetzt auf gleich dies alles zu übernehmen, das war eine riesige Herausforderung – auch fachlich. „Tatsächlich mussten wir erst einmal so eine Art Maschinenbaustudium light absolvieren“, lächelt Moritz. Aber nicht nur die neue Pflicht war gewöhnungsbedürftig, sondern auch die Zusammenarbeit unter den Geschwistern. „Die emotionale Komponente darf man nicht unterschätzen. Schließlich weiß der andere seit Kindesbeinen, wie er einen triggern kann“, meint Lisa Bittner. Andererseits sei die Komplexität geringer, wenn man dem Geschäftspartner blind vertrauen könne. Dies umso mehr, als beide erst noch ihr altes Leben abwickeln mussten und sich deshalb zunächst selten sahen.
Nach zwei Jahren hatten die beiden das Geschäft im Griff. Doch „einfach weiter jedes Jahr um ein paar Prozentpunkte wachsen und so in Backnang alt zu werden – das dann doch nicht“, ­erklärt Lisa, die damals noch nicht einmal 30 war. Ein Artikel im Magazin Wirtschaft bestätigte sie in der Idee, eine Art „Booking.com“ für Thermoforming zu gründen: ­Formary. Auf der Plattform können Kunden ihre ­Wünsche in Sachen Kunststoffformung eingeben. Das müssen keine CAD-Dateien sein, Lastenhefte reichen. Formary ­kalkuliert zukünftig mittels künstlicher Intelligenz den Preis und „matcht“ mit dem geeignetsten ­Lieferanten.

Das Corporate Startup zieht junge Mitarbeiter an

Die Bittner GmbH mit ihren 900 ­Kunden läuft weiter, denn Formary ist ein ­Corporate Startup. Inzwischen hat das Unternehmen 25 Mitarbeiter. Auch junge, die der neue „Spirit“ anlockt. Wäre das so auch möglich gewesen, wenn der Vater noch leben würde? „Ich glaube, Papa wäre das alles suspekt gewesen“, sind die Geschwister überzeugt. Bei der Mutter hingegen überwiege die Dankbarkeit, dass ihre beiden wieder zurück in Backnang sind und ihr Lebenswerk fortführen.
Unsere Beispiele zeigen: Irgendwann kommt der Tag X, an dem der Wechsel stattfinden muss. Verständlich, dass das gerade Selbständigen schwerfällt, die ihr ganzes Leben lang gewöhnt sind, das Heft des Handelns in der Hand zu behalten. Aber genau deshalb sollten sie dafür ­sorgen, dass es bis zur entscheidenden Unterschrift so bleibt. Denn so sichern sie ihr Lebenswerk und den Familienfrieden.
Dr. Annja Maga für Magazin Wirtschaft Sonderheft Nachfolge
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Das Magazin Wirtschaft ist das Mitgliedermagazin der IHK Region Stuttgart. Es informiert Unternehmerinnen und Unternehmer über alle wirtschaftsrelevanten Themen.  
Das aktuelle Magazin enthält wieder einen umfangreichen Serviceteil mit aktuellen Tipps und Infos zur Anwendung neuer Gesetze und Regelungen, aber auch zu Best Practice in betriebswirtschaftlichen und ausbildungsrelevanten Themen. 
Im Titelthema geht es darum, wie KI Einzug in die duale Ausbildung hält und wie Unternehmen, Azubis und Berufsschule davon profitieren können.
In der Rubrik Firmenreport lesen Sie, was sich bei den Mitgliedsunternehmen Neues tut. Was Sie tun müssen, wenn Sie selber eine Neuigkeit zu vermelden haben, lesen Sie im Kriterienkatalog.
Im Editorial erklärt IHK-Präsident Claus Paal, wie sehr die Region Stuttgart von einer funktionsfähigen EU profitiert und ruft zur Wahlbeteiligung auf.
In der Rubrik Rat &Tat erfahren Sie, wie die IHK beim Sicherheitscheck Ihrer IT hilft, wie Einzelhändler von KI profitieren können, wann sich PV-Anlagen auf dem Firmendach lohnen und was Data Act und Viertagewoche rechtlich bedeuten.
In der Rubrik Menschen& Ideen stellen wir interessante Unternehmen und Entwicklungen aus der Region vor: Startups, Hidden Champions, Unternehmen mit Tradition, Ideen für den Handel und Karriere mit Lehre.
In der Rubrik IHK & Region gibt das Magazin einen Einblick in die politische Arbeit der IHK, denn Interessensvertretung ist ihre ureigene Kernaufgabe.
Außerdem ist das Magazin das offizielle Organ unserer IHK: Hier werden die Beschlüsse der Vollversammlung veröffentlicht.
Das Magazin Wirtschaft hat eine Auflage von 80.000 und wird an alle Unternehmenschefs und -chefinnen in der Region Stuttgart geschickt. Es wird exklusiv für die Mitglieder der IHK Region Stuttgart herausgegeben und ist für diese kostenfrei.

quickfacts

28.4 Prozent betrug die Zunahme der Insolvenzen 2023 bis Herbst gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Quelle: Statistisches Landesamt)

36.8 Millionen Tonnen CO2 aus fossilen Energieträgern wurden 2023 in die Atmosphäre freigesetzt.(Quelle: Global Carbon Budget)

11 Prozent betrug 2022 die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderung
Quelle: Aktion Mensch

Rat & Tat

Mediadaten und alle Ausgaben

Alles, was Sie über das Magazin wissen müssen: Mediadaten, Auflagenhöhe und wie Sie als MItgliedsunternehmen eine Erwähnung in der Zeitschrift bekommen.

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Muss Ihre GbR ins neue Gesellschaftsregister?

Zum 1. Januar nächsten Jahres ­treten neue Regeln für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) in Kraft. Sie werden ohne Übergangsfrist auch für bestehende GbR ­gelten. Ein Schwerpunkt des ­„Gesetzes zur ­Modernisierung des Personengesellschaftsrechts“ ­(MoPeG) ist das neue Gesellschafts­­register. So wird für manche GbR die Registrierung Pflicht, um handlungsfähig zu bleiben. Auch könnten Anpassungen im Gesellschaftsvertrag erforderlich werden. Gesellschafter sollten die Reform deshalb schon jetzt auf dem Schirm haben.

Eine Pflicht zur Eintragung besteht nicht

Zwar besteht auch nach dem MoPeG für die GbR keine allgemeine Pflicht zur ­Eintragung, in bestimmten Fällen ist sie aber notwendig, um über Rechte zu ­verfügen, die in einem anderen öffentlichen Register eingetragen sind. Das ist beispielsweise beim Erwerb einer Immobilie der Fall, denn dafür muss die GbR im Grundbuch eingetragen werden. Diese Eintragung setzt künftig die Registrierung im Gesellschafts­register voraus.
Übergangsregeln für bereits im Grundbuch einge­tragene GbR bestehen nicht, aber auch keine unmittelbare Pflicht zur Registrierung. Doch spätestens wenn eine Grundbuchänderung notwendig wird, muss die GbR registriert ­werden.
Die Registrierung wird auch zwingend, wenn die GbR sich als Gesellschafterin an einer anderen Gesellschaft beteiligt, beispielsweise an einer GmbH: Ohne Eintragung im Gesellschaftsregister wird sie nicht als Gesellschafterin im Handels­register der GmbH eingetragen. Auch hier gilt aber: solange sich nichts ändert, besteht keine Handlungspflicht.

Die Eintragung muss vorliegen, wenn sich etwas ändert

Die Eintragung muss aber ­vorliegen, wenn die GbR ihre Gesellschafterstellung aufgibt oder sonstige anmeldepflichtige Änderung eintreten, etwa im Gesellschafterbestand. Sonst wird die Aktualisierung nicht im Handelsregister der GmbH eingetragen. Die fehlende Publizität einer Rechtsänderung kann zu Nachteilen und Haftungs­risiken führen.
Die Eintragung in das Gesellschaftsregister bedarf der ­notariell beglaubigten Anmeldung mit ­Angaben zum Namen, Sitz und der Anschrift. Gesellschafter müssen ihren Namen, Vornamen, das ­Geburtsdatum und den Wohnort beziehungsweise Firma, Rechtsform, Sitz, das zuständige Register und die Registernummer angeben. Spätere Änderungen müssen ebenfalls notariell angemeldet werden.

Die GbR kann eine andere Rechtsform annehmen

Die Rückkehr zu einer nicht registrierten GbR ist nicht möglich. Die GbR kann aber ihren Status wechseln und eine andere Rechtsform annehmen. Die eingetragene GbR muss den Namenszusatz „eingetragene Gesellschaft bürgerlichen Rechts“ oder „eGbR“ führen. Haftet keine natürliche Person als Gesellschafter, muss die Haftungsbeschränkung klargestellt werden, zum Beispiel mit „GmbH & Co. eGbR“.

Passt der Name? Die IHK berät

Der Name der eGbR kann aus den Gesellschafternamen, einer Fanta­siebezeichnung oder in Kombination mit einer Sachbezeichnung gebildet werden. Die Zulässigkeit des Namens orientiert sich am Firmenrecht, er muss Kennzeichnungs- und Unter­scheidungskraft besitzen und darf nicht irreführend sein. Um zu vermeiden, dass das Registergericht den gewählten Namen wegen rechtlicher Mängel ablehnt, bietet die IHK eine kostenlose Prüfung der Eintragungs­fähigkeit an.

Vorteile einer freiwilligen Registrierung

Die GbR kann sich auch freiwillig regis­trieren lassen, dies hat einige Vorteile:
  • Der Name der eGbR genießt ­umfangreichen Schutz und kann mit dem Betrieb veräußert werden.
  • Die Registerpublizität macht die Teilnahme am Geschäfts­verkehr ein­facher.
  • Wesentliche Informationen über die Existenz, Identität und Vertretungs­befugnis der eGbR können kostenlos aus dem Register abgerufen werden.
  • Privilegiert ist die eGbR auch bei der Sitzwahl: Dieser kann an einem beliebigen Ort im Inland liegen, selbst wenn dort keine Geschäftstätigkeit ausgeübt wird. Die eGbR kann so ihre Geschäftstätigkeit sogar ins Ausland verlegen.
  • Außerdem ist für die eGbR das ­Umwandlungsgesetzes (UmwG) anwendbar, das den Rechtsformwechsel vereinfacht, etwa durch die Gesamtrechtsnachfolge: Alle Aktiva und Pas­siva, Eigentum, Rechte und Verträge der eGbR gehen „automatisch“ auf die neue Rechtsform über.

Wenn ein Gesellschafter ausscheidet, löst die die GbR nicht mehr automatisch auf

Neu sind künftig die Folgen des Ausscheidens von Gesellschaftern. Der Tod eines Gesellschafters führt nicht mehr zur Auflösung der Gesellschaft, er scheidet nur aus ihr aus. Gleiches gilt, wenn ein Gesellschafter oder Pfändungsgläubiger kündigt oder ein Gesellschafter insolvent wird.
Gelten die gesetzlichen Auflösungs­gründe in bestehenden Gesellschaftsverträgen mangels anderer Vereinbarungen, und soll dies so bleiben, muss ein Gesellschafter dies bis zum 31. Dezember 2024 schriftlich von der GbR einfordern. Das Verlangen kann jedoch durch einen Gesellschafterbeschluss zurückgewiesen werden.
Der Schutz des guten Glaubens auf die Richtigkeit des Inhaltes ist ein Plus an Rechtssicherheit. Zu beachten ist, dass die eGbR Angaben zum wirtschaftlichen Berechtigten im Transparenzregister machen muss.
Robert Kiesel, IHK Region Stuttgart für Magazin Wirtschaft 5-6.2023, Rubrik Rat&Tat
 
Hinweis für Mitgliedsunternehmen

Warnung vor Formularfalle der Digi Medien GmbH

Seit Anfang Oktober 2020 ist der Schweizer Formularaussender Digi Medien GmbH, 2701 Centerville Rd., New Castle County, 19808 Wilmington, Delaware, immer wieder aktiv. Das Schreiben folgt altbekannten Mustern, bei denen blickfangmäßig nur die eingedruckten Daten überprüft und per Unterschrift bestätigt werden sollen.
Es handelt sich hierbei um eine Formularfalle. Dies sind Angebote für Brancheneinträge in Datenbanken, z. B. im Internet oder in Printmedien. Das Angebot ist dabei so aufbereitet, dass der flüchtige Leser meint, es handele sich um eine Rechnung für einen bereits erteilten Auftrag. Oftmals täuschen die Formularaussender eine bestehende Geschäftsverbindung zum Adressaten vor, in dem beispielsweise die Firmendaten des Empfängers voreingedruckt sind.
Die ausführliche Warnung entnehmen Sie bitte der Webseite des Deutschen Schutzverband für Wirtschaftskriminalität (DSW).
Sprechtag am 29.06.2023

Rechtskonformer Web-Auftritt (AUSGEBUCHT)

Ein rechtskonformer Web-Auftritt ist von großer Bedeutung, insbesondere wenn es um die Betreibung eines Online-Shops geht. Es ist wichtig, dass Ihre Webseite oder Ihr Online-Shop mit allen notwendigen rechtlichen Informationen wie AGB, Impressum, Datenschutz und anderen rechtlichen Hinweisen ausgestattet ist, um mögliche rechtliche Konflikte zu vermeiden.
Bei diesem Sprechtag stehen unsere erfahrenen Juristen Ihnen gern zur Verfügung, um gemeinsam mit Ihnen einen Blick auf Ihre Webseite oder Ihren Online-Shop zu werfen und Verbesserungspotenzial zu identifizieren. Unsere Experten geben Ihnen Einblicke in die notwendigen rechtlichen Aspekte ob Ihr Online-Shop/Webseite in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen betrieben wird.
Folgende Themen werden in den Beratungsterminen behandelt:
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Widerrufsbelehrung und Online-Shop AGB (Grundlagen)
  • Preisangaben 
  • Bestell- und Zahlungsprozess
  • Etc.
Aufgrund der begrenzten Zeit der einzelnen Termine (45 Minuten), besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit der Informationen. Der Sprechtag dient lediglich der Verortung der Defizite und Chancen Ihres Internetauftritts für die weitere Konsultation mit spezialisierten Dienstleistern.    
ACHTUNG: Die steuerlichen Fragen im Zusammenhang mit den Onlineshops werden in den Terminen nicht behandelt.
Für einen reibungslosen und vor allem produktiven Ablauf bitten wir Sie, bei Ihrer Anmeldung einige Fragen zu beantworten. Machen Sie sich bitte bereits vor der Anmeldung Gedanken zu folgenden Themen:
  • Unternehmensname
  • Anschrift
  • Telefonnummer/Email
  • Planen Sie einen Online-Shop in der Region Stuttgart zu gründen?
  • Bitte geben Sie Ihren Namen und die Anschrift Ihres geplanten Gewerbes an.
  • Link zu Ihrer Webseite/Ihrem Online-Shop
  • Werden Waren /Dienstleitungen auf Ihrer Seite Angeboten, oder dient die Seite rein Informativen Zwecken?
Nehmen Sie sich genügend Zeit für diese Fragen. Je detaillierter Ihre Antworten sind, desto effektiver können wir auf Ihre individuelle Situation eingehen.
Veranstaltungsdetails:
Wann: Donnerstag, 29. Juni 2023
Dauer der persönlichen Termine: je 45 Minuten
Ort: virtuell
Gebühren: kostenfrei 
Die Anzahl der Termine ist begrenzt.
Die Anmeldung erfolgt per Mail. Die Termine finden online statt. Nach der Anmeldung erhalten Sie den Zugangslink zu Ihrem virtuellen Beratungsgespräch.
AUSGEBUCHT
Förderung für Unternehmen

E-Mobilität: Förderprogramme

Übersicht

Da die Halbwertszeit der Förderprogramme rund um Anschaffung, Infrastruktur und Betrieb von klimaneutralen Fahrzeugen bzw. solchen mit batterieelektrischem oder Brennstoffzellen-Antrieb stark variiert, finden Sie hier zunächst Links auf Webseiten von Institutionen und Behörden, auf denen die aktuell laufenden Förderprogramme zusammengestellt sind.
Übersicht der e-mobil BW GmbH
Übersicht des Verkehrsministeriums BW
Übersicht Förderprogramme Elektromobilität der staatlichen NOW GmbH bzw. deren „Förderfinder

Förderung durch den Bund

  • Förderrichtlinie zur Förderung von Nutzfahrzeugen mit alternativen, klimaschonenden Antrieben und dazugehöriger Tank und Ladeinfrastruktur (KsNI)
    Gültig bis 31. Dezember 2024
    Was wird gefördert?

    Anschaffung von Nutzfahrzeugen, Sonderfahrzeugen und umgerüsteten Dieselfahrzeugen mit Batterie und Brennstoffzelle sowie Plug-In-Hybride und hybride Oberleitungsantriebe
    Beschaffung von betriebsnotwendiger Tank- und Ladeinfrastruktur
    Erstellung von Machbarkeitsstudien
    Wer ist zuwendungsberechtigt?
    Unternehmen des privaten Rechts, kommunale Unternehmen und Körperschaften sowie Anstalten des öffentlichen Rechts und eingetragene Vereine
    Leasing- oder Mietgeber
    Höhe des Zuschusses?
    Bei Fahrzeuganschaffung 80 Prozent der Investitionsmehrausgaben
    Bei Tank- und Ladeinfrastruktur 80 Prozent der zuwendungsfähigen projektbezogenen Gesamtausgaben
    Machbarkeitsstudien werden mit 50 Prozent bezuschusst
  • E-Lastenfahrräder
    Gültig bis 29. Februar 2024
    Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat das Förderprogramm des Bundesumweltministeriums für gewerblich genutzte Elektro-Lastenräder aufgelegt. Gewerblich genutzte E-Lastenräder, die für den Gütertransport ausgelegt sind,
    Was wird gefördert?​
    - E-Lastenfahrrad
    - eine fest installierte Vorrichtung zum Lastentransport
    - maximal eine Tretunterstützung von 25 km/h aufweisen
    - serienmäßig und fabrikneu sein
    - jeweils eine Nutzlast von mindestens 120kg aufweisen,
    - Transportmöglichkeiten, unlösbar mit dem Fahrrad verbunden
    Wie hoch ist die Förderung?
    - 25 Prozent der Anschaffungskosten,
    - Förderhöchstgrenze 2.500 Euro .
    - Weitere Informationen sowie den Link zum Antragsformular finden Unternehmen auf der BAFA-Webseite. Die Förderrichtlinie finden Sie im Bundesanzeiger. Wie immer gilt: Erst Förderung beantragen, dann kaufen.
  • Umweltbonus (Einzelantrag Elektromobilität) inkl.  Innovationsprämie
    Gültig bis 31. August 2023 (für Unternehmen)
    Die Neufassung der Richtlinie trat zum 1. Januar 2023 in Kraft. Ab dem 1. September 2023 sind ausschließlich Privatpersonen dazu berechtigt, einen Antrag zu stellen.
    Was wird gefördert?
    Seit 1. Januar 2023 erhalten Plug-In-Hybridfahrzeuge keine Förderung
    Erwerb (Kauf oder Leasing) eines Elektrofahrzeugs
    Erwerb eines jungen gebrauchten Elektrofahrzeugs
    Elektrofahrzeug muss ein reines Batterieelektrofahrzeug oder ein Brennstoffzellenfahrzeug sein
    Netto-Listenpreis des Basismodells darf 65.000 Euro nicht überschreiten
    Neues Fahrzeugmodell muss sich auf einer Liste der förderfähigen Fahrzeuge befinden
    Wie hoch ist die Förderung?
    Dies hängt von verschiedenen Faktoren ab (Kauf, Leasing, Gebraucht Fahrzeug), kann aber bis zu 4500 € betragen
    Merkblatt zum Förderprogramm
    Sammelantrag für Einrichtung einer Fahrzeugflotte
    Ergänzend kann die Innovationsprämie auch für bis zu 500 modellgleiche Fahrzeuge gebündelt beantragt werden.

Förderung durch das Land

Das Land Baden-Württemberg unterstützt Unternehmen und Gewerbetreibende beim Ein- um Umstieg in die E-Mobilität. Es stehen diverse Förderprogramme zur Verfügung, die unter www.elektromobilitaet-bw.de auf der Website des Verkehrsministeriums BW im Detail eingesehen werden können.
Die wichtigsten Förderprogramme:
  • Neue Förderung: BW-e-Nutzfahrzeuge 
    Gültig bis Ende 2023
    Seit dem 1. November 2022 fördert das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg Nutzfahrzeuge (EG-Fahrzeugklassen N1, N2 und N3) sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen (ohne EG-Klassen, wie bspw. Kehrmaschinen). Die Fördersummen sind gestaffelt nach den EG-Fahrzeugklassen und danach, ob zusätzlich von einer Bundesförderung profitiert wird oder nicht.
    Für ein N3-Fahrzeug können beispielsweise bis zu 50.000 € Förderung ausgegeben werden. Durch die gewünschte Kombination mit einer Bundesförderung sinken die Mehrkosten noch weiter.
    Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und wichtige Hinweise finden Sie auf der Website des Ministeriums
  • BW-e-solar-Gutschein – Förderung in Höhe von 1.000 Euro, wenn Sie ein neues Elektrofahrzeug kaufen oder leasen und gleichzeitig eine Photovoltaikanlage betreiben. 500 Euro erhalten Sie zusätzlich für die Installation einer Wallbox in Verbindung mit der Beschaffung eines Fahrzeugs.
  • Förderung für E-Lastenräder (BW) – 25 Prozent der Kosten übernimmt das Verkehrsministerium aufgrund der Landesinitiative III Marktwachstum Elektromobilität BW, wenn ein neues Elektrolastenrad für den Waren-, Material- oder Personentransport oder einen neuer Elektrolastenanhänger für Fahrräder gekauft oder geleast wird. 2.500 Euro Maximalbetrag pro Rad.
  • Förderung E-Taxis, -Mietwagen, gebündelter Bedarfsverkehr und Carsharing
    Gültig bis Ende 2023
    Was wird gefördert?
    Vollelektrische Personenkraftwagen (EG-Fahrzeugklassen M1 und N1; gemäß § 2 Nr. 2 und Nr. 4 EmoG), welche im Taxi-/Mietwagenbetrieb, im gebündelten Bedarfsverkehr bzw. im Carsharingbetrieb
    Pro Antragsteller/in sind maximal 100 Fahrzeuge förderfähig.
    Wie hoch ist die Förderung?
    3.000€ erhalten Sie vom Verkehrsministerium für die Unterhaltungs- und Ladeinfrastrukturkosten für vollelektrische E-Taxis, -Mietwagen, -Bedarfsverkehre und Carsharing-Fahrzeuge der EG-Fahrzeugklassen M1 und N1 (gemäß § 2 Nr. 2 EmoG).

    Weitere Förderprogramme sind auch auf den Webseiten der Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg (e-mobil BW GmbH) zu finden.
Stand: Juni 2023

Konsultation vom 22.3.2023 bis 22.09.2023

Weitgehende Beschränkung von fluorhaltigen Stoffen (PFAS) geplant

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat ihren Vorschlag für ein Verbot der Herstellung, des Imports, der Verwendung und des Inverkehrbringens von mindestens 10.000 Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) veröffentlicht. Ziel des Verbots ist es, durch eine entsprechende Regelung in Anhang XVII der REACH-Verordnung die Freisetzung von PFAS in die Umwelt drastisch zu verringern.
Am 22. März 2023 startet eine sechsmonatige öffentliche Konsultation.
Hierz sollten Unternehmen  zum einen Ihre Produkte und Stoffe sorgfältig bezüglich Betroffenheit prüfen und dann z.B. die Aufnahme weiterer Ausnahmeregelungen vorschlagen.
Die wissenschaftliche Bewertungen durch die ECHA-Ausschüsse für Risikobeurteilung (RAC) und sozioökonomische Analyse (SEAC) stehen noch aus. Der chemische Anwendungsbereich des Beschränkungsvorschlags ist definiert als: Jeder Stoff, der mindestens ein vollständig fluoriertes Methyl- (CF3-) oder Methylen- (-CF2-) Kohlenstoffatom (ohne daran gebundenes Wasserstoff-/Chlor-/Brom-/Iod-Atom) enthält. Betroffen sind PFAS als solche und als Bestandteile anderer Stoffe, in Gemischen und in Erzeugnissen schon ab sehr geringen Konzentrationen (Verunreinigungen). Unter den Beschränkungsvorschlag fallen alle Verwendungen von PFAS, unabhängig davon, ob sie von den Staaten (darunter Deutschland), die das Beschränkungsdossier eingereicht haben, bewertet wurden und/oder in ihrem Bericht erwähnt werden oder nicht

Deutliche Auswirkungen

Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen werden in Zehntausenden von Produkten verwendet, darunter Mobiltelefone, Windturbinen, Kosmetika, Solarpaneele, medizinische Geräte und Regenmäntel. Einmal freigesetzt verbleiben sie jedoch aufgrund ihrer außerordentlichen chemischen Stabilität über Jahrzehnte in der Umwelt und können schädliche Wirkungen auf Menschen und die Umwelt haben.
In vielen Fällen sind nach Einschätzung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die an der Erarbeitung beteiligt war, bereits Alternativen für PFAS verfügbar. In allen übrigen Fällen müssten Ersatzlösungen gesucht werden.
Voraussichtlich 2025 kann mit einer Entscheidung der Europäischen Kommission über den Beschränkungsvorschlag gerechnet werden, welcher eines der umfangreichsten Verbote chemischer Stoffe seit Inkrafttreten der REACH-Verordnung im Jahr 2007 darstellen würde.
Laut der vorgeschlagenen Beschränkung gibt es für Unternehmen je nach Anwendung Übergangsfristen von eineinhalb bis dreizehneinhalb Jahren, um Alternativen zu finden. Für einige wenige Bereiche sind unbegrenzte Ausnahmen vorgesehen. Dies betrifft zum Beispiel Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln, Biozidprodukten und Human- sowie Tierarzneimitteln.
Das Beschränkungsdossier zum Herunterladen gibt es - leider nur in englischer Sprache und viele hundert Seiten umfassend - die zu prüfenden Beschränkungen befinden sich auf der Webseite der ECHA in der Rubrik Konsultationen.
Dort werden in der Datei „Annex XV report“ ab Seite 99 bis Seite 156 der pdf-Datei die einzelnen Produktsektoren im Hinblick auf Substitutionspotentiale betrachtet.

Betroffene Sektoren

Die Sektoren lauten wie folgt (vgl. die Datei Annex E):
E.2.1. PFAS-Herstellung
E.2.2 TULAC (Textilien, Polstermöbel, Leder, Bekleidung und Teppiche)
E.2.3 Materialien und Verpackungen mit Lebensmittelkontakt
E.2.4 Metallbeschichtung und Herstellung von Metallprodukten
E.2.5 Verbrauchermischungen (und Musikinstrumente)
E.2.6 Kosmetika
E.2.7 Skiwachs
E.2.8 Anwendungen von fluorierten Gasen
E.2.9 Medizinische Geräte
E.2.10 Verkehrswesen
E.2.11 Elektronik und Halbleiter
E.2.12 Energie
E.2.13 Bauprodukte
E.2.14 Schmierstoffe
E.2.15 Erdöl und Bergbau
Anhand dieser Sektoren-Einteilung können Unternehmen ab Seite 172 der pdf-Datei prüfen, ob für ihre Anwendungen Ausnahmen (und ggf. wie lange) vorgesehen sind.

Aufzeichnung eines Webinar der ECHA zur Beteiligung an der Konsultation

Am 5. April 2023 fand von der ECHA eine Online-Informationssitzung (in englischer Sprache), statt um das REACH-Beschränkungsverfahren zu erläutern und denjenigen Hilfestellung zu geben, die sich an der Konsultation beteiligen möchten. 
Die Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie auf der Webseite der ECHA oder auf dem YouTube-Channel EUchemicals noch einmal ansehen
(Quelle: BAuA, ergänzt)
Energiesicherungsverordnung

Aktuelle Gesetzeslage

Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung – EnSikuMaV bis 15.4.2023

Aktuelle Auswirkungen Energiesicherungsverordnung (EnSikuMaV ) 02/2023

  • Gültig vom 1.9.2022- – 15.04.2023 wurde verlängert  (Alte Gültigkeit war bis 28.2.2023)
  • Eingangstüren v. Geschäftsräumen des Einzelhandels dürfen nicht dauerhaft geöffnet sein
  • Werbebeleuchtung von 22.00 Uhr – 6.00 Uhr ist untersagt
  • Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern von außen ist mit Ausnahmen von Sicherheits- und Notbeleuchtung untersagt
  • Mindesttemperaturen in Arbeitsräumen werden angepasst
    • (körperliche leichte) sitzende Tätigkeit 19°C
    • (mittelschwere) sitzende Tätigkeit 18°C
    • (körperliche leichte) gehende Tätigkeit 18°C
    • (mittelschwere) gehende Tätigkeit 16°C
    • Schwere körperliche Tätigkeit 12°C
  • Betreiber von Erdgasheizanlagen werden zu Heizungsüberprüfung verpflichtet und dies schriftlich zu dokumentieren und Optimierungen bis 30. September 2024 durchzuführen
  • Unternehmen (>10 GWh/Jahr, Durchschnitt des Gesamtenergieverbrauchs der letzten 3 Jahre ) die ein Energieaudit durchgeführt haben oder ein Energiemanagementsystem betreiben müssen alle wirtschaftlich umsetzbaren Einsparungen innerhalb 18 Monaten durchführen.
Die Verlängerung finden Sie im Bundesgesetzblatt Nr 37 vom 15.2.2023
Die geänderte EnSikuMaV ist auf den Webseiten des Bundesministerium für Justiz  zu finden.
Februar 2023

Green Deal - Auswirkungen

Von der Treibhausgasneutralität bis 2050 über die weitgehende Reduzierung von Schadstoffen und bis hin zur globalen Führungsrolle im Bereich der Kreislaufwirtschaft: Die Green-Deal-Ziele der EU und die sich daraus ergebenden Vorgaben sind ambitioniert und umfassend.
Gleichzeitig gehen sie mit erheblichen Veränderungen der Rahmenbedingungen für die Wirtschaft einher. Auf der Webseite des DIHK gibt es n einen interaktiven Überblick über die mehr als 50 Initiativen der EU-Kommission, ihre wirtschaftlichen Auswirkungen und ihren aktuellen Stand im Gesetzgebungsverfahren.
Quelle: DIHK
Wettbewerbsrecht

Preisangaben im Handel und bei Dienstleistungen

Dieser Artikel informiert darüber, was Sie als Einzelhändler/-in beziehungsweise Dienstleister/-in bei der Preisauszeichnung beachten müssen. Die Bereiche Energie, Gas, Fernwärme, Wasser und Kredit wurden dabei wegen der besseren Übersichtlichkeit außer Acht gelassen.
Der Artikel wurde mit der gebotenen Sorgfalt erstellt. Dennoch können wir keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts übernehmen. Dies gilt erst recht vor dem Hintergrund, dass die Preisangabenverordnung (PAngV) zum 28. Mai 2022 novelliert worden ist und nicht in allen Bereichen eine gefestigte Rechtsprechung existiert.

1. Anwendungsbereich und Verordnungszweck

Die PAngV gilt nur für Angebote von Waren/Dienstleistungen gegenüber Endverbraucherinnen und -verbrauchern (B2C) – also nicht für Geschäfte zwischen Unternehmen und Selbständigen (B2B) – , sowohl im stationären Einzelhandel, sowie für den Versand- und Internethandel.
Oberste Priorität für das Recht der Preisangaben genießen dabei die Grundsätze der Preisklarheit und Preiswahrheit. Die Preise müssen danach insbesondere dem jeweiligen Angebot eindeutig zugeordnet werden sowie leicht erkennbar und deutlich lesbar sein. Verbraucherinnen und Verbraucher sollen klar über die Preise und deren Gestaltung informiert werden. Außerdem soll verhindert werden, dass sich Kundinnen und Kunden Preise erst mühsam aus eventuell mehreren Bestandteilen zusammenrechnen oder gar beim Anbieter erfragen müssen. Nur deutlich dargestellte Preise ermöglichen es den Verbraucherinnen und Verbrauchern, die Preiswürdigkeit eines Angebotes zu beurteilen und mit den Preisen der Konkurrenzprodukte zu vergleichen.

2.  Pflicht zur Angabe von Gesamtpreisen

Derjenige, der Endverbraucherinnen und -verbrauchern den Erwerb einer Ware oder die Inanspruchnahme einer Dienstleistung anbietet, hat den Gesamtpreis anzugeben. Dies gilt auch, wenn mit Preisen geworben wird. Auf die Bereitschaft, über den angegebenen Preis zu verhandeln, kann hingewiesen werden.
Unter Gesamtpreisen werden die Bruttopreise verstanden – also die Preise, die eine Kundin oder ein Kunde schließlich für die endgültige Überlassung (zum Beispiel an der Kasse) tatsächlich bezahlen muss. Deswegen müssen die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile im Gesamtpreis bereits enthalten sein. Die Angabe von Gesamtpreisen (inklusive Umsatzsteuer zuzüglich Versandkosten), bevor der Vertrag abgeschlossen wird, ist vor allem im Onlinehandel zu beachten. Hierzu finden Sie Informationen im Artikel E-Commerce-Recht Produkt- und Preisangaben.
Beispiel: In die Preisangabe bei Flugreisen sind etwa Flughafensteuern und Sicherheitsgebühren einzurechnen; bei Brillen etwa die Krankenkassenanteile. In den Kaufpreis für ein Kraftfahrzeug sind etwa die Überführungskosten, in den Mietpreis für Ferienwohnungen die Kosten für die Bettwäsche, Endreinigung, Strom, Wasser, etc. einzurechnen. Bei Gaststätten und Restaurants muss das Bedienungsgeld in die Preise für Speisen und Getränke eingerechnet werden.
Ausnahme: Bei loser Ware, also Ware, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten oder geworben wird, muss lediglich der Grundpreis pro Mengeneinheit angeben, da der Gesamtpreis gerade von dem Kundenwunsch abhängig ist.
Wird ein Preis aufgegliedert, ist der Gesamtpreis hervorzuheben. Beispielsweise der Preis einer Zimmerreservierung:
Der Preis pro Nacht enthält die MwSt. und sämtliche Gebühren.
4 Nächte x 90 Euro 
360 Euro
Reinigungsgebühr    
35 Euro
Servicegebühr
60 Euro
Gesamtbetrag:  
455 Euro
Soweit es der allgemeinen Verkehrsauffassung entspricht, ist neben den Preisen auch die jeweilige Leistungseinheit, also beispielsweise „pro Stück“ oder „Paar“ oder „pro Stunde“, und die Gütebezeichnung, etwa die Karatangabe bei Goldschmuck, Gütebezeichnungen für Treibstoffe, Weine, Lebensmittel (Leberwurst grob/fein), auf die sich die Gesamtpreise beziehen, mit anzugeben.
Sonderfall Pfand: Sogenannte „rückerstattbare Sicherheiten“ – deren praktisch wichtigster Anwendungsfall das (Flaschen-)Pfand darstellt – sind separat vom Gesamtpreis anzugeben. Die Höhe des Pfandbetrags von pfandpflichtigen Getränken in Einweg- und Mehrwegverpackungen ist neben dem Gesamtpreis anzugeben und nicht in diesen einzubeziehen. Derzeit steht aber noch ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs darüber aus, ob der Pfandbetrag doch in den Gesamtpreis einzubeziehen ist. Daher bleibt eine abschließende Antwort auf diese Frage abzuwarten.

3. Pflicht zur Angabe von Grundpreisen

Neben dem Gesamtpreis ist der Preis je Mengeneinheit (Grundpreis) immer dann anzugeben, wenn Verbrauchern Waren in Fertigpackungen, offenen Packungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden, oder unter der Angabe von Preisen geworben wird. Grundpreis ist der Preis je Mengeneinheit einschließlich Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile. Durch die Verpflichtung zur Grundpreisangabe sollen die Verbraucher problemlos die Preise von Waren miteinander vergleichen können.
Der Grundpreis muss „unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar“, anders gesagt, in unmittelbarer Nähe zum Gesamtpreis „auf einen Blick“, wahrnehmbar sein.
Wird der Gesamtpreis auf der Ware ausgezeichnet, so muss auch der Grundpreis auf der Ware zu finden sein. Erfolgt eine Auszeichnung durch Schilder am Regal oder ähnliches, so ist ausreichend, wenn der Grundpreis auf dem Schild vermerkt ist. Bei Katalogen und bei Internet-Angeboten sind die Preise unmittelbar neben den Produktbeschreibungen anzugeben. Gerade im Online-Handel darf also nicht auf den Grundpreis verlinkt oder dieser erst mittels Mouse-Over-Effekt anzeigbar gemacht werden.
Die Verpflichtung zur Grundpreisangabe gilt für:
  • alle Waren in Fertigverpackungen, das heißt Erzeugnisse beliebiger Art, die in Abwesenheit des Käufers abgepackt und verschlossen werden, wobei die Menge des Erzeugnisses ohne Öffnen oder merkliche Änderung der Verpackung nicht verändert werden kann – wie Spülmittel, Tiefkühlkost, Lebensmittelkonserven, Behälter für Farben;
  • alle Waren in offenen Packungen, das heißt Waren, die in Abwesenheit des Käufers abgemessen werden, wie nicht gesicherte Schachteln oder Netze (wie Erdbeerkörbchen, Bund Radieschen);
  • Verkaufseinheiten ohne Umhüllung, die nach Gewicht , Volumen, Länge oder Fläche abgegeben werden, wie Bänder, Draht, Kabel, Garne, Gewebe, Tapeten oder Backwaren, Obst, Gemüse, Fleisch oder Fisch.
Als Mengeneinheit für die Angabe von Grundpreisen ist einheitlich 1 Kilogramm, 1 Liter (bzw. 1 Kubikmeter, 1 Meter, 1 Quadratmeter) anzugeben. Die frühere Möglichkeit bei Waren, deren Nenngewicht oder Nennvolumen üblicherweise 250 Gramm oder 250 Milliliter nicht übersteigen, als Mengeneinheit für den Grundpreis 100 Gramm oder Milliliter anzugeben, ist zum 28. Mai 2022 mit der novellierten Preisangabenverordnung (PAngV) entfallen.
Preisangaben, die Grundpreise noch mit Bezug auf die Einheiten 100 Gramm bzw. 100 Milliliter angeben, sind daher umzustellen auf eine Angabe bezogen auf 1 Kilogramm beziehungsweise 1 Liter .
Wird lose Ware nach Gewicht (etwa Äpfel, Kirschen) oder nach Volumen angeboten, so ist als anzugebende Mengeneinheit die allgemeine Verkehrsauffassung entweder 1 Kilogramm oder 100 Gramm oder 1 Liter oder 100 Milliliter zu verwenden. Bei zur Selbstabfüllung angebotener flüssiger loser Ware (z.B. Müsli, Essig, Öl etc. das in mitgebrachte Behälter gefüllt wird) kann zusätzlich zum Grundpreis in Milliliter/Liter auch der Grundpreis nach Gewicht angegeben werden. Bei Waren, bei denen das Abtropfgewicht anzugeben ist, ist der Grundpreis auf das angegebene Abtropfgewicht zu beziehen.
Zu beachten ist in jedem Fall, dass der Grundpreis gegenüber dem Gesamtpreis nicht hervorgehoben werden darf, da Kunden sonst getäuscht werden könnten.
Die Pflicht zur Grundpreisangabe besteht nicht in folgenden Konstellationen:
  • sofern der Grundpreis auch dem Gesamtpreis entspricht (zum Beispiel bei einem Liter Milch oder einem Kilogramm Mehl);
  •  sofern die Ware in anderen Mengeneinheiten, beispielsweise „Stück“, „Paar“ oder „Bund“, angeboten oder üblicherweise so gehandelt wird (zum Beispiel Schuhe);
  • sofern Größenangaben lediglich zur näheren Information über das Produkt gemacht werden, wie die Länge und Breite von Handtüchern, Gürtellängen, Füllvolumen von Kochtöpfen, Schnürrsenkellängen etc.
In diesen Fällen würde eine Grundpreisangabe den Verbrauchern ersichtlich keinen Mehrwert bieten und kann entfallen. Darüber hinaus braucht der Grundpreis noch in einigen – in Paragraf 4 Absatz 3 PAngV nachlesbaren – Ausnahmen nicht angegeben werden.
In Ausnahmefällen entfällt die Pflicht zur Angabe des Grundpreises: 
  • bei individuellen Preisermäßigungen
  • bei nach Kalendertagen zeitlich begrenzten und durch Werbung oder in sonstiger Weise bekannt gemachten generellen Preisermäßigungen (z.B. Freitag der XX: 15 % auf alle regulären Artikel).
  • im Falle eines bald endenden Mindesthaltbarkeitsdatums verderblicher Ware. Dies soll den Verkauf leicht verderblicher Ware oder solcher mit kurzer Haltbarkeit erleichtern und somit der Entsorgung noch genießbarer Lebensmittel vorbeugen. Die Ware mit bald endendem Mindesthaltbarkeitsdatum kann künftig an ihrem ursprünglichen Verkaufsort innerhalb des Ladens angeboten werden; sie muss nicht von der länger haltbaren Ware separiert werden. Der Verbraucher ist allerdings durch einen Hinweis auf den Grund für den verbilligten Abverkauf zu informieren, zum Beispiel auf das ablaufende Mindesthaltbarkeitsdatum.
Wer Dienstleistungen anbietet (zum Beispiel Fuhrunternehmen, Schuhreparatur, Abschleppunternehmen, kosmetische Leistungen, chemische Reinigung, Frisördienstleistungen oder in der Gastronomie), hat ein Preisverzeichnis mit den Preisen für seine wesentlichen Leistungen oder Verrechnungssätze anzubringen/bereitzustellen. Dieses ist im Geschäftslokal oder am sonstigen Ort des Leistungsangebots (zum Beispiel Internet) und zusätzlich, soweit möglich, im Schaufenster anzubringen.
Bei Leistungen, bei denen sich der Gesamtpreis erst nach der Inanspruchnahme durch den Kunden ergibt, etwa Taxifahrt oder Copyshop, können auch Stundensätze, Kilometersätze oder andere Verrechnungssätze einschließlich der Umsatzsteuer angegeben werden. Die Materialkosten können in die Verrechnungssätze mit einbezogen werden.
Bei Verträgen über Waren oder Leistungen, die erst nach mehr als vier Monaten erfüllt werden können oder im Rahmen von Dauerschuldverhältnissen erbracht werden, ist es möglich, den Preis mit einem Änderungsvorbehalt anzugeben, soweit zugleich die voraussichtlichen Liefer- bzw. Leistungsfristen angegeben werden. Angegeben werden können Stundensätze, Kilometersätze oder andere Verrechnungssätze inklusive Mehrwertsteuer. Materialkosten können in die Verrechnungssätze einbezogen werden.
Beispiele: In Gaststätten sind die Preisverzeichnisse entweder auf Tischen aufzulegen oder jedem Gast vor Entgegennahme von Bestellungen und auf Verlangen bei Abrechnung vorzulegen oder gut lesbar anzubringen. Auch neben dem Eingang der Gaststätte ist ein Preisverzeichnis anzubringen. Die Preise müssen das Bedienungsgeld und sonstige Zuschläge bereits enthalten. Im Beherbergungsgewerbe muss nur noch am Eingang oder bei der Rezeption an gut sichtbarer Stelle ein Preisverzeichnis angebracht werden. An Tankstellen sind die Kraftstoffpreise so auszuzeichnen, dass sie für den auf der Straße fahrenden Kraftfahrer deutlich lesbar sind. Bei der Vermietung von Parkplätzen (etwa Parkhaus) ist am Anfang der Zufahrt ein Preisverzeichnis anzubringen.
Betreiber, die Verbrauchern das „punktuelle Aufladen von elektrisch betriebenen Fahrzeugen“ an „öffentlich zugänglichen Ladepunkten“ anbieten, haben an dem jeweiligen Ladepunkt den „Arbeitspreis je Kilowattstunde“ anzugeben. Die Preisangabe hat mindestens zu erfolgen mittels
  • eines Aufdrucks, Aufklebers oder Preisaushangs,
  • einer Anzeige auf einem Display des Ladepunktes oder
  • einer registrierungsfreien und kostenlosen mobilen Webseite oder Abrufoption für eine Anzeige auf dem Display eines mobilen Endgerätes, auf die am Ladepunkt oder in dessen unmittelbarer Nähe hingewiesen wird.

4. Werbung mit Preisreduzierungen

Die Werbung mit Preisreduzierungen beziehungsweise Gegenüberstellung eigener Preise für einzelne Waren oder Dienstleistungen ist grundsätzlich zulässig. Natürlich darf dadurch insbesondere keine Irreführung der angesprochenen Verkehrskreise verursacht werden, etwa indem reduzierten Preisen nie verlangten Preise (sog. Mondpreisen) gegenübergestellt werden. Eine Irreführung wird auch regelmäßig vorliegen, wenn mit der Herabsetzung eines Preises geworben wird, sofern der ursprüngliche Preis nur für unangemessen kurze Zeit gefordert worden ist. Insoweit kommt es regelmäßig auf die Umstände des Einzelfalls an.

Zusätzliche Preisangabenpflicht bei Preisermäßigungen

Bei jeder Bekanntgabe einer Preisermäßigung hat der Händler für eine Ware den niedrigsten Gesamtpreis anzugeben, den er innerhalb der letzten 30 Tage vor der Anwendung der Preisermäßigung von den Verbrauchern verlangt hat. Umfasst werden dabei alle Preisermäßigungen, bei denen Händler einen allgemeinen Preisnachlass für Waren aus ihrem Sortiment bekanntgeben.
Damit soll verhindert werden, dass bei der Bekanntgabe von Preisermäßigungen auf vorherige Preise Bezug genommen wird, die vorher gegenüber Verbrauchern so nicht verlangt wurden. Auch einer kurzzeitigen Anhebung von Preisen, um sie anschließend zu senken, soll somit ein Riegel vorgeschoben werden. In den Leitlinien der Europäischen Kommission zu Preisermäßigungen (EU-Leitlinien) heißt es insoweit, der Händler muss die entsprechenden Preisschilder oder Online-Preisangaben der Waren, auf die sich die Bekanntgabe der allgemeinen Preisermäßigung bezieht, anpassen, und den vorherigen niedrigsten Preis der letzten 30 Tage für diese Waren angeben.
Beispiel:
1.8.
10.8.
25.8.
5.9.
100 Euro
90 Euro
80 Euro
70 Euro
ursprünglicher Verkaufspreis
erste Preissenkung
niedrigster Preis innerhalb der 30 Tage     = anzugebender Vergleichspreis
Werbung mit Preissenkung
Wird also mit einer Preissenkung von 70 Euro geworben, ist als vorheriger niedrigster Preis (der letzten 30 Tage vor Bekanntgabe der Preisermäßigung am 5.9.) 80 Euro zum Vergleich anzugeben und nicht 90 Euro.
Inzwischen gibt es erste Gerichtsurteile in Zusammenhang mit der niedrigsten Gesamtpreisangabe bei Werbung mit Preisermäßigungen/Streichpreisen.
  • Nach einem Urteil des Landgericht München I (Urteil vom 10.Oktober 2022 – 42 O 9140/22: Streichpreise Bezugspunkt) hat ein Plattformbetreiber, der auch selbst im Direktverkauf tätig ist, auf der Verkaufsplattform nicht den vorherigen niedrigsten Preis von anderen Anbietern der gleichen Produkte anzugeben, sondern den niedrigsten Gesamtpreis, den er selbst innerhalb der letzten 30 Tage vor Preisermäßigung angewendet hat. Es ist also stets der “eigene niedrigste Preis” der letzten 30 Tage auszuweisen.  
  • Bei Preisermäßigungen/Werbung mit durchgestrichenen Preisen reicht es aus den günstigsten Preis der letzten dreißig Tage rein betragsmäßig anzugeben. Es ist nicht erforderlich diesen Preis in bestimmter Weise zu kennzeichnen oder durch Erläuterung ausdrücklich als preiswertestes Angebot der letzten 30 Tage auszuweisen (Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 11. November 2022 – 38 O 144/22: Streichpreise). 
Weitere Gerichtsentscheidungen wurden für Werbung mit unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) getroffen: 
  • Wenn ein durchgestrichener Preis als “unverbindliche Preisempfehlung”, “empfohlener Verkaufspreis” oder ähnliches beworben wird, darf dieser Vergleichspreis nicht vom Werbenden selbst festgesetzt worden sein. Der Adressat der Werbung geht bei einer UVP davon aus, dass diese von einem Dritten und nicht vom Werbenden selbst stammt. Hersteller, die gleichzeitig Vertreiber des Produkts sind, dürfen also nicht mit einer Preisermäßigung im Vergleich zu ihrer eigenen UVP werben. Die UVP muss von einem Dritten stammen (Oberlandesgericht Frankfurt am Main, Beschluss vom 28. Juni 2022 – 6 W 30/22).
  • Die Werbung mit einer UVP ist unzulässig, wenn der marktübliche Preis weit unter der UVP liegt (im konkreten Fall lag der Marktpreis nur knapp über der Hälfte der beworbenen UVP). Die UVP war auch seit circa einem Jahr am Markt nicht mehr gefordert worden, sondern regelmäßig ein viel niedrigerer Preis in Höhe des Marktpreises. Da das beworbene Produkt am Markt zu ähnlich niedrigen Preisen erhalten werden konnte, lag mit der angegebenen UVP gerade kein Preisvorteil/preisgünstiges Angebot vor (Oberlandesgericht Köln, Urteil vom 9. September 2022 – 6 U 92/22). Bei Werbung mit unverbindlichen Preisempfehlungen sollte also der aktuelle Marktpreis im Blick behalten werden. 
Bestehen verschiedene Vertriebskanäle (stationäres Geschäfte und Onlineshops) und sind diese verschiedenen Vertriebskanäle Gegenstand einer allgemeinen Bekanntgabe von Preisermäßigungen, so ist der vorherige niedrigste Preis innerhalb der letzten 30 Tage für jeden betreffenden Vertriebskanal eigenständig anzugeben. Bei Preisermäßigungen sind also die Preise im Ladengeschäft zueinander und im Onlineshop zueinander zu vergleichen, nicht etwa ein Preisvergleich Ladengeschäft/online.
Preisermäßigungen können in allgemeiner Weise bekannt gegeben werden, wie „heute alles um 20 % reduziert” oder „diese Woche 20 % Ermäßigung auf sämtliche Weihnachtsdekorationen“. Wird die Preisermäßigung durch ein physisches Banner oder eine Online-Kommunikation, allgemein bekannt gegeben, muss der vorherige Preis nicht auf demselben Medium angegeben werden. Laut den EU-Leitlinien ist der vorherige Preis für die einzelnen reduzierten Waren an der Verkaufsstelle anzugeben, d. h. auf den jeweiligen Preisschildern in Geschäften oder Preisangaben in Onlineshops.
Zulässig soll auch eine allgemeine Preisermäßigung mit unterschiedlichen Preisnachlässen für verschiedene Kategorien von Waren sein. In diesen Fällen sind die betreffenden Warenkategorien und die jeweilige Ermäßigung eindeutig anzugeben, beispielhaft: 
„30 % Ermäßigung auf Waren mit blauem Punkt und 40 % auf Waren mit rotem Punkt“.
Ob die Rechtsprechung sich an diesen EU-Leitlinien orientieren wird, bleibt abzuwarten.
Ausnahmen: Folgende geschäftliche Handlungen sind laut der Gesetzesbegründung und den EU-Leitlinien weiterhin ohne die Pflicht zur Angabe des vorherigen niedrigsten Vergleichspreises möglich.
  • die reine Bekanntmachung von Preisen, ohne werbliche Nutzung des ursprünglichen Gesamtpreises (so etwa die Bewerbung von „Dauerniedrigpreisen“)
  • die Werbung für ein neu in das Händlersortiment aufgenommenes Produkt, ohne über einen vorherigen Gesamtpreis zu verfügen (so etwa die Werbung mit „Einführungspreisen“ oder ein Vergleich der eigenen Preise mit unverbindlichen Preisempfehlungen des Herstellers UVP)
  • die Werbung mit einer Drauf- bzw. Dreingabe („1+1 gratis“, „Kaufe 3 zahle 2“)
  • Kundentreueprogramme des Verkäufers wie Rabattkarten oder Gutscheine, mit denen dem Verbraucher ein Preisnachlass auf alle oder auf bestimmte Produkte während längerer ununterbrochener Zeiträume (z. B. 6 Monate, 1 Jahr) eingeräumt wird, oder die Anhäufung von Bonuspunkten für künftige Käufe
  • Echte personalisierte Preisermäßigungen, z. B. wenn der Verbraucher bei seinem Kauf einen Gutschein über 20 % erhält, der für den nächsten Kauf bis Ende des Monats gültig ist.
Aber Vorsicht: Anders ist es zu beurteilen, wenn sich das Kundenprogramm oder Rabattcode allen oder vielen Kunden angeboten wird. Beispiele hierfür wären Aktionen wie
  • „Heute 20 % ermäßigt bei Verwendung des Codes XYZ“; oder
  • „Dieses Wochenende ausschließlich für Treuekunden 20 % ermäßigt“.
In diesen Fällen ist der vorherige niedrigste Preis in den letzten 30 Tagen für alle betroffenen Waren anzugeben.
Eine Ausnahme gilt, wenn der Preis während derselben Verkaufskampagne ohne Unterbrechung fortlaufend schrittweise gesenkt wird. Damit dürfte der Abverkauf einzelner Produkte beim Lager-/Räumungsverkauf mit immer weiter sinkenden Preisen gemeint sein (ohne das sich hierzu Konkretisierungen in der Gesetzesbegründung finden).
In diesem Fall darf auf den Preis abgestellt werden, der vor Beginn der fortlaufenden und schrittweisen Preisermäßigung galt, und zwar auch für alle nachfolgenden Bekanntgaben von Preisermäßigungen während der Verkaufskampagne. Es muss also ausnahmsweise nicht der jeweils zuvor gesenkte Preis als Referenzpreis ermittelt und angegeben werden, vorausgesetzt der Preis wird kontinuierlich ohne Unterbrechung gesenkt.
Beispiel für eine schrittweise, ununterbrochene Preissenkung.
Grafik Ununterbrochene Preissenkung
Beispiel für eine unterbrochene Preissenkung.
Grafik Unterbrochene Preissenkung
Quelle Grafiken: Ebner Stolz Wirtschaftsprüfer Steuerberater Rechtsanwälte Partnerschaft mbB, Stuttgart.
Die oben geschilderte Angabe des niedrigsten Gesamtpreis gilt nicht bei:
  • individuellen Preisermäßigungen
  • Preisermäßigungen bei verderblicher Ware. Vorausgesetzt der Preis wird wegen der Gefahr des Verderbs oder eines drohenden Ablaufs der Haltbarkeit herabgesetzt und der Verbraucher durch Hinweis auf den Grund für den verbilligten Abverkauf informiert wird
  • die Bekanntgabe von Preisermäßigungen in Gaststätten und Beherbergungsbetrieben

5. Verstöße und Sanktionen

Verstöße gegen die PAngV können Ordnungswidrigkeiten darstellen. Zum Beispiel wird eine Preisangabe gar nicht, nicht richtig oder nicht vollständig gemacht. Bei Nichtbeachtung der PAngV drohen Bußgelder bis zu 25.000 EUR. Dies gilt auch für Verstöße gegen die Bekanntgabe einer Preisermäßigung. Daneben können Verstöße gegen die PAngV Wettbewerbsverstöße nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) darstellen und gegebenenfalls von Mitbewerbern oder abmahnbefugten Verbänden abgemahnt werden.

Jetzt beachten!

Vertragsverlängerung und Kündigungsbutton bei Internet-Verträgen

1. Eingeschränkte Vertragslaufzeiten und Verlängerungsklauseln

Bei Dauerschuldverhältnissen, also Verträge über die regelmäßige Lieferung von Waren oder Bereitstellung von Dienstleistungen – typischerweise z. B. Handy-Vertrag, Internetanschluss, Fitnessstudio-Mitgliedschaft, Streamingdienste, Gas- und Stromlieferungsverträge - wird die automatische Verlängerung von Verbraucherverträgen beschränkt. Bisher enthalten Verträge häufig eine stillschweigende Verlängerungsklausel, wenn sie nicht innerhalb einer vorgesehenen Frist vor Ablauf der vereinbarten Vertragszeit gekündigt werden. Der Vertrag verlängerte sich dann bisher automatisch um ein Jahr mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist. Künftig darf die Verlängerung des Vertrags nur auf unbestimmte Zeit gelten (also nicht mehr automatisch ein Jahr) und die Kündigungsfrist darf nur noch einen Monat betragen. Dies gilt für Verträge ab dem 1. März 2022. Für Verträge, die vor dem 1. März 2022 abgeschlossen worden sind, gilt weiter die bisherige Regelung, d. h. automatische Vertragsverlängerungen bis zu einem Jahr.
Achtung: Für Mobilfunk- oder Festnetzverträge gelten die Änderungen - sowohl für Neu- als auch für Bestandsverträge - bereits seit dem 1. Dezember 2021.
Unternehmer sollten Ihre Verträge bzw. Allgemeinen Geschäftsbedingungen hinsichtlich der Vertragsverlängerungsklauseln und Kündigungsfristen anpassen, sofern dies noch nicht geschehen ist. 

2. Kündigungsbutton bei Internet-Vertragsschlüssen

Seit 1. Juli 2022  ist Verbrauchern bei Verträgen, die online abgeschlossen werden können (zum Beispiel Mobilfunk, Internetanschluss, Fitnessstudio-Mitgliedschaft, Gas- und Stromlieferung) die Möglichkeit zu geben, die Kündigung per “Kündigungsbutton” zu erklären. Davon betroffen ist jede Webseite auf der der Vertragsschluss im Internet angeboten wird, zum Beispiel auch eine Bestellung lediglich per E-Mail oder über ein Kontaktformular. Ob der Verbraucher auf diesem Weg bestellt hat, ist nicht relevant, es genügt das Angebot den Vertrag über die Webseite abschließen zu können. Der Kündigungsbutton ist deutlich zu beschriften, z. B. „Verträge hier kündigen“ und muss ständig verfügbar, leicht zugänglich sowie gut sichtbar platziert sein. Dies kennt man bereits aus beim Warenkauf im Onlineshop mit der genauen Bezeichnung des sogenannten Kaufbutton: „Zahlungspflichtig bestellen“. Der Verbraucher ist nach Betätigung des Buttons auf eine Bestätigungsseite weiterzuleiten auf der er gemäß Paragraf 312 k Absatz 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) Angaben zu seiner eindeutigen Identifizierbarkeit, zur eindeutigen Bezeichnung des Vertrags, Art der Kündigung (unter Einhaltung einer Kündigungsfrist oder fristlos) und bezüglich Inhalt (u. a. Zeitpunkt, zu dem das Vertragsverhältnis durch die Kündigung beendet werden soll) machen kann. Die Kündigung ist von dieser Bestätigungsseite aus wiederum per Button, zum Beispiel „Jetzt kündigen“, zu erklären. Der Unternehmer hat dem Verbraucher die Kündigung anschließend unverzüglich per E-Mai zu bestätigen.
Dem Verbraucher ist die Online-Kündigung zu ermöglichen, ohne das er sich in einem Kundenkonto anmelden braucht. Das heißt, die vorherige Abfrage von Login-Daten ist unzulässig. Die in Paragraf 312 k Absatz 2 BGB genannten Anforderungen sind zugleich Mindest- und Maximalangaben, die zu verlangen sind. Dies geht zurück auf eine Rechtsprechung des Landgerichts Köln (Beschluss vom 29.07.2022 – 33 O 355/22 – Kündigung ohne Login). 
Vorsicht: Bei einem fehlenden Kündigungsbutton ist jederzeit die fristlose Kündigung (auch für alle bereits laufenden Verträge) durch den Verbraucher möglich. 
Rechtliche Grundlagen

Rechtstipps für den Onlinehandel

Im Onlinehandel sind rechtliche Grundlagen zu beachten. Insbesondere betrifft dies Informationspflichten, die dem Verbraucherkunden im Bestellvorgang mitgeteilt werden müssen, wie Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular, Zahlungs- und Versandhinweise, Datenschutzerklärung, ggf. spezielle Produkthinweise.
Kennen Händler diese Pflichten nicht, oder fehlt die Angabe einer gesetzlich vorgeschriebenen Information, kann dies von Mitwettbewerbern oder Verbraucherschutzverbänden abgemahnt werden. Dies kann vermieden werden, wenn sich der Händler mit den rechtlichen Voraussetzungen für Webshops auseinandersetzt.

Worüber ist im Bestellvorgang zu informieren?

Folgende Informationen sind anzugeben:
  • Die Identität, Anschrift und Kontaktmöglichkeit des Online-Händlers („Impressum“)
  • Zwecke und Umfang der Datenverarbeitung („Datenschutzerklärung“)
  • Das Produkt (Ware oder Dienstleistung) muss im Wesentlichen beschrieben werden (z.B. Größe, Farbe, Gewicht, Material, Eigenschaften, Zustand, kompatibel/nicht kompatibel mit... etc.), ggf. bestimmte Kennzeichnungspflichten
  • Belehrung über das vierzehntägige Widerrufsrecht einschließlich Musterwiderrufsformular
  • Mindestlaufzeit eines Vertrags (z. B bei einem Abo-Vertrag)
  • Gesamtpreis der Ware oder Dienstleistung inklusive aller damit verbundenen Preisbestandteile sowie aller über den Unternehmer abgeführten Steuern, sowie- Versand- und Zusatzkosten
  • Einzelheiten hinsichtlich Zahlung und Lieferung (z.B. Lieferzeiten/Lieferbeschränkungen) oder Erfüllung (bei Dienstleistung)
  • Information, dass ein gesetzliches zweijähriges Mängelhaftungsrecht gegenüber Verbraucherkunden besteht
  • Erläuterung des Bestellvorgangs: wann kommt der Vertrag zustande, unverzügliche Bestätigung auf elektronischem Wege (gewöhnlich per E-Mail), dass die Bestellung des Kunden erhalten wurde, Zahlungsmodalitäten, Gültigkeitsdauer befristeter Angebote, Vertragssprachen, die zur Verfügung stehen
  • Geltung von AGB (falls vorhanden). Diese müssen bei Vertragsschluss abrufbar sein und in wiedergabefähiger Form gespeichert werden können
  • Möglichkeit einer Online-Schlichtung mittels anklickbaren Link. Der Link lautet: https://ec.europa.eu/consumers/odr/ und kann im Impressum und in den AGB erscheinen
  • Der Bestellbutton auf der Bestellübersichtsseite muss deutlich auf eine kostenpflichtige Bestellung hinweisen (z.B. „Zahlungspflichtig bestellen")
Im Einzelnen sind die Informationspflichten nachlesbar in Art. 246a, § 1 EGBGB.   

Wo und wann ist im Bestellvorgang  zu informieren?

Die oben genannten Informationen sind mitzuteilen, bevor die Bestellung abgegeben wird:
  • „Impressum“, „Datenschutzerklärung“,„AGB“ und „Widerrrufsrecht“ sollten auf klar bezeichneten Unterseiten über eigene Links abgelegt und von jeder Seite im Shop anklickbar sein. Gewährleistung, Zahlungsabwicklung, Einzelheiten zum Vertragsschluss etc. lassen sich in AGB unterbringen.
  • Angaben zu Eigenschaften des Artikels oder der Dienstleistung, Preis, Versandkosten und Lieferzeit sollten direkt auf der Produktseite gemacht werden, bevor die Ware in den Warenkorb gelegt wird.
  • Auf der Bestellübersichtsseite sind unmittelbar vor Betätigung des Bestellbutton nochmal folgende Informationen zu wiederholen: die wesentlichen Eigenschaften der Ware oder Dienstleistung, Gesamtpreis inklusive aller Preisbestandteile, Steuern, Versandkosten, sonstige Kosten. Ggf. die Vertragsmindestdauer, Laufzeiten und Kündigungsrechte sowie der Hinweis auf AGB und die Widerrufsbelehrung. Die Kenntnisnahme von AGB und Widerrufsbelehrung kann sich der Online-Händler unmittelbar vor der Bestellung durch Anklicken einer Checkbox bestätigen lassen. Erst wenn das Häkchen gesetzt ist, sollte der Bestellbutton betätigt werden können.
  • Nach Abgabe der Bestellung sind die bisher erteilen Informationen, inklusive Widerrufsbelehrung, Musterwiderrufsformular und AGB - spätestens mit der Lieferung der Ware in Textform mitzuteilen. Die Informationen können z.B. in der Bestätigungsmail, die auf die Bestellung folgt, untergebracht werden.
Wichtig: Fremde Texte und Bilder für Artikel oder Dienstleistungen dürfen nicht einfach aus anderen Webshops oder aus anderen Quellen im Internet ohne Einwilligung des Rechteinhabers kopiert werden. Dies kann eine Urheberrechtsverletzung darstellen. Daher entweder eigene Bilder/Texte anfertigen, oder für die Nutzung fremde Bilder oder Texte vorher die Erlaubnis des Urhebers einholen.  
Sieht die Webseite ein Kontaktformular vor, dürfen nur die für die Abwicklung der Kundenanfrage oder Bestellung erforderlichen Daten (wie Name, Lieferanschrift, und in der Regel ein Kontaktdatum wie die E-Mail-Adresse) abgefragt werden. Das Kontaktformular ist nach dem Stand der Technik zu verschlüsseln.
Einzelheiten und weiterführende Hinweise sind in der Artikelreihe zum E-Commerce-Recht abrufbar.
  1. Impressum und Datenschutz
  2. Produkt- und Preisangaben
  3. Widerrufsbelehrung
  4. Vertragsschluss und Bestellung
  5. Mängelrechte und Widerrufsfolgen


Web-Design

Usability

Ist Ihre Webseite wirklich so nutzerfreundlich, wie Sie meinen? Mithilfe dieser Methoden können Sie die deffizite Ihrer Internetpräsenz herausfinden und optimieren.
Webseiten bilden oft den ersten Berührungspunkt zwischen der Kundschaft und dem Unternehmen sowie den Produkten oder Dienstleistungen. Diese sollten daher intuitiv gestaltet sein, sodass die Kundschaft ihre gewünschten Informationen einfach und schnell findet. Missverständliche Informationen, unübersichtlicher Aufbau, sperrige Dateien, kein ansprechendes Layout – dies kann dazu führen, dass die Kundschaft einer Webseite sich auf der Suche nach passenden Informationen verwirrt oder überfordert fühlt und die Seite verlässt.
Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit Mittelstand 4.0 - Kompetenzzentrum-Usability „Website-Check“ wurden Usability Probleme sowie noch nicht ausgeschöpfte Potenziale aufgedeckt und methodische Herangehensweisen zur Verbesserung des Internetauftritts an die Unternehmen herantragen. Häufige diskutierte Themen sollen im Folgenden kurz vorgestellt werden:
  • Die Heuristiken nach Nielsen bilden ein Regelwerk über gut gestaltete Systeme (Usability - intuitive Nutzung). Dieses Regelwerk kam häufig bei der Navigationsstruktur und dem Feedback an Nutzende zu tragen. So sollte beispielsweise klar ersichtlich sein, wenn die Interaktion der Nutzenden zu einer Veränderung auf der Webseite geführt hat. Zu ähnlich gestaltete Seiten oder zu groß platzierte Headerbilder verhindern, dass Nutzende erkennen, dass sich etwas verändert hat.
  • Das Card Sorting hilft dabei das „Mentale Modell“ der Nutzenden – also die innere Repräsentation ihres Wissens – zu ermitteln. Repräsentative Teilnehmende der Zielgruppe(n) sortieren dabei vorgegebene Begriffe in inhaltlich-thematisch zusammengehörige Gruppen. Dies kann dabei helfen die Navigation oder die Inhalte einzelner Seiten für Nutzende logisch zu strukturieren. Hierzu gibt es online hilfreiche Tools, die bei der Durchführung und Auswertung unterstützen.
  • Die Lesbarkeit von Inhalten ist ebenso wichtig wie eine gute Navigation. Eingesetzte Farben sollten daher auf deren Kontrast geprüft werden. Sind Überschriften, Buttons, Links etc. gut erkennbar? Hierfür gibt es online ebenfalls hilfreiche Tools, um den Kontrast zu prüfen.
  • Breadcrumbs („Brotkrumen“): (Textuelle) Visualisierung des Pfades und der aktuellen Position eines Nutzers bei der Navigation hilft zur Übersichtlichkeit und einfachen Navigation auf der Website.
  • Zum Schluss ist es wichtig, eine gewisse Konsistenz aufzuweisen. Gleiche Elemente (bspw. Icons, Buttons, Links, etc.) sollten demnach auch gleich gestalten werden, um den Wiedererkennungswert bei den Nutzenden zu erhöhen und den Unterschied zu anderen Interaktionsmöglichkeiten zu verdeutlichen. Dadurch kann eine einfache, effektive und effiziente Nutzung erzielt werden.
Neben diesen übergreifenden Themen wurden viele weitere Fragen der einzelnen Unternehmen beantwortet und ihnen mithilfe einfacher Tipps aufgezeigt, wie sie ihre Webseiten zukünftig noch intuitiver und ansprechender gestalten können. 
Wenn Sie Interesse an dem Thema Usability haben und gemeinsam mit uns einen Blick auf Ihre Webseite werfen möchten, können Sie über unsere Online-Terminbuchung mit wenigen Klicks ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren.