Weihnachtsgeschäft bringt keinen Schwung

Eine Erholung ist im Handel der Region Stuttgart weiterhin nicht in Sicht. Das Weihnachtsgeschäft, das traditionell einen wichtigen Umsatzimpuls liefert, konnte im Winter 2025 diesen Effekt nicht entfalten. Trotz stabilisierter Preise in den vergangenen Monaten und wieder steigender Reallöhne ist die Kauflaune der privaten Haushalte noch nicht zurückgekehrt. Rund drei Viertel der Einzelhändler berichten von einem anhaltend zurückhaltenden Kaufverhalten ihrer Kunden – ein Wert, der bereits seit mehreren Monaten auf einem Tiefststand verharrt. Auch der Großhandel spürt die schwache Nachfrage deutlich – sowohl auf der Konsum‑ als auch auf der Produktionsseite. Etwa 40 Prozent der Großhändler melden einen rückläufigen Bestelleingang, was die verhaltene Grundtendenz im Handel weiter unterstreicht.
Die Lage im Einzelhandel bleibt aufgrund der anhaltend schwachen Konsumlaune weiterhin verhalten, auch wenn im Vergleich zum Herbst eine leichte Verbesserung erkennbar ist. Der Lageindikator steigt von –25 auf –13 Punkte. 18 Prozent der Unternehmen befinden sich in einer guten wirtschaftlichen Lage – ein Plus von 4 Prozentpunkten gegenüber Herbst 2025. Gleichzeitig melden weiterhin 31 Prozent der Einzelhändler eine schlechte Geschäftslage. Besonders betroffen sind Händler langlebiger Konsumgüter, etwa Möbelhändler, Textil‑ und Bekleidungsgeschäfte sowie Anbieter technischer und Telekommunikationsgeräte. Demgegenüber bewerten Händler des täglichen Bedarfs, darunter Lebensmittelhändler und Apotheken, ihre Lage überwiegend positiv.
Bei den Geschäftsrisiken steht erstmals mit 70 Prozent der Nennungen der Kostenfaktor Arbeitskosten an erster Stelle. Die Erhöhung des Mindestlohns belastet den Einzelhandel spürbar – zumal der Anstieg häufig auch Lohnanpassungen in höheren Entgeltgruppen nach sich zieht, um tarifliche Lohnabstände zu wahren. Dies führt zu weiterem Kostendruck in einer Phase rückläufiger Umsätze. Parallel dazu sehen rund 66 Prozent der Einzelhändler ein Risiko in der schwachen Inlandsnachfrage. Die Kombination aus hohen Kosten und gedämpfter Nachfrage schlägt sich deutlich in der Ertragslage nieder: Rund 47 Prozent der Einzelhändler bewerten diese als schlecht.
Auch die Geschäftserwartungen bleiben auf niedrigem Niveau. Der Erwartungsindikator verschlechtert sich leicht um einen Punkt auf –21 Punkte. Etwa 14 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften, während rund 35 Prozent eine Verschlechterung erwarten.
Diese verhaltenen Erwartungen wirken sich negativ auf die Investitions‑ und Beschäftigungspläne aus. Rund ein Drittel der investierenden Einzelhändler plant in den kommenden zwölf Monaten eine Reduzierung der Investitionen; lediglich 28 Prozent beabsichtigen, diese auszubauen.
Die schwache Nachfrage dämpft zudem die Beschäftigungsabsichten. Rund 28 Prozent der Einzelhändler erwarten sinkende Beschäftigtenzahlen, während nur etwa 5 Prozent von einem Anstieg ausgehen.
Im Großhandel zeigt sich die wirtschaftliche Lage weiterhin schwierig. Rund 30 Prozent der konsumnahen und 34 Prozent der produktionsverbundenen Großhändler bewerten ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Die Lageindikatoren verbessern sich kaum: Im produktionsverbundenen Großhandel verschlechtert sich der Wert von –16 auf –18 Punkte, und auch im konsumnahen Großhandel sinkt der Indikator leicht um zwei Punkte auf –14 Punkte.
Jeder zweite Großhändler meldet einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal. Sowohl im Inlands‑ als auch im Auslandsgeschäft zeigen sich rückläufige Tendenzen. Die schwache Inlandsnachfrage bleibt mit 87 Prozent der Nennungen das mit Abstand meistgenannte Geschäftsrisiko. An zweiter Stelle folgen die Arbeitskosten, die von 53 Prozent der Unternehmen als Risiko eingestuft werden – allerdings etwa 8 Prozentpunkte seltener als in der vorherigen Konjunkturumfrage. Auf Rang drei liegen mit rund 50 Prozent der Nennungen die Energiepreise, die weiterhin einen erheblichen Kostendruck darstellen.
Die Geschäftserwartungen bleiben gedämpft. Nur 21 Prozent der Großhändler rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer Verbesserung – ein Rückgang um 2 Prozentpunkte gegenüber dem Herbst. Gleichzeitig erwarten rund 29 Prozent eine Verschlechterung der Geschäftslage, ebenfalls 2 Prozentpunkte weniger als in der vorangegangenen Befragung.
Entsprechend zurückhaltend fallen die Investitions‑ und Beschäftigungspläne aus. Der Indikator für die Inlandsinvestitionen sinkt weiter von –25 auf –29 Punkte. Auch die Beschäftigungsaussichten verschlechtern sich leicht: Der Indikator geht von –24 auf –27 Punkte zurück.