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Neuausschreibung der Global Gateway Business Advisory Group

Die Europäische Kommission sucht neue Mitglieder für ihre Global Gateway Business Advisory Group. Die Gruppe, die künftig bis zu 75 Organisationen umfassen soll, berät die Kommission weiterhin im Hinblick auf die Global-Gateway-Strategie und die Perspektive des europäischen Privatsektors. Bewerbungen sind bis zum 13. November 2026 möglich.

Global Gateway: EU-Strategie für internationale Investitionen

Mit der Strategie „Global Gateway” will die Europäische Union weltweit Investitionen und Partnerschaften fördern. Damit soll die globale Investitionslücke verringert und der grüne und digitale Wandel auch außerhalb Europas unterstützt werden. Im Mittelpunkt stehen „smarte, saubere und sichere” Verbindungen in den Bereichen Digitales, Klima, Energie und Verkehr. Darüber hinaus geht es um die Stärkung von Bildungs-, Forschungs- und Gesundheitssystemen weltweit. Die Umsetzung erfolgt im „Team Europe“-Ansatz: EU-Institutionen, Mitgliedstaaten, Entwicklungs- und Finanzinstitutionen sowie die Privatwirtschaft arbeiten dabei an gemeinsamen Schwerpunkten.

BAG bringt die Perspektive der Wirtschaft ein

Die Global Gateway Business Advisory Group (GG BAG) ist eine informelle Expertengruppe der Europäischen Kommission. Sie wurde im September 2023 mit dem Ziel eingerichtet, die Zusammenarbeit mit dem europäischen Privatsektor bei der Planung und Umsetzung von Global Gateway zu stärken. Die BAG bietet Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen ein Forum, in dem sie ihre Prioritäten, Aktivitäten, Herausforderungen und Chancen in den erfassten Branchen und Regionen einbringen können. Die BAG berät unter anderem darüber, wie die Zusammenarbeit mit Unternehmen verbessert und geeignete finanzielle oder nichtfinanzielle Instrumente eingesetzt werden können.
Die Gruppe entscheidet nicht über einzelne Unternehmensprojekte. Ihr Auftrag besteht darin, die Kommission mit Einschätzungen und Rückmeldungen zu strategischen Ausrichtungen, Förderinstrumenten und zur Umsetzung von Global Gateway zu unterstützen. Dazu zählen etwa Garantien, Mischfinanzierungen („Blending"), technische Unterstützung und Partnerschaften mit mehreren Beteiligten.

Neue Mitgliedschaft mit erweitertem Themenfeld

Am 1. Oktober 2026 hat die Kommission eine neue Bewerbungsrunde gestartet. Die bisherige Mitgliedschaft wird erneuert, da die Organisationen jeweils für drei Jahre berufen werden. Die neue Gruppe soll aus bis zu 75 Mitgliedern und bis zu zehn Beobachtern bestehen. Neben Unternehmen unterschiedlicher Größe können sich auch EU-Handels- und Wirtschaftsverbände sowie etablierte EU-Unternehmensnetzwerke bewerben. Für den Zeitraum von September 2023 bis Oktober 2026 nennt die Europäische Kommission eine Besetzung von 58 Mitgliedern und zehn Beobachtern.
Inhaltlich kommt ein Unterausschuss zu kritischen Rohstoffen hinzu. Zudem wird die Zusammenarbeit der Kommission neu aufgestellt. An die Stelle der früheren Generaldirektion für Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen (DG NEAR) treten die Generaldirektion für Erweiterung und östliche Nachbarschaft (DG ENEST) sowie die Generaldirektion für den Nahen Osten, Nordafrika und den Golf (DG MENA).
Die ausgeschriebenen Themenfelder umfassen Klima und Energie, Digitales, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Forschung sowie kritische Rohstoffe. Als Regionen werden unter anderem Zentralasien, Teile Asiens, die östliche Nachbarschaft, die Türkei, der Westbalkan, Lateinamerika und die Karibik, Nordafrika und der Nahe Osten, Subsahara-Afrika sowie der Pazifik genannt. Bei der Auswahl will die Kommission Fachwissen und eine ausgewogene Vertretung von Branchen, Regionen und Unternehmensgrößen berücksichtigen.

Wer kann sich bewerben - und bis wann?

Bewerben können sich Organisationen aus dem EU-Privatsektor mit Sitz und Kontrolle in der EU. Angesprochen sind Unternehmen und soziale Unternehmen ebenso wie Handels- und Wirtschaftsverbände sowie etablierte Unternehmensnetzwerke. Verbände und Netzwerke müssen den Privatsektor aus mindestens drei EU-Mitgliedstaaten vertreten. Privatsektorakteure aus Drittstaaten sind nicht zugelassen.
Bewertet werden einschlägige Erfahrung und Fachkompetenz in den genannten Sektoren und Regionen sowie die Ausrichtung an EU-Zielen unter Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekten (ESG). Von den Vertreterinnen und Vertretern erwartet die Kommission ein hohes Hierarchieniveau – etwa Geschäftsführung oder eine vergleichbare leitende Position – sowie ausreichende Englischkenntnisse für die aktive Mitarbeit.
Die Bewerbung erfolgt über ein Online-Formular. Erforderlich sind unter anderem ein Motivationsschreiben, ein ausgefülltes Klassifizierungsformular und ein Formular zu den Auswahlkriterien. Für die vorgeschlagenen Vertretungspersonen ist außerdem ein Lebenslauf vorgesehen, bevorzugt im Europass-Format und mit höchstens drei Seiten. Alle Unterlagen müssen unterschrieben und spätestens am 13. November 2026 um 14 Uhr Brüsseler Zeit eingereicht werden. Den Link zur Anmeldung und weitere Infos finden Sie unter Global Gateway Business Advisory Group - International Partnerships. Eine Eintragung im EU-Transparenzregister ist für die Bewerbung noch nicht erforderlich, aber Voraussetzung für die spätere Ernennung.
Die Organisationen sind nach der Auswahl für drei Jahre berufen, eine Verlängerung ist möglich. Es sind ungefähr zwei Plenarsitzungen pro Jahr sowie ein jährliches Treffen auf hoher Ebene vorgesehen. Die Arbeitssprache ist Englisch. Die Teilnehmenden erhalten keine Vergütung. Reise- und Aufenthaltskosten werden grundsätzlich nicht erstattet. Für Vertreterinnen und Vertreter kleiner und mittlerer Unternehmen kann die Kommission im Einzelfall jedoch eine Erstattung prüfen.