Prognos-Studie

Export bleibt Rückgrat der Wirtschaft im IHK-Bezirk

Die Exportwirtschaft ist und bleibt einer der wichtigsten Wohlstandsmotoren in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim. Das zeigt eine aktuelle Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). Demnach hängen 18,8 Prozent der regionalen Bruttowertschöpfung direkt oder indirekt vom Warenexport ab – ein Wert, der leicht über dem bayerischen Durchschnitt liegt. Damit zählt die Region weiterhin zu den exportstarken Wirtschaftsstandorten im Freistaat.
Die Bedeutung der internationalen Märkte reicht dabei weit über die großen Industrieunternehmen hinaus. Hinter jedem exportierten Produkt stehen zahlreiche regionale Zulieferer, Handwerksbetriebe und Dienstleister, die ebenfalls vom Auslandsgeschäft profitieren. Ob Maschinenbau, Metallverarbeitung, Elektrotechnik oder Softwareentwicklung – viele Branchen sind eng miteinander vernetzt und tragen gemeinsam zur Wettbewerbsfähigkeit der Region bei.
Besonders deutlich wird diese Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt. Nach den Berechnungen der Studie sind rund 136.000 Erwerbstätige in der Oberpfalz und im Landkreis Kelheim direkt oder indirekt vom Export abhängig. Damit hängt nahezu jeder fünfte Arbeitsplatz in der Region vom internationalen Handel ab. Gleichzeitig fließen etwa 1,1 Milliarden Euro des regionalen Steueraufkommens auf exportbedingte Wertschöpfung zurück. Diese Einnahmen bilden eine wichtige Grundlage für Investitionen in Infrastruktur, Bildung und kommunale Dienstleistungen.
Die Studie macht allerdings auch deutlich, dass die hohe Exportorientierung mit Risiken verbunden ist. Geopolitische Spannungen, zunehmender Protektionismus sowie Handelshemmnisse belasten international tätige Unternehmen. Hinzu kommen unsichere Lieferketten und wachsende bürokratische Anforderungen im internationalen Geschäft. Gerade exportstarke Regionen wie die Oberpfalz und Kelheim spüren solche Veränderungen besonders schnell.
Als Antwort darauf empfehlen die Studienautoren eine stärkere Diversifizierung der Absatzmärkte. Während die traditionellen Exportmärkte in Europa sowie die USA und China weiterhin von großer Bedeutung bleiben, gewinnen Wachstumsregionen wie Indien, die ASEAN-Staaten oder die Mercosur-Länder zunehmend an Attraktivität. Gerade mittelständische Unternehmen sollten beim Einstieg in diese Märkte stärker unterstützt werden.
Ebenso wichtig sei der Ausbau robuster Lieferketten und moderner Infrastruktur. Schnellere Genehmigungsverfahren, leistungsfähige Energie- und Digitalnetze sowie Investitionen in innovative Produktionstechnologien könnten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen langfristig sichern. Gleichzeitig bleibt die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte eine zentrale Voraussetzung, damit die Region ihre starke Position im internationalen Wettbewerb behaupten kann.
Das Fazit der Studie für die Region Oberpfalz-Kelheim lautet daher eindeutig: Sie profitiert in hohem Maße vom internationalen Handel, ist aber gleichzeitig stärker als andere Wirtschaftsräume von globalen Entwicklungen abhängig. Um ihre wirtschaftliche Stärke dauerhaft zu sichern, müssen Unternehmen und Politik gemeinsam daran arbeiten, neue Märkte zu erschließen, die Innovationskraft zu stärken und die Rahmenbedingungen für international tätige Betriebe weiter zu verbessern. Dann kann die Exportwirtschaft auch künftig ein verlässlicher Wachstumsmotor für die gesamte Region bleiben.
Hier finden Sie die Studie des Prognos-Instituts im Auftrag des BIHK zum Download:
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