Jetzt wird gespart

Jetzt wird gespart

Energieeffizienz ist schon seit ­langem eine wichtige Herausforderung für Unternehmen. Doch ­diesen Herbst machen Kosten­explosion, Klimawandel und Gasmangel es zu einem Mega-­Thema. Gut zu wissen, dass es zahlreiche Fördermöglichkeiten gibt, um den Energieverbrauch im Unternehmen zu senken.
Die entsprechenden Programme von Bund, Ländern und EU recherchieren Sie am besten in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) ). Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) listet Förderangebote auf und enthält einen Förderwegweiser zum Thema Energieeffizienz.

Heizen wird das Thema des Winters

Ein großes Thema in den nächsten Monaten wird das Heizen sein. Wer Heizungs-Umwälzpumpen und Warmwasser-Zirkulationspumpen gegen neue hocheffiziente Pumpen tauscht, spart eine Menge Energie. Und noch sparsamer wird es, wenn diese mittels Einzeltemperaturreglern und voreinstellbaren Thermostatventilen noch optimiert werden. Deshalb fördert das BMWi dies mit einem Zuschuss von 20 Prozent, wobei die Kosten bei mindestens 300 Euro brutto liegen müssen.
In Bestandsgebäuden wird zusätzlich der Einbau von effizienten Wärmeerzeugern, von Anlagen zur Heizungsunterstützung und der Anschluss an ein Gebäude- oder Wärmenetz gefördert, das erneuerbare Energien für die Wärmeerzeugung mit einem Anteil von mindestens 25 Prozent einbindet.

Vier Module zur Engergieeffinzienz

Ein weiteres Programm ist die  Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft. Sie gliedert sich in vier Module:
Modul 1 betrifft Querschnittstechnologien, Investitionen zum Ersatz oder zur Neuanschaffung von hocheffizienten Anlagen oder Aggregaten für die industrielle und gewerbliche Anwendung.
Modul 2 richtet sich an Projekte zur Prozesswärme aus Erneuer­baren Energien: In diesem Modul werden der Ersatz oder die Neuanschaffung von Anlagen zur Bereitstellung von Wärme aus Solarkollektoranlagen, Wärmepumpen oder Biomasse-Anlagen gefördert. Bedingung ist, dass deren Wärme zu über 50 Prozent zur Herstellung, Weiterverarbeitung oder Veredelung von Produkten oder zur Erbringung von Dienstleistungen beiträgt.
Modul 3 bezieht sich auf MSR, Sensorik und Energiemanagement-Software: Im Rahmen dieses Moduls wird beispielsweise Soft- und Hardware im Zusammenhang mit der Einrichtung oder Anwendung eines Energie- oder Umweltmanagementsystems gefördert.
Modul 4 unterstützt die energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen: Gefördert werden investive Maßnahmen zur energetischen Optimierung von industriellen und gewerblichen Anlagen und Prozessen zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zur Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien und von Abwärme für gewerbliche Prozesse in Unternehmen. Die Förderung ist technologie­offen und kann auch die unter Modul 1 und 3 genannten Maßnahmen umfassen.
Details all dieser Förderprogramme und die Online-Antragsstellung finden Sie auf der BAFA-Internetseite.

Auch die Landesregierung fördert Energiesparen

Fördergelder kann man auch über das Programm Klimaschutz-Plus der Landesregierung beantragen. Es unterstützt Maßnahmen, um CO2-Emissionen zu mindern, was ja auch wiederum den Energieverbrauch senkt.  
Darlehnsbasierte Förderprogramme gibt es bei der KfW. So können zu einem günstigen Zinssatz bis zu 25 Millionen Euro Kredit beantragt werden, um Produktionsanlagen und -prozesse effizienter zu ­machen. Die Modernisierungsinvestitionen müssen mindestens zehn Prozent Energie einsparen. Verglichen wird mit dem Durchschnitt der letzten drei Jahre oder bei Neuinvestitionen mit dem Branchendurchschnitt. Das Darlehn wird bei der Hausbank beantragt, ein ­Online-Förderassistent der KfW unterstützt bei der Vorbereitung.

Die IHK berät Sie vor Ort

Weil Energiesparen ein wichtiges aber auch kompliziertes Thema ist, fördert die öffentliche Hand auch ganz konkrete Energieberatungen vor Ort. Ein Beispiel sind die Beratungen für ­Nichtwohngebäude, und zwar sowohl schon bestehender Gebäude als auch Neubauten. Ziel dieser Beratungen nach DIN V 18599 ist es, Energieeffizienz und erneuerbare Energien in den Planungs- und Entscheidungsprozess einzubeziehen und damit die Sparpotentiale zum individuell günstigsten Zeitpunkt auszuschöpfen. Als IHK-Mitglied können Sie auch einen persönlichen Vor-Ort-Termin mit unserem KEFF-­Effizienzmoderator vereinbaren.
Steffen Koci, IHK Region Stuttgart, für Magazin Wirtschaft 9-10.2022