28.06.2023

Neufassung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes

Das neue Gesetz erleichtert das Handling für Unternehmen wie auch die Bewerber immens. Außerdem entfällt die bisherige Vorrangprüfung bei den Ausbildungsberufen und auch eine Einreise ohne vorherige Anerkennung des Berufsabschlusses in Deutschland wird nun möglich sein. Anhand von Berufserfahrung und einer mindestens zweijährigen im Ausland anerkannten Ausbildung können Bewerber stattdessen ihre Eignung für eine Stelle bezeugen. Die Anerkennungspartnerschaft ermöglicht es Unternehmen zudem, Kompetenzen vor Ort besser einzuschätzen und entsprechend anpassen zu lassen.
Anhand der sogenannten Chancenkarte, die Personen mit bestimmten Eigenschaften wie Sprachkenntnissen, beruflicher Qualifizierung und Deutschlandbezug erhalten können, wird auch der Weg für eine Einreise ohne festen Arbeitsvertrag nach Deutschland geebnet. Kurz vor der Verabschiedung des Gesetzes wurde noch der sogenannte Spurwechsel mit aufgenommen. Dadurch erhalten alle Personen, die zum Zeitpunkt  29. März 2023 in einem laufenden Asylverfahren waren, die Möglichkeit über die Neufassung des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes einen Aufenthaltstitel zu erlangen. Dafür müssen sie allerdings ihren Antrag auf Asyl in Deutschland zurückziehen.
Bei allem Optimismus mischen sich auch ein paar Wermutstropfen für die Unternehmen ein. So wurden im Gesetz bei der Einreise über die Erfahrungssäule leider hohe Gehaltsschwellen eingezogen, die in Sachsen teilweise schwer zu erreichen sind. Auch die bei einer Einreise zur Arbeitsplatzsuche erforderliche Summe von über 10.000 Euro, die zur Sicherung der Lebenshaltungskosten nachgewiesen werden muss, hängt die Hürde für die Einreise per Chancenkarte sehr hoch. Außerdem sind viele Zuständigkeiten und Verfahrensfragen bis jetzt nicht abschließend geklärt. Da das Fachkräfteeinwanderungsgesetz kein eigenes Gesetz ist, sondern bestimmte Artikel im Aufenthaltsgesetz ändert, werden nicht alle Punkte gleichzeitig in Kraft treten. Der Großteil der genannten Regelungen wird aber im Laufe des ersten Quartal 2024 relevant werden.