Unternehmensförderung

Unternehmenskultur im Sinne von Familien

Wie können sich Unternehmen familienfreundlich ausrichten? Welche Maßnahmen sind möglich, um für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen günstige Rahmenbedingungen zu schaffen? Fragen wie diese standen am 10. Juni im Mittelpunkt des Regionalworkshops „Gekommen, um zu bleiben – mit Familienorientierung Fachkräfte in der Region gewinnen und halten“.
Die IHK zu Rostock war Gastgeberin der Veranstaltung und hat diese gemeinsam mit der DIHK Service organisiert. Die Teilnehmenden kamen vom Servicebüro „Lokale Bündnisse für Familie“, dem Lokalen Bündnis für Familie in Rostock und aus weiteren lokalen Institutionen. Sie diskutierten über bedarfsorientierte Maßnahmen, die Vorbildfunktionen von Vorgesetzten, die Transparenz ergriffener Maßnahmen in den jeweiligen Unternehmen sowie deren nachhaltige Verankerung.
Zwei Workshops, viele angeregte Gespräche
Eingeleitet wurde die Veranstaltung von IHK-Hauptgeschäftsführer Thorsten Ries, der betonte: „Der Begriff von Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf muss offener gedacht werden.“ Vor allem die Älteren müssten noch stärker in das Konzept integriert werden. „Gerade meine Generation hat zwei Baustellen: Wir wollen unsere Kinder auf einen guten Weg bringen und sorgen uns um den Gesundheitszustand unserer Eltern“, fügte Ries hinzu.
Katharina Kirschbaum von der DIHK Service GmbH besprach im anschließenden Workshop mit den Teilnehmenden Wege, wie Arbeitgeber für Ihre Mitarbeitenden flexible Zeitmodelle und Zusatzangebote schaffen und fest in die Unternehmenskultur integrieren können. Möglichkeiten und Grenzen von Mitteln wie Dienstvereinbarungen, Leitbildern und Arbeitsverträgen wurden offen diskutiert.
Gleichzeitig ging es aber auch darum, wie Arbeitgeber ihre Wirtschaftsleistung auch innerhalb eher neuer Zeitkonzepte aufrechterhalten können und ob Gerechtigkeit zwischen allen Mitarbeitenden hergestellt werden kann.
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In einem separaten Workshop erarbeiteten die Teilnehmenden aus den Bündniskreisen, wie mehr Unternehmen von der Bündnisarbeit überzeugt werden können. Denn nur durch Informationen der Wirtschaft können bedarfsorientierte Maßnahmen entwickelt und etabliert werden.
Dafür sollten sie unter anderem einschätzen, ob Unternehmen nach aktuellem Stand gut über die Leistungen der Bündnisse informiert sind und ob umgekehrt die Bündnisse selbst die Bedarfe in der Wirtschaft stets vor Augen haben. Das machte deutlich: Es ist noch Luft nach oben. Und so entspann sich eine angeregte Diskussion zwischen den Bündnisakteuren, die die Chance nutzten, sich gegenseitig genauer kennenzulernen und ihre Erfahrungen miteinander zu teilen.
Die Arbeit der Lokalen Bündnisse für Familie
Lokale Bündnisse für Familie sind selbst organisierte Zusammenschlüsse von Personen und Institutionen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Die verschiedenen Partner finden sich vor Ort auf freiwilliger Basis zusammen und arbeiten nach ihren Möglichkeiten an dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Familien durch bedarfsorientierte Projekte zu verbessern.
Seit 2004 besteht die Bundesinitiative „Lokale Bündnisse für Familie“, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ins Leben gerufen hat und der sich die einzelnen Lokalen Bündnisse für Familie anschließen können.
Bundesweit sind rund 19.000 Akteure in einem der rund 520 Lokalen Bündnisse für Familie aktiv. Schwerpunktthemen sind der strategische Ausbau von familienfreundlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort, wie zum Beispiel die Ferien-/Randzeiten-/Notfallbetreuung, das Engagement für Familienfreundlichkeit in Unternehmen sowie die generationenübergreifende Zusammenarbeit.
Die Aktivitäten der Lokalen Bündnisse für Familie zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort erfolgt mit über 35.000 Unterstützern aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft: Unternehmen, Arbeitsagenturen, Kommunen, Industrie- und Handelskammern, Schulen, Kinderbetreuungseinrichtungen, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Kirchen und Hochschulen.
Das Servicebüro „Lokale Bündnisse für Familie“ / die DIHK Service GmbH
Das Bundesfamilienministerium hat ein Servicebüro eingerichtet, das den Aufbau und die Weiterentwicklung der Lokalen Bündnisse bundesweit koordiniert und unterstützt. Die Aufgaben des Servicebüros bestehen darin, Impulse und Themen des BMFSFJ in die Bündnislandschaft zu transportieren und Rückmeldungen und Stimmungsbilder wieder zurückzuspielen.
Das bedeutet konkret:
  • Das Servicebüro informiert (zum Beispiel zu Fachthemen aus dem BMFSFJ, zur Gestaltung der Bündnisarbeit sowie wirksame PR-Arbeit),
  • Das Servicebüro vernetzt (zum Beispiel mit anderen Bündnissen und potentiellen Bündnispartnern) und
  • Das Servicebüro verhilft zu mehr Sichtbarkeit der Bündnisse (zum Beispiel durch die Auszeichnung zum „Bündnis des Monats“).




Kontakt

Dr.Maria Schneider-Reißig
Dr. Maria Schneider-Reißig