Mein Standpunkt

Es ist zu kompliziert geworden

Stefan Bolz ist Geschäftsführer von Laroma in Schleswig und fordert praxisnahe und schnellere Genehmigungsprozesse bei der Schleibrücke Lindaunis. 
Die klappbare Brücke bei Lindaunis ist eine der wichtigsten regionalen Verkehrsachsen für sämtlichen Verkehr auf der Straße, der Schiene und dem Wasser. Ursprünglich sollte der Neubau 2023 fertiggestellt werden, mittlerweile ist 2026 das Ziel. Durch die Bauarbeiten kam es zu Störungen beim Aufklappen der Brücke. Die Folge: Fahrgastschiffer, Winterlager- und Hafenbetreiber, Werften, Servicebetriebe und nicht zuletzt Gastronomie und Einzelhandel an den Ufern der westlichen Schlei sind von der Ostsee abgeschnitten. Für uns als maritime Ausstatter bedeutet das erhebliche Einbußen. Normalerweise bedienen wir zahlreiche Kunden im Schleswiger Hafen. Zurzeit müssen wir auf Damp, Kiel und Dänemark ausweichen. Aus 15 Minuten Anfahrt zum Liegeplatz sind drei bis sechs Stunden geworden, was erhöhte Sprit- und Personalkosten mit sich bringt – gerade jetzt, wo wir ohnehin mit massiven Preissteigerungen zu kämpfen haben.
Durch lange Genehmigungsprozesse und zahlreiche Auflagen werden uns Steine in den Weg gelegt.
Deshalb haben wir das Aktionsbündnis „Maritime Wirtschaft Innere Schlei“ gegründet. Im Dialog mit Politik, Verwaltung, Deutscher Bahn (DB) und IHK Flensburg konnten wir verlässliche Brückenöffnungen erwirken. Zusätzlich hat die DB mit einer Machbarkeitsstudie einen Notfallplan geprüft, sollte die Brücke nicht mehr gehoben und gesenkt werden können. Für diesen Fall haben wir vorgeschlagen, die Brücke auszuhängen und eine Fährverbindung einzurichten. So könnten alle Verkehrsteilnehmer von A nach B kommen. Technisch wäre das in wenigen Wochen umsetzbar. Die Studie allerdings kam zu einem anderen Ergebnis: Frühestens drei Jahre nach Antragstellung sei eine schiffsgebundene Querung der Schlei möglich. Allein der Genehmigungsprozess dauert rund zwei Jahre. Mit einem Notfallkonzept hat das wenig zu tun. Für den Super-GAU sind wir also nicht gewappnet.
Ich verstehe nicht, warum wir Genehmigungsverfahren in solchen prekären Situationen nicht verkürzen und Behörden nicht besser organisiert werden, um im Notfall flexibel zu handeln. Die LNG-Terminals sind ein prominentes Beispiel, wie langwierige Verfahren verschlankt werden können. Warum ist das nicht auch bei uns möglich? Durch lange Genehmigungsprozesse und zahlreiche Auflagen werden uns Steine in den Weg gelegt. Ich sage: Wir Unternehmer brauchen praxisnahe Lösungen.