Existenzgründung

„Gründen macht sehr viel Spaß“

„Lass es uns einfach machen.“ – Mit diesem Motto sind Jonas-Otto Schneider und Richard Wohlfahrt in die Welt der Unternehmer eingestiegen. Die beiden 24-Jährigen haben 2020 die Marketing-Agentur Aenea gegründet. Die Selbstständigkeit habe sie sowieso gereizt, als Corona einschlug und ihre Nebenjobs in der Gastronomie wegfielen, wurde die Idee konkret. „Uns ist schon bewusst, dass es direkt nach der Uni eher ungewöhnlich ist. Aber wir hatten Lust darauf und denken uns: Wenn es nicht funktioniert, dann orientieren wir uns eben um“, sagt Richard Wohlfahrt, der bei Aenea den Part des Creative-Directors übernimmt.

Inhalt geht vor

Darüber, dass es nicht funktioniert, müssen sich die beiden Rostocker aktuell allerdings keine Sorgen machen. Mittlerweile gibt es schon einen festen Stamm an – regionalen und überregionalen – Kunden, darunter eine Golfanlage in Warnemünde, ein Onlineshop für Erotikartikel, ein neues Food-Franchising-Unternehmen aus Leipzig. Aenea übernimmt deren Social-Media-Kanäle, managt alles vom Erstellen der Fotos über die Posts der einzelnen Beiträge bis zur Interaktion mit den Usern. „Wir gehen dabei sehr zielgruppenorientiert vor“, sagt Richard Wohlfahrt. „Das heißt, am Anfang stehen für uns die Inhalte, die wir dann redaktionell bearbeiten. Danach richten wir dann das Format aus.“

Das Wissen um die eigenen Grenzen

Ihren schnellen Erfolg erklären sich die Jungunternehmer durch mehrere Faktoren. Zum einen seien sie beide sowieso technikaffin, sagt Jonas-Otto Schneider. Zum anderen brauche es für ihre Arbeit eine überschaubare Ausstattung, im Gegensatz zu Existenzgründungen, bei denen auch spezielle Räumlichkeiten wichtig seien. Besonders wichtig für sie, und vielleicht der entscheidende Faktor: Sie bieten nur die Leistung, für die sie auch wirklich das umfassende Know-how haben. Richard Wohlfahrt: „Wir sind zum Beispiel noch nicht besonders aktiv auf Linked In. Damit haben wir einfach keine Erfahrungen. Solange das noch so ist, wollen wir uns auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.“
Bei solchen Themen nutzen die beiden ihr professionelles Netzwerk, das sich allein im Laufe des vergangenen Jahres stark vervielfältigt hat. „Wir holen uns Wissen von anderen Agenturen oder leiten Aufträge auch an diese weiter“, erklärt Jonas-Otto Schneider. „Wichtig ist, dass der Kunde am Ende alles hat, was er braucht, und damit auch zufrieden ist.“

Pläne für die Zukunft

Durch den Alltag als Selbstständige haben Jonas-Otto Schneider und Richard Wohlfahrt Blut geleckt. So soll die Agentur nach und nach wachsen. Aktuell beschäftigt Aenea schon regelmäßig Praktikanten, spätestens 2022 soll jemand mit speziell redaktioneller Expertise eingestellt werden.
Und vielleicht bleibt die Agentur auch nicht das einzige Unternehmen der beiden. „Wir haben beide viele private Leidenschaften. Ich zum Beispiel interessiere mich sehr für das Thema Nachhaltigkeit und Fairness im Handel, außerdem bin ich Kaffeeliebhaber. Das spielt jetzt schon eine Rolle, kann sich aber bestimmt noch in anderer Form niederschlagen“, sagt Jonas-Otto Schneider. Wichtig ist beiden vor allem eins: nicht jeden Tag das Gleiche zu machen. Weiter in der Unternehmenslandschaft Fuß zu fassen, ist ein weiterer Motivationsfaktor. „Wir haben festgestellt: Gründen macht sehr viel Spaß. Bestimmt geht in der Zukunft auch mal was schief. Aber davon lassen wir uns nicht abschrecken.“

Christina Milbrandt