30.04.2026

Beschäftigtenzahl im Landkreis Kronach geht spürbar zurück

Arbeitsplatzabbau in der Industrie belastet regionale Entwicklung

Seit dem Jahr 2019, dem Vor-Corona Jahr, ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis Kronach um 1.533 auf 24.467 im Jahr 2025 gesunken, so das Ergebnis einer regionalisierten Analyse der IHK für Oberfranken Bayreuth.

Welche Branchen von dem Beschäftigtenrückgang vor allem betroffen sind, zeigen aktuelle Berechnungen der IHK für Oberfranken Bayreuth auf Basis von Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Industrie als größter Verlierer
Besonders stark ist der Beschäftigtenrückgang im Verarbeitende Gewerbe, hier ging die Beschäftigtenzahl zwischen 2019 und 2025 um 1.114 auf 10.856 zurück. Eine starke Industrie ist das Rückgrat unserer Region. Wenn die Zahl der Industriejobs derart schrumpft, steht nicht nur unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit auf dem Spiel - es fehlen auch Perspektiven für junge Menschen, betont Hans Rebhan, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach. Wir haben viele leistungsfähige Industrieunternehmen, die sich immer wieder neu erfunden haben. Sind die Rahmenbedingungen aber so schlecht wie im Moment, nützt alle Kreativität nichts.

Auch im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen kam es zu einem deutlichen Rückgang, hier sank die Zahl der Beschäftigten um 788. Außerdem baute das Baugewerbe 191 Beschäftigte ab.

Demgegenüber konnten einige Wirtschaftsbereiche leichte Zuwächse verzeichnen. So stieg die Zahl der Beschäftigten im Verlauf der vergangenen sechs Jahre in der öffentlichen Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung um 195 Personen, im Gesundheits- und Sozialwesen um 147 und im Bereich Erziehung und Unterricht um 109.

IHK: Politik muss endlich Standortbedingungen verbessern
Die Rahmenbedingungen sind schwierig genug, ob Ukraine-Krieg, US-Zölle, fragile Lieferketten, wettbewerbsverzerrende Subventionen Chinas oder der Iran-Krieg. Umso wichtiger ist es, dass Brüssel und Berlin unseren Unternehmen nicht weiter unnötige Hürden in den Weg legen", so Rebhan. Bürokratie muss endlich abgebaut werden, Genehmigungsverfahren beschleunigt, Steuerbelastungen für Unternehmen reduziert, die Digitalisierung vorangetrieben und die Energiekosten gesenkt werden. Unsere Unternehmen warten auch im Mai immer noch auf einen Herbst der Reformen!

Umso wichtiger sei es, die Rahmenbedingungen vor Ort zu verbessern. "Ich denke da an den Ausbau der B 173 zwischen Kronach und Küps, den Lückenschluss der B 303 und vor allem an die Chancen, die der Lucas-Cranach-Campus eröffnet", so Rebhan. "Aber auch auf Europa- und Bundesebene habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Auch dort hat man längst die Zeichen der Zeit erkannt. Jetzt geht es aber um eine zeitnahe Umsetzung."

Oberfranken: Seit 2019 Verlust von 15.252 Industriearbeitsplätzen
In Gesamtoberfranken verzeichnet das Verarbeitende Gewerbe einen sehr deutlichen Beschäftigtenabbau mit einem Minus von 15.252 Beschäftigten seit 2019 (-11,1 Prozent). Zudem ist bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen eine nennenswerte Abnahme zu verzeichnen (-1.406 Beschäftigte). Dies lässt sich durch deren enge Verknüpfung mit dem Verarbeitenden Gewerbe erklären. Es gibt allerdings auch Wirtschaftsabschnitte, welche sich im Wachstum befinden, etwa die öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung (+5.741 seit 2019), das Gesundheits- und Sozialwesen (+3.342), Verkehr und Lagerei (+2.566), Erziehung und Unterricht (+2.557) oder die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+2.134).

Während in der Summe seit 2019 oberfrankenweit 4.224 neue Arbeitsplätze entstanden sind, ist die Entwicklung zuletzt spürbar gekippt. Gegenüber 2024 verzeichnet Oberfranken einen Rückgang von 1.858 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, verursacht vor allem durch den Abbau im Verarbeitenden Gewerbe (-3.764), aber auch im Handel und den wirtschaftsnahen Dienstleistungen. Neue Arbeitsplätze sind im vergangenen Jahr vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen entstanden (+1.524).

Hinweis: Die Berechnungen basieren auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stichtag 30.06 des jeweiligen Jahres.