22.10.2026
Kulmbacher Wirtschaft knackt die 100-Punkte-Marke
Beste Geschäftslage im IHK-Gremium Kulmbach seit zweieinhalb Jahren
Die Kulmbacher Wirtschaft ist im Aufwind. Die Unternehmen bewerten ihre Lage deutlich besser als im Frühjahr, so die IHK für Oberfranken Bayreuth in ihrer jüngsten Konjunkturumfrage. Der IHK-Konjunkturklimaindex steigt um 8 auf 102 Punkte und liegt als einziger Wert in Oberfranken über der Wachstumsschwelle von 100 Punkten.
23 Prozent der befragten Unternehmen schätzen ihre aktuelle Lage positiv ein, 14 Prozent negativ. Im Saldo, also der Differenz aus positiven und negativen Bewertungen, dreht die Lage von -7 im Frühjahr auf +9 Punkte. Das ist der beste Wert aller IHK-Gremien in Oberfranken. Eine ähnlich gute Geschäftslage gab es in der Region zuletzt im Frühjahr 2024. Die Inlandsaufträge sind noch nicht im Plus, erholen sich aber deutlich. 21 Prozent der Unternehmen melden für das vergangene Halbjahr mehr Aufträge, 32 Prozent einen Rückgang (Saldo ‑11 nach ‑30). Entsprechend steigt die Auslastung. Der Anteil der nicht ausreichend ausgelasteten Unternehmen sinkt von 37 auf 27 Prozent. Knapp ein Viertel (24 Prozent) ist voll ausgelastet. Mit 102 Punkten liegt der Klimaindex 13 Punkte über dem Wert für ganz Oberfranken.
“Kulmbach springt als einzige Region Oberfrankens über die 100-Punkte-Marke. Das ist ein echtes Ausrufezeichen”, freut sich Michael Otte, Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach. “Unsere Unternehmen bewerten ihre Lage so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Das ist ein starkes Signal und zeigt, was sie auch unter schwierigsten Rahmenbedingungen leisten.”
Lichtblicke bei Investitionen und Personal
Die Geschäftserwartungen liegen noch im Minus. Im oberfränkischen Vergleich blicken die Kulmbacher Unternehmen aber am gelassensten nach vorn. 18 Prozent erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine Verbesserung, 24 Prozent eine Verschlechterung (Saldo -6). Beim erwarteten Auftragsvolumen aus dem Inland liegen die Optimisten mit 20 zu 17 Prozent sogar vorn. Auch im Auslandsgeschäft erwarten mehr Unternehmen steigende als sinkende Aufträge (21 zu 14 Prozent).
Die Beschäftigtenprognose zeigt ebenfalls nach oben. Mit jeweils 14 Prozent planen gleich viele Unternehmen einen Personalaufbau wie einen Personalabbau. “Dass sich Einstellungen und Stellenabbau inzwischen die Waage halten, ist ein gutes Zeichen für den Arbeitsmarkt in unserer Region”, sagt Otte. “Hier kommt uns die breit gefächerte Wirtschaftsstruktur im Raum Kulmbach sehr zugute.”
Die Investitionspläne erholen sich von -17 im Frühjahr auf -2 Punkte. Bei den Investitionsmotiven steht der Ersatz von Anlagen vorn (68 Prozent). Insgesamt wollen die Unternehmen wieder mehr Zukunftsinvestitionen tätigen: Fast jedes dritte investierende Unternehmen will in Produktinnovationen investieren, mehr als jedes fünfte seine Kapazitäten erweitern.
“Die vergleichsweise guten Zahlen sind kein Ruhekissen”, mahnt Otte. “Auch in Kulmbach zahlen wir hohe Preise für Energie und Rohstoffe, und die Handelskonflikte mit den USA und China treffen unsere exportorientierten Unternehmen. Damit die Weichen auch weiter in Richtung Wachstum zeigen, müssen die angekündigten Reformen endlich umgesetzt werden. Arbeitskosten, Steuerlast und Bürokratie müssen sinken. Geplant wird mit dem, was beschlossen ist, nicht mit Ankündigungen. Je schneller die Reformen kommen, desto stabiler wird der Aufschwung.”
Hintergrundinformation:
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
