27.08.2026
IHK-Gremium Lichtenfels: Ausbildungszahlen weiter rückläufig
Vor allem die Industrie bildet spürbar weniger aus
117 Ausbildungsverträge wurden bis zum 31. Juli bei den IHK-Mitgliedsunternehmen im Raum Lichtenfels unterzeichnet. Das sind 6 Prozent weniger als im Vorjahr und sogar 23 Prozent weniger als 2024, meldet die IHK für Oberfranken Bayreuth.
Der Ausbildungsmarkt in Lichtenfels hat sich noch nicht stabilisiert. Seit 2024 sinkt die Zahl der Ausbildungsverträge kontinuierlich. "Die schwache Automobilkonjunktur trifft unsere Industriebetriebe hart, und der fehlende Abiturjahrgang durch die Umstellung von G8 auf G9 hat den Effekt zusätzlich verstärkt", erklärt Wilhelm Wasikowski, Vorsitzender des IHK-Gremiums Lichtenfels. Eine schnelle Trendwende erwartet er nicht: “Solange die Auftragslage vieler Zulieferer angespannt bleibt, werden auch die Ausbildungszahlen darunter leiden.”
Industrie verliert deutlich an Boden
Am deutlichsten zeigt sich der Rückgang in der Industrie: Hier sank die Zahl der Ausbildungsverträge von 69 über 59 auf 44. Der Handel dagegen erholte sich und legte von 2025 auf 2026 von 45 auf 59 Verträge zu und hat damit wieder fast das Ergebnis von 2024 erreicht. Im Dienstleistungssektor ging die Zahl von 20 auf 14 zurück.
Noch keinen Ausbildungsplatz? Auf jeden Fall bewerben!
"Trotz der rückläufigen Zahlen war zum 31. Juli noch fast ein Drittel aller angebotenen Ausbildungsplätze unbesetzt", macht Wasikowski deutlich. Er rät Schulabgängern ohne Vertrag, sich auch über den 1. September hinaus weiter aktiv zu bewerben: "Es gibt nach wie vor gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz – auch kurzfristig." Erfahrungsgemäß sind Ende Juli erst drei von fünf Ausbildungsverträgen unterschrieben.
