23.10.2026
Bayreuther Unternehmen investieren wieder mehr
IHK-Gremium Bayreuth: Lage besser, Ausblick noch verhalten
Die Konjunktur im Wirtschaftsraum Bayreuth legt zu. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage wieder positiv und wollen mehr investieren, ihre Erwartungen bleiben aber verhalten, so die IHK für Oberfranken Bayreuth. Der IHK-Konjunkturklimaindex steigt um 5 auf 96 Punkte. Die steigende Investitionsbereitschaft lässt hoffen.
Ein gutes Drittel der befragten Unternehmen aus Stadt und Landkreis Bayreuth bewertet die aktuelle Geschäftslage positiv, 27 Prozent negativ. Im Frühjahr war die Lage im Saldo, also der Differenz aus positiven und negativen Bewertungen, gerade einmal ausgeglichen. Jetzt liegt sie wieder im Plus (Saldo +7).
Auftragsvolumen und Auslastung spürbar verbessert
Bei der Auslastung steht Bayreuth sogar an der Spitze Oberfrankens. 36 Prozent der Unternehmen sind voll ausgelastet, 22 Prozent nicht ausreichend (Saldo +14). Auch die Inlandsaufträge haben sich in den vergangenen sechs Monaten verbessert. Dennoch berichten weiterhin mehr Unternehmen von einem Rückgang als von einem Anstieg. Das Auslandsgeschäft legt dagegen im Saldo zu. Mit 96 Punkten liegt der Klimaindex über dem Durchschnittswert für Oberfranken (89 Punkte).
“Unsere Unternehmen haben in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass sie auch schwierigen Bedingungen trotzen können. Das zahlt sich jetzt aus”, betont Jörg Lichtenegger, Vorsitzender des IHK-Gremiums Bayreuth. “Das Tief haben wir aber noch nicht ganz hinter uns. Hohe Energie- und Arbeitskosten, ungelöste Handelskonflikte und viel zu viel Bürokratie hängen der Wirtschaft weiter wie Blei an den Füßen.”
Zurückhaltende Erwartungen, mehr Investitionen
Die Prognosen für die kommenden zwölf Monate sind weiter von Skepsis geprägt. 18 Prozent der Unternehmen gehen von einer Verbesserung ihrer Geschäftslage aus, 31 Prozent von einer Verschlechterung (Saldo -13 nach -17 im Frühjahr). Sowohl bei den Inlands- als auch bei den Auslandsaufträgen bleibt der Saldo negativ.
Umso bemerkenswerter sind die Investitionsabsichten. 23 Prozent planen höhere Investitionsausgaben im Inland, 14 Prozent niedrigere. Damit drehen die Investitionsabsichten deutlich ins Plus. Kein anderes Gremium in Oberfranken erreicht hier einen besseren Wert.
“Die steigende Investitionsbereitschaft der Unternehmen ist ein klares Bekenntnis zu unserem Standort”, betont Lichtenegger. “Wer jetzt Geld in neue Anlagen steckt, setzt auf Bayreuth. Das freut mich besonders, denn die Investitionen von heute sichern die Arbeitsplätze von morgen.” Bei den Investitionsmotiven steht der Ersatz alter Anlagen klar vorn (70 Prozent). Jeweils knapp ein Drittel der investierenden Unternehmen will rationalisieren, neue Produkte entwickeln oder in den Umweltschutz investieren. Immerhin jedes vierte plant Kapazitätserweiterungen.
Auch die Personalplanung hellt sich auf, bleibt in Summe aber negativ. 10 Prozent gehen von einem Beschäftigtenaufbau am Standort aus, 20 Prozent von einem Abbau. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) rechnet mit steigenden Verkaufspreisen.
“Damit aus den Plänen echte Projekte werden, ist jetzt die Politik gefragt – mehr denn je”, macht Lichtenegger deutlich. “Die Unternehmen brauchen schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Berichtspflichten und eine Infrastruktur, die mithält, vom Straßennetz bis zum schnellen Internet, von einer vernünftigen Bahnanbindung gar nicht zu reden. Wer bei uns investieren will, darf nicht ausgebremst werden.”
Hintergrundinformation:
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
