19.06.2026
IHK: Kronacher Konjunktur verharrt in der Krise
Hans Rebhan: Unternehmen kämpfen mit "Entfaltungswiderstand"
Die wirtschaftliche Situation in der Region Kronach bleibt angespannt. Das zeigt die jüngste Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth. Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage verschlechtert sich leicht, die der Geschäftserwartungen deutlich. Der IHK-Konjunkturklimaindex für Kronach sinkt um weitere 4 Punkte auf einen Wert von 82. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings, denn die Investitions- und Beschäftigtenplanungen verbessern sich.
Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage im Landkreis Kronach bleibt kritisch. Gerade einmal 18 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage positiv, 36 Prozent negativ. Mit einem Saldo von -18 Punkten rutscht die Lagebewertung noch etwas tiefer in den negativen Bereich als zu Jahresbeginn (-16). Das Auftragsvolumen im Inland für die vorangegangenen sechs Monate verharrt auf einem niedrigen Niveau: 42 Prozent der Unternehmen berichten von gesunkenen Aufträgen, nur 11 Prozent von gestiegenen. Bei der Kapazitätsauslastung melden 43 Prozent der Befragten eine nicht ausreichende Auslastung, nur 22 Prozent eine volle Auslastung.
“Die Kronacher Wirtschaft steckt weiter tief in der Krise. Die Auftragslage ist seit Monaten auf einem alarmierend niedrigen Niveau und die Kapazitätsauslastung ist besorgniserregend. Vor allem die energieintensiven Betriebe in der Region leiden unter den erneut gestiegenen Energiepreisen infolge des Nahostkonflikts. Hier brauchen wir dringend Entlastung“, fordert Hans Rebhan, Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach.
Investitions- und Beschäftigtenplanungen verbessern sich
Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben kritisch: 12 Prozent rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 30 Prozent mit einer Verschlechterung. Der Saldo verschlechtert sich damit von -11 zu Jahresbeginn auf -18 Punkte.
Positives Zeichen: Mehr Investitionen geplant
Etwas Hoffnung macht dagegen die Entwicklung bei den Investitionsplanungen: Mittlerweile rechnen fast so viele der befragten Unternehmen mit steigenden Investitionen im Inland (20 Prozent) wie mit sinkenden (22 Prozent) ‑ ein deutlicher Aufwärtstrend. Auch die Beschäftigtenprognose erholt sich von einem Saldo von -18 zu Jahresbeginn auf -7 Punkte. Die Salden bei den Investitionsplanungen und der Beschäftigtenentwicklung sind damit die besten im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth.
“Dass die Unternehmen trotz der schwierigen Lage wieder mehr investieren wollen, ist ein ermutigendes Zeichen. Jetzt muss die Politik dafür sorgen, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, damit auf diese Bereitschaft nicht durch weitere Belastungen erstickt wird. Der 'Entfaltungswiederstand', auf den unsere Unternehmen fortlaufen stoßen, der muss weg", so Rebhan. "Wir dürfen uns in Politik und Verwaltung nicht weiter hinter Vorsicht, prüfender Zurückhaltung und Bedenkenträgern verstecken. Deutschland muss nun den Schritt nach vorne wagen. Was mich optimistisch stimmt: Ich höre hier ‑ bei allen Dissonanzen ‑ einen Tonwechsel im politischen Berlin heraus.
Hintergrundinformation:
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
