19.06.2026
IHK: Lichtblicke für die Wirtschaft im Fichtelgebirge
Dr. Roman Pausch: "Weg mit den "Dynamikfesseln!"
Die aktuelle Geschäftslage im Fichtelgebirge verbessert sich spürbar. Das zeigt die jüngste Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth. Die Lagebewertung dreht nun wieder in den deutlich positiven Bereich. Die Geschäftserwartungen bleiben jedoch verhalten und die Beschäftigtenprognose verschlechtert sich. Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region steigt um 4 Punkte auf einen Wert von 95.
Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage in der Wirtschaftsregion Marktredwitz-Selb dreht sich in den positiven Bereich – ein Alleinstellungsmerkmal in Oberfranken. Ein Drittel der befragten Unternehmen aus der Region bewerten ihre Lage positiv, 24 Prozent negativ. Mit einem Saldo von +9 verbessert sich die Lage deutlich gegenüber dem leicht negativen Saldo zu Jahresbeginn (Saldo -2). Dieser positive Saldo ist ein Alleinstellungsmerkmal für Oberfranken.
Auch das Auftragsvolumen im Inland zeigt eine deutliche Verbesserung (Saldo zuvor -14, jetzt -2). 22 Prozent der Befragten berichten von gestiegenen, 24 Prozent von gesunkenen Aufträgen im Inland in den vorangegangenen sechs Monaten. Bei der Kapazitätsauslastung geben 26 Prozent eine volle Auslastung zu Protokoll, 28 Prozent eine nicht ausreichende.
Große Widerstandsfähigkeit der Unternehmen
“Dass die Geschäftslage im Fichtelgebirge nun wieder im positiven Bereich liegt, freut mich sehr. Das zeigt die große Widerstandsfähigkeit unserer Unternehmen. Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Die geopolitischen Risiken ‑ der Iran-Krieg und die damit verbundenen steigenden Energiepreise sowie die schwelenden Handelskonflikte mit den USA und auch mit China ‑ können diese positive Entwicklung schnell wieder zunichtemachen“, so Dr. Roman Pausch, Vorsitzender des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb.
Beschäftigtenprognose der IHK-Konjunkturbefragung besorgniserregend
Für die kommenden zwölf Monate rechnen 15 Prozent der Befragten der Region mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 32 Prozent mit einer Verschlechterung. Die Geschäftserwartungen zeigen sich mit einem Saldo von -17 unverändert schlecht. Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Investitionsplanungen aufhellen. So rechnen 21 Prozent mit steigenden Investitionen im Inland, 27 Prozent mit sinkenden. Alarmierend hingegen ist die Beschäftigtenprognose. Nur 6 Prozent der Unternehmen wollen ihren Personalbestand vor Ort aufstocken, 44 Prozent wollen ihn dagegen zurückfahren – doppelt so viele wie zur Jahreswende. Der Saldo sinkt von ‑13 auf ‑‑38 Punkte, den schlechtesten Wert in Oberfranken.
“Die deutliche Verschlechterung bei der Beschäftigtenprognose ist ein ernstes Warnsignal. Wenn fast die Hälfte der Unternehmen plant, am Standort Personal abzubauen, hat das Konsequenzen für die gesamte Region ‑ von der Kaufkraft über die kommunalen Einnahmen bis hin zur Fachkräftesicherung. Die Politik muss jetzt entschlossen gegensteuern. Die ganzen 'Dynamikfesseln', die unsere Unternehmen in die Krise treiben, müssen endlich weg“, fordert Dr. Pausch. "Selbst Zweifelnde müssen anerkennen: Der politische Wille, die Rolle des Staates als Taktgeber zu stärken, ist spürbar."
Hintergrundinformation:
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.
