22.10.2026

Hofer Unternehmen fassen wieder Mut bei Investitionen

IHK-Konjunkturklimaindex im IHK-Gremium Hof verharrt bei 83 Punkten


Die Unternehmen in Stadt und Landkreis Hof bewerten ihre gegenwärtige Lage etwas besser als im Frühjahr, blicken aber pessimistischer nach vorn. Der IHK-Konjunkturklimaindex stagniert bei 83 Punkten und bleibt damit im Tal der Tränen, so die IHK für Oberfranken Bayreuth in ihrem aktuellen Konjunkturbericht. Verschiedene Indikatoren stabilisieren sich, bleiben aber alle im negativen Bereich.

20 Prozent der Unternehmen der Wirtschaftsregion Hof bewerten ihre aktuellen Geschäfte positiv, 22 Prozent negativ. Im Saldo, also der Differenz aus positiven und negativen Bewertungen, steigt die Geschäftslage von -7 auf -2 Punkte. Das ist der beste Wert seit über eineinhalb Jahren. In den Auftragsbüchern spiegelt sich die bessere Lage aber noch nicht wider. Für das zurückliegende Halbjahr melden 38 Prozent der Hofer Unternehmen ein gesunkenes Auftragsvolumen im Inland, 22 Prozent ein gestiegenes (Saldo -16). Ähnlich sieht es bei der Auslastung aus. Auch das Auslandsgeschäft schwächelt: 44 Prozent melden weniger Aufträge aus dem Ausland, nur gut jedes fünfte mehr. Mit 83 Punkten liegt der Klimaindex für Hof sechs Punkte unter dem oberfränkischen Wert und deutlich unter der Wachstumsschwelle von 100.

“Viele Unternehmen haben schlicht zu wenig zu tun, und das zehrt an den Nerven”, sagt Michael Bitzinger, Vorsitzender des IHK-Gremiums Hof. “Die Erholung, von der bundesweit alle reden, ist bei uns noch nicht angekommen. Wer Monat für Monat auf neue Aufträge wartet, plant vorsichtig und nicht euphorisch.”

Kaum Zuversicht für die kommenden Monate

Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate trüben sich weiter ein. Gerade einmal 4 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung, 35 Prozent dagegen mit einer Verschlechterung. Der Saldo sinkt von -25 auf -31 Punkte, bleibt also im tiefroten Bereich. Beim erwarteten Auftragsvolumen aus dem Inland stehen 9 Prozent Optimisten 30 Prozent Pessimisten gegenüber.

Unternehmen nehmen wieder Geld in die Hand für Kapazitätserweiterungen

Trotz des verhaltenen Ausblicks stabilisieren sich die Investitionspläne. 18 Prozent planen höhere Inlandsinvestitionen, gut jedes vierte niedrigere. Der Saldo verharrt zwar im negativen Bereich, verbessert sich aber von -22 auf -8 Punkte. Im Mittelpunkt stehen Ersatzbeschaffungen (71 Prozent). Jedes vierte Unternehmen mit Investitionsabsichten will auch in Kapazitätserweiterungen investieren, mehr als in den vergangenen Jahren. “Das ist für mich das wichtigste Signal dieser Umfrage: Die Unternehmen glauben an Hof”, so Bitzinger. “Viele haben ihre Investitionen lange auf Eis gelegt. Jetzt nehmen sie wieder Geld in die Hand, und zwar nicht nur für Ersatz, sondern für Wachstum. Wer heute seine Kapazitäten erweitert, rechnet mit mehr Aufträgen in den kommenden Jahren. Diesen Mut darf niemand ausbremsen.”

Fast zwei Drittel der Unternehmen (64 Prozent) erwarten steigende Verkaufspreise, so viele wie in keiner anderen Region Oberfrankens. Die Beschäftigtenprognose bleibt negativ. 12 Prozent der Unternehmen rechnen mit mehr Personal am Standort, gut jedes dritte plant einen Personalabbau.

“Hof liegt mitten in Europa, an der Grenze zu Sachsen, Thüringen und Tschechien. Diese Lage ist ein echtes Pfund, aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen”, betont Bitzinger. “Genau daran hapert es seit Jahren: Genehmigungen dauern zu lange, Strom ist zu teuer, die Infrastruktur hinkt hinterher, die Bürokratie lähmt unsere Unternehmen. Gegenüber Westböhmen verlieren wir Jahr für Jahr an Boden – es wird dort investiert und nicht bei uns. Brüssel, Berlin und München müssen endlich liefern, statt nur anzukündigen.”
Hintergrundinformation:
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.