19.06.2026

IHK: Kulmbacher Konjunktur stagniert

Michael Otte: Die "Chancenversperrer" müssen weg!"

Die jüngste Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth zeigt, dass sich die aktuelle Geschäftslage in der Region Kulmbach leicht verschlechtert, sich die Geschäftserwartungen dafür etwas aufhellen. Aufgrund dieser gegenläufigen Entwicklungen bleibt der IHK-Konjunkturklimaindex für Kulmbach mit einem Rückgang um einen auf 94 Punkte vergleichsweise stabil.

Die gegenwärtige Geschäftslage im Landkreis Kulmbach verschlechtert sich leicht gegenüber der Befragung zu Jahresbeginn. Insgesamt 19 Prozent der befragten Unternehmen aus der Region Kulmbach bewerten ihre Lage positiv, 26 Prozent negativ. Der Saldo sinkt damit von -2 auf -7 Punkte.

Besonders problematisch bleibt die Nachfrageseite: 48 Prozent der Unternehmen verzeichnen in den vorangegangenen sechs Monaten ein rückläufiges Auftragsvolumen im Inland, nur 18 Prozent melden einen Anstieg. Der Saldo verschlechtert sich damit von -21 auf -30 Punkte. Auch die Kapazitätsauslastung der Kulmbacher Unternehmen sich spürbar verschlechtert. Hielten sich Unternehmen mit voller und nicht ausreichender Auslastung zur Jahreswende noch die Waage, dominieren inzwischen die Unternehmen mit schlechter Auslastung.

“Die Konjunktur in der Region Kulmbach pendelt sich zunehmend auf einem Niveau unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten ein. Die Inlandsachfrage bleibt ein zentrales Problem der Kulmbacher Wirtschaft und die Handelskonflikte mit den US verschärfen die Unsicherheit für die exportorientierten Betriebe in der Region. Als wären das nicht schon genug Probleme, kommt nun auch noch der Konflikt im Nahen Osten dazu“, ordnet Michael Otte, Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach, die Gesamtsituation ein.

Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate hellen sich leicht auf

Bei den Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate zeigt sich laut IHK-Konjunkturbefragung ein vorsichtiger Lichtblick am Horizont. 17 Prozent der befragten Unternehmen aus der Region Kulmbach rechnen mit einer Verbesserung ihrer Lage, 20 Prozent mit einer Verschlechterung. Der Saldo stabilisiert sich von -8 auf -3 Punkte und erzielt damit immerhin das beste Ergebnis unter den Teilregionen im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth. Zwar bleibt die Investitionsbereitschaft niedrig, sie fällt aber nicht mehr so negativ aus wie zuletzt. 17 Prozent der Befragten planen mehr, 34 Prozent weniger Investitionen im Laufe der kommenden zwölf Monate (Saldo -17). Dafür fallen die Personalplanungen zurückhaltender aus: Sieben Prozent wollen die Beschäftigtenzahl erhöhen, 15 Prozent reduzieren.

“Dass die Geschäftserwartungen vergleichsweise stabil bleiben, ist ein positives Signal. Für eine echte Trendwende reicht das aber bei weitem nicht. Die Wirtschaftspolitik muss den Unternehmen den Rücken stärken, die ganzen 'Chancenversperrer' müssen weg: Arbeitskosten und Steuerlast runter, Bürokratie ab-, Infrastruktur ausbauen. Nur dann kann die Wirtschaft wieder Fahrt aufnehmen“, appelliert Otte. "Wir müssen aber auch wieder mehr an uns selbst glauben. Andere tun das längst: Die Fremdwahrnehmung Deutschlands ist weitaus positiver als die Selbstwahrnehmung."
Hintergrundinformation:
Der IHK-Konjunkturklimaindex ist ein wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung. In die Berechnungen fließen die Bewertungen für die aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate zu gleichen Teilen ein. Ein Indexwert über 100 signalisiert eine gute konjunkturelle Grundstimmung unter den Unternehmen; ein Wert unter 100 zeigt Pessimismus und wirtschaftliche Probleme an.