06.02.2026
Unternehmerischer Mut braucht Rückenwind, nicht Gegenwind!
- IHK und Wirtschaftsjunioren fordern: Forchheim braucht Mut zur Zukunft
- Verwaltung: Schnell, digital, serviceorientiert
- Infrastruktur: Modern und leistungsfähig
- Bildung: Zukunft sichern
- Finanzen: Solide und verantwortungsvoll
- Gründergeist: Rückenwind für Innovation
- Dialog: Bedürfnisse der Wirtschaft ernst nehmen
- Klarer Appell an die Kandidatinnen und Kandidaten
IHK und Wirtschaftsjunioren fordern: Forchheim braucht Mut zur Zukunft
"Mit der Oberbürgermeisterwahl werden die Weichen gestellt, wie unsere Stadt in den kommenden Jahren wirtschaftlich und gesellschaftlich wachsen kann", macht Dr. Michael Waasner deutlich, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth. Mehr Effizienz in der Verwaltung und ein stärkeres Augenmerk auf die Gründerszene fordert Martin Vierling, Vorstandsmitglied der Wirtschaftsjunioren Forchheim.
“Viele der entscheidenden Weichenstellungen für die Attraktivität eines Wirtschaftsstandorts werden direkt in den Rathäusern getroffen", bringt es Dr. Waasner auf den Punkt. "Die Unternehmen in Forchheim sind nicht nur Steuerzahler, sondern auch Rückgrat der Gesellschaft. Sie investieren, bilden aus und engagieren sich sozial." Vierling betont: "Was uns fehlt, sind nicht Talente oder Ideen. Was fehlt, sind verlässliche Rahmenbedingungen!"
Die beiden Wirtschaftsvertreter machen klar: Der Standort wird in erster Linie durch die Europa-, Bundes- und Landespolitik beeinflusst. Vierling: “Aber die Kommunen sind das Zünglein auf der Waage.”
Verwaltung: Schnell, digital, serviceorientiert
"Wir brauchen eine moderne, digitalisierte und effiziente Verwaltung, die nicht blockiert, sondern begleitet", fordert Vierling. "Digitale Prozesse, kurze Bearbeitungszeiten und transparente Kommunikation sind das Fundament für Vertrauen und Planungssicherheit." Dr. Waasner ergänzt: "Ein One-Stop-Shop, in dem alle Dienstleistungen gebündelt werden, wäre ein echter Fortschritt. Klare Vorgaben und kurze Wege – das wäre für die Unternehmen wie ein gut geölter Motor.“
Infrastruktur: Modern und leistungsfähig
Verkehrswege, digitale Netze und eine stabile Energieversorgung sind das Rückgrat der Wirtschaft. Investitionen in Straßen, Breitband und Energie müssen Priorität haben. Dr. Waasner: "Ohne dieses kleine Einmaleins verliert Forchheim im Wettbewerb. Hier sind Investitionen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, Land und Bund gefragt. Auch die Modernisierung bestehender Infrastruktur ist wichtiger denn je."
Bildung: Zukunft sichern
"Kitas mit attraktiven Öffnungszeiten, moderne Schulen und Berufsschulen sowie eine praxisnahe Berufsorientierung sind nicht nur elementare Standortfaktoren, sondern der Schlüssel zur Fachkräftesicherung", macht Dr. Waasner deutlich. Das sieht auch Vierling so: “Familien brauchen verlässliche Betreuung, Unternehmen qualifizierte Mitarbeitende. Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft.”
Finanzen: Solide und verantwortungsvoll
Die Stadt müsse finanziell handlungsfähig bleiben. Dr. Waasner: "Steuererhöhungen wie die jüngste Anhebung der Gewerbesteuer belasten die Unternehmen und schwächen den Standort." Stattdessen habe es aus der Sicht der Wirtschaft allerhöchste Priorität, die Ausgaben viel stärker im Fokus zu behalten, Effizienzpotenziale zu heben und die Digitalisierung voranzutreiben. Es gehe nicht um Mehreinnahmen, sondern um weniger Ausgaben.
Gründergeist: Rückenwind für Innovation
"Unsere Forchheimer Wirtschaftsjunioren setzen sich aus Unternehmerinnen, Unternehmern und Führungskräften im Alter von bis zu 45 Jahren zusammen." Mit dieser Zielgruppe im Blick fordert Vierling: “Mut braucht Rückenwind – nicht Gegenwind. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer wollen anpacken, stoßen aber oft auf eine Wand aus Bürokratie, Verzögerung und Unsicherheit." Seine Vision: "Forchheim soll Gründerstadt werden – mit schnellen Genehmigungen, Flächen für Innovation und bezahlbarem Wohnraum für Fachkräfte und deren Familien. Wenn Gründerinnen und Gründer den Mut verlieren, weil sie monatelang auf Genehmigungen warten, verliert Forchheim nicht nur eine Geschäftsidee, sondern Innovationskraft, Arbeitsplätze, Zukunft."
Nicht nur Weltkonzerne wie Apple oder Google seien in einer Garage gegründet worden, sondern auch etliche oberfränkische Mittelständler. Dr. Waasner ergänzt: “Die Stadtpolitik muss wirtschaftliches Verständnis zeigen, sich in Existenzgründerinnen und ‑gründer hineinversetzen und diese aktiv begleiten.”
Dialog: Bedürfnisse der Wirtschaft ernst nehmen
"Wirtschaft und Kommunalpolitik müssen einander mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen und in einen konstruktiven Dialog treten", fordert Vierling. "Die Wirtschaft ist kein abstraktes Konstrukt, sondern besteht aus den vielen Menschen in den Unternehmen vor Ort, die tagtäglich Verantwortung übernehmen", macht Dr. Waasner deutlich.
Klarer Appell an die Kandidatinnen und Kandidaten
Forchheim stehe an einem Scheideweg. Jetzt sei die Zeit, mutig zu handeln und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Dr. Waasner: "Wir brauchen sechs Jahre der Taten, keine Jahre der Diskussionen und erst recht keine Jahre des Aussitzens." Vierling ergänzt: "Es geht in den kommenden Jahren mehr denn je um Zukunftsfragen, vor allem um wirtschaftsrelevante Themen." Eine Stadt wie Forchheim sei hier mehr gefordert denn je, unterstreichen die beiden Wirtschaftsvertreter. Dr. Waasner und Vierling bieten an, das künftige Stadtoberhaupt in Wirtschaftsfragen zu unterstützen.
