Mapal plant größere Investitionen

Mapal will den Umsatz weiter steigern und setzt vor allem auf Nachhaltigkeit

Rückblickend war das Jahr 2022 für die Mapal-Gruppe ein eher ruhiges. So beschrieb es der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Jochen Kress in seinem Bericht zum vergangenen Geschäftsjahr. Trotz des Ukraine-Kriegs, trotz Inflation und Energiekrise habe man die selbstgesteckten Ziele erreichen können. In Zahlen bedeutet das eine Umsatzsteigerung um 6,5 Prozent von 524 auf 558 Millionen Euro.
Auch auf das noch laufende Geschäftsjahr 2023 blickt Kress vorsichtig zuversichtlich:
„Wir sind optimistisch. Aber natürlich leben wir nicht auf einer einsamen Insel, sondern hängen von der Welt um uns herum ab.“
Angesichts der düsteren allgemeinen Wirtschaftsaussichten werde die Stimmung am Markt etwas schwieriger, dennoch rechnet die Mapal-Gruppe mit einem Umsatzwachstum von sechs Prozent auf 590 Millionen Euro.
Dabei werde der international führende Anbieter von Präzisionswerkzeugen für die Metallbearbeitung allerdings stärker als in den vergangenen Jahren investieren, vor allem am Hauptsitz in Aalen. Rund vier Millionen Euro werden in eine große Photovoltaikanlage, mehr E-Ladesäulen sowie eine Fertigungshalle mit modernen Wärmepumpen fließen, so Kress. Weltweit sind Investitionen von 35 Millionen Euro angedacht.
„Wenn man sich nicht auf Nachhaltigkeit ausrichtet, hat man als Firma keine Zukunft.“
Mapal sei darauf bedacht, Gas als Energieträger mehr und mehr zu ersetzen. Beispielsweise sei eine neue Laserhärteanlage angeschafft worden, sodass Gas nur noch zur Wärmeerzeugung und nicht mehr zur Fertigung benötigt werde. Auch setze man auf nachhaltigere, recycelte Produktverpackungen.
In Sachen strategische Ausrichtung betonte Jochen Kress, dass Mapal im Einklang mit den Märkten und stets auf dem Stand der Technik sein wolle, außerdem wirtschaftliche Ergebnisse liefern und Menschen anziehen.
„Man muss seine Kunden kennen, deren Sprache sprechen und sie verstehen. Und je nach Branche gibt es unterschiedliche Dinge, die man beachten muss.“
So stelle sich die Firma immer wieder neu auf die sich ändernden Rahmenbedingungen ein – Stichwort Transformation.
Um die Kundenzufriedenheit weiter zu fördern, hat sich Mapal laut Jochen Kress in puncto Produktverfügbarkeit auf 97 Prozent gesteigert, die Liefertreue auf 80 Prozent erhöht und durch den neuen Online-Shop auch in Sachen Geschwindigkeit zugelegt – hier sei aber noch Luft nach oben. In den unterschiedlichen Sparten liege der Fokus weiterhin auf der wachsenden Branche der E-Mobilität und damit auf den Mapal-Produkten, die in der Herstellung von Elektrofahrzeugen zur Anwendung kommen.
„Unser Ziel ist es nicht, vom Auto unabhängig zu werden, sondern vom Verbrenner“,
so Kress. Auch die umsatzstarke Sparte Luft- und Raumfahrt werde weiter forciert.
Stolz ist der geschäftsführende Gesellschafter außerdem auf die konstanten Mitarbeiterzahlen – weltweit mehr als 5000, davon rund 1600 in Aalen – und dass sich auf der Führungsebene einiges getan hat.
„Wir haben die Geschäftsleitung erweitert, um alle kundenrelevanten Sichten und Kompetenzen zu vereinen.“
Den Bereich Global Operations verantwortet künftig Roger Steiner, für Global Human Resources ist statt Karin Jenuwein nun Dr. Michael Fried zuständig, um die Strategie und Geschäftsentwicklung kümmert sich Alexander Koschweski.
Eine „Riesenaufgabe“ werde hingegen der Kampf gegen den Fachkräftemangel. Denn ein weiterer großer Arbeitgeber aus der Region wolle in den kommenden Jahren Tausende von Arbeitskräften akquirieren. Deshalb müsse Mapal produktiver werden, um in Zukunft so viele Mitarbeiter zu bekommen wie sie jetzt haben.
„Wir können nicht alle Babyboomer eins zu eins ersetzen“,
so Kress.