Krieg in der Ukraine und Sanktionen: Heimische Wirtschaft betroffen

Die Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine spüren heimische Unternehmen nach einer Blitzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in der ganzen Breite.
Der Erhebung zufolge sehen sich 89 Prozent der Betriebe im IHK-Bezirk aus den Branchen Industrie und Großhandel mit Ukraine und Russland-Geschäft vom Krieg und seinen Auswirkungen geschäftlich betroffen.
Im Detail berichten 77 Prozent der heimischen Unternehmen von Auswirkungen, wie fehlenden Rohstoffen oder gestörten Lieferketten, 33 Prozent nennen direkte Folgen, wie etwa den Verlust von Kunden oder Lieferanten. Lediglich ein Prozent der heimischen Unternehmen gaben an, sie spürten bislang keine Auswirkungen von Krieg und Sanktionen.
Über alle Branchen hinweg nennen zehn von zehn Unternehmen höhere Energiekosten als spürbarsten Effekt im eigenen Unternehmen. Die heimischen Industriebetriebe leiden besonders unter den hohen Preisen für Rohstoffe und Vorprodukte. 44 Prozent berichten von zunehmenden Handelshemmnissen. „Der Krieg schlägt somit auf die heimische Wirtschaft voll durch“, so Robert Malzacher, Geschäftsführer International, Recht und Steuern.
Über alle Branchen hinweg haben 56 Prozent der Unternehmen reagiert und erhöhen die Lagerhaltung. 78 Prozent werden als Folge der schwierigen Beschaffung von Vorprodukten Ihre Preise mittelbar erhöhen. Über eine Reduktion von Investitionen denken 33 Prozent der befragten Betriebe nach. „Hier droht zusätzliches Inflationspotenzial“, warnt Tim Müller, stellv. Geschäftsbereichsleiter International. 
Viele Unternehmen nennen den Verlust von Geschäftspartnern, Hindernisse im Zahlungsverkehr und eine erhöhte Rechtsunsicherheit als unmittelbarste Folgen.
Von der Politik fordern die heimischen Unternehmen:
  • Flexibilität bei Steuern und Sozialabgaben
  • Minderung des Umsatzsteuersatz
  • Aufhebung Insolvenzanmeldepflicht
  • stärkere Hilfestellung bei Kurzarbeit
  • lockere kreditpolitische Intervention
  • Senkung der Energiekosten (befristeter Wegfall der UST oder EEG-Umlage)
Die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg setzt sich gemeinsam mit dem DIHK für die heimische Wirtschaft ein. Auf den Internetseiten finden Sie die aktuellsten Informationen zu den Themen Sanktionen, Transport und Zahlungsverkehr. Sobald die Bundesregierung die Hilfsprogramme für betroffene Unternehmen auf den Weg bringt, wird die IHK Gießen-Friedberg hierzu ein Beratungsangebot ausarbeiten.
Herausgegeben am 21. März 2022
Pressemeldung Nr. 019, 2.560 Zeichen, 39 Zeilen
Verantwortlich für den Inhalt: Tim Müller, Tel. 0641 / 7954-3505
Pressestelle: Doris Hülsbömer, Tel. 06031 / 609-1100
Stand: 22.03.2022