19.02.2026

IHK Erfurt und Thüringer Wirtschaftsministerium stärken Unternehmen in wirtschaftlich schwieriger Lage

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt unterstützt Unternehmen künftig gezielt beim Einstieg in eine geordnete Konsolidierung. Gemeinsam mit dem Thüringer Wirtschaftsministerium stellt sie ein neues Instrument vor, das den Zugang zum Thüringer Konsolidierungsfonds erleichtert und frühzeitige Stabilisierung ermöglicht. Anlass sind die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage und zunehmende Restrukturierungsbedarfe in der regionalen Wirtschaft.
Die wirtschaftliche Entwicklung in Nord-, Mittel- und Westthüringen bleibt zu Jahresbeginn 2026 deutlich unter Druck. Der Konjunkturklimaindex verharrt bei 81 Punkten und liegt damit weiterhin klar unter dem langjährigen Durchschnitt. Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben verhalten, während hohe Kosten, schwache Nachfrage und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen die Unternehmen zusätzlich belasten. Von einer nachhaltigen wirtschaftlichen Belebung kann derzeit keine Rede sein.
Diese anhaltende Entwicklung wirkt sich zunehmend auf die wirtschaftliche Substanz aus. Unternehmensaufgaben und Insolvenzen nehmen zu und betreffen nicht nur einzelne Betriebe, sondern im Ergebnis auch immer Beschäftigte, Lieferketten und regionale Wertschöpfungsstrukturen. Gleichzeitig zeigt die Beratungspraxis der IHK Erfurt, dass zahlreiche Unternehmen grundsätzlich stabilisierungsfähig sind. Häufig scheitert eine geordnete Restrukturierung jedoch bereits am ersten Schritt – der Finanzierung eines tragfähigen Konsolidierungsplans.
Vor diesem Hintergrund unterstützt die IHK Erfurt ihre Mitgliedsunternehmen künftig gezielt beim Einstieg in eine strukturierte Stabilisierung. Mit dem neuen „IHK-Zuschuss Konsolidierungsplan“ erleichtert die Kammer die Erstellung eines qualifizierten Sanierungs- beziehungsweise Konsolidierungskonzepts. Dieses bildet die Grundlage für den Zugang zum Thüringer Konsolidierungsfonds des Freistaats. Ziel ist es, Restrukturierungen frühzeitig zu ermöglichen, wirtschaftliche Perspektiven zu sichern und vermeidbare Insolvenzen zu verhindern.
Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John betont die Bedeutung dieses gemeinsamen Ansatzes: „In der Thüringer Wirtschaft gibt es derzeit Licht und Schatten. Die Darlehen aus dem Thüringer Konsolidierungsfonds eröffnen Unternehmen in schwierigen Phasen eine wichtige Finanzierungsperspektive. Dass die IHK Erfurt nun zusätzlich den Zugang zu diesem Instrument erleichtert, ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts und unterstützt Betriebe dabei, frühzeitig tragfähige Lösungen zu entwickeln.“ Insgesamt stellt das Land über den Konsolidierungsfonds derzeit rund 14,5 Millionen Euro an Liquiditätshilfen bereit.
Auch aus Sicht der Wirtschaft ist frühes Handeln entscheidend. Peter Zaiß, Präsident der IHK Erfurt, macht deutlich: „Viele Unternehmen sind nicht gescheitert, sondern grundsätzlich stabilisierungsfähig. Entscheidend ist, dass sie rechtzeitig einen tragfähigen Weg in die Restrukturierung finden. Genau hier setzt das neue Instrument der IHK Erfurt an.“
Der Zuschuss versteht sich ausdrücklich als präventives Angebot. Er richtet sich an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft im Kammerbezirk der IHK Erfurt, die sich in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden, jedoch noch nicht insolvenzreif sind. Durch das Zusammenspiel von IHK-Zuschuss und Konsolidierungsfonds entsteht ein durchgängiger Stabilisierungspfad – vom ersten Konsolidierungsschritt bis zur finanziellen Umsetzung.
IHK Erfurt und Thüringer Wirtschaftsministerium setzen damit gemeinsam ein Signal für frühzeitige Stabilisierung, Beschäftigungssicherung und wirtschaftliche Resilienz im Freistaat.