07.07.2026

Sommerpause darf keine Reformpause sein

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt appelliert an Bund, Land und Kommunen, die Sommermonate nicht zum politischen Stillstand werden zu lassen. Nach den jüngsten wirtschaftspolitischen Entscheidungen und Ankündigungen müsse der entstandene Schwung genutzt werden, um konkrete Entlastungen für Unternehmen schnell umzusetzen. Die Sommerpause dürfe nicht dazu führen, dass Reformen, Vereinfachungen und Beschleunigungen erneut vertagt werden.
„In den Betrieben gibt es auch keine Sommerpause. Aufträge müssen bearbeitet, Kosten kontrolliert, Personal geplant, Auszubildende betreut und Investitionen entschieden werden. Deshalb sollte sich auch die Politik angesichts der wirtschaftlichen Lage keine Reformpause leisten“, sagt Dr. Cornelia Haase-Lerch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Erfurt. „Die Unternehmen erwarten jetzt, dass aus Beschlüssen Umsetzung wird. Der Schwung der letzten Entscheidungen darf nicht verpuffen.“
Viele Unternehmen in Nord-, Mittel- und Westthüringen stehen weiter unter erheblichem Druck. Die konjunkturelle Lage bleibt angespannt, Investitionen werden häufig zurückgestellt, Kostenbelastungen sind hoch. Energiepreise, Bürokratie, Fachkräfteengpässe, lange Verwaltungsverfahren und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen prägen den Alltag vieler Betriebe. Zugleich müssen sie Transformation, Digitalisierung, Personalsicherung und Wettbewerb bewältigen.
Gerade deshalb bewertet die IHK Erfurt die zuletzt angestoßenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen als wichtiges Signal. Entscheidend sei nun, dass Ankündigungen und Beschlüsse schnell in der betrieblichen Praxis ankommen. Bürokratieabbau, schnellere Genehmigungen, steuerliche Entlastungen, wettbewerbsfähige Energiepreise, verlässliche Fachkräftesicherung und eine investitionsorientierte Haushaltspolitik dürften nicht erst nach der parlamentarischen Sommerpause weiterbearbeitet werden.
Die IHK Erfurt hatte in den vergangenen Wochen wiederholt konkrete Entlastungsvorschläge eingebracht: ein konsequentes Belastungsmoratorium für neue Regulierungen, weniger überflüssige Berichts- und Nachweispflichten, schnellere Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren, eine bessere Digitalisierung staatlicher Leistungen sowie verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Auch bei Energie, Steuern, Fachkräften und Infrastruktur müsse das Tempo deutlich steigen.
„Unsere Unternehmen brauchen keine weiteren Prüfaufträge, sondern spürbare Erleichterungen. Jede verschobene Entscheidung kostet Zeit, Vertrauen und Investitionsbereitschaft. Sommerpause darf deshalb nicht Reformpause heißen“, betont Dr. Cornelia Haase-Lerch.