23.12.2022

Bayreuth „unter Strom setzen“

Elektrifizierung der Bayreuther Bahnanbindung: Gespräche in Berlin

Die Region kämpft weiter für die Elektrifizierung der Bayreuther Bahnanbindung. Aus diesem Anlass hat eine Delegation aus Wirtschaft, Politik und Universität das Gespräch in Berlin gesucht mit Staatssekretär Michael Theurer, der auch der Bahnbeauftragte der Bundesregierung ist, und mit Matthias Gastel, dem bahnpolitischen Sprecher der Grünen.

Diese gemeinsame Delegationsreise nach Berlin in Sachen „Bahn“, kam auf Initiative von Jörg Lichtenegger, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bayreuth, und Bundestagsabgeordneten Thomas Hacker zustande. Ziel der Gespräche mit Theurer und Gastel war es, auf die große Bedeutung der Bahnanbindung für Bayreuth und einer Elektrifizierung für die Franken-Sachsen-Magistrale und darüber hinaus aufmerksam zu machen.

Lichtenegger: „Drittklassigkeit Bayreuths bei der Bahnanbindung beenden!“

Lichtenegger fordert, Bayreuth in die Elektrifizierungsplanungen mit aufzunehmen. „Wir müssen die Drittklassigkeit Bayreuths bei der Bahnanbindung beenden“, so Lichtenegger. „Bayreuth braucht außerdem einen zweigleisigen Ausbau, eine attraktive Taktung und einen attraktiven Umstieg in Nürnberg.“ Wolfram Brehm, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für Oberfranken Bayreuth, ergänzt: „Es kann nicht sein, dass ein prosperierender und wichtiger Wirtschaftsstandort wie Oberfranken, wie Stadt und Landkreis Bayreuth mittendrin liegt in der größten Dieselinsel Mitteleuropas.“

„Eine leistungsfähige Fernverkehrsanbindung über die Bahn ist nicht nur für die Wirtschaft essenziell, sondern auch für den Universitätsstandort Bayreuth“, macht die Vizepräsidentin der Universität Bayreuth deutlich, Prof. Dr. Susanne Tittlbach. „Der Universitätsstandort Bayreuth hat sich in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf erworben. Nun muss auch sichergestellt werden, dass unsere Beschäftigten, aber auch nationale und internationalen Gäste, problemlos nach Bayreuth kommen.“

Wolfgang Nierhoff, weiterer Stellvertreter des Landrats und Erster Bürgermeister der Stadt Pegnitz, verdeutlicht, dass der Region als eine der letzten „Diesel-Inseln“ in Sachen Bahnverkehr Standortnachteile drohen. „Wie sollen die Abkehr von fossilen Brennstoffen und Klimaschutzziele erreicht werden, wenn attraktive Verkehrsalternativen fehlen?“, fragt Nierhoff und setzt sich stark für eine sachorientierte und gemeinschaftliche Umsetzung der längst überfälligen Elektrifizierungsmaßnahmen ein.

Gastel weist darauf hin, dass die „Beschleunigungskommission Schiene“ Handlungsempfehlungen vorgelegt hat. Gastel: „So soll künftig der Bahnausbau beschleunigt und die Finanzierung durch die Bündelung von zwei Fonds vereinfacht werden.“ Theurer will sich vor Ort über den Status Quo informieren und sagt für das Frühjahr 2023 Gespräche vor Ort in Oberfranken zu.

Politik steht geschlossen hinter den Forderungen aus Bayreuth

Dass die Politik in Oberfranken ohne Wenn und Aber hinter der Elektrifizierung steht, machen die Bundestagsabgeordneten Thomas Hacker, Lisa Badum, Emmi Zeulner und Silke Launert deutlich, die bei den Gesprächen mit anwesend waren. Auch die Handwerkskammer für Oberfranken steht hinter dieser Initiative.