Von Claudia Lösler
Die Idee dazu entstand aus der täglichen Beratungspraxis. „Früher ging es oft ausschließlich um einen Businessplan oder ein Finanzierungsgespräch. Heute kommen Unternehmen mit deutlich komplexeren Vorhaben auf uns zu“, erläutert Klara Denzin, Referentin Unternehmensförderung und -finanzierung. Viele Gründerinnen und Gründer müssten ihr Projekt nicht nur einer Bank überzeugend präsentieren, sondern gleichzeitig klären, welche Förderprogramme infrage kommen, wie innovativ ihr Vorhaben eingestuft wird und welche Netzwerke sie beim Wachstum unterstützen können.
Genau deshalb beraten künftig drei IHK-Expertinnen und -Experten gemeinsam: Klara Denzin für Finanzierung und Fördermöglichkeiten, Dr. Yana Rüdenauer für Technologietransfer und Innovationsförderung sowie Ninos Mirza vom KI Transfer Office für Fragen rund um KI, Netzwerke und das IPAI.
Statt mehrere Beratungsgespräche zu unterschiedlichen Themen führen zu müssen, erhalten Interessierte alle relevanten Informationen an einem Termin.
Es gibt kein Pingpong mehr zwischen verschiedenen Ansprechpartnern.
Klara Denzin
Die klassische Finanzierungsberatung entwickle sich zunehmend zu einer ganzheitlichen Beratung, in der Technologie, Zuschüsse, Förderprogramme und Netzwerke zusammengedacht werden, sagt Denzin. Gerade bei KI-basierten Geschäftsmodellen sei das wichtig, erklärt Dr. Yana Rüdenauer. Viele Förderprogramme seien an bestimmte technologische Reifegrade und Innovationskriterien geknüpft. Deshalb müsse zunächst geklärt werden, ob tatsächlich ein Forschungsprojekt vorliege, ob eine KI-Anwendung entwickelt werde oder ob beispielsweise ein Digitalisierungsprogramm besser passe.
Wir helfen dabei herauszufinden, welche Förderung wirklich die richtige ist.
Dr. Yana Rüdenauer
Dabei übernimmt die Innovationsförderin häufig die Brückenfunktion zwischen Technologie- und Finanzierungsfragen. Auch etablierte Unternehmen profitieren von diesem Ansatz. Immer mehr Betriebe beschäftigen sich mit dem Einsatz von KI, der Digitalisierung von Prozessen oder der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Die Nachfrage nach entsprechender Beratung nehme spürbar zu, berichten die Beteiligten.
Für Ninos Mirza ist die Zukunftssprechstunde zugleich eine Möglichkeit, Unternehmen noch enger an das KI-Ökosystem des IPAI heranzuführen. Neben Förder- und Finanzierungsfragen spielen insbesondere Netzwerke, Kooperationen und der Zugang zu relevanten Ansprechpartnern eine wichtige Rolle.
Viele Unternehmen benötigen nicht nur Kapital, sondern auch die richtigen Kontakte und Informationen.
Ninos Mirza
Die Beratung direkt im IPAI schaffe dafür einen besonderen Rahmen und stärke die Verbindung zu den dort ansässigen Akteuren.
Als offizieller Partner des IPAI bringt die IHK ihre Expertise erstmals direkt in das Zentrum des entstehenden KI-Ökosystems. Das IPAI gilt als eines der bedeutendsten europäischen Zentren für Künstliche Intelligenz und bringt Unternehmen, Start-ups, Wissenschaft und öffentliche Akteure rund um das Zukunftsthema KI zusammen.
Die Zukunftssprechstunde findet künftig alle zwei Monate jeweils dienstags von 9 bis 15 Uhr im IPAI statt. Der erste Termin ist für den 10. November vorgesehen. Angesprochen sind Unternehmen, Start-ups sowie Gründungsinteressierte, die Unterstützung bei Zukunftsthemen wie KI, Innovation, Digitalisierung, Förderung und Finanzierung suchen.