Von Kai Plambeck
Werkleiter Philipp Neumann begrüßte die Teilnehmenden und Gäste in wertschätzender Atmosphäre und fand direkte Worte: „Ihr habt gezeigt, was ihr könnt und ihr könnt stolz auf euch sein.“ Der Weg dorthin war für alle Beteiligten Neuland.
Claudia Scheunpflug, Leitung Berufsbildung bei der IHK, erinnerte daran, wie Anfang 2025 „alle gemeinsam ins kalte Wasser geworfen wurden“: Ein neues Verfahren, neue Rollen – auch für die Feststeller. Gemeinsam mit Beraterin Yasemin Yildiz, die das Programm seitens der IHK begleitete, wurde das Verfahren in kurzer Zeit umgesetzt.
Die Teilnehmenden überzeugten durch hohes Engagement und große Praxisnähe. Insgesamt wurden vier Berufe validiert, begleitet von zehn Feststellern, die weit über die eigentliche Prüfungsdauer hinaus im Einsatz waren.
Für viele bedeutet die Auszeichnung eine späte, aber wichtige Bestätigung. „Jetzt habe ich etwas in der Hand – das bedeutet mir sehr viel“, sagt ein Teilnehmer. Ein anderer betont: „Ich bin dankbar für diese Chance – sie eröffnet mir neue Perspektiven.“ Neben der offiziellen Übergabe blieb Raum für persönliche Begegnungen und ein gemeinsamer Moment zum Feiern.
Was ist das IHK-Validierungsverfahren?
Das Validierungsverfahren ermöglicht es erfahrenen Berufstätigen ohne formalen Berufsabschluss, ihre beruflichen Kompetenzen offiziell feststellen zu lassen. Grundlage ist ein anerkannter Ausbildungsberuf („Referenzberuf“).
So läuft das Verfahren ab:
Beratung & Antrag: Teilnehmende dokumentieren ihre Berufserfahrung und reichen Nachweise ein.
Praxisnahe Bewertung: Prüferinnen und Prüfer (Feststeller) bewerten die berufliche Handlungsfähigkeit anhand praktischer und mündlicher Aufgaben – meist direkt im Arbeitsumfeld.
Ergebnis:
- Zeugnis: vollständige berufliche Handlungsfähigkeit im Referenzberuf
- Bescheid: überwiegende berufliche Handlungsfähigkeit
Für wen ist das interessant?
Für Menschen mit langjähriger Berufserfahrung, die keinen formalen Abschluss besitzen, ihre Fähigkeiten aber sichtbar machen und anerkennen lassen möchten.
Nutzen:
Das Verfahren schafft einen offiziellen Nachweis praktischer Kompetenzen – und stärkt damit Selbstvertrauen und berufliche Perspektiven.