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Hessische IHKs begrüßen die Einigung der EU mit Indien
Außenhandel: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der indische Premierminister Narendra Modi haben am 27. Januar den Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen bekanntgegeben. Von den Vergünstigungen werden auch hessische Unternehmen profitieren.
Das Abkommen zwischen der EU und Indien, der zweit- und der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, schafft eine Freihandelszone mit knapp zwei Milliarden Menschen. Darin werden die Zölle für 96,6 Prozent des Warenwertes der EU-Ausfuhren nach Indien abgeschafft oder schrittweise gesenkt. Es bestehen gute Chancen, dass sich die Warenausfuhren nach Indien in den nächsten Jahren deutlich erhöhen; Schätzungen halten sogar eine Verdoppelung bis 2032 für realistisch. Derzeit handeln die EU und Indien bereits Waren und Dienstleistungen im Wert von über 180 Milliarden Euro pro Jahr.
Neben Zollvergünstigungen bietet die Vereinbarung auch einen privilegierten Zugang zum indischen Dienstleistungsmarkt und umfassenden Schutz geistigen Eigentums. „Das Abkommen ist in Zeiten globaler Unsicherheiten ein wichtiges Zeichen für offene Märkte und regelbasierte internationale Zusammenarbeit“, betont Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK): „Mit dem Abbau von Handelshemmnissen werden wir auch die engen Beziehungen zwischen Hessen und Indien weiter intensivieren.“
Hessen ist dabei in einer besonders guten Position, um in den nächsten Jahren von intensiveren bilateralen Handelsbeziehungen zu profitieren. Schon heute sind insbesondere Frankfurt und die Rhein-Main-Region ein Zentrum der indischen Business-Community in Deutschland. Im Jahr 2025 erreichten hessische Ausfuhren nach Indien einen Wert von rund 820 Millionen Euro. Unter den wichtigsten Exportmärkten Hessens in Asien liegt Indien damit auf Rang vier.
Das Indien-Geschäft hessischer Unternehmen dürfte in Zukunft insbesondere davon profitieren, dass indische Zölle auf wichtige Ausfuhrgüter Hessens wie Maschinen (bislang bis zu 44 Prozent), Chemikalien (bis zu 22 Prozent) und Arzneien (bis zu 11 Prozent) weitgehend abgeschafft werden. Mit Blick auf die Verzögerungen beim Mercosur-Abkommen setzt die hessische Wirtschaft nun auf eine rasche Implementierung des EU-Indien-Abkommens.
"Das Abkommen mit Indien ist in Zeiten globaler Unsicherheiten ein wichtiges Zeichen für offene Märkte
und regelbasierte internationale Zusammenarbeit.“
Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK)
und regelbasierte internationale Zusammenarbeit.“
Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK)
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Tim Müller
Stand: 23.02.2026