Wirtschaftsmagazin
Nr. 7065230
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Unterstützung für die internationale Rekrutierung

Der Fachkräftemangel trifft viele Unternehmen bereits heute. Das neue DIHK-Unternehmensnetzwerk für Fachkräfteeinwanderung und Anerkennung unterstützt Betriebe kostenfrei bei der Auslandsrekrutierung, der Berufsanerkennung und dem Matching mit internationalen Fachkräften.
Unternehmen stehen durch Strukturwandel, Digitalisierung und angesichts der aktuellen Welt- und Wirtschaftslage vor großen Veränderungen. Während die einen bereits von Restrukturierungen und Personalabbau betroffen sind, versuchen andere händeringend, ihre offenen Stellen zu besetzen. Für einzelne Branchen ist der Fach- und Arbeitskräftemangel also längst tägliche Herausforderung und kein fernes Demografie-Zukunftsszenario mehr.
Aber auch Betriebe aus Branchen, bei denen der Druck aufgrund der derzeit schlechten wirtschaftlichen Lage nicht akut spürbar ist, tun gut daran, rechtzeitig zu handeln, bevor die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Geschieht dies nicht, droht eine Mehrbelastung des bestehenden Personals, können Aufträge nicht erfüllt oder müssen abgesagt werden und die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit sinkt. Ein Weg, um die Fachkräftelücke im eigenen Unternehmen zu schließen, kann die Suche nach und Beschäftigung von Fachkräften aus dem Ausland sein. Praktische Hilfe dabei erhalten Unternehmen durch ein Projekt der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Unternehmensnetzwerk für Fachkräfteeinwanderung und Anerkennung

Wie geht man die Auslandsrekrutierung eigentlich an? Woher weiß man, welche Kenntnisse und Fähigkeiten die Bewerber haben und welche rechtlichen Voraussetzungen sie beim Einwandern erfüllen müssen? Welche Aufgaben kommen auf die einstellenden Betriebe zu, und wie gelingen die langfristige Beschäftigung von internationalen Fachkräften und deren erfolgreiche Integration? Diese und ähnliche Fragen stellen sich Unternehmen und zögern häufig, den Schritt zu gehen, ihre Rekrutierungsvorhaben in die Praxis umzusetzen.
Praktische Unterstützung und Antworten auf all diese Fragen gibt es seit Juni 2025 an einer Stelle: Im Unternehmensnetzwerk für Fachkräfteeinwanderung und Anerkennung des DIHK-Projekts „Unternehmen Berufsanerkennung“ (UBA) können sich Betriebe kostenlos registrieren und von Unterstützungsangeboten profitieren. Mitgliedsunternehmen erhalten verständlich aufbereitete Informationen zu Einwanderungsverfahren und Berufsanerkennung, individuelle Beratungsangebote, juristische Sprechstunden, anschauliche Tutorials und praxisorientierte Leitfäden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, an kurzen Info-Sessions oder vertiefenden Webinaren teilzunehmen und in Netzwerkveranstaltungen direkt mit anderen Betrieben in den Erfahrungsaustauch zu kommen.

Über den kostenfreien IHK-Service qualifizierte Fachkräfte finden

Auch auf die Frage „Wie finde ich eigentlich Fachkräfte?“ hat das Netzwerk Antworten und bietet direkte Hilfe an: Gemeinsam mit der IHK Gießen-Friedberg und anderen Projekt-IHKs wird der kostenfreie Matching-Service UBAconnect umgesetzt. Dabei können Unternehmen in Kontakt mit internationalen Fachkräften aus unterschiedlichen IHK-Berufen kommen, deren ausländische Abschlüsse bis dato nur zum Teil anerkannt sind. Daher benötigen sie noch eine Anpassungsqualifizierung in Deutschland.
Für Unternehmen bietet sich mit UBAconnect die Chance, direkt eine einreisebereite Fachkraft zu finden, die im Rahmen ihrer Nachqualifizierung zunächst befristet eingestellt und kennengelernt werden kann. Rieke Albrecht, UBA-Projektleiterin bei der DIHK, erläutert das Verfahren: „Die Anpassungsqualifizierung in IHK-Berufen erfolgt in der Regel ‚on the job‘, das heißt, die im Anerkennungsverfahren festgestellten Unterschiede können im Rahmen der Beschäftigung im Betrieb ausgeglichen werden. Im Anschluss an die im Plan festgelegte Dauer der Qualifizierung erhält die Fachkraft dann die volle Anerkennung.“
Im Mitgliederbereich des UBA-Netzwerks können verfügbare Fachkräfte, die zum eigenen Suchprofil passen, recherchiert werden. Bei Interesse kann ein unverbindliches Kennenlernen vereinbart werden. Als Projektpartner unterstützt die IHK Gießen-Friedberg bei der Erstellung des Qualifizierungsplans sowie bei Fragen rund um die Anpassungsqualifizierung und anstehende Einwanderungsschritte.
Stand: 02.07.2026