Wirtschaftsmagazin
Nr. 7040322
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Schnelle Sanitärlösungen für Bau und Events

In Zeiten, in denen Flexibilität und Geschwindigkeit in der Event- und Bauwirtschaft entscheidend sind, bietet Erhard Weiß aus Grebenau mit seinem Mietservice für WC und Duschen schnell verfügbare Lösungen. Hygiene, Nachhaltigkeit sowie ein einfacher Auf- und Abbau stehen dabei im Vordergrund.
Ob auf einer Baustelle, beim Open-Air-Konzert oder bei einer Sportveranstaltung – die mobilen Sanitäranlagen der Erhard Weiß GmbH & Co. KG sind vielseitig einsetzbar. Immer dann, wenn im Sanitärbereich temporäre Lösungen gebraucht werden, stehen die Produkte des Grebenauer Unternehmens bereit. Dabei hatte sich Erhard Weiß als 17-Jähriger zunächst in seinem Heimatort Wallersdorf dem „Holzrücken“, sprich dem Transport gefällter Bäume aus dem Wald auf einem festen Weg, verschrieben. Später übernahm er dann die Reinigung von Klärgruben für die Gemeinde Grebenau, für die der Jungunternehmer sich sowohl einen Saug- als auch einen Spülwagen anschaffte.
Die ersten Toiletten kamen 1998 hinzu. Mittlerweile verfügt Erhard Weiß über 2.000 Toilettenkabinen, 900 Duschen sowie einen 80 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark. Darüber hinaus umfasst das Portfolio Urinalständer, Handwaschstationen und Kassenhäuschen. „Bei uns ist alles Eigenbau“, betont der Firmengründer. 2001 kaufte Weiß seine erste Halle im Industriegebiet Grebenau, heute beherbergen sieben Hallen die Produkte seines Unternehmens.

Patent auf mobilen Dusch-Anhänger

Besonders stolz ist er auf sein Patent für Dusch-Trailer. Das sind mobile Anhänger, die voll funktionsfähige Duschkabinen inklusive Warmwasserversorgung bieten. „Früher mussten die Duschmodule vor einer Veranstaltung aufwendig aufgebaut werden, die Trailer hingegen sind in 30 Minuten einsatzbereit.“ Einer der seit 2016 im Eigenbau hergestellten Anhänger umfasst 24 Duschen.
Hier können bis zu 500 Leute pro Stunde duschen.
berichtet Erhard Weiß. Die Anlage sei wasser- und energiesparend. „Auf Knopfdruck kommen drei Liter Wasser aus der Leitung.“ Auch kleinere Trailer mit zwölf Duschen bietet das Unternehmen an.
Bereits seit 2005 stattet Erhard Weiß unterschiedliche Großveranstaltungen für bis zu 50.000 Besucher mit sanitären Anlagen aus. Dazu gehören unter anderem das Burg-Herzberg-Festival oder der Ironman in Frankfurt und Hamburg. Von der Planung über den Transport bis hin zur Reinigung bieten Erhard Weiß und sein 25-köpfiges Team ihren Kunden einen umfassenden Service. „Hierzu zählen auch die Ausstattung mit Verbrauchsmaterialien sowie die ordnungsgemäße Entsorgung der Abwässer“, betont der Firmenchef. Außerdem verfügt das Unternehmen über einen großen Vorrat an Trinkwassertanks, zusammengerechnet 260 Kubikmeter, verteilt auf unterschiedliche Größen. Während die Duschsysteme in ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland zum Einsatz kommen, werden die Baustellentoiletten überwiegend nach Hessen und Franken geliefert.

Hilfe in Notlagen

Auch auf Notfälle ist das Unternehmen vorbereitet. Das zeigte sich besonders während der Flüchtlingskrise im Jahr 2015. „Damals kam jeden Morgen um 7 Uhr ein Anruf vom Innenministerium mit der Bitte, neue Toiletten in Flüchtlingsheimen aufzustellen. Es ist uns gelungen, rund 800 Toiletten in zehn Monaten innerhalb Hessens zu liefern.“ Flexible Reaktion bewies das Team von Erhard Weiß auch bei seinem Einsatz während der Flutkatastrophe im Ahrtal: „Wir haben die komplette sanitäre Infrastruktur geliefert. Innerhalb von 24 Stunden sind wir in der Lage, die sanitäre Versorgung für 10.000 Menschen sicherzustellen.“

Erste Spülraupe fürs Gelände

Neben den mobilen Sanitärlösungen ist die Rohr- und Kanalreinigung ein weiteres Standbein des Unternehmens. Sieben Fahrzeuge stehen für professionelle und umweltschonende Saug- und Spülarbeiten zur Verfügung. Hinzu kommen zwei Kamerawagen für gründliche Kanaluntersuchungen. Hier können mithilfe eines geländegängigen Quads Kameraaufnahmen unabhängig von der Beschaffenheit des Untergrundes gemacht werden. Weiß entwickelte eigens eine Spülraupe für unwegsames Gelände – ihm zufolge die erste ihrer Art in Europa.
Der Raupenspüler läuft mit Gummikettenbetrieb, sodass er geländegängig und bodenschonend fahren kann. Wiesentäler, Äcker, sogar Sumpfgebiete sind somit kein Hindernis mehr.
Die Spülraupe, die ursprünglich ein Kettenkipper war, hat Weiß selbst in monatelanger Tüftelei umgebaut, damit sie den Vorschriften der StVo entspricht und keine Sondergenehmigung benötigt. Mit dem eigenen Tieflader bringt er den Raupenspüler zu seinem Einsatzort.

Die Nachfolge ist gesichert

Aktuell baut Weiß einen Saugdumper, der wie die Spülraupe geländegängig ist und Steine und Sand aus Kanälen saugen kann. Eine weitere Neuerung ist der Schlammschieber, eine umgebaute Mähraupe, die unter anderem Schlammbecken oder Brückendurchlässe säubern kann. Möglich ist dies per Funksteuerung.
Neben all der Tüftelei hat Erhard Weiß auch schon die Firmennachfolge gesichert: Als feststand, dass seine beiden Töchter das Unternehmen nicht übernehmen, machte er sich auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger. In Frank Wilhelm, der wie Weiß aus Wallersdorf stammt und den er schon seit vielen Jahren kennt, fand er ihn. Seit zwei Jahren ist der Dekra-Sachverständige und Lkw-Meister als Geschäftsführer im Unternehmen tätig. „Ich bin froh, dass mein Lebenswerk weitergeführt wird“, erklärt Weiß.
Stand: 29.04.2026