25.02.2026
Konjunktur im Fichtelgebirge: Wirtschaft in Wartestellung
Trendauswertung IHK-Gremium Marktredwitz-Selb
Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zeigt: Die Wirtschaft im Fichtelgebirge steht weiterhin vor enormen Herausforderungen. Die aktuelle Lage wird von den Unternehmen etwas schlechter eingeschätzt als noch im Herbst und auch die Erwartungen bleiben im Keller. Weder bei Investitionen noch bei der Beschäftigung sind derzeit spürbare Impulse zu erkennen. Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region sinkt um 2 Punkte und liegt nun bei einem Wert von 91.
In der Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth zu Jahresbeginn bewerten etwas mehr Unternehmen der Wirtschaftsregion Marktredwitz-Selb ihre aktuelle Geschäftslage eher schlecht als gut (22 im Vergleich zu 24 Prozent). Mit einem Saldo von -2 schwenkt die Lagebewertung damit zurück in den leicht negativen Bereich – im Herbst lag der Saldo noch bei +8 Punkten. Auch die Kapazitätsauslastung zeigt eine negative Entwicklung. Genau ein Viertel der Befragten berichtet von voll ausgelasteten Kapazitäten, während etwas mehr Befragte (27 Prozent) eine nicht ausreichende Auslastung zu Protokoll geben.
Die Auftragslage hingegen wird deutlich besser eingeschätzt als noch im vorangegangenen Herbst. 63 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass das Auftragsvolumen im Inland im letzten Halbjahr gleichgeblieben ist, der Saldo aber bleibt negativ. “Die aktuelle Geschäftslage in unserer Region hat sich erneut eingetrübt und ist wieder in den negativen Bereich gerutscht. Die Unsicherheiten bleiben hoch und die Wirtschaft findet schon viel zu lange nicht zurück in den Tritt“, so der Vorsitzende des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb, Dr. Roman Pausch.
Erwartungen für das Jahr 2026 bleiben verhalten
Die Geschäftserwartungen für das neu gestartet Jahr 2026 in der Region Fichtelgebirge zeigen keinerlei Veränderung zur Vorbefragung und bleiben kritisch. Während jedes vierte Unternehmen einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage entgegensieht, prognostiziert nicht ganz jedes zehnte Unternehmen eine Verbesserung (neun Prozent).
Erwartete Investitions- und Beschäftigtenentwicklung spürbar schlechter
Auch die Prognosen zur Entwicklung der Beschäftigtenzahl bleiben negativ: Nur neun Prozent der Befragten planen mit einer steigenden Mitarbeiterzahl, während 22 Prozent einen Rückgang erwarten. Geht es nach den Unternehmensplanungen, lassen zudem die Inlandsinvestitionen spürbar nach. Während 19 Prozent von steigenden Investitionen für das aktuelle Geschäftsjahr ausgehen, erwarten ganze 36 Prozent eine Abnahme. Der Saldo liegt also bei -17 Punkten nach – vier Punkten im Herbst.
“Die Geschäftserwartungen unser Unternehmen für das Jahr 2026 bleiben sehr verhalten. Weder bei den Beschäftigtenzahlen noch bei den Investitionen im Inland zeichnet sich für dieses Jahr ein Silberstreif am Horizont ab. Jetzt ist entschlossenes politisches Handeln erforderlich: Unsere Unternehmen benötigen verlässliche Rahmenbedingungen, einen Abbau bürokratischer Hürden und gezielte Investitionsanreize, um neues Vertrauen zu gewinnen und nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen“, appelliert Dr. Roman Pausch.
