25.02.2026
Lichtenfelser Konjunktur weiterhin frostig
Trendauswertung IHK-Gremium Lichtenfels
Die Geschäftslage der Unternehmen in der Wirtschaftsregion Lichtenfels hat sich zwar stabilisiert, bleibt aber weiterhin angespannt. Das zeigt die Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth zu Jahresbeginn. Auch die Geschäftserwartungen sind weniger pessimistisch als zuletzt, verharren jedoch klar im negativen Bereich. Investitions- und Beschäftigungspläne bleiben zurückhaltend. Der IHK-Konjunkturklimaindex für Lichtenfels steigt um 6 Punkte und liegt nun bei einem Wert von 88. Damit bewegt sich dieser nun seit mittlerweile vier Jahren auf einem niedrigen Niveau.
Zum Start in das neue Jahr stabilisiert sich die Geschäftslage in der Wirtschaftsregion Lichtenfels - das zeigt die jüngste Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth. Insgesamt bewerten 24 Prozent der Befragten Unternehmen der Region ihre aktuelle Geschäftslage positiv, 28 Prozent negativ. Auch die Kapazitätsauslastung stabilisiert sich, die Unternehmen mit schlechter Auslastung überwiegen aber immer noch. Das Auftragsvolumen bleibt im tiefroten Bereich. Nur 12 Prozent der Unternehmen verzeichnen ein gestiegenes Auftragsvolumen im Inland, zwei von drei Unternehmen geben ein gesunkenes Auftragsvolumen zu Protokoll. Praktisch genauso schlecht wird das Auftragsvolumen im Ausland eingeschätzt.
“Trotz einer leichten Aufhellung der Geschäftslage in der Region Lichtenfels fehlen der Konjunktur Impulse. Das letzte Mal über der sogenannten Wachstumsschwelle von 100 Punkten befand sich der Klimaindex für unsere Region vor genau vier Jahren – eine extrem lange Durststrecke“, so Wilhelm Wasikowski, Vorsitzender des IHK-Gremiums Lichtenfels.
Erwartungen für das Jahr 2026 bleiben angespannt
Die Geschäftserwartungen für die kommenden 12 Monate bleiben deutlich im negativen Bereich. Nur 11 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Erholung, 29 Prozent dagegen mit einer weiteren Verschlechterung. Ursache dafür ist nicht zuletzt die weiter schlechte Kapazitätsauslastung, auch wenn sich der Saldo gegenüber der IHK-Konjunkturbefragung vom Herbst leicht gebessert hat.
Kaum Investitionen, dafür Beschäftigtenrückgang zu erwarten
Prognosen zu Inlandsinvestitionen und vor allem zur Beschäftigtenentwicklung bleiben im tiefroten Bereich. Zu den 29 Prozent Befragten, welche mit sinkenden Inlandsinvestitionen rechnen, kommen 21 Prozent, welche angeben, keinerlei Investitionen zu planen. Investitionen sind vor allem in Ersatzbeschaffungen und Rationalisierungen geplant. Im Vergleich zur Konjunkturumfrage im Herbst wollen dagegen noch weniger Unternehmen in Kapazitätserweiterungen und Produktinnovationen investieren. Gerade einmal sechs Prozent der Unternehmen wollen ihren Personalstand erhöhen, 24 Prozent dagegen senken.
“Investitionen sind der Schlüssel für Wirtschaftswachstum in unserer Region. Die Konjunkturbefragung zeigt deutlich auf, was die Unternehmen hindert, zu investieren: Allem voran hausgemachte Probleme in der Wirtschaftspolitik. Etwa hohe Kosten für Arbeit, Steuern und Energie. Dazu kommt eine schwache Nachfrage. Nur durch gezielte Impulse in verbesserte Rahmenbedingungen kann die Wirtschaft das Tal der Tränen wieder verlassen“, macht Wasikowski deutlich. "Leider sind Politik und Verwaltung in Sachen Ideen für einen Aufschwung nicht ansatzweise so kreativ wie bei immer mehr und immer komplexeren bürokratischen Vorschriften."
