26.02.2026
Frostiges Konjunkturklima in Kronach
Trendauswertung IHK-Gremium Kronach
Die aktuelle Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth zu Jahresbeginn zeigt: Die wirtschaftliche Lage in der Wirtschaftsregion Kronach verschlechtert sich spürbar. Auch die Erwartungen der Unternehmen für das Geschäftsjahr 2026 lassen nicht auf ein baldiges Ende der Krise schließen. Investitionsimpulse sind weiterhin nicht in Sicht. Aufgrund der verschlechterten Lagebewertung sinkt der IHK-Konjunkturklimaindex um 8 auf 86 Punkte.
Nachdem sich die Kronacher Konjunktur im letzten Jahr noch auf verhaltenem Erholungskurs befand, kehrt sich der Trend zum Start in das Jahr 2026 um. In der Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth bewerten 15 Prozent der befragten Unternehmen im Wirtschaftsraum Kronach ihre aktuelle Wirtschaftslage als gut. Ganze 31 empfinden diese als schlecht. Mit einem Saldo von -15 schwenkt die Lagebewertung von einer ausgeglichenen Bewertung im vorangegangenen Herbst damit in den deutlich negativen Bereich.
Aufträge und Kapazitätsauslastung brechen ein
46 Prozent der befragten Unternehmen haben in den vergangenen sechs Monaten mit einem rückläufigen Auftragsvolumen zu kämpfen, nur 15 Prozent verzeichnen eine Verbesserung. Auch die Auslastung der Kapazitäten wird kritisch beurteilt. Lag der Saldo im Herbst noch bei -8 Punkten, liegt er nun bei -29 Punkten. “Nach einer kurzen wirtschaftlichen Erholung im vergangenen Jahr hat sich das Blatt wieder gewendet: Die Stimmung der Kronacher Wirtschaft ist deutlich ins Negative gekippt. Wir dürfen jetzt diesem Abwärtskurs nicht tatenlos zusehen, sondern müssen dringend gegensteuern“, fordert der Vorsitzende des IHK-Gremiums Kronach, Hans Rebhan.
Erwartungen für das Jahr 2026 bleiben kritisch
Die Geschäftserwartungen für das neue Jahr 2026 verweilen im Saldo bei -11 Punkten: 18 Prozent der Befragten der Region Kronach sehen einer Verbesserung ihrer Geschäftslage entgegen, 29 Prozent einer Verschlechterung. Unverändert zeigen sich auch die unternehmerischen Planungen zur Beschäftigtenentwicklung für die folgenden zwölf Monate. Während nur sechs Prozent ihre Belegschaft am Standort erhöhen wollen, geht fast jedes vierte Unternehmen von einer sinkenden Beschäftigtenzahl aus. Bezüglich der Investitionen planen 41 Prozent der Unternehmen, ihre Inlandsinvestitionen zurückzufahren, nur neun Prozent wollen mehr investieren. Hinzu kommen 24 Prozent, die überhaupt keine Investitionen im Inland zu tätigen wollen.
Einfache Gleichung: Weniger Bürokratie = mehr Investitionen
“Die schwachen Investitionsabsichten im Inland sind ein klares Alarmsignal für unseren Wirtschaftsstandort. Die Konjunkturbefragung zeigt, dass die Unternehmen vor allem die Wirtschaftspolitik mit zu hohen Kosten für Arbeit, Steuern und Energie als Investitionshemmnisse erachten. Wir brauchen jetzt dringend einen Bürokratieabbau und verlässliche, wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, um Investitionen wieder attraktiv zu machen“, so Hans Rebhan. Eine Chance sieht er im neuen “Einfach-mal-machen-Gesetz“, das Mitte Mai in Kraft treten und auf kommunaler Ebene für einen spürbaren Bürokratieabbau sorgen soll. "Der Landkreis Kronach muss Modellregion werden", fordert Rebhan: “Modellregionen haben die Möglichkeit von bestimmten landesrechtlichen Vorgaben abzuweichen und unbürokratische Lösungen direkt vor Ort zu proben – und von schnelleren und pragmatischen Lösungen profitieren auch unsere Unternehmen.“
