IHK-Gremium Forchheim stellt klare Forderungen an die Politik
Kein wirtschaftspolitischer Kompass erkennbar
Forchheim – Beim Neujahrsfrühstück des IHK-Gremiums Forchheim hat Dr. Michael Waasner, Präsident der IHK für Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender des IHK-Gremiums Forchheim, die aktuelle wirtschaftliche Lage in der Region als äußerst herausfordernd bezeichnet und deutliche Kritik an den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland geübt.
“Aktuell ist bei der Bundesregierung kein wirtschaftspolitischer Kompass vorhanden. Die Bereitschaft, in Deutschland Veränderungen politisch und gesellschaftlich anzugehen, ist viel zu schwach ausgeprägt“, so Waasner.
Dr. Waasner verweist auf die spürbaren Folgen politischer Versäumnisse, die sich auch in Oberfranken deutlich zeigen: Seit 2019 hat die Industrie in der Region rund 11.500 Arbeitsplätze verloren. Die jüngsten Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage bestätigen zudem eine anhaltend pessimistische Stimmung in der Wirtschaft. “Bei den Erwartungen für 2026 überwiegt weiterhin Pessimismus, auch wenn der Trend wieder in die richtige Richtung gehen könnte“, erklärte der IHK-Präsident.
IHK-Gremium fordert Mut zu Weichenstellungen
Vor diesem Hintergrund fordert das IHK-Gremium Forchheim von der Politik entschlossene und wirtschaftsfreundliche Entscheidungen. Im Fokus stehen dabei die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, der konsequente Abbau von Bürokratie, gezielte Investitionsanreize für Unternehmen sowie steuerliche Entlastungen. “Gerade vor diesem Hintergrund ist es aus Sicht der lokalen Wirtschaft nicht nachvollziehbar, dass auf bundespolitischer Ebene erneut Diskussionen um die Erbschaftssteuer geführt werden“, betont Waasner. Die Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen seien ein zentrales Fundament für den Mittelstand und sichern die Fortführung von Unternehmen sowie die Wertschöpfung in der Region.
Abschließend unterstreicht Dr. Waasner die Aufgabe der IHK, gemeinsam mit allen verantwortlichen Akteuren an besseren Standortbedingungen zu arbeiten: “Es bedarf mutiger Entscheidungen seitens der Politik. Die IHK ist dabei ein verlässlicher Partner, der sich auf allen Ebenen mit starker Stimme für die Interessen der Wirtschaft einsetzt.“
Jahresauftakt im IHK-Gremium Forchheim
Bei dem gemeinsamen Frühstück tauschen sich die Mitglieder des IHK-Gremiums Forchheim auch mit Landrat Dr. Hermann Ulm und Oberbürgermeister Dr. Uwe Kirschstein aus. Seitens der Kreishandwerkerschaft war Christian Jaklin als Gast vertreten, für die Wirtschaftsförderung der Stadt Forchheim war Birgit Müller zu Gast, für die IHK für Oberfranken Bayreuth der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Tobias Hoffmann.
Zu einem ersten Austausch im neuen Jahr haben sich die Mitglieder des IHK-Gremiums Forchheim mit Gästen getroffen: Unser Bild zeigt die Unternehmensvertreterinnen und -vertreter, die am Wirtschaftsfrühstück teilgenommen haben mit IHK-Präsidenten Dr. Michael Waasner (1. Reihe, 2.v.l.).
