Pressemeldung, 17. März 2022

Viele Unternehmen von Sperrung der Talbrücke Rahmede stark betroffen

Unternehmen im Oberbergischen Kreis, aber auch in der gesamten Wirtschaftsregion Köln sind erheblich von der Sperrung der Talbrücke Rahmede auf der A45 betroffen. Dies zeigt eine Umfrage der IHK Köln, für die fast 600 Antworten von Unternehmen aus den Branchen Logistik, Industrie, Groß- und Einzelhandel, Baugewerbe und ausgewählte Dienstleistungen ausgewertet wurden.
Die IHK Köln fordert als Konsequenz aus den Ergebnissen eine schnelle und vereinfachte Planung für den Neubau und begrüßt die Ankündigung des Bundesverkehrsministers, zusätzliche Mittel für Neubau und Sanierung von Brücken insgesamt zur Verfügung zu stellen.
„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen sehr deutlich, dass die Auswirkungen der Sperrung für die Wirtschaft drastisch spürbar sind, und das weit über den besonders betroffenen Oberbergischen Kreis hinaus. Die Sperrung führt zu einem weiteren Verkehrsanstieg auch auf dem jetzt schon überlasteten Kölner Autobahnring. Wir brauchen deshalb dringend einen schnellen Neubau der Brücke und dafür vereinfachte Planungsverfahren. Wie beim schnellen Ersatzbau für die eingestürzte Morandi-Brücke in Genua müssen alle beteiligten Institutionen koordiniert zusammenarbeiten", sagt Claudia Betzing, Leiterin Wirtschaft und Politik der IHK Köln.
Dies allein werde aber die angespannte Situation in der Region nicht entschärfen. Sie begrüßte deshalb die jüngste Ankündigung von Bundesverkehrsminister Wissing, deutlich mehr Geld in die Sanierung der Verkehrswege und vor allem der Brücken im Land zu investieren.
„Wir werden genau beobachten, ob dieser Ankündigung auch Taten folgen", sagte Claudia Betzing.

Mehr als zwei Drittel stark oder sehr stark betroffen

Im gesamten IHK-Bezirk gaben 65,7 Prozent aller antwortenden Unternehmen an, von der Sperrung betroffen zu sein; 35 Prozent sogar stark bis sehr stark. Im Oberbergischen Kreis liegen diese Werte mit 87 bzw. 54 Prozent noch deutlich höher. 
Konkret wirkt sich die Sperrung bei den betroffenen Unternehmen so aus (Daten für den gesamten Kammerbezirk, in Klammern die Werte für den Oberbergischen Kreis):
  • 61,6 % erleiden seit der Sperrung finanzielle Schäden (68,9 %)
  • 18,1 % der Unternehmen geben an, dass die Sperrung geplante Investitionen am Standort gefährdet (27,3 %)
  • 66,6 % berichteten von zeitlichen Mehraufwänden sowohl für eigene Transporte als auch für Lieferanten und Mitarbeitende (77 %)
  • 60,4 % melden einen erhöhten Planungs- und Koordinationsbedarf im Unternehmen (69,3 %)
  • 40,7 % nennen einen höheren Bedarf an Ressourcen wie LKW und Fahrpersonal (49,7 %)

Situation für fast ein Viertel höchstens noch ein Jahr lang zu bewältigen

Insgesamt gaben 5 Prozent der Unternehmen an, dass sie die aktuelle Situation mithilfe von Ausweichstrategien nur noch für wenige Monate bewältigen können, 19 Prozent nennen als maximalen Zeitraum ein Jahr, 10 Prozent höchstens drei Jahre. In Oberberg gaben 3,9 Prozent der Unternehmen an, die Situation nur noch wenige Monate durchhalten zu können, 22,9 Prozent maximal ein Jahr und 11,1 Prozent höchstens drei Jahre. Ein Teil der Befragten schließt auch die Verlagerung von Standorten als Konsequenz nicht aus.