Von Claudia Lösler
Im anschließenden Studium an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd lernten sie sich kennen und hatten eine gemeinsame Idee. Während der Bachelorarbeit beschäftigten sie sich mit der Frage: Wie können wir jungen Menschen bei ihrer Berufswahl behilflich sein? Sie erstellten ein Konzept für eine App, die KI-basiert ist, machten sich an das Design und führten eine Umfrage unter jungen Menschen durch. „Die Rückmeldungen von der Zielgruppe waren enorm“, erzählt Carlo Mailänder.
Scheinbar hatten sie einen Nerv getroffen. In dieser Phase kam Darcy ins Team, der dritte Gründer, der mit seinem technischen Know-how die App in die Realität umsetzte. Und gleich nach der Bachelorarbeit, Anfang 2024, feilten sie weiter an ihrem Konzept. Sie nahmen an diversen Pitches teil, stellten überall wo sie konnten ihre Idee von der App für Jugendliche vor und erhielten finanzielle Unterstützung durch Fördermittel.
Im Spätsommer 2024 zog es die drei Jungs dann nach Heilbronn. „Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass wir hierherkommen müssen, auch wenn ich vorher noch nie in Heilbronn war“, erinnert sich Carlo Mailänder. Ein Bauchgefühl, das sich als goldrichtig erwies. Denn auf dem Bildungscampus tummeln sich zahlreiche Start-ups, die sich mit dem Thema KI beschäftigen. Mittlerweile sind es so viele, dass ein neues Gebäude für sie gebaut wurde – das Gravity. Auch Carlo, Kevin und Darcy haben sich dort eingemietet, tauschen sich mit den anderen Start-ups aus, geben sich gegenseitig Tipps und Anregungen. „Wir sind hier wie eine große Familie, es ist der perfekte Ort“, sagt Kevin Costa.
Mittlerweile sind sie zu acht im Team
Im letzten Jahr wurden die drei Gründer durch die Campus Founders finanziell so gut unterstützt, dass ihr Team mittlerweile auf acht Personen angewachsen ist. Sie bekamen eine Wohnung gestellt und hatten Startkapital zur Verfügung, ohne das wären sie heute vermutlich nicht da, wo sie jetzt sind.
Wir sind völlig blauäugig an die Sache herangegangen.
Carlo Mailänder
Wir sind völlig blauäugig an die Sache herangegangen. Wir mussten alles lernen, was zu einer Gründung dazugehört: Geschäftsmodelle, Finanzpläne, Marketing, Sales, Entwicklung. Es ist schwierig, alles gleichzeitig zu managen, aber es macht natürlich auch total viel Spaß.
Die Pilotphase für ihre App Bloom Future startete zunächst im Ostalbkreis und im Rems-Murr-Kreis. Lehrkräfte, Schüler und Betriebe testeten die App im Alltag. Es werden Hobbys, Interessen und Stärken abgefragt und daraus werden konkrete Ausbildungs- oder Studienmöglichkeiten vorgeschlagen. Einnahmen kommen durch Betriebe, Unternehmen oder Hochschulen, die ihre freien Ausbildungsplätze und Studienangebote dort veröffentlichen und bewerben.
Mit dem Umzug nach Heilbronn liegt der Fokus nun auf dem Landkreis Heilbronn. „Wir gehen ganz viel in Schulen und Berufsschulen, um auf unsere App aufmerksam zu machen und natürlich führen wir ganz viele Gespräche mit Unternehmen und versuchen uns ein großes Netzwerk aufzubauen“, sagt Carlo Mailänder. Und auch sonst geht die Arbeit nicht aus. Die nächste Version der App soll in diesem Jahr erscheinen und das Marketing vorangetrieben werden.
Die drei Gründer können selbst kaum glauben, wieviel sie schon erreicht haben. Der Weg war alles andere als einfach, aber sie würden es jederzeit wieder so machen.
Wir können nur jedem Raten, der sich selbstständig machen möchte, es einfach zu tun und nicht lange zu überlegen.
Carlo Mailänder
Ihr konkreter Tipp: Mut, Resilienz und Durchhaltevermögen.