Gründen lohnt sich auch weiterhin

Frau Nahr-Ettl, in dieser Woche findet die Aktionswoche Gründung statt. Aus dem aktuellen DIHK-Report „Unternehmensgründung 2025” geht hervor, dass fast 2/3 der Gründerinnen und Gründer in Baden-Württemberg unzufrieden mit den Rahmenbedingungen sind.
Von Claudia Lösler

Was sind denn die größten Hürden?

Besonders die überbordende Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren und eine unzureichende digitale Infrastruktur hemmen die Gründerinnen und Gründer. Hinzu kommt die Verunsicherung durch eine schwankende Wirtschaftspolitik und eine seit Jahren schleppende Konjunktur.

Dennoch bleibt die Zahl der Neugründungen stabil. In welchem Bereich ist das größte Wachstum zu erkennen?

Baden-Württemberg ist nach wie vor ein Land der Ideen. Positiv ist die Entwicklung bei den IHK-Gründungsberatungen: Insgesamt ist ihre Zahl gestiegen, insbesondere Beratungen mit Gründerinnen. Hier verzeichnen die baden-württembergischen IHKs ein überdurchschnittliches Wachstum von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr – während der Bundesdurchschnitt bei 15 Prozent lag. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung – mehr Frauen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. Dieses Potenzial gilt es weiter zu stärken.

Was würden Sie Neugründerinnen und -gründern raten?

Die IHKs in Baden-Württemberg bieten eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten – von Gründungsveranstaltungen und Sprechtagen bis zu den IHK-Gründertagen. Auch digitale Angebote, wie die Unternehmenswerkstatt Baden-Württemberg, werden zunehmend genutzt. Knapp 1.500 Gründerinnen und Gründer haben 2025 ihren Businessplan über die Plattform erstellt – ein deutlicher Hinweis auf die wachsende Bedeutung digitaler Unterstützung in der frühen Gründungsphase.
Mein konkreter Rat: gehen Sie das Thema Gründung frühzeitig an, tauschen Sie sich aus, holen Sie sich Hilfe und haben Sie Geduld!
Claudia Lösler
Referentin Wirtschaftskommunikation