IHK-Medieninformation

Vielfältige Herausforderungen trüben gute Geschäftslage

Sitzung des IHK-Gremiums Regen: Stellvertretender Landrat Helmut Plenk zu Gast (06.04.2023)
Die Geschäftslage bei den meisten regionalen Unternehmen ist zufriedenstellend. Dennoch bleibt die Liste der Herausforderungen, vor denen die Betriebe stehen, lang. Das wurde bei der Sitzung des IHK-Gremiums Regen deutlich, die im Wander- und Aktivhotel Adam Bräu in Bodenmais stattfand. Es war die letzte Gremiumsrunde in der aktuellen Zusammensetzung, denn im Sommer steht wieder die IHK-Wahl an. Knapp 90.000 Unternehmer im IHK-Bezirk sind dann zur Stimmabgabe aufgefordert.

Arbeitskräftemangel ist größtes Wachstumshemmnis

Als Gesprächspartner zu Gast war der stellvertretende Regener Landrat Helmut Plenk, der die verhinderte Landrätin Rita Röhrl vertrat. Er erfuhr aus erster Hand, mit welchen Problemen die regionalen Betriebe derzeit zu kämpfen haben. „Was alle Branchen eint, ist der immer akuter werdende Arbeitskräftemangel. Teils können die Unternehmen die Aufträge, die sie eigentlich haben, nicht mehr abarbeiten, weil schlicht das Personal dafür fehlt“, sagte IHK-Vizepräsident und Gremiumsvorsitzender Franz-Xaver Birnbeck. IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner untermauerte diese Aussage mit Zahlen aus der vergangenen IHK-Konjunkturumfrage. Demzufolge sehen die niederbayerischen Betriebe den Arbeitskräftemangel als größtes Wachstumshemmnis, gefolgt von den hohen Energiepreisen.
Obwohl die Geschäftslage bei den Unternehmen grundsätzlich gut ist und die Bereitschaft für Investitionen wieder steigt – das zeigen die Daten der Konjunkturumfrage ebenso wie die Wortmeldungen in der Gremiumsrunde – blicken die Regener Unternehmer nicht euphorisch in die Zukunft. Zu unsicher sei laut Vertretern aus dem Handel oder dem Gastgewerbe etwa, wie sich die hohe Inflation langfristig auf das Kauf-, Konsum- oder Urlaubsverhalten der Bevölkerung auswirkt. Hinzu kommt, dass viele Branchen nach wie vor mit Lieferkettenproblemen zu kämpfen haben und auch gestiegene Material- und Personalkosten machen den Betrieben zu schaffen. Ebenfalls bemängelt wurde seitens der Unternehmer der hohe Bürokratieaufwand. Dieser binde Ressourcen, die man anderweitig sinnvoller nützen könnte.

"Schwächung der Viechtacher Hotelberufsschule muss vermieden werden“

Im Landkreis Regen müsse sich zudem noch die digitale Infrastruktur verbessern, so Birnbeck. Er bezog sich dabei auch auf Zahlen, die Helmut Plenk im Vorfeld lieferte. Plenk zufolge liegt die Mobilfunkabdeckung bei 60 Prozent und etwa 48 Prozent der Gewerbegebiete seien mit Glasfaser ausgestattet. Beim Breitbandausbau habe sich in den letzten Jahren viel getan, doch Einsprüche und Bürgerinitiativen würden ein noch höheres Tempo verhindern.
Der stellvertretende Landrat ging noch auf ein weiteres Thema ein, das auch die regionale Wirtschaft betrifft: Die angedachte Klinikreform, die die Krankenhaus-Standorte Zwiesel und Viechtach treffen würde. „Während der Pandemie hat man gesehen, wie wichtig Krankenhäuser im ländlichen Raum sind. Eine gute Gesundheitsversorgung ist außerdem ein wichtiger Standortfaktor für die Wirtschaft. Die Reformvorschläge dürfen so nicht umgesetzt werden“, sagte Plenk.
Ein weiteres Thema war der geplante Berufsschulneubau in Regen. Das Vorhaben sei ein klares Statement, wie wichtig dem Landkreis die Berufliche Bildung sei. Genau aus diesem Grund kämpfe man aktuell auch intensiv dafür, dass in Bezug auf die Hotelberufsschule Viechtach die Schulsprengel nicht verändert werden – geschehe dies nämlich, dann sei der Fortbestand der Schule langfristig gefährdet. Auch von Seiten der Unternehmer und der IHK positionierte man sich in dieser Angelegenheit klar: „Aktuell haben wir in Viechtach stabile Klassen, das verspricht auch für die Ausbildungsbetriebe eine gewisse Planbarkeit. Die Schule ist wichtig für die Tourismusregion Bayerischer Wald und die Attraktivität der Hotel- und Gaststättenberufe im Bayerischen Wald. Eine Schwächung der Viechtacher Hotelberufsschule muss deshalb vermieden werden“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner.