IHK-Medieninformation

Bekenntnis zu Standort und Weiterentwicklung der Wirtschaft

Sitzung des IHK-Gremiums Dingolfing-Landau mit BMW Werkleiter und Landrat (27.03.2023)
Die Wirtschaft im Kreis Dingolfing-Landau blickt wieder optimistischer in die Zukunft, die Liste der Herausforderungen bleibt aber lang. Neben Punkten wie Bürokratiebelastung oder den im internationalen Vergleich weiterhin sehr hohen Energiepreisen nennen die regionalen Betriebe vor allem den Arbeitskräftemangel als größtes Wachstumshemmnis – das haben die Rückmeldungen der Unternehmer bei der vergangenen Sitzung des IHK-Gremiums Dingolfing-Landau gezeigt. Die gewählten Unternehmensvertreter rund um ihren Vorsitzenden, IHK-Vizepräsident Claus Girnghuber, kamen dafür in Frontenhausen zusammen.

Arbeitskräftemangel “dramatisch wie noch nie”

Aus ganz unterschiedlichen Branchen, von Industrie über Gastronomie bis IT, berichteten die Betriebe, dass sie eigentlich wachsen und ihr Geschäft ausbauen könnten – doch dafür fehlt es ihnen an Personal, über alle Qualifikationsstufen hinweg. IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner konnte das mit Blick auf die Konjunkturumfrage der IHK bestätigen: „Der Arbeitskräftemangel ist in der Wirtschaft so dramatisch wie noch nie.“ Dennoch belegten die Umfrageergebnisse auch die Widerstandsfähigkeit der Betriebe sowie die leistungsfähige Wirtschaftsstruktur in der Region.

Strategie von BMW in der Region und darüber hinaus

Prägend für diese Struktur ist im Landkreis zweifellos das BMW Group Werk Dingolfing, deswegen hatte das Gremium den Werkleiter Christoph Schröder als Gast in die Sitzung geladen. Schröder erklärte die Strategie von BMW sowie den massiven Wandel, dem sich der Automobilhersteller unter den Schlagworten „lean, green und digital“ stelle. Jährlich investiere der Konzern mehrere hundert Millionen Euro in den Standort Dingolfing – „und das wird in den nächsten Jahren so bleiben“, versicherte Schröder. Ein wichtiger Faktor dafür ist die steil ansteigende Entwicklung der Elektromobilität: Der Werkleiter rechnet mit einer Produktion von rund 100.000 elektrischen Fahrzeugen aus Dingolfing im laufenden Jahr, bis 2030 solle mindestens die Hälfte des Absatzes der BMW Group auf batteriebetriebene Fahrzeuge entfallen.
“Mit unseren bayerischen Werken wollen wir bei dieser Entwicklung ganz vorne dabei sein, auch mit Dingolfing.”
Christoph Schröder, Leiter BMW Group Werk Dingolfing, zum Ausbau der Elektromobilität bei BMW
Dies gelinge nur, wenn innovative Technologien auch in Niederbayern angesiedelt seien, verdeutlichte Schröder. So entwickelte sich die Diskussion mit dem Werkleiter unter anderem in Richtung des geplanten Batteriemontagewerks bei Straßkirchen. Schröder betonte, dass diese Ansiedlung für die Zukunftsfähigkeit und den Wandel der bayerischen Werke zur E-Mobilität essentiell sei. Denn: Aus dem neuen Standort heraus sollen künftig die Fahrzeugwerke in Dingolfing, Regensburg und München mit Hochvoltbatterien der nächsten Generation versorgt werden. Gerade bei den Betrieben im Landkreis Dingolfing-Landau haben die Pläne von BMW aufgrund der angespannten Arbeits- und Fachkräftesituation für Verunsicherung gesorgt. „Ich kann Sie hier etwas beruhigen. Wir verstehen die Situation und werden einen guten Teil der Arbeitsplätze in Straßkirchen mit Mitarbeitern unserer bestehenden Werke besetzen“, erläuterte Schröder. Er wies beispielsweise darauf hin, dass allein 7.500 bestehende BMW Mitarbeiter im Umkreis von 20 Kilometern um Straßkirchen ihren Wohnsitz haben – ein wichtiges Arbeitskräftepotenzial für das neue Werk.

Entscheidung von BMW als Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort

Deutlich wurde im Austausch mit den Unternehmern vor Ort, wie wichtig eine starke Position von BMW für die Zukunft des Wirtschaftsraums Dingolfing-Landau und Niederbayern insgesamt ist. „Die Standortentscheidung für das neue Werk ist ein Bekenntnis zum Standort Niederbayern und sie dient der Sicherung der bestehenden Werke“, bekräftigte IHK-Hauptgeschäftsführer Schreiner. Seine Frage in die Runde der Unternehmer lieferte eine eindeutige Antwort: Die regionale Wirtschaft befürwortet klar die Ansiedlung des neuen BMW-Werks in der Region, ohne dabei die Augen vor der Herausforderung des Arbeitskräftemangels zu verschließen, der letztlich alle Betriebe trifft. Ein Bekenntnis zum Standort sowie zur Weiterentwicklung der Wirtschaft gab in einem Grußwort an die Gremiumsmitglieder ebenso Landrat Werner Bumeder ab. Er sprach einen Dank an die versammelten Unternehmer aus – für die unternehmerische Verantwortung, die sie in der Region übernehmen, aber auch für ihr gesellschaftliches Engagement. „Das sind die Betriebe, die wir brauchen“, sagte Bumeder.

Personalien aus dem Gremium

Neben den wichtigen wirtschaftlichen Themen brachte die Gremiumssitzung außerdem einen Personalwechsel. Bernhard Wimmer, der nach einer langjährigen Tätigkeit für MANN+HUMMEL zum Jahreswechsel in den Ruhestand getreten war, wurde als Gremiumsmitglied verabschiedet. Ihm folgt im Gremium Edmund Sagawe nach, Geschäftsführer der Staudinger GmbH in Loiching. Auch für ihn war die Sitzung des IHK-Gremiums Dingolfing-Landau allerdings die letzte in der laufenden Wahlperiode. Im Sommer werden knapp 90.000 Unternehmer im ganzen IHK-Bezirk dazu aufgerufen sein, ihre Stimme bei der IHK-Wahl abzugeben. Im Herbst trifft sich dann das erste Mal das neu gewählte IHK-Gremium Dingolfing-Landau zu seiner konstituierenden Sitzung.