EFI-Jahresgutachten: Forschung und Innovation als Sicherheitsfaktor

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) hat Mitte Februar ihr Gutachten 2026 zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands an die Bundesregierung übergeben. Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen, die die Politik sowohl in strategischer als auch in technologischer Hinsicht vor neue Herausforderungen stellen, widmet sich die EFI u. a. ausgewählten Aspekten sicherheitsrelevanter Forschung und Innovation.
Aus Sicht der Experten steht das deutsche Forschungs- und Innovationssystem (F&I-System) vor großen Herausforderungen:
  • Die wirtschaftliche Wachstumsschwäche hält an.
  • Neue Technologien, allen voran die künstliche Intelligenz, bergen große Potenziale, stellen aber auch etablierte Geschäftsmodelle in Frage. Gleichzeitig kommt die Digitalisierung nur schleppend voran.
  • Geopolitische Spannungen verschärfen den Innovationswettbewerb und die technologischen, oft einseitigen Abhängigkeiten von Anbietern aus den USA oder China.
Gefragt sei deshalb eine beherzte F&I-Politik, die auf Schlüssel- und Zukunftstechnologien setzt, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen schafft und die Akteure des Forschungs- und Innovationssystems von bürokratischen Fesseln befreit.
Die neue Bundesregierung habe erste Schritte in diese Richtung unternommen. So habe sie mit der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) ein starkes Signal für die Priorität von F&I gesetzt und dabei den Fokus auf Schlüsseltechnologien wie die künstliche Intelligenz gelegt. Die Einrichtung des Ministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung verdeutliche, dass die Bundesregierung es ernst damit meine, die Digitalisierung in Deutschland endlich mit Nachdruck voranzutreiben und bürokratische Hürden abzubauen.
Mit ihrem Jahresgutachten unterbreitet die Expertenkommission für die Weiterentwicklung der F&I-Politik Vorschläge, die dazu beitragen sollen, diesen Weg erfolgreich fortzusetzen. Das Gutachten behandelt schwerpunktmäßig folgende Themen:
  • Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland
  • Sicherheitsrelevante Forschung und Innovation
  • Europäische F&I-Politik
  • Europäischer Binnenmarkt
  • Innovationen im Mittelstand
  • Wettbewerb und Innovation im deutschen Hochschulsystem
  • Entwicklung und Anwendung von künstlicher Intelligenz in Deutschland und Europa

DIHK zum EFI-Gutachten:Wir brauchen dringend Innovationsbeschleuniger

„Das EFI-Gutachten macht an vielen Stellen deutlich, dass der Innovationsmotor Deutschland stottert. Die Folgen sehen wir täglich in den Betrieben: Die DIHK-Konjunkturumfragen zeigen, dass die Investitionspläne der Unternehmen für Forschung und Entwicklung seit Jahren unterdurchschnittlich sind. Aktuell plant hiernach nicht einmal jedes dritte Unternehmen in Produktinnovationen am Standort Deutschland zu investieren. Damit droht die deutsche Wirtschaft weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Produkte "made in Germany" werden auf dem Weltmarkt vorrangig gekauft, weil sie qualitativ hochwertig sind. Forschung und Entwicklung in den Betrieben sind eine entscheidende Voraussetzung, um auf den Weltmärkten die Nase vor der Konkurrenz zu haben.
Wir brauchen daher dringend Innovationsbeschleuniger. Die Hightech Agenda zeigt hier gute Ansätze, die Bundesregierung muss sie jetzt auch rasch mit Leben füllen. Zudem muss die Politik unsere strukturellen Innovationsbremsen lösen. Hierzu gehören beispielsweise auch der im Gutachten geforderte Abbau der bürokratischen Hemmnisse im Innovationsprozess, die Verabschiedung des Reallabore-Gesetzes sowie die rasche Ausgestaltung der im Koalitionsvertrag angekündigten IP-Strategie."
(Quelle EFI, DIHK)