IHKplus 02/2022

Neidischer Blick auf die Konkurrenz

Dunkel, muffig und viel zu klein seien die Mannschaftsräume im traditionsreichen Geißbockheim, klagt der FC. Und die Trainingsplätze müssten sich bis zu vier Jugendmannschaften gleichzeitig teilen. Untragbare Zustände für einen Bundesligisten, heißt es. Eine Auffassung, die der Blick in andere Erstliga-Städte zu bestätigen scheint.
Für FC-Trainer Steffen Baumgart ist aktuell Eintracht Frankfurt ein Vorbild. Die Hessen haben im vergangenen Jahr ihr rund 34 Millionen Euro teures „Proficamp“ eröffnet, das nicht nur den sportlichen mit dem Verwaltungsbereich verbindet, sondern auch hochmoderne Infrastruktur bietet – dazu gehören ein 800 Quadratmeter großer Fitnessbereich, Whirlpool, Kältekammer, ein als Kinosaal ausgelegter Besprechungsraum, 19 weitere Besprechungsräume und ein Schlafbereich eigens für die Profis. Axel Hellmann, Vorstandssprecher der Eintracht, hält diese moderne Infrastruktur neben gesunden Finanzen und einem sportlichen Gesamtkonzept für die wichtigste Zukunftssäule eines Bundesligisten.

„FohlenCampus” in Gladbach

Ähnlich sehen das offenbar die Mitwerber. Borussia Mönchengladbach legt dabei ähnlich wie der 1. FC Köln besonderen Wert auf gute Bedingungen für die Nachwuchsarbeit. Im Borussia-Park stehen den Nachwuchsteams unter anderem drei große Naturrasenplätze sowie ein großer und zwei kleine Kunstrasenplätze zur Verfügung. Neben einem kleinen Stadion für die Spiele der U19 und U17 gibt es eine zusätzliche Grünfläche mit einer Sprintstrecke und einer Treppenanlage für spezielle Trainingsübungen. Schon vor acht Jahren hat der Erstligist vom Niederrhein außerdem den „FohlenCampus“ geschaffen, der als zentraler Anlaufpunkt für Spieler, Eltern, Trainer und Betreuer geschaffen, der auf 1.600 Quadratmetern unter anderem Besprechungsräume, einen Fitnessbereich  und einen Clubraum für Besucher vereint.

Messbarer Erfolg in Stuttgart

Vergleichbar gute Bedingungen hat der VfB Stuttgart für seinen Nachwuchs geschaffen. In dem 2013 eröffneten Leistungszentrum, das regelmäßig als eines der besten in Deutschland ausgezeichnet wird, gibt es optimale Bedingungen. Die Ergebnisliste der traditionell herausragenden Stuttgarter Jugendarbeit liest sich denn auch wie ein Who is Who des deutschen Fußballs: Sami Khedira, Antonio Rüdiger, Joshua Kimmich, Bernd Leno, Timo Werner, Serge Gnabry…
Und selbst ein Klub, der erst seit kurzer Zeit überhaupt dem Fußball-Oberhaus angehört, scheint schon einen Schritt weiter zu sein als der 1. FC Köln: Union Berlin baut gerade ein neues Nachwuchsleistungszentrum mit zwei Naturrasenfeldern, zwei Kunstrasenfeldern und mehreren Kleinspielfeldern, dazu ein Internat, eine Physiotherapie-Einrichtung, ein Athletikbereich, Regenerationsbereiche und Schulungsräume. All das nur für die Jugendteams.

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