Lustige Schnappschüsse

Lustige Schnappschüsse aus dem Wohnwagen – das ist die Geschäftsidee von Kai Lührs. Der Gründer möchte mit seiner „ Foto-Box auf Tour“ fröhliche Erinnerungen an Partys, Feste oder auch Geschäftseröffnungen schaffen. Bis Mai präsentiert er sein Geschäftsmodell im IHKLW-Gründerfenster in Lüneburg.
Wer sind Sie und was machen Sie?
Ich bin Kai Lührs, 49 Jahre alt und wohne im schönen Lüdersburg. Ich bin gelernter Betriebswirt, war lange als Trainer und Coach für die Automobilbranche selbstständig und habe vor drei Jahren mein langjähriges Hobby Schauspielerei zum Beruf gemacht: Ich arbeite bei der Präventionspuppenbühne der Polizeidirektion Lüneburg. Und 2021 habe ich mich nebenberuflich mit der „Fotobox auf Tour“ selbstständig gemacht. Das ist eine mobile Fotobox in einem Oldtimer-Wohnwagen, zum Beispiel für Hochzeiten, Geburtstage, Betriebsfeiern, Autohaus-Eröffnungen oder Feste und Veranstaltungen aller Art.
Wie sind Sie auf Ihre Idee gestoßen?
In mir steckt noch das Unternehmerherz aus meiner langjährigen Selbstständigkeit. Außerdem bin ich leidenschaftlicher Camper und fotografiere seit vielen Jahren. Die Corona-Pandemie hat mir Zeit geschenkt, auf neue Ideen zu gekommen. Da fiel mir ein, meine zwei Leidenschaften Caravaning und Fotografie zu verbinden. Ich habe einen Oldtimer-Wohnwagen gesucht und gefunden: einen Eriba Puck aus dem Jahr 1972. Der hat ein Hochstelldach, sodass auch große Menschen darin stehen können. Der Drucker kann sowohl das Format 10x15 als auch die beliebten Streifen drucken, die Leute können per Touchscreen wählen, welche Fotos sie wie oft haben möchten. Und der Auftraggeber bekommt alle Motive auf einem USB-Stick.
KaiLuehrs
Ob auf Feiern, bei Events oder auf Messen: Kai Lührs hält mit seiner Foto-Box auf Tour die schönsten Momente fest. © Hans-Jürgen-Wege
Was machen Sie anders als alle anderen?
Das ist vor allem der Eyecatcher, mein Eriba Puck, eine echte Knutschkugel. Die Fotobox steht nicht irgendwo in einer Ecke, sondern die Menschen atmen die Atmosphäre des Oldtimers ein. Ich habe die Fototechnik inklusive Spiegelreflexkamera in einem alten Küchenschrank versteckt, eine Sitzbank aus einem VW-Bulli aus den Fünfziger-Jahren eingebaut, und die Spaß-Verkleidungen von Pappnasen und Brillen über Hüte bis zu Stofftieren und Perücken liegen in einem Übersee-Reisekoffer ebenfalls aus jener Zeit. Diese kleinen Accessoires machen Spaß und lockern auf. Ich selbst bin immer mit vor Ort, helfe bei der Technik und spiele auch ein wenig den Animateur. Der Puck ist übrigens so klein, dass er nur sechs Quadratmeter Platz benötigt und durch eine Tür passt, die zwei Meter breit und hoch ist – er kann also auch in einem Foyer stehen oder zum Beispiel in einem Autohaus.
Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?
Das ist eine gute Frage. Ich kann mir vorstellen, dass die Idee der „Fotobox auf Tour“ sich zu einem Franchise-Konzept entwickelt. Da Oldtimer-Wohnwagen schwer zu bekommen sind, könnten die Fotoboxen ja auch in anderen mobilen Räumlichkeiten verpackt werden – zum Beispiel einem Fass, das sonst als mobile Sauna genutzt wird.
Was raten Sie anderen Jungunternehmern?
Ich kann noch so eine tolle Idee haben: Ich muss auch den Vertrieb im Griff haben und wissen, welche Schräubchen ich vertrieblich drehen kann. Selbst die genialste Idee verkauft sich nicht von alleine.
Werfen wir mal einen Blick auf die Gründungslandschaft. Welche Angebote waren hilfreich und was fehlt bisher noch?
Generell sind die Angebote für Gründer vielfältig. Da bin ich auch wirklich ein Fan der IHK. Ich selbst habe die Sprechstunde für Gründer in Anspruch genommen, und zwar zum Thema Social Media, da habe ich gute Tipps mitgenommen. Auch im Bereich Steuern gibt es gute Unterstützung. Was meiner Meinung nach fehlt, gilt zwar nicht für mich, da ich meine Investitionen eigenfinanziert habe. Es gilt aber für andere Gründer: In Sachen Finanzierung ließe sich mehr mit Zuschüssen arbeiten. Die gibt es ja nur, wenn ich mich aus einer Arbeitslosigkeit heraus selbstständig mache. Alles andere sind Kredite, die zurückgezahlt werden müssen. Möglich wäre zum Beispiel ein Zuschuss zur Krankenversicherung, um finanzielle Hürden niedriger zu legen. Das könnte Innovationen fördern.  Carolin George
Steckbrief
Unternehmen: Fotobox auf Tour
Gründerin: Kai Lührs
Gründungsdatum: 1. Juli 2021
Startkapital: 10.000 Euro
Branche: Veranstaltungen / Fotografie
Idee: mobile Fotobox in Oldtimer-Wohnwagen
Web:  www.fotoboxauftour.de
Das IHKLW-Gründerfenster
Ein kostenloses Schaufenster mitten in der Lüneburger Innenstadt: Unsere IHK Lüneburg-Wolfsburg (IHKLW) bietet Gründerinnen und Gründern in den ersten drei Jahren ihrer Selbstständigkeit die Möglichkeit, ihre Geschäftsidee im IHKLW-Gründerfenster in der Grapengießerstraße zu präsentieren. Alle Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen finden Sie hier: IHKLW-Gründerfenster in Lüneburg