Drei Fragen an | 11.05.2023

Leichte Aufhellung am Konjunkturhimmel in der Region

Die IHK Heilbronn-Franken hat die Ergebnisse der jüngsten Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2023 veröffentlicht. IHK-Konjunkturreferentin Dorothee Kienzle spricht über die aktuellen Zahlen. Von Andreas Lukesch

Frau Kienzle, Sie werten als Volkswirtin der IHK die Quartalsumfragen zur Konjunktur in der Region Heilbronn-Franken aus. Die Zahlen für das erste Quartal 2023 wurden mit Spannung erwartet. Turbulenzen bei einigen internationalen Banken, gestörte Lieferketten, hohe Inflation und der Russland-Ukraine-Krieg belasten derzeit die Wirtschaft. Wie ist aktuell die Stimmung in den Unternehmen?

Das konjunkturelle Stimmungsbild im IHK Bezirk Heilbronn-Franken fällt im 1. Quartal 2023 trotz allem so positiv wie zuletzt vor Ausbruch des Russland-Ukraine-Kriegs aus. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilen die Betriebe bei der IHK-Konjunkturumfrage geringfügig günstiger als in den vergangenen Monaten. 42 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Lage als gut. Nur 7 Prozent berichten von einem schlechten Verlauf. Gründe für die stabile Lage sind, dass sich die Lieferketten entspannt haben. Auch die Energiepreise haben sich beruhigt, bleiben allerdings auf sehr hohem Niveau. Zudem hatten die Bankenturbulenzen keine Auswirkungen auf das Stimmungsbild der Unternehmen.

Die hohen Energiekosten bleiben ein Thema in den Unternehmen. Aber der Eindruck drängt sich auf, dass bei den Geschäftsrisiken die klassischen Herausforderungen wieder in den Fokus geraten. Was bereitet den Unternehmerinnen und Unternehmern aktuell am meisten Sorge?

Der Fachkräftemangel hält an. 71 Prozent der Betriebe sehen darin aktuell weiterhin das größte Geschäftsrisiko. Die Energiepreise werden trotz des Rückgangs nach wie vor an zweiter Stelle mit 62 Prozent genannt. Die Arbeitskosten liegen auf dem dritten Platz. Mehr als jeder zweite Betrieb sieht darin ein Geschäftsrisiko. Der Fachkräftemangel und die Inflation treiben die Arbeitskosten nach oben.

Bleiben die Unternehmen weitgehend optimistisch?

Ihre Geschäftsaussichten schätzen die Unternehmen ähnlich verhalten optimistisch wie am Jahresanfang 2023 ein. Einerseits entspannen sich die Lieferketten und die Energiepreise beruhigen sich auf hohem Niveau. Andererseits bereitet die Nachfrageseite den Unternehmen zusätzlich Sorgen. Die Entwicklung der Nachfrage aus dem Ausland bleibt unsicher. Im Inland macht die Investitionsschwäche zu schaffen.
Um die vielfältigen Herausforderungen wie den Strukturwandel, die Transformation, den Fachkräftemangel und die Diversifizierung von Lieferketten meistern zu können, sind dringend mehr Investitionen erforderlich. Insgesamt steuert die regionale Wirtschaft in diesem Jahr auf eine Stagnation zu.
Ein Video mit Dorothee Kienzle sehen Sie auf unserem Youtube-Kanal unter 3 Fragen an Dorothee Kienzle, IHK-Referentin Volkswirtschaft.

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Andreas Lukesch
Andreas Lukesch
Leiter Marketing & Kommunikation und Pressesprecher