Nr. 4977220
Pressemitteilung

Senatsbeschlüsse zu DeepTech, Transfer und Forschung: Richtiger Fokus, die Umsetzung zählt

Aus Sicht der Wirtschaft sind die neuen DeepTech-, Transfer- und Forschungsstrategien die richtige Basis, um Berlin als Wissenschafts-, Innovations- und Wirtschaftsstandort gezielter weiterzuentwickeln. Zu begrüßen ist insbesondere das Commitment, den Fokus stärker auf konkrete Wertschöpfung und Transfer wissenschaftlicher Exzellenz in marktfähige Produkte zu legen. Damit wird eine langjährige Forderung der IHK Berlin aufgegriffen.
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Weg und Ziel stehen fest, es müssen allerdings auch alle loslaufen. Das heißt mehr Ausgründungen, mehr Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, schnellere Nutzung von Forschungsergebnissen und bessere Bedingungen für DeepTech-Unternehmen vom Labor bis in den Markt. Das wird nur gelingen, wenn Wirtschaft als Mitgestalterin bei der Umsetzung fest verankert ist. Denn es braucht den regelmäßigen Abgleich mit den Bedarfen von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Gesellschaft, damit aus Strategien Innovationen und Wertschöpfung für den Standort Berlin werden. Und auch hier gilt, dass weniger Bürokratie und zügige, transparente Prozesse erfolgskritische Rahmenbedingungen sind. Die IHK Berlin und ihre Mitgliedsunternehmen werden sich weiter bei diesem für den Standort fundamental wichtigen Vorhaben engagieren, insbesondere im Berliner Transferrat. Seine Rolle als zentrales Arbeits- und Abstimmungsgremium ist entscheidend für die Umsetzung der Agenden.“
Aus Sicht der Berliner Wirtschaft kommt es bei den Strategien insbesondere auf folgende Punkte an:
Deep Tech Berlin Agenda:
Gründergeist an Hochschulen stärken: Ein Berliner Hochschulinnovationsgesetz muss Gründungsveranstaltungen in allen Curricula verankern und Gründungen aus Lehrstühlen heraus durch Anreizsysteme sowie Transfer- und Gründungssemester attraktiver gestalten. Die Hochschulen sollten sich stärker als bisher um erfolgreiche Alumni mit Gründungserfahrung als Role-Models und Mentoren bemühen.
Effiziente Förderinstrumente anbieten: Wie mit dem VC-Fonds B# gezeigt, kann das Land bürokratiearme Förderung von DeepTech-Gründungen etablieren. Darauf gilt es aufzubauen: Förderbürokratie reduzieren, Prozesse verkürzen. Antragssteller müssen zeitnah informiert werden, um verlässlich planen zu können.
Infrastruktur von Lab to Market bereitstellen: DeepTech-Projekte benötigen vom Forschungslabor bis hin zur Skalierung eine lückenlose Infrastruktur aus Laboren, Geräten, Anlagen und Reallaboren. Diese muss Berlin bereitstellen und transparent zugänglich machen. Eine One-Stop-Agency sollte diesen Zugang gewährleisten.
Transfer Bridge:
Hochschul-Transfer verbindlich verankern: Ziele müssen konkret in Ressortzuständigkeiten, Hochschulverträgen, Anreizsystemen und Umsetzungsplänen hinterlegt werden.
Transferindikatoren praxistauglich machen: Steuerung muss auf wenige, aussagekräftige und bürokratiearme Indikatoren setzen, die Wirkung statt Aktivität messen, gemeinsam mit Hochschulen und Wirtschaft pilotiert und bis zu den Hochschulverträgen 2029 verbindlich umgesetzt werden.
Finanzierung sichern: Transfer braucht verlässliche Grundfinanzierung, jährliche Transferbudgets und einen wirkungsorientierten Transferfonds entlang des gesamten Innovationspfads.
Forschungspolitische Strategie
Forschungsstrategie steuerungsfähig machen: Aus Strategiedialogen, Monitoring und Fortschrittsberichten müssen Prioritäten für die Profil- und Chancenfelder abgeleitet werden. Forschungsschwerpunkte dürfen nicht nur benannt, sondern müssen auch in Ressourcen und Umsetzung übersetzt werden.
Wirtschaft als Mitgestalterin verankern: Die Wirtschaftsperspektive muss noch systematischer berücksichtigt und Unternehmen in Strategiedialoge und die Weiterentwicklung der Profil- und Chancenfelder verbindlich eingebunden sein.
Zukunftsfelder rückkoppeln: Die Strategie muss kontinuierlich mit den Bedarfen von Wirtschaft, Arbeitsmarkt und gesellschaftlicher Transformation abgeglichen werden, um anschlussfähig an die Entwicklung des Standorts zu bleiben.
Pressemitteilung

Appell der Berliner Wirtschaft zur Sonderbauministerkonferenz: Wohnungsbau sichern, Vergesellschaftung verhindern

Auf der Tagesordnung der heute beginnenden Sonderkonferenz der Bauminister steht auch ein gemeinsamer Antrag von Bayern und Nordrhein-Westfalen, auf eine bundesrechtliche Regelung zu Vergesellschaftungsplänen hinzuwirken. Die IHK Berlin, die Handwerkskammer Berlin, die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg und der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) appellieren in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Verantwortlichen in Bund und Ländern, sich der Initiative Bayerns und Nordrhein-Westfalens anzuschließen.
„Die Berliner Wirtschaft begrüßt die Initiative Bayerns und Nordrhein-Westfalens, die Bundesregierung zu einer bundesrechtlichen Regelung von Vergesellschaftungsvorhaben aufzufordern. Spätestens nach dem Berliner Volksentscheid im Jahr 2021 wäre es an der Zeit gewesen, ein Thema von solcher Reichweite und mit zu erwartenden massiven Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland auf eine klare bundesrechtliche Grundlage zu stellen.
Wer sich nicht mehr darauf verlassen kann, dass Eigentum und Investitionen sicher sind, wird künftig wohl kaum Geld in den Wohnungsbau stecken. Wir appellieren deshalb an die Verantwortlichen in Land und Bund, sich der Initiative der beiden Bundesländer anzuschließen. Die Sonderkonferenz der Bauminister bietet eine gute Gelegenheit, in dieser für den Wirtschaftsstandort Deutschland entscheidenden Frage eindeutig Stellung zu beziehen.
Unabhängig davon bleibt festzuhalten: Die Vergesellschaftung von Wohnungen schafft keine einzige neue Wohnung, stattdessen würde sich Berlin auf Jahrzehnte – und damit auf Kosten der nachfolgenden Generationen – finanziell jeglichen Spielraum für die Gestaltung einer wachsenden, zukunftsfesten Stadt nehmen.“
Für mehr bezahlbaren Wohnraum braucht es deshalb vor allem eines: mehr Investitionen, mehr Neubau und verlässliche Rahmenbedingungen.“
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Berlin baut Wirtschaftsbeziehungen zu Brasilien aus: Senatorin Giffey reist mit Berliner Wirtschaftsdelegation nach Rio de Janeiro und São Paulo

Vom 8. bis 12. Juni 2026 reisen die Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Franziska Giffey und eine Berliner Wirtschaftsdelegation der IHK nach Rio de Janeiro und São Paulo in Brasilien. Ziel der Reise ist es, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Berlin und Brasilien auszubauen, neue Marktchancen für Berliner Unternehmen zu erschließen und die außenwirtschaftliche Diversifizierung und Internationalisierung Berlins weiter voranzutreiben.
Für Berlin gewinnt Brasilien als größte Volkswirtschaft Lateinamerikas an strategischer Bedeutung. Das im Januar 2026 vereinbarte Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den MERCOSUR-Staaten (Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay) beschleunigt diese neue, gute Entwicklung zusätzlich. Der Handelsteil des EU-MERCOSUR-Abkommens ist seit Mai 2026 vorläufig in Kraft. Berlin ist das erste deutsche Bundesland, das nach dem vorläufigen Inkrafttreten mit einer Wirtschaftsdelegation nach Südamerika reist.
Im Mittelpunkt der Reise steht die internationale Vernetzung des Innovationsstandorts Berlin: Brasilien zählt mit rund 213 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu den wichtigsten Wachstumsmärkten weltweit. Das Land gewinnt für Berlin zunehmend an Bedeutung, insbesondere in Bereichen wie Digitalisierung, GreenTech, DeepTech, AI, FinTech, HealthTech und Kreativwirtschaft.
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey: „Das MERCOSUR-Abkommen rückt Brasilien als größte Volkswirtschaft Lateinamerikas wirtschaftlich und geopolitisch stärker in den europäischen Fokus – auch für Berlin. Es öffnet Türen und bringt große Chancen für Berliner Unternehmen, besonders in den Zukunftsbranchen wie KI, GreenTech und HealthTech. Unsere Delegationsreise soll weitere Türen öffnen: für neue Märkte, neue Kooperationen und mehr internationale Sichtbarkeit des Innovationsstandorts Berlin. So stellen wir unsere Wirtschaft international noch breiter auf. Wir machen sie unabhängiger, resilienter und damit auch wettbewerbsfähiger. Das ist die Grundlage für ein weiteres überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum.“
Organisiert wird die Reise durch die IHK Berlin sowie die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer AHK.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner: „Brasilien ist für viele Berliner Unternehmen ein Markt mit großem Potenzial und gewinnt für Berlin wirtschaftlich wie strategisch zunehmend an Bedeutung. Gerade in Zeiten globaler Unsicherheiten ist es wichtig, neue Märkte zu erschließen, internationale Partnerschaften auszubauen und Lieferketten breiter aufzustellen. Genau hier setzt unsere Delegationsreise an: Wir bringen Berliner Unternehmen, Wissenschaft und Innovationsakteure direkt mit den richtigen Ansprechpartnern vor Ort zusammen. Unser Ziel ist es, konkrete Chancen für Berliner Unternehmen zu erschließen und neue Kooperationen anzustoßen.“
Die Delegation umfasst insgesamt 27 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Innovationsförderung. Vertreten sind Berliner Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und Innovationsnetzwerke aus den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Energie, Verkehr, Industrie und Digitale Wirtschaft, darunter die Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, die Charité, das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK und die BVG. Die Delegation vereint innovative mittelständische Unternehmen ebenso wie etablierte Institutionen und Forschungseinrichtungen des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Berlin.
Rio de Janeiro
Rio de Janeiro positioniert sich zunehmend als internationaler Standort für Digitalisierung, Klima und innovative Stadtentwicklung. Dort besucht die Delegation beispielsweise das Unternehmen und System für elektronische Sofort-Geldüberweisungen PIX, das von der Zentralbank Brasiliens entwickelt wurde und Privatpersonen wie Unternehmen zur Verfügung steht. Zudem steht der Besuch des Centro de Operações Rio (COR) auf dem Programm, das als zentrales Lage- und Krisenzentrum der Millionenmetropole gilt und Referenzprojekt für die Resilienz von Metropolen und den Schutz kritischer Infrastrukturen ist.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Teilnahme am Web Summit Rio 2026, einem der größten Technologie- und Innovationskongresse Lateinamerikas mit rund 30.000 Teilnehmenden. Berlin wird sich dort als einer der führenden Innovations- und Startup-Standorte Europas präsentieren. Die mitreisenden Berliner Unternehmen werden sich internationalen Investorinnen und Investoren sowie potenziellen Partnern vorstellen.
São Paulo
São Paulo gilt als wirtschaftliches Zentrum Brasiliens und als bedeutendstes Innovations- und Startup-Ökosystem Lateinamerikas. Im Mittelpunkt stehen die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sowie der Austausch zu Innovation, Wissenschaft und Digitalisierung.
Geplant ist ein Treffen mit dem Vize-Gouverneur São Paulos, Felício Ramuth, bei dem ein Memorandum of Understanding zwischen dem Land Berlin und dem Bundesstaat São Paulo zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit unterzeichnet werden soll.
Darüber hinaus besucht die Delegation das Centro de Pesquisa e Inovação em Gases de Efeito Estufa (RCGI) der Universidade de São Paulo (USP), eines der führenden Forschungszentren Brasiliens im Bereich Klima-, Energie- und Nachhaltigkeitsforschung.
Ebenso vorgesehen ist ein Besuch bei InvestSP, der staatlichen Investitionsförderagentur des Bundesstaates São Paulo. Sie unterstützt Unternehmen dabei, sich in São Paulo anzusiedeln oder dort zu expandieren, indem sie Informationen, Beratung und Kontakte zu Behörden und Geschäftspartnern bereitstellt.
Brasilien als wichtiger Partner für Berlin
Rund 8.700 brasilianische Staatsangehörige leben in Berlin. Im Handel mit Brasilien erreichte Berlin 2025 ein Exportvolumen von rund 138 Millionen Euro. Exportiert wurden vor allem pharmazeutische Erzeugnisse, Datenverarbeitungstechnik sowie elektrische Ausrüstungen. Die Importe beliefen sich im selben Jahr auf rund 130 Millionen Euro.
Mit dem Internationalisierungskonzept 2025–2027 richtet Berlin seine Außenwirtschaft gezielt auf mehr Diversifizierung aus und stärkt dabei insbesondere die Beziehungen zu Lateinamerika. Daraus ergeben sich vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Energie und nachhaltige Industrie wachsende Potenziale für die Zusammenarbeit mit Brasilien.
Im Energiebereich bietet insbesondere die Wasserstoffwirtschaft große Chancen für eine vertiefte Zusammenarbeit. Brasilien zählt zu den internationalen Vorreitern beim Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft und verfügt aufgrund seiner natürlichen Voraussetzungen über großes Potenzial für die Produktion erneuerbarer Energien. Berlin hat Anfang Dezember 2025 den Vorsitz der Initiative Wasserstoff Ostdeutschland (IWO) übernommen und treibt den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft voran. Der Austausch mit Brasilien eröffnet dabei neue Möglichkeiten für wirtschaftliche Kooperationen und den Ausbau klimafreundlicher Energieinfrastrukturen.
Brasilien war 2026 Partnerland der Hannover Messe und treibt die Kooperation mit Deutschland und Europa insbesondere in der industriellen Transformation und im Klimaschutz weiter voran.
Statement

EU-Kommission ruft Deutschland dazu auf, unter anderem die Rahmenbedingungen für Wohnungsbauinvestitionen zu verbessern, um Wohnraum erschwinglicher zu machen.

Dazu sagt IHK-Hauptgeschäftsgeschäftsführerin Manja Schreiner
„Die EU-Kommission mahnt bessere Rahmenbedingungen für Wohnungsbauinvestitionen in Deutschland an. Dieser Ordnungsruf gilt erst recht für Berlin. Sicher, wir haben das Schneller-Bauen – und das Einfacher-Bauen-Gesetz. Aber wichtige Aspekte wie die Angleichung der Arten- und Denkmalschutzvorgaben auf den Bundesstandard, fehlen noch. Die Berliner Vorgaben und die unterschiedliche Handhabung in den Bezirken verursachen regelmäßig Mehrkosten in Millionenhöhe und jahrelange Bauverzögerungen. Über allem schwebt zudem das Damoklesschwert der Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbaugesellschaften. Das ist das Gegenteil von besseren Rahmenbedingungen für Investitionen in den Wohnungsbau.“
Pressemitteilung

IHK-Studie zeigt resiliente Berliner Außenwirtschaft, warnt aber: handelspolitische Risiken können Tausende Jobs gefährden

Die Berliner Außenwirtschaft erweist sich laut aktueller IHK-Analyse trotz geopolitischer Spannungen als robust – und wächst: Im Jahr 2025 stiegen Exporte und Importe. Doch Berliner Unternehmerinnen und Unternehmen sehen die internationalen Handelshemmnisse auf Rekordniveau und das Risiko für einzelne Branchen steigt: Handelspolitische Schocks, insbesondere Strafzölle seitens der USA, können je nach Höhe der Zölle bis zu 18.500 Arbeitsplätze in Berlin gefährden. Entsprechende Handelsszenarien hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der IHK Berlin jetzt erstmals untersucht und konkrete Auswirkungen auf die Berliner Wirtschaft dargestellt. Ergänzend hat die IHK Berlin international aktive Unternehmen befragt.
Berliner Außenhandel wächst weiter:
Die Berliner Exporte stiegen im Jahr 2025 um +6,1 Prozent auf insgesamt 18,2 Milliarden Euro. Die USA bleiben zwar größter Absatzmarkt, verlieren jedoch an Dynamik (-5,9 % gegenüber 2024), während europäische Partner wie Frankreich (+17,1%) und Polen (+13,3%) deutliche aufholen und an Bedeutung gewinnen. Insgesamt legten die Berliner Exporte in die EU um +11,4% zu.
Die Berliner Importe legten sogar um +12,6 Prozent zu und erreichten einen Wert von 21,9 Milliarden Euro. Hier zeigen sich klare Veränderungen: China baut seine Rolle als zentraler Importmarkt weiter aus (+35,7%), während die USA auch hier an Gewicht verlieren (-8,1%).
Berliner Wirtschaft ist zwar insgesamt widerstandsfähig, Risiken für einzelne Branchen steigen aber
In den IW-Szenarien zu möglichen handelspolitischen Schocks (wie einer Entkopplung von China oder extremen US-Nachfrageausfällen infolge von US-Zöllen) sinkt die Berliner Bruttowertschöpfung insgesamt jeweils um weniger als 1 Prozent.
Allerdings steigen die Risiken auf Branchen- und Unternehmensebene. So hat sich die EU mit US-Präsident Trump im „Turnberry-Deal“ auf 15 Prozent Zölle auf EU-Exporte in die USA verständigt. Bleibt der Zoll dauerhaft in dieser Höhe, ist laut Studie mit einem Einbruch deutscher und europäischer Exporte um 22,5 Prozent zu rechnen. Als Folge wären in Berlin fast 11.000 Arbeitsplätze betroffen (0,5 Prozent aller Berliner Erwerbstätigen). In pessimistischeren Szenarien mit höheren Zöllen und möglichen Gegenzöllen wächst das Risiko auf bis zu 18.550 gefährdete Jobs in der Hauptstadt. Besonders tief wären die Einschnitte bei IT- und Informationsdienstleistern, Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen sowie Herstellern von Elektronik, Optik und Datenverarbeitungsgeräten.
Unternehmen melden Handelshemmnisse auf Allzeithoch:
Die ergänzende IHK-Unternehmensumfrage zeigt bereits eine deutliche Verschlechterung der Rahmenbedingungen im internationalen Geschäft: 70 Prozent der Unternehmen berichten von zunehmenden Handelshemmnissen. Am häufigsten genannt werden höhere Zölle, wobei fast 90 Prozent davon die USA betreffen.
Diversifizierung wird immer wichtiger
Alternative Märkte wie die EU oder die Mercosur-Staaten können Verluste abfedern, aber nicht vollständig kompensieren. Zum Vergleich: Im moderaten US-Szenario mit dauerhaften Zöllen von 15 Prozent müssten die Berliner EU-Exporte um 9,3% steigen, während sich die Exporte in die Mercosur-Staaten nahezu vervierfachen müssten.
Die IHK-Unternehmensumfrage zeigt allerdings auch: Gerade beim Mercosur-Abkommen bleibt bislang viel Potenzial ungenutzt. Über 90 Prozent der Berliner Unternehmen haben bisher keine Anpassungen ihrer Lieferketten oder Geschäftsaktivitäten vorgenommen. Mit 232 Millionen Euro Exportvolumen liegt der Anteil der Mercosur-Staaten bislang bei lediglich 1,3 Prozent der Berliner Ausfuhren.
Im Juni reist daher eine IHK-Wirtschaftsdelegation gemeinsam mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey nach Brasilien.
Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin:
„Berlins Außenwirtschaft ist robust aufgestellt, schafft Arbeitsplätze und stärkt die wirtschaftliche Kraft der Stadt insgesamt. Doch zunehmende protektionistische Handelspolitik, insbesondere die US-Zollpolitik und damit drohende Jobverluste setzen unsere Wirtschaft unter Druck. Unternehmen können diese geopolitischen Risiken nicht im Alleingang bewältigen. Wir fordern eine krisensichere Internationalisierungsstrategie, die gezielt neue Wachstumsmärkte erschließt. Ziel muss es sein, den Handel in bislang wenig erschlossenen Märkten wie Afrika, Indien oder den Mercosur-Staaten zu steigern und die Lieferketten weiter zu diversifizieren.“
Hintergrund zur Studie:
Die vollständige Studie lesen Sie anbei und hier:
Die Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft/ IW Consult GmbH im Auftrag der IHK Berlin analysiert erstmals umfassend die internationalen Wertschöpfungsketten der Berliner Außenwirtschaft. Sie verknüpft makroökonomische Modellierungen und Szenarioanalysen mit den Außenhandelsdaten des Statistischen Bundesamtes.
Pressemitteilung

IHK-Konjunkturumfrage: Abwärtstrend setzt sich fort, Konjunkturklima fällt auf kritischen Wert

Das Konjunkturklima ist im Frühsommer 2026 erneut gesunken, die Wirtschaft in Berlin verliert damit weiter an Dynamik. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Frühsommer-Konjunkturumfrage der IHK Berlin unter 830 Unternehmerinnen und Unternehmern. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe sind nach Angaben der Befragten dabei die größten Risiken für die geschäftliche Entwicklung. Auf der heutigen Pressekonferenz forderte IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner deshalb, auch in Wahlkampfzeiten den Fokus auf die wirtschaftliche Entwicklung zu richten. Eine stabile Wirtschaft sei die Basis einer stabilen Demokratie.
Seit Jahresbeginn hat der Konjunkturklima-Index sechs Punkte eingebüßt und liegt mit 100 Punkten nun deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 124 Punkten. Zwar waren vergleichbar niedrige Werte auch in den Krisenjahren 2009, 2020 und 2022 zu beobachten, auf diese folgte jedoch jeweils eine rasche Erholung. Der derzeitige Rückgang ist hingegen Ausdruck einer anhaltenden konjunkturellen und strukturellen Schwäche der Berliner Wirtschaft.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Statt eines vorübergehenden Infekts, der sich schnell auskurieren lässt, kämpft die Berliner Wirtschaft nun augenscheinlich mit einer Langzeiterkrankung. Die Kombination aus schwacher Nachfrage, hohen Kosten und rückläufigen Investitionen belastet die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Damit daraus keine chronische Schwäche wird, muss dringend gegengesteuert werden. Jede zusätzliche Belastung in Form von Auflagen oder Abgaben verschärfen die aktuelle Lage, die Politik muss endlich Ernst machen mit dem Bürokratie-Abbau. Die Berliner Wirtschaft braucht vielmehr Wachstumsimpulse, zum Wohl der gesamten Stadt. Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch den Berlinerinnen und Berlinern gut. Eine starke Wirtschaft ist die Grundlage einer handlungsfähigen Demokratie.“
Geschäftslage schwach, Erwartungen pessimistisch
Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich deutlich verschlechtert. Der entsprechende Indikator liegt nur noch bei drei Punkten. Die Geschäftsentwicklung ist dabei in nahezu allen Branchen rückläufig. Besonders stark betroffen sind Baugewerbe, Handel und Gastgewerbe, während sich der Dienstleistungssektor vergleichsweise stabil zeigt.
Auch beim Blick in die Zukunft überwiegt die Skepsis: Der Erwartungsindikator fällt auf minus drei Punkte und liegt damit unter der Nulllinie.
Investitionen und Beschäftigung gehen zurück
Die schwache konjunkturelle Entwicklung schlägt sich in den Planungen der Unternehmen nieder. Die Beschäftigungsabsichten sind so zurückhaltend wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr. Der entsprechende Indikator liegt aktuell bei minus vier Punkten und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 13 Punkten. Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich erste Effekte: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist rückläufig, womit der langjährige Wachstumstrend unterbrochen wurde.
Parallel dazu bleibt die Investitionsbereitschaft gering. Weniger als jedes zweite Unternehmen plant aktuell Investitionen. Der Investitionsindikator fällt auf 13 Punkte und erreicht damit den niedrigsten Stand seit der Coronapandemie.
Risiken nehmen deutlich zu
Die wirtschaftlichen Risiken haben sich im Frühsommer 2026 spürbar verschärft. Vor allem gestiegene Energie- und Rohstoffpreise belasten die Unternehmen. Energiepreise werden von rund der Hälfte der Betriebe als Risiko genannt, Rohstoffpreise von etwa einem Drittel.
Zwei von drei Unternehmern sagen allerdings, dass die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das größte geschäftliche Risiko für sie bedeutet. Auch der schwache Inlandsabsatz (57%) und hohe Arbeitskosten (53%) sind weiterhin problematisch. Demgegenüber verliert der Fachkräftemangel an Bedeutung (39%) und liegt aktuell auf einem niedrigeren Niveau als vor der Corona-Pandemie.
Den gesamten Bericht finden Sie hier: www.ihk.de/berlin/konjunktur
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Schreiner zu Arbeitsmarktzahlen

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Mittlerweile sind in Berlin rund 220.000 Personen ohne Arbeit. Das entspricht der Einwohnerzahl einer deutschen Großstadt. Die Arbeitslosenquote liegt mit 10,3 Prozent zudem deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Ohne ein Wachstum in den beschäftigungsintensiven Branchen entstehen keine neuen Arbeitsplätze. Deshalb braucht Berlin wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und eine verlässliche Standortpolitik. Wenn die Verwaltungsreform nun umgesetzt wird, Berlin sich für Olympia und hoffentlich auch für die Expo bewirbt, sind das die dringend notwendigen Aufbruchssignale für eine leistungsstarke und zukunftsgewandte Metropole. Berechnungen zufolge könnten durch eine Expo 80.000 temporäre und rund 20.000 dauerhafte neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zusätzliche Belastungen für Unternehmen – etwa durch die Ausbildungsplatzabgabe – oder die rückwärtsgewandte Vergesellschaftungsdebatte sind hingegen pures Gift und senden das völlig falsche Signal. Sie bremsen das Wachstum, gefährden Investitionen und damit auch Arbeitsplätze."
Pressemitteilung

Die Antwort auf „WTF is IHK“? Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft! Neue IHK-Kampagne macht Wirtschaft sichtbar

Auf fast 1.000 Werbeflächen in der gesamten Stadt, mit Anzeigen in Wirtschaftsmedien, Podcast-Spots und auf Social-Media wirbt die IHK Berlin in diesem Frühsommer für die Anliegen der Berliner Wirtschaft und die Arbeit der IHK. Auf den Bildern mit authentischen Berliner Unternehmerinnen und Unternehmern geht es um Themen wie Bürokratie, Behörden-Pingpong oder fehlende Nachwuchskräfte.
Die Kampagne startete im Mai 2026 mit einer für eine IHK unkonventionellen Teaser-Phase in unternehmensstarken Berliner Kiezen und auf Social Media: „WTF ist IHK?“ stand auf den ansonsten ungebrandeten Plakaten im Berliner Stadtbild.
Die Hauptkampagne beginnt in der kommenden Woche. Dann stehen die Mitgliedunternehmen und das Leistungsangebot der IHK im Mittelpunkt. Zehn Unternehmerinnen und Unternehmer erzählen auf den Plakaten, wo im unternehmerischen Alltag der Schuh drückt, wie bürokratische Auflagen Wachstum hemmen und wie die IHK Berlin sie konkret unterstützt.
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Gerade im aufziehenden Wahlkampf kann man nicht laut genug sagen: Wirtschaft ist vielleicht nicht alles, aber ohne Wirtschaft läuft hier nichts. Unternehmen schaffen Arbeitsplätze, sorgen für Steuereinnahmen und damit für soziale Stabilität. Deshalb wollen wir zeigen, wer Berlin am Laufen hält, und was wir tun, um unsere mehr als 330.000 Mitgliedsunternehmen zu unterstützen. Denn die IHK ist offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Immer neue Auflagen aus Brüssel, von Bund und Land machen unseren Mitgliedsunternehmen das Leben schwer. Wir stehen als IHK unseren Unternehmen nicht nur bei diesen Herausforderungen zur Seite. Das machen wir ganz praktisch mit Beratung und Information, aber auch als Verstärker in Richtung Politik und Verwaltung. Unser Claim „Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft“ bringt Aufgabe, Anspruch und Ansporn also genau auf den Punkt.“
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IHK-Umfrage: Auch Mehrheit der Grünen-Wähler für Randbebauung des Tempelhofer Feldes

Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes in Berlin sind auch 60 Prozent der Grünen-Wählerinnen und Wähler für eine maßvolle Randbebauung des Tempelhofer Feldes. Das ist eines der Ergebnisse einer aktuellen und repräsentativen Umfrage der IHK Berlin. Unter den Anhängerinnen und Anhängern der CDU sind es 73 Prozent. 66 Prozent der SPD-nahen Berlinerinnen und Berliner befürworten die Randbebauung, gefolgt von den Linken-Wählerinnen und Wählern mit 61 Prozent. Über alle Parteipräferenzen hinweg liegt die Zustimmung für eine maßvolle Randbebauung des Tempelhofer Feldes bei fast 59 Prozent, lediglich 25 Prozent der Befragten lehnen eine Erschließung der Randflächen für den Wohnungsbau ab.

IHK-Präsident Sebastian Stietzel: „Die Berlinerinnen und Berliner sind bei der Frage der Randbebauung des Tempelhofer Feldes weiter als Teile der Politik. Ja, es gab einen Volksentscheid. Aber seither hat sich die Welt verändert. Anstatt also standortgefährdende und für den Haushalt ruinöse Vergesellschaftungsdebatten zu führen, sollte die Politik den Wählerinnen und Wählern folgen. Günstigen Wohnraum gibt es nur, wenn mehr gebaut wird.“
Die detaillierten Ergebnisse der Umfragen finden Sie im Anhang.
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Repräsentative IHK-Umfrage: Mehrheit der Berliner unterstützt EXPO-Bewerbung

Eine klare Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner ist für eine Bewerbung der Hauptstadt um die Weltausstellung EXPO 2035. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag der IHK Berlin. Insgesamt befürworten 65 Prozent der Befragten, dass Deutschland mit Berlin ins Rennen um die Weltausstellung gehen sollte. Unter CDU-Anhängerinnen und Anhängern ist die Zustimmung mit 80 Prozent besonders hoch. Bei den Befragten, die der SPD nahestehen, liegt die Zustimmung bei 76 Prozent. Auch bei den Wählerinnen und Wählern der Grünen gibt es mit 74 Prozent eine deutliche Mehrheit. 60 Prozent derjenigen Befragten, die der Linken nahestehen, sind für eine EXPO 2035.
Mit einer möglichen EXPO 2035 verbinden die Berlinerinnen und Berliner vor allem konkrete Erwartungen an die Weiterentwicklung der Stadt. Am häufigsten wird genannt, dass eine Weltausstellung Verbesserungen bei Infrastruktur und Stadtentwicklung (41 Prozent) bringen muss. Verknüpft werden mit einer EXPO 2035 zudem die Erwartung auf mehr Arbeitsplätze sowie die Förderung von Innovation und Zukunftsthemen.
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Fast zwei Drittel der Berlinerinnen und Berliner sind für eine EXPO-Bewerbung. Sie erkennen die immensen Chancen, die die Weltausstellung mit sich bringt. Das ist ein starkes Signal und großer Rückhalt für die Gespräche der Senatskanzlei mit dem Land Brandenburg für eine gemeinsame Ausrichtung. Noch ist es nicht zu spät, um den Innovations- und Investitionsbooster EXPO in die Metropolraumregion zu holen. Dafür muss der Bewerbungsprozess aber jetzt endlich eingeleitet werden.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel zum Stellenabbau bei IAV: Berliner Politik muss Spielräume für bessere Wettbewerbsbedingungen nutzen

Zum angekündigten Stellenabbau beim Automobildienstleister IAV sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Das sind sehr schlechte Nachrichten für den Wirtschaftsstandort. Gerade im industriellen und industrienahen Bereich häufen sich auch in Berlin und im Berliner Umland die Nachrichten von Stellenabbau und Stilllegungen. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Wettbewerbssituation gerade im internationalen Umfeld ist hart, und angesichts der aktuellen globalen Krisen werden nur die Standorte erfolgreich sein, die beste Voraussetzungen bieten. Das ist in Deutschland aktuell nicht mehr der Fall: Die Kostenbelastung ist zu hoch, die Unternehmen fühlen sich durch Bürokratie erdrückt, öffentliche und private Investitionen verharren auf einem viel zu niedrigen Niveau. Die Berliner Politik kann sich dieser Lage nicht alleine widersetzen, aber sie muss alle Spielräume nutzen, um dem Trend entgegenzuwirken: Mit einer konsequenten Umsetzung der Verwaltungsmodernisierung, mit dem Abbau von Landesbürokratie, mit einem klaren Investitionsfokus auf wirtschaftsrelevante Infrastruktur, und mit einem entschiedenen „Nein“ aller verantwortlichen Akteure für alles, was in wirtschaftliche Freiheit eingreift.
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Klimaschutzpartner des Jahres 2026: Gewinner mit zukunftsweisenden Lösungen aus und für Berlin ausgezeichnet

Von Wasser- und Wärmerückgewinnung über Drohnenlogistik bis zum Fahrradparkhaus: Am Dienstagabend, 05. Mai wurden die Preisträger des renommierten Wettbewerbs der Berliner Wirtschaft „Klimaschutzpartner des Jahres“ gekürt. Die Klimaschutzpartner Berlin bringen seit 25 Jahren Akteure aus Wirtschaft, Handwerk, Wissenschaft, Verwaltung und dem Land Berlin zusammen – getragen von der gemeinsamen Überzeugung, dass Klimaschutz nur im Zusammenspiel erfolgreich sein kann. Insgesamt 44 Projekte hatten sich in diesem Jubiläumsjahr beworben. Die Jury nominierte daraus 16 Projekte, die mit rund 180 Gästen ihre Projekte für den mit 2.500 Euro dotierten Publikumspreis pitchen konnten. Die Verleihung fand im Rahmen der „Berliner Energietage“ im Ludwig Erhard Haus statt.
In der Kategorie A „Realisierte Projekte“ wurde das Projekt „Reallabor Integrierte Wasser- und Wärmerückgewinnung im Quartier (IWIQ)“ der Kompetenzzentrum Wasser Berlin gGmbH ausgezeichnet. Das Reallabor erforscht, wie Grauwasserrecycling und Wärmerückgewinnung erstmals systematisch im Berliner Gebäudebestand eingesetzt werden können. Ziel ist es, Trinkwasserverbräuche um mindestens 30 Prozent – mit erweiterten Anwendungen sogar um bis zu 60 Prozent – zu senken und gleichzeitig einen relevanten Anteil des Warmwasser-Wärmebedarfs durch zurückgewonnene Energie zu decken. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Entlastung urbaner Infrastrukturen und zur Verzahnung von Wasser-, Energie- und Wärmewende.
Torsten Dunkelmann, Vize-Präsident des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, würdigte das Projekt in seiner Laudatio: „Mit IWIQ wird deutlich, welches enorme Klimaschutzpotenzial im Gebäudebestand steckt. Das Projekt denkt Wasser- und Energiekreisläufe konsequent zusammen und zeigt praxisnah, wie Ressourceneffizienz im Quartier funktionieren kann – übertragbar, skalierbar und zukunftsfähig.“
Der Preis in der Kategorie B „Innovative Planungen“ ging an das Projekt „U‑Space Berlin“ des Startups Colors UG gemeinsam mit Labfly / DiAvEn UG. Das urbane Drohnen-Reallabor erprobt seit 2025 eine neue Form des Transports medizinischer Proben in Berlin. Zwischen zwei Kliniken im Südwesten der Stadt werden Laborproben per Drohne transportiert – deutlich schneller, kostengünstiger und nahezu emissionsfrei im Vergleich zu herkömmlichen Kurierfahrten. Das Projekt verbindet technologische Innovation mit konkretem Klimanutzen und leistet gleichzeitig Pionierarbeit im regulatorischen Umfeld für den dauerhaften Einsatz von Drohnen im urbanen Raum.
Axel Pinkert, Geschäftsführer Finanzen der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH, betonte in seiner Laudatio: „U‑Space Berlin zeigt eindrucksvoll, wie digitale Innovation und Klimaschutz Hand in Hand gehen können. Die drohnenbasierte Logistik spart Zeit, Kosten und CO₂. In größerem Maßstab umgesetzt, hat das Modell das Potenzial, die medizinische Logistik in Berlin nachhaltig zu verändern.“
In der Kategorie C „Projekte öffentlicher Einrichtungen“ wurde die GB infraVelo GmbH für ihr Projekt „Nachhaltig, sicher und zukunftsweisend: Das erste öffentliche Fahrradparkhaus Berlins“ ausgezeichnet. Am Regional- und S‑Bahnhof Schöneweide entsteht derzeit Berlins erstes öffentliches Fahrradparkhaus mit über 1.100 Stellplätzen. Der Neubau kombiniert eine nachhaltige Holzbauweise mit begrünten Fassaden, Photovoltaik, Regenwassermanagement und einer digitalen, kostenfreien Nutzung der Stellplätze. Das Projekt stärkt den Umweltverbund, fördert multimodale Mobilität und soll als Blaupause für weitere Fahrradparkhäuser in Berlin dienen.
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, erklärte in ihrer Laudatio: Das Fahrradparkhaus der GB infraVelo GmbH „ist weit mehr als nur eine Abstellanlage. Dieses Projekt steht für eine neue Qualität der Fahrradinfrastruktur in Berlin. Es verbindet nachhaltige Bauweise mit digitalem Zugang und ist beispielgebend für den weiteren Ausbau multimodaler Mobilitätsangebote“.
Die Fotos des Abends stehen Ihnen hier zur Verfügung (Fotocredits: IHK Berlin/ Konstantin Gastmann). Fotos der Gewinner-Projekte finden Sie hier.
Weitere Informationen zu den Projekten der Preisträger sowie dem Gewinner des Publikumspreises finden Sie hier: www.klimaschutzpartner-berlin.de
Hintergrund:
Bereits seit 2002 wird der Preis „Klimaschutzpartner des Jahres“ vom Bündnis Klimaschutzpartner Berlin verliehen und ist damit einer der renommiertesten Auszeichnungen im Bereich Klimaschutz in Berlin. Mit Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie sowie der Innung SHK Berlin gewinnt der Wettbewerb in der aktuellen Auflage erneut zwei neue Unterstützer. Das Bündnis wird zudem getragen von der Architektenkammer Berlin, Baukammer Berlin, BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg e.V., Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V., Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin, Ostdeutscher Bankenverband e.V., Verband kommunaler Unternehmen e.V. – Landesgruppe Berlin-Brandenburg, Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. sowie den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.
Die Durchführung des Wettbewerbs wird auch in diesem Jahr durch die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH unterstützt.
Pressemitteilung

Erfolg für Kooperationsprojekt BOOM! Schüler starten besser orientiert in die Ausbildungsplatzsuche, Zahl der teilnehmenden Schulen mehr als verdoppelt

Das Kooperationsprojekt BOOM! der IHK Berlin und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie für eine strukturierte, wirksame und datenbasierte Berufsorientierung für Klasse 7-10 wird auf zehn Schulen skaliert.
Umfragen zeigen, dass viele Jugendliche die Schule ohne klare berufliche Vorstellungen verlassen. Das erschwert zum einen die Vermittlung auf einen passenden Ausbildungsplatz, zum anderen sind fehlerhafte Vorstellungen vom gewählten Ausbildungsberuf einer der häufigsten Gründe für Ausbildungsabbrüche. Eine strukturierte Berufsorientierung an den weiterführenden Schulen hilft, diese Zahlen zu reduzieren und mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen.
Zum BOOM! - Ansatz gehören deshalb u.a. die Entwicklung bzw. Überarbeitung schulischer Berufsorientierungs-Konzepte und der systematische Aufbau von Kooperationen mit ortsansässigen Unternehmen. Die Wirkung der Angebote wird regelmäßig anhand eines festen Bewertungskatalogs gemessen, um bei Bedarf nachzusteuern.
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Das BOOM!-Projekt steht für eine enge und verlässliche Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft. Es bringt praxisnahe Einblicke direkt in den Schulalltag und stärkt damit eine zeitgemäße, lebensnahe Berufsorientierung. Vor diesem Hintergrund ist der weitere Ausbau des Projekts ein folgerichtiger Schritt. Eine fundierte Berufsorientierung ist ein zentraler Baustein für gelingende Bildungsbiografien. Die Berufsorientierungs-Managerinnen und -Manager leisten hierzu einen wichtigen Beitrag: Sie vernetzen Schulen mit der Wirtschaft, bringen wertvolles Know-how ein und vermitteln authentische Einblicke in unternehmerisches Denken und Arbeiten. Gemeinsam mit der IHK setzen wir ein innovatives Modell um, das Jugendlichen bessere Übergänge in Ausbildung und Beruf eröffnet und zugleich den Wirtschaftsstandort Berlin nachhaltig stärkt.“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Mit unserem gemeinsamen Projekt helfen wir jungen Menschen, eine Berufswahl zu treffen, die zu ihnen passt. Das ist gut für die Jugendlichen – und gut für Berlin. Denn unsere Mitgliedsunternehmen suchen händeringend engagierten Nachwuchs. Die ersten Erfolge unseres gemeinsamen Projektes zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Möglich gemacht hat das die Entschlossenheit der Senatsverwaltung für Bildung, die Rolle der Berufsorientierung an den Schulen aufzuwerten. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem innovativen Projekt das Matching zwischen suchenden Jugendlichen und suchenden Unternehmen perspektivisch erheblich verbessern können und mehr erreichen werden als durch unnötige staatliche Regulierung in Form von Abgaben und Auflagen.“
Begonnen hat BOOM! 2023 als Pilotprojekt an der Willy-Brandt Schule. Im Rahmen des Projekts wurde eine schuleigene Karrieremesse ins Leben gerufen, neue Kooperationen mit Unternehmen und außerschulischen Partnern geschaffen und Berufsorientierung als Querschnittsthema im Kollegium verankert. In einer Umfrage zur Erfolgsevaluation gaben 75 Prozent der Schülerinnen und Schüler an, dass die neu etablierten Maßnahmen ihnen bei der beruflichen Orientierung geholfen haben. 80 Prozent der Lehrenden fanden die Maßnahmen seien zielführend.
Pressemitteilung

Berlin als Knotenpunkt für Sicherheit und Innovation: Wirtschaft und Politik starten „TechHUB SVI Ost“

Im Rahmen der IHK-Konferenz zur Resilienz und Verteidigungsfähigkeit Berlins wurde am Montag die Initiative „TechHUB SVI Ost“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Berlins technisches Know-How und Expertise in Schlüsseltechnologien für sicherheits- und verteidigungsrelevante Innovationen stärker zu koordinieren und gemeinsame Strukturen mit der Bundeswehr und den Sicherheitsbehörden zu schaffen. Die Initiative wird dazu in Absprache mit dem Bundesverteidigungsministerium in den nächsten Monaten konkrete Schwerpunkte und Formate entwickeln. Getragen wird die Initiative von der Senatskanzlei Berlin, der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Berlin Partner, der Investitionsbank Berlin, den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg und der IHK Berlin.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Mit dem neuen Berliner TechHub für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie bündeln wir Berlins technologische Stärke und vernetzen Wirtschaft, Forschung und Sicherheitsakteure im Osten Deutschlands noch enger. Als Bundeshauptstadt tragen wir besondere Verantwortung für Resilienz und Sicherheit. Deshalb schaffen wir Strukturen, die Innovationen schneller in die Anwendung bringen und Berlin zu einem europäischen Standort für Sicherheitstechnologien machen. Unsere Unternehmen, Start-ups sowie Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen bringen enormes Know-how mit - und bieten exzellente Voraussetzungen für den Aufbau eines starken DefTech-Ökosystems.“
Franziska Giffey, Senatorin, Senatsverwaltung Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Wir wollen Unternehmen der DefTech-Branche und des Dual-Use-Bereichs systematisch mit dem Berliner Innovations- und Startup-Ökosystem und unserer Wirtschaftsförderung verknüpfen. Mit dem TechHUB SVI Ost schaffen wir eine neue Struktur für Zusammenarbeit, mit der wir die wirtschafts- und innovationspolitischen Potentiale am Standort steigern und zugleich einen Beitrag zu mehr Resilienz, technologischen Souveränität und Verteidigungsfähigkeit und Sicherheit leisten.“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Berlin ist als Hauptstadt immer im Fokus. Sicherheit und Verteidigungsfähigkeit sind also längst zentrale Standortfragen. Wir haben die innovativen Unternehmen, exzellente Forschung und die besondere Nähe zu Bund und Bundeswehr. Diese Stärken werden wir gezielt zusammenbringen, Kooperationsstrukturen schaffen und mit den Bedarfen von Bundeswehr und Sicherheitsbehörden verzahnen.“
Dr. Stefan Franzke, Hauptgeschäftsführer Berlin Partner: „Das internationale Interesse an Berlin als Standort für Sicherheits- und Verteidigungsindustrie nimmt spürbar zu. Ausschlaggebend ist die fundierte Kompetenz bei Dual Use Schlüsseltechnologien wie Cybersecurity, Drohnen und New Space, Halbleiter, Additive Fertigung, KI, Sensorik. Hinzu kommen ein internationaler und damit attraktiver Talentpool sowie die Nähe zu Politik, Bundeswehr, vielen Bundesbehörden und europäischen Partnern. Die partnerschaftliche Etablierung des TechHUB SVI Ost ist daher eine konsequente Antwort. Berlin Partner unterstützt den systematischen Aufbau des Ökosystems, koordiniert Akteure und schafft wirksame Formate für Neuansiedlungen und nachhaltiges Innovationsmanagement.“
Dr. Hinrich Holm, Vorstandsvorsitzender Investitionsbank Berlin: „Sicherheits- und Verteidigungsprojekte erfordern Planungssicherheit und Innovationskraft gleichermaßen. Dazu gehören funktionierende Infrastrukturen wie z. B. Brücken, Schutzräume oder Krankenhäuser oder auch Vorhaben von innovativen Berliner Unternehmen aus der Defence-Branche, die wir als Dual-Use-Technologien im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsleitlinien bereits finanzieren können. Unsere Förderprogramme unterstützen damit die Zielrichtung des TechHUB SVI Ost.“
Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer UVBSicherheit und Verteidigung sind die Grundlagen für eine freie Wirtschaft. Der Aufbau des ‚TechHub SVI Ost‘ ist deshalb ein richtiger Schritt für die Hauptstadtregion in bewegter Zeit. Obendrein hilft er, die Wirtschafts- und Innovationspotenziale zu nutzen, die in dieser Branche für Berlin und Brandenburg stecken. „erade das Know-how unserer Unternehmen bei KI, Cybersecurity, Robotik und Photonik kann für viel Dynamik sorgen, und zwar in ganz Ostdeutschland. Damit das Projekt funktioniert, brauchen wir eine intensive Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Bundeswehr. Hier setzen wir auch auf den Einsatz und die Unterstützung durch die Politik.“
Roland Sillmann, Geschäftsführer WISTA Management GmbH: "Der grundlegende Auftrag für uns als WISTA ist es, die Rahmenbedingungen für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen in unserem Umfeld zu schaffen. Der aktuelle Boom im Bereich der Verteidigungstechnologie - angefangen bei Feuerwehrschläuchen für den Zivilschutz bis zu Drohnen für den militärischen Einsatz - bringt enorme Chancen für Berliner Unternehmen mit sich. Wir werden für diese ein Ökosystem mit initiieren, welches überproportionales Wachstum ermöglicht. Die Herausforderung dabei ist es, die Balance zwischen der für Innovationen zwingend erforderlichen Offenheit und dem wachsenden Sicherheitsbedürfnis initial herzustellen und agil anzupassen."
An der hochrangig besetzten Konferenz der Industrie- und Handelskammer „Innovativ. Vernetzt. Verantwortungsvoll - Berlins Beitrag zu Resilienz und Verteidigungsfähigkeit“ mit rund 30 Speakerinnen und Speaker aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nahmen mehr als 250 Gäste teil. Wie leistungsfähig der Standort bereits heute im Defence und Dual-Use Bereich ist, zeigten konkrete Praxisbeispiele von Berliner Unternehmen. So stellte das Unternehmen Germandrones vor, wie in Berlin entwickelte Drohnensysteme zur Aufklärung und zum Schutz kritischer Infrastrukturen auch international im Einsatz sind. Der Marienpark Berlin präsentierte seine Pläne für einen Resilience Technology Campus in Tempelhof, auf dem spezielle Forschungs-, Test und Produktionsflächen für sicherheits- und verteidigungsrelevante Technologien geschaffen werden. Auch Irene Selvanathan, Gründerin des Berliner Start-ups Neurospace, war vertreten. Der von Neurospace entwickelte Rover war gerade erst Teil der Mondmission der NASA.
Pressemitteilung

FuTog 2026 – Berlins Jobmesse für Geflüchtete bringt Wirtschaft und Talente zusammen

Tausende Menschen, ein gemeinsames Ziel: berufliche Perspektiven eröffnen und Potenziale sichtbar machen. Die Jobmesse FuTog Berlin 2026 (Future Together Berlin) bringt Arbeitssuchende mit Fluchterfahrung und Berliner Unternehmen direkt zusammen.
Integration in Arbeit ist mehr als ein Job. Sie schafft Perspektiven für Menschen, sichert Fachkräfte für Unternehmen und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Es geht nicht nur um einen unterschriebenen Arbeitsvertrag, sondern um nachhaltige Beschäftigung, Qualifizierung und langfristige Perspektiven. Genau hier setzt die FuTog Berlin an: Sie schafft direkte Kontakte, verkürzt Wege und macht Potenziale sichtbar. Unter der Federführung der zwölf Berliner Jobcenter, der IHK Berlin, der Handwerkskammer Berlin und den Berliner Arbeitsagenturen fand die Messe in diesem Jahr bereits zum siebten Mal im Ludwig-Erhard-Haus statt. Unter dem Motto #FutureTogetherBerlin kamen heute 3.500 Geflüchtete mit Personalverantwortlichen von rund 50 Unternehmen aus verschiedenen Branchen ins Gespräch und informierten sich über Ausbildung, Arbeit, Anerkennung von Berufsabschlüssen oder Qualifizierungsangebote.

Arbeitsmarktintegration als gemeinsame Aufgabe
Gerade in einer wachsenden und vielfältigen Metropole wie Berlin spielt die Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Fluchterfahrungen eine wichtige Rolle. Sie eröffnet berufliche Perspektiven für die Betroffenen und unterstützt gleichzeitig Unternehmen bei der Fachkräftesicherung. Allein im vergangenen Jahr stieg in Berlin die Beschäftigung von Menschen aus den TOP 8-Asylherkunftsländer (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) und der Ukraine um 4.887 Personen (Stand Januar 2026). Neun von zehn Menschen (88,8 Prozent) arbeiten sozialversicherungspflichtig. Was die Zahl nicht zeigt: Dahinter steckt oft ein langer, aber lohnenswerter Weg. Und es sind alle Arbeitsmarktakteure aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung gefragt, ihre Anstrengungen zu bündeln. Die FuTog Berlin macht sichtbar, wie Zusammenarbeit auf dem Berliner Arbeitsmarkt gelingen kann.

Integration durch Arbeit ist einer der wirksamsten Wege zur gesellschaftlichen Teilhabe
Micha Klapp, Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung: „Die FuTog 2026 ist für das An- und Vorankommen auf dem Berliner Arbeitsmarkt von großer Bedeutung. Sie schafft Sichtbarkeit und bringt kluge Köpfe zusammen. Nicht selten sehen Menschen mit Fluchterfahrung Herausforderungen entgegen, auf dem Berliner Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Gleichzeitig suchen Berliner Unternehmen nach engagierten Fachkräften. Diese Messe ist der Ort, an dem beide Seiten zusammenfinden und ins Gespräch kommen können.
Die Schaffung von optimalen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Matching-Prozess – sei es durch gute Zugänge zum Arbeitsmarkt, die unkomplizierte Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Berufsabschlüssen oder die gezielte Unterstützung beim Spracherwerb – ist eine gemeinsame und gesamtgesellschaftliche Verantwortung aller beteiligten Akteure. Integration durch Arbeit ist keine bedeutungslose Phrase. Integration durch Arbeit ist einer der wirksamsten Wege, um gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und nachhaltige Perspektiven zu schaffen.“

Hinter jedem erfolgreichen Einstieg in einen Job steht eine Begegnung. Die FuTog schafft diese
Nicole Trauelsen, Geschäftsführerin des Jobcenter Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf: „Für viele Geflüchtete ist Arbeit der wichtigste Schritt zu einem selbstbestimmten Leben. Mit der FuTog wird sichtbar, was in unserer täglichen Arbeit im Jobcenter oft verborgen bleibt: dass hinter jedem erfolgreichen Einstieg in den Arbeitsmarkt eine Begegnung steht. Auf dieser Jobmesse bringen wir Unternehmen und Geflüchtete zusammen und schaffen unkomplizierte Möglichkeiten -ohne Formulare und Stellenportale-, einander kennenzulernen. Viele Bewerbungsprozesse beginnen genau hier. Heute und hier kann der Start in Arbeit gelingen – und damit der Weg in ein selbstbestimmtes Leben beginnen. Genau das ist es, was uns antreibt.“

Der Fachkräftemangel ist eine der zentralen Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit Berlins
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Der Fachkräftemangel ist eine der zentralen Herausforderungen für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Stadt. Die Berliner Wirtschaft zeigt die große Bereitschaft ebenso wie den Bedarf, Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung Zukunftsperspektiven zu geben. Die FuTog Berlin bringt daher Betriebe und Jobsuchende zusammen, um Chancen zu eröffnen und das Matching zu erleichtern.“

Die FuTog bringt Betriebe und Menschen mit Fluchterfahrung ins Gespräch und eröffnet Chancen
Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin: „Im Handwerk zählen Können, Motivation und der Wille, Verantwortung zu übernehmen. Die FuTog Berlin bringt Betriebe und Menschen mit Fluchterfahrung direkt miteinander ins Gespräch – und eröffnet Chancen: für Geflüchtete ebenso wie für Unternehmen, die Fachkräfte suchen.“

Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle: Chancen eröffnen, Entwicklung fördern, Fachkräfte sichern
Marcus Weichert, Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg: „Die FuTog Berlin zeigt eindrucksvoll, wie engagiert viele Unternehmen bereits handeln, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Internationale Talente bereichern ein Unternehmen, schaffen Mehrwert und sichern Wettbewerbsvorteile. Geflüchtete Menschen bringen Motivation, Lernbereitschaft und benötigte Fähigkeiten und Kompetenzen mit. Das ist ein echtes Potenzial für unsere Wirtschaft, das wir nutzen sollten.
Nach dem Einstieg kommt der Aufstieg: Ein Unternehmen, das Menschen echte Chancen gibt, sie persönlich fördert und sie qualifiziert, sorgt dafür, dass sie im Betrieb ankommen und gewinnt langfristig Fachkräfte, die bleiben. Unser Berliner Arbeitgeberservice und das gemeinsame Beratungsangebot unter www.weiterbildung.berlin unterstützen bei der Weiterentwicklung im Unternehmen praxisnah und individuell.“

Aus Begegnungen entstehen neue Chancen – für Menschen und für die Berliner Wirtschaft
Lutz Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Berlin Mitte: „Integration in Arbeit oder Ausbildung gelingt nur gemeinsam. Gerade in einer so vielfältigen Metropole wie Berlin sehen wir, wie wichtig die Zusammenarbeit von Unternehmen, Jobcentern, Arbeitsagenturen sowie Partnern wie der IHK und der Handwerkskammer ist. Mich beeindruckt jedes Jahr aufs Neue, wie viele engagierte Unternehmen hier auf der FuTog direkt mit Menschen mit Fluchterfahrung ins Gespräch kommen. Denn genau aus solchen Begegnungen entstehen neue Chancen – für Menschen und für die Berliner Wirtschaft.“

FuTog Berlin 2026 in Zahlen:
  • Rund 3.500 Besucherinnen und Besucher, überwiegend aus den TOP 8-Asylherkunftsländer (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) und der Ukraine.
  • Rund 50 Unternehmen aus Handel, Handwerk, Industrie, Dienstleistung, IT, Sicherheit und Verkehr und Logistik.
  • Begleitende Beratungsangebote: von Anerkennungsberatung ausländischer Berufsabschlüsse über Sprachmittlung bis zu Workshops.
  • Ein Ziel: gemeinsam die berufliche Integration und persönliche Entwicklung geflüchteter Menschen zu ermöglichen sowie dem Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu Fraktionsbeschlüssen: Beschlüsse lassen mutiges Gesamtkonzept für wachsendes Berlin vermissen

Zu den Ergebnissen der Fraktionsklausur sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Die Koalitionsfraktionen haben zwar viele Beschlüsse gefasst, was sie bis zur Wahl in wenigen Monaten noch schaffen wollen. Ein mutiges Gesamtkonzept für ein wachsendes Berlin sehen wir darin allerdings nicht. Positiv ist zwar, dass beim Wohnungsbau auf beschleunigte Verfahren, vereinfachtes Bauen und die Aktivierung vorhandener Flächen zum Beispiel für Beschäftigten- und Azubiwohnen gesetzt werden soll. Eine pauschale oder strukturelle Umwidmung von Gewerbeflächen für den Wohnungsbau lehnen wir allerdings strikt ab. Berlin darf sich Wirtschaftswachstum nicht im wahrsten Sinne des Wortes zubetonieren.
Beim Thema Vergabe ist die Richtung richtig, aber der Schritt bleibt zu klein. Die geplante Anhebung der Schwellenwerte im Berliner Ausschreibungs- und Vergabegesetz ist ein erkennbarer Beitrag zum Bürokratieabbau. Allerdings wird ein aus unserer Sicht wesentliches Ziel verfehlt, nämlich die Harmonisierung mit den attraktiveren Brandenburger Rahmenbedingungen. Damit bleibt ein eklatanter Wettbewerbsnachteil für die Hauptstadt weiter bestehen.“
Pressemitteilung

Berliner Wirtschaft und Zivilgesellschaft warnen vor Verzögerung der Verwaltungsreform

Mit großer Sorge und zunehmender Ungeduld reagieren Vertreterinnen und Vertreter aus Berliner Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf die Entscheidung, den neuen Aufgabenkatalog zur Verwaltungsreform heute abermals nicht im Senat zu beschließen. Das stellt den Zeitplan eines der wichtigsten Reformvorhaben der Stadt massiv in Frage.
Die Verwaltungsreform ist eine zentrale Voraussetzung für eine leistungsfähige, verlässliche und moderne Berliner Verwaltung. Klare Zuständigkeiten, schnellere Verfahren und weniger Reibungsverluste werden seit Jahren versprochen – von Bürgerinnen und Bürgern ebenso erwartet wie von Unternehmen. Jede weitere Verzögerung untergräbt das Vertrauen in die Reformfähigkeit der Berliner Politik.
Der Aufgabenkatalog ist dabei kein Randthema, sondern eine Grundvoraussetzung für den weiteren Reformprozess. Er schafft Transparenz über Verantwortlichkeiten und bildet die Basis für die nächste, entscheidende Phase: die tatsächliche Neuordnung von Zuständigkeiten, effizientere Prozesse und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Hauptverwaltung und Bezirken. Voraussetzung dafür ist, dass der Senat seinen Entwurf jetzt vorlegt. Nur dann kann der Rat der Bürgermeister förmlich beteiligt werden.
Ohne diesen Schritt droht die Verwaltungsreform zu scheitern. Berlin braucht jetzt Verbindlichkeit statt weiterer Verschiebungen.

Wolfgang Hurnik, Vorstand, Verband Berliner Verwaltungsjuristinnen und Verwaltungsjuristen e.V.
Christophe Knoch, Vorstandsmitglied, Stiftung Zukunft Berlin
Dr.-Ing. Christian Müller, Vorsitzender, Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg e.V.
Sebastian Stietzel, Präsident, Industrie- und Handelskammer zu Berlin
Ute Weiland, Geschäftsführerin, Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.
Pressemitteilung

CAPA-Gipfel 2026: Berlin wird Treffpunkt der internationalen Luftverkehrsbranche - BER, visitBerlin und IHKs bündeln Kräfte für die Luftverkehrsregion

Gemeinsame Medieninformation von FBB, IHKs Berlin und Cottbus sowie visitBerlin:
Am 23. und 24. April 2026 wird Berlin zum Treffpunkt der internationalen Luftverkehrsbranche: Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER), visitBerlin und die Industrie- und Handelskammern (IHK) Berlin und Cottbus begrüßen die globale Luftfahrt zum diesjährigen CAPA Airline Leader Summit. Top-Manager, Führungskräfte und Fachleute aus aller Welt reisen dafür in die Hauptstadt, um Trends, Zukunftsthemen und zentrale Herausforderungen der Branche zu diskutieren.
„Es ist wichtig, dass Branchentreffen wie die CAPA-Konferenz in der Hauptstadtregion stattfinden. Damit steigt die Wahrnehmung von Berlin-Brandenburg in der globalen Luftverkehrsgemeinschaft und wir können zeigen, was der Standort zu bieten hat”, sagt Aletta von Massenbach, Vorsitzende der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. “Experten aus aller Welt kommen in der Hauptstadt zusammen, um sich über zentrale Luftverkehrsthemen auszutauschen – darunter viele Entscheidungsträger von Fluggesellschaften, Dienstleistern und Zulieferfirmen.“
Robert Rückel, Vizepräsident der IHK Berlin: „Dass die internationale Luftverkehrsbranche in Berlin zusammenkommt, macht deutlich: Die Hauptstadtregion hat mit dem BER das Potenzial, sich zu einem leistungsfähigen europäischen Luftverkehrsknoten zu entwickeln. Dafür müssen aber die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen stimmen. Die Berliner Wirtschaft ist auf Direktverbindungen in die Welt angewiesen. Wir werden uns als IHK Berlin weiterhin gemeinsam mit unseren Partnern für Konnektivität einsetzen.“
Jens Warnken, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus: „Die internationale CAPA-Konferenz in Berlin bietet eine hervorragende Gelegenheit, gegenüber der Politik erneut deutlich zu machen, dass der Luftverkehrsstandort Deutschland dringend spürbare Entlastungen benötigt. Zugleich rückt der Gipfel die dynamische Entwicklung der prosperierenden Flughafenregion Berlin-Brandenburg in den Fokus. Seit der Eröffnung des BER sind beeindruckende Unternehmensinvestitionen im Flughafenumfeld erfolgt – ein klares Signal für das vorhandene Potenzial. Fest steht: Jede neue Direkt- und Langstreckenverbindung sowie jede zusätzliche Airline stärkt die internationale Anbindung, erhöht die Standortattraktivität und schafft nachhaltiges Wachstum sowie neue Arbeitsplätze für die Region.“
„Mit dem CAPA Airline Leader Summit sprechen wir gezielt Entscheidungsträger internationaler Airlines an und ergänzen damit unsere diesjährigen Maßnahmen des Connectivity Board. Ziel ist es, Berlin als attraktiven Tourismus‑ und MICE‑Standort zu positionieren und die Vorteile neuer Flugverbindungen ab und bis BER aufzuzeigen. Vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer Entwicklungen überdenken derzeit viele Fluggesellschaften ihre Netzwerkplanungen. Das eröffnet Berlin mittel‑ bis langfristig neue Chancen auf mehr internationale Direktverbindungen.“ Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin
Connectivity Board: BER, visitBerlin und IHKs bündeln Kräfte
Gastgeber für die CAPA-Konferenz in Berlin ist das Connectivity Board – ein Zusammenschluss des Flughafens BER, visitBerlin sowie den Industrie- und Handelskammern (IHK) Berlin und Cottbus. Seit 2025 bündelt die Initiative regionale Kräfte, um weltweit bei den Airlines für den Luftverkehrsstandort Berlin-Brandenburg zu werben und so die internationale Anbindung der Hauptstadtregion zu verbessern. Ziele sind ein größeres Angebot an Verbindungen in europäische Städte und Langstreckendestinationen vom Standort BER aus.
Besonders freuen wir uns in diesem Jahr über die neue Langstreckenverbindung von Air Canada: Vom 3. Juli bis 11. Oktober 2026 fliegt die größte kanadische Fluggesellschaft viermal pro Woche direkt von Berlin nach Montréal.
Weitere Informationen zum CAPA Airline Leader Summit 2026 finden Sie hier.
Statement

IHK-Präsident Stietzel zur Koalitionsklausur

Zur bevorstehenden Klausur der Koalitionsfraktionen sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Für die Klausur kurz vor Ende der Legislatur lautet der Appell der Wirtschaft: Mutig sein! Die Reform des Vergaberechts muss zwingend noch kommen. Und wer es ernst meint mit dem Konjunkturbooster, darf bei der Erhöhung der Wertgrenzen nicht hinter unseren Nachbarn aus Brandenburg zurückstehen. Die Klausur ist auch die letzte Chance der Legislatur, alte Versprechen einzulösen: zum Beispiel das Versprechen für eine Expo in Berlin, das der Regierende Bürgermeister kurz nach seinem Amtsantritt gegenüber der IHK-Vollversammlung gegeben hat. Jetzt ist der Moment, sich für die Innovationen, Investitionen und Gäste aus aller Welt zu öffnen! Mutig sein heißt übrigens auch, weiterhin uneingeschränkt an den wirtschaftlichen Erfolg dieser Stadt zu glauben. Dafür braucht es dringend Gewerbeflächen. Insofern wäre es ein Bärendienst für den Aufschwung, wenn die Berliner Politik tatsächlich eine stärkere Umwandlung von Industrie- in Wohnflächen plant“
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zur Bilanz 10 Jahre Roadmap Wohnungsbau

Zur heute vorgestellten Bilanz nach zehn Jahren Roadmap für 400.000 bezahlbare Wohnungen im Landeseigentum, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit Wohnraum. Die Bilanz zeigt aber auch klar: Allein mit öffentlichen Wohnungsunternehmen lässt sich der massive Bedarf nicht decken. Ohne die privaten und genossenschaftlichen Akteure geht es nicht. Diese können aber nur bauen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehören planbare Verfahren, schnellere Genehmigungen, niedrigere Bau und Baunebenkosten sowie ein konstruktiverer Umgang mit dem Thema Artenschutz.
Aktuell werden ganze Stadtquartiere mit tausenden dringend benötigten Wohnungen wegen Artenschutzvorgaben nicht realisiert, hier läuft ein grundsätzlich wichtiges Anliegen definitiv aus dem Ruder. Es braucht einen Artenschutz, der ökologisch sinnvoll ist, aber auch das öffentliche Interesse am Bauen berücksichtigt. Aus Sicht der IHK Berlin gehört dazu eine frühzeitige, standardisierte Artenschutzprüfung und verbindliche Fristen für Entscheidungen der Behörden.
Zu den wichtigsten Rahmenbedingungen gehört Verlässlichkeit. Wer hier Wohnraum schafft, braucht Investitionssicherheit. Gedankenspiele zu Enteignungen oder Vergesellschaftungen sind das Gegenteil von Sicherheit. Vergesellschaftungen verprellen diejenigen, die bauen wollen, schaffen keinen einzigen Quadratmeter neuen Wohnraum und werden die öffentlichen Haushalte auf Jahrzehnte dramatisch belasten. Berlin braucht keinen Verteilungsdiskurs, sondern eine konsequente Neubauoffensive mit öffentlichen, privaten und genossenschaftlichen Akteuren.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel zum Beschluss Konnexitätsgesetz: Endlich gute Nachrichten aus der Politik

Der Senat hat heute das Konnexitätsgesetz beschlossen. Dazu IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
"Dass der Senat heute das Konnexitätsgesetz beschlossen hat, ist endlich einmal eine gute Nachricht aus der Politik für die Berliner Wirtschaft. Denn damit steht eine weitere wichtige Säule der Verwaltungsreform. Die Bezirke tragen einen großen Teil der bürger- und unternehmensnahen Verwaltung. Sie können aber nur gute Arbeit leisten, wenn neue Aufgaben mit entsprechenden Mitteln hinterlegt werden. Ohne eine Einigung auf diesen Grundsatz wäre die Reform ernsthaft gefährdet gewesen. Aus Sicht der Wirtschaft gilt das noch mehr für den Aufgabenkatalog, den der Senat in der kommenden Woche verabschieden will. Nach Jahrzehnten des Behörden-Pingpongs ist schwarz auf weiß nachzulesen, für welche Aufgaben jede Behörde zuständig ist. Das ist tatsächlich ein Quantensprung in Sachen Transparenz und hat echtes Potenzial, den Alltag der Wirtschaft spürbar zu vereinfachen.
Die IHK Berlin hat den Prozess der Verwaltungsreform in den vergangenen Jahren intensiv begleitet und das werden wir auch weiterhin tun. Denn Beschluss heißt noch nicht Umsetzung. Dieses Mammutprojekt erfordert weiterhin hohes Engagement und klare politische Entscheidungen – nicht nur bis zur Wahl."
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zu Arbeitsmarktzahlen

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Angesichts der anhaltenden Unsicherheit fehlt dem Berliner Arbeitsmarkt derzeit jeder Impuls zur Erholung. Das überrascht nicht, denn die wirtschaftliche Lage ist insgesamt nicht gut. Die Unternehmen investieren nicht ausreichend, und die Beschäftigungspläne gehen zurück. Auch die Berliner Politik muss ihre Spielräume nutzen, um das Wachstum anzukurbeln. Konkret bedeutet das: Bürokratie abbauen, Verwaltungsreform umsetzen, Gewerbeflächen sichern, keine neuen Steuern oder Abgaben. Nur so kann eine Trendwende am Arbeitsmarkt gelingen.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel: Koalitionspläne Industrieflächen für Wohnungsbau greifen wirtschaftliche Substanz Berlins an

Zu Zeitungsberichten über die Pläne der Koalitionsfraktionen, Industrieflächen für den Wohnungsbau zu opfern, sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Wir können von diesem Manöver nur dringendst abraten. Damit verbaut sich Berlin im wahrsten Sinne des Wortes seine wirtschaftliche Zukunft. Statt Gewerbe gegen Wohnungsbau auszuspielen, sollte die Politik dafür sorgen, dass endlich die bestehenden Wohnungsbaupotenziale in Berlin ausgeschöpft werden. Denn die gibt es, nachzulesen im aktuellen Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 des Senats. Dieser weist Wohnungsbaupotenziale für 249.000 Wohnungen aus – deutlich mehr als die benötigten 222.000 Wohnungen bis 2040. Über 85 Prozent dieser Potenziale lassen sich innerhalb der bestehenden Stadtstruktur verwirklichen. Allein durch Nachverdichtung und Aufstockung können 72.000 Wohnungen entstehen, weitere 116.000 in großen und 44.000 in mittelgroßen Potenzialflächen. Damit zeigt die eigene Verwaltung klar: Berlin hat genügend Wohnungsbaupotenziale, ohne Industrieflächen anzutasten. Auch die stadtpolitische Debatte über eine Entwicklung des Tempelhofer Feldes gehört auf die Agenda, bevor man erneut die wirtschaftliche Substanz Berlins angreift. Die Berliner Wirtschaft hat einen jährlichen Flächenbedarf von etwa 40 Hektar. Gerade produzierende Unternehmen sind auf robuste und geschützte Flächenkulissen angewiesen.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel: Stimme für Ausbildungsplatzabgabe ist Votum gegen Wirtschaftsstandort

Morgen soll im Abgeordnetenhaus das Gesetz zur Ausbildungsabgabe verabschiedet werden. Dazu IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Eine Stimme für die Ausbildungsplatzabgabe ist ein Votum gegen den Wirtschaftsstandort. Wird das Gesetz tatsächlich verabschiedet, bleibt die Erkenntnis: Fakten und Sachargumente zu den echten Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt interessieren im politischen Raum zumindest bei diesem Thema offenbar nicht. Die Berliner Wirtschaft hat 1.300 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Insgesamt wurden von den Berliner Unternehmen und Betrieben mehr als 25.000 Ausbildungsplätze angeboten. Davon konnte nach einer aktuellen Erhebung ein Drittel nicht besetzt werden, weil die Bewerber fehlen.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel zur Internationalen Bauausstellung

Zum heutigen IBA-Beschluss des Senats sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Wir freuen uns über die Entscheidung, die Internationale Bauausstellung nach Berlin zu holen. Die IBA bietet die Chance, notwendige Impulse für die Lösung zentraler klima- und flächenpolitischer Herausforderungen zu setzen. Im Sinne einer Zukunftsdekade, deren Strahlkraft weit über Berlin hinausreicht, sollte das Land jetzt entschlossen den nächsten Schritt gehen und auch für die Expo 2035 eine Bewerbung abgeben. Erst aus dem klugen Zusammenspiel von IBA, Expo und Olympischen Spielen wird der Investitions- und Innovationsbooster möglich, den nicht nur die Hauptstadtregion so dringend braucht.“
Pressemitteilung

Gesetz zur Ausbildungsplatzabgabe ist Misstrauensvotum gegen die Berliner Wirtschaft

Das von den Regierungsparteien vorgelegte Gesetz zur Ausbildungsplatzabgabe ist ein Misstrauensvotum gegen die Berliner Wirtschaft. Damit stellen die Regierungsparteien den Koalitionsfrieden über die Interessen des Wirtschaftsstandorts Berlin. Die geplante Abgabe ist ungerecht insbesondere gegenüber mittelständischen Unternehmen, intransparent bei der Höhe der Belastung, belastet die öffentlichen Haushalte - also am Ende uns alle - und wird der Qualität der dualen Ausbildung nachhaltig schaden. Dass der Koalitionsbeschluss zudem vor der nächsten Sitzung des Bündnisses für Ausbildung öffentlich präsentiert wurde, diskreditiert Arbeit und Erfolge des Bündnisses.
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Die Berliner Wirtschaft hat in den vergangenen zwei Jahren rund 1300 zusätzliche Ausbildungsverhältnisse geschaffen und schneidet damit im Deutschlandvergleich trotz schwierigster konjunktureller Lage deutlich besser ab. Dass die Politik trotzdem ihre Ausbildungsabgabe durchdrückt, ist eine Ohrfeige für alle, die sich mit großem Engagement dafür einsetzen, Jugendliche tatsächlich in Ausbildung zu bringen. Der Verdacht liegt nahe, dass die treibenden Kräfte hinter dem Gesetz das Bündnis für Ausbildung von Anfang nur als Ablenkungsmanöver genutzt haben.“
Alexander Schirp, Hauptgeschäftsführer Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg: „Mit einer Ausbildungsplatzabgabe stellt sich der Standort Berlin selbst ein Bein. Die Botschaft an Unternehmen und Investoren lautet: Hier greift der Staat ungehemmt in eure Personalpolitik ein, hier treibt er die Kosten weiter in die Höhe, hier gibt es keine Grenzen bei zusätzlicher Bürokratie und Verwaltung. All das kommt in einer Zeit, in der die Wirtschaft mit wachsender Unsicherheit, Transformation, Strukturkrisen und jetzt auch noch mit dem Konflikt im Nahen Osten zu kämpfen hat. Die Unternehmen wollen in junge Menschen investieren, nicht in ineffiziente staatliche Umverteilungssysteme.“
Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Berlin-Brandenburg: "Wirtschaft liefert, doch die Politik straft sie ab. Mit der Ausbildungsplatzabgabe übernimmt die CDU-geführte Koalition ein in Bremen schon erfolgloses rot-rot-grünes Modell. Fatal für die Berliner Unternehmen, welche in den vergangenen Jahren alles getan haben, um zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen, aber keine Bewerber finden. Das Bündnis für Ausbildung entpuppt sich als Farce. Diese Politik missbrauchte und zerstört das Vertrauen der Berliner Wirtschaft.“
Gerrit Buchhorn, Hauptgeschäftsführer Dehoga Berlin: „Aus unserer Sicht wäre es sinnvoll gewesen, zunächst die Ergebnisse abzuwarten und auf dieser Grundlage mögliche Maßnahmen zu bewerten. Stattdessen werden bereits Gesetzentwürfe vorgelegt und Fakten geschaffen, ohne die Entwicklungen ausreichend zu berücksichtigen. Hinzu kommt, dass in der aktuellen Systematik die tatsächliche Nachfrage nach dualen Ausbildungsplätzen nicht berücksichtigt und die wirtschaftliche Lage sogar vollkommen außer Acht gelassen wird. Das führt erneut zu zusätzlichen Belastungen für die Wirtschaft – und mittelbar auch für die Bürgerinnen und Bürger. Denn staatlich finanzierte Umlagesysteme werden letztlich über Steuermittel getragen, und zusätzliche Kosten auf Seiten der Betriebe müssen häufig über höhere Preise weitergegeben werden.“
Katrin Fischer, Präsidium Freie Berufe Berlin: „Die strukturelle Benachteiligung kleiner Unternehmen bis 20 Mitarbeiter sowie die gesetzliche Ignorierung der Ausbildung in praxisintegrierten dualen Studiengängen ist für uns Freie Berufe nicht hinnehmbar.“
Katarzyna Urbanczyk-Siwek, Geschäftsführerin Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg: „Es irritiert zutiefst, dass ausgerechnet politische Kräfte, die sich traditionell als wirtschaftsnah verstehen, einer pauschalen Ausbildungsplatzumlage das Wort reden. Die Bauwirtschaft praktiziert seit Jahrzehnten eine branchengebundene Umlage und weiß daher sehr genau, was dieses Instrument leisten kann – und was nicht. Umlagen sichern Qualität, unterstützen ausbildende Betriebe und Auszubildende finanziell, sie sind aber kein Zwangsmittel, um neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Aus dieser Erfahrung heraus lehnen wir eine allgemeine Umlage nach dem Gießkannenprinzip entschieden ab – Ausbildungsfinanzierung ist eine branchenbezogene Entscheidung, keine politische Strafabgabe.“
Harald Dittmar, Vorstand SIBB, Verband der Digitalwirtschaft Berlin Brandenburg: „Wir als SIBB sehen nicht, dass mit diesem neuen Bürokratieauf- statt Abbau die Lösung dieses strukturellen Problems gelöst wird. Im Gegenteil werden damit innovative Unternehmen mit hoher Produktivität bestraft und demzufolge ist es kontraproduktiv. Gerade die IT-Branche mit vielen KMU, Startups und Scaleups benötigt in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation Stabilität und Planungssicherheit. Außerdem kritisieren wir die Nicht-Berücksichtigung akademischer Qualifizierung. Die Digitalwirtschaft hat einen hohen Anteil an Hochschulqualifizierten. Wir fordern die Politik auf, nicht neue Hindernisse in den Weg zu legen, sondern das Ziel zu unterstützen, die Standortattraktivität zu erhöhen, damit nicht andere Metropolen im Wettbewerb um die innovativsten Unternehmen und schlausten Köpfe an Berlin vorbeiziehen.“

Pressemitteilung

Berliner Wirtschaft zu Änderungen bei Ausbildungsplatzabgabe: Das Gesetz bleibt falsch

Die Berliner Wirtschaft lehnt das Gesetz zur Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe auch mit den jetzt vorgestellten Änderungen ab. Im Folgenden die gemeinsame Erklärung von IHK Berlin, der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg, dem Handelsverband Berlin-Brandenburg, Dehoga Berlin, SIBB - Verband der Digitalwirtschaft, den Unternehmensverbänden Berlin-Brandenburg und dem Verband Freie Berufe in Berlin.
Das Gesetz bleibt auch mit den Änderungen falsch. Die Berliner Unternehmen und Betriebe haben geliefert und innerhalb von zwei Jahren knapp 1.300 zusätzliche Ausbildungsverhältnisse geschaffen – trotz schwierigster wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Was die Berliner Verwaltung erreicht hat, ist bislang nicht bekannt.
Vor diesem Hintergrund ist für uns nicht nachvollziehbar, warum die Politik nicht die Chance nutzt, auf dem bisher Erreichten aufzubauen und nachweislich erfolgreiche Maßnahmen zur Verbesserung von Berufsorientierung und Berufseinstieg weiter zu verstärken. Die nächste Sitzung des Bündnisses für Ausbildung am kommenden Freitag wäre eine gute Gelegenheit gewesen, entsprechende Schritte gemeinsam abzustimmen.
Aus Sicht der Wirtschaft ist es sehr ärgerlich, dass die Regierungsfraktionen stattdessen wenige Tage vor dieser Sitzung einen Gesetzesentwurf präsentieren und - allen Einwänden zum Trotz - an diesem umstrittenen Vorhaben von zweifelhafter Wirksamkeit festhalten.
Die aktuellen Änderungen führen dazu, dass die Abgaben eines kleinen mittelständischen Betriebs, der keine Auszubildenden findet, zur vollständigen Finanzierung zusätzlicher Ausbildungsplätze in einem Konzern verwendet werden können.
Dieses Gesetz hilft also weder den Jugendlichen noch dem Wirtschaftsstandort Berlin, sondern führt zu zusätzlicher Bürokratie, belastet die öffentlichen Haushalte und den Preis zahlen am Ende die Berlinerinnen und Berliner über Steuern und höhere Preise, wenn Unternehmen zusätzliche Kosten weitergeben müssen.
Statement

Sebastian Stietzel zur Expo (Anlass: Brandenburger Koalitionsvertrag)

Anlässlich des heute vorgestellten Brandenburger Koalitionsvertrages, in dem die künftigen Koalitionäre eine Bewerbung für eine Expo nicht verankert haben, sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Nachdem eine Expo im Koalitionsvertrag in Brandenburg nicht adressiert wird, ist jetzt der Berliner Senat wieder aufgefordert, die bisherige Haltung zu überdenken und für die Hauptstadt ins Rennen zu gehen. Berlin sollte als europäische Initiative Gastgeber für die Welt sein! Aus Sicht der Wirtschaft und großen Teilen der Stadtgesellschaft ist weiterhin nicht nachvollziehbar, warum die Politik diese Option auf Innovation, Infrastruktur und Image für Berlin einfach aus der Hand gibt.“
Pressemitteilung

Ausbildungsmesse zum Volleyball-Bundesligaspiel von BBSC und IHK Berlin

Unter dem Motto „Wir bilden Zukunft – im Sport und im Beruf“ verbinden der Berlin Brandenburger Sportclub (BBSC) und die IHK Berlin Spitzensport mit Berufsorientierung. Vor dem Match steht das Matching im Mittelpunkt: Erstmals findet am Samstag, 8. März von 12 bis 14 Uhr im Rahmen eines Heimspieltages der Volleyball-Damenmannschaft in der 2. Bundesliga Pro eine Ausbildungsmesse statt. Regionale Unternehmen kommen mit Schülerinnen und Schülern, Nachwuchstalenten, Eltern und Sportbegeisterten ins Gespräch, um über Ausbildungs-, Studien- und Karrierewege zu informieren und Matchings zwischen Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen zu ermöglichen. Darüber hinaus wird ein Bewerbungsmappen-Check angeboten. Veranstaltungsort dieser Premiere ist die Sporthalle Hämmerlingstraße in Köpenick. Die Teilnahme an der Ausbildungsmesse und dem anschließenden Bundesligaspiel ist kostenfrei.
Volleyball meets Ausbildung am 08.03.2026
12:00 bis 14:00 Uhr: Ausbildungsmesse, im Anschluss: Bundesligaspiel
Sporthalle Hämmerlingstraße, Hämmerlingstraße 88, 12555 Berlin
Der BBSC Berlin steht seit 20 Jahren für erfolgreiche Mädchen- und Frauenförderung. Die Ausbildungsmesse richtet sich jedoch bewusst nicht nur an aktive Sportlerinnen, sondern an alle jungen Menschen, die sich praxisnah orientieren möchten. Das neue Format schafft mit Vorbildern, Sport und Informationen aus der Praxis einen niedrigschwelligen Zugang rund um die Themen Ausbildung und Berufseinstieg.
Andreas Tamm, Geschäftsführer BBSC Service GmbH:
„Leistungssport und berufliche Perspektive gehören zusammen. Eine sportliche Karriere ist zeitlich begrenzt – umso wichtiger ist es, gerade auch jungen Frauen frühzeitig Sicherheit und Perspektiven für die Zeit neben und nach dem Sport aufzuzeigen. Genau hier setzen wir gemeinsam mit der IHK Berlin an.“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin:
„Wenn wir junge Menschen für Ausbildung begeistern wollen, braucht es Zeit und den Willen, neue Wege zu gehen. Wir bringen Berufsorientierung mitten in den Alltag der Jugendlichen, um Hürden abzubauen und echtes Interesse zu wecken. Statt mit einer Ausbildungsplatzabgabe Betriebe zu bestrafen, geht es jetzt darum, alle Kräfte zu bündeln, um für frühzeitige Berufsorientierung zu sorgen und das Matching zwischen Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen zu erleichtern.“
Anmeldung:
Interessierte Besucherinnen und Besucher und Unternehmerinnen und Unternehmer sind herzlich eingeladen! Um Anmeldung unter folgendem Link wird gebeten: https://events.ihk-berlin.de/20260308volleyballmeetsausbildung
Pressemitteilung

Berlin and Windhoek Launch Landmark Skills Partnership to Empower Namibian Youth and Address Germany’s Skilled Labour Shortage

Talentsbridge Namibia, a groundbreaking initiative between Namibia and Germany was officially launched today, marking a significant step toward addressing two critical socioeconomic challenges: Namibia’s high youth unemployment rate and Germany’s increasing shortage of skilled workers.
To effectively address these challenges, the Berlin Chamber of Commerce and Industry (IHK Berlin) partnered with TalentsBridge e.V to launch the pilot project for international workforce development. The initiative provides direct access to young Namibians to participate in a structured skills development programme that will prepare them and enhance their readiness for employment opportunities in both Germany and Namibia. The project is being developed in the context of the longstanding city partnership between Windhoek and Berlin.
To be implemented with the support of key stakeholders including the Ministry of International Relations and Trade, Ministry of Education, Innovation, Youth, Sports, Arts & Culture, and the Namibia Investment Promotion and Development Board, TalentsBridge Namibia is envisaged to become a center of excellence that generates direct employment in key sectors starting with Industrial Electrics, Wholesale & Retail and Hospitality. Further to that it will ensure that Namibian youth are equipped not only for present day market demands, but also for the demands of a constantly evolving global economy.
The programme is firmly aligned with the strategic priorities of Namibia’s National Development Plan 6 (NDP6), which prioritises youth empowerment, skills development, economic diversification and international partnerships as key drivers of inclusive economic growth. By strengthening the country’s human capital, and facilitating labour pathways, Talentsbridge directly contributes towards alleviating the triple challenge of unemployment, inequality and poverty, while increasing Namibia’s competitiveness.
Applications for the first intake are now officially open to all Namibian youth across the country, and will close on 31 March 2026. The selection process will be transparent and merit-based, ensuring equal opportunity for all applicants. In the first year 100 young Namibians will be selected. The preparatory course including language lessons will start in May 2026, with the vocational training slated for 01 September 2026.

Quotes from Speakers:

1. Jessica Hauuanga
Acting CEO: NIPDB:
“For Namibia, TalentsBridge is a catalyst for stronger human capital, improved employability, and a more competitive investment environment. For investors, it provides assurance that Namibia is responsive to their needs, be it from a policy framework or skills availability perspective. As an investment-ready destination, we are ready to make the necessary investments to ensure that we develop and cultivate skills that are aligned to market demands and economic growth.”

2. Sebastian Stietzel, President of the Berlin Chamber of Commerce and Industry, and Chairman Talentsbridge
“Applying for training at the TalentsBridge Training Center marks the first step toward a new professional future for young people in Namibia. This is because the training, which is based on IHK standards, is geared toward the skilled labor needs of our partner companies. Those who complete the training and pass the exams can start working as skilled workers in Germany right away. Young people trained to IHK standards are also in high demand in Namibia. We are therefore very pleased that the Namibian government is providing such strong support for the TalentsBridge project as we now move into the decisive implementation phase of this joint project.”

3. Dalia Mwiya, Director: TVET
Ministry of Education, Innovation, Youth, Sports, Arts & Culture:
“Namibia’s greatest natural resource is talent, and through TalentsBridge, we are focusing on skills with purpose. We are positioning Namibia as a nation that deeply values artisans as much as our academics. Vocational training is no longer a second option, it is a first choice for national growth and this is how we continue to build Namibia”.

Pressemitteilung

Mehr Ausbildungsverhältnisse auch ohne Ausbildungsplatzabgabe

Zugleich ist es gelungen, Ausbildungsverhältnisse stabiler zu gestalten und Abbrüche zu vermeiden. Die Zahl der Vertragslösungen sank gegenüber 2023 um 287 Fälle auf 2.697 (-1,2 Prozentpunkte). Dazu beigetragen hat auch das neue, mehrstufige Angebot der IHK Berlin aus Workshops, individueller Beratung, Mediation und Schlichtung. Diese positive Entwicklung ist Ergebnis einer immensen Kraftanstrengung der Wirtschaft und das trotz stagnierender Konjunktur und sinkender Beschäftigtenzahlen.
Laut IHK-Konjunkturerhebungen bewerteten Unternehmen Ende 2025 ihre wirtschaftliche Lage so schlecht wie seit der Coronakrise nicht mehr. In den letzten zwei Jahren hat sich die konjunkturelle Schwächephase immer weiter vertieft. Beschäftigungsabbau und Investitionszurückhaltung prägen das Bild. Dies bestätigen auch die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit: Der langjährige Beschäftigungsaufbau in Berlin ist zum Stillstand gekommen und hat sich ins Gegenteil verkehrt (November 2025: –0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Die Wirtschaft schafft zusätzliche Ausbildungsverhältnisse – ganz ohne die Ausbildungsplatzabgabe, sondern aus Verantwortung für den Standort und für die eigene Fachkräftesicherung. Wer also angesichts dieser Bilanz weiter an einer pauschalen Abgabe festhält, setzt auf Bürokratismus statt auf wirksame Lösungen. Mit Blick auf die Ausbildungsplatzabgabe ist nun die Verwaltung am Zug und muss ebenfalls ihren Beitrag zur Erhöhung der Ausbildungsverhältnisse leisten. Die Ressourcen, die auf Verwaltungsseite in den Gesetzentwurf gesteckt werden, wären jedenfalls beim Ausbau der Ausbildungsaktivitäten in der Verwaltung selbst erheblich besser investiert gewesen.“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Nachhaltige Wirkung braucht Zeit und den Willen, neue Wege zu gehen. So hätte es noch signifikant mehr Ausbildungsverträge gegeben, wenn alle Ausbildungsplätze tatsächlich besetzt und nicht so viele Jugendliche in schulischen oder berufsvorbereitenden Bildungsangeboten stecken würden, obwohl sie auf dem regulären Ausbildungsmarkt gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz hätten. Allerdings fehlt es bisher hierzu an Daten und Transparenz in den zuständigen Stellen, um gezielt auf diese Jugendlichen zuzugehen und sie mit passgenauen Angeboten zu versorgen. Wem es darum geht, Jugendliche in Ausbildung zu vermitteln, der weiß: Gerade mit Blick auf Berufsorientierung, Schulqualität und Matching zwischen Ausbildungsbetrieben und Jugendlichen sind noch viele Hausaufgaben zu machen. Die Ausbildungsplatzabgabe gehört definitiv nicht dazu.“
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Konjunktur in Berlin‑Brandenburg: Wirtschaft tritt auf der Stelle – strukturelle Schwäche verfestigt sich

Die Metropolregion Berlin‑Brandenburg kommt zum Jahresbeginn 2026 wirtschaftlich nicht vom Fleck. Die aktuellen Zahlen des Konjunkturberichtes der Berliner und Brandenburger Industrie- und Handelskammern legen die strukturelle Krise offen. Der Konjunkturklimaindex liegt mit jetzt 102 Punkten nur minimal über der Stillstandsmarke (100 Punkte). Zwei Drittel der Unternehmerinnen und Unternehmen nennen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das größte Risiko für die Geschäftsentwicklung. Die seit über drei Jahren andauernde Schwächephase dauert damit länger als alle Wachstumsdellen der vergangenen zwei Jahrzehnte.
Zu Jahresbeginn verbessert sich die Geschäftslage geringfügig. Der Lageindikator steigt um zwei Punkte auf neun Punkte. Dennoch zeigt sich in keinem Wirtschaftszweig ein stabiler positiver Trend.

In Brandenburg sorgen v. a. Dienstleistungen sowie ein leicht verbessertes Handelsumfeld für minimale Aufhellungen. In Berlin treiben vor allem größere Industrieunternehmen den Lageindikator nach oben: Die Exporte steigen wieder, 32 Prozent der Betriebe melden zunehmende Ausfuhren, im Herbst waren es nur 18 Prozent. Handel und Gastgewerbe leiden jedoch unter der mangelnden Konsumfreude der Kundinnen und Kunden.
Beim Blick auf die künftige Geschäftsentwicklung überwiegt die Skepsis. In Brandenburg steigen die Erwartungen zwar leicht, bleiben aber klar negativ. Auch in Berlin hellen sich die Aussichten in drei von fünf Branchen etwas auf – jedoch ohne echten Optimismus-Schub. Diese Skepsis hat Auswirkungen auf die Personalplanungen: Unternehmen bleiben abwartend und planen mehrheitlich keinen Beschäftigungsaufwuchs. Dies gilt insbesondere für Brandenburg. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Investitionsplänen. Nur noch 54 Prozent der Unternehmen planen Investitionen, besonders selten wird in den Ausbau der Kapazitäten investiert.
Positiv ist die stabile Bereitschaft zu Investitionen in Innovationen zu bewerten.
Befragt nach den größten Risiken für die geschäftliche Entwicklung landen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen erneut auf Platz 1. Für zwei Drittel der Unternehmen sind Bürokratie, lange Genehmigungsverfahren und steuerliche Belastungen das größte Geschäftsrisiko, gefolgt von hohen Arbeitskosten und dem schwachen Inlandsabsatz.
André Fritsche, Hauptgeschäftsführer IHK Cottbus: „Es gibt keine Entwarnung, die Lage für die Berlin-Brandenburger Wirtschaft bleibt besorgniserregend. Die Unternehmen blicken anhaltend skeptisch auf die kommenden Monate. Eine Trendumkehr ist nicht zu erkennen. Im brandenburgischen Handel und Bau sind die Aussichten am negativsten, nur im Gastgewerbe gibt es Lichtblicke. In der Berliner Wirtschaft senden Industrie und Baugewerbe erstmals seit vier Jahren optimistischere Signale, allerdings haben sich hier die Erwartungen der Dienstleister und Händler eingetrübt. Politische Entscheidungen müssen weiter konsequent auf Wachstum und Investitionen ausgerichtet und Reformen zügig umgesetzt werden. Dazu gehört auch der Mut, sich für die Expo 2035 in der Metropolregion zu bewerben. Der zu erwartende Innovations- und Investitionsschub hätte nachhaltig positive Effekte für die ostdeutschen Bundesländer.“
Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer IHK Potsdam: „In den nächsten zehn Jahren stehen, allein nur in unserem Kammerbezirk über 150.000 Arbeitsplätze bei unseren Betrieben auf dem Spiel. Wenn wir alle IHKs in unserer Region zusammennehmen, wird die Zahl also deutlich größer. Die Gefahr ist real: Jedes zweite Unternehmen in Berlin und Brandenburg braucht in den nächsten zehn Jahren einen Nachfolger oder Nachfolgerin. Seit 2022, als wir das letzte Mal die Fragen gestellt haben, hat sich nichts getan. Im Gegenteil, das Problem ist zu einem dauerhaften Risiko für unsere Wirtschaft geworden. Deswegen brauchen wir jetzt zielgerichtete Programme, Finanzierungsgarantien, steuerliche Anreize durch die Länder, um den Unternehmerinnen und Unternehmern eine Firmenübergabe zu erleichtern.
Manja Schreiner Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Wir reden hier von einer langanhaltenden konjunkturellen und strukturellen Wirtschaftsschwäche. In dieser Situation muss Politik alles tun, um Wirtschaft zu stärken. Und erst recht alles unterlassen, was zusätzlich belastet. Das heißt an erster Stelle auf die Ausbildungsplatzabgabe verzichten und Debatten um Enteignungen oder Vergesellschaftungen abbinden. Denn nur florierende und wachsende Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und sorgen für Steuereinnahmen.“
Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin IHK Ostbrandenburg: „Wir verzeichnen in der gesamten Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg eine schwache Investitionsaktivität, was besorgniserregend ist. Denn die Kombination von ausbleibenden Investitionen, schwacher Nachfrage und steigenden Kosten bremst das Wachstum von heute und morgen. Das zeigt auch der Blick auf den Arbeitsmarkt, wo der Personalbedarf zurückgeht. Trotzdem bleibt der Fachkräftemangel kritisch, gerade mit Blick auf die verlässliche Verfügbarkeit von Personal vor dem Hintergrund zunehmender Renteneintritte. Es gibt aber auch einen Lichtblick für künftige Produktivitätsfortschritte - die steigende Bereitschaft von Unternehmen, in Digitalisierung und Automatisierung zu investieren.“
Den Konjunkturbericht mit allen Ergebnissen finden Sie hier: www.ihk.de/berlin/konjunktur
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IHK-Digitalisierungsumfrage: Berliner Wirtschaft Vorreiter bei KI-Nutzung, aber Rechtsunsicherheiten und fehlende digitale Souveränität bremsen

Die KI-Nutzung der Berliner Wirtschaft liegt mit 40 Prozent über dem Bundesdurchschnitt (plus 5 Prozent). Doch Rechtsunsicherheiten bremsen Unternehmen bei der Digitalisierung aus. Das geht aus der aktuellen IHK-Umfrage zum Grad der Digitalisierung der Unternehmen hervor. An der repräsentativen Umfrage nahmen Ende letzten Jahres 252 Berliner Unternehmen teil. Aus ihrer Sicht besteht Handlungsbedarf für die digitale Souveränität: Die Mehrheit der Berliner Unternehmen ist nach eigener Einschätzung weitgehend oder vollkommen abhängig von Soft- und Hardware aus Nicht-EU-Ländern. Neben verlässlichen rechtlichen Regelungen erwarten die Unternehmen von der Politik Förderungen von Open-Source-Lösungen und Schlüsseltechnologien.
Die Betriebe bringen die Digitalisierung in erster Linie voran, um Arbeitsmodelle zu flexibilisieren (74 Prozent), die Qualität ihrer Produkte zu verbessern (62 Prozent) oder um Kosten einzusparen (60 Prozent). Über die Hälfte der Unternehmen (54 Prozent) nutzt KI bei der Produktentwicklung oder -optimierung – ein deutlicher Anstieg zu den 37 Prozent aus dem Vorjahr. Die technischen Hürden in den Unternehmen sind gesunken und das Knowhow gestiegen. KI wird zunehmend auch für die Qualitätssicherung und Prozessüberwachung (41 Prozent) genutzt und ist neben Marketing und Kundensupport eines der wesentlichen KI-Einsatzgebiete.

Während die Unternehmen ihrem eigenen Digitalisierungsgrad die Note 2,6 geben, bewerten sie den der öffentlichen Verwaltung als „ausreichend“ (Note 4,2). Wesentliche Digitalisierungshürden sind rechtliche Unsicherheiten und Sicherheitsrisiken (jeweils 34 Prozent). Problematisch scheint die große Abhängigkeit im Soft- und Hardwarebereich aus Nicht-EU-Ländern. Besonders deutlich wird dies bei Hardware wie Chips oder Endgeräten sowie bei Betriebssystemen (67 Prozent). Ähnlich besorgniserregend schätzen die Berliner Unternehmen die Abhängigkeitsverhältnisse bei KI-Anwendungen, Office-Software oder Online-Plattformen ein (63 Prozent). Einzig bei Maschinen- und Anlagesoftware fällt das Urteil weniger drastisch aus. Die Unternehmen fordern eine umfassende Förderung von Open Source-Lösungen (54 Prozent) sowie von Schlüsseltechnologien (43 Prozent).

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner: „Trotz angespannter Wirtschaftslage bleibt die Digitalisierung wichtiger Innovationstreiber für die Berliner Wirtschaft. Damit wir die Potenziale insbesondere der Künstlichen Intelligenz noch besser heben können, kommt es auf praxisnahe und verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen an. Bei allem technologischen Fortschritt ist die digitale Resilienz ausschlaggebend für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts. Angesichts der zunehmenden geo- und handelspolitischen Herausforderungen braucht es eine ambitionierte wie strategische Förderung der technologischen und digitalen Souveränität."
Die detaillierten Umfrage-Ergebnisse finden Sie anbei und hier.
Terminhinweis:
Digitale Souveränität, KI-Use-Cases aus der unternehmerischen Praxis und Open Source-Lösungen für Wirtschaft und Verwaltung stehen auch im Mittelpunkt der DIGITAL+ Konferenz der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) und der IHK Berlin, die am Dienstag, 10. Februar in der IHK Berlin stattfindet. Bislang gibt es mehr als 600 Anmeldungen, darunter zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer.
Medien sind herzlich eingeladen, um Anmeldung unter presse@berlin.ihk.de wird gebeten.
Pressemitteilung

Ostdeutsche Kammern fordern: Expo 2035 in die Hauptstadtregion!

Die im Heringsdorfer Kreis zusammengeschlossenen 15 ostdeutschen Industrie- und Handelskammern fordern die Bundesregierung auf, eine Bewerbung für die Expo 2035 in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg beim Internationalen Expo-Büro (Bureau International des Expositions) in Paris abzugeben. Die Expo 2035 kann den Strukturwandel in Berlin und den ostdeutschen Bundesländern aktiv unterstützen und durch Innovationen, Investitionen und Qualifizierung nachhaltig begleiten.
Eine Weltausstellung ist internationale Ideenwerkstatt und Leistungsschau der nationalen Wirtschaft zugleich. Von der Strahlkraft einer Weltausstellung profitiere deshalb ganz Deutschland, so der Kammerverbund. Der zu erwartende Innovations- und Investitionsschub wird insbesondere auf die ostdeutschen Bundesländer mit der Metropolregion nachhaltig positive Effekte haben.
Laut Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC ist mit einem zusätzlichen BIP-Wachstum in zweistelliger Milliardenhöhe für Deutschland zu rechnen. Rund zwei Milliarden Euro seien an direktem Umsatz etwa in Hotellerie, Gastronomie und Handel möglich. Der Blick auf die Expo im japanischen Osaka im vergangenen Jahr zeigt zudem die Hebelwirkung einer Weltausstellung auch für private Investitionen. Der regionale Effekt ist dabei ein Vielfaches der reinen Investitionssumme, weil Aufträge, Besucherströme und Folgeinvestitionen weit über das eigentliche Budget hinaus für Wertschöpfung sorgen.
Die Signale aus dem Expo-Büro in Paris für eine Expo 2035 in Deutschland sind positiv. Ein Konzept für die Expo 2035 liegt bereits vor, die Bewerbung wird getragen von einem breiten Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.
Die Zeit drängt. Angesichts internationaler Konkurrenz und laufender Vorbereitungen anderer Bewerberländer sollte Deutschland nicht länger zögern.
Wir appellieren deshalb an die Bundesregierung, eine Bewerbung für die Expo 2035 in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg abzugeben.
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zu Arbeitsmarktzahlen: Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen müssen verbessert werden

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Hohe Kosten, geopolitische Spannungen und Bürokratie belasten die Betriebe und bremsen Investitionen und Neueinstellungen. Gerade im Wahljahr und mit Blick darüber hinaus ist die Politik daher gefordert, die Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum und damit für den Wohlstand der Berlinerinnen und Berliner nachhaltig zu verbessern. Jede zusätzliche Belastung – Stichwort Ausbildungsplatzabgabe - und jede zusätzliche Verunsicherung – Stichwort Vergesellschaftungsrahmengesetz – behindern die wirtschaftliche Entwicklung. Nur florierende Unternehmen schaffen Arbeitsplätze.“
Pressemitteilung

IHK Kongress Weltmetropole Berlin: Berlin muss mehr wollen!

800 Anmeldungen, dutzende Speaker und zahlreiche Best-Practice-Beispiele für eine zukunftsorientierte Metropole: Beim Kongress „Weltmetropole Berlin – Internationale Perspektiven für Stadtentwicklung und Mobilität“ diskutiert die Berliner Wirtschaft heute mit führenden Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Verwaltung sowie international renommierten Expertinnen und Experten über nichts weniger als die Zukunft der Stadt bei den Themen Verkehr, Wohnen und Stadtentwicklung.
Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin: „Berlin ist eine tolle Stadt mit internationaler Strahlkraft. Aber die Stadt bleibt unter ihren Möglichkeiten. Wenn wir über Berlin reden, reden wir oft über Baustellen. Ja, die Stadt hat einen massiven Investitionsstau und dieser muss dringend behoben werden. Aber eine Stadt, die Weltmetropole sein will – und sein kann, braucht mehr als ein Infrastruktur-Update, so komplex diese Herausforderung allein auch ist. Berlin braucht vielmehr einen Masterplan für die Zukunft, wenn wir auch 2040 im Konzert der internationalen Metropolen mitspielen wollen. Basis hierfür ist, dass unsere Stadt und seine Verwaltung in den „Einfach-mal-machen“-Modus schalten. Ansätze gibt es und die Verwaltungsreform ist ein starkes Fundament, auf dem man aufbauen kann. Diese Power muss jetzt auf die Straße gebracht werden. Berlin braucht ein Jahrzehnt der Beschleunigung.
Eine Frischzellenkur für unsere Stadt wäre im Übrigen eine echte Zukunftsdekade. Zehn Jahre mit ineinandergreifenden internationalen Großveranstaltungen, die unsere Stadt strahlen lassen und Innovationen beschleunigen. Mit einer Expo 2035 als Anker, Motor für eine nachhaltige Entwicklung und als Leistungsschau für Innovationen unserer Unternehmen.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu Handelsabkommen mit Indien: Stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Wirtschaft

Zum Handelsabkommen zwischen Indien und der EU sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Das EU-Indien-Freihandelsabkommen ist ein wichtiger Öffnungsschritt in einer zunehmend angespannten Weltlage. Für die Berliner Wirtschaft bedeutet es die Chance, neue Märkte zu erschließen, Risiken breiter zu streuen und vom dynamischen Wachstum Indiens zu profitieren. Weniger Zölle und verlässliche Rahmenbedingungen erleichtern vor allem kleinen und mittleren Unternehmen den Markteintritt. Indien entwickelt sich mit großer Geschwindigkeit zu einem der zentralen Wirtschaftspartner weltweit. Für Berliner Unternehmen eröffnen sich dort attraktive Marktchancen – insbesondere in der Digitalisierung, in der Mobilität, in der Gesundheitswirtschaft sowie bei erneuerbaren Energien. Indische Unternehmen sind innovationsstark, technologieoffen und international vernetzt – ideale Voraussetzungen für Berliner Lösungen und Kooperationen. Die geplante Eröffnung eines Berliner Wirtschaftsbüros in Bangalore kann diesen Kurs sinnvoll flankieren. Entscheidend ist, dass es konkrete Marktzugänge schafft und Unternehmen beim Aufbau belastbarer Netzwerke vor Ort unterstützt. Insgesamt stärkt das Zusammenspiel aus Freihandelsabkommen und Büro-Präsenz die Wettbewerbsfähigkeit der Berliner Wirtschaft. Indien ist kein Zukunftsmarkt mehr, sondern längst ein Markt der Gegenwart, in dem Berlin jetzt Chancen nutzen sollte.“
Eine Übersicht zu den Handelsbeziehungen Berlins mit Indien finden Sie im Anhang.
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu Trumps Expo-Ankündigung: Weckruf für Berlin!

US-Präsident Donald Trump will die Expo 2035 in die USA holen. Dazu IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Trumps Ankündigung ist hoffentlich ein Weckruf für Berlin, die eigene zögerliche Haltung zu revidieren. Wenn Berlin seinem Anspruch als Weltmetropole gerecht werden will, muss der Senat Farbe bekennen und in den Wettbewerb einsteigen. Wir wollen Gastgeber für die Welt sein! Die Initiative für eine Expo 2035 in Berlin wird von einer breiten Allianz aus der Mitte der Gesellschaft getragen. Die Expo 2035 als integrales Element einer Zukunftsdekade ist ein Booster für die Transformation der Stadt in Sachen Innovation, Infrastruktur und Nachhaltigkeit. Der US-Präsident hat das Rennen eröffnet. Jetzt ist Berlin am Zug.“
Pressemitteilung

Start Wettbewerb: Berliner “Klimaschutzpartner des Jahres 2026”

Bereits zum 25. Mal ruft das Bündnis “Klimaschutzpartner Berlin” Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger sowie öffentliche Einrichtungen in Berlin dazu auf, ihre Projekte und innovativen Konzepte für mehr Klimaschutz einzureichen. Ab sofort können bis zum 05. April 2026 Bewerbungen unter www.klimaschutzpartner-berlin.de eingereicht werden. Von Kreislaufwirtschaft über Energie- und Wassereffizienz und erneuerbare Energien bis hin zu nachhaltiger Mobilität und Begrünungsmaßnahmen werden die Projekte in drei Kategorien ausgezeichnet, zudem wird ein mit 2.500 Euro dotierter Publikumspreis verliehen.
Zum 25-jährigen Jubiläum des Wettbewerbs eröffnet der Regierende Bürgermeister Kai Wegner am 16. Februar die Auftaktveranstaltung mit den Klimaschutzpartnern und den ehemaligen Preisträgerinnen und Preisträger im Roten Rathaus. Die feierliche Preisverleihungdes Wettbewerbs findet am 5. Mai im Rahmen der Berliner Energietage im Ludwig Erhard Haus statt. Ausgezeichnet werden Projekte in drei Kategorien: realisierte Projekte, innovative Planungen und Projekte öffentlicher Einrichtungen. Zusätzlich wird ein mit 2.500 Euro dotierter Publikumspreis vergeben, über den die Besucherinnen und Besucher vor Ort abstimmen können.

Alle eingereichten Projekte werden öffentlich präsentiert. Die Finalisten stellen ihre Ideen vor einem Publikum aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vor. Alle Bewerberinnen und Bewerber zum Matchmaking-Prozess mit Professorinnen und Professoren des Hochschulnetzwerks „Zukunft findet Stadt“ im Rahmen des Transferale-Festivals am 30. Juni eingeladen. Die Gewinner können sich zudem beim Mentoring-Treffen mit Partnern und Förderern des Wettbewerbs auszutauschen.

Ein Wettbewerb mit Tradition und Strahlkraft
Bereits seit 2002 wird der Preis vom Bündnis Klimaschutzpartner Berlin verliehen und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen im Bereich Klimaschutz in der Hauptstadt. Das Bündnis umfasst:
Architektenkammer Berlin, Baukammer Berlin, BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie, Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg e.V., Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V., Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin, Innung SHK Berlin, Ostdeutscher Bankenverband e.V., Verband kommunaler Unternehmen e.V. – Landesgruppe Berlin-Brandenburg, Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. sowie den Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.

Die Durchführung des Wettbewerbs wird auch in diesem Jahr wieder mit freundlicher Unterstützung der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH ermöglicht.

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen finden Sie unter:
www.klimaschutzpartner-berlin.de
Pressemitteilung

Schnelle Umsetzung statt endloser Planungsprozesse: IHKs in Berlin und Brandenburg fordern Taten bei Schienen-Infrastrukturprogramm i2030

Die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg reagieren mit Ernüchterung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion zum Infrastrukturprogramm i2030. Die Antwort macht deutlich, dass die weitere Finanzierung zentraler Schienenprojekte, darunter der Wiederaufbau der Potsdamer Stammbahn sowie die Verlängerung mehrerer S-Bahn-Trassen, nicht gesichert ist.
Für die Berliner IHK erklärt Manja Schreiner:
„Es ist alarmierend, dass zahlreiche dringend benötigte Ausbauprojekte auf unbestimmte Zeit in der Planungsphase verharren werden, weil notwendige Mittel fehlen und die Planungen nicht konsequent vorangetrieben werden. Die Projekte des Programms i2030 sind zwingend erforderlich, um den Bahnknoten Berlin spürbar zu entlasten und damit von zentraler Bedeutung für die gesamte Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg. Die politischen Verantwortlichen müssen jetzt gemeinsam mit dem Bund gegensteuern, um das Schienennetz endlich zukunftsfest zu machen.“
Die Antwort der Bundesregierung legt die strukturellen Schwächen der bisherigen Umsetzung von i2030 offen. Die etappenweise Finanzierung von Infrastrukturvorhaben führt dazu, dass Projekte regelmäßig an der Schwelle zur nächsten Planungsphase stehen bleiben. Notwendige Mittel für weiterführende Planungen sind vielfach nicht eingeplant, wodurch sich die Projekte um Jahre verzögern. Der Ausbau wird damit faktisch auf unbestimmte Zeit verschoben, während sich die angespannte Lage im Schienenverkehr weiter verfestigt. Verstärkt wird dies durch langwierige Abstimmungsprozesse zwischen den Projektpartnern sowie durch komplexe und zeitintensive Planungs- und Genehmigungsverfahren.
Die IHKs fordern daher eine vollständige und durchgängige Finanzierung der Planungen, um die Projekte ohne erneute Unterbrechungen voranzubringen. Erforderlich sind zudem eine zentrale Steuerungseinheit mit klarer Entscheidungsbefugnis sowie eine verbindliche Priorisierung der Vorhaben, um die größten Engpässe gezielt zu beseitigen. Darüber hinaus muss i2030 in den anstehenden Koalitionsgesprächen in Brandenburg als zentraler Bestandteil der regionalen Wirtschaftsstrategie verankert werden.
Mit Blick auf die aktuelle politische Lage in Brandenburg erklärt für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger IHKs Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostbrandenburg, abschließend:
„Die künftige Landesregierung muss i2030 als Schlüsselfaktor für wirtschaftliches Wachstum und die Erreichung der Klimaziele begreifen. Verantwortung muss jetzt übernommen und die notwendigen Ressourcen müssen bereitgestellt werden. Die Politik muss endlich mit klaren Entscheidungen und der erforderlichen Geschwindigkeit handeln, statt den Schienenausbau weiter im Planungsmodus festzuhalten.“
Hintergrund:
Im Projekt i2030 planen die Länder Berlin und Brandenburg gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gemeinsam den Ausbau der Schieneninfrastruktur in acht Ausbaukorridoren und einem Maßnahmenpaket für das S-Bahnnetz in der Metropolregion Berlin-Brandenburg.
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu 1. Lesung Vergesellschaftungsrahmengesetz morgen im AGH: Allein die Lesung setzt bereits hochriskantes wirtschaftspolitisches Signal

Morgen beraten die Berliner Abgeordneten in erster Lesung über das Vergesellschaftungsrahmengesetz. Dazu IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Allein die Tatsache, dass im Abgeordnetenhaus über ein Vergesellschaftungsrahmengesetz beraten wird, setzt wirtschaftspolitisch ein höchst riskantes Signal. Darüber sollten sich alle Beteiligten im Klaren sein. Das Gesetz selbst mag keine unmittelbaren Eingriffe vorsehen, aber es schafft den rechtlichen und politischen Rahmen für nichts weniger als einen Systemwechsel in zentralen Wirtschaftsbereichen.
Es stellt die Stabilität von Eigentum, Planungssicherheit und die Verlässlichkeit wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen infrage. Für einen Standort, der dringend Investitionen in Wohnungsbau, Infrastruktur, Klimaschutz und Digitalisierung benötigt, wird das verheerende Folgen für Investitionsbereitschaft, Neubautätigkeit, Versorgungssicherheit und öffentliche Haushalte haben. Denn es wird alle abschrecken, die sich in Berlin wirtschaftlich engagieren wollen!“
Statement

IHK-Präsident Sebastian Stietzel zum Mercosur-Abkommen

Zur EU-Abstimmung zum Mercosur-Handelsabkommen sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
"Das EU-Mercosur-Abkommen wird auch Berliner Unternehmen bedeutende Chancen eröffnen. Schließlich schafft das Abkommen einen gemeinsamen Markt von rund 715 Millionen Menschen und baut Zölle auf etwa 90 Prozent der gehandelten Waren ab. Das senkt Kosten spürbar und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Für kleine und mittlere Unternehmen erleichtert das Abkommen den Marktzugang zusätzlich durch Informations- und Förderangebote. Gerade für viele Berliner Betriebe, die international noch wachsen wollen, wird der Einstieg in die Region einfacher. Bisher liegen Mercosur-Staaten wie Brasilien und Argentinien nicht unter den Top-Handelspartnern Berlins. Das Abkommen bietet daher erhebliches Potenzial, den Handel in bislang wenig erschlossenen Märkten zu steigern und die Lieferketten weiter zu diversifizieren. Gerade in Zeiten zunehmender Handelshemmnisse und geopolitischer Spannungen ist es gut, wenn Barrieren abgebaut werden. Als nächstes sollte deshalb mit Hochdruck das Abkommen mit Indien vorangetrieben werden.“
Informationen zum Handelsvolumen Berlins mit den Mercosur-Staaten finden Sie im Anhang.
Statement

Manja Schreiner zur Wiederherstellung der Stromversorgung

Zur Wiederherstellung der Stromversorgung für den Berliner Südwesten sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Der große Dank gilt allen Einsatzkräften, Helfern und Unternehmen für die enorme Solidarität in den letzten Tagen. Der Anschlag hat gezeigt: Unsere kritische Infrastruktur ist verletzlich – und die Wirtschaft leidet massiv, wenn der Strom ausfällt.
Der Blackout legte ganze Wertschöpfungsketten lahm – ein Weckruf für mehr Schutz unserer kritischen Infrastruktur. Jetzt müssen wir handeln: Investitionen in die Resilienz der Infrastrukturen sind unverzichtbar. Die Wirtschaft muss in Krisenstäbe eingebunden werden. Berliner Unternehmen sind nicht nur Betroffene, sondern Partner für Lösungen.
Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Lehren für Berlin und darüber hinaus. Die jüngsten Defizite im Katastrophenschutz zeigen: Wir sind organisatorisch und strukturell nicht ausreichend vorbereitet. Jetzt braucht es eine klare Strategie zur Stärkung der Versorgungssicherheit – mit Augenmaß zwischen Transparenz und Schutzinteressen. Die Berliner Wirtschaft steht bereit, ihren Beitrag zu leisten.“
Statement

Manja Schreiner zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Berlin erlebt ein arbeitsmarktpolitisches Paradox: Fachkräfte fehlen, Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt – gleichzeitig bleibt die Arbeitslosigkeit hoch. Um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen und die Arbeitslosenquote zu senken, hat die IHK Berlin gemeinsam mit 17 anderen Kammern und Verbänden Vorschläge für die langfristige Vitalisierung des Arbeitsmarktes entwickelt und an die Politik geschickt.
An erster Stelle stehen Qualifizierung und passgenaue Vermittlung als zentrale Stellschrauben, um aktuell arbeitssuchende Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Wir müssen aber über den Tag hinausdenken, um die Herausforderungen durch demographischen Wandel und technologische Transformation zu meistern. Berlin braucht eine langfristige Fach- und Arbeitsmarktstrategie, die Bildung, Qualifizierung, Zuwanderung und die bessere Nutzung vorhandener Potenziale systematisch verbindet. Internationale Fachkräfte bleiben unverzichtbar. Damit diese Fachkräfte kommen und bleiben, braucht es schlanke digitale Verfahren, die zügige Anerkennung von Abschlüssen und gezielte Sprachförderung. Gleichzeitig müssen wir inländische Potenziale besser erschließen – dazu gehören verlässliche Kinderbetreuung, Weiterbildung, Inklusion sowie die Integration von Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchteten in Arbeit und Ausbildung. Auch ohne bezahlbaren Wohnraum ist Fachkräftesicherung nicht möglich. Eine vorausschauende Standortpolitik muss daher Beschäftigten- und Azubiwohnen mitdenken.
Die beste Arbeitsmarktpolitik bringt allerdings wenig, wenn die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen insgesamt nicht stimmen. Hierzu zählen zum Beispiel die drohende Ausbildungsplatzabgabe aber auch die schwelende Vergesellschaftungsdebatte. Beides würde den Wirtschaftsstandort Berlin langfristig schwächen.“
Pressemitteilung

Appell von Wirtschaftsverbänden und Kammern für 2026: Standortpolitik first, Wahlkampf second!

In einer Zeit globaler Unsicherheiten braucht Berlin eine Standortpolitik, die Fesseln löst und konsequent auf Wachstum und Wohlstand setzt. In einem gemeinsamen Appell haben 18 Kammern und Verbände jetzt Forderungen an die Politik für die zentralen Handlungsfelder Verwaltung, Stadtentwicklung, Infrastruktur und Innnovation formuliert, um die Attraktivität Berlins als Wirtschaftsstandort zu sichern. Die Standortsicherung müsse auch im Wahljahr Vorrang haben.
Berlin verfügt als internationale Metropole mit starker Industrie- und Wissenschaftslandschaft und einer dynamischen Gründerszene über beste Voraussetzungen als innovativer und zukunftsfester Wirtschaftsstandort, so die unterzeichnenden Verbände. Branchen wie Tourismus, Gastgewerbe, Handel und Kultur sorgen für Lebensqualität und hunderttausende Arbeitsplätze. Allerdings würden diese Stärken durch überbordende Bürokratie, langwierige Verfahren, Vergesellschaftungsdebatten und zusätzliche Belastungen wie eine Ausbildungsplatzabgabe ausgebremst. Aufgabe der Politik sei es aber nicht, unternehmerische Entscheidungen zu ersetzen, sondern für klare innovationsfreundliche Rahmenbedingungen zu sorgen.
So fordert die Berliner Wirtschaft mit Blick auf das Handlungsfeld Verwaltung, im kommenden Jahr nicht nur das Landesorganisationsgesetz konsequent umzusetzen, sondern auch den Bürokratieabbau als Daueraufgabe mit verbindlichen Zielvorgaben gesetzlich zu verankern. Gesetzesentwürfe müssen vor Beschluss auf Bürokratiekosten geprüft werden. Zudem muss das Vergaberecht entschlackt und modernisiert werden, dazu gehört auch die Anhebung der Wertgrenzen wie im Nachbarland Brandenburg bereits vollzogen.
In der Stadtentwicklung braucht Berlin eine Flächenpolitik, die Wohnen und Arbeiten zusammendenkt, Gewerbe- und Industrieflächen sichert und Planungs- und Genehmigungsprozesse vereinfacht und beschleunigt. Enteignungsdebatten müssen beendet werden. Es braucht stattdessen einen konsequenten Neubau-Fokus mit der Ausweisung neuer Wohngebiete, eine Nachschärfung des Schneller-Bauen-Gesetzes, die konsequente Umsetzung der Genehmigungsfiktion sowie u.a. einen verbindlichen Baukosten-Check für neue Gesetze. Zudem müssen die Berliner und Brandenburger Bauordnung harmonisiert und Entwicklungs- und Artenschutzansprüchen verhältnismäßig gegeneinander abgewogen werden.
Trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten ist der Fach- und Arbeitskräftemangel für Berlin längst Realität. Demografie, Wandel der Arbeitswelt und zu träge Strukturen verschärfen die Lage. Berlin braucht deshalb eine stringente Fachkräftestrategie, die Bildung, Zuwanderung, Qualifizierung und bessere Nutzung vorhandener Potenziale systematisch verbindet und das Matching auf dem Arbeitsmarkt insgesamt verbessert.
Konkret erwartet die Berliner Wirtschaft von der Politik verlässliche und wirksame Maßnahmen zur Stärkung der dualen Ausbildung statt zusätzlicher finanzieller Belastungen wie der Ausbildungsplatzabgabe sowie den Ausbau von Willkommens- und Anerkennungsstrukturen für internationale Fachkräfte, unter anderem durch zentrale Welcome-Center und vereinfachte Verfahren. Zudem müsse das Thema Beschäftigtenwohnen in all seinen Facetten mitgedacht werden. So sei es notwendig, Planung und Bau von Betriebswohnungen auf Unternehmens-Liegenschaften zu vereinfachen.
Staus, marode Brücken, ein überlasteter ÖPNV und unzureichend angebundene Gewerbestandorte bremsen Berlin aus. Ein investitionsstarker Wirtschaftsstandort braucht aber zuverlässige Erreichbarkeit – innerstädtisch, in die Region und international. Um die infrastrukturellen Engpässe zu überwinden, sind deshalb ein verbindlicher Sanierungsplan für Brücken und kritische Verkehrsinfrastruktur mit Prioritätenliste, Zeithorizont und gesicherter Finanzierung unabdingbar. Der 17. Bauabschnitts der A100 sowie die TVO müssen umgesetzt, der ÖPNV ausgebaut und der BER als internationale Drehscheibe gestärkt werden. Auch in diesem zentralen Handlungsfeld Infrastruktur braucht es beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren durch Standardisierung von Prüfungen, klare Zeitvorgaben und Genehmigungsfiktionen.
Berlin ist eine der kreativsten und forschungsstärksten Städte europaweit. Diese Stärke wird international sichtbar, wenn man sie mit Großveranstaltungen und Leuchtturmprojekten verknüpft – die wiederum als Katalysatoren für Innovation wirken und technologische Entwicklungen beschleunigen. Damit Berlin seine Rolle als Innovationsmetropole ausbauen kann, fordert die Berliner Wirtschaft deshalb die strategische Unterstützung von Exzellenzclustern, vertiefte Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie den gezielten Ausbau von Transferstrukturen, um wissenschaftliche Exzellenz schneller in die praktische Anwendung zu bringen. Auch die gezielte Förderung von Startups und Scale-ups insbesondere im Deeptech-Bereich muss strategisch weiterentwickelt werden.
Pressemitteilung

Doppelhaushalt 2026-27: Wirtschaft vermisst Anstrengungen zur Konsolidierung und klare Prioritätensetzung

Aus Sicht der Berliner Wirtschaft fehlen im Doppelhaushalt 2026-2027 sichtbare Bemühungen, eine drohende Haushaltsnotlage abzuwenden. Zudem werden zwar einzelne wichtige Vorhaben finanziell abgesichert, insgesamt mangelt es aber an einer klaren Prioritätensetzung bei Investitionen in standortsichernde Maßnahmen. Dies gilt insbesondere für die Verwendung der Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes. Das Abgeordnetenhaus will den Doppelhaushalt am Donnerstag verabschieden.
IHK-Präsident Sebastian Stietzel: „Das sogenannte Sondervermögen war als Hebel für einen Innovationsbooster gedacht. Herausgekommen ist allerdings ein Projekt-Potpourri statt eines Zukunfts-Masterplans. Auch der Kernhaushalt wird den großen Herausforderungen, vor denen Berlin steht, nur unzureichend gerecht. Das Land steuert trotz gestiegener Einnahmen auf eine Haushaltsnotlage zu, der Investitionsstau bewegt sich im zwei – bis dreistelligen Milliardenbereich und die Konjunktur kommt nicht in Schwung. Angesichts dieses Aufgabenberges sind die konsequente Priorisierung von wachstumsfördernden Zukunftsinvestitionen sowie schmerzhafte, aber notwendige Einsparungen insbesondere bei konsumtiven Ausgaben das Gebot der Stunde. Den Willen dazu sehen wir leider nur bei einzelnen Vorhaben.“
Zwar enthält der neue Haushalt aus Sicht der Wirtschaft etwa mit der Aufstockung der Mittel für eine bessere Anbindung des BER sowie für die Nachfolgezentrale eine Reihe von begrüßenswerten Maßnahmen. Auch das Sondervermögen des Bundes wird richtigerweise für zahlreiche wichtige Projekte genutzt – vom Azubiwohnen über die Urban Tech Republic bis zur Sanierung mehrerer Brücken. Insgesamt fehlt jedoch – vor dem Hintergrund eines enormen Investitionsbedarfs am Standort - eine überzeugende Vision für die Stadt und die dafür nötige Prioritätensetzung.
Unverständlich sind etwa die Kürzungen im Bereich der Hochschulen, während an der teuren Einführung der sogenannten Ausbildungsplatzabgabe festgehalten wird. Statt Unternehmen in ohnehin angespannten Zeiten zusätzlich zu belasten, sollte Berlin die Wirtschaft gerade in Zeiten angespannter Landesfinanzen als Konsolidierungsmotor begreifen und stärken – durch Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie Bürokratieabbau. Vor diesem Hintergrund sieht die Wirtschaft es kritisch, dass ein erheblicher Teil des Sondervermögens in Baumpflanzungen mit zweifelhaftem Erfolg fließt und dadurch die Spielräume für dringend notwendige Investitionen in die öffentliche Infrastruktur weiter schrumpfen.
Statement

Manja Schreiner zu Sitzung Bildungsausschuss: Gemeinsam Jugendliche unterstützen statt einseitig Wirtschaft mit Abgabe belasten

Der Bildungsausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus beschäftigt sich heute mit der Ausbildungsplatzabgabe. Dazu Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin:
„Die Berliner Wirtschaft ist sich bei der umstrittenen Abgabe einig: Sie ist das falsche Instrument, um mehr Jugendliche in Ausbildung zu bringen. Was jungen Berlinern wirklich hilft, ist mehr Berufsorientierung schon während ihrer Schullaufbahn. Die IHK Berlin trägt im Bündnis für Ausbildung ihren Teil durch zahlreiche Maßnahmen bei. So konnte die Zahl der Ausbildungsverträge 2024 bereits um 3,2 Prozent gesteigert werden – entgegen dem Bundestrend von minus einem Prozent. Das ist ein erster Erfolg, doch die Maßnahmen brauchen Zeit, um ihr volles Potenzial zu entfalten.
Was jetzt wichtig ist, um diese positive Entwicklung zu verstetigen: Statt die Berliner Wirtschaft mit einer Ausbildungsplatzabgabe zu belasten, müssen alle Bündnispartner ihre Kräfte bündeln, um die duale Ausbildung zu stärken, die Zahl der unversorgten Jugendlichen zu reduzieren und alle offenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Kein Jugendlicher darf verloren gehen.“
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IHK-Umfrage: Unternehmen und Azubis wünschen sich Modernisierung und Weiterentwicklung der dualen Berufsausbildung

Eine aktuelle Umfrage des Instituts für Betriebliche Bildungsforschung (IBBF) im Auftrag der IHK Berlin zeigt: Die duale Ausbildung bleibt das zentrale Instrument der Berliner Wirtschaft zur Fachkräftesicherung. Es bestehen aber aus Sicht von jeweils über 400 teilnehmenden Auszubildenden und Betrieben neben einer großen Zufriedenheit mit der Ausbildung auch zahlreiche Reformpotenziale. Die IHK Berlin setzt sich daher mit konkreten Vorschlägen für eine Flexibilisierung und Weiterentwicklung der dualen Ausbildung ein.
Die große Mehrheit der 410 befragten Berliner Unternehmen bewertet die Ausbildung als attraktiv (95 Prozent) und sehr wichtig für die Entwicklung von Fachkräften (97 Prozent). Gleichzeitig bestehen klare Reformpotenziale: 78 Prozent kritisieren veraltete Ausbildungsinhalte. Weniger als die Hälfte (44 Prozent) sieht eine weitgehende Passung zwischen schulischen Inhalten und betrieblichen Bedarfen. Aber 90 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Betrieb die Ausbildungsqualität steigern würde.
Auch Berlins Auszubildende sind von der Attraktivität (89 Prozent) und fachlichen Qualität (87 Prozent) der Ausbildung überzeugt - und wünschen sich Veränderungen: 88 Prozent der 420 befragten Berliner Auszubildenden fordern eine bessere inhaltliche Abstimmung zwischen Schule und Betrieb. 76 Prozent wünschen sich mehr Wahlfreiheit bei Lernmodulen und 84 Prozent mehr Zusatzqualifikationen wie Sprachen oder IT.
Die IHK Berlin hat deshalb Vorschläge für eine Modernisierung der dualen Ausbildung erarbeitet. Um die Lerninhalte in der Schule systematischer mit den Bedarfen der Ausbildungsbetriebe zu synchronisieren, empfiehlt die Kammer die inhaltliche Zusammenarbeit gesetzlich zu verankern. Eine bundesweite digitale Plattform könnte die Lernortkooperation zusätzlich fördern. Die Einführung flexiblerer Ausbildungsmodelle mit möglichen Zwischenabschlüssen trägt aus Sicht der IHK dazu bei, die Ausbildung attraktiver zu gestalten. Wichtig ist auch eine schnellere Aktualisierung von Ausbildungsordnungen, entsprechend den betrieblichen Bedarfen. Zudem könnte ein bundesweit einheitliches Anerkennungssystem die Durchlässigkeit zwischen Bildungswegen stärken.
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Die duale Ausbildung ist ein Erfolgsmodell. Damit das so bleibt, benötigt sie allerdings aus unserer Sicht ein Update. Wir brauchen ein modernes Ausbildungssystem, das sich an die Transformationsgeschwindigkeit des Arbeitsmarktes anpasst, flexibler auf Veränderungen und individuelle Lernwege reagiert sowie wichtige Zukunftskompetenzen vermittelt. Eine Weiterentwicklung der beruflichen Bildung gelingt nur, wenn alle beteiligten Akteure gemeinsam Ausbildungsordnungen auf betriebliche Relevanz überprüfen und Veränderungen schneller in die Praxis bringen, um mit technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen Schritt zu halten und das duale Ausbildungssystem moderner und attraktiver für Jugendliche zu gestalten.”
Die Reformimpulse der IHK Berlin waren der Schwerpunkt einer Podiumsdiskussion am 09. Dezember mit Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch, Torben Padur (BIBB), Prof. Dr. Heike Solga (WZB), Jürgen Wittke (Handwerkskammer Berlin) und Dr. Moritz Heuberger (MdB).
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zu DefTech-Plänen des Senats

Zum heute vorgestellten Konzept für den Aufbau eines DefTech-Ökosystems sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Die IHK Berlin begrüßt das klare Bekenntnis des Berliner Senats zur Stärkung des Defence-Standorts und zum koordinierten Aufbau eines DefTech-Ökosystems. Dass Berlin sein technisches Know-how in Schlüsseltechnologien nutzt, um einen kritischen Beitrag zu Resilienz und Verteidigungsfähigkeit zu leisten, ist eine notwendige Antwort auf die aktuelle geopolitische Lage. Zugleich eröffnet dies eine große Chance: Investitionen aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln in Dual-Use-Technologien sowie in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie können langfristig Innovation, Wachstum und Beschäftigung für Berlin schaffen – diese Chance dürfen wir nicht ungenutzt lassen.
Aber neben einer koordinierten Zusammenarbeit der Berliner Behörden, Wirtschaftsförderungen und Unternehmen dürfen wir uns nicht nur auf Landesebene bewegen. Entscheidend ist, dass wir unsere Vorteile als Hauptstadt ausspielen und die Bedarfsseite – Bundesebene, Verteidigungsministerium, Bundeswehr sowie internationale Partner – als institutioneller Eckpfeiler des DefTech-Ökosystems von vorneherein eingebunden wird. Nur durch eine enge Verknüpfung mit den Test-, Bedarfs- und Beschaffungsstrukturen der Bundeswehr entsteht die notwendige Wirkung und Attraktivität für Start-ups und Unternehmen aus dem Defence- und Dual-Use-Bereich.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu Bilanz Aktionskonzept Verwaltungs-Digitalisierung für die Wirtschaft

zur bisherigen Bilanz des Aktionskonzepts „Digitalisierung der Berliner Verwaltung für die Wirtschaft“ sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Es ist gut zu sehen, dass die Digitalisierung der Berliner Verwaltung weiter vorankommt und dabei auch die Wirtschaft in den Blick nimmt. Denn für viele Unternehmen ist der digitale Behördenalltag seit Jahren zu langsam, zu komplex und zu wenig einheitlich. Digitalisierung muss spürbar entlasten und auch verwaltungsinterne Bürokratie tatsächlich abbauen. Das Ziel der Berliner Wirtschaft bleibt eine moderne, leistungsfähige und durchgängig digitale Verwaltung. Berlin hat das Potenzial, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen. Dafür braucht es Tempo, Verbindlichkeit und weiterhin einen klaren Fokus auf den Standortfaktor Wirtschaft.“
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Berlins beste Auszubildende ausgezeichnet

Die IHK Berlin hat am Abend bei der Bestenehrung die 87 Jahrgangsbesten der diesjährigen Aus- und Weiterbildungsprüfungen ausgezeichnet. IHK-Vizepräsident Stefan Spieker und IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner überreichten insgesamt 60 Auszubildenden, 16 Weiterbildungsabsolventinnen und -absolventen sowie 11 frischgebackenen Meisterinnen und Meistern im Ludwig Erhard Haus die Exzellenz-Urkunden. Zwei Absolventen gehören mit ihren Prüfungsergebnissen dabei zu den bundesweit besten Absolventen in ihrer Branche und nehmen an der nationalen Bestenehrung im Dezember teil. Hervorragende Auszubildende gibt es nur mit hervorragenden Betrieben: Seit 2015 zeichnet die IHK Berlin Ausbildungsbetriebe, die sich auf herausragende Weise in der Ausbildung engagieren, mit dem IHK-Siegel für exzellente Ausbildungsqualität aus. Sieben Ausbildungsbetriebe, die das Siegel seit einem Jahrzehnt ununterbrochen tragen, wurden daher ebenfalls gewürdigt: die Berliner Volksbank eG, DB Fernverkehr AG, Ehrig GmbH, Frisch & Faust Tiefbau GmbH, HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft, Modulor GmbH und Zapf Umzüge AG. Insgesamt haben rund 6.500 Auszubildende und 780 Weiterbildungsabsolventinnen und -absolventen im Jahr 2024/25 ihre Prüfung in einem IHK-Beruf erfolgreich abgelegt. Die Laudatio hielt Dr. Torsten Kühne, Staatssekretär für Schulbau, Schuldigitalisierung und Lebenslanges Lernen.
Dr. Torsten Kühne, Staatssekretär für Schulbau, Schuldigitalisierung und Lebenslanges Lernen, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend & Familie: „Wir ehren heute die herausragenden Absolventinnen und Absolventen aus Ausbildung, Weiterbildung und Meisterqualifikation. Hinter jedem Namen steht eine Geschichte: Frühes Interesse, Neugier, womöglich auch schwierige Phasen, sicherlich intensive Lernzeiten, vor allem aber der feste Wille, etwas wirklich gut zu machen. Und genau das haben Sie geschafft! Sie sind somit das beste Beispiel dafür, wie kraftvoll die duale Ausbildung wirken kann. Herzlichen Glückwunsch an alle!“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Berlins beste Absolventinnen und Absolventen beweisen eindrucksvoll, welches enorme Potenzial in Berlin steckt. Ihre Leistungen stehen für die hohe Qualität der dualen Ausbildung und ihre Bedeutung für die Fachkräftesicherung in unserer Stadt. Die IHK Berlin gratuliert von ganzem Herzen den hervorragenden Auszubildenden, Meisterinnen und Meistern sowie ihren Betrieben. Die Berliner Unternehmen bilden in Zeiten schwieriger Konjunktur äußerst engagiert aus. Dieses Engagement verdient Wertschätzung und gute ausbildungsförderliche Rahmenbedingungen. Die drohende Ausbildungsplatzabgabe erfüllt keines der beiden Kriterien, im Gegenteil. Dabei sollten wir gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten alle Kräfte bündeln, um für bestmögliche Rahmenbedingungen für exzellente Ausbildung in Berlin zu sorgen.“
Statement

IHK-Vizepräsident Robert Rückel zur neuen Langstreckenverbindung vom BER nach Montreal

Zur heute angekündigten neuen Langstreckenverbindung vom BER nach Kanada sagt Robert Rückel, Vizepräsident der IHK Berlin:
„Wir begrüßen die Entscheidung von Air Canada und die erste Langstreckenverbindung von Berlin nach Montreal. Wenige Monate nach der Gründung des Connectivity Boards von Flughafen BER, VisitBerlin, IHK Berlin und Cottbus freuen wir uns über den ersten Erfolg unserer Bemühungen. Die Wirtschaft der Hauptstadtregion ist auf Direktverbindungen in die Welt angewiesen. Kanada ist ein bedeutender Partner für Deutschland – wirtschaftlich, technologisch und als verlässlicher Rohstofflieferant. Zwischen der Hauptstadtregion und Montreal bestehen Kooperationen von Forschung über KI bis hin zur Kreativbranche. Die neue Route baut diese Verbindung aus und stärkt die Hauptstadtregion als Wirtschafts- und Tourismusstandort. Nun kommt es darauf an, der neuen Direktverbindung zum wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen, also unsere Reiseabteilungen darauf aufmerksam zu machen. Und natürlich werden wir mit unseren Partnern gemeinsam an weiteren Direktverbindungen arbeiten.“
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zu Sondervermögen

zur Einigung der Koalition beim Thema Sondervermögen des Bundes sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Die Verwendung des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz im Land Berlin macht zwei Dinge deutlich: Erstens wird klar, dass die enormen Investitionsherausforderungen in der Hauptstadt auch mit dem Sondervermögen nicht ansatzweise gelöst werden können. Die Vielzahl der einzelnen Maßnahmen führt eindringlich zutage, in wie vielen Bereichen frisches Geld benötigt wird. Viele wichtige Projekte vom Azubiwohnen über die Urban Tech Republic bis zur Sanierung einiger Brücken werden richtigerweise bedient, aber in den wenigsten Fällen reicht das Geld für alle Aufgaben aus. Deshalb ist der zweite Aspekt umso bedauerlicher: Denn gerade weil auch beim Sondervermögen die Mittel begrenzt sind, hätte der Senat viel konsequenter priorisieren müssen, auf zusätzliche Maßnahmen setzen und vor allem falsche Weichenstellungen vermeiden sollen. So bleibt es aus Sicht der Wirtschaft dabei, dass Baumpflanzungen nicht aus dem Sondervermögen, sondern aus dem Kernhaushalt finanziert werden sollten.“
Statement

IHK-Vizepräsident Rückel zur geplanten Senkung Luftverkehrssteuer: Abschaffung wäre noch zielführender gewesen

Zur Ankündigung der Bundesregierung, die Steuer auf Flugtickets ab 1. Juli 2026 zu senken, sagt IHK-Vizepräsident Robert Rückel:
„Die geplante Senkung der Luftverkehrssteuer ist ein erster wichtiger Schritt, um sich der Chancengleichheit im internationalen Standort-Wettbewerb anzunähern. Noch zielführender wäre allerdings gewesen, die Luftverkehrssteuer gleich ganz abzuschaffen, so wie es die Verkehrsminister der Länder gerade erst gefordert haben. Für einen nachhaltigen Aufwind sind aus Sicht der Wirtschaft zudem weitere Maßnahmen notwendig. Dazu gehören die Anpassung der Kosten für die Luftsicherheits- und Flugsicherungsgebühr an den europäischen Durchschnitt sowie die Intensivierung der nachhaltigen Treibstoffproduktion für klimaneutrales Fliegen. Mit Blick auf den BER bleibt die für eine Weltmetropole völlig unzureichende Anbindung an Langstrecken-Destinationen eine wesentliche Wachstumsbremse. Auch hier gilt es die Rahmenbedingungen auf politischer Ebene zu verbessern.“
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Neue Arbeitswelt von IHK und WISTA im Ludwig Erhard Haus eröffnet: Mehr Innovation durch Vernetzung und Kreativität

Die IHK Berlin und die Wista Management GmbH haben heute gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, die „IHK Berlin working spaces powered by ST3AM“ im Ludwig Erhard Haus offiziell eröffnet. Mit der zentralen Lage in unmittelbarer Nähe zur Technischen Universität, dem Center für Entrepreneurship (CfE) und der Universität der Künste sowie der Flexibilität bei den Mietmöglichkeiten und den vorgesehenen Netzwerkevents richtet sich das neue Angebot insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen. Ziel ist es, in den „IHK Berlin working spaces powered by ST3AM“ Wissenstransfer, Innovationen und Kooperationen zwischen Berliner Unternehmen und Start-ups voranzubringen und auszubauen.
Die neue Arbeitswelt bietet auf rund 1.400 Quadratmetern Büros, aber auch einzelne Schreibtische sowie Gemeinschaftsflächen für Events und Rückzugszonen. Gründerinnen und Gründer können gleich vor Ort die Beratungsangebote der IHK Berlin wahrnehmen. Gebucht werden können ganze Büros aber auch einzelne Schreibtische, auch die Dauer der Miete ist flexibel. Zentraler Punkt ist das Community-Management, dieses liegt in den Händen der Wista, die ein vergleichbares Konzept beispielsweise im ST3AM Working-Space in Adlershof erfolgreich umsetzt. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung für Umbau und Betrieb der Arbeitswelt hatten IHK und WISTA Anfang 2024 geschlossen.
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin: „Unser Ziel ist es, Berlin zum Innovationsstandort Nummer eins in Europa zu entwickeln. Deshalb sind exzellente Arbeitsbedingungen für Start-ups, für Gründerinnen und Gründer und Produktentwickler von größter Bedeutung. Durch die Zusammenarbeit der Berliner Industrie- und Handelskammer und der Wista Management GmbH entstehen nun moderne Co-Working Spaces im Zentrum Berlins. Damit schaffen wir die Voraussetzung für Kreativität und Innovationen, die den Wirtschaftsstandort Berlin weiter voranbringen.“
Sebastian Stietzel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Berlin: „Wir sind das Haus der Berliner Wirtschaft und wollen insbesondere unseren kleinen und innovativen Mitgliedsunternehmen ein Zuhause bieten, das Vernetzung, Innovation und Wachstum fördert. Der Weg zu unseren Beratungsangeboten ist dabei genauso kurz wie zur Coworking-Community. Ich freue mich, dass wir gemeinsam eine neue Plattform für Innovation und Kooperation für die Berliner Wirtschaft schaffen.“
Roland Sillmann, Geschäftsführer WISTA Management GmbH: „Im ST3AM in Adlershof haben wir bereits Erfahrungen im Betrieb neuer Arbeitswelten gesammelt und die Räumlichkeiten durch Arbeitspsychologen der Humboldt-Universität zu Berlin evaluieren lassen. Ich freue mich daher sehr, dass wir dieses Wissen nun im Ludwig Erhard Haus einbringen können. Der Standort ist mit seiner zentralen Lage ideal, um sichtbar zu machen, wie wichtige eine gesunde Arbeitsumgebung ist und welche Synergien sowie Innovationen entstehen können, wenn verschiedene Akteure zusammenarbeiten und in inspirierender Atmosphäre ins Gespräch kommen. Mit der IHK Berlin haben wir einen Partner, der die Bedeutung dessen für den wirtschaftlichen Erfolg Berlins erkennt. Gemeinsam werden wir die hier geschaffene Arbeitswelt mit Events zu einem zentralen Vernetzungsort der Berliner Wirtschaft machen.“
Die WISTA hat ähnliche Arbeitswelten bereits im ST3AM im Technologiepark Adlershof realisiert. Künftig wird ein Space im Innovations- und Gründungszentrum FUBIC an der Freien Universität Berlin dazukommen. Weitere Infos zur Philosophie der ST3AM-Workingspaces finden Sie hier.
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Drohende Ausbildungsplatzabgabe: Berlins größte private Arbeitgeber warnen vor Folgen für den Standort

In einem gemeinsamen Appell rufen Berlins größte private Arbeitgeber Senat und Abgeordnete auf, die geplante Ausbildungsplatzabgabe nicht umzusetzen. Die Initiatoren warnen vor negativen Folgen der Abgabe für den Wirtschaftsstandort Berlin. Zu den Unterzeichnern gehören Handelsunternehmen wie Rewe, Edeka, Bio-Company und Kaufland, aus der Industrie beteiligen sich die BASF, Siemens, Mercedes-Benz, BMW, Stadler, aus der Finanzbranche die Berliner Sparkasse, die Berliner Volksbank, die Deutsche Bank und die Commerzbank. Weitere Kritiker sind die Deutsche Bahn, Coca-Cola, der Entsorgungskonzern Alba, die Messe Berlin, die AOK Nordost, die Vivantes-Kliniken und die Dussmann Group. Am kommenden Donnerstag, 13. November, findet im Abgeordnetenhaus die Anhörung der Verbände zur drohenden Abgabe statt. Den vollständigen Appell der großen Arbeitgeber in Berlin finden Sie im Anhang.
Der Gesetzesentwurf zur Einführung der Abgabe sieht vor, dass künftig die Berliner Unternehmen jährlich nach einem von der Politik festgelegten Schlüssel eine Ausbildungsplatzabgabe zahlen müssen. Die Höhe ist abhängig von der Bruttolohnsumme im Verhältnis zur Zahl der Auszubildenden im jeweiligen Unternehmen.
Betroffen sind selbst Ausbildungsunternehmen ebenso wie Unternehmen, die keine klassischen Ausbildungsberufe anbieten können oder zwar ausbilden wollen, aber keine Auszubildenden finden. In ihrem Brief warnen die Unternehmen vor den zusätzlichen finanziellen und bürokratischen Belastungen. „Die Administration der Umlage erfordert einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand – sowohl auf Seiten der Unternehmen als auch auf Seiten der Behörden. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten muss es aber das Ziel sein, Bürokratie abzubauen“, heißt es in dem Appell.
„Wir, die größten privaten Arbeitgeber in Berlin, sind ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft in der Hauptstadt. Unsere Investitionen und Innovationen tragen dazu bei, dass sich Berlin zu einem dynamischen Standort in Europa entwickelt hat“, heißt es in dem Schreiben.
Die unterzeichnenden Unternehmen stehen für mehr als 150.000 Arbeitsplätze in der Hauptstadt. Sie betonen ihr langjähriges Engagement in der dualen Ausbildung und unterstreichen, dass sie jedes Jahr tausenden jungen Menschen einen qualifizierten Start ins Berufsleben ermöglichen.
Der Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern werde trotz des geplanten Gesetzes bestehen bleiben. „Wer keine geeigneten Kandidaten findet, würde durch eine Umlage doppelt bestraft – einmal durch unbesetzte Stellen, ein zweites Mal durch die Abgabepflicht.“
Statt der Strafabgabe fordern die Unternehmen Maßnahmen wie eine verbesserte Schulqualität und intensivere Berufsorientierung, den Abbau von Bürokratie, Anreize für ausbildende Betriebe sowie gemeinsame Anstrengungen zur Erhöhung der Ausbildungsreife junger Menschen. „Qualität in der Ausbildung entsteht nicht durch Zwang und Sanktionen, sondern durch Partnerschaft, gute Rahmenbedingungen und gegenseitiges Vertrauen zwischen Wirtschaft, Politik und Bildungseinrichtungen", schreiben die Arbeitgeber. Der Politik bieten sie einen konstruktiven Dialog zu dieser Frage an.
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Berliner Wirtschaft unterzeichnet Bekenntnis zur Zukunftsdekade 2034–2044

Vertreter Berliner Kammern und Verbände haben eine gemeinsame Erklärung zur Zukunftsdekade 2034-2044 unterzeichnet. Die Berliner Zukunftsdekade verknüpft zentrale Großprojekte – von der IBA 2034-2037, über die EXPO 2035, die 800 Jahr-Feier 2037 bis hin zu den Olympischen und Paralympischen Spielen 2040 bzw. 2044 – zu einem integrierten Investitions- und Innovationszyklus. Die Verknüpfung dieser Großereignisse biete die historisch einmalige Chance für die nachhaltige Transformation Berlins, so die Unterzeichnenden. Basierend auf den Erfahrungen vergleichbarer Events sei insgesamt eine Stadtrendite von über 13 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Mehrwert zu erwarten.
Mit einem strategisch abgestimmten Masterplan kann die Hauptstadt in den kommenden zehn Jahren zur internationalen Blaupause für eine nachhaltige, inklusive und innovative Metropole werden.
Den Auftakt bildet die Internationale Bauausstellung (IBA) 2034. Sie ist Motor der zukunftsfähigen Flächengestaltung und leistet damit die notwendige Vorarbeit für die folgenden Großveranstaltungen.
Die EXPO 2035 ist als dezentral organisierte Weltausstellung entlang der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele konzipiert. Sie nutzt die Innovationskraft Berlins in der Fläche und schafft eine Plattform für Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Präsentiert die EXPO die Zukunft, so bietet im Anschluss die Jubiläumsfeier die Chance, die Geschichte Berlins auf dem Fundament einer sich transformierenden, modernen Metropole zu präsentieren.
Die Olympischen Spiele bilden den Abschluss der Dekade und profitieren von der Vorarbeit durch EXPO und IBA. Die bereits geschaffene Infrastruktur reduziert den Investitionsbedarf erheblich. Gleichzeitig generieren die Spiele hohe Umsätze und internationale Aufmerksamkeit für Berlin als Sportmetropole.
In ihrer Erklärung fordert die Berliner Wirtschaft Bund und Land auf, diese Dekade strukturell zu unterstützen. Der strategisch integrierte Investitionskreislauf muss heute angestoßen werden, damit des Masterplans Zukunftsdekade 2034-2044 gelingt.
Statement

IHK-Vizepräsident Rückel zu 5 Jahre BER: Bund muss Rahmenbedingungen verbessern und Luftverkehrssteuer streichen

Zu 5 Jahren BER sowie der Forderung der Verkehrsminister der Länder, die Luftverkehrssteuer abzuschaffen, sagt IHK-Vizepräsident Robert Rückel:

„Der BER hat sich in den letzten fünf Jahren von einer internationalen Lachnummer zum gut funktionierenden Flughafen entwickelt. Zum Geburtstag ist dem BER und damit der gesamten Metropolregion zu wünschen, dass die Politik endlich die Rahmenbedingungen für den Luftverkehrsstandort verbessert. Es wurden viele Steuermilliarden in einen funktionstüchtigen Flughafen investiert, da ist es nur folgerichtig, auch das Wachstum zu ermöglichen. Wenn wir 2030 über den 10. Geburtstag des BER reden, wird also hoffentlich die im nationalen wie internationalen Vergleich weiterhin beschämend niedrige Zahl an Langstreckenverbindungen am BER endlich Vergangenheit sein. Wesentliche Voraussetzungen für die Wettbewerbsfähigkeit nicht nur des BER, sondern des Luftverkehrsstandorts Deutschland insgesamt sind allerdings auch die Streichung der Luftverkehrssteuer, die Reduzierung der Kosten für die Flugsicherung und die Intensivierung der nachhaltigen Treibstoffproduktion für klimaneutrales Fliegen. Dass die Verkehrsminister der Länder auf ihrer Konferenz ebenfalls die Abschaffung der Luftverkehrssteuer und insgesamt bessere Rahmenbedingungen für den Luftverkehrsstandort gefordert haben, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt muss der Bund handeln.“

Statement

Aktuelle Arbeitsmarktzahlen

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt Henrik Vagt, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin:
„Die schwache Konjunktur dämpft die Arbeitsmarktentwicklung in Berlin. Ziel der Politik muss es deshalb sein, die Rahmenbedingungen für Wirtschaftswachstum richtig zu gestalten. Auf geopolitische Verwerfungen mag das Land Berlin keinen Einfluss haben, auf andere Risikofaktoren allerdings schon. Dazu gehört vor allem ein Übermaß an Bürokratie. Dass Berlin vor diesem Hintergrund an seinen Plänen zur Einführung der Ausbildungsplatzabgabe festhält, ist nicht nachvollziehbar. Hier werden mehrere Millionen Euro in den Aufbau von sinnloser Bürokratie gesteckt, anstatt die Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo sie Jugendlichen nachweisbar helfen, im Arbeitsleben Fuß zu fassen. Schwerer wiegt noch, dass eine Ausbildungsplatzabgabe oder die Diskussion über die Vergesellschaftung von Unternehmen dem Image des Wirtschaftsstandorts Berlin insgesamt schaden. Eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt gelingt aber nur dann, wenn das wirtschaftliche Wachstum dauerhaft mehr Tempo entwickelt."
Pressemitteilung

IHK Berlin legt Vorschläge für den Gesundheitsstandort Berlin vor

Die IHK Berlin hat ein Positionspapier mit konkreten Vorschlägen für die Stärkung des Gesundheitsstandorts Berlin vorgelegt. Kernpunkte des jetzt veröffentlichten Maßnahmenkatalogs sind u.a. ein verlässliches Patente-Management, eine verbindliche Gesundheitsdatenstrategie, der verbesserte Transfer von Forschung in marktfähige Produkte – mit den Kliniken als Innovationsplattformen - sowie gezielte Fast-Track-Visa für Fachkräfte. Die 21.400 Unternehmen der Gesundheitsindustrie in der Metropolregion beschäftigen rund 354.000 Menschen und erwirtschaften einen Jahresumsatz von gut 20 Milliarden Euro.
Das Papier konzentriert sich auf fünf Handlungsfelder, die miteinander verzahnt werden müssen. Ein Handlungsfeld beschäftigt sich mit Verbesserungen beim Patente-Management. Forschungsergebnisse brauchen verlässliche, standardisierte Wege zur Verwertung, damit Investoren planen und Start-ups schnell skalieren können. Lizenzverträge, klare Vergütungsmodelle und hochschulnahe Venture-Capital-Strukturen sollen genau diesen Rahmen liefern.
Zentral ist zudem der Transfer von Forschung in marktfähige Angebote. Ein integriertes Ökosystem aus Finanzierung, physischen Infrastrukturangeboten wie Laborkapazitäten und einheitlichen Transfervereinbarungen senkt Markteintrittsbarrieren. Die Kliniken selbst sind dabei mehr als Orte der Versorgung: Sie sind Innovationsplattformen, die Pilotierung, Validierung und frühe Markteinführung unterstützen können.
Weiterer Schwerpunkt ist die Dateninfrastruktur, denn Daten sind Rohstoff und Baustoff zugleich. Damit tragfähige Geschäftsmodelle im Bereich Digital Health entstehen können, sind verbindliche Standards und eine Steuerungsebene für die pseudonymisierte Datennutzung unabdingbar.
Das Papier adressiert auch den Fachkräftemangel. Hier braucht es schnelle, digitale Anerkennungsverfahren, gezielte Fast-Track-Visa und Integrationspakete.
Wesentliche Voraussetzung für den Gesundheitsstandort Berlin ist ein Paradigmenwechsel in der Regulierungslandschaft von der Kontrolle zur Partnerschaft. Die Verwaltung muss Innovationen ermöglichen und befördern. Das Positionspapier schlägt hierzu u.a. einheitliche Standards sowie die Bündelung von Genehmigungen in Teilbereichen (z.B. klinische Studien, Zell-/Gentherapien) vor.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Die Gesundheitswirtschaft in Berlin ist ein Wachstumsmotor. Wenn Berlin bis 2030 zu den globalen Leuchttürmen Boston und London aufschließen soll, müssen die Rahmenbedingungen deutlich innovationsfreundlicher werden. Denn auch hier gilt die Gleichung weniger Bürokratie gleich mehr Wachstum, mehr Innovation und mehr Impact.“
Die ausführlichen Umsetzungsvorschläge der IHK Berlin finden Sie hier: www.ihk.de/berlin/gesundheitsstandort-2030
Pressemitteilung

Wettbewerbsstart "100m Zukunft": IHK schafft Reallabor für den öffentlichen Raum

Heute (Am Montag) startet der mit insgesamt 200.000 Euro ausgestattete Wettbewerb „100m Zukunft“ der IHK Berlin. Gesucht werden praxisnahe Ideen für urbane Herausforderungen – von smarter Mobilität über Kreislaufwirtschaft bis hin zu gesunder Stadtgestaltung und Ernährungssystemen. Die besten Konzepte werden im Anschluss als Prototypen auf der Testfläche in der Fasanenstraße umgesetzt und unter realen Bedingungen erprobt. Teilnehmen können Startups, Unternehmen aber auch Vereine oder andere Organisationen. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf unterstützt den Wettbewerb und stellt öffentliche Flächen auf der Fasanenstraße zwischen Hardenberg- und Kantstraße zur Verfügung.
Robert Rückel, Vizepräsident der IHK Berlin: "Wir wollen den öffentlichen Straßenraum neu denken und die Chancen aufzeigen, die in der Transformation Berlins zur klimaneutralen Metropole liegen. Das Experimentierfeld in der Fasanenstraße und rund um das Ludwig Erhard Haus bietet Unternehmen die Möglichkeit, neue Produkte und Lösungen für diese Transformation unter realen Bedingungen zu testen. Unser Ziel ist es, Innovationen aus Berlin für Berlin - und damit für uns alle - zu fördern, damit die Hauptstadt zum aktiven Treiber nachhaltiger Stadtentwicklung wird."
Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat Charlottenburg-Wilmersdorf: „Der öffentliche Raum ist Lebensraum. Wir brauchen neue Ideen, um ihn klimaresilient, gesund und zukunftsfähig zu gestalten. Mit dem Reallabor schaffen wir einen Ort, an dem genau solche Lösungen sichtbar und erlebbar werden.“
Für folgende Fragestellungen können bis zum 30. November 2025 Projektideen eingereicht werden:
Nachhaltige Mobilität und lokale Energieproduktion: Welche Technologien verbessern urbane Logistik und Parkraumnutzung nachhaltig und nutzerorientiert?
Abfall- und Ressourcenmanagement: Welche Lösungen reduzieren Abfall und stärken die Kreislaufwirtschaft in Berlin?
Urbane Gesundheit: Welche Lösungen lassen Straßen und Quartiere zu gesunden Lebensräumen werden?
Urbane Ernährungssysteme: Welche Lösungen stärken die lokale Lebensmittelproduktion und -distribution?
Aus den eingereichten Vorschlägen wählt eine Fachjury bis zu drei Projekte pro Themenfeld aus. Diese erhalten im ersten Schritt pauschal jeweils 1.500 Euro. Für die anschließende Umsetzung stehen projektübergreifend 180.000 Euro bereit. Nach einem mehrstufigen Auswahl- und Planungsprozess sollen die ersten Prototypen ab Herbst 2026 auf der Fasanenstraße erprobt werden.
Weitere Informationen zum Projekt 100m Zukunft und den Teilnahmebedingungen am Wettbewerb finden Sie hier: www.100m-zukunft.de
Pressemitteilung

Gemeinsame Konjunkturumfrage: Berliner Wirtschaft bleibt im Krisenmodus – strukturelle Probleme bremsen Wachstum

Die Konjunkturumfrage zeichnet für den Herbst 2025 ein durchwachsenes Bild der Berliner Wirtschaft. Während einzelne Branchen leichte Erholungssignale senden, bleibt die Gesamtlage angespannt. Die Unternehmen fordern dringend bessere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie, um die Hauptstadt wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen. Dies sind die Ergebnisse der repräsentativen Konjunkturumfrage von IHK und Handwerkskammer Berlin im Herbst unter 950 Unternehmen.
Der Konjunkturklimaindex (geometrisches Mittel aus aktueller geschäftlicher Lage und Erwartungen) steigt im Herbst 2025 zwar auf 105 Punkte (Frühsommer: 102 Punkte), bleibt damit aber auf niedrigem Niveau und unverändert zum Vorjahres-Herbst. Das sind weiterhin nur fünf Punkte oberhalb des neutralen Wertes von 100 Zählern. Die leichte Verbesserung ist vor allem auf optimistischere Erwartungen im Dienstleistungssektor zurückzuführen.
Aktuelle geschäftliche Lage: Viele Unternehmen agieren im „Krisenmodus“
Die befragten Unternehmen bewerten ihre Situation schlechter als im Vorjahr. Die Geschäftslage hat sich in fast allen Branchen weiter eingetrübt. Der entsprechende Indikator fällt auf sechs Punkte – ein Wert wie zu Pandemiezeiten. Besonders betroffen sind das Verarbeitende Gewerbe und das Gastgewerbe, während das Baugewerbe sich vergleichsweise stabil zeigt. Das Kfz- und Ausbaugewerbe sowie die Gewerke des gewerblichen Bedarfs berichten weiterhin von einer hohen Auslastung und einer soliden Nachfrage.
Geschäftserwartungen: Stimmung hellt sich leicht auf
Die Berliner Wirtschaft hofft auf eine moderat besser laufende Konjunktur in den kommenden Monaten. Der Erwartungsindikator, welcher sich aus optimistischen und pessimistischen Einschätzungen ergibt, zählt aktuell fünf Punkte. Verglichen zum Vorjahresherbst gewinnt der Indikator immerhin zehn Punkte hinzu. Möglich, dass Unternehmen auf die Effekte der expansiven Fiskalpolitik hoffen und entsprechend weniger skeptisch gestimmt sind.
Personal- und Investitionspläne: Beschäftigungsabbau und Investitionszurückhaltung
Der Saldo der Personalplanungen fällt auf minus vier Punkte und signalisiert erstmals seit der Coronakrise wieder einen Beschäftigungsabbau. Die Investitionsdynamik bleibt schwach: Nur jedes zweite Unternehmen investiert aktuell, deutlich weniger als im langjährigen Durchschnitt. Besonders in Industrie und Handel ist die Investitionsbereitschaft stark gesunken. Hauptmotiv für Investitionen ist der Ersatzbedarf, zukunftsgerichtete Investitionen bleiben aus.
Branchen im Überblick
Verarbeitendes Gewerbe: Stimmung und Erwartungen bleiben pessimistisch, Personalabbau und Investitionszurückhaltung prägen das Bild. Sorgen bereiten vor allem die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, hohe Arbeitskosten und Rohstoffpreise.
Handel: Die Lage bleibt angespannt, Konsumzurückhaltung und Wettbewerbsdruck belasten die Branche. Drei von vier Unternehmen sehen den Inlandsabsatz als zentrales Risiko.
Gastgewerbe: Die Situation ist alarmierend – jedes zweite Unternehmen bewertet die Lage als schlecht, der Beschäftigungssaldo fällt auf minus 55 Punkte.
Dienstleistungssektor: Hier gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die Erwartungen hellen sich auf, insbesondere bei personenbezogenen Dienstleistungen. Dennoch bleibt die Investitions- und Personalplanung zurückhaltend. Es handelt sich wohl um einen vorsichtig abwartenden Optimismus.
Handwerk und Bauindustrie: Das Handwerk zeigt eine stabile, aber stagnierende Entwicklung. Im Baugewerbe hingegen sinkt der Anteil investierender Unternehmen auf ein sehr niedriges Niveau, die Beschäftigungspläne sind überwiegend negativ. Das Berliner Handwerk erweist sich im Herbst als Stabilitätsfaktor in einer insgesamt verhaltenen Wirtschaftslage.
Risiken und Herausforderungen: Bürokratie, Abgabenlast und Strukturprobleme
Der Fachkräftemangel verliert als Risiko für die geschäftliche Entwicklung an Bedeutung, während wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen – vor allem Bürokratie und hohe Abgabenlast - von den Unternehmen als größte Hemmnisse genannt werden. Hinzu kommen schwacher Inlandsabsatz und steigende Arbeitskosten. Im Berliner Handwerk werden Neueinstellungen verschoben oder mangels verfügbarer Fachkräfte ganz aufgegeben.
Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin: „Die Lage im Berliner Handwerk ist überwiegend stabil, jedoch ohne spürbare Aufwärtsimpulse. Der Fachkräftemangel und die hohen Arbeitskosten bremsen die Dynamik“, betont Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin. „Dass die Beschäftigungsplanung ins Minus dreht, ist ein Warnsignal und der Tatsache geschuldet, dass der Fachkräftemarkt in bestimmten Branchen leergefegt ist. Als Bremsklotz erweist sich nach wie vor der immense Bürokratieaufwand, beispielsweise bei der öffentlichen Auftragsvergabe, den kleinere Handwerksbetriebe kaum stemmen können.“
Henrik Vagt, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „Der Optimismus in der Dienstleistungsbranche kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die wirtschaftliche Lage insgesamt weiterhin nicht gut ist. Auf mangelnden Inlandsabsatz und US-Zölle hat die Politik zwar nur begrenzten Einfluss, auf den Abbau von bürokratischen Fesseln als eines der massivsten Hemmnisse für die wirtschaftliche Entwicklung dafür umso mehr. Weniger Bürokratie, Auflagen und Abgaben würden den Unternehmen endlich die notwendigen Wachstumsimpulse und nicht zuletzt den Optimismus wieder geben. Dass Berlin mit der sogenannten Ausbildungsplatzumlage stattdessen zusätzliche Abgaben für viele Unternehmen und noch mehr Bürokratie plant, ist deshalb absolut unverständlich.“
Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie hier: www.ihk.de/berlin/konjunktur oder www.hwk-berlin.de
Pressemitteilung

Offener Brief der Berliner Wirtschaft an die Abgeordneten zur geplanten Ausbildungsumlage: Vorhaben schadet dem Wirtschaftsstandort!

In einem offenen Brief an die Mitglieder des Berliner Abgeordnetenhauses appelliert ein breites Bündnis aus der gesamten Berliner Wirtschaft, die Pläne zur Einführung der sogenannten Ausbildungsplatzumlage nicht weiter zu verfolgen. Das Gesetz schadet dem Wirtschaftsstandort Berlin, belastet in konjunkturell schwierigen Zeiten die Unternehmen zusätzlich – ohne die wahren Probleme auf dem Ausbildungsmarkt zu lösen. In der Praxis wird diese völlig sinnlose Belastung zu einem massiven Aufwuchs von Bürokratie und hunderten Klagen von Unternehmen führen, wie der seit Anfang des Jahres in Bremen geltende Ausbildungsausgleichsfonds zeigt.

Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Viele Unternehmen blicken fassungslos auf die aktuelle politische Debatte um die Ausbildungsplatzumlage. Sie schaffen Arbeitsplätze, zahlen Steuern – und sollen jetzt bestraft werden, weil die Politik festlegen will, wie viele Ausbildungsplätze die Berliner Wirtschaft besetzen „sollte“. Wohin das führt, sehen wir aktuell in Bremen: Mehr Bürokratie, mehr als 330 Klagen gegen das dortige Gesetz, weniger Ausbildungsverträge – und ein unterfinanzierter Fonds, der möglicherweise mit Steuergeldern ausgeglichen werden muss. Angesichts der knappen Haushaltslage in Berlin ist es nicht nachvollziehbar, warum sechs Millionen Euro in den Aufbau von Bürokratie statt in die Unterstützung von Jugendlichen fließen sollen. Unser dringender Appell an die Abgeordneten ist deshalb, nicht die Bremer Fehler zu wiederholen und das Gesetz zu stoppen. Noch ist es nicht zu spät.“
Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Berlin: „Traditionell verfügt das Handwerk über eine überdurchschnittliche Ausbildungsquote, aber aktuell fehlen Hände, nicht Abgaben. Wenn Unternehmen ihre offenen Ausbildungsplätze nicht besetzen können, würde eine Ausbildungsumlage zur unnötigen Zusatzbelastung. Bei der Preiskalkulation und bei Auftragsvergaben hätten Berliner Handwerksbetriebe dann Wettbewerbsnachteile gegenüber Unternehmen aus Brandenburg oder anderen Bundesländern. Mehr besetzte Ausbildungsplätze in
Berlin kommen dabei sicherlich nicht heraus. Notwendig sind hingegen eine strukturierte Berufsorientierung und die anerkannte Gleichwertigkeit von akademischen und dualen Ausbildungswegen.“
Stefan Moschko, Präsident Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg e.V.: „Der Bund und andere Bundesländer arbeiten auf vielen Ebenen daran, Bürokratie abzubauen und Unternehmen zu entlasten. Berlin plant das genaue Gegenteil und will die Wirtschaft mit einem Gesetz überziehen, das einen enormen zusätzlichen Aufwand und weitere unnötige Kosten bringt. Und das in einer Zeit, die geprägt ist von Wachstumsschwäche, Unsicherheit und Transformation. Hinzu kommt, dass die sogenannte Ausbildungsplatzumlage ein Rezept aus der arbeitsmarktpolitischen Mottenkiste ist. Sie ignoriert, dass viele Unternehmen vergeblich versuchen, Nachwuchskräfte anzuwerben. Sie übersieht, dass vielen jungen Menschen selbst elementare Qualifikationen für das Berufsleben fehlen, weil die Schule sie nicht darauf vorbereitet hat. Deshalb wird die Umlage keinen einzigen
zusätzlichen Ausbildungsplatz bringen – der Berliner Wirtschaft aber erheblich schaden.“
Franziska Teubert, Geschäftsführerin Bundesverband Deutsche Startups e.V.: “Die Umlage schadet insbesondere Startups, die gerade in der frühen Phase oft noch gar keine Umsätze machen und über kaum finanzielle Ressourcen verfügen. Gleichzeitig sind Startups und Scaleups maßgeblicher Treiber für die wirtschaftliche Dynamik in der Hauptstadt. Der Senat sollte daher junge, technologieorientierte Unternehmen nach Kräften stärken, statt sie mit zusätzlichen Abgaben und bürokratischen Aufwänden völlig unnötig zu belasten. Die Umlage ist mehr als nur ein fatales Signal, sie ist innovationsfeindlich und schwächt den Startup-Standort Berlin. Das gilt insbesondere im Wettbewerb mit anderen nationalen Startup-Hubs. Angesichts der ungeahnten Standortförderung aus Berlin knallen in München bestimmt die Korken.”

Informationen zur Ausbildungsplatzumlage und weitere Stimmen aus der Berliner Wirtschaft haben wir unter www.ausbildung-statt-abgabe.berlin zusammengestellt.
Statement

Sebastian Stietzel zur Olympia-Bewerbung

Zum heute vorgestellten weiteren Vorgehen bei der Berliner Olympia-Bewerbung sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:

„Es ist gut, dass die Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele jetzt Fahrt aufnimmt. Berlin kann und braucht Großveranstaltungen von internationaler Strahlkraft. Olympische Spiele, Expo 2035 und Internationale Bauausstellung sind Infrastruktur – und Innovationsbooster zugleich. Als IHK unterstützen wir daher die Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele - genauso wie andere Großereignisse mit weltweiter Ausstrahlung. Als internationale Metropole muss Berlin alle Potenziale nutzen, die Großveranstaltungen bieten. Wir haben uns gerade erst in Japan von der Wirkung überzeugen können, die eine Expo auf einen gesamten Wirtschaftsraum hat. Wer Ja sagt zu Olympia, muss auch Ja sagen zur Expo 2035 in Berlin.“
Pressemitteilung

FuTog 2025 – Berlins Jobmesse für Geflüchtete setzt Zeichen für Arbeitsmarktintegration

Rund 5.500 Besucherinnen und Besucher, über 60 Unternehmen und ein gemeinsames Ziel: berufliche Perspektiven für Geflüchtete schaffen. Die Jobmesse FuTog bringt auf unkomplizierte Weise Arbeitssuchende mit Fluchtgeschichte und Arbeitgeber zusammen.
Unter der Federführung der zwölf Berliner Jobcenter, der IHK Berlin, der Handwerkskammer Berlin und den Berliner Arbeitsagenturen fand die diesjährige FuTog Berlin (Future Together) im Ludwig-Erhard-Haus statt. Unter dem Motto #FutureTogetherBerlin kamen auch in diesem Jahr Geflüchtete mit Unternehmen ins Gespräch, informierten sich über Ausbildung, Arbeit, Anerkennung von Berufsabschlüssen oder Qualifizierungsangebote. Begleitet wird die Veranstaltung, die in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal stattfindet, durch Sprachmittler, Workshops und Beratungsformate.
Etwa 5.500 Menschen folgten der Einladung. Der Großteil der Teilnehmenden befindet sich derzeit im Integrations- bzw. Sprachkurs oder haben diesen beendet und verfügen über Grundkenntnisse der Deutschen Sprache. Sie kommen überwiegend aus den acht Hauptherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) sowie der Ukraine.

Integration geflüchteter Menschen bleibt eine gemeinschaftliche Aufgabe.

10 Jahre nach der großen Fluchtbewegung wird heute deutlich: Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Fluchterfahrung kann gelingen, wenn alle mitwirken. In den vergangenen zehn Jahren wurde in Berlin viel bewegt. Die Hauptstadt liegt im Bundesvergleich auf Platz sieben bei der Beschäftigungsquote von Geflüchteten. Besonders sichtbar war auf der Messe, wo die Potenziale liegen und welche Herausforderungen bleiben.
Ein Fokus lag in diesem Jahr auf geflüchteten Frauen, deren Erwerbsquote laut neusten Zahlen des IAB mit 35 Prozent weiterhin deutlich hinter der von männlichen Geflüchteten (diese liegt bei 76 Prozent) zurückbleibt. Zahlreiche Angebote auf der Messe zielten daher auf Frauen mit Familienverantwortung ab. Dazu zählte Qualifizierungsberatung, Betreuungsangebote für Kinder und Jobangebote mit familienfreundlichen Arbeitszeiten. Diese Jobmesse hilft bei der Integration und der Bewältigung des Fachkräftemangels.

Nicole Korset-Ristic, Vizepräsidentin der IHK Berlin: „Wer in die Hauptstadt kommt, soll hier auch ankommen können – in Gesellschaft und im Arbeitsleben. Die Berliner Wirtschaft zeigt die große Bereitschaft ebenso wie den Bedarf, Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung Zukunftsperspektiven zu geben. Als IHK Berlin setzen wir uns mit den Jobcentern und der Handwerkskammer dafür ein, Betrieben wie Jobsuchenden das Matching zu erleichtern. Die Jobmesse zeigt, wie viel berufliches Potenzial geflüchtete Menschen mitbringen – und wie offen die hiesigen Unternehmerinnen und Unternehmer sind, das Potenzial zu nutzen. Eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und gleichzeitig die Voraussetzung, den Fachkräftemangel zu bewältigen und die Zukunft unserer Wirtschaft zu sichern.“
Andreas Peikert, Geschäftsführer des Jobcenter Berlin Marzahn-Hellersdorf: „Als Gesellschaft haben wir uns bewusst entschieden, Menschen in Not Schutz und Perspektiven zu geben. Heute sehen wir: Integration ist oft ein langer, aber lohnenswerter Weg. Gleichzeitig macht die demografische Entwicklung deutlich, wie sehr wir auf internationale Fachkräfte angewiesen sind. Unsere Aufgabe ist es, konsequent weiterzugehen, Geflüchtete auf ihrem Weg in Arbeit zu begleiten, Hilfebedürftigkeit zu verringern und im besten Fall ganz zu überwinden.“
Jürgen Wittke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Berlin: „Die FuTog Berlin bringt Menschen zusammen, die etwas bewegen wollen. Betriebe suchen nach motivierten Fachkräften – und Menschen mit Fluchthintergrund suchen nach einer Chance, ihre Fähigkeiten einzubringen. Denn am Ende geht es nicht um Herkunft, sondern um Zukunft – und die gestalten wir gemeinsam.“
Christoph Möller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Berlin Nord: „Gemeinsam mit der Berliner Wirtschaft und allen Partnern ist es gelungen, auch in diesem Jahr Großes auf die Beine zu stellen. Die FuTog Messe schafft konkrete Chancen für geflüchtete Menschen und bringt sie in Kontakt mit Arbeitgebern aus unterschiedlichsten Branchen. Ich freue mich sehr, dass diese Veranstaltung erneut stattfindet und so eine wichtige Plattform für Integration, Orientierung und berufliche Zukunft bietet.“

FuTog 2025 in Zahlen

  • Rund 5.500 Besucherinnen und Besucher, überwiegend aus den acht Hauptherkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) sowie der Ukraine
  • Mehr als 60 Unternehmen aus Handel, Handwerk, Industrie, Dienstleistung, IT, Sicherheit und Verkehr und Logistik
  • Begleitende Beratungsangebote: von Anerkennungsberatung ausländischer Berufsabschlüsse über Sprachmittlung bis zu Workshops
  • Ein Ziel: gemeinsam die berufliche Integration und persönliche Entwicklung geflüchteter Menschen zu ermöglichen sowie dem Arbeits- und Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
  • Ein Fokus liegt in diesem Jahr auf geflüchteten Frauen, denn hier liegt großes Potenzial für die Beschäftigung von Geflüchteten.

Pressemitteilung

Geplante Rekordverschuldung braucht gleichzeitige Stärkung wirtschaftlicher Dynamik

Mit der ersten Lesung des Haushaltsentwurfs im Plenum beginnen morgen die Haushaltsberatungen für die Jahre 2026/27. Die Berliner Wirtschaft appelliert, in den kommenden Jahren gezielt in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts zu investieren, Unternehmen angesichts des abflachenden BIP-Wachstums nicht noch weiter zu belasten und die Bemühungen um eine langfristige Haushaltskonsolidierung konsequent weiter zu verfolgen. Klar ist: nur wenn die wirtschaftliche Dynamik am Standort in den nächsten Jahren gestärkt wird, ist die im neuen Haushalt geplante Rekordneuverschuldung langfristig auch tragbar.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin
„Die gute Nachricht beim jetzt vorliegenden Haushaltsentwurf ist, dass wesentliche Summen aus dem Sondervermögen des Bundes tatsächlich in Ertüchtigung und Ausbau der Infrastruktur fließen sollen. Das ist zwingend notwendig, denn der massive Investitionsstau bei jeglicher Infrastruktur behindert den Wirtschaftsstandort Berlin seit Jahren und ist auch langfristig nur durch eine stärkere Mobilisierung von privatem Kapital zu lösen. Außerdem darf die Politik nicht vergessen, dass „Sondervermögen“ am Ende zusätzliche Schulden bedeutet. Diese Schuldenlast ist langfristig nur dann tragbar, wenn gleichzeitig die wirtschaftliche Dynamik am Standort und damit die Einnahmebasis gestärkt werden. Aus Sicht der Wirtschaft wird der Entwurf dieser Verantwortung nur in Teilen gerecht. Unverständlich bleibt die geplante Einführung der sogenannten Ausbildungsplatzumlage, die zusätzliche Verwaltungskosten von über drei Millionen Euro pro Jahr verursacht, Unternehmen in schwierigen konjunkturellen Zeiten zusätzlich belastet - und keines der eigentlichen Probleme am Ausbildungsmarkt löst. Zeitgleich schaden die geplanten Kürzungen im Hochschulbereich sowie im Bereich des Umweltschutzes dem Image des Wissenschaftsstandortes und bremsen die Transformationsbemühungen der Berliner Wirtschaft aus. Und nicht zuletzt muss Berlin zügig die angekündigte Modernisierung des Vergabewesens vorantreiben, damit die angekündigten Investitionen in die Infrastruktur keine Fiktion bleiben."

In den folgenden Handlungsfeldern besteht aus Sicht der IHK dringender Investitionsbedarf, um den Wirtschaftsstandort Berlin fit für die Zukunft zu machen:


(Aus)Bildung und Fachkräfte

Die IHK Berlin lehnt die sogenannte Ausbildungsplatzumlage entschieden ab: Die Einführung der Abgabe verursacht laut aktuellem Haushaltsentwurf Verwaltungskosten von über drei Millionen Euro pro Jahr, ohne jedoch die eigentlichen Probleme am Ausbildungsmarkt zu lösen. Statt einer teuren und wirkungslosen Strafabgabe brauchen die Ausbildungsbetriebe Rückenwind. Der Doppelhaushalt sollte daher ausreichend Mittel für eine frühzeitige Berufsorientierung und Ausbildungsvorbereitung, das 11. Pflichtschuljahr, moderne Berufsschulen sowie die Schaffung wichtiger Rahmenbedingungen, wie bezahlbarem Azubi-Wohnraum und einem Azubi-Ticket bereitstellen. Positiv ist die verstetigte Förderung für die Berufsausbildung und für die Beratung zur Verbundausbildung.
Gleichzeitig sind im Bereich Arbeitsmarkt und Fachkräfte die Kürzungen bei Deutschkursen für Geflüchtete nicht nachvollziehbar. Lange Wartezeiten bei Sprachkursen hemmen die Integration in den Arbeitsmarkt und erschweren es Betrieben, dringend benötigtes Personal zu gewinnen.
Im Bildungsbereich wiederum setzt das neue Berliner Schulbudget ein wichtiges Signal: Eine stärkere Autonomie der Schulen stellt einen Schritt in die richtige Richtung dar und kann die Qualität der Bildung nachhaltig verbessern.

Mobilität und Stadtentwicklung

Es ist angesichts des enormen Investitionsrückstaus ein positives Signal, dass das Land Berlin das neue Sondervermögen des Bundes für die standortrelevante Sanierung von Straßen und Brücken, den Ausbau von U-Bahn- und Straßenbahnlinien sowie die Förderung des Wohnungsbaus nutzen will – entscheidend ist allerdings, dass das Geld in den nächsten Jahren tatsächlich auch verausgabt wird. Ebenso begrüßen wir die Fortführung von WELMO zur Förderung der gewerblichen E-Mobilität, die erstmalige Bereitstellung von Mitteln zur Umsetzung einer Sharing-Strategie sowie zusätzliche Mittel für die Zentrenentwicklung und die Stärkung des Berliner Einzelhandels.
Kritisch sind dagegen die Kürzungen bei der Weiterentwicklung eines stadt- und umweltverträglichen Wirtschaftsverkehrs sowie beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Unklar bleibt, ob der neue Haushalt ausreichend Mittel für die Verlängerung der U7 in Richtung BER sowie die Akquise von neuen Mittel- und Langstrecken vorsieht – gerade die Anbindung per Luft ist ein essentieller Baustein für das Wirtschaftswachstum und die Internationalisierung der Wirtschaft in der Metropolregion.

Umwelt und Energie

Die Wirtschaft begrüßt die fortgesetzte Förderung des Solarausbaus als wichtigen Schritt für die Energiewende. Gleichzeitig blicken wir jedoch mit Sorge auf die massiven Kürzungen in anderen Bereichen: Das faktische Auslaufen der Förderung des Berliner Programms für nachhaltige Entwicklung (BENE) droht die Transformation der Berliner Wirtschaft erheblich auszubremsen und bedeutet seitens des Landes den freiwilligen Verzicht auf EU-Kofinanzierung in Millionenhöhe. Beim Masterplan Wasser und dem Konzept der Schwammstadt gefährden die geplanten Einsparungen von jeweils mehr als 50 Prozent die Versorgungssicherheit der Stadt und bremsen die Anpassung an den Klimawandel aus.

Verwaltung und Digitalisierung

Es ist gut, dass im Bereich Verwaltungsdigitalisierung angestoßene Vorhaben mit dem Haushaltsentwurf für die kommenden beiden Jahre im Wesentlichen fortgeführt werden können. Allerdings vermisst die Berliner Wirtschaft mutige Zukunftsinvestitionen in leistungsfähige und souveräne IT-Infrastruktur, die die Berliner Verwaltung im Standortwettbewerb nach vorn bringen könnten. Dass die geplanten Einsparungen bei der Digitalisierung nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, weil aus dem aktuellen Haushalt signifikante Summen nicht ausgegeben wurden, ist ein weiterer Beleg dafür, dass Berlin neben einer effizienten IKT-Steuerung – und zwingend eine Modernisierung und Flexibilisierung des Vergabewesens braucht.

Wissenschaft

Auch wenn die Kürzungen im Bereich der Hochschulfinanzierung abgemildert wurden, gibt es keinen Grund zur Entwarnung: Die strukturelle Unterfinanzierung setzt sich fort, Stellenabbau, sinkende Studienplatzkapazitäten und ein drohender Imageverlust für den Wissenschaftsstandort Berlin sind die absehbaren Folgen.
Pressemitteilung

Mehr Berufsorientierung im neuen Schuljahr: IHK Berlin und Bildungssenatsverwaltung weiten BOOM!-Projekt aus

Zum Start des neuen Schuljahres 2025/2026 weiten die IHK Berlin und die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie das erfolgreiche Berufsorientierungsprojekt „BOOM! – Berufsorientierung organisiert und modular“ aus. Das Projekt knüpft an die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaft an und schafft konkrete Brücken zwischen Unterricht und Arbeitswelt. Ab sofort profitieren vier Berliner Schulen von zusätzlicher Unterstützung in der Beruflichen Orientierung: die Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli, die Wilhelm-Bölsche-Schule, die Friedrich-Bergius-Schule sowie die Willy-Brandt-Schule, an der „BOOM!“ bereits seit zwei Jahre erfolgreich läuft. Perspektivisch ist geplant, das Projekt auf weitere Schulen auszuweiten.
Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 7 bis 10 werden mit dem BOOM-Projekt gezielter und praxisnäher auf den Übergang in Ausbildung und Beruf vorbereitet. Die IHK Berlin setzt dafür im neuen Schuljahr speziell qualifizierte Berufsorientierungs-Managerinnen und -Manager ein, die ausgewählte Schulen begleiten. Sie unterstützen bei der Entwicklung und Evaluation passgenauer Konzepte und fördern Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft. Das Projekt wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie strukturell begleitet. Es ist zunächst bis Ende 2029 angelegt und wird im Rahmen des Programms „Kooperationsmanager im 11. Pflichtschuljahr“ mit insgesamt 4,9 Millionen Euro gefördert.

Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Eine fundierte Berufsorientierung ist ein entscheidender Schlüssel für gelingende Bildungsbiografien. Mit dem Start von BOOM! bringen wir die Praxis noch stärker in unsere Schulen, schaffen konkrete Übergänge in Ausbildung und Beruf und setzen ein wichtiges Signal für mehr Chancengerechtigkeit. Berlin braucht junge Menschen, die selbstbewusst und gut vorbereitet ihre berufliche Zukunft gestalten können – dafür legen wir mit diesem Projekt die Grundlage. Gemeinsam mit der Wirtschaft stärken wir nicht nur die Jugendlichen, sondern zugleich die Innovations- und Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“

Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Eine gezielte Berufsorientierung zahlt sich für die Jugendlichen und für die Berliner Wirtschaft gleichermaßen aus. Mit einer engen Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen ebnen wir den Weg der Jugendlichen in eine erfolgreiche berufliche Zukunft. Gleichzeitig unterstützen wir die Unternehmen, Fachkräfte zu finden. Hand in Hand mit der Senatsverwaltung für Bildung und den Schulen ist es nach den vielversprechenden Ergebnissen unseres Pilotprojekts an der Wili-Brandt-Sekundarschule gelungen, das Projekt auf weitere Schulen auszuweiten. Mangelnde berufliche Orientierung ist eines der Haupthindernisse in der Besetzung der vielen freien Ausbildungsplätze. Während eine sogenannte Ausbildungsplatzumlage nur Bürokratie verschärfen würde und selbst engagierten Ausbildungsbetrieben eine Strafabgabe droht, beweist der BOOM-Ansatz, wie Jugendliche zielführend und verlässlich unterstützt werden.“
Statement

Finanz- und Investitionsplan des Berliner Senats

Zur heute vorgestellten Finanz- und Investitionsplanung sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Die Finanz- und Investitionsplanung und der Entwurf des Doppelhaushalts machen deutlich, dass der Senat in den kommenden Jahren verstärkt auf kreditfinanzierte Rekordausgaben setzt, anstatt die immer drängendere Haushaltskonsolidierung ernsthaft anzugehen. Die mit den neuen Krediten verbundene Schuldenlast schränkt zukünftige Handlungsspielräume erheblich ein. Im Sinne solider Landesfinanzen gilt es vor allem, wirtschaftliches Wachstum als tragenden Pfeiler der Konsolidierung zu begreifen und zu stärken – insbesondere durch öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung, schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie Bürokratieabbau. Darüber hinaus sollten investive Spielräume etwa durch die Mobilisierung privaten Kapitals erweitert, Verwaltungskosten durch Digitalisierung und Bürokratieabbau gesenkt und Parallelstrukturen reduziert werden. Und nicht zuletzt braucht Berlin dringend die vom Regierenden Bürgermeister angekündigte Reform des Vergabegesetzes, um die Milliarden aus dem Sondervermögen des Bundes überhaupt in Investitionen in die Infrastruktur ummünzen zu können.“
Pressemitteilung

Ausbildungsstart: Ergebnisse IHK-Ausbildungsumfrage

Ausbildungsstart: Hohe Zufriedenheit unter Berlins Azubis und mehr Jugendliche in Ausbildung. Jeder dritte Betrieb hat dennoch Probleme, Auszubildende zu finden – Jetzt startet die Nachvermittlung
Berlins Auszubildende sind sehr zufrieden mit ihren Ausbildungsbetrieben. 90 Prozent bestätigen ein gutes Betriebsklima. 84 Prozent würden ihren Betrieb weiterempfehlen. Die Berliner Wirtschaft bringt aktuell mehr Jugendliche in Ausbildung. Aber die konjunkturelle Lage einerseits und der Mangel an geeigneten Bewerbern setzen den Ausbildungsmarkt zunehmend unter Druck. 39 Prozent der Betriebe geben an, dass sie nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen konnten. Zwei Drittel der betroffenen Betriebe erhielten keine passenden Bewerbungen. Deutliche Defizite in der Ausbildungsreife erschweren das Matching zusätzlich. Das ist das Ergebnis von zwei repräsentativen Umfragen der IHK Berlin, an der sich im Mai über 400 Auszubildende und fast 200 Unternehmen beteiligten.
Das duale Ausbildungssystem muss sich weiterentwickeln, um attraktiv zu bleiben. Zudem muss das Matching von Betrieben und Jugendlichen verbessert werden. Die Betriebe wünschen sich mehr anwendungsorientiertes Lernen (80 Prozent), Verbesserungen in der personellen und technischen Ausstattung der Berufsschulen (74 Prozent) sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb (72 Prozent). Auf der IHK-Plattform Ausbildung.Berlin finden sich allein 7.000 freie Ausbildungsplätze. Jetzt startet die Nachvermittlungsaktion „Endspurt Ausbildung 2025“. Bei zahlreichen Veranstaltungen erhalten potenzielle Azubis die Chance, ihren Ausbildungsbetrieb zu finden, zum Beispiel am 29. September im Ludwig Erhard Haus.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Trotz angespannter Wirtschaftslage bilden die Berliner Unternehmen mehr aus. Dafür gebührt ihnen großer Dank – eigentlich. Stattdessen droht ihnen die sogenannte Ausbildungsplatzumlage, die selbst vorbildliche Ausbildungsbetriebe treffen würde. Dabei braucht es statt Strafabgabe Rückenwind für die duale Ausbildung, starken Praxisbezug und eine frühzeitige Berufsorientierung an den Schulen sowie ein passgenaues Matching. Die Berliner Wirtschaft setzt alles daran, dass sich der positive Trend bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen fortsetzt. In den Herbst starten wir mit Berlins bisher größter Nachvermittlungsaktion.“
Dr. Christian Wolff, Geschäftsführer, Geyer Umformtechnik GmbH: „Mit viel Herzblut begleiten wir junge Menschen auf ihrem Ausbildungsweg. Im Berliner Süden sind wir regional verwurzelt, engagieren uns vor Ort im Sportverein und sind in den Schulen präsent. Während der Ausbildung bieten wir einen eigenen Nachhilfeunterricht an. Eine sogenannte Ausbildungsplatzumlage lehne ich ab, denn sie sorgt für keinen zusätzlichen Ausbildungsvertrag. Statt Entlastung bringt sie nur weitere Bürokratie. Was wir brauchen, ist keine Strafabgabe, sondern mehr Wertschätzung für die Ausbildung und für die Ausbildungsbetriebe.“
Dieter Mießen, Prokurist, Frisch & Faust Tiefbau GmbH: „Die Entscheidung, ob ein Unternehmen ausbildet, hängt von Faktoren wie Auftragslage, Fachkräftebedarf und personeller Kapazität ab – sicherlich nicht von finanziellen Anreizen aus einer geplanten Umlage, die ohnehin nur einen Bruchteil der Kosten einer Ausbildung ausgleichen würde. Vielen Unternehmen gelingt es nicht, alle angebotenen Ausbildungsplätze zu besetzen. Das liegt nicht am mangelnden Engagement der Betriebe, sondern an strukturellen Problemen. Wenn Jahr für Jahr zahlreiche Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen und Jugendliche keine umfassende Berufsorientierung erhalten, dann ist das nicht das Versagen der Wirtschaft. Es ist an der Zeit, dass die Politik Vernunft und Mut zeigt und anerkennt, dass der vor drei Jahren eingeschlagene Weg mit einer branchenübergreifenden Ausbildungsumlage ein Irrweg ist. Er hat enorme Kosten und Ressourcen verschlungen, ohne dass die Realität auf dem Ausbildungsmarkt berücksichtigt wurde. Wir als Betriebe stehen bereit, aber wir können die Probleme des Bildungssystems nicht allein ausgleichen.“
Statement

Manja Schreiner zu aktuellen Arbeitsmarktzahlen

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin:
„Der Berliner Arbeitsmarkt gerät durch die schwächelnde Konjunktur weiter unter Druck. Erneut ist die Zahl der Arbeitslosen gestiegen – im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 13.600 auf inzwischen knapp 223.500 Menschen. Zusätzlich trüben sinkende Investitionen, eine verhaltene Konsumnachfrage und rückläufige Exporte die Chancen auf eine baldige wirtschaftliche Erholung. Wie Studien des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln belegen, bleibt eine abgeschlossene Berufsausbildung der wirksamste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Auf ausbildung.berlin finden Jugendliche jetzt zum Ausbildungsstart noch freie Ausbildungsplätze und Angebote zur Nachvermittlung. Freie Ausbildungsplätze gibt es aktuell insbesondere noch im Einzelhandel/ Verkauf, im Büromanagement und für Sozialversicherungsfachangestellte, aber auch in der Informatik und Lagerlogistik. Für alle Jugendlichen, die sich noch nicht festgelegt haben, gilt: Der Einstieg ins Ausbildungsjahr ist weiterhin möglich. Jetzt bewerben lohnt sich!“
Statement

Statement von Vizepräsident Rückel ÖPNV-Anbindung an den Flughafen BER

Zur von Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde und Brandenburgs Infrastrukturminister Detlef Tabbert vorgestellten neuen ÖPNV-Anbindung an den Flughafen BER ab Dezember sagt IHK-Vizepräsident Robert Rückel:
"Der BER ist unser Tor zur Welt. Doch die Anbindung aus der Luft und vom Boden ist ausbaufähig. Die Wirtschaftsregion im Umfeld des Flughafens wächst rasant - entsprechend muss auch die Infrastruktur wachsen. Insofern ist es eine gute Nachricht, dass der BER ab Dezember näher ans Zentrum der Hauptstadt heranrücken wird. Mit der fertig gestellten Dresdner Bahn erreichen die Fahrgäste den Flughafen dann in 20 Minuten vom Berliner Hauptbahnhof. Das ist ein Spitzenwert und schneller als mit dem PKW. Aber vier Züge pro Stunde sind für eine Weltstadt zu wenig. Am Pariser Flughafen kommt der Zug alle vier Minuten.
Aus Sicht der Berliner Wirtschaft muss auch die Verlängerung der U7 bis zum BER weiterverfolgt werden. Perspektivisch sollte zudem die Einrichtung eines ICE-Halts geprüft werden, damit der Flughafen für Reisende zum Beispiel aus Magdeburg und Westpolen schneller zu erreichen ist. Eine gut angebundene Airport-Region ist die Voraussetzung für mehr Wirtschaftswachstum und Konnektivität."
Statement

Eröffnung des neuen Abschnitts der A100

Zur Eröffnung des neuen Abschnitts der A100 sagt Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin:
„Der 16. Bauabschnitt der A100 ist ein spürbarer Gewinn für Berlin. Berlin wächst rasant und die Infrastruktur muss Schritt halten. Der Ausbau darf nicht auf halber Strecke enden. Ein geschlossener Straßenring würde die Innenstadt spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten. Jetzt kommt es darauf an, auch die Elsenbrücke zügig fertigzustellen. Parallel muss mit Hochdruck an der Planung zum 17. Bauabschnitt gearbeitet werden. Der Ausfall der Ringbahnbrücke hat zuletzt wieder gezeigt, wie groß die Bedeutung der A100 für Berlin ist. Der gleichzeitige Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist unverzichtbar, um vor allem den privaten Autoverkehr zu reduzieren. Für den Wirtschaftsverkehr, der die Versorgungssicherheit und das Wachstum der Stadt gewährleistet, sind funktionierende Straßen unerlässlich.“
Pressemitteilung

Energiewendebarometer 2025: Bürokratie hemmt Klimaschutz Berliner Wirtschaft sieht klimaneutrale Transformation trotzdem positiver als Bundesschnitt

Die Berliner Wirtschaft zeigt sich 2025 erstmals seit Jahren optimistisch in Bezug auf die Energiewende. Doch Verwaltungsaufwand und fehlende Planungssicherheit hindern die Transformation. Das geht aus dem aktuellen IHK-Energiewendebarometer hervor. In der jährlichen Erhebung werden bundesweit IHK-Mitgliedsunternehmen befragt, welche Energiemaßnahmen sie ergriffen haben oder planen, welche Hindernisse sie bei der Umsetzung sehen und welche Auswirkungen der Energiewende sie für ihr Unternehmen erwarten.
Von den 200 befragten Berliner Unternehmen haben sich 84 Prozent das Ziel gesetzt, bis spätestens 2045 Klimaneutralität zu erreichen. 76 Prozent der Betriebe haben Energieeffizienz-Projekte umgesetzt oder befinden sich in der Umsetzung. Fast die Hälfte (46 Prozent) erschließt oder bereitet neue Geschäftsfelder vor, die sich aus der Energiewende ergeben. 38 Prozent planen oder realisieren Investitionen in eigene erneuerbare Erzeugungskapazitäten. Dabei schätzt die Berliner Wirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit im Zuge der Energiewende optimistischer ein als der Bundesdurchschnitt (Barometerwert von +2,6 in Berlin gegenüber -8,3 im Bund.)
Doch die Hemmnisse bei der Transformation bestehen weiterhin. Neben hohen Energiepreisen belasten Bürokratie (62 Prozent), fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit der Energiepolitik (47 Prozent) sowie langsame Genehmigungsverfahren (38 Prozent) die Unternehmen. Fast zwei Drittel stellen deshalb Investitionen zurück. Die Berliner Wirtschaft fordert von der Politik daher vor allem bessere Rahmenbedingungen für Eigenversorgung und Direktstromlieferverträge (75 Prozent), eine Senkung der Strompreisabgaben (68 Prozent) sowie den zügigen Ausbau der Netzinfrastruktur (62 Prozent).
Manja Schreiner, IHK-Hauptgeschäftsführerin: „Die gute Nachricht ist, dass – anders als im Bundestrend – die Berliner Unternehmen überwiegend positive Auswirkungen der Energiewende auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit sehen. Weniger erfreulich ist, dass die Wirtschaft auf dem Weg zur Klimaneutralität mit einer Reihe von Hindernissen zu kämpfen hat. Bürokratie, fehlende Planbarkeit, eine wenig verlässliche Energiepolitik sowie lange Planungs- und Genehmigungsverfahren bremsen die Transformation. Wenn Berlin bis 2045 klimaneutral sein will, müssen Politik und Verwaltung für verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sorgen. Das Ziel muss sein, mit weniger Bürokratie mehr Klimaschutz in kürzerer Zeit möglich zu machen.“
Pressemitteilung

IHK-Umfrage zur US-Handelspolitik: Weniger Nachfrage, höhere Kosten, große Unsicherheit

Die US-Zollpolitik hat direkten Einfluss auf die Berliner Unternehmen. Laut einer aktuellen Umfrage unter Berliner Unternehmen mit direkten und indirekten US-Wirtschaftsbeziehungen geben zwei Drittel der Befragten an, negative Auswirkungen zu spüren, 15 Prozent kämpfen sogar mit erheblichen negativen Auswirkungen wie zum Beispiel dem Rückgang von Aufträgen. Insgesamt ist im ersten Halbjahr der Handel mit den USA in Berlin um rund zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Dass sich die Lage nach der Einigung auf einen Basiszollsatz von 15 Prozent verbessert, erwartet kaum ein Unternehmen. Nur 17 Prozent bewerten die Vereinbarung zwischen den USA und der EU positiv.

Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, wie stark die US-Zollpolitik die Berliner Wirtschaft belastet. Die flächendeckende Unsicherheit, zurückgehende Umsätze und eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit sind nur einige der Sorgen, mit denen die Unternehmen aktuell zu kämpfen haben. Der jüngste US-EU-Handelsdeal schafft keine wirkliche Erleichterung und muss bei den weiteren Verhandlungen dringend nachgebessert werden. Ein Hoffnungsschimmer liegt in der Umorientierung der Unternehmen hin zu den europäischen Nachbarmärkten und den Wachstumsmärkten in Asien. Damit hier angesichts des schwieriger werdenden US-Marktes neue Geschäftspotenziale für die Berliner Wirtschaft entstehen, muss die EU nun mit umso mehr Freihandelsabkommen besonders für kleine und mittlere Unternehmen Türen öffnen. Auch Bundesregierung und Senat müssen in der Außenwirtschaftsförderung ganz gezielt Anreize für eine Diversifizierung des Außenhandels setzen und den Weg der Unternehmen in neue Märkte effektiv unterstützen.“
Sigrid Bachert, Geschäftsführerin THOMAS HENRY GmbH: „Als Berliner Unternehmen mit hohen Wachstumszielen im Ausland, speziell in den USA, spüren wir die Auswirkungen der sich ständig ändernden US-Handelspolitik sehr deutlich. Die jüngsten Handelsspannungen und die Unsicherheiten bei Zöllen und Handelsabkommen erschweren nicht nur unser laufendes Business, sondern beeinflussen auch langfristige Investitionsentscheidungen. Trotz dieser Herausforderungen sehen wir die USA als einen wichtigen Markt, in den wir weiterhin investieren wollen. Um hier nachhaltig erfolgreich zu sein, benötigen wir verlässliche Rahmenbedingungen und eine klare und vor allem souveräne Handelspolitik, die stabile und planbare Bedingungen schafft. Nur so können wir effizient produzieren, Innovationen vorantreiben und Arbeitsplätze sichern – sowohl in Berlin als auch in unseren Exportmärkten.“
Die Umfrage fand zwischen dem 30. Juli und 4. August statt. Beteiligt haben sich insgesamt 87 Berliner Unternehmen, die direkt und indirekt von der US-Zollpolitik betroffen sind. Rund 92% der befragten Unternehmen beschäftigen unter 200 Mitarbeitende und sind daran gemessen als KMU zu klassifizieren. Die befragten Unternehmen stammen vor allem aus dem Branchensegment EDV (IT) und Elektrotechnik (17%), dem Großhandel (17%) und dem Maschinenbau (12%).

Die Umfrage-Ergebnisse im Überblick

Gut zwei Drittel der befragten Unternehmen erleben negative geschäftliche Auswirkungen, rund 15% der Unternehmen sogar erhebliche negative Auswirkungen. Dazu gehören weniger Nachfrage aus den USA mit Umsatzeinbußen, eine verzögerte Auftragsvergabe durch Kunden aufgrund von gestiegener Unsicherheit sowie insgesamt erschwerte Lieferketten mit höheren Kosten und geringerer Wettbewerbsfähigkeit genannt.
Als größte Belastung nennen gut 40% der befragten Unternehmen die entstandene handelspolitische Unsicherheit verbunden mit der Sorge vor neuen Zöllen. Der künftige US-Basiszollsatz von 15% auf EU-Waren sowie die Instabilität der Finanzmärkte mit einem aus Sicht der hiesigen Unternehmen ungünstigeren Euro-Dollar-Wechselkurs sind weitere Belastungsfaktoren.
Die EU-Vereinbarung mit den USA sieht die Mehrheit der befragten Unternehmen insgesamt negativ: Nur gut 17% der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die Einigung mit den USA angesichts der EU-Verhandlungsposition positiv ist und befürworten, dass die EU keine Eskalation durch eigene Gegenmaßnahmen provoziert hat. Dahingegen unterstützen rund 53% der Unternehmen die Aussage, dass die gefundene Einigung mit den USA die europäische Wirtschaft zu stark belastet und die EU im weiteren Verlauf der Verhandlungen eine klare und harte Kante gegenüber der US-Administration zeigen sollte, auch wenn mögliche US-Gegenmaßnahmen die Geschäfte des eigenen Unternehmens treffen.
Die Unternehmen rechnen damit, dass sie die Preise erhöhen müssen, die Kaufzurückhaltung bei US-Kunden anhält und sich die Wettbewerbsnachteile verfestigen.
Befragt nach Reaktionen auf die US-Handels-/Zollpolitik gibt fast jedes dritte Unternehmen an, weniger Handel mit den USA treiben zu wollen. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen will jedoch unternehmerisch keine Veränderungen vornehmen.
Mit Blick auf andere Märkte, die angesichts des Handelskonflikts mit den USA an Bedeutung gewinnen könnten, nennt fast die Hälfte der befragten Unternehmen den EU-Binnenmarkt. Mit Abstand dahinter werden weitere europäische Staaten wie UK, Schweiz sowie Norwegen, Liechtenstein und Island (EFTA-Staaten) und darüber hinaus Ost-/Südost-Europa (ohne EU-Staaten) und die Türkei als wichtiger werdende Märkte benannt. Somit nennt ein überragender Anteil der Unternehmen europäische Länder als Märkte mit nunmehr erhöhter geschäftlicher Relevanz in der Zukunft. Unter den außereuropäischen Märkten wird mit Abstand Asien als künftig wichtiger werdende Geschäftsregion genannt.
Statement

IHK zu aktuellen Arbeitsmarktzahlen

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagt Henrik Vagt, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin:
„Das Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt verschärft sich. Der Fachkräftemangel ist deutlich größer, als es die offiziellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit nahelegen. Während diese rund 21.000 offene Stellen zählt, zeigt der IHK-Fach- und Arbeitskräftemonitor mit 45.000 unbesetzten Stellen mehr als doppelt so viele Vakanzen. Besonders beunruhigend ist die gestiegene durchschnittliche Vakanzzeit: Inzwischen dauert es rund 147 Tage – also fast fünf Monate – bis eine offene Stelle besetzt wird. Im Vergleich zum Vorjahr sind das fast zwei Monate mehr. Das Matching zwischen Arbeitssuchenden und Unternehmen funktioniert also immer weniger gut und legt die Schlussfolgerung nahe, dass die bisherigen arbeitsmarktpolitischen Instrumente nicht effizient genug sind. Das zeigt auch die anhaltend hohe Zahl von mittlerweile fast 68.000 Langzeitarbeitslosen.
Ausgerechnet in dieser Lage Betriebe durch eine sogenannte Ausbildungsplatzumlage einseitig zu belasten, ist deshalb in jeder Hinsicht kontraproduktiv. Statt zusätzlicher Bürokratie und Belastungen braucht es eine Arbeitsmarktpolitik im Sinne des Wirtschaftsstandorts Berlin mit praxisnahen Qualifizierungsangeboten, schnelleren Vermittlungsprozesse und einer gezielten Aktivierung der verfügbaren Potenziale.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu den Ergebnissen der Nachverhandlungen zur Hochschulfinanzierung

Zu den Ergebnissen der Nachverhandlungen der Hochschulverträge, sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Wissenschaft ist der Motor des Berliner Wachstums, insofern ist es zu begrüßen, dass zumindest der befürchtete absolute Kahlschlag zunächst abgewendet wurde. Allerdings wurde – wieder einmal – die Chance vergeben, den Transfer von Spitzenforschung in die Wirtschaft zu stärken. Es sollte im ureigensten Interesse des Landes liegen, die Übersetzung von wissenschaftlicher Exzellenz in Produkte Made in Berlin gezielt und strategisch zu unterstützen. Dafür braucht es Hochschulverträge, die Transfer als dritte Säule neben Forschung und Lehre verankern – und echte Planungssicherheit bieten. Denn ein Wissenschaftsstandort im internationalen Wettbewerb braucht Verlässlichkeit.“
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zu Sitzung Wohnungsbau-Bündnis

Zu den Ergebnissen der Sitzung des Bündnisses für Wohnungsbau sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Die neue Bündnisvereinbarung zeigt, dass Berlin auf Dialog statt Grabenkämpfe setzt. Anders als mit vereinten Kräften lässt sich das Ziel möglichst schnell zu mehr und bezahlbaren Wohnungen zu kommen auch nicht erreichen. Und wir brauchen dringend ausreichend günstigen Wohnraum für unsere Fachkräfte und Auszubildenden. So geben in unserer aktuellen Ausbildungsumfrage mehr als 40 Prozent der Unternehmen an, dass fehlende bezahlbare Wohnungen ein Hindernis bei der Besetzung von Lehrstellen sind. Die Umsetzung und Weiterentwicklung des Schneller-Bauen-Gesetz“ und vereinfachte Standards beim Bauen sind deshalb wichtige Instrumente, um Wohnen in Berlin flächendeckend günstiger zu machen. Genügend bezahlbare Wohnungen sind Schlüssel für die wirtschaftliche Entwicklung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und attraktive Arbeitsplätze.“
Statement

Erfolg des Berliner Unite-Projekts beim Startup-Factories-Wettbewerb des Bundes

Heute hat das Bundeswirtschaftsministerium bekanntgegeben, dass das Berliner Startup-Factory-Projekt UNITE zu den Gewinnern des Leuchtturm-Wettbewerbs Startup-Factories gehört. Dazu IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Das ist ein guter Tag für den Wirtschaftsstandort Berlin. Mit UNITE entsteht ein neuer, ambitionierter Nukleus für wissenschaftsbasierte Ausgründungen in Berlin – getragen von einem starken Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Die Startup-Factory wird eine Brücke zwischen forschungsbasierten Ausgründungen und KMUs schlagen und damit die Voraussetzungen für einen neuen industriellen Mittelstand in Berlin schaffen. Die Entscheidung ist aber auch ein Auftrag, die damit verbundene Chance entschlossen zu nutzen. Jetzt kommt es darauf an, die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern, damit UNITE die ehrgeizigen Ziele auch erreichen kann. Dazu gehört zum Beispiel, dass Hochschulen Gründung und Wissenstransfer als gleichwertige dritte Säule in ihrem gesetzlichen Auftrag verankern und mit Ressourcen unterlegen. Aktuell werden die Hochschulverträge neu ausgehandelt, dieses „Window of Opportunity“ muss genutzt werden. Wenn es gelingt, die richtigen Weichen zu stellen, wird UNITE nicht nur ein Leuchtturm, sondern der Ausgangspunkt für eine nachhaltig prosperierende DeepTech-Wirtschaft in Berlin.“
Pressemitteilung

Einsparvorgaben für Hochschulen: Berliner Wirtschaft warnt vor Schaden für Standort Berlin

Am Montag diskutiert der Ausschuss für Wissenschaft und Forschung im Abgeordnetenhaus unter anderem über die Einsparvorgaben für die Berliner Hochschulen. Aus diesem Anlass fordert die Berliner Wirtschaft Senat und Parlament auf, das Einsparvolumen und den Zielhorizont der Einsparungen so zu bemessen, dass die Hochschulen nicht nachhaltig beschädigt werden und eine zielorientierte Strukturentwicklung der Berliner Hochschullandschaft möglich bleibt.
Die Berliner Hochschulen sind für die Unternehmen der Stadt wichtige Orte der Nachwuchsgewinnung, des Technologietransfers und der Weiterbildung. Die Hochschulen tragen dazu bei, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen - Digitalisierung, Demografie und Dekarbonisierung - zu bewältigen. Dafür brauchen die Hochschulen eine zukunftsfeste Grundfinanzierung und längerfristige Planungssicherheit. Beides war mit den aktuellen Hochschulverträgen gegeben.
Vor dem Hintergrund der notwendigen Haushaltskonsolidierung finden nun Nachverhandlungen der Hochschulverträge statt - verbunden mit der Aussicht auf eine langfristig verbindliche Strukturplanung für die Hochschulen. Allerdings ist das von den Hochschulen geforderte Einsparvolumen drastisch und könnte aufgrund seines kurzfristigen Zielhorizonts den Hochschulstandort Berlin substanziell gefährden. Damit wäre jeder ernsthaften Strukturdiskussion die Grundlage entzogen.
Stefan Moschko, Präsident der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg e.V.: „Wir brauchen Planungssicherheit für eine zukunftsfähige Hochschullandschaft. Kurzfristige Einsparvorgaben dürfen langfristige Strukturziele nicht zunichtemachen und den Standort irreparabel beschädigen.
Statement

IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zu Tiefengeothermie-Plänen für Berlin

Dass der Senat nach dem positiven Bescheid des zuständigen Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe nun die Roadmap zur Erkundung der tiefengeothermischen Potenziale umsetzen kann, ist aus Sicht der Wirtschaft eine gute Nachricht für Berlin.
Dazu IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Tiefengeothermie hat absolutes Gamechanger-Potenzial, um Berlin bis 2045 klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Mit dem Bescheid des zuständigen Landesamtes in Cottbus gibt es jetzt endlich die notwendige Planungssicherheit, um tiefengeothermische Potenziale im Stadtgebiet zu erschließen. Um die Tiefengeothermie in Berlin nun zügig und wirkungsvoll auszubauen – und damit einen echten Beitrag zur Energieversorgung zu leisten – braucht es gezielte Maßnahmen. Dazu gehören an erster Stelle schnelle Planungs- und Genehmigungsverfahren, aber auch attraktive Rahmenbedingungen für Geothermie-Investitionen. Seismische Erkundung und Probebohrungen sind dabei gute Voraussetzungen für Investoren, um das Fündigkeitsrisiko zu senken. Ebenso wichtig sind auch ein stadtweites Management im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung unter Einbindung privater Partner sowie der Einsatz innovativer Lösungen, um die Kosten im Rahmen zu halten.“
Pressemitteilung

Wirtschaftskonferenz der Hauptstadtregion 2025: Global denken, regional handeln - Infrastruktur für die boomende Airport Region

Die Airport Region Berlin-Brandenburg ist das Tor zur Welt und gehört zu den wichtigsten Wirtschaftsregionen beider Bundesländer. 12.000 Jobs durch Tesla, 2.000 Beschäftigte bei der Flughafengesellschaft und ein prognostiziertes Bevölkerungswachstum von 40.000 Einwohnern bis 2030 und über 350 Hektar neue Gewerbeflächen mit Perspektiven für Zehntausende neue Arbeitsplätze zeigen, wie rasant die Wirtschaftsregion wächst. Lediglich die Infrastruktur wächst nicht im gebotenen Tempo mit und stößt bereits an ihre Grenzen. Straßen und Schienen im Flughafenumfeld drohen zu überlasten. Das Flughafenstreckennetz ist nach wie vor nicht auf dem Vor-Corona-Niveau. Es fehlen noch Flugverbindungen zu europäischen Nachbarländern und boomenden Wirtschaftsregionen in der Welt wie San Francisco, Boston oder Tokio. City-Verbindungen (z. B. London, Wien, Basel) sind unterbedient oder werden gar nicht mehr angeflogen (Sevilla, Ljubljana). Eine bessere Erreichbarkeit ist Voraussetzung für mehr Wirtschaftswachstum und Konnektivität. Die Berlin-Brandenburger Wirtschaft forderte bei der heutigen Wirtschaftskonferenz ein klares Bekenntnis der Politik zum Infrastrukturausbau der Airport Region.
Die Forderungen der Wirtschaft in Kürze

Für den Straßenverkehr:
  1. Wiederherstellung eines fortlaufenden Monitorings (Dauerzählstellen auf Autobahnen)
  2. Optimierung Verkehrsfluss/Aufbau einer Verkehrsbeeinflussung auf Autobahnen
    (Schilderbrücken, Geschwindigkeitssteuerung, Warnungen und Freigabe Seitenstreifen in Spitzenzeiten)
  3. Ertüchtigung A 10 (Südlicher Berliner Ring 4-streifig pro Richtung), A12 nach F/O und A13 in Richtung Lausitz
Für den Schienen- und Busverkehr:
  1. Angebotsausweitung im Regionalverkehr (mehr ICE-Halte am BER, umsteigefreie Direktverbindungen)
  2. Mehr Zuverlässigkeit im öffentlichen Verkehr (Pünktlichkeit, Anschlüsse, Information)
  3. Infrastrukturelle Voraussetzungen Bahnverkehr herstellen (Anhalter Bahn, Bahnhof KW)
Für die Wasserstraßen:
  1. Ausbau Schleuse Kleinmachnow und Anhebung Stubenrauchbrücke in Berlin (für Containerverkehr)
  2. Betriebszeiten und Funktionen der Schleusen an Bedarf der Berufsschiffart anpassen
  3. Anreize schaffen zur Verlagerung von Güterverkehr auf Bahn und Schiff
Für den Luftverkehr:
  1. Kostenreduktion: Absenkung/Abschaffung Luftverkehrssteuer; Luftsicherheits- und Flugsicherungsgebühren am europäischen Durchschnitt ausrichten
  2. Bi- und multilaterale Luftverkehrsabkommen (auf EU-Ebene) anpassen, damit der Bedarf von Touristen und Unternehmern nach Langstreckenflügen (z. B. nach China oder in den Mittleren Osten) erfüllt werden kann
  3. Flexibilisierung des Nachtflugverbots in den Randzeiten für verspätete Linienflüge
Robert Rückel, Vizepräsident der IHK Berlin, betonte: „Für den Berliner Wirtschafts- und Tourismusstandort sind interkontinentale, aber auch europäische Flugverbindungen zu Nachbarstädten und wirtschaftlichen Ballungsgebieten notwendige Voraussetzung für Attraktivität und damit Wachstum. Mehr Konnektivität am Flughafen bedeutet mehr Besucher aus dem Ausland, die Veranstaltungen, Messen und Konferenzen besuchen. Ein gut ausgebautes Streckennetz am BER schafft die Grundlage für die Vernetzung mit den Unternehmen der Region und mit anderen Unternehmen in aller Welt. Dazu müssen die politischen Rahmenbedingungen deutlich verbessert werden. Dazu gehören die Absenkung der Luftverkehrssteuer, Liberalisierung von Luftverkehrsabkommen sowie mehr Flexibilität beim Nachtflugverbot.“
Ina Hänsel, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs des Landes Brandenburg, forderte eine Neuauflage des Investitionsvorranggesetzes: „Die Liste der notwendigen Infrastrukturvorhaben in der Hauptstadtregion wird jeden Tag größer. Das bedeutet, dass Brandenburg und Berlin im engsten Schulterschluss arbeiten, und dass dazu zügig jegliche unnötige Bürokratie ausgeräumt werden muss. Dass einfachere und unbürokratische Regelungen getroffen werden können, hat uns einst das Investitionsvorranggesetz gezeigt, mit dessen Hilfe wir im Osten nach 1990 beispielgebende Projekte umgesetzt haben. Heute müssen wir uns eingestehen, dass wir die Flexibilität und wohl auch den Mut der 90er Jahre verloren haben. Die Verwaltungsbremsen müssen umgehend durch eine Neuauflage des Gesetzes wieder gelöst werden.“

Jens Warnken, Präsident der IHK Cottbus, stellte in seiner Rede klar: „Steigende Fluggastzahlen, neue Gewerbeflächen und bis zu 40.000 neue Arbeitsplätze bis 2030 - die Erfolgsstory rund um die BER-Airport-Region muss fortgeschrieben werden. Es herrscht Aufbruchstimmung und die Weichen für morgen muss die Politik jetzt stellen. Die Infrastruktur muss mitwachsen - und das schnell! Straßen, Schienen und Brücken müssen fit gemacht und auch neu gebaut sowie intelligente Verkehrssteuerungssysteme eingesetzt werden, um Entlastung zu schaffen. Die Brandenburger Wirtschaft appelliert an die Bundesregierung: Es müssen Milliarden aus dem Sondervermögen in die Infrastruktur der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg fließen.“
Carsten Christ, Präsident der IHK Ostbrandenburg, ergänzte: „Mehr Menschen müssen von und nach Berlin mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Allein die Tesla-Mitarbeiter machen täglich etwa 10.000 Fahrgäste aus. Viele von ihnen werden derzeit mit Bussen aus allen Ecken der Hauptstadt befördert. Diese Kapazitäten müssen auf die Bahn verlagert werden. Konkret bedeutet das: ein 20-Minuten-Takt auf der Frankfurter Bahn.“
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu Ergebnissen Koalitions-Klausur: Weitere Belastungen sind Gift für wirtschaftliche Erholung

Die Ergebnisse der Koalitionsklausur bewertet IHK-Präsident Sebastian Stietzel kritisch:
„Die Berliner Wirtschaft ist seit mittlerweile drei Jahren im Konjunktur-Tief. Sämtliche weitere Belastungen sind Gift angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage. Für das Ziel, den Wirtschaftsstandort Berlin wieder fit zu machen, sind die Beschlüsse der Koalitionsfraktionen zu Ausbildungsplatzumlage, Mindestlohn und Vergesellschaftungsrahmengesetz deshalb das falsche Signal.“
Pressemitteilung

Gemeinsame PM: Berliner Wirtschaft fordert Kurskorrektur bei Hochschulverträgen

Derzeit werden die Hochschulverträge nachverhandelt. Die Handwerkskammer Berlin und die IHK Berlin fordern mit Nachdruck, diese Gelegenheit für die stärkere institutionelle Verankerung des Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in den Verträgen zu nutzen. Gerade vor dem Hintergrund angespannter öffentlicher Haushalte und der damit einhergehenden Notwendigkeit, den Anwendungsnutzen wissenschaftlicher Relevanz für Berlin unter Beweis zu stellen, wird die strategische Verankerung des Transfers für die Hochschulen selbst zum Standortvorteil. Ein tragfähiger Wissenschaftstransfer ist nicht nur Treiber für wirtschaftliche Innovation und Leistungsfähigkeit, sondern auch zentral für evidenz-basierte Politik und die internationale Sichtbarkeit Berlins als Wissenschaftsmetropole.
Angesichts eines verschärften Standortwettbewerbs um Talente, Investitionen und Zukunftstechno-logien sowie mit Blick auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformationsaufgaben ist die stärkere institutionelle Verankerung des Transfers in den Hochschulverträgen notwendiger denn je. Auch Spitzen der Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften haben dies mehr-fach in den letzten Jahren öffentlich bekräftigt. IHK und Handwerkskammer rufen dazu auf, den Transfer systematisch und verbindlich zu stärken – und legen fünf konkrete Vorschläge vor.

Fünf Stellschrauben zur Stärkung des Hochschul-Transfers
1. Transfer als dritte Säule anerkennen: In der Präambel der Hochschulverträge gleichbe-rechtigt neben Forschung und Lehre verankern.
2. Verbindliche Transferziele setzen: Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft gezielt ein-fordern und über attraktive Anreize stärken. Drittmittel aus der Wirtschaft müssen gleichwertig berücksichtigt werden.
3. Finanzierung sichern: Dem langfristigen Prozess des Wissens- und Technologietransfers
über die Leistungsindikatoren in den Hochschulverträgen stabile finanzielle Rahmenbedingun-gen sichern.
4. Erfolg messbar machen: Transferaktivitäten besser erfassen und künftig systematisch in die leistungsbezogene Finanzierung einfließen lassen.
5. Strukturen für KMU stärken: Das IFAF Berlin dauerhaft absichern, um gerade kleine und mittlere Unternehmen gezielt an den Hochschul-Transfer anzubinden.
Zudem fordert die Berliner Wirtschaft, dass nun endlich die lange überfälligen Transferindikatoren entwickelt werden. Die Verständigung darauf, wie Transferarbeit verbindlich, belastbar und praxisnah gemessen wird, sollte im Schulterschluss von Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt werden.
Der Start des Berliner Transferrats im Juli 2025 ist dafür der richtige Rahmen. Die Berliner Wirtschaft erwartet, dass ein belastbares Indikatorenset rechtzeitig vor Abschluss der neuen Hochschulverträge vorliegt - abgestimmt, erprobt und einsatzbereit. Die Berliner Wirtschaft wird sich in diesem Prozess konstruktiv, lösungsorientiert und mit langjähriger Transfererfahrung im Transferrat selbst und darüber hinaus einbringen.
Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin: „Jetzt ist der Zeitpunkt, entschlossen zu handeln: Die Neuverhandlung der Hochschulverträge bietet die einmalige Chance für Politik und Verwaltung, den Wissens- und Technologietransfer endlich strategisch zu stärken. Transfer darf kein Zufallsprodukt oder Randthema mehr sein. Nur als gleichwertige dritte Säule neben Forschung und Lehre - unterstützt durch passende Anreize und Kennzahlen - kann der Transfer seine volle Wirkung entfalten. Das ist essenziell für Berlins Zukunft als Innovations- und Wirtschaftsstandort.“
Carola Zarth, Präsidentin der Handwerkskammer Berlin: „Das urbane Handwerk lebt vom engen Austausch mit Wissenschaft und Innovation. Damit dieser Austausch gelingt, braucht es gezielte Strukturen und Projekte, in denen Hochschulen und Handwerksbetriebe gemeinsam an praktischen Lösungen arbeiten – etwa bei der Entwicklung nachhaltiger Materialien, digitaler Werkzeuge oder neuer Fertigungstechniken. Hochschulen müssen hierfür praxisnahe Räume schaffen, in denen Wissenstransfer nicht abstrakt bleibt, sondern direkt im Betrieb wirkt. Nur so stärken wir gemeinsam die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Statement

Statement_2025_06_11-A100

Heute haben sich die Abgeordneten im Verkehrsausschuss unter anderem mit der Inbetriebnahme des 16. Bauabschnitts sowie der Planung für den 17. Bauabschnitt befasst.
Dazu sagt Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin:
„Es wird nicht jedem gefallen, aber Berlin braucht auch den 17. Bauabschnitt zur Verlängerung der A100. Das ist die Voraussetzung, um die Innenstadt vom Durchgangsverkehr zu entlasten und Stadträume umzuwidmen. Fakt ist auch, dass das strukturelle Defizit an Industriearbeitsplätzen in den östlichen Stadtbezirken auch Folge der schlechten Anbindung dieser Gewerbegebiete an das übergeordnete Straßennetz ist. Ein geschlossener Autobahnring würde diesen Standortnachteil heilen. Natürlich ist der gleichzeitige Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs unabdingbar, um vor allem den privaten Autoverkehr zu reduzieren. Für den Wirtschaftsverkehr – und damit für die Versorgungssicherheit und das Wachstum der Stadt – ist das aber in den allermeisten Fällen keine Alternative.“
Statement

Standort House of Games

Zum Standort für das geplante House of Games sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Mit der ehemaligen Lampenstadt LUX als Standort für das House of Games setzt Berlin ein Ausrufezeichen. Schon heute gehört die Games-Branche mit jährlich rund 250 Millionen Euro Umsatz jährlich und mehr als 3000 Beschäftigten zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor in der Hauptstadt. Berlin macht mit diesem Schritt deutlich, dass es in diesem stark wachsenden Wirtschaftszweig eine führende Rolle spielen will. Schließlich ist Deutschland der größte Markt für Computer- und Videospiele und einer der größten Games-Märkte weltweit. Mit dem House of Games schafft Berlin hervorragende Bedingungen, um sich als innovativer und technologieorientierter Standort national und international zu behaupten."
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Berufsorientierung leicht gemacht: Anmeldestart für die Praktikumswoche 2025

Ab sofort können sich Berliner Jugendliche ab 15 Jahren für Schnupperpraktika im Rahmen der „Praktikumswoche Berlin" anmelden. Zwischen dem 7. Juli und dem 05. September haben junge Menschen dabei die Gelegenheit, tageweise unterschiedliche Berufe und Unternehmen kennenzulernen. Fehlendes Wissen über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten ist ein wesentliches Hindernis, wenn es darum geht, Jugendliche mit einem Ausbildungsplatz zu versorgen. Bei der Auftaktveranstaltung in der Königlichen Porzellan-Manufaktur (KPM) riefen deshalb Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner dazu auf, die Schnupperpraktika zu nutzen, um unkompliziert verschiedene Berufe in der Praxis zu testen. Gleichzeitig können Unternehmen erste Kontakte zu Nachwuchstalenten knüpfen und sich als potenzielle Arbeitgeber präsentieren.
Zum Auftakt schlüpften Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch und IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner heute selbst in die Nachwuchs-Rolle. Unter Anleitung von KPM-Auszubildenden absolvierten sie symbolische Kurzpraktika, u.a. in der Tassenfertigung und in der Porzellan-Brennerei.
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Jungen Menschen gehört die Zukunft, ihnen stehen in Berlin viele Türen offen. Ihre Wünsche und Interessen müssen aber auch zum künftigen Berufsfeld passen. Die Praktikumswoche(n) der IHK bieten Schülerinnen und Schülern die sehr wertvolle Chance zur frühen, leicht zugänglichen und flexiblen Praxiserprobung und Orientierung. Damit passt sie ideal zu unserem neuen Landeskonzept, mit dem wir die Berufliche Orientierung in allen Schularten umfassend stärken. Die Begleitung von Schülerinnen und Schülern bei der Berufswahl ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der die IHK, die Unternehmen und die Partner der Praktikumswoche mit viel Engagement mitarbeiten. Dafür danke ich allen Beteiligten ganz herzlich. Ich wünsche spannende und inspirierende Praktikumswoche(n) 2025!"
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Die schier unendliche Vielfalt an beruflichen Möglichkeiten ist für viele Jugendlichen eine große Herausforderung. Praxisluft zu schnuppern, gehört deshalb zu den besten Wegen herauszufinden, welcher Beruf wirklich zu einem passt. Genau diese Orientierung bietet unsere Praktikumswoche. Das zeigen uns auch die positiven Rückmeldungen der Jugendlichen, die bislang an der Praktikumswoche teilgenommen haben. Deshalb mein Appell an alle, die noch nicht dabei waren: Nutzt die Chance! Ich bin mir sicher, in den vor uns liegenden Sommerwochen ist zwischen Strand, Schwimmbad und Chillen auch noch Platz für S wie Schnupperpraktikum.“
Anmeldung und Matching für die Tagespraktika werden zentral über die Plattform www.praktikumswoche.de/berlin organisiert. Jugendliche geben die gewünschten Einsatztage und Berufsbilder an, Unternehmen stellen ihre Angebote und zeitliche Verfügbarkeiten ein. Die Praktika können dabei flexibel an die eigenen Sommerpläne angepasst werden. Auch Praktika vor Ferienbeginn sind möglich, für die Teilnahme an der Praktikumswoche werden Schulbefreiungsbescheinigungen ausgestellt.
Im vergangenen Jahr beteiligten sich rund 240 Berliner Unternehmen und ermöglichten mehr als 1.300 Praktikumstage. Über 80 Prozent der Jugendlichen berichteten, dass sie nach der Teilnahme klarer wussten, wohin ihr beruflicher Weg führen könnte.
Getragen wird die Praktikumswoche Berlin von der Senatsverwaltung für Bildung Jugend und Familie, der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, der Handwerkskammer Berlin und der IHK Berlin als Initiatorin. Weitere Unterstützer sind der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband e.V., Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg e. V. (UVB) sowie die Berliner Krankenhausgesellschaft e.V. Schirmherrin ist Berlins Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch.
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IHK-Umfrage: Konjunkturklima kühlt weiter ab, wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen größtes Geschäftsrisiko

Weder die Frühjahrssaison noch die wirtschaftspolitischen Pläne der neuen Bundesregierung können die hauptstädtische Konjunktur bisher ankurbeln. Vielmehr bewerten die Berliner Unternehmen in der repräsentativen Konjunkturumfrage der IHK Berlin die aktuelle geschäftliche Lage schlechter als noch zu Jahresbeginn. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen geben die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als größtes Risiko für die geschäftliche Entwicklung an, so hoch war dieser Wert noch nie. Aus Sicht der IHK hat sich aus der konjunkturellen eine strukturelle Schwäche entwickelt. Bürokratieabbau und Beschleunigung von Genehmigungsverfahren sind deshalb das Gebot der Stunde. Auch Debatten um weitere finanzielle Belastungen der Unternehmen schaden der Wirtschaft und damit dem Standort, und müssen deshalb gestoppt werden, so das Fazit der IHK.
Gefragt wurde in der Konjunkturumfrage nach der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen – aus beiden Werten wird der Konjunkturklimaindex berechnet. Zudem wird nach den Beschäftigungs- und Investitionsplänen sowie nach Risiken für die Geschäftsentwicklung gefragt. Bei der aktuellen Lage berichten vor allem Gastgewerbe und Handel von schlechteren Geschäften. Baugewerbe und Industrie verzeichnen dagegen moderate Erholungen. Auch beim Blick in die Zukunft bleiben die Unternehmen überwiegend skeptisch. In Summe liegt der Konjunkturklimaindex mit 102 Punkten nahe dem Stillstand (Nulllinie = 100 Punkte).
Das hat Folgen sowohl für die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt als auch für die Investitionstätigkeit der Unternehmen. Fast alle Branchen rechnen mit unveränderten Beschäftigtenzahlen. Baugewerbe und Handel gehen von leichten Beschäftigungsverlusten aus ebenso wie das Gastgewerbe, während Industrie und Dienstleistungsgewerbe allenfalls leichte Zuwächse erwarten. Aus Sicht der IHK beunruhigend ist ebenfalls, dass die Investitionstätigkeit der Unternehmen nicht in Fahrt kommt. Das gilt sowohl für das Investitionsvolumen als auch für die Art der Investitionen. So wird kaum in Kapazitätserweiterungen investiert und nur 52 Prozent planen überhaupt nennenswerte Investitionen.
Die Entwicklung der Risiken für die Geschäftsentwicklung gibt ebenfalls zu denken. An die Stelle des Fachkräftemangels als größtes Risiko sind mittlerweile mit großem Abstand die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen gerückt. Es folgen Sorgen über den Inlandsabsatz und die Arbeitskosten. Drei Indikatoren, die sowohl auf konjunkturelle als auch strukturelle Defizite deuten. 
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Wir sehen keine Besserung und wir stellen vor allem mit großer Sorge fest, dass die strukturellen Defizite immer deutlicher zu Tage treten. Es wird nicht mehr reichen, zu versuchen die Konjunktur über vereinzelte Nachfragestimuli anzuregen. Um die Wirtschaft wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu führen, braucht es vor allem wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Das bedeutet für Berlin eine Senkung bürokratischer Belastungen, schnellere, digitale Genehmigungsverfahren und vor allem keine zusätzlichen finanziellen Belastungen, um das letzte schwache Wachstum nicht auch noch abzuwürgen.“
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Gewinner Klimaschutzpartner-Wettbewerb 2025

Am Dienstagabend wurden die Preisträger des Wettbewerbs „Klimaschutzpartner des Jahres 2025“ ausgezeichnet. In der Kategorie „Realisierte Projekte“ wurde die Florida-Eis Manufaktur GmbH für das Projekt „Co2 neutrale Eisauslieferung“ ausgezeichnet. Die Rewe Markt GmbH erhielt für das Projekt „REWE Green Farming Berlin“ den Preis in der Kategorie „Innovative Planungen“. In der Kategorie „Projekte öffentlicher Einrichtungen“ ging der Preis an das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf für das Projekt "Pflanzenkohle als CO2 Senke und Schwamm - Ein Feldversuch im Volkspark Jungfernheide". Beim Publikumspreis entfielen die meisten Stimmen auf die etablierte Schüler:innenfirma energyECO. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Berliner Energietage im Ludwig Erhard Haus statt.
Insgesamt 23 Projekte hatten sich in diesem Jahr um den renommierten Klimaschutzpreis der Berliner Wirtschaft beworben. Die Jury wählte zwölf Bewerber aus, die im Rahmen der Festveranstaltung mit rund 120 Gästen ihre Projekte für den Publikumspreis pitchen konnten.
Britta Behrendt, Staatssekretärin für Klimaschutz und Umwelt: „Auch in diesem Jahr freue ich mich sehr, an der Preisverleihung „Klimaschutzpartner des Jahres“ teilzunehmen. Die eingereichten Beiträge zeigen eine beeindruckende Vielfalt des Berliner Engagements für den Klimaschutz – darunter auch Projekte mit internationaler Strahlkraft. Die breite Beteiligung von Unternehmen, Selbstständigen, Bürgerinnen und Bürgern sowie öffentlichen Einrichtungen macht deutlich: Jeder Beitrag zählt, um Klimaschutz im Alltag zu verankern und gemeinsam voranzubringen.“
Gewinner „Realisierte Projekte“: Florida-Eis Manufaktur GmbH / „Co2 neutrale Eisauslieferung“
Durch den Einsatz eutektischer Kühlung in Kombination mit Elektrofahrzeugen hat das Unternehmen eine klimafreundliche Lösung für die temperaturstabile Auslieferung von Speiseeis entwickelt – und das vollständig CO₂-emissionsfrei. Die Kühlung erfolgt über spezielle Tiefkühlplatten, die vom Fahrzeugantrieb entkoppelt sind und durch Solarstrom geladen werden – eine bislang einzigartige Kombination in der Branche.
Laudator Markus Straube, Vize-Präsident der Handwerkskammer Berlin: „So wird neben der vorbildlichen Eis-Produktion auch eine klimaneutrale Auslieferung der Produkte möglich“.
Gewinner Innovative Planungen: Rewe Markt GmbH / „REWE Green Farming Berlin“
Bis Frühjahr 2026 entsteht in Berlin-Lankwitz ein Modell für eine neue Generation von Supermärkten: gebaut in modularer Holzbauweise, ausgestattet mit einer gläsernen Dachfarm, in der jährlich über 900.000 Salatmischungen produziert werden für bis zu 700 Märkte. Das Konzept kombiniert CO₂-Bindung, lokale Lebensmittelproduktion, Regenwassernutzung, Photovoltaik, demontierbare Hölzer und energieeffiziente Gebäudetechnik – ein Leuchtturmprojekt nachhaltiger Stadtarchitektur.
Laudatorin Susanne Huneke, Leiterin Strategie, Politik und Regulierung, BEW Berliner Energie und Wärme GmbH: „Klimaschutz beginnt vor Ort“ – oft gesagt und trotzdem so selten zutreffend wie hier bei Rewe Green Farming. Energieerzeugung lokal, Anbau am Standort, keine Transportwege und dazu noch verbesserte Produktqualität. Ein absolut überzeugendes Konzept“.
Gewinner Projekte öffentlicher Einrichtungen: Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf / Pflanzenkohle als CO2 Senke und Schwamm
Im Rahmen eines groß angelegten Feldversuchs wurde im Volkspark Jungfernheide Pflanzenkohle auf einer über drei Hektar großen Wiese eingesetzt – als CO₂-Speicher und zugleich als Wasserschwamm. Die poröse Pflanzenkohle erhöht die Wasserspeicherfähigkeit der stark beanspruchten Rasenfläche, fördert Biodiversität und macht künstliche Bewässerung überflüssig. Gleichzeitig wurden rund 70 Tonnen CO₂ dauerhaft im Boden gebunden – ein wegweisendes Beispiel für klimaresiliente Stadtentwicklung im Sinne des Schwammstadt-Prinzips.
Aus Sicht des Laudators Achim Oelgarth, geschäftsführender Vorstand, Ostdeutscher Bankenverband e.V. ist die Erreichung von Klimaneutralität eine Herkulesaufgabe. „Wir werden sie nur bewältigen, wenn wir parallel zu den Anstrengungen, CO2 zu vermeiden, am Umgang mit emittiertem CO2 arbeiten. Dazu braucht es kluge innovative Ideen – solche wie die unseres Preisträgers, dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf“.
Gewinner der Herzen und somit auch des mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreises ist die etablierte Schüler:innenfirma energyECO. Gegründet 2019 am Robert-Havemann-Gymnasium, setzt sich energyECO für mehr Energieeffizienz und ein besseres Raumklima an Schulen ein. Das Team führt Workshops zu Lüftung, Feinstaub und Energieeffizienz durch und sammelt Daten zur Raumluftqualität, um die Heizungsabsenkung und CO2-Konzentration an Berliner Schulen zu optimieren. Mit eigenen Feinstaubsensoren und in Zusammenarbeit mit der TU Berlin entwickelt energyECO eine Messbox, die Echtzeit-Empfehlungen für Heizen und Lüften gibt, um sowohl das Raumklima als auch die Energieeffizienz zu verbessern. Das Team besteht aus sieben Schülerinnen und Schülern der Klassen 7 bis 9 und arbeitet eng mit wissenschaftlichen Partnern zusammen.
Bereits seit 2002 wird der Preis vom Bündnis Klimaschutzpartner Berlin verliehen und ist damit einer der renommiertesten Auszeichnungen im Bereich Klimaschutz in Berlin. Mit der Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg e.V. und dem Verband kommunaler Unternehmen e.V., Landesgruppe Berlin-Brandenburg gewinnt der Wettbewerb in der aktuellen Auflage erneut zwei neue Unterstützer. Das Bündnis wird zudem getragen von der Architektenkammer Berlin, der Baukammer Berlin, dem BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., dem Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V., der Handwerkskammer Berlin, der IHK Berlin, dem Ostdeutschen Bankenverband e.V., der Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. und dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.
Die Durchführung des Wettbewerbs wurde in diesem Jahr durch die BEW Berliner Energie und Wärme Berlin GmbH unterstützt.
Statement

IHK-Präsident Stietzel zu Olympia-Bewerbung

Zur geplanten gemeinsamen Bewerbung um die Olympischen Spiele sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Großveranstaltungen wie Olympische Spiele, eine Expo oder eine Internationale Bauausstellung sind Infrastruktur – und Innovationsbooster zugleich. Die IHK Berlin unterstützt daher die Bewerbung Berlins um Olympische und Paralympische Spiele genauso wie andere Großereignisse mit weltweiter Strahlkraft. Sie bieten die große Chance, die internationale Sichtbarkeit der Stadt zu erhöhen, eine signifikante Stadtrendite zu erzeugen und die Wirtschaft zu stärken. Besonders die zu erwartenden Investitionen in Infrastruktur, Verkehr und Wohnen sind für Berlin auch langfristig wertvoll. Berlin kann und braucht Großveranstaltungen, deshalb darf das Bekenntnis zu Olympia keine Entscheidung gegen eine Expo oder eine Bauausstellung sein. Eine internationale Metropole wie Berlin sollte alle Potenziale nutzen, die Großveranstaltungen bieten.“
Pressemitteilung

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und IHK unterzeichnen Kooperationsvereinbarung für Berufsorientierung

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) stärkt zusammen mit der Senatsverwal-tung für Bildung, Jugend und Familie die Berufliche Orientierung an Schulen. Katharina Gün-ther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und Manja Schreiner, Hauptge-schäftsführerin der IHK Berlin, haben zu diesem Zweck heute die Kooperationsvereinbarung zum Projekt BOOM („Berufsorientierung organisiert und modular“) in der Willy-Brandt-Se-kundarschule unterzeichnet. Ziel des Projekts BOOM ist es, Berufsorientierung systematisch und nachhaltig in der Schulentwicklung zu verankern. Die IHK stellt dafür künftig speziell qualifizierte Berufsorientierungs-Managerinnen und -Manager bereit, die ausgewählte Schu-len für einen definierten Zeitraum begleiten. Sie unterstützen bei der Entwicklung passge-nauer Konzepte, fördern Kooperationen mit der regionalen Wirtschaft und helfen, wirkungs-orientierte Prozesse sowie digitale Tools für Evaluation und Qualitätssicherung zu etablieren.

BOOM knüpft damit an die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaft an und schafft konkrete Brücken zwischen Unterricht und Arbeitswelt. Pilotiert wurde das Modell bereits an der Willy-Brandt-Schule im Ortsteil Gesundbrunnen. Mit dem nun ge-schlossenen Kooperationsvertrag wird es an weiteren Schulen ausgerollt.


Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Eine fundierte Be-rufsorientierung ist ein entscheidender Schlüssel für gelingende Bildungsbiografien. Mit dem Projekt BOOM holen wir die Praxis noch stärker in die Schulen und schaffen konkrete Brü-cken zwischen Unterricht und Arbeitswelt. Die Berufsorientierungs-Managerinnen und -Ma-nager bringen wertvolle Netzwerke, Know-how und echte Einblicke in unternehmerisches Denken in die Schulen. Ich freue mich, dass wir gemeinsam mit der IHK ein innovatives Mo-dell auf den Weg bringen, das langfristig Jugendlichen bessere Übergänge in Ausbildung und Beruf ermöglicht – und gleichzeitig den Berliner Wirtschaftsstandort stärkt.“

Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Wir freuen uns sehr, dass die vielversprechenden Ergebnisse unseres Pilotprojektes an der Willi-Brandt-Sekundarschule dazu geführt haben, den BOOM-Ansatz auf andere Schulen auszuweiten. Mangelnde berufli-che Orientierung ist eines der Haupthindernisse in der Besetzung der vielen freien Ausbil-dungsplätze. Hand in Hand mit der Senatsverwaltung für Bildung und den Schulen können wir dieses Hindernis nun sukzessive abbauen und die Strukturen für eine gute berufliche Ori-entierung nachhaltig verbessern. Das hilft den Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, Auszubildende zu finden, vor allem aber den Jugendlichen auf ihrem Weg in eine erfolgrei-che berufliche Zukunft.“

Andrea Franke, Leiterin der Willy-Brandt-Sekundarschule: „Mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler gezielt bei ihrer Berufsorientierung zu unterstützen, verfolgen wir eine klare Vision: Talente und Potenziale sollen bewusst und systematisch entdeckt werden, um individuell passende und gut informierte Entscheidungen für den beruflichen Weg nach dem Schulab-schluss zu ermöglichen. In enger Zusammenarbeit mit der IHK Berlin und verschiedenen Un-ternehmen werden über mehrere Schuljahre hinweg Maßnahmen wie Betriebsbesichtigun-gen, Praktika, individualisierte Berufsberatung, Potentialanalyse, Besuche von Oberstufen-zentren und eine schuleigene Berufsmesse durchgeführt. So können die Jugendlichen früh-zeitig Einblicke in die Berufswelt gewinnen und ihre Stärken entdecken, wobei alle Maßnah-men zur Beruflichen Orientierung ständig evaluiert und auf Wirksamkeit überprüft werden. Wir geben unseren Schülerinnen und Schülern nicht nur Orientierung, sondern eröffnen echte Chancen durch praktische Erfahrungen, fundierte Beratung und eine systematische Begleitung auf ihrem Weg in die Zukunft.“

Nach der Kooperationsvereinbarung mit der IHK zu den Kooperationsmanagerinnen und -managern an den Ankerschulen für das 11. Pflichtschuljahr ist diese Zusammenarbeit bereits die zweite Kooperationsvereinbarung mit der Kammer.
Statement

Exzellenzcluster-Entscheidung: Rückgang ist ein Warnsignal

Zur Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, nur fünf der zehn eingereichten Exzellenzcluster aus Berlin auszuwählen, sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Der Rückgang auf nur fünf eingeworbene Exzellenzcluster ist ein Warnsignal. Die IHK Berlin appelliert an die Politik, jetzt nicht auf Sparkurs zu gehen, sondern gezielt in den Wissenschaftsstandort zu investieren. Spitzenforschung ist ein zentraler Impulsgeber für Gründungen, Innovation und Zukunftsjobs in der Region. Es kommt darauf an, bestehende Potenziale konsequenter auszuschöpfen. Der Ausbau exzellenter Forschung stärkt Berlins Wettbewerbsfähigkeit weit über den Wissenschaftsbereich hinaus.“
Pressemitteilung

Verabschiedung Jan Eder

Im Ludwig Erhard Haus fand am Mittwochabend die offizielle Verabschiedung des langjährigen Hauptgeschäftsführers der IHK Berlin, Jan Eder, statt. Drei ehemalige und ein amtierender Regierender Bürgermeister ließen gemeinsam mit Jan Eder und rund 250 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft die (wirtschafts)politischen Ereignisse Revue passieren, die die 22jährige Amtszeit Eders prägten. Jan Eder hatte vor rund einem Jahr angekündigt seinen Vertrag nicht zu verlängern. Zu seiner Nachfolgerin bestellten die Mitglieder der IHK-Vollversammlung im vergangenen Dezember Manja Schreiner, die seit dem 1. Januar 2025 im Amt ist.

Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin: “Jan Eder war über mehr als zwei Jahrzehnte die Konstante in der IHK Berlin. Er hat die Kammer als relevante Größe und Stimme der Berliner Wirtschaft in der Stadt und insbesondere gegenüber der Politik etabliert. Auch intern entwickelte er die IHK weiter und machte aus ihr einen dynamischen Motor, der die Stadt aktiv mitgestaltet. Dabei hatte er immer die Bedürfnisse der Berliner Unternehmen im Blick und legte in der öffentlichen Debatte gerne den Finger in die Wunde. Die Stadtgesellschaft verneigt sich vor einer Größe der Berliner Wirtschaft.”
Jan Eder, langjähriger Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin: „22 Jahre Hauptgeschäftsführer und 33 Jahre IHK Berlin sind eine lange Zeit. Es war mir eine große Ehre, über eine so lange Zeit die Fahne und die Interessen der Berliner Wirtschaft gegenüber Politik und Verwaltung hochzuhalten. Das war nicht immer konfliktfrei, denn die Wirtschaft hatte – und hat – nicht immer einen leichten Stand in dieser Stadt. Zum Abschied wünsche ich mir und den Berliner Unternehmen deshalb, dass die Politik die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen so gestaltet, dass die Wirtschaft wieder wachsen kann. Denn eine prosperierende Wirtschaft ist nun einmal die Basis für ein erfolgreiches Berlin!“
Als Referent in der damaligen Abteilung Recht und Stadtentwicklung hatte Jan Eder im Mai 1992 seine Laufbahn bei der IHK Berlin begonnen. Nach Tätigkeiten als Bereichsleiter Personal sowie Geschäftsführer Zentrale Funktionen wurde der 1962 geborene Jurist im Jahr 2000 zunächst stellvertretender Hauptgeschäftsführer. Das Amt als Hauptgeschäftsführer übernahm er am 1. Januar 2003. Die IHK Berlin ist mit mehr als 340.000 Mitgliedsunternehmen die nach Mitgliedern zweitgrößte Kammer in Deutschland. Aktuell hat die IHK Berlin 480 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Statement

IHK-Präsident Stietzel zum Koalitionsvertrag

Zu den Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen von CDU und SPD sagt IHK-Präsident Sebastian Stietzel:
„Es ist gut, dass die Koalition mit dem neuen Ministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung sowie dem Neuzuschnitt des Ressorts Forschung, Technik und Raumfahrt einen klar erkennbaren Fokus auf Innovation legt. Ein effizienter Staat mit modernen Strukturen, der die richtigen Rahmenbedingungen für Innovationen sowie den Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft herstellt, ist das, was wir in Deutschland brauchen, um auch langfristig aus dem konjunkturellen Tief herauszukommen.
Mit Blick auf den Standort Berlin gibt es weitere erfreuliche Signale: Die Koalition bekennt sich zur Weiterentwicklung des Berufsbildungsgesetzes – ein wichtiges Zeichen für die duale Ausbildung. Der geplante Wohnungsbau-Turbo, die beschleunigten Genehmigungsverfahren im Bau und die angekündigte Förderung des Azubiwohnens sind ebenfalls Schritte in die richtige Richtung. Ebenso begrüßen wir die Absicht, Planungs- und Genehmigungsprozesse insgesamt zu beschleunigen – gerade bei Infrastrukturprojekten ist das überfällig.
Angesichts der wirtschaftlichen Lage ist allerdings schwer nachvollziehbar, warum der Koalitionsvertrag nur eine äußerst zaghafte Unternehmenssteuerreform vorsieht, und der Solidaritätszuschlag beibehalten wird.
Immerhin lässt das Versprechen, die internationale Konnektivität des Luftverkehrsstandorts Deutschland zu verbessern, darauf hoffen, dass dies auch für den Hauptstadtflughafen BER und die damit verbundene Metropolregion gilt.“
Statement

Abriss der Ringbahnbrücke

Zur Entscheidung, die Ringbahnbrücke abzureißen, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner:
„Es ist gut, dass die Entscheidung für den sofortigen Abriss so zügig getroffen wurde. Die Aussicht auf die Ersatzbrücke bietet den Unternehmen die dringend notwendige Basis, um Betriebsprozesse zu planen. Voraussetzung ist allerdings, dass Abriss und vor allem der Bau der Ersatzbrücke tatsächlich schnell vonstattengehen.“
Pressemitteilung

Kooperationsvereinbarung zum 11. Pflichtschuljahr unterzeichnet

Die IHK Berlin stärkt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bei der Umsetzung des 11. Pflichtschuljahres, das Jugendlichen ohne klare Anschlussperspektive neue berufliche Möglichkeiten bieten soll.
Zu diesem Zweck stellt die IHK Kooperationsmanager und -managerinnen bereit, die Ankerschulen (Oberstufenzentren) unterstützen werden, nachhaltige Netzwerke mit Ausbildungsbetrieben zu etablieren. Diese Netzwerke zielen darauf ab, Praktikumsplätze zu vermitteln und Übergänge in Ausbildung durch gezielte Vernetzung mit Unternehmen zu erleichtern. Die entsprechende Kooperationsvereinbarung haben heute Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, und Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, unterschrieben.
Katharina Günther-Wünsch, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie: „Das Ziel des neuen Schuljahres ist es, allen Schülerinnen und Schülern nach Abschluss der Sekundarstufe I eine klare Perspektive zu bieten – sei es eine Berufsausbildung, der Übergang in die gymnasiale Oberstufe, ein Bildungsgang an einer Berufsschule oder ein Freiwilligendienst. Die Kooperationsmanager spielen eine zentrale Rolle dabei, den Übergang von Schülerinnen und Schülern in duale Ausbildungen oder berufsorientierende Praktika zu fördern, indem sie stabile Netzwerke zwischen Oberstufenzentren und Berliner Ausbildungs-betrieben aufbauen. Diese Maßnahmen unterstützen die Jugendlichen dabei, Verantwortung für ihre berufliche Zukunft zu übernehmen. Ich danke der IHK für die gute Zusammenarbeit!“
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Das 11. Pflichtschuljahr richtet sich an die Jugendlichen, bei denen es bis zum Ende der 10. Klasse nicht gelungen ist, sie mit einer passgenauen beruflichen Orientierung zu erreichen. Umso mehr freuen wir uns, dass die Berliner Wirtschaft durch die Kooperationsvereinbarung dazu beiträgt, diese Heranwachsenden mit Praktika, Beratung und Unternehmenskontakten zusätzlich zu unterstützen. Die Jugendlichen brauchen berufliche Orientierung – und der Wirtschaftsstandort Berlin braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Deshalb engagiert sich die IHK auch finanziell bei der Ausgestaltung, indem wir u.a. die Kosten für die Projektstellen der Kooperationsmanager vor Ort in den Schulen übernehmen. Wir sind davon überzeugt, dass die Verstetigung der Kooperationsstrukturen zwischen Schulen und Unternehmen eine sinnvolle und nachhaltige Investition für Berlin ist.“
Pressemitteilung

Berliner Wirtschaft fordert Fachkräftestrategie

Die aktuelle wirtschaftliche Lage und Meldungen über Arbeitsplatzabbau dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Fach- und Arbeitskräftemangel zu den größten Wachstumshemmnissen für den Standort Berlin gehört. Bereits heute fehlen 90.000 Beschäftigte allein in Berlin. Angesichts der dramatischen Zeitenwende hat die Berliner Wirtschaft Vorschläge erarbeitet und mit konkreten Maßnahmen und Zielwerten unterfüttert, um diese Herausforderung zu bewältigen. Von der Politik fordert die Wirtschaft, den bereits angestoßenen Prozess zur Entwicklung einer Fachkräftestrategie zügig zu Ende zu bringen. Eine Strategie zur Bekämpfung des Risikofaktors Fachkräftemangel kann allerdings nur dann erfolgreich sein, wenn zum einen messbare Erfolgskennzahlen definiert werden und zum anderen die Wirtschaft in den Prozess einbezogen wird.
Kernpunkte der Strategie müssen sein: Die bessere Nutzung der vorhandenen Fach- und Arbeitskräftepotenziale, das Erschließen neuer Potenziale – Stichwort internationale Fachkräfte – sowie die Stärkung der Attraktivität des Standorts z.B. durch bezahlbaren Wohnraum. Eine zentrale Lenkungsstelle mit ressortübergreifenden Strukturen sollte die Strategie effizient koordinieren und umsetzen.
Erfolgreich ist die Berliner Fachkräftestrategie dann, wenn bis 2035 400.000 zusätzliche Erwerbstätige beschäftigt sind, alle Schulabgängerinnen und -abgänger über einen Abschluss verfügen, eine nachweisbare Berufs- oder Studienberatung sowie praxisnahe Orientierungsmöglichkeiten während der Schulzeit hatten und der Anteil ausländischer sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter durch gezielte Programme zur Arbeitsmarktintegration auf mindestens 30 Prozent gestiegen ist.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören u.a. die bessere Vereinbarung von Erwerbs- und Care-Arbeit durch einen Ausbau sowohl von Kitas mit Schichtbetrieb als auch von Tagespflegeplätzen. Die gezielte Förderung von bezahlbarem Wohnraum für Auszubildende, die Digitalisierung des Arbeitgeberservices bei der Bundesagentur für Arbeit, der Ausbau der Verbundberatung und der systematische Ausbau der betrieblichen Weiterbildung müssen aus Sicht der Wirtschaft ebenfalls umgehend angegangen werden.
Um Fachkräfte aus dem Ausland für Berlin zu begeistern, empfiehlt die Berliner Wirtschaft u.a. ein strukturiertes Fachkräftepartnerschaftsprogramm mit ausgewählten Drittstaaten aufzubauen, das Unternehmen frühzeitig Zugang zu qualifizierten Talenten ermöglicht. Dabei sollten die potenziellen Fachkräfte bereits vor Ort im Herkunftsland fachlich und sprachlich auf ihre spätere Tätigkeit in Berlin vorbereitet werden, auch um bürokratische Hürden zu reduzieren.
Pressemitteilung

IHK-Ausbildungsbilanz 2024: Mehr Ausbildungsplätze trotz konjunktureller Krise

In Berlin haben im vergangenen Jahr 7596 Jugendliche eine Ausbildung in einem der mehr als 200 IHK-Ausbildungsberufe begonnen. Damit ist die Zahl der Verträge um 3,2 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auch die Zahl der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist gestiegen. Sie liegt jetzt bei 2.754 Azubis, das ist ein Plus von 2,7 Prozent bei einem Gesamtanteil von 14,2 Prozent. Die Berufsbilder mit den meisten Auszubildenden sind – wie in den vergangenen Jahren – die Kaufleute für Einzelhandel und die Fachinformatikerinnen und – informatiker.
Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin: „Trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten steigert die Berliner Wirtschaft die Zahl der Ausbildungsverträge. Unsere Unternehmen würden auch noch mehr Azubis einstellen – wenn sie die Jugendlichen denn auch fänden. Wir wissen von Unternehmen, die dutzende Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten. Das Matching von suchenden Jugendlichen und freien Plätzen muss also im Fokus aller Bemühungen stehen. Gleichzeitig droht selbst engagierten Ausbildungsunternehmen die widersinnige Ausbildungsplatzumlage. Wem es in der Politik wirklich am Herzen liegt, Jugendlichen eine berufliche Zukunft zu geben, kann die Einführung dieses wirkungslosen Bürokratiemonsters nicht unterstützen.“
Sebastian Stietzel Managing Partner der Marktflagge GmbH Interim Management und Vorsitzender des Kompetenzteam Mittelstand

Die Zahlen im Einzelnen


Der Aufwärtstrend bei neuen betrieblichen Ausbildungsverhältnissen wird zum großen Teil durch einen Aufwuchs im gewerblich-technischen Bereich getragen (+10,7 Prozent). Wie im Vorjahr waren auch 2024 die drei beliebtesten Berufe und die Berufe mit den meisten Neuverträgen im gewerblichtechnischen Bereich die Berufe Fachinformatiker (549 Verträge), Elektroniker (295 Verträge) und Mechatroniker (241 Verträge). Auch im kaufmännischen Bereich wiederholten sich die Top 3 Ausbildungsberufe aus dem Vorjahr in 2024:
Am beliebtesten waren hier die Kaufleute für Einzelhandel (739 Verträge), gefolgt von den Kaufleuten für Büromanagement (650 Verträge) und dem Beruf der Verkäuferin/des Verkäufers (514 Verträge).
Rückgänge im kaufmännischen Bereich verzeichneten insbesondere Berufe in der Hotellerie. Dies ist zurückzuführen auf eine schlechte Geschäftslage bis hin zur Schließung von Hotels. Nach starken Zuwächsen während der Coronapandemie gab es 2024 auch starke Rückgänge im Bereich des ECommerce. Berufe des Groß- und Außenhandels waren zudem von der schwachen Auftragslage in der Bauwirtschaft betroffen, die unter anderem auf hohe Materialkosten und aufwendige
bürokratische Prozesse zurückzuführen ist.
Die Zahl der Vertragslösungen liegt mit rund 13 Prozent auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Die Lösungsgründe sind dabei vielfältig. Bei allein 200 verschiedenen Berufen in IHK-Zuständigkeit fällt Jugendlichen die Berufswahl oft schwer. Durch eine unzureichende Berufsorientierung können zudem falsche Vorstellungen von Berufsbildern entstehen. Passen die Vorstellungen nicht zur Realität, kann dies Abbrüche begünstigen. Die IHK Berlin hat daher ein vierstufiges Programm etabliert, mit dem Ausbildungsabbrüche im besten Fall vermieden werden können. Neben einer umfangreichen Informationskampagne gibt es Workshops für Ausbildungsbetriebe, Ausbildungspersonal und Auszubildende statt. Zudem bietet die IHK Berlin sowohl für Unternehmen als auch für Auszubildende die Möglichkeit einer individuellen Beratung an. Als Konfliktlösungsangebot gibt es zusätzlich das kostenfreie Schlichtungsverfahren Ausbildung.
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Lockerung der Schuldenbremse: IHK-Vollversammlung fordert Expertenrat für zweckkonforme Mittelverwendung

Mit Blick auf die morgige Bundesratssitzung und die bevorstehende Lockerung der Schuldenbremse haben die Mitglieder der Vollversammlung der IHK Berlin acht Eckpunkte definiert, entlang derer das Finanzpaket aus Sicht der Wirtschaft eingesetzt werden sollte. Ziel muss es sein, die zusätzlichen Mittel dort zu investieren, wo die größten Potenziale für Innovation und wirtschaftliches Wachstum liegen. Dazu gehören u.a. Investitionen in die Infrastruktur und Bildung sowie Maßnahmen, die die Innovationskraft des Standorts nachhaltig stärken. Ein Investitionsrat aus wissenschaftlich und wirtschaftlich fundierten Expertinnen und Experten sollte gemeinsam mit dem Senat Kriterien für den optimalen Mitteleinsatz festlegen und die Landesregierung beraten.
IHK-Präsident Sebastian Stietzel: „Wir sehen das große Potenzial, das die finanzpolitische Einigung auf Bundesebene auch für den Standort Berlin bedeutet. Wir sehen aber auch die damit verbundene erhebliche finanzielle Belastung in der Zukunft. Im Sinne der Generationengerechtigkeit dürfen die zusätzlichen Mittel deshalb nur dort eingesetzt werden, wo sie Innovation und nachhaltiges Wachstum stärken sowie die Infrastruktur sichern. Es ist zwingend sicherzustellen, dass keine Mittelverschiebungen erfolgen, indem die Kernhaushalte von investiven Maßnahmen entlastet werden, um neue konsumtive Ausgaben zu finanzieren. Die Lockerung der Schuldenbremse dient allein dem Zweck, zusätzliche Investitionen zu ermöglichen. Die Einrichtung eines Expertenrats kann die optimale Mittelverwendung unterstützen. Ziel ist es, Berlin als Innovationsstandort zu stärken – durch exzellente Bildungsbedingungen, eine zukunftsfähige Infrastruktur, die Digitalisierung von Stadt und Verwaltung sowie den Schutz kritischer Infrastrukturen. Gleichzeitig sollte die Landesregierung prüfen, an welchen Stellen mit der Beteiligung privater Investoren zusätzliches Kapital gehebelt werden kann.“
Die acht Eckpunkte der IHK Berlin:
1. Fokus auf nachhaltigen Dreiklang: Zusätzliche Wertschöpfung schaffen, Funktionsfähigkeit der Stadt sichern und künftige Minderausgaben generieren
2. Forschungseinrichtungen stärken, Kooperationen mit der Wirtschaft ausbauen und Berlin zum Innovationsstandort Nummer 1
3. Sanierungsstau in der Infrastruktur endlich auflösen
4. In Digitalisierung und KI investieren und Verwaltung effizienter aufstellen
5. Kritische Infrastrukturen schützen
6. Investitionsprogramm zur Vereinfachung und Beschleunigung von Vergaben nutzen
7. Privates Kapital einbinden und Wirkung des Finanzpakets vervielfachen
8. Expertenrat einrichten und Transparenz erhöhen
Die Eckpunkte und Forderungen im Detail finden Sie im Anhang.
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Vitale Innenstädte 2024: Berliner Einkaufsstraßen trotzen Konjunktur und Online-Handel

Die Einzelhandelszentren City West, Schloßstraße und die Hackeschen Höfe haben bei der bundesweiten Vergleichsstudie „Vitale Innenstädte 2024“ im Schnitt mit der Schulnote 2,3 abgeschnitten. Damit liegen sie leicht über dem bundesweiten Attraktivitäts-Schnitt von 2,5.
Besucherinnen und Besucher der City West geben dabei überdurchschnittlich viel Geld aus, die Schloßstraße punktet mit einem guten Angebot an Bekleidungs- und Schuhgeschäften und der Standort Hackesche Höfe wird vor allem als Erlebniswelt und Sehenswürdigkeit geschätzt. Trotz zunehmendem Onlinehandel kommen die Befragten dabei unverändert häufig in die Innenstädte. Zu den häufigsten Kritikpunkten gehören mangelnde Sauberkeit, das Fehlen öffentlicher Toiletten und das Thema Sicherheit. Die Umfrage wurde im Auftrag der IHK Berlin, der AG City, der Wirtschaftsförderung Steglitz-Zehlendorf, der Pentanex GmbH und dem Handelsverband Berlin-Brandenburg (HBB) durchgeführt.
Pro Berliner Standort wurden rund 1000 Passantinnen und Passanten für die Studie befragt. Die City West mit Ku´damm und Tauentzien profitiert demnach vor allem von Gästen, die außerhalb Berlins leben. Diese kommen zwar seltener als einmal im Vierteljahr, bleiben dafür länger als zwei Stunden. Jeder zweite Besucher gibt zudem mehr als 100 Euro bei seinem Besuch aus. Wer die Einkaufsstraßen im Süden Berlins und in Mitte besucht, wohnt in der Regel in Berlin (94,7 bzw. 91,6 Prozent), mehr als die Hälfte nutzt das Shopping- und Gastronomieangebot wöchentlich. Insgesamt vergaben die Befragten für die Attraktivität in der City West die Schulnote 2,3, die damit im Vergleich zu 2022 besser ausfällt. Die gleiche Note erhielten die Hackeschen Höfe, die zum ersten Mal an der Studie teilgenommen haben. Auch die Schloßstraße war erstmals dabei, sie wurde mit 2,4 bewertet. Mit dem Handels- und Erlebnisangebot an den drei Standorten sind die Besucherinnen und Besucher überwiegend zufrieden. Allerdings wünschen sie sich mehr Grün in der Innenstadt, eine Aufwertung der Plätze und Maßnahmen gegen leerstehende Läden.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin: „Das gute Abschneiden der Berliner Standorte zeigt, dass die Zentren weiterhin ein Ort der Begegnung sind. Daran ändert offenbar auch der Onlinehandel – noch – nichts. Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Mangelnde Sauberkeit und zu viel Leerstand müssen angegangen werden. Hier sind Politik und Verwaltung gefragt. So braucht es dringend kreative Nutzungskonzepte gegen Leerstand und mehr Flexibilität in der Genehmigungspraxis. Starke Netzwerke können bei der Umsetzung unterstützen. So haben wir mit dem gemeinsamen Wettbewerb „Mittendrin Berlin!“ in Berlin bereits ein gutes Instrument, um lokale Akteure zu unterstützen. Darauf sollten wir aufbauen.“
Phillip Haverkamp, Geschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg: „Die positiven Ergebnisse zeigen: Berlin bietet mit seinen Einkaufsstraßen und -zentren ein attraktives und vielfältiges Shopping-Erlebnis. Doch beim Thema Sauberkeit gibt es noch Luft nach oben. Eine ansprechende und einladende Atmosphäre steht und fällt mit der Sauberkeit – sie ist der Schlüssel zu hoher Aufenthaltsqualität. Nur wenn Straßen und Plätze regelmäßig gepflegt und sauber gehalten werden, können weitere Maßnahmen nachhaltig wirken. Dabei liegt die Verantwortung nicht allein bei der Verwaltung. Wir alle – Gewerbetreibende, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucherinnen und Besucher – sind als Berliner Stadtgesellschaft gefragt, unseren Beitrag für ein sauberes und lebenswertes Stadtbild zu leisten.“
Uwe Timm, Vorstandsvorsitzender AG City e.V.: „Die Bewertung der Gesamtattraktivität der City West steht jetzt auf grün, statt gelb wie in der Befragung 2022. Das zeigt: Mit unserer Strategie und den konkreten Maßnahmen für eine lebendige Innenstadt sind wir auf dem richtigen Weg. Die Innenstadt muss ihre Funktion im Freizeitverhalten der Menschen finden. Shopping wird zum Freizeitvergnügen, wenn es mit Erlebnissen, Gastronomie, Kunst und Kultur verbunden wird. Mit unserem ersten Business Improvement District Ku´damm Tauentzien hatten wir uns auf den Weg gemacht zum BLVD KU´DAMM, KURFÜRSTENDAMM DER ERLEBNIS-BOULEVARD. Und die Bewertung hat sich verbessert: in allen relevanten Antwortkategorien haben wir signifikante Steigerungen erreicht. Aber wir müssen am Ball bleiben. Baustelleneinrichtungen beeinträchtigen mehr denn je die Aufenthaltsqualität und müssen daher abgebaut werden, wenn wochen- oder monatelang nicht gebaut wird. Ein Nachfolge-BID muss gegründet werden, jetzt mit hohem Kultur- und Eventanteil. Und ganz oben auf der Liste steht Sicherheit. Die provisorische Sicherungsanlage auf dem Breitscheidplatz muss durch eine stadtbildverträgliche dauerhafte Lösung ersetzt werden.“
Maren Schellenberg, Bezirksbürgermeisterin Steglitz-Zehlendorf: „Die IFH-Studie hat gezeigt, dass die Schloßstraße nach wie vor eine der wichtigsten Einkaufsstraßen Berlins ist. Damit der Einzelhandelsstandort auch in Zukunft attraktiv bleibt, müssen wir dem zunehmenden Leerstand mit innovativen Nutzungskonzepten begegnen und die Aufenthaltsqualität entlang der Straße verbessern. Für die Herausforderungen vor Ort und die kontinuierliche Belebung der Schloßstraße braucht es neben einem zentralen „Kümmerer“ aus meiner Sicht vor allem aktive und funktionierende Netzwerkstrukturen unter den lokalen Einzelhändlern und Eigentümern.“
David Kastner, Geschäftsführer der Pentanex GmbH: „Wenn der öffentliche Raum am Hackeschen Markt so sicher und so sauber wäre, wie die Hackeschen Höfe, würden wir Berliner und unsere Gäste sich bedeutend wohler fühlen.“
IHK Berlin

Was nach der Wahl angepackt werden muss - Kernforderungen der Berliner Wirtschaft zur Bundestagswahl 2025

Mit Blick auf die anstehenden Bundestagswahlen hat die IHK Berlin zentrale Handlungsfelder für den Wirtschaftsstandort Berlin definiert, um die sich eine neue Bundesregierung prioritär kümmern muss. Dazu gehören u.a. der Bürokratieabbau sowie Investitionen in die Infrastruktur. Verknüpft sind diese Themen jeweils mit konkreten Forderungen und Lösungsvorschlägen.
Sebastian Stietzel, Präsident IHK Berlin: „Gerade angesichts der derzeitigen globalen Herausforderungen müssen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen dringend verbessert werden. Dazu gehört unbedingt der konsequente Abbau von Auflagen, Vorschriften, Berichts- und Dokumentationspflichten. Ebenso konsequent muss der Bund in die Infrastruktur investieren – auch in die digitale und in die Bildungsinfrastruktur. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu sichern, müssen die Energiekosten und die Steuerlasten für Unternehmen gesenkt werden. Wirtschaft war zwar erfreulicherweise ein zentrales Thema im bisherigen Wahlkampf, allerdings muss jetzt auch gehandelt und vor allem umgesetzt werden. Denn nur mit einer erfolgreichen Wirtschaft und dadurch höheren Steuereinnahmen kann der Staat andere notwendige Maßnahmen finanzieren.“

Kernforderungen der IHK Berlin

1. Bürokratieabbau

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind aktuell das größte Risiko für den geschäftlichen Erfolg, ergab die jüngste IHK-Konjunkturumfrage. 65 Prozent der Berliner Unternehmen investieren weniger, weil die regulatorischen Belastungen zu hoch sind. Die Berliner Wirtschaft fordert deshalb die konsequente Umsetzung des „One in, two out“- Prinzips. Neue Vorgaben darf es demnach nur geben, wenn im Gegenzug zwei bestehende Vorschriften abgeschafft werden. Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten sind in Deutschland auf einem zu hohen Niveau. Hier ist eine kritische Revision der Pflichten notwendig, um Nachteile im internationalen Wettbewerb zu reduzieren. Auch auf europäischer Ebene muss sich die neue Bundesregierung für einen Abbau bürokratischer Auflagen einsetzen – und sich davon verabschieden, bei der Umsetzung von EU-Richtlinien zusätzliche Anforderungen oder strengere Regelungen hinzufügen, die über das in der Richtlinie geforderte Maß hinausgehen („Goldplating“).

2. Wohnungsbau und Gewerbeflächensicherung

Schneller Bauen durch Einführung des „Bauturbo-Paragrafen“ § 246e Bau-Gesetzbuch: Dieser ermöglicht zeitlich befristete Ausnahmen von bestehenden Bauvorschriften, so wird der Bau von Wohnungen vereinfacht. Zudem plädiert die IHK Berlin für eine länderübergreifende Harmonisierung der Bauordnung, da einheitliche Standards den Planungs- und Genehmigungsaufwand in den Unternehmen erheblich reduzieren. Für Unternehmen, die Wohnraum für Beschäftigte schaffen, sollte es steuerliche Anreize geben, regulatorische Hürden müssen beseitigt werden. Gleichzeitig darf der beschleunigte Wohnungsbau nicht zum Verlust von Gewerbe- und Industrieflächen führen. Ersatzflächen sollten deshalb ebenso verpflichtend sein wie mehr Flexibilität bei den Vorgaben für betrieblich bedingte Geräuschemissionen. Diese sollten an den Verkehrslärmschutz angepasst werden. Passive Schallschutzmaßnahmen müssen stärker als bisher anerkannt werden.

3. Infrastruktur

Der Bund muss sich am 17. Bauabschnitt der A100 und dem Bau der Tangentialverbindung Ost beteiligen, um Durchgangsverkehr in der Innenstadt zu verringern sowie Wohn- und Gewerbegebiete zu entlasten. Die Finanzierung muss auf Basis der Ergebnisse der laufenden Planfeststellung auch aus dem Bund-Länderprogramm „Gemeinschaftsaufgabe Regionale Wirtschaftsstruktur” gesichert werden.
Die Luftverkehrssteuer muss deutlich gesenkt werden. Bilaterale Luftverkehrsabkommen sollten so angepasst werden, dass der Bedarf Berlins nach internationaler Anbindung sowohl mit Blick auf die Langstreckenkonnektivität als auch mit Blick auf direkte City-Verbindungen gedeckt wird.

4. Ausbildung

Der Bund muss den Vorrang der betrieblichen Ausbildung vor außerbetrieblicher Ausbildung sichern. Die sogenannte Ausbildungsgarantie, die in der nun endenden Legislaturperiode auf den Weg gebracht wurde, ist hierfür der falsche Weg. Das gilt auch für die von Teilen des Berliner Senats geplante Ausbildungsplatzumlage. Hier muss der Bund gegensteuern. Stattdessen schlägt die IHK vor, die Einführung neuer Berufsbilder zu beschleunigen. Verfahren im Berufsbildungsgesetz müssen beschleunigt und effizienter gestaltet werden, um eine flexiblere Ausbildung zu ermöglichen. Sinnvoll ist zudem ein bundesweiter Ausbau der Jugendberufsagenturen unter Einbindung der IHKs.

5. Innovationsförderung und digitale Souveränität

Berlin und andere führende Standorte für Zukunftstechnologien müssen durch die Unterstützung der Bundesebene und strategische Investitionen nachhaltig gefördert werden, um die Innovationskraft wirtschaftlich noch stärker zu nutzen. Die KI-Strategie des Bundes ist mit dieser Zielrichtung weiterzuentwickeln. Zudem braucht es Rechtssicherheit für Digitalisierung und disruptive Technologien. Dafür muss auf Bundes- und EU-Ebene ein innovationsfreundlicher Rechtsrahmen geschaffen werden, der mit der digitalen Entwicklungsdynamik schritthalten kann und dabei Technologieoffenheit mit Transparenz- und Qualitätsstandards verbindet.
Die ausführlichen wirtschaftspolitischen Positionen und Forderungen der IHK Berlin finden Sie hier.
IHK Berlin

Der Konjunkturfrühling fällt aus - wirtschaftliche Rahmenbedingungen als größtes Wachstumshindernis

Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage der Industrie- und Handelskammern von Berlin und Brandenburg unter knapp 3.000 Mitgliedsunternehmen aus dem Januar lassen wenig Zuversicht auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung aufkommen. Demnach liegt der Konjunkturklima-Index* mit 101 Punkten nur einen Punkt über der Stagnationsschwelle und verharrt weiter am Rande des Abschwunges. Die Hauptstadtregion erlebt damit die längste konjunkturelle Schwächephase seit zwanzig Jahren. Die Risikoeinschätzungen der befragten Unternehmen zeigen, dass die konjunkturelle Krise mittlerweile von einer strukturellen Krise überlagert wird. Zwei von drei Unternehmen geben die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Hindernis für Wachstum an. Der Fachkräftemangel, der in den vergangenen Jahren die Risikoliste anführte, liegt aktuell nur noch auf dem dritten Platz.
In beiden Bundesländern macht sich mittlerweile auch die deutschlandweite Schwäche der Industrie bemerkbar. Im Vergleich zum Herbst 2024 steigen die Werte für Brandenburg zwar leicht, allerdings nur von null auf zwei Punkte, in Berlin fallen sie dagegen von 29 auf 15 Punkte. Auch im Baugewerbe bleibt die aktuelle Lage angespannt, der Index liegt bei schwachen 18 Punkten (in Berlin (Herbst 2024: 41 Punkte) und 7 Punkten in Brandenburg (Herbst 2024: 17 Punkte). Handel und Gastgewerbe leiden in beiden Bundesländern vor allem unter der Konsum-Zurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher. Dagegen erweist sich das Dienstleistungsgewerbe erneut als konjunktureller Anker in der Region.
Große Hoffnung, dass sich die Lage bessert, haben die Unternehmen nicht. Seit mittlerweile neun Umfragen in Folge liegt der Erwartungsindikator im negativen Bereich. Gefragt nach den größten Geschäftsrisiken, nennen mehr als 60 Prozent der Berliner Unternehmen an erster Stelle die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, in Brandenburg sind es sogar 71 Prozent. Mit jeweils mehr als 50 Prozent gehören Arbeitskosten, Fachkräftemangel, Inlandsabsatz sowie Energie- und Rohstoffpreise zu den weiteren Top-Risiken.
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage sprechen eine deutliche Sprache: Die Lage ist trüb und die Aussichten sind es ebenfalls. Doch die Ergebnisse zeigen auch Wege aus der Krise auf, denn hemmende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sind nicht naturgegeben. So verschärfen beispielsweise Auflagen und Berichtspflichten, langsame Genehmigungsverfahren und zu wenige digitalisierte Prozesse in den Verwaltungen die derzeitige Wirtschaftslage. Dazu kommen die hohen Energiekosten und eine überholungsbedürftige Infrastruktur. Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl und die nächste Bundesregierung ist die wesentliche Forderung der Berliner Wirtschaft deshalb, bürokratische Hürden nicht nur einfach abzubauen, sondern mit Schwung einzureißen.“
André Fritsche, Hauptgeschäftsführer IHK Cottbus: „Es ist keine Belebung der Wirtschaft in Sicht. Die Geschäftslage stagniert und die Erwartungen zeigen deutlich ins Minus. In Brandenburg erwarten 34 Prozent der Unternehmen schlechtere Geschäfte, in Berlin sind es 22 Prozent der Unternehmen. Es braucht einen großen Wurf der neuen Bundesregierung, wie sie schnell strukturelle Probleme auflösen und bessere Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schaffen will. Schließlich hemmen die aktuellen Bedingungen zwei von drei Unternehmen in ihrer Wachstumsfähigkeit. Dabei werden Innovationen und Investitionen dringend gebraucht, um die Wirtschaftskraft aufrecht zu erhalten und zu stärken.“
Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin IHK Ostbrandenburg: „Wirtschaft braucht Mobilität – doch hier klemmt es gewaltig. 59 Prozent der Unternehmen in Berlin und Brandenburg fordern mehr Investitionen in den ÖPNV, 54 Prozent in den Schienenpersonenverkehr und über 40 Prozent in Bundesstraßen und Autobahnen. Klare Sache: Eine moderne Infrastruktur entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit. Verlässliche Verkehrswege sichern Fachkräfte, stabilisieren Lieferketten und stärken den Standort. Jetzt gilt es, die Investitionsbremsen zu lösen und Engpässe gezielt zu verhindern.“
Torsten Stehr, Geschäftsführer Wirtschaft IHK Potsdam: „Die Investitionsbereitschaft der gewerblichen Wirtschaft bleibt zu schwach, um die Konjunktur anzukurbeln. Hohe Preise, gestiegene Zinsen und schlechte wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen führen dazu, dass fast 40 Prozent der Unternehmen in der Gesamtregion gar nicht investieren – vor der Corona-Pandemie war es nur ein Viertel. Das ist nachvollziehbar, denn ohne verlässliche Rahmenbedingungen setzen Unternehmen kein Kapital ein, um Standorte auszubauen, Innovationen voranzutreiben oder Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Das bremst nicht nur die Innovationskraft, sondern schwächt auch die Wettbewerbsfähigkeit. Daher ist die neue Politik gefordert, zügig eine Wachstumsstrategie zu entwickeln und umzusetzen – mit deutlich weniger Bürokratie, niedrigeren Steuern und gezielten Investitionsanreizen.“
v.l.n.r.: André Fritsche (IHK Cottbus), Manja Schreiner (IHK Berlin), Monique Zweig (IHK Ostbrandenburg), Torsten Stehr (IHK Potsdam).
Den vollständigen Konjunkturbericht finden Sie hier.

*Der Konjunkturklima-Index berechnet sich aus der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen der Unternehmen. Gefragt wurde zudem nach den Beschäftigungs- und Investitionsplänen sowie den Geschäftsrisiken.

IHK Berlin

„Klimaschutzpartner des Jahres 2025“ - Berlins renommierter Wettbewerb ist gestartet.

Der Startschuss für den Wettbewerb „Klimaschutzpartner des Jahres 2025“ ist gefallen!
Bis zum 25. April 2025 können sich Unternehmen, Bürger und öffentliche Einrichtungen mit ihren Projekten und innovativen Konzepten auf www.klimaschutzpartner-berlin.de bewerben. Ob Kreislaufwirtschaft, Energie- oder Wassereffizienz, erneuerbare Energien, nachhaltige Mobilität oder Begrünungsmaßnahmen – die Vielfalt der Kategorien bietet Platz für jedes Engagement im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Die Preisverleihung findet am 27. Mai 2025 im Rahmen der Berliner Energietage statt. Der Wettbewerb prämiert Projekte in drei Kategorien: realisierte Projekte, innovative Planungen und Projekte öffentlicher Einrichtungen. Zudem wird ein mit 1.000 Euro dotierter Publikumspreis vergeben, über den die Besucherinnen und Besucher im Ludwig Erhard Haus abstimmen können. Alle eingereichten Projekte werden auf der Veranstaltung präsentiert, während die Nominierten die Gelegenheit haben, ihre innovativen Projekte einem großen Publikum aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vorzustellen.
Die Gewinner erhalten zudem die Chance, im Rahmen eines Mentoring-Treffens sich exklusiv mit den zahlreichen Partnern und Förderern des Wettbewerbs auszutauschen.
Bereits seit 2002 wird der Preis vom Bündnis Klimaschutzpartner Berlin verliehen und ist damit einer der renommiertesten Auszeichnungen im Bereich Klimaschutz in Berlin. Der Wettbewerb wird von einem Bündnis getragen - bestehend aus: Architektenkammer Berlin, Baukammer Berlin, BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V., Fachgemeinschaft Bau Berlin-Brandenburg e.V., Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V., Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin, Ostdeutscher Bankenverband e.V., Verband kommunaler Unternehmen e.V. - Landesgruppe Berlin-Brandenburg, Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg e.V. und dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller e.V.
Die Durchführung des Wettbewerbs wird auch in diesem Jahr durch die BEW Berliner Energie und Wärme Berlin GmbH unterstützt.
2025-01-22 Klimaschutzpartner Werbetafel
Ausführliche Hinweise zum Wettbewerb „Klimaschutzpartner des Jahres 2025“ und dem Bewerbungsverfahren finden Sie unter www.klimaschutzpartner-berlin.de.
IHK Berlin

Kooperationsvereinbarung zwischen TU Berlin und IHK Berlin unterzeichnet: Talente und Innovationen – eine starke Verbindung

Die Berliner Wirtschaft mit Wissenschaft & Forschung noch enger zu verzahnen – dieses Ziel verfolgen die Technische Universität Berlin (TU Berlin) und die Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK) jetzt noch intensiver. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Präsidentin der TU Berlin, Prof. Dr. Geraldine Rauch, und IHK-Präsident Sebastian Stietzel heute unterzeichnet. Dabei zeigen die bereits über 10 gemeinsamen Aktivitäten das große Engagement beider Institutionen, um neben der Ausbildungsqualität auch die Innovationskraft in der Hauptstadt weiter voranzubringen.
Derzeit werden bspw. Projekte zur Arbeitsmarktintegration internationaler Studierender, zur verbesserten Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern sowie eine neue Lehrveranstaltung „Entrepreneurship Education“ entwickelt. Um die Innovationsdynamik zu steigern, sind unter anderem ein Pilotprojekt zur besseren Nutzung geistigen Eigentums, zur Förderung von Hochschulausgründungen und zur Vernetzung universitärer Spin-offs mit etablierten Unternehmen im Rahmen des Berliner Startup Factory Konzepts „UNITE“ geplant.
Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin: „Die großen Aufgaben der digitalen Transformation, der Energiewende, der Mobilität und des Gesundheitswesens können nur durch engverzahnte Partnerschaften zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bewältigt werden. Gemeinsam mit der TU Berlin bündeln wir unsere Kräfte, um komplexe, technologiegetriebene und soziale Innovationen 'Made in Berlin' nicht nur sichtbar, sondern auch wirtschaftlich nutzbar zu machen. Denn klar ist: Kooperation ist der Schlüssel zu bahnbrechenden Innovationen. Unser Ziel ist es daher, schneller aus der Forschung in die Praxis zu kommen.
Mit der TU Berlin schließen wir daher nun bereits die vierte Kooperationsvereinbarung mit einer Berliner Hochschule, um das Innovations- und Transfer-Ökosystem der Hauptstadt zu stärken.“

Präsidentin der TU Berlin, Prof. Dr. Geraldine Rauch: „Die größten Herausforderungen verlangen die stärksten Allianzen. Gerade in einer angespannten wirtschaftlichen Lage müssen und wollen wir Lösungen finden, die über den Mangel hinauswachsen. Unsere Überzeugung ist klar: Gemeinsam sind wir ideenreicher, handlungsfähiger und perspektivenoffener. Diese Partnerschaft ist der Beweis dafür, dass Wissenschaft und Wirtschaft zusammen mehr erreichen können – ob bei der Sicherung von Fachkräften für die Brain City Berlin, der Stärkung von Startup-Aktivitäten oder der Entwicklung innovativer Technologien. Ich freue mich auf die weitere und noch intensivere Zusammenarbeit mit der IHK Berlin.“

Staatssekretär für Wissenschaft, Dr. Henry Marx: „Gemeinsam ist man stärker. Das gilt nicht nur für gesellschaftliche Fragen, sondern auch für die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Durch die neue enge Verzahnung der Aktivitäten von IHK und TU stehen wir zusammen, um den Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz, des Klimawandels, neuer Mobilität und eines modernen Gesundheitswesens gerecht zu werden. Andere Kooperationen unter anderem mit HTW und FU in den letzten Jahren haben gezeigt, wie wichtig eine enge Abstimmung zwischen den Beteiligten ist und dass sie insbesondere für die Entwicklung eines modernen Berlins unerlässlich sind.“

Staatssekretär für Wirtschaft, Michael Biel: „Berlin ist eine Stadt voller Ideen, Innovationen und wirtschaftlicher Power. Genau dieses Potenzial wollen wir mit der neuen Kooperationsvereinbarung zwischen TU Berlin und IHK Berlin weiter ausbauen und sichtbar machen. Ziel ist eine noch engere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Damit wollen wir vor allem Talente, Ausgründungen und Unternehmen unterstützen und die Zusammenarbeit fördern. Das ist eine echte Win-Win-Situation und bringt uns weiter auf dem Weg, Innovationsstandort Nummer 1 in Europa zu werden."
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