Innovation und Umwelt

Energiewende-Barometer 2021


In der öffentlichen Wahrnehmung mag die Energiewende zunächst ein politisches Projekt sein, das durch Gesetze und Verordnungen gestaltet wird. Die Transformation auf eine effizient-erneuerbare Wirtschaftsweise findet aber letztlich ganz konkret in den Regionen und Unternehmen statt. Erst hier zeigt sich, ob Anspruch und Wirklichkeit der Energiewende übereinstimmen und wo Korrekturen erforderlich sind. Mit dem Energiewende-Barometer soll die Sicht der Wirtschaft auf die Defizite der Energiewende ebenso klar benannt werden wie die Fortschritte und Erfolge. Es beruht auf einer jährlichen Umfrage der IHK zu Energiepreisen, -einsatz und -versorgung, zu Maßnahmen der Betriebe und zu den Forderungen an die Politik.
Bewertung der Energiewende: Berliner Unternehmen optimistischer als der Bundesdurchschnitt, bei insgesamt abnehmender Tendenz
Insgesamt fällt die Bewertung der Energiewende durch die Berliner Wirtschaft positiver aus als im Bundesdurchschnitt, zugleich sehen die Unternehmen wieder stärker die mit der notwendigen Transformation verbundenen Risiken für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Auf einer Skala von -100 („sehr negativ“) bis +100 („sehr positiv“) bewerten die Berliner Unternehmen die Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit mit -4,2 und damit fast 10 Punkte schlechter als im Vorjahr (+5,5) aber noch 2,5 Punkte besser als im deutschlandweiten Gesamtwert mit -6,7.
Energiewende in den Unternehmen: Energieeffizienz und Ökologische Alternativen
Zwei Drittel der Betriebe optimieren in den eigenen Abläufen, qualifizieren Mitarbeiter und investieren in effiziente Infrastrukturen. Knapp 70 Prozent beziehen bereits Ökostrom oder planen den Umstieg, und auch die Anschaffung von E-Fahrzeugen sowie der Umstieg auf andere, umweltfreundliche Verkehrsträger steht bei fast der Hälfte der Betriebe im Fokus.
Forderungen an die Politik: Ausbau der Netze und erneuerbaren Energien sowie konsistente Politik mit höchster Priorität
Als kurzfristige politische Maßnahmen für eine sichere, bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung fordern die befragten Unternehmen von der Politik einen stärkeren Einsatz für den Ausbau der Netze und erneuerbaren Energien, beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie einen konsistenten politischen Maßnahmenmix.
Betrieblicher Klimaschutz: Ausbaufähige Ziele und Ressourcenmangel als Hürde
Ein reichliches Drittel der Betriebe hat sich bereits Klimaneutralität als Ziel gesetzt, und fast 25 Prozent sind schon klimaneutral oder wollen es bis 2025 werden. Neben den hohen Aufwänden für eine umfassende Klimabilanzierung, einem Mangel an niedrigschwelligen Unterstützungen und dem Fehlen einheitlicher Standards, Label etc. ist die größte Hürde der Mangel an finanziellen und personellen Ressourcen für die Klimabilanzierung.