Das Besondere an ihrer Arbeit: Sie ist nicht nur ein theoretisches Hochschulprojekt, sondern wird bereits bei ihrem ehemaligen dualen Partner s.Oliver genutzt. Lewand entwickelte ein KI-Modell, das auf Basis vorhandener Bestell- und Kundendaten vorhersagt, wie viele Artikel voraussichtlich zurückgeschickt werden. Für das Unternehmen ist das ein wichtiger Vorteil: Lager, Personal und Abläufe lassen sich besser planen. Aus einem schwer berechenbaren Retourenprozess wird damit ein Vorgang, der sich datenbasiert steuern lässt.
Für ihre Untersuchung wertete Lewand mehr als sieben Millionen anonymisierte Datensätze aus. Die Künstliche Intelligenz prüft dabei zum Beispiel, ob ein Artikel stark
reduziert war, welche Produkte bestellt wurden oder ob es in der bisherigen Bestellhistorie bereits Rücksendungen gab. Aus solchen Mustern berechnet das Modell innerhalb kurzer Zeit, wie wahrscheinlich eine Retoure ist. Ein Ergebnis überrascht: Höhere Rabatte führen nicht automatisch zu mehr Rücksendungen – im Gegenteil zeigte die Analyse, dass stärkere Preisnachlässe tendenziell mit einer geringeren Retourenquote verbunden waren.
Mit dem Wilhelm-Lorch-Preis zählt Linda Lewand zu den acht ausgezeichneten Nachwuchskräften des Jahres 2026. Die Stiftung fördert seit mehr als drei Jahrzehnten Talente in der Modebranche.
Heilbronn DHBW-Absolventin Linda Lewand.