FIFA WM 2026

Keine Fanmassen – aber trotzdem Potenzial!

Rund fünf Wochen lang – vom 11. Juni bis 19. Juli – wird die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 weltweit Millionen Menschen begeistern. In Stuttgart fallen die Erwartungen jedoch verhaltener aus: Anders als bei Turnieren mit direktem regionalem Bezug wird kein signifikanter zusätzlicher Besucheransturm erwartet.

Keine großen Besucherströme erwartet

Ein entscheidender Grund liegt im Austragungsort des Turniers: Die WM findet vollständig in den USA, Kanada und Mexiko statt. Damit fehlt ein zentraler Impuls für internationale Reiseströme nach Stuttgart. Erfahrungen aus vergangenen Turnieren – etwa der EM 2024 – zeigen, dass ein spürbarer Anstieg von Gästen insbesondere dort entsteht, wo Spiele ausgetragen werden oder große Fan-Zonen eingerichtet sind. Genau diese Voraussetzungen sind 2026 in Stuttgart nicht gegeben.
Entsprechend zurückhaltend fällt auch die Planung der Stadt aus. Ein eigenes, großflächig organisiertes Public Viewing – etwa im Zentrum – ist nicht vorgesehen. Solche Formate wurden in der Vergangenheit vor allem dann umgesetzt, wenn mit einem hohen Andrang von Besucherinnen und Besuchern von außerhalb gerechnet wurde, beispielsweise bei der Heim-WM 2006 oder der Europameisterschaft 2024. Für das Turnier in Nordamerika sieht die Stadt diesen Bedarf nicht.

Unternehmen können trotzdem profitieren

Die Anstoßzeiten der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 sind aus deutscher Perspektive deutlich heterogener als bei vergangenen Turnieren. Während ein Teil der Spiele am späten Abend angesetzt ist, werden andere erst in den Nachtstunden oder sogar in den frühen Morgen übertragen.
Gleichzeitig eröffnet diese Situation auch Chancen für lokale Akteure. Da zentrale, öffentlich organisierte Übertragungsflächen fehlen, dürfte sich die Nachfrage stärker auf dezentrale Angebote verlagern. Gastronomiebetriebe, Bars und kleinere Veranstaltungsformate werden dadurch zu wichtigen Anlaufpunkten für Fußballfans – insbesondere an den Abenden mit Spielen der deutschen Nationalmannschaft.
In diesem Zusammenhang ist weniger mit zusätzlichen Gästen zu rechnen als vielmehr mit einer veränderten Nutzung durch die bestehende Bevölkerung. Einwohnerinnen und Einwohner, die sonst ein großes Public Viewing besuchen würden, weichen verstärkt auf private oder kommerzielle Angebote aus. Für Gastronomie und teilweise auch den innerstädtischen Handel kann dies punktuell zu einer höheren Nachfrage führen – etwa durch längere Aufenthaltszeiten, zusätzliche Konsumimpulse oder eine erhöhte Frequenz an Spieltagen.
Auch die Taxi‑Branche kann – ergänzend zum öffentlichen Nahverkehr – von diesem veränderten Nutzungsverhalten profitieren, indem sie insbesondere in den späten Abend- und Nachtstunden zusätzliche Mobilitätsangebote bereitstellt und so ein sicheres Nachhausekommen unterstützt.
Die Gaststättenbehörde Stuttgart hat zur Fußball‑WM 2026 praxisnahe Hinweise veröffentlicht – etwa zu Spielübertragungen in der Gastronomie sowie zu Betriebszeiten, Sperrzeiten und Lärmschutz.

Bitte beachten Sie auch unseren Artikel zu den „Rechtlichen Rahmenbedingungen rund um die Fußball‑WM 2026“, der einen Überblick über Markenrechte sowie Möglichkeiten und Grenzen werblicher Nutzung gibt.

IHK-Artikel: Rechtliches zu WM, EM