IW-Regionalranking 2026

Stuttgart im Strukturwandel: Warum selbst starke Regionen neu denken müssen

Das Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) von Mai 2026 zeigt, wie stark Deutschland vom Strukturwandel geprägt ist. Analysiert wurden 400 Regionen – mit der zentralen Frage, wie gut sie auf tiefgreifende Veränderungen reagieren können.

Erfolg folgt heute keinem einheitlichen Muster mehr

Etablierte Regionen wie der Landkreis München dominieren zwar weiterhin das Ranking, gleichzeitig entstehen neue dynamische Aufsteiger wie etwa Cottbus oder Neumünster. Auffällig ist, dass sich Regionen sehr unterschiedlich entwickeln: Wer sich erfolgreicher anpasst, baut neue Branchen etwa in Energie, Forschung oder Dienstleistungen auf, zieht Fachkräfte an und gewinnt wirtschaftlich an Dynamik. Klassische Industriestandorte geraten hingegen zunehmend unter Druck. Auch viele Regionen in BadenWürttemberg kommen weniger dynamisch voran als in vergangenen Jahren.

Die Region Stuttgart hat Potenzial für den Wandel

Erfolgreiche Regionalentwicklung kennt kein Patentrezept. Statt eines radikalen Strukturbruchs setzen erfolgreiche Regionen konsequent auf vorhandene Stärken und entwickeln diese weiter. Ob durch gezielte Innovationspolitik, den Ausbau von Forschung und Wissenschaft, die Verbesserung der Lebensqualität oder die Nutzung geografischer Vorteile – entscheidend ist eine klare Strategie, die zum jeweiligen Standort passt.
Die Beispiele aus dem Ranking zeigen, wie unterschiedlich diese Wege aussehen können: Cottbus profitiert vom gezielt geförderten Strukturwandel hin zu Energie, Forschung und neuen Industrien; Würzburg etwa verbindet beispielsweise Wissenschaft mit Gründungsdynamik und Stadtentwicklung. Gemeinsam ist ihnen, dass sie funktionierende „Ökosysteme“ schaffen, in denen Wirtschaft, Infrastruktur, Fachkräfte und politische Steuerung ineinandergreifen. Einzelmaßnahmen oder Fördergelder allein reichen laut IW-Studie dafür nicht aus.

Tradition verpflichtet – sie trägt aber nicht allein

Für den Wirtschaftsraum Stuttgart ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Die traditionelle Stärke als industrielles Zentrum – insbesondere in der Automobil- und Zulieferindustrie – bleibt ein wichtiger Ausgangspunkt, steht jedoch zunehmend unter Transformationsdruck. Entscheidend wird sein, wie konsequent es gelingt, bestehende industrielle Kompetenzen in neue Technologien, klimaneutrale Produktion und wissensintensive Wertschöpfung zu überführen.
Das IW-Ranking legt nahe: Nicht die Ausgangslage entscheidet über den künftigen Erfolg, sondern die Fähigkeit, die eigene wirtschaftliche Basis strategisch weiterzuentwickeln.
Die Ergebnisse im Detail der Studie: „Zwischen Krisen und Chancen: Regionalentwicklung in Zeiten multipler Herausforderungen“ können auf den Seiten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) online eingesehen und heruntergeladen werden.