IHKplus 02/2022

„Verständliche Regeln würden dafür sorgen, dass Konsumenten nicht so verunsichert sind."

Wolfgang Behrendt ist Juwelier und Inhaber des Schmuckgeschäftes Behrendt in Köln-Rodenkirchen und Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen e.V.; mit seinem Bandprojekt Behrendt & Friends gibt er Jazz- und Soulkonzerte.
Wolfgang Behrendt, Juwelier und Inhaber des Schmuckgeschäftes Behrendt in Köln-Rodenkirchen
© IHK Köln / Michael Claushallmann
Wie lief für Sie als Juwelier das Weihnachtsgeschäft im zweiten Corona-Winter?
Der Dezember war, genauso wie das gesamte Jahr, dadurch gekennzeichnet, dass ich ungefähr den gleichen Umsatz wie in 2019 und 2020 hatte, aber bei deutlich geringerer Kundenfrequenz und deutlich höheren Einzelpositionen. Es liegt sicherlich an meiner Branche, dass ein Trend zum Hochwertigen zu verzeichnen ist. Man erkennt allerdings auch, dass bei vielen Kunden das Geld lockerer sitzt, weil sie es nicht für Reisen oder Ähnliches ausgeben können.
Was haben Sie in anderen Unternehmen der Aktionsgemeinschaft Rodenkirchen beobachtet?
Die Umsätze haben sich wohl überwiegend gerade so akzeptabel entwickelt. Hier und da hörte ich von Problemen der 2G-Kontrolle. Allgemein wurde eine geringe Frequenz verzeichnet. Gerade im Bereich Damenoberbekleidung gab es Probleme mit dem Maskenzwang. Mit Maske auf mag offenbar keine Frau shoppen gehen.
Wie war die Gastronomie in Rodenkirchen besucht? In welchem Umfang konnten Weihnachts- und Silvesterfeiern stattfinden?
Die Gastronomie ist nach meinem Empfinden der am stärksten betroffene Bereich. Weihnachtsfeiern wurden fast alle abgesagt, und Silvester war wohl die Frequenz auch sehr verhalten. Von speziell stattfindenden Silvesterveranstaltungen habe ich nichts gehört.
Gab es für Sie als Musiker Auftrittsmöglichkeiten in den vergangenen Wochen?
Wie im gesamten Jahr sind sowohl die privaten Veranstaltungen als auch die Konzerte in kommerziellen Veranstaltungsräumen stark reduziert gewesen. Termine, die noch in einer besseren Lage im Sommer geplant worden waren, mussten  regelmäßig wegen der Delta-Welle dann doch wieder zurückgezogen werden.
Wie werden die Karnevalstage in Rodenkirchen?
Nach der Absage des großen Sonntagszuges werden die Karnevalisten versuchen, jetzt noch neue Konzepte zu entwickeln, damit überhaupt etwas an Karneval passiert. Ich denke, dass es auch wichtig ist, den Menschen seitens der Interessengemeinschaften und der Gastronomie coronakonforme Konzepte vorzulegen, die es den Jecken ermöglichen, irgendetwas in der Öffentlichkeit zu erleben.
Was würde den Geschäftsleuten helfen, künftig besser durch die Pandemie zu kommen?
Verständliche, einfache Regeln würden dafür sorgen, dass die Konsumenten nicht so verunsichert sind. Dann haben sie auch mehr Spaß daran, Handel und Gastronomie zu besuchen. Die geringere Frequenz, die wir bisher erleben, zeigt ja, dass die Kunden auf das empfundene Durcheinander von Regelungen des Zutritts mit Unsicherheit reagieren. Ebenso die starke Abwanderung in den Onlinehandel.
Auf dem YouTube-Kanal der IHK Köln erzählt Wolfang Behrendt von den Erfahrungen, die die Rodenkirchener Einzelhändlerinnen und Einzelhändler in der Pandemie gemacht haben.

Kontakt

Industrie- und Handelskammer zu Köln
Unter Sachsenhausen 10 - 26
50667 Köln

Tel: 0221 1640-0
E-Mail: service@koeln.ihk.de