Ziel ist es, die Zusammenarbeit in den Bereichen IT und Künstliche Intelligenz, Gesundheit und Medizintechnik sowie in sicherheits- und verteidigungsrelevanten Industrien zu intensivieren und konkrete Projekte anzustoßen. Hoffmeister-Kraut unterstrich die Bedeutung der Vereinbarung: „Der Letter of Intent ist mehr als eine formale Absichtserklärung.“ Gerade jetzt gelte es, wirtschaftliche Perspektiven zu öffnen, Partnerschaften auszubauen und so Stabilität, Wiederaufbau und europäische Integration zu unterstützen.
Zukunftsbranchen mit Potenzial für Kooperationen
Die Region Lwiw gilt als High-Tech-Standort der Ukraine. Im Bereich IT und Künstliche Intelligenz zählt sie zu den führenden Technologiestandorten des Landes. Mit dem Lviv IT Cluster, einem großen Talentpool und einer lebendigen Startup-Szene bestehen gute Anknüpfungspunkte für Kooperationen in angewandter KI, Digitalisierung und Cybersicherheit. Über 51.000 Beschäftigte arbeiten dort im IT-Sektor. Auch im Gesundheitsbereich bietet Lwiw mit einer eigenen Clusterorganisation und Investitionen in medizinische Infrastruktur Potenzial für Technologiepartnerschaften und Innovationsprojekte. Der IRON Cluster bündelt zudem Unternehmen aus Verteidigungstechnologien, Dual-Use-Anwendungen und industrieller Sicherheit.
Starker Standort mit EU-Nähe
Die Oblast Lwiw im Westen der Ukraine zählt rund 2,3 Millionen Einwohner und gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Regionen des Landes. Als Industrie-, Handels- und Logistikstandort mit direkter Nähe zur EU ist sie für ausländische Investoren relevant. Ende 2024 lagen die ausländischen Direktinvestitionen bei rund 1,7 Milliarden US-Dollar; Deutschland ist mit über 100 Millionen USDollar beteiligt. Eine Delegation aus Lwiw nutzte den Besuch in Stuttgart, um Kooperationspotenziale auszuloten und Akteure zu vernetzen. „Dieser Letter of Intent ist ein Anfang“, so Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut. Nun gelte es, die identifizierten Felder „mit Leben zu füllen durch konkrete Projekte, Pilotvorhaben und den direkten Austausch zwischen unseren wirtschaftlichen Akteuren“.
Kompetenz-Zentrum Südost-Europa
Bei dem Treffen in Stuttgart war mit Catarina Da Costa Meira auch eine Vertreterin des Kompetenz- Zentrums Südost-Europa der IHK Ulm dabei. Es unterstützt Unternehmen aus Baden-Württemberg, die ihre Geschäfte im Donauraum auf- oder ausbauen möchten.