IHK-Medieninformation

Kunden binden mit „Magic Moments“

IHK-Handelsausschuss: E-Commerce-Experte zu Gast (06.04.2023)
Nach schwierigen Jahren blicken die niederbayerischen Handelsbetriebe wieder optimistischer in die Zukunft. Das wurde bei einer virtuellen Sitzung des IHK-Handelsausschusses deutlich. „Die Auftragslage ist in den meisten Betrieben gut. Die Geschäftserwartungen für die nähere Zukunft fallen deutlich positiver aus als im Herbst. Aber noch hat die Branche nicht das Vor-Corona-Niveau erreicht und die Liste der Herausforderungen ist auch nicht kürzer geworden“, sagte Petra Steinberger, die Vorsitzende des IHK-Handelsausschusses.

Personalmangel wird immer akuter

Vor allem ein Problem eint die Betriebe, wie die Wortmeldungen in der Runde zeigten: Der Personalmangel. Es werde immer schwieriger, geeignete Arbeitskräfte zu finden, die Bereitschaft auch samstags zu arbeiten nimmt ab. Dies deckt sich mit den Ergebnissen der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage, die Klaus Jaschke vorstellte, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern. Demnach bezeichnen die niederbayerischen Betriebe branchenübergreifend den Arbeitskräftemangel als größte Wachstumsbremse, gefolgt von den gestiegenen Energiepreisen. Die IHK setzt genau hier an und hat deshalb auf Bundesebene nun die Azubikampagne „Jetzt #könnenlernen“ ins Leben gerufen.
Ebenfalls herausfordernd für die Handelsunternehmen ist die Inflation und ein damit verbundenes verändertes Kaufverhalten der Kunden. Ein Unternehmer aus dem Lebensmittelbereich berichtete beispielsweise, dass Kunden immer öfter zu Eigenmarken greifen, ein weiterer sagte, dass vor allem bei hochpreisigen Artikeln gespart werde. Viele Händler berichteten darüber hinaus von weiterhin bestehenden Lieferkettenproblemen und hohen Beschaffungskosten. Doch trotz der vielfältigen Herausforderungen blicken die Betriebe positiv in die Zukunft – was vor allem daran liegt, dass der stationäre Handel nach Jahren voller Beschränkungen endlich wieder seine Einzigartigkeit zeigen kann. Die Händler sprachen von „Magic Moments“, von „Einkaufserlebnissen“, die man den Kunden nun wieder näherbringen könne.

Immer größere Umsatzanteile werden online erzielt

Dass das klassische Ladengeschäft wieder „normal“ laufen kann, bedeutet jedoch nicht, dass der Online-Handel für die regionalen Unternehmer nun weniger wichtig ist. Immer größere Umsatzanteile werden online erzielt und nach wie vor gilt es hier Potenzial zu heben. Praktische Tipps hatte bei der Sitzung Martin Himmel, Mitgründer und Geschäftsführer der „D2C Advisors“, parat. Der Experte für digitale Ökonomie und E-Commerce zeigte anhand von Statistiken, dass auch die ältere Generation immer häufiger online einkauft. Ebenfalls anhand Statistiken ablesbar: Die Unternehmen stecken immer mehr Geld in digitale Werkzeuge, die der Kundenbindung dienen – der richtige Weg, wie der Experte findet.
Ein weiterer Trend: D2C-Brands, also Hersteller, die ihre Produkte direkt an die Kunden vermarkten, erzielen immer höhere Marktanteile. Kern dieser D2C-Brands ist häufig eine genaue Kenntnis ihrer Kundenklientel und eine sehr gute Umsetzung des Kundendialogs – schon allein deshalb riet Himmel den regionalen Unternehmen über eigene Online-Aktivitäten nachzudenken. Die nötige Software dafür sei heute keine große Hürde mehr. Himmel ging in seinem Vortrag auch auf Marketingmöglichkeiten auf neuen sozialen Medien wie TikTok, Twitch oder Discord ein und erklärte, warum KI-Tools wie Chat GPT für die Unternehmen große Chancen bietet. „Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels kann künstliche Intelligenz helfen, die Produktivität zu steigern. Schließlich ist es möglich, dass KI schon heute Aufgaben wie ‚Werbetexte schreiben‘ unterstützt und beschleunigt.“
Noch mehr E-Commerce-Tipps mit vielen Best-Practice-Beispielen aus der Region gibt es bei einer Veranstaltung der IHK Niederbayern am Donnerstag, 27. April. Nähere Informationen sowie eine Anmeldemöglichkeit finden Interessierte unter www.ihk-niederbayern.de/e-commerce