Resilienz der Lieferketten steigern
Was bedeutet Resilienz der Lieferkette? Allgemein gesehen beschreibt sie die Fähigkeit eines Unternehmens, nach einer Störung in kürzester Zeit zur normalen Lieferfähigkeit zurückzukehren. Dies ist ein langfristiger Optimierungsprozess, der viele verschiedene Aspekte umfasst. In unserem Artikel haben wir einen Überblick davon zusammengestellt.
Relevanz für Ihr Unternehmen
Warum ist es für deutsche Unternehmen wichtig, sich mit der Frage der Lieferkettenresilienz zu befassen?
Zunehmende geopolitische, regulatorische, ökologische und technologische Risiken machen resiliente Lieferketten zu einer Voraussetzung, um Produktionsausfälle, Strafzahlungen, Reputationsschäden und Marktverluste zu vermeiden – und gleichzeitig Chancen in einem unsicheren globalen Umfeld zu nutzen.
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Dimensionen und mögliche Maßnahmen
Welche Maßnahmen können Unternehmen ergreifen, um die Resilienz ihrer Lieferkette zu steigern?
Sicherstellung der Lieferkettenresilienz umfasst mehrere Aspekte, die miteinander eng verknüpft sind und in der Kombination betrachtet werden sollten. Einige davon sind unter anderem:
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Transparenz und Datenverfügbarkeit> End-to-End-Transparenz über Lieferkettenakteure, Materialflüsse, Bestände, Kapazitäten und Transportwege
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Effektives Risikomanagement> Identifikation und Bewertung potenzieller Risiken
> Regelmäßige Überprüfung -
Diversifizierung der Beschaffungsquellen> Dual / Multi Sourcing für kritische Rohstoffe
> Alternative Lieferanten, Produktions- und Distributionsstandorte -
Effektives Prozessmanagement> Flexibilität in Prozessen, Transparenz
> Regelmäßige Überprüfung und Optimierung -
Digitalisierung und Automatisierung
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Nachhaltigkeit und Compliance> Einhaltung regulatorischer Vorgaben entlang der gesamten Lieferkette
> Recycling und Wiederverwendung -
Qualifikation und Organisation> Schulung von Mitarbeitenden
> Klare Verantwortlichkeiten
> Cross-funktionale Teams und interdisziplinäre Steuerung
Risikoanalyse als Grundlage
Welche Risiken müssen im Rahmen des Lieferkettenmanagements berücksichtigt werden?
Die Durchführung einer Risikoanalyse bildet die Grundlage für weitere Maßnahmen. Die Risikoanalyse sollte von jedem Unternehmen individuell durchgeführt werden, da jedes Unternehmen ein eigenes Risikoprofil hat. Dieses beinhaltet nicht nur allgemeine Risiken, sondern auch Risiken, die für ein bestimmtes Unternehmen, eine bestimmte Branche, ein bestimmtes Land und so weiter spezifisch sind.
Zu den möglichen Risikokategorien in Lieferketten gehören:
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Geopolitische Risiken, unter anderem:
Umwelt- und Klimarisiken, unter anderem:
IT- und Cyberrisiken, unter anderem:
Rechtliche und Compliance-Risiken, unter anderem:
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Logistische Risiken, unter anderem:
Lieferantenrisiken, unter anderem:
Finanzielle und ökonomische Risiken, unter anderem:
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Informationsquellen und Hilfestellung
- (BAFA) - BAFA Risikodatenbank
- (BAFA) - Risikoanalyse
- (BMAS) Handlungsanleitung zum Kernelement Risikoanalyse
- (BMAS) Sorgfaltspflichten für Unternehmen – Risiken ermitteln - CSR
- (Deutsches Global Compact Netzwerk) Menschenrechtliche Risiken und Auswirkungen ermitteln
- (Helpdesk Wirtschaft und Menschenrechte) KMU Kompass - Risikoanalyse
- (GTAI) Länderspezifischen Umsetzungshilfen zur Risikoanalyse
(!) Die Risikoanalyse ist jedoch keine einmalige Maßnahme – um nachhaltigen Erfolg zu erzielen, benötigen Unternehmen ein effektives Risikomanagementsystem. Dabei geht es um den Einsatz fundierter Methoden und Technologien, ein gut funktionierendes Prozessmanagement, klare Strukturen und Verantwortlichkeiten, die Einführung von Compliance-Maßnahmen und einer Compliance-Kultur und viele andere Aspekte.
Kritische Abhängigkeiten in Lieferketten
Was sind kritische Abhängigkeiten in Lieferketten? Wie kann ein Unternehmen diese in seiner Lieferkette identifizieren? Wie sollte ein Unternehmen damit umgehen?
Kritische Abhängigkeiten entstehen dort, wo Konzentration, geringe Substituierbarkeit und hohe Geschäftsauswirkung zusammenfallen:
- Über 50 Prozent (abhängig von der jeweiligen Unternehmenssituation auch weniger) des Beschaffungsvolumen, einer Technologie oder einem Rohstoff stammen von einem Lieferanten, einem Standort oder einer Region.
- Wechsel zu Alternativen ist mit einem hohen (Zeit)Aufwand oder hohen Kosten verbunden oder (fast) unmöglich.
- Ein Ausfall hat erhebliche negative Auswirkungen auf Umsatz, Lieferzeiten, Qualitätsziele oder Compliance.
Abhängigkeiten können auch parallel in mehreren Bereichen entstehen - Logistikwege, Energiequellen, IT-Systeme und -Dienstleister, kritische Rohstoffe, Fachkräfte und so weiter.
Zu den möglichen kritischen Abhängigkeiten in Lieferketten gehören:
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Identifikation kritischer Abhängigkeiten: Mögliche Vorgehensweise
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Transparenz schaffen> End-to-End-Mapping: Netzwerkkarte mit Standorten, Routen, Transportmitteln, IT-Systemen und so weiter.
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Bewertung durchführen> Einfluss auf die Lieferkette / das Gesamtgeschäft> Ausfallwahrscheinlichkeit> Substituierbarkeit sowie mögliche technische und regulatorische Hürden> Szenario- und Stresstests
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Matrix erstellen> Visualisierung> Bewertung (Scoring)
Umgang mit identifizierten kritischen Abhängigkeiten
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Eliminierung / Reduzierung
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Überwachungsmechanismen
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Krisenszenarien
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Absicherung
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Puffer und Bestände
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Substitution
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Diversifizierung der Beschaffungsmärkte
Die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) sind in über 90 Ländern ansässig und bieten eine effiziente Anlaufstelle, um neue Lieferanten im Ausland zu finden und zu qualifizieren.
Die AHKs kennen die lokalen Märkte, pflegen enge Kontakte zu Produktionsbetrieben, Handelsvertretungen und Behörden und können
- gezielt potenzielle Lieferanten identifizieren und vorselektieren
- individuelle B2B-Matchmaking-Termine organisieren
- Hintergrundinformationen zu Preisen, Kapazitäten, Qualitätsstandards und Zertifizierungen liefern
- erste Due-Diligence-Checks (Bonität, Reputation, ESG) durchführen
- bei Vertragsverhandlungen, Zoll- und Rechtsfragen sowie kulturellen Besonderheiten unterstützen.
Nachhaltigkeit und Compliance der Lieferkette
Deutsche Unternehmen stehen unter wachsendem Druck, ihre Lieferketten sozial verantwortungsvoll, nachhaltig und transparent zu gestalten und umfangreich zu dokumentieren.
Nur einige Aspekte davon sind:
| In der EU (Beispiele) | International (Beispiele) | |
| Menschenrechte, Nachhaltigkeit |
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| Material Compliance |
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| Embargos, Sanktionen, Exportkontrolle |
Digitalisierung und neue Technologien
Moderne Technologien wie KI-gestützte Prognosen oder digitale Zwillinge verschaffen der Lieferketten-Echtzeittransparenz, schnellere Störungserkennung und präzise Simulationen von Alternativszenarien – das erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit und senkt Ausfallkosten.
Zugleich entstehen neue Risiken:
Cyberangriffe, Datenmissbrauch, Abhängigkeit von Cloud-Providern und weitere.
Technologien und IT-Systeme können selbst zur Schwachstelle werden, wenn keine konsequenten Cyber-Security-Maßnahmen etabliert sind.
Cyberangriffe, Datenmissbrauch, Abhängigkeit von Cloud-Providern und weitere.
Technologien und IT-Systeme können selbst zur Schwachstelle werden, wenn keine konsequenten Cyber-Security-Maßnahmen etabliert sind.
Schulungen und Weiterbildung
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Hier finden Sie unsere umfassende Weiterbildungsangebote.
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Stand: 17. November 2025
Wir aktualisieren unseren Artikel kontinuierlich für Sie. Aufgrund der schnellen Entwicklungen können wir Ihnen jedoch nicht garantieren, dass die Inhalte immer auf dem neuesten Stand sind.
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Quelle: IHK Bodensee-Oberschwaben
